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Ur. 27 Drittes Blatt

GlehenerMzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Somstog, L Februar (936

ab

Lichtmessen, der Winter halb vergessen!" oder

Lichtmessen, der Winter bald vergessen!"

Der sinnende Bauersmann läßt von nun

Aus der Provinzialhauptstadl.

Lichtmeß.

Den Reigen der Frühlingsfeste eröffnet der 2. Februar mit Mariä Lichtmeß. Diesen Namen hat das Fest von der Kerzenweihe in der katholischen Kirche erhalten, die zur Erinnerung an die Dar­stellung Jesu im Tempel eingeführt worden ist. Bon vielen Katholiken werden an diesem Tage Wachs­stöcke und Kerzen zur Kirche gebracht, die, mit de­nen zum Gebrauch in der Kirche selbst bestimmten vom Priester geweiht werden. In manchen Gegen­den veranstalten Kinder Umzüge mit Lichtern, öder tanzen um ein Feuer im Freien und sagen dabei Spruche auf oder singen passende Lieder. Hier und da stellt man am 2. Februar einfach Lichter an die Fenster. Ganz verschieden und mannigfaltig sind die Sitten und Volksbräuche in den einzelnen Ländern an dem genannten Tage. Wer recht viele Zauber­spruche weiß und hersagt, der bleibt nach altem Glauben von Ungeziefer verschont. In Kurhessen wird demjenigen der Flachs vortrefflich gedeihen der tüchtig Hirsebrei und eine lange Bratwurst dazu verspeist. Der badische Bauersmann oder seine Kin­der ziehen an Mariä Lichtmeß eine Kette dreimal um ihr Wohnhaus nebst dazu gehörigen Gebäuden. Dadurch sollen nach althergebrachter Anschauung Mäuse und etwaige Schlangen verjagt bleiben. In der Provinz Sachsen veranstaltet die Jugend Umzüge und erhält dabei Gaben und Geschenke. In verschie- denen Orten herrscht heute noch die Sitte, daß Dienst­boten und Gesinde, nicht wie bei uns üblich, an Weihnachten oder Neujahr, sondern an Mariä Licht­meß ihre Herrschaft wechseln und nach Empfang des Lohnes wandern. In Bayern erhalten sie bei dieser Gelegenheit einige Tage Ferien und verbrin­gen sie entweder bei den Angehörigen oder in fröh­licher Gesellschaft in dem Wirtshause zu.

Für den Bauersmann hat der Tag Mariä Licht­meß besondere Bedeutung; so heißt bei ihm doch schon das Sprichwort:

Mariä Lichtmeß Spinn'n vergeß, Bei Tag zu Nacht!" Er will gewissermaßen seine Winterruhe abschließen und die eine oder andere, vom Herbste her verblie­bene, vielleicht auch schon manche notwendige Arbei­ten vorsorglich für das Frühjahr verrichten. Mancher andere möchte aber weiterhin ausruhen und sagt lieber:

seine fleißigen, nimmermüden Hände nicht länger als die Natur gebietet untätig im Schoße liegen. SchonMit Fabian und Sebastian (20. Januar) langen die langen Tage an!" Und in der Tat sind Die Tage seit der Wintersonnenwende beträchtlich länger geworden, die Strahlen der immer höher steigenden Sonne haben an Kraft und erweckendem Leben merklich zugenommen. An ganz besonders warmen und geschützten Plätzchen zeigen sich im Garten die ersten Vorboten des Frühlings. Etwas vorwitzig, aber doch vorsichtig lugen die ersten grünen Spitzen der Schneeglöckchen aus der Erde hervor. Aengstlich, doch behutsam wagen sich einige Bienchen, angelockt von den erwärmenden Son­nenstrahlen, an das Flugloch ihres schützenden Hauses.

Wenn der Bauersmann sich Anfang Februar auch nach dem Frühjahr mit seinen mannigfaltigen Ar­beiten sehnt, so will er allerdings an Mariä Licht­meß noch kein warmes Wetter, sondern lieber Schnee, Eis und Sturm. Denn dann hat er die Gewißheit, daß der Frühling zur rechten Zeit ein­ziehen wird und er nicht durch scheues Wetter die Aussaat verzögert. So besagen z. B. die alten Bauernregeln: . £.

Tut sich um Lichtmeß die Sonn emfmben, Ist noch viel Schnee dahinten."

Wenns an Lichtmeß stürmt und schneit, / Ist der Frühling nicht mehr weit.

/ Oer neue Gießener Kreisdirektor.

