Ausgabe 
1.2.1936
 
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Das indische Kaiserreich des Empire ist dann zum ersten Male vom Osten her bedroht. Denn japa­nische Kriegsschiffe hätten ungehin­derten Zugang zum Indischen Ozean.

Wer sich diese Zusammenhänge einmal klar­macht, wird verstehen, daß die britischen Kolonial­behörden und Kaufleute hier in Singapore lebhafte Sorge um die Entwicklung der nächsten Jahre empfinden. Und man ist hier fest davon überzeugt, dah die englische Außenpolitik der letzten sechs Wo­chen stark von Erwägungen beeinflußt worden ist, in deren Mittelpunkt der Isthmus von Kra und seine Bedeutung stehen. Es geht hier, wie ein Kolonial-Engländer kürzlich sagte, um den vor ge schoben st en Po st en europäischer Wirt­schaft, europäischer Kultur, europäischen Einflusses. Dabei ist man sich nicht völlig über die Tendenzen der französischen Kolonialpolitik im klaren, die insofern von sehr großen Bedeutung sind, als Französisch-Jndochina der Malaiischen Halbinsel im Osten vorgelagert ist und von hier aus sehr wohl | einen erheblichen Einfluß auf die Weiterentwicklung der Dinge ausüben kann.

Englische Gorgen im Pazifik

geschränkt fordern oder auch nur erwarten, wäh­rend sie selbst es, das muß zur Ehre der südameri­kanischen Frauen gesagt werden, im allgemeinen mit dieser Pflicht durchaus ernst nehmen. Auch das sind Gegensätze, die sich eben nur dadurch erklären Lassen, daß von Südamerika die Rede ist.

Daß bei solchen Anschauungen die Moral- und Sittenbeariffe anders sind als in anderen Ländern, ganz wesentlich anders vor allem als in den nor­dischen Ländern, liegt auf der Hand. So ist es wohl auch erklärlich, daß gerade Südamerika in den Ver­handlungen des Völkerbundes über Mädchenhandel und Prostitution einen bedeutenden Raum ein- uimmt. Auf der anderen Seite findet man häufig eine geradezu ins Lächerliche gehende Zimperlich­keit. Wer etwa in den sonnendurchglühten Wagen der brasilianischen Eisenbahnen sich den Rock aus­ziehen wollte, um in Hemdsärmeln etwas Erleich­terung zu verspüren, der wird vom Schaffner so­fort und höchst eindringlich auf das Unschickliche seines Benehmens hingewiesen; wer es aber gar unternehmen sollte, zur heißen Sommerzeit im seide­nen Sporthemd mit weißer Hose durch die größeren Straßen von Buenos Aires zu flanieren; der kann gewiß fein, daß die Polizei ihn wegenVerstoßes gegen die Moral und die guten Sitten" beim Kra­gen nimmt. Denn wie kann man ohne Rock spazie­ren! Dieselbe Polizei hat aber nichts dagegen, wenn man im dreckigen Pyjama herumspazierte, auf dem noch die Spuren der Nachtruhe deutlich sichtbar sind. Rock ist Rock, auch wenn es nur ein schmudd­liger Pyjama ist!

Ueberhaupt der Pyjama! Gilt er doch, so lächer­lich es klingt, vielfach, namentlich bei der ländlichen Bevölkerung, durchaus als angemessenes Fest­gewand. Aber selbst in großen Städten kann man es zuweilen erleben, daß man etwa beim Antritts­besuch vom Hausherrn im Pyjama empfangen wird. Darin sieht niemand einenVerstoß gegen die Moral oder die guten Sitten". Wohl aber fand die Polizeibehörde des Tigre-Deltas, des beliebten und eigentlich einzigen Ausflugszieles der Buena- renfer, einen solchen darin, wenn die Männer sich an Bord von Booten oder Jachten oder an den Badestränden mit unbekleidetem Oberkörper auf­hielten. Die Badehose ist ein verpöntes Kleidungs­stück, selbst bei 35 bis 40 Grad Hitze. Die gelmde gesagt prüde Auffassung der Polizeibehörde des

