A. Für d i e Fliegertruppe:
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Bewerber jedoch nur
mandobehörde leutnant oder
Generalstabes einer größeren Korn- ist für die Regel ein Major, Oberst- Oberst, im Kriege ein General —
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Der
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Freiwillige für die Lustwaffe.
Meldeschluß für die FrühjahrSeinstellung am 15. März.
die deutschen Jäger jetzt festgefügt und einig sind. In den Hegeringen wurden die Beutestücke des Jahres zum ersten Mal zusammengestellt und verglichen. In den Kreisen führte der Kreisjägermeister diesen Winter die Pflichtjagdausstellung durch, bei der alle im Jagdjahr erbeuteten Gehörne und Geweihe ausgestellt wurden, der Kreisjägermeister den Abschluß vergleichen und beurteilen und den einzelnen Jäger über die Richtigkeit oder Fehler seines Abschusses belehren konnte. Die Gaujägermeister trugen dann auf Anraten ihrer Kreisjägermeister zusammen, was ausstellungswert und hege- rifch wichtig war. So ist die Reichsjagdausstellung aus Kleinstem entstanden.
Du, der du nicht Jäger bist, magst freilich nicht beurteilen können, warum um dieses Geweih, das so häßlich in seiner Symmetrie ist, die Jäger soviel Wesens machen, warum sie um dieser Hegesammlung willen, bei der Schädel ohne Gehörne zu sehen sind, sich so erregt unterhalten. Aber das eine wird dir klar: Hinter diesem machtvollen Aufbau von rund 6000 Beutestücken, die nach einheitlichen Gesichtspunkten zusammengestellt wurden, steht ein krastvoller Wille, stehen Gesetze, sind Gedanken, die alle Jäger Deutschlands zusammenschweißen. Bald nach der Machtübernahme durch Adolf Hitler gingen Männer der grünen Farbe unter der Leitung des Reichsjägermeisters Hermann Göring ans Werk, Jagdgesetze zu schaffen, die einen neuartigen Aufbau von Jagdbehörden schufen, die dem deutschen Jäger die so notwendige Einigung in der Deutschen Jägerschaft gaben und die durch klare Bestimmungen die Möglichkeiten schufen, Wild zu hegen, zu pflegen und so zu jagen, daß die Natur reich bleibt in der Vielgestaltigkeit ihrer Tierwelt. Heute weiß jeder Jäger, was er als Hüter des Wildes dem Volke schuldig ist, daß er mitarbeiten muß an dem Winterhilfswerk durch Hergabe von Wild. Heute nehmen alle Jäger Anteil an der Neugestaltung des Reiches, erfüllen ihre Pflichten gegenüber den Interessen der Landeskultur, der Land- und Forstwirtschaft und sind ein Glied in der deutschen Gesamtwirtschaft.
Dafür mußt aber auch du, Nichtjäger, wissen, was du dem Gedanken des Jagens und dem edlen Werdwerk schuldig bist: Ueberall auf den Wanderungen über Feld und Wiese, durch Wald und Moor mußt du Verständnis haben für das Wirken und Schaffen des Jägers, mußt du mithelfen und dafür Sorge tragen, daß durch deinen Tritt, durch deme Hand kein Tier Schaden nimmt, die Natur nicht verschandelt wird. Wie erschreckend solche Taten sein können, zeigen deutlich genug die Aufnahmen und Modelle der Gewerbepolizei der Stadt Berlin. Früher waren Jäger und Nichtjäger De
von 18 bis 23 Jahren; mit 23 Jahren in Ausnahmefällen, wenn sie für die
der Chef des Generalstabes des Heeres ist ein General der Infanterie (Artillerie, Kavallerie, entsprechend der Luftwaffe oder Admiral der Kriegsmarine). Der General als Chef des Generalstabes ist der Gehilfe und Vertreter des Oberbefehlshabers der Wehrmacht — für seinen jeweiligen Bereich (Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine). Vor dem Kriege hieß die Sammelbehörde Großer General st ab der Armee; sein Sitz war das heutige Reichsinnenministerium am Königsplatz in Berlin. Der neuzeitliche Generalstab hat seinen Sitz im Reichskriegsministerium am Tirpitzufer in Berlin; hier hat im früheren Staatssekretariat der Kriegsmarine einst Tirpitz gewohnt. Die Formen haben sich gewandelt; geblieben ist der Lebensgrundsatz des Generalstabsoffiziers: „Mehr fein — a l s scheine n". Eine „stille" Behörde ist der Generalstab; er hütet die militärische Landesverteidigung. So arbeitet nächst dem Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht „der Chef des Generalstabes" für die Sicherheit des Reiches.
nels zu jagen und Entgleisungskatastrophen fürch. terlkchster Art zu inszenieren. Guido war froh, einen Assistenten gefunden zu haben, der auf sein Kommando die Weichen zu stellen hatte und das ab- gelaufene Federwerk der Lokomotive wieder aufzog.
Eines Tages kam unser Vater von einer langen Auslandsreise zurück. Und es geschah etwas Merkwürdiges. Die neue Eisenbahn gefiel ihm so außerordentlich, daß er, mit seinen 35 Jahren noch ein Junge, sich nicht enthalten konnte, Guido gute Ratschläge in bezug auf die Oberleitung der Eisenbahn zu erteilen.
Au fein, Poppi spielt mit" hieß es zu Anfang. Aber bald war Guido nur noch ein kleiner Beamter der Eisenbahn und mußte sich mit mir in Weichen- stellen. Schienenschleppen und Federaufziehen teilen. Und „Pappi" lag platt auf dem Bauch und verfolgte kritischen Blicks den Lauf der rasselnden Züge durch Tunnels. Kreuzungspunkte und Drehscheiben. Mutter lachte ihn aus. Aber einmal überraschten wir sie doch dabei, wie sie Papa unter heftigem Kopfschütteln klarzumachen versuchte, daß der kleine Blechbahnhof nicht vor dem Tunnel stehen dürfe. — Die Direktion der Eisenbahn war um eine Generation verschoben? —
Seitdem sind nun lange Jahre vergangen. Guido ist wohlbestallter Familienvater und hat einen kleinen Buben, der genau so aussieht wie mein ehemaliger Kollege im Weichenstellen. — Eines Tages sage ich: „Hör mal. dein Bub ist jetzt acht Jahre alt. wie wär's, wenn wir ihm endlich einmal die Spielzeug- kiste verehrten, die bei Mutter in Freiburg auf der Mansarde steht. Sie hat alles sorgsam aufgehoben, hat es mir kürzlich noch geschrieben." „Ach. das alte Zeug?" sagt Guido gedehnt und meint, es sei ni^ts mehr ganz daran. „Na, weißt du, Papa hat doch damals immer so schön aufqepaßt, daß wir nichts entzwei machten..." Da lacht Guido: „Weißt du noch, — die Eisenbahn!" sagt er plötzlich. Und er verspricht, sie bei seiner nächsten Reise nach Frei- bürg mitzubringen.
Gestern ist die Eisenbahn angekommen. Es war ja nicht mehr allzu viel Brauchbares darunter, auch passen die neuen Ersatzschienen nicht ganz zu ihren ehrwürdigen Vorgängern, aber immerhin, es ist wieder eine ganz prächtige Eisenbahn! Der kleine Klaus hat auch gleich die Augen aufgerissen. Aber „Pappi" hat ihm die Bahn gleich mit leisem Vorwurf aus der Hand genommen. Dann hat er dem enttäuschten Klaus einen Vortrag gehalten, dessen Motto lautete: „Nur wenn Pappi mitmacht, darfst du Eisenbahn spielen...?
Dann legte er sich platt auf den Bauch und sah gespannten Auges den Liliput-Zug durch den langen Tunnel sausen —
wohner zweier verschiedener Welten! Heute sind sie in der Gemeinsamkeit des Erlebens der Reichsjagdausstellung Nachbarn, die sich helfen wollen zum Wohle des deutschen Volkes.
B. Für die Flakartillerie, Luftnachrichtentruppe und Regiment General Göring: Bewerber von 18 bis 25 Jahren.
Bewerber aus den Geburtsjahrgängen 1915 bis 1918 müssen vor der Einstellung in die Luftwaffe ihrer Arbeitsdienstpflicht genügt haben. Ausnahmsweise hat der Reichsarbeitsführer für die Frühjahrseinstellung 1936 diejenigen Freiwilligen der Luftwaffe, die sich auf 4Vr Jahre verpflichten und auch tatsächlich eingestellt werden, vom Arbeitsdienst befreit.
Die Freiwilligen für die Flieger- und Luftnachrichtentruppe müssen sich auf eine Dienstzeit von 4'/- Jahren verpflichten. Bei Verwendung als fliegendes Personal (Flugzeugführer und Fliegerschützen, Bordfunker und Bordmechaniker) wird vor Beginn der Sonderausbildung eine Z u - s a tz v e r p f l i ch t u n g auf insgesamt 12 Jahre gefordert. Die Freiwilligen für die Flakartillerie verpflichten sich auf ein Jahr, zweijährige Verpflichtung erwünscht. Die Freiwilligen des Re-
Als M erstens Musitz
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Schluß.
II.
Buenos Aires, Januar 1936.
(Durch Luftpost.)
Die Gegensätze klaffen, man findet keine Brücke. Disharmonie überall; die Folge: eine oft unverständlich erscheinende Planlosigkeit, ein Mangel an Organisation und vor allem das Fehlen gro- ßer politischer Ziele. In ganz Südamerika ist die Innenpolitik ein Ringen um die politische Macht, d. h. ausschließlich um die „Futterkrippe". Bei genauer, sorgsamer Untersuchung wird man nicht eine einzige Partei in irgendeinem der südamerikanischen Länder finden, die ein erhabenes Ziel hätte, um das es sich lohnen würde, Gut und Blut einzusetzen.
Oie Eisenbahn.
Von Marion
Mein Bruder Guido und ich, wir besaßen einmal eine herrliche Kindereisenbahn. Die Lokomotive, eine wunderschöne, äußerst stabile kleine Maschine, hatte Guido derart ins Herz geschlossen, daß er sich selbst abends beim Schlafengehen nicht von ihr trennen konnte. Er versteckte sie in irgend einem Winkel seines Bettchens und deckte sie ordnungsgemäß zu. Nur der Schornstein durfte heraussehen — „zum Atemholen".
Nun