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Das indische Kaiserreich des Empire ist dann zum ersten Male vom Osten her bedroht. Denn japanische Kriegsschiffe hätten ungehinderten Zugang zum Indischen Ozean.
Wer sich diese Zusammenhänge einmal klarmacht, wird verstehen, daß die britischen Kolonialbehörden und Kaufleute hier in Singapore lebhafte Sorge um die Entwicklung der nächsten Jahre empfinden. Und man ist hier fest davon überzeugt, dah die englische Außenpolitik der letzten sechs Wochen stark von Erwägungen beeinflußt worden ist, in deren Mittelpunkt der Isthmus von Kra und seine Bedeutung stehen. Es geht hier, wie ein Kolonial-Engländer kürzlich sagte, um den vor ge schoben st en Po st en europäischer Wirtschaft, europäischer Kultur, europäischen Einflusses. Dabei ist man sich nicht völlig über die Tendenzen der französischen Kolonialpolitik im klaren, die insofern von sehr großen Bedeutung sind, als Französisch-Jndochina der Malaiischen Halbinsel im Osten vorgelagert ist und von hier aus sehr wohl | einen erheblichen Einfluß auf die Weiterentwicklung der Dinge ausüben kann.
Englische Gorgen im Pazifik
geschränkt fordern oder auch nur erwarten, während sie selbst es, das muß zur Ehre der südamerikanischen Frauen gesagt werden, im allgemeinen mit dieser Pflicht durchaus ernst nehmen. Auch das sind Gegensätze, die sich eben nur dadurch erklären Lassen, daß von Südamerika die Rede ist.
Daß bei solchen Anschauungen die Moral- und Sittenbeariffe anders sind als in anderen Ländern, ganz wesentlich anders vor allem als in den nordischen Ländern, liegt auf der Hand. So ist es wohl auch erklärlich, daß gerade Südamerika in den Verhandlungen des Völkerbundes über Mädchenhandel und Prostitution einen bedeutenden Raum ein- uimmt. Auf der anderen Seite findet man häufig eine geradezu ins Lächerliche gehende Zimperlichkeit. Wer etwa in den sonnendurchglühten Wagen der brasilianischen Eisenbahnen sich den Rock ausziehen wollte, um in Hemdsärmeln etwas Erleichterung zu verspüren, der wird vom Schaffner sofort und höchst eindringlich auf das Unschickliche seines Benehmens hingewiesen; wer es aber gar unternehmen sollte, zur heißen Sommerzeit im seidenen Sporthemd mit weißer Hose durch die größeren Straßen von Buenos Aires zu flanieren; der kann gewiß fein, daß die Polizei ihn wegen „Verstoßes gegen die Moral und die guten Sitten" beim Kragen nimmt. Denn wie kann man ohne Rock spazieren! Dieselbe Polizei hat aber nichts dagegen, wenn man im dreckigen Pyjama herumspazierte, auf dem noch die Spuren der Nachtruhe deutlich sichtbar sind. Rock ist Rock, auch wenn es nur ein schmuddliger Pyjama ist!
Ueberhaupt der Pyjama! Gilt er doch, so lächerlich es klingt, vielfach, namentlich bei der ländlichen Bevölkerung, durchaus als angemessenes Festgewand. Aber selbst in großen Städten kann man es zuweilen erleben, daß man etwa beim Antrittsbesuch vom Hausherrn im Pyjama empfangen wird. Darin sieht niemand einen „Verstoß gegen die Moral oder die guten Sitten". Wohl aber fand die Polizeibehörde des Tigre-Deltas, des beliebten und eigentlich einzigen Ausflugszieles der Buena- renfer, einen solchen darin, wenn die Männer sich an Bord von Booten oder Jachten oder an den Badestränden mit unbekleidetem Oberkörper aufhielten. Die Badehose ist ein verpöntes Kleidungsstück, selbst bei 35 bis 40 Grad Hitze. Die gelmde gesagt prüde Auffassung der Polizeibehörde des
Als Abschluß des großen Fackelzuges vor der Reichskanzlei am Jahrestage der Erhebung wurde zum erstenmal der „SA.-Ruf" vor dem Führer aufgeführt. Auf unserem Bilde sieht man die angetretenen Musikzüge vor dem Balkon der Reichskanzlei, auf dem der Führer mit Männern der Partei und des Staates steht. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
losigkeit herab. Die geographische Lage ist verhältnismäßig einfach. Nördlich der Malaiischen Halbinsel, die die Brücke zu Niederländisch-Jndien bildet, stoßen Birma, Französisch-Jndochina und Siam zusammen. Wenn auch der englische Einfluß in der siamesischen Hauptstadt Bangkok nicht zu unterschätzen ist, so ist es Siam doch — vorwiegend wegen der englisch-französischen Rivalität in Hinterindien — bisher erfolgreich gelungen, sich seine politische Selbständigkeit zu wahren. Auf siamesischem Gebiet aber liegt der Isthmus von Kra, der mit einer Breite von kaum elf Kilometer die schmälste Stelle der Malaiischen Halbinsel darstellt. Technische Schwierigkeiten würde die Anlegung eines Großschiffahrtskanals an dieser Stelle kaum bereiten. In den Indischen Ozean und ins Chinesische Meer münden an dieser Stelle Flüsse, deren Mündungsbuchten tief ins Land eingeschnitten sind und ohne größere Mühe auf die erforderliche Tiefe für Seeschiffe zu bringen wären. Die Landenge selbst ragt noch nicht einmal 200 Meter über den Meeresspiegel hinaus. Ihr Dure stich ist mit den heutigen technischen Mitteln al ganz sicher einfach, unvergleichlich einfacher jedenfalls als die Arbeiten am Suez- oder Panama- Kanal. Für den Verkehr zwischen Europa oder Indien mit dem Fernen Osten wäre der Durchstich wirtschaftlich insofern von Bedeutung, als er d e n Schiffahrtsweg um mehr a l s 1000 Kilometer verkürzen würde.
Das treibende Moment für die Kanalisierung des Isthmus von Kra ist aber weit weniger wirtschaftlicher als vielmehr politischer Natur. Und da ist es wichttg zu wissen, daß trotz des englischen Einflusses in Bangkok seit Wochen eine immer enger werdende Fühlungnahme zwischen Siam und Japan im Gange ist. Gelegentlich des Aufenthalts des siamesischen Innenministers in Tokio hieß es hier unwidersprochen, daß über ein japamsch- siamesisches Militärabkommen verhandelt werde und daß man die Absicht habe, sobald wie möglich auch ein Handelsabk o m m e n zwischen beiden Staaten unter Dach und Fach zu bringen. Im Rahmen dieses Handelsabkommens durfte der Isthmus von Kra vermutlich eine hervorragende Rolle spielen. Es ist heute schon so, .daß auf der östlichen Seite der Landenge japanische Vag- q er den dort mündenden Fluß auf Seegangttefe
Oer Isthmus von Kra.
Von unserem ma.-Äerichterstatier
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Singapore, Januar 1936.
Die indische und fernöstliche Welt gerät zunehmend in Bewegung. Darauf deuten nicht nur die gewaltigen neuen Rüstungsrnaßn ahme n desbritischenJmperiums hin, die sich hier in Singapore außerordentlich eindrucksvoll manifestieren, und nicht nur die spürbar fteigenoe Unruhe der Öffentlichkeit Niederländisch- Indiens, die um ihren politischen und wirt- schaftlichen Einfluß in SnMmbe besorgt ist. Das Wort vom erwachenden Asten wird in den Streats Settlements sozusagen jeden Tag oon neuem erhärtet. Auch hier ist es die unheimlich motorische Kraft Japans. die dl- Nationen des fernen Ostens in Bewegung bringt. Europa aber wird sehr unmittelbar oon den Vorgängen im malaiischen Archipel berührt, sicher mel unmittelbarer als oon den Er-lgniften in Nordchina. Der britische Besitz Ostindiens und der sranzosische Em- slüß in Indochina stehen heute - damit sag man chcht zuviel - ebenso aus dem Spiele wie der ? s -mL 6-nMnialbesitz der den Reichtum der
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Geschichten aus aller Welt
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ertragen. Der Preis der abessinischen Löwen hat sich nämlich im Verlauf des Krieges außerordentlich erhöht. Ein Löwenjunges, das bisher mit etwa 65 Mark gehandelt wurde, kostet feit einiger Zeit das Vierfache. Der Preis für ausgewachsene Löwen hat sich verdoppelt und beträgt jetzt rund 2000 Mark.
Die Ursache dieser Preissteigerung auf dem Tiermarkt ist darin zu suchen, daß Abessinien das Hauptausfuhrland für Löwen ist. In den übrigen afrikanischen Territorien werden so gut wie gar keine Löwen lebend gefangen, da die Tiere fast überall unter Naturschutz stehen. Seit dem Ausbruch des Krieges haben die Untertanen des abessinischen Kaisers anderes zu tun, als Löwen zu fangen.
Die großen europäischen Tiergärten führen übrigens nicht mehr sehr viele Löwen ein. Die Löwen vermehren sich in der Gefangenschaft ausreichend, um jeden Bedarf zu decken. Manche zoologische Gärten leiden sogar an einem Ueberfluß von Löwen. In Abessinien werden aber auch viele andere Wildarten gefangen, deren Preis unter dem Einfluß des Krieges vermutlich ebenfalls erheblich gestiegen fein wird.
Eine Biertelmilliarde für Schönheitspflege.
A. Z. Neuyork.
Die Schönheitspflege ist in den Vereinigten Staaten zu einem wichtigen Teil der Volkswirtschaft geworden. Die amerikanischen Frauen geben im Jahr nämlich nicht weniger als 250 000 000 Dollar für sie aus. In den Zeiten der „Prosperity" war diese Summe natürlich noch wesentlich höher.
Welche Stellung sich die Schönheitspflege in den letzten Jahrzehnten erobert hat, ersieht man daraus, daß es heute rund 30 000 Schönheitsinstitute gibt, während es im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts
Deltas hat unlängst einigen hundert Ausflüalern die Sonntagsfreude gründlich verdorben. Die Wasserpolizei veranstaltete nämlich plötzlich eine groß- angelegte Razzia auf all die „unsittlichen" Leutchen, die nur mit einer Badehose bekleidet waren oder sonst in ihren Kostümen die Moral gefährden konnten. Man nahm an die zweihundert Personen fest, sperrte sie ein paar Stunden ein und brummte ihnen je 50 Peso Geldstrafe bzw. 21 (!) Tage Haft auf. Auch im Sittlichkeitsempfinden klaffen offenbar Gegensätze. Es ist eben Südamerika, der Kontinent der Gegensätze. Das allein besagt alles, erklärt alles.
Wo aber ist des Rätsels Lösung? Wie sind diese Kontraste zu erklären? Ganz einfach daraus, daß Südamerika zwar schon vor 435 Jahren entdeckt worden ist, aber erst seit wenig mehr denn hundert Jahren überhaupt erst ein politisches, wirtschaftliches und kulturelles Eigenleben führt, feit es die Herrschaft der spanischen, bzw. der portugiesischen Krone abgeschüttelt hat. Hundertfünfundzwanzig Jahre sind im Leben eines Kontinents aber eine gar winzig kleine Spanne Zeit! Zu einer soliden schrittweisen Entwicklung fehlte jede Möglichkeit. Es ging immer im Sturmschritt. In einem sich ständig überschlagenden Tempo wollten die jungen Völker Südamerikas sich aneignen, wozu die alten Kulturnationen Jahrtausende gebraucht hatten. Das mußte notwendigerweise Zerrbilder geben, mußte Widerspräche zwischen dem großen Wollen und dem nur möglichen bescheidenen Vollbringen auslösen. Ohne im geringsten verkennen zu wollen, daß die jungen südamerikanischen Völker mit beachtlichem Elan in dieser relativ recht kurzen Zeit Leistungen vollbracht haben, denen die Mitwelt Bewunderung und höchste Anerkennung zollen muß, lassen sich Jahrtausende eben nun einmal nicht in 125 Jahren einholen. Das wolle man stets bedenken, um nicht ein ungerechtes Urteil über Südamerika zu fällen. Gewiß ist, daß Südomerika noch eine große Zukunft vor sich hat. Die Kontraste, die heute noch so kraß in die Augen springen, werden im Laufe der Jahrzehnte mehr und mehr abgeschliffen werden. Allmählich werden sie ganz verschwinden, und bann wird Südamerika auch nicht mehr der Kontinent der Gegensätze fein.
irtschast und Weltanschauung
Von Or. Paul Harms.
Dietrich in seiner Essener Rede so stark heraus- gearbeitet hat, weil es ihm darauf ankam, die Einheit der Weltanschauung des nationalen Sozialismus auch an der Wirtschaft darzutun.
Der Nationalsozialismus unterscheidet sich sowohl vom Kapitalismus wie vom Marxismus dadurch, daß er nicht vom Einzelwesen ausgeht, sondern oon der Volksgemeinschaft. Man kann den Unterschied auch so ausdrücken; Ziel des Kapitalismus wie des Marxismus war, das Einzelwesen auf die denkbar höchste Stufe der Vollkommenheit zu erheben, während es das Ziel des Nattonalsozialismus ist, die Äolksgemein- schäft auf die denkbar höchste Stufe der Vollkommenheit zu bringen. Die Wege zu beiden Zielen laufen in der Theorie eine Strecke weit parallel, weil die Volksgemeinschaft alle Einzelwesen umschließt; sie biegen aber nach sehr verschiedenen Richtungen ab, sobald sich die praktische Frage erhebt: was ist denn nun für den Wert einer Leistung entscheidend? Hier antworten Kapital und Marxismus: das Wohlbefinden des Einzelmenschen. Oder allenfalls: möglichst vieler Einzelmenschen. Der nationale Sozialismus dagegen antwortet eindeutig bestimmt: das Wohlbefinden der Volksgemeinschaft.
Das bedeutet aber nun keineswegs eine Unterbewertung der Leistung des Einzelmenschen. Der Nationalsozialismus erkennt bereitwillig an, daß in der starken Persönlichkeit die Anttiebs auch zum wirtschaftlichen Fortschritt wirksam zusammengefaßt sind. Er denkt also nicht daran, das persönliche Erfolgstreben unterbinden und, wie Dr. Dietrich sagt, „damit den starken Motor der menschlichen Wirtschaft abdrosssseln" zu wollen. Was er aber fordert, ist dies: daß die Persönlichkeit sich von vornherein einstelle nicht auf den größtmöglichen persönlichen Nutzen, ohne Rücksicht auf die Volksgemeinschaft, sondern auf den größtmöglichen Nutzen für die Volksgemeinschaft.
Wer von Nattonalsozialismus auch nur einen Hauch verspürt hat, der wird begreifen, daß diese Weltanschauung alles ausschließt, was vom Klassenkampf und vom übersteigerten Klassenkampf, von Kampf aller gegen alle, das Heil der Menschheit erwartet. Ist das persönliche Streben einheitlich ausgerichtet auf die Volksgemeinschaft, so kann es keinen kämpferischen, keinen unversöhnlichen Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit mehr geben. Was vordem zu einem gemeinschädlichen, ja oft genug selbstmörderischen Sichabringen ganzer Volksschichten führte, das kann auf dem Boden dieser Weltanschauung schied- lich-friedlich gelöst werden durch abgeklärte Einsicht in die Bedürfnisse der Volksgemeinschaft, die für das Handeln des einzelnen Volksmitgliedes wie einzelner Volksschichten richtunggebend sein muß. Das meint der Grundsatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz.
Niemand kann sich also zur Weltanschauung des nationalen Sozialismus bekennen und zugleich fordern, daß diese Weltanschauung vor den Pfor- ten der Wirtschaft Halt mache. Im Gegenteil, je tiefer jemand von dieser Weltanschauung durchdrungen ist, um so nachdrücklicher wird er fordern, daß auch die deutsche Wirtschaft sich in allen ihren ; Schichtungen, oben wie unten, ganz und gar von ihr durchdringen lasse. Denn im lichten Umkreis i dieser Weltanschauung ist die Arbeit kein Fluch mehr wie im Zeichen des Klassenkampfes, sondern ein Segen. Und sie wird zum Segen auch für Kinder und Kindeskinder, der ihnen Häuser baut, im schützenden Ring der wehrhaften Volksgemeinschaft.
r i a 15 als die Staatsform der Zukunft anpries.
Die beste Propaganda für diefen radikalen Marxismus machte ein radikaler Kapitalismus, für den das „Herr-im-Haufe-fein" wichtiger war, als die bescheidenste Rücksicht auf das Wohl und Wehe der Volksgemeinschaft. Dieses kapitalistische Herrentum betrachtete das Kapital als sein privates Eigentum, womit es machen könne, was es wolle, und die Arbeit als Ware, die man nach ihrem jeweiligen Marktwert kauft, ohne weitere Verpflichtungen gegen den Arbeiter zu haben. Wer den Roman „Harte Zeiten" von Charles Dickens kennt, der weiß, wo dieser Kapitalismus in Reinkultur zu Hause war. In Deutschland haben wir kapitalisti- ches Herrentum in dieser seiner radikalsten, man ’ann schon sagen gemeingefährlichen Form kaum kennengelernt. Es ist kein Zufall, daß Karl Marx, der Prophet des internationalen Sozialismus, feine Lehre an Beispielen entwickelt hat, die ihm die Beobachtung der englischen Industrie darbot. Dem deutschen Kapitalismus lag von Anfang an mehr ein patriarchalisches Verhältnis zur Arbeit, womit aber nicht gesagt sein soll, daß die Neigung zum radikalen Herrentum nicht auch in ihm gelegen hätte. Nur ist sie, bevor der deutsche Kapitalismus einen ersten Stand der Hochblüte erreicht hatte, durch Bismarcks Staatssozialismus mit starker Hand unterbunden worden. Und nicht nur die ftaatsfozialisttsche Leistung des deutschen Kapitalismus, auch das, was er freiwillig an gemeinnützigen Unternehmungen geschaffen hat, kann den Vergleich mit jedem Kulturlande der Welt aushalten. Bismarcks Staatssozialismus hatte in so hohem Maß erzieherisch gewirkt, daß auch der freiwillige Sozialismus des deutschen Kapitals vielfach vorbildlich wurde.
Grundsätzlich bewertet, hieß das aber immer noch: durch Eigennutz zum Gemeinnutz. Der Kapitalismus übernahm gewisse soziale Pflichten, weil er erkannt hatte, daß er sich dabei, einer stetig wachsenden, marxistischen Opposition gegenüber besser stand, als wenn er sich unzugänglich auf einen schroffen Herrenstandpunkt zurückgezogen hätte. Von einem vorbehaltlosen Bekenntnis zu dem Grundsatz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz
Kapitalismus jener Zeit genau so weit wie es die Staatsführung war. Das ist der Reichspressechef der NSDAP. Dr.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)
500 Ziegen retten Verdurstende.
(zi) Sidney.
Ebenso wie in anderen Gebieten der Erde, z. B. in Südafrika, herrscht auch in Westaustrallen seit fast zwei Jahren eine anhaltende und folgenschwere Dürre, die von keinem noch so geringfügigen Regenfall unterbrochen worden ist. Sämtliche Flußläufe sind versiegt, und es gibt Strecken im Lande, wo keim Halm mehr wächst.
Besonders übel daran waren die Einwohner der seinerzeit von Goldgräbern gegründeten Siedlung Tenants Creek in Westaustralien, wo schon vor einem halben Jahre die Arbeitslöhne in — Wasser ausgezahlt wurden, das unter den größten Schwierigkeiten und Kosten von weit herbeigeschafft werden mußte. Aber auch jene Wasferguellen waren letzthin erschöpft, so daß die Regierung sich auf die dringenden Hilferufe aus Tenants Creek hin, wo die Menschen tatsächlich vom Tode des Verdurstens bedroht wurden, zu einer außerordentlichen Hilfsmaßnahme entschließen mußte: sie entsandte eine Herde von 500 Milchziegen und eine ganze Wagenkarawane von Futter für die Tiere nach dem bedrohten Orte. Vor kurzem sind die 500 Tiere mit ihrem Proviantzug nach einer beschwerlichen Wanderung über fast 800 Kilometer Wüstenwegs in Tenants Creek wohlbehalten eingetroffen, von der verzweifelnden Bevölkerung freudig begrüßt!
Die Löwen und der abessinische Krieg.
B/Li. Addis Abeba.
Weit erstrecken sich die Auswirkungen des italienisch-abessinischen Krieges. Immerhin ift die, von der hier die Rede sein soll, noch am leichtesten zu
Jede Weltanschauung hat ihre Zeit, und jede Zeit hat ihre Weltanschauung. Weltanschauung ist ein unteilbares Ganzes, das will sagen, sie kann nicht maßgeblich sein für bestimmte Gebiete des Lebens und unmaßgeblich für andere. Die Weltanschauung der deutschen Gegenwart ist der nationale Sozialismus, und sie bestimmt nicht nur das politische und das geselliae Leben, sie bestimmt ebenso sehr auch das wirtschaftliche Leben.
Das wirtschaftliche Leben der oornattonalsozia- listtschen Zeit war bestimmt vom Gegensatz von Kapital und Arbeit. Das Kapital be- aß die Arbeitsmittel, die Arbeit war daher von hm abhängig. Sie mußte sich dem Kapital verdingen zu Lohnsätzen, die durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt wurden. Das war die Anschauung nicht nur der besitzenden Oberschicht, die besitzlose Unterschicht bekannte sich, wenig- tens soweit sie dem Marxismus anhing, im Grunde zur gleichen Anschauung. Der Marxismus wollte nicht eigentlich die kapitalistische Welt aus ihren Angeln heben, er wollte sie nur glatt und reinlich u m k e h r e n : die Besitzlosen von heute sollten die Besitzenden der Zukunft werden. Das war der praktische Sinn einer Lehre, die mit viel gedanklichem Brimborium die Diktatur des Proleta-
Der erste E>A -Rus vor dem Führer.
bringen. Und nach zuverlässigen Informationen legt bereits ein japanisches Ingenieur- ko r p s mit siamesischen Arbeitern die künftige Kanalstrahe fest. Wegen der billigen Arbeitskräfte Ostasiens werden die Gesamtkosten des Durchstichs auch sehr niedrig sein; man spricht von 1,5 bis 2 Millionen Pfund Sterling. Und weiter heißt es, daß fpäteftens im Jahre 1940 der K a - n a l gebaut sein soll, woraus zu schließen ist, daß zwischen Japan und Siam über alle wesentlichen Einzelheiten des Bauprojektes bereits volles Einvernehmen herrscht.
Der wirtschaftliche Nutzen für Siam liegt auf der Hand. Der politische Nutzen freilich dürfte nahezu ungeteilt auf das Konto Japans gehen. Es ist zwar richtig, daß der Südzipfel der englifch-osttndischen Provinz Birma bis dicht an den Isthmus oon Kra heranreicht. Und es ist ferner nicht zu bestreiten, daß die der Landenge im Indischen Ozean vorgelagerten Inseln englischer Besitz sind und in der letzten Zeit st a r k befestigt wurden. Die souveräne Schlüsselstellung Singapores aber wird nach dem Durchstich trotzdem erledigt sein.