Als Abschluß des großen Fackelzuges vor der Reichskanzlei am Jahrestage der Erhebung wurde zum erstenmal derSA.-Ruf" vor dem Führer aufgeführt. Auf unserem Bilde sieht man die angetretenen Musikzüge vor dem Balkon der Reichskanzlei, auf dem der Führer mit Männern der Partei und des Staates steht. (Scherl-Bilderdienst-M.)

losigkeit herab. Die geographische Lage ist verhält­nismäßig einfach. Nördlich der Malaiischen Halb­insel, die die Brücke zu Niederländisch-Jndien bildet, stoßen Birma, Französisch-Jndochina und Siam zusammen. Wenn auch der englische Einfluß in der siamesischen Hauptstadt Bangkok nicht zu unter­schätzen ist, so ist es Siam doch vorwiegend wegen der englisch-französischen Rivalität in Hin­terindien bisher erfolgreich gelungen, sich seine politische Selbständigkeit zu wahren. Auf siamesischem Gebiet aber liegt der Isth­mus von Kra, der mit einer Breite von kaum elf Kilometer die schmälste Stelle der Malai­ischen Halbinsel darstellt. Technische Schwierigkeiten würde die Anlegung eines Großschiffahrtskanals an dieser Stelle kaum bereiten. In den Indischen Ozean und ins Chinesische Meer münden an dieser Stelle Flüsse, deren Mündungsbuchten tief ins Land eingeschnitten sind und ohne größere Mühe auf die erforderliche Tiefe für Seeschiffe zu bringen wären. Die Landenge selbst ragt noch nicht einmal 200 Meter über den Meeresspiegel hinaus. Ihr Dure stich ist mit den heutigen technischen Mitteln al ganz sicher einfach, unvergleichlich einfacher jeden­falls als die Arbeiten am Suez- oder Panama- Kanal. Für den Verkehr zwischen Europa oder Indien mit dem Fernen Osten wäre der Durchstich wirtschaftlich insofern von Bedeutung, als er d e n Schiffahrtsweg um mehr a l s 1000 Kilometer verkürzen würde.

Das treibende Moment für die Kanalisierung des Isthmus von Kra ist aber weit weniger wirtschaft­licher als vielmehr politischer Natur. Und da ist es wichttg zu wissen, daß trotz des englischen Ein­flusses in Bangkok seit Wochen eine immer enger werdende Fühlungnahme zwischen Siam und Japan im Gange ist. Gelegentlich des Aufent­halts des siamesischen Innenministers in Tokio hieß es hier unwidersprochen, daß über ein japamsch- siamesisches Militärabkommen verhandelt werde und daß man die Absicht habe, sobald wie möglich auch ein Handelsabk o m m e n zwischen beiden Staaten unter Dach und Fach zu bringen. Im Rahmen dieses Handelsabkommens durfte der Isthmus von Kra vermutlich eine hervorragende Rolle spielen. Es ist heute schon so, .daß auf der östlichen Seite der Landenge japanische Vag- q er den dort mündenden Fluß auf Seegangttefe

Oer Isthmus von Kra.

Von unserem ma.-Äerichterstatier

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Singapore, Januar 1936.

Die indische und fernöstliche Welt gerät zuneh­mend in Bewegung. Darauf deuten nicht nur die gewaltigen neuen Rüstungsrnaßn ahme n desbritischenJmperiums hin, die sich hier in Singapore außerordentlich eindrucksvoll manifestieren, und nicht nur die spürbar fteigenoe Unruhe der Öffentlichkeit Niederländisch- Indiens, die um ihren politischen und wirt- schaftlichen Einfluß in SnMmbe besorgt ist. Das Wort vom erwachenden Asten wird in den Streats Settlements sozusagen jeden Tag oon neuem erhärtet. Auch hier ist es die unheimlich motorische Kraft Japans. die dl- Nationen des fernen Ostens in Bewegung bringt. Europa aber wird sehr unmittelbar oon den Vorgängen im malaiischen Archipel berührt, sicher mel unmittel­barer als oon den Er-lgniften in Nordchina. Der britische Besitz Ostindiens und der sranzosische Em- slüß in Indochina stehen heute - damit sag man chcht zuviel - ebenso aus dem Spiele wie der ? s -mL 6-nMnialbesitz der den Reichtum der

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Geschichten aus aller Welt

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ertragen. Der Preis der abessinischen Löwen hat sich nämlich im Verlauf des Krieges außerordentlich erhöht. Ein Löwenjunges, das bisher mit etwa 65 Mark gehandelt wurde, kostet feit einiger Zeit das Vierfache. Der Preis für ausgewachsene Löwen hat sich verdoppelt und beträgt jetzt rund 2000 Mark.

Die Ursache dieser Preissteigerung auf dem Tier­markt ist darin zu suchen, daß Abessinien das Haupt­ausfuhrland für Löwen ist. In den übrigen afrika­nischen Territorien werden so gut wie gar keine Löwen lebend gefangen, da die Tiere fast überall unter Naturschutz stehen. Seit dem Ausbruch des Krieges haben die Untertanen des abessinischen Kai­sers anderes zu tun, als Löwen zu fangen.

Die großen europäischen Tiergärten führen übri­gens nicht mehr sehr viele Löwen ein. Die Löwen vermehren sich in der Gefangenschaft ausreichend, um jeden Bedarf zu decken. Manche zoologische Gär­ten leiden sogar an einem Ueberfluß von Löwen. In Abessinien werden aber auch viele andere Wild­arten gefangen, deren Preis unter dem Einfluß des Krieges vermutlich ebenfalls erheblich gestiegen fein wird.

Eine Biertelmilliarde für Schönheitspflege.

A. Z. Neuyork.

Die Schönheitspflege ist in den Vereinigten Staa­ten zu einem wichtigen Teil der Volkswirtschaft ge­worden. Die amerikanischen Frauen geben im Jahr nämlich nicht weniger als 250 000 000 Dollar für sie aus. In den Zeiten derProsperity" war diese Summe natürlich noch wesentlich höher.

Welche Stellung sich die Schönheitspflege in den letzten Jahrzehnten erobert hat, ersieht man daraus, daß es heute rund 30 000 Schönheitsinstitute gibt, während es im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts

Deltas hat unlängst einigen hundert Ausflüalern die Sonntagsfreude gründlich verdorben. Die Was­serpolizei veranstaltete nämlich plötzlich eine groß- angelegte Razzia auf all dieunsittlichen" Leutchen, die nur mit einer Badehose bekleidet waren oder sonst in ihren Kostümen die Moral gefährden konn­ten. Man nahm an die zweihundert Personen fest, sperrte sie ein paar Stunden ein und brummte ihnen je 50 Peso Geldstrafe bzw. 21 (!) Tage Haft auf. Auch im Sittlichkeitsempfinden klaffen offen­bar Gegensätze. Es ist eben Südamerika, der Kontinent der Gegensätze. Das allein besagt alles, erklärt alles.

Wo aber ist des Rätsels Lösung? Wie sind diese Kontraste zu erklären? Ganz einfach daraus, daß Südamerika zwar schon vor 435 Jahren ent­deckt worden ist, aber erst seit wenig mehr denn hundert Jahren überhaupt erst ein politisches, wirt­schaftliches und kulturelles Eigenleben führt, feit es die Herrschaft der spanischen, bzw. der por­tugiesischen Krone abgeschüttelt hat. Hundertfünf­undzwanzig Jahre sind im Leben eines Kontinents aber eine gar winzig kleine Spanne Zeit! Zu einer soliden schrittweisen Entwicklung fehlte jede Mög­lichkeit. Es ging immer im Sturmschritt. In einem sich ständig überschlagenden Tempo woll­ten die jungen Völker Südamerikas sich aneignen, wozu die alten Kulturnationen Jahrtausende ge­braucht hatten. Das mußte notwendigerweise Zerr­bilder geben, mußte Widerspräche zwischen dem großen Wollen und dem nur möglichen be­scheidenen Vollbringen auslösen. Ohne im gering­sten verkennen zu wollen, daß die jungen südameri­kanischen Völker mit beachtlichem Elan in dieser relativ recht kurzen Zeit Leistungen vollbracht haben, denen die Mitwelt Bewunderung und höchste Anerkennung zollen muß, lassen sich Jahr­tausende eben nun einmal nicht in 125 Jahren ein­holen. Das wolle man stets bedenken, um nicht ein ungerechtes Urteil über Südamerika zu fällen. Ge­wiß ist, daß Südomerika noch eine große Zukunft vor sich hat. Die Kontraste, die heute noch so kraß in die Augen springen, werden im Laufe der Jahr­zehnte mehr und mehr abgeschliffen werden. All­mählich werden sie ganz verschwinden, und bann wird Südamerika auch nicht mehr der Kontinent der Gegensätze fein.

irtschast und Weltanschauung

Von Or. Paul Harms.

Dietrich in seiner Essener Rede so stark heraus- gearbeitet hat, weil es ihm darauf ankam, die Ein­heit der Weltanschauung des nationalen Sozialis­mus auch an der Wirtschaft darzutun.

Der Nationalsozialismus unterscheidet sich sowohl vom Kapitalismus wie vom Marxismus dadurch, daß er nicht vom Einzelwesen ausgeht, sondern oon der Volksgemeinschaft. Man kann den Unterschied auch so ausdrücken; Ziel des Kapitalismus wie des Marxismus war, das Ein­zelwesen auf die denkbar höchste Stufe der Vollkommenheit zu erheben, während es das Ziel des Nattonalsozialismus ist, die Äolksgemein- schäft auf die denkbar höchste Stufe der Vollkom­menheit zu bringen. Die Wege zu beiden Zielen laufen in der Theorie eine Strecke weit parallel, weil die Volksgemeinschaft alle Einzelwesen um­schließt; sie biegen aber nach sehr verschiedenen Richtungen ab, sobald sich die praktische Frage erhebt: was ist denn nun für den Wert einer Leistung entscheidend? Hier antworten Kapital und Marxismus: das Wohlbefinden des Einzelmenschen. Oder allenfalls: möglichst vieler Einzelmenschen. Der nationale Sozialis­mus dagegen antwortet eindeutig bestimmt: das Wohlbefinden der Volksgemeinschaft.

Das bedeutet aber nun keineswegs eine Unterbe­wertung der Leistung des Einzelmenschen. Der Nationalsozialismus erkennt bereitwillig an, daß in der starken Persönlichkeit die Anttiebs auch zum wirtschaftlichen Fortschritt wirksam zu­sammengefaßt sind. Er denkt also nicht daran, das persönliche Erfolgstreben unterbinden und, wie Dr. Dietrich sagt,damit den starken Motor der menschlichen Wirtschaft abdrosssseln" zu wollen. Was er aber fordert, ist dies: daß die Per­sönlichkeit sich von vornherein einstelle nicht auf den größtmöglichen persönlichen Nutzen, ohne Rücksicht auf die Volksgemeinschaft, sondern auf den größtmöglichen Nutzen für die Volks­gemeinschaft.

Wer von Nattonalsozialismus auch nur einen Hauch verspürt hat, der wird begreifen, daß diese Weltanschauung alles ausschließt, was vom Klas­senkampf und vom übersteigerten Klassenkampf, von Kampf aller gegen alle, das Heil der Mensch­heit erwartet. Ist das persönliche Streben einheit­lich ausgerichtet auf die Volksgemeinschaft, so kann es keinen kämpferischen, keinen unversöhn­lichen Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit mehr geben. Was vordem zu einem gemeinschädlichen, ja oft genug selbstmörderischen Sichabringen ganzer Volksschichten führte, das kann auf dem Boden dieser Weltanschauung schied- lich-friedlich gelöst werden durch abgeklärte Ein­sicht in die Bedürfnisse der Volksge­meinschaft, die für das Handeln des einzelnen Volksmitgliedes wie einzelner Volksschichten rich­tunggebend sein muß. Das meint der Grundsatz: Gemeinnutz geht vor Eigennutz.

Niemand kann sich also zur Weltanschauung des nationalen Sozialismus bekennen und zugleich fordern, daß diese Weltanschauung vor den Pfor- ten der Wirtschaft Halt mache. Im Gegenteil, je tiefer jemand von dieser Weltanschauung durch­drungen ist, um so nachdrücklicher wird er fordern, daß auch die deutsche Wirtschaft sich in allen ihren ; Schichtungen, oben wie unten, ganz und gar von ihr durchdringen lasse. Denn im lichten Umkreis i dieser Weltanschauung ist die Arbeit kein Fluch mehr wie im Zeichen des Klassenkampfes, sondern ein Segen. Und sie wird zum Segen auch für Kin­der und Kindeskinder, der ihnen Häuser baut, im schützenden Ring der wehrhaften Volksgemeinschaft.

r i a 15 als die Staatsform der Zukunft anpries.

Die beste Propaganda für diefen radikalen Mar­xismus machte ein radikaler Kapitalismus, für den dasHerr-im-Haufe-fein" wichtiger war, als die bescheidenste Rücksicht auf das Wohl und Wehe der Volksgemeinschaft. Dieses kapitalistische Herrentum betrachtete das Kapital als sein privates Eigentum, womit es machen könne, was es wolle, und die Arbeit als Ware, die man nach ihrem jeweiligen Marktwert kauft, ohne weitere Verpflichtungen gegen den Arbeiter zu haben. Wer den Roman Harte Zeiten" von Charles Dickens kennt, der weiß, wo dieser Kapitalismus in Reinkultur zu Hause war. In Deutschland haben wir kapitalisti- ches Herrentum in dieser seiner radikalsten, man ann schon sagen gemeingefährlichen Form kaum kennengelernt. Es ist kein Zufall, daß Karl Marx, der Prophet des internationalen Sozialismus, feine Lehre an Beispielen entwickelt hat, die ihm die Be­obachtung der englischen Industrie darbot. Dem deutschen Kapitalismus lag von Anfang an mehr ein patriarchalisches Verhältnis zur Arbeit, womit aber nicht gesagt sein soll, daß die Neigung zum radikalen Herrentum nicht auch in ihm gelegen hätte. Nur ist sie, bevor der deutsche Kapitalismus einen ersten Stand der Hochblüte erreicht hatte, durch Bismarcks Staatssozialismus mit starker Hand unterbunden worden. Und nicht nur die ftaatsfozialisttsche Leistung des deutschen Kapitalis­mus, auch das, was er freiwillig an gemeinnützi­gen Unternehmungen geschaffen hat, kann den Ver­gleich mit jedem Kulturlande der Welt aushalten. Bismarcks Staatssozialismus hatte in so hohem Maß erzieherisch gewirkt, daß auch der freiwillige Sozialismus des deutschen Kapitals vielfach vor­bildlich wurde.

Grundsätzlich bewertet, hieß das aber immer noch: durch Eigennutz zum Gemeinnutz. Der Kapi­talismus übernahm gewisse soziale Pflichten, weil er erkannt hatte, daß er sich dabei, einer stetig wachsenden, marxistischen Opposition gegenüber besser stand, als wenn er sich unzugänglich auf einen schroffen Herrenstandpunkt zurückgezogen hätte. Von einem vorbehaltlosen Bekenntnis zu dem GrundsatzGemeinnutz geht vor Eigennutz

Kapitalismus jener Zeit genau so weit wie es die Staatsführung war. Das ist der Reichspressechef der NSDAP. Dr.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

500 Ziegen retten Verdurstende.

(zi) Sidney.

Ebenso wie in anderen Gebieten der Erde, z. B. in Südafrika, herrscht auch in Westaustrallen seit fast zwei Jahren eine anhaltende und folgenschwere Dürre, die von keinem noch so geringfügigen Regen­fall unterbrochen worden ist. Sämtliche Flußläufe sind versiegt, und es gibt Strecken im Lande, wo keim Halm mehr wächst.

Besonders übel daran waren die Einwohner der seinerzeit von Goldgräbern gegründeten Siedlung Tenants Creek in Westaustralien, wo schon vor einem halben Jahre die Arbeitslöhne in Wasser ausgezahlt wurden, das unter den größten Schwie­rigkeiten und Kosten von weit herbeigeschafft wer­den mußte. Aber auch jene Wasferguellen waren letzthin erschöpft, so daß die Regierung sich auf die dringenden Hilferufe aus Tenants Creek hin, wo die Menschen tatsächlich vom Tode des Verdurstens bedroht wurden, zu einer außerordentlichen Hilfs­maßnahme entschließen mußte: sie entsandte eine Herde von 500 Milchziegen und eine ganze Wagen­karawane von Futter für die Tiere nach dem be­drohten Orte. Vor kurzem sind die 500 Tiere mit ihrem Proviantzug nach einer beschwerlichen Wan­derung über fast 800 Kilometer Wüstenwegs in Tenants Creek wohlbehalten eingetroffen, von der verzweifelnden Bevölkerung freudig begrüßt!

Die Löwen und der abessinische Krieg.

B/Li. Addis Abeba.

Weit erstrecken sich die Auswirkungen des ita­lienisch-abessinischen Krieges. Immerhin ift die, von der hier die Rede sein soll, noch am leichtesten zu

Jede Weltanschauung hat ihre Zeit, und jede Zeit hat ihre Weltanschauung. Weltanschauung ist ein unteilbares Ganzes, das will sagen, sie kann nicht maßgeblich sein für bestimmte Gebiete des Lebens und unmaßgeblich für andere. Die Welt­anschauung der deutschen Gegenwart ist der nationale Sozialismus, und sie bestimmt nicht nur das politische und das geselliae Leben, sie bestimmt ebenso sehr auch das wirtschaftliche Leben.

Das wirtschaftliche Leben der oornattonalsozia- listtschen Zeit war bestimmt vom Gegensatz von Kapital und Arbeit. Das Kapital be- die Arbeitsmittel, die Arbeit war daher von hm abhängig. Sie mußte sich dem Kapital ver­dingen zu Lohnsätzen, die durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt wurden. Das war die Anschauung nicht nur der besitzenden Ober­schicht, die besitzlose Unterschicht bekannte sich, wenig- tens soweit sie dem Marxismus anhing, im Grunde zur gleichen Anschauung. Der Marxismus wollte nicht eigentlich die kapitalistische Welt aus ihren Angeln heben, er wollte sie nur glatt und reinlich u m k e h r e n : die Besitzlosen von heute sollten die Besitzenden der Zukunft werden. Das war der prak­tische Sinn einer Lehre, die mit viel gedanklichem Brimborium die Diktatur des Proleta-

Der erste E>A -Rus vor dem Führer.

bringen. Und nach zuverlässigen Informationen legt bereits ein japanisches Ingenieur- ko r p s mit siamesischen Arbeitern die künftige Kanalstrahe fest. Wegen der billigen Arbeitskräfte Ostasiens werden die Gesamtkosten des Durchstichs auch sehr niedrig sein; man spricht von 1,5 bis 2 Millionen Pfund Sterling. Und weiter heißt es, daß fpäteftens im Jahre 1940 der K a - n a l gebaut sein soll, woraus zu schließen ist, daß zwischen Japan und Siam über alle wesent­lichen Einzelheiten des Bauprojektes bereits volles Einvernehmen herrscht.

Der wirtschaftliche Nutzen für Siam liegt auf der Hand. Der politische Nutzen freilich dürfte nahezu ungeteilt auf das Konto Japans gehen. Es ist zwar richtig, daß der Südzipfel der englifch-osttndischen Provinz Birma bis dicht an den Isthmus oon Kra heranreicht. Und es ist ferner nicht zu bestreiten, daß die der Landenge im Indischen Ozean vorge­lagerten Inseln englischer Besitz sind und in der letzten Zeit st a r k befestigt wurden. Die souveräne Schlüsselstellung Singapores aber wird nach dem Durchstich trotzdem erledigt sein.