In unserer gestrigen Ausgabe berichteten wir bereits, daß durch Urkunde des Führers und Reichs­kanzlers der Regierungsrat Dr. Lotz vom Kreis- amt Alsfeld zum Kreisdirektor im Hessischen tarn desdienst ernannt worden sei. fcaju oon

zuständiger Stelle des Kreisamts Gießen erfahren, ist Kreisdirektor Dr. Lotz zum K r e l s d l r e k t o r des Kreises Gießen ernannt und zugleich mit der Führung der Geschäfte der Provinzialdlrek- tion Oberhessen beauftragt worden.

Kreisdirektor Dr. L o tz war zuletzt über em Jahr als Regierunqsrat am Kreisamt Alsfeld tätig, wo er nach dem Uebertritt des früheren Kreisdirektors Dr. Stammler eine ganze Reche rwnj Monaten mit der Führung der Kreisdlrektor-Geschafte be- auftragt war. Vor seinem Wirken m Alsfeld wirkte er als Regierungsrat am Kreisamt Büdingen.

Eine Verordnung

über die Kirchenvorstände.

Heist dem WHW mit reichen Spenden!

SA., SG./ 7IGKK. und NGOGtB. sammeln in Gießen heute und morgen

Der Führer sagt:

Wer sein Volk liebt, beweist es einzig durch die Opfer, die er für dieses zu bringen bereit ist."

Beweist auch ihr am Sammeltag für das Winter­hilfswerk eure Liebe zum deutschen Volk und gebt den braunen Kämpfern am 1. und 2. Februar reichlich und freudig.

Der Führer der Standarte 116.

Standartenführer.

Sammler und Svender.

Im deutschen Krieg gegen Hunger und Kälte werden am heutigen Samstag und am morgigen Sonntag die SA., die SS., das NSKK. und der NSDStB. in der vordersten Front eingesetzt. Diese Männer haben die Aufgabe,

in Gestalt von Geldspenden neue Munition für die erfolgreiche Durchführung der Schlacht des Winterhilfswerkes

zu sammeln. Unter den politischen Soldaten des Führers, die hier wiederum Dienst für das deutsche Volk an einem besonders wichtigen Frontabschnitt leisten, befinden sich Männer aus allen Schichten und Ständen. Da steht der geistige Arbeiter neben dem schaffenden deutschen Bruder der Faust, da stellt sich der Beamte neben den Geschäftsmann, dem Angehörigen der freien Berufe, dem Handwerker, dem Manne der Werkstatt oder des Fuhrwerks in gleicher Verbundenheit und Kameradschaft zur Ver­fügung, um an seinem Teile eine wichtige Pflicht im Dienste der Volksgesamtheit zu erfüllen. Diele von ihnen haben für sich selbst und ihre Familie einen schweren Kampf ums Dasein zu führen, den­noch dienen sie gerne dem Werk, das dazu be­stimmt ist,

Rot und Bedrängnis in deutschen Familien zu lindern und auf diesem Dege ein bedeutsames

Stück des Wiederaufbaues zu vollbringen.

Sie alle sind in dem einheitlichen Kleid der braunen oder der schwarzen Uniform ausgerichtet in dem einen großen Gedanken und Ziel: Nach dem Wil­len des Führers mit vollem Einsatz aller Kräfte als Sammler, aber auch zugleich als Spender christ­liche Nächstenliebe am deutschen Bruder und

der deutschen Schwester durch helfende Taten zu üben!

Die ganze Anspannung und volle Aufmerksam­keit dieser Front der Sammler gilt heute und morgen der großen Gemeinschaft der Spender. In allen Straßen und Häusern werden sich die Sammler mit dem Februar-Abzeichen des WHW. und der Sammelbüchse an die Volksgenossen wen­den. Jeder Beitrag wird ihnen dabei willkommen sein, denn er ist ein Baustein zu dem großen Werk, das von dem WHW. am deutschen Volk geleistet wird. Je höher die Spende im Einzelfalle ausfällt, desto erfreuter werden natürlich um der Sache selbst willen die Sammler sein. Und da die Sammlung heute und morgen auf zwei Tage fällt, an denen um ein bekanntes Wort anzuwendenjeder Geld hat", so darf man wohl um so mehr hoffen, daß bei dieser Spende kräftig in den Geldbeutel gegriffen wird.

Jeder Spender möge sich vor Augen hatten, daß auch sein Beitrag Licht und Sonne und Freude in solche Familien bringt, in denen die große Sorge und bittere Rot um des Lebens Erfordernisse noch tägliche Gäste sind. Da gilt es zu helfen und mitzukämpfen, wo es nur geht und soweit die Kräfte es nur zu- lasfen. Da darf keiner, der Mitstreiter sein kann, abseits stehen, keiner darf sich beim Ausmaß seiner Spende klein und engherzig zeigen.

Hier treffen sich nun Sammler und Spender auf gleichem Wege zum gleichen Ziel: Beide setzen ihre Kraft und ihren Besitz ein in der Absicht, auf einen Teil davon freiwillig zu verzichten und ihn als Spende dem Winterhilfswerk für die notleiden­den deutschen Brüder und Schwestern zu verwen­den! Möchte heute und morgen diese Spende aus allen Schichten unserer Volksgemeinschaft in Stadt und Land wiederum beträchtlich sein, da­mit der Krieg gegen Hunger und Kälte eine weitere wichtige Elendsposition überwinden kann.

Platzkonzerte des Musikzuges der GA -Standarte 116.

Am 1. und 2. Februar sammelt die gesamte SA. für das Winterhilfswerk. Aus diesem Anlaß veran­staltet der Musikzug der SA.-Standarte 116 unter Leitung von Musikzugführer Herr­mann in Gießen folgende Platzkonzerte:

Samstag, 1. Februar: 18.30 bis 19.30 Uhr auf dem Bahnhofsplatz.

Sonntag, 2. Februar: 8 Uhr großes Wecken. 11 bis 12 Uhr an der Plockftraße, 14.30 bis 16 Uhr Ecke Friedrich- und Klinikftraße.

Weiterhin spielen die Musikzüge des Re­serve- und Marine-Sturmbannes am Sonntag in den Orten der näheren Umgebung von Gießen.

VaumveriiWiW in den Gießener Anlagen.

W-.

J

Unter dem 24. Januar hat der Landeskirchen­ausschuß der Evangelischen Landeskirche Nassau- Hessen eine Verordnung über die Kirchenvorstande erlassen. Zugrunde liegt ihr § 3 Absatz 2 der 2. 23er» orönuna zur Durchführung des Gesetzes zur Srche- ?ung Z°r Deutschen E°ang°,isch-n Knche °°m 5. November 1935 Reichsgesetzblatt I S. 1283 in Verbindung mit der 6. Verordnung zur Durch­führung dieses Gesetzes vom 15. Januar 1936 - "AZO 8 er Verordnung kann der Landes. rium^n°u G?samtN?chenv^rst^nd^"^^G^amwcü^tand, W^^^n-r°^«Dde^

°NVch^V7°^

nenmmg von Kirchenvorstandsmltglledern d(e Be­teiligten zu hören und soll von die! n Bor chlage einforbern. Dabei ist für die6cn qßerfön= chenvorstandsrnitgliedern zu besinn &

Iichk-it-n das Wohl d-r Gemeind- -nt ch- d nd

Nock 8 3 tritt diese Verordnung mit sofortiger <ħin Straft unb, wenn sie nicht verlängert mirh nm 30 September 1937 außer xraft.

Unterzeichnet ist diese -rst-Verordnung des neuen Landeskirchenausschusses acht Tage

Aufruf an die Gemeinden vom 17. Sanuar, non allen drei Mitgliedern Zentgraf, Dr. Fticyer und Schäfer.

Die Pappel vor ihrer Einkürzung (links) und nach dem starken Rückschnitt (rechts). (Aufnahmen: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Die Gärtner der Stadt müssen sich im Winter, zur Zeit der Saftruhe in Baum und Strauch, auch mit dem Einkürzen von Bäumen zum Zwecke ihrer Verjüngung und zur Anregung ihres Wachstums beschäftigen. Diese Arbeit wurde im Winter 1934/35 bereits an zahlreichen Bäumen vorgenommen, u. a. an der Allee am Rodberg, an den Bäumen auf Oswaldsgarten und an den Bäumen in der Schul­straße. Der Anblick dieser stark zurückgeschnittenen Bäume kann zwar nicht schön genannt werden, die Notwendigkeit muß aber wichtiger sein. Außerdem dauert es meist nicht lange, dann brechen im Frühjahr schon frische Schosse aus den Aststumpen, und in wenigen Jahren prangen die Baume in um so frischerem Grün......., . ..

In diesen Tagen waren nun städtische Arbeiter unter Leitung des städtischen Obergärtners L a n g dabei, am Goldfischteich, gegenüber dem Landg^ richt, Pappeln radikal einzukürzen. Am Mittwoch nahm man sich den wohl höchsten Baum in den Anlagen, die etwa 30 Meter hohe Pappel unmittel­bar am Gowsischteich vor. Da auch ihr trotz des feuchten Standortes die Wipfeldürre drohte ja sie bereits zu einem Teil befallen hatte mußte man sich zu einem sehr starken Ruckschnitt entschließen. Der Pappel wurde die ganze Kron e g e n o m - men, so daß jetzt nur noch em Stammstumpf von etwa 15 Meter Höhe zu sehen ist.

Es war keine leichte und ungefährliche Arbeit, die Pappel der Krone zu berauben. Für die Kür­zung des hohen Baumes mußte die große mecha­nische Leiter der Feuerwehr in Anspruch genommen werden, da es nur mit ihrer Hilfe möglich war, das Zugseil in der notwendigen Höhe von 25 Meter Höhe am Stamm zu befestigen. Auf der kleineren Leiter, die dem Hoch- und Tiefbauamt gehört, stieg der nun schon seit nahezu 40 Jahren im Dienste der Stadt Gießen stehende 6Ojährige Gärtner Karl N o ck e r mit geradezu jugendlicher Fixigkeit empor und hieb in etwa 15 Meter Höhe zunächst eine Kerbe, dann von der anderen Seite eine zweite Kerbe in den dicken Stamm. Die Kerben dursten nicht zu tief geschlagen werden, da ja das Holz öer Pappel eines der weichsten und am wenigsten widerstandsfähigen Hölzer ist. Das Gewicht der Krone hätte auf zu schmaler Basis leicht zum Sturz kommen können, und ein Unfall wäre leicht die Folge gewesen. Nach dem Einschlagen der Kerben stieg der Gärtner von der Leiter herab, diese wurde eingezogen und dann die angesägte Krone von vier kräftigen Männern solange ins Schwanken versetzt, bis sie das Uebergeroid)t bekam und nieber= brach. Zuerst knackten einige Aeste, im Nieder­brechen der ganzen Krone aus dieser großen Höhe erhob sich plötzlich ein Brausen in der Luft, die Krone brach vom Stamm, dicht über der Erde

brachen dann mit heftigen Krachen die stärkeren Aeste und nun schlug der schwere Stamm auf dem Erdreich auf. Die Arbeiter brachten sich mit eini­gen raschen Schritten in Sicherheit. Die Gold­fische im Teich, neben dem der Stamm unmittelbar niederbrach, fuhren heftig durcheinander, schienen aber schon einige Sekunden danach dasErdbeben" vergessen zu haben und fanden sich wieder in ihrer spielerischen, zwanglosen Kameradschaft.

Die weitere Arbeit war bald geschehen. Der Stamm wurde zersägt, die Aeste zerkleinert, das Holz zum Abfahren auf Haufen geschichtet, und dann verließen die Arbeiter chen Schauplatz ihrer scheinbar zerstörenden Tätigkeit. Die Pappel aber wird schon im kommenden Frühjahr die ersten grü­nen und jungen Schosse zeigen, und es wird auch nicht allzu lange dauern, dann wird sie sich verjüngt mit einem neuen schlanken Wipfel schmücken.

Vornoiizen.

Tageskalender für Samstag.

NSG.Kraft durch Freude": Ab 15.30 Uhr all­gemeine Körperschule und Waldlauf auf dem Uni- oerfitätssportplatz am Kugelberg. Stadttheater (Geschlossene Werkvorstellung): 18.30 bis 21.30 Uhr Die Fledermaus". Gloria-Palast, Seltersweg: Der Postillon von fionjumeau". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Einer zuviel an Bord". Be- zirksobstbauverband Gießen: 15 Uhr im Katholischen Vereinshaus Hauptversammlung. Maskenbälle: Spielvereinigung 1900 20.11 Uhr im Caf6 Leib; Männerturnverein Gießen 1885 20.11 Uhr in sämtlichen Räumen des Gesellschaftsoereins.

Tageskalender für Sonntag.

NSLB., Reichsverband deutscher Turn-, ©port- uni) Gymnastiklehrer: 20 Uhr im Cafe Leib Abend mit sportlichen Vorführungen zugunsten des Win­terhilfswerks. Stadttheater: 19 bis 21.30 Uhr Eine Frau ohne Bedeutung". Gloria-Palast, Seltersweg:Der Postillon von Lonjumeau". Lichtspielhaus, BalMhofstraße:Einer zuviel an Bord". Obst- und Gartenbauverein Gießen: 15.15 Uhr Hauptversammlung im Kaufmännischen 23er- einshaus. Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz): 11 bis 13 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Radierungen von Josef Steib, Berlin.

Stadttheater Gießen.

Heute von 18.30 bis 21.30 Uhr geschlossene Werk­vorstellungDie Fledermaus" von Johann Strauß. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Paul W r e d e. Tänze: Thery Schultheiß. Kein Kartenverkauf.

Das Gießener Stadttheater im Zeichen der drei Sonderereignisse der kommenden Woche.

Aus dem Stadtheaterbüro wird uns geschrieben: Der Spielplan der kommenden Woche ist sehr ab­wechslungsreich. Die Theaterleitung hat zunächst für Sonntag, 2. Februar, eine letzte Wie­derholung der GesellschaftskomödieEine Frau ohne Bedeutung" von Oscar Wilde in der Neu­bearbeitung von Karl Lerbs unter der Spielleitung von Intendant Schultze-Griesheim' angesetzt. Diese Aufführung kommt hauptsächlich auf dringende Wünsche auswärtiger Besucher zustande. Die Vor­stellung ist außer Abonnement und dauert von 19 bis 21.30 Uhr.

Am Montag, 3. Februar, findet das ein­malige Gastspiel des berühmten Musikalclowns Noni" statt. Neben Noni sein 12jähriges Töchter­chen Anita; aus dem weiteren Beiprogramm seien noch genannt: Oskar Albrecht, der bekannte An­sager und Humorist, außerdemDie sechs frohen Sänger", sowie die heiteren Schattenspiele Chung- Chings. Dazu das sogenannte Noni-Orchester, das die kleine Anita dirigieren wird. Das Gastspiel ist außer Abonnement und dauert von 20 bis 22 Uhr.

Ein besonderes Ereignis bietet der Spielplan am Dienstag, Mittwoch und Freitag mit dem drei­tägigen Gastspiel des früheren Gießener Schau­spielers Ludwig L i n f m a n n vom Hessischen Lan­destheater Darmstadt mit dem LustspielDie große Chance" von Moller und Lorenz. Die Gastspiele finden im Abonnement statt (17. Dienstag-, 16. Mittwoch- und 17. Freitag-Abonnement). Dauer der Vorstellungen: Dienstag und Freitag von 20 bis 22,30, Mittwoch von 19.30 bis 22 Uhr.

Vorbestellte Karten: die für das Noni» Gastspiel vorbestellten Karten müssen von den Gießener Bestellern bis spätestens Sonntag­mittag 12.30 Uhr abgeholt werden; die Nachfrage ist sehr groß, und die Kasse muß über bis dahin nicht abgeholte Karten Verwendungsmöglichkeit haben im' Interesse all der Theaterbesucher, deren Wünschen bisher nicht entsprochen werden konnte. Für auswärtige Besteller bleiben die Karten bis 15 Minuten vor Beginn der Vorstellung zur Ver­fügung.

Oberhessischer kunstverein.

Die Ausstellung der Werke von Josef Steib (Ber­lin) findet vom 2. bis 23. Februar statt. (Siehe die heutige Anzeige.)

WHW. und Arbeitsbeschaffung.

Die 5. Reichsstraßensammlung, die am 1. und 2. Februar durch Männer der SA., SS., NSKK. und NSDStB. durchgeführt wird, benützt als Pla­kette das alte Zeichen der Treue, die Wolfs­angel.

Das Winterhilfswerk war schon immer darauf bedacht, seine Zeichen so zu wählen, daß irgend­einer Industrie geholfen werde. Dieses Mal sollen es die Lederarbeiter und Buchbinder sein, die unterstützt werden. Die Lederarbeiter in Offenbach a. M. und Hachenburg im Westerwald haben gemeinsam mit den Leipziger Buchbindern das geschmackvolle Lederabzeichen geschaffen. Ein erster Auftrag von neun Millionen Abzeichen ver­teilt sich folgendermaßen auf die Orte: Offenbach mit 5 000 000, Hachenburg mit 1 000 000 uno Leipzig mit 3 000 000 Abzeichen.

Da zu erwarten ist, daß dieses schone Abzeichen großen Absatz in ganz Deutschland finden wird, wurden von den einzelnen Gauamtsleitungen Nach­bestellungen aufgegeben, die die Gesamtauflage um ein Beträchtliches erhöhen.

Die Herstellung dieser Abzeichen hat einer ganzen Reihe von deutschen Volksgenossen auf Wochen hinaus Verdienst gegeben. Im benachbarten Offen­bach fanden 200 Arbeiter und Arbeiterinnen in ungefähr 150 000 Arbeitsstunden Beschäftigung, die Leipziger Buchbindereien sind mit 40 000 Mark be­teiligt.

Pflicht aller Volksgenossen ist es, die Bemühun­gen des Winterhilfswerks dadurch zu unterstützen, daß jeder das geschmackvolle Abzei­chen erwirbt und so dazu beiträgt, die noch bestehende Not zu lindern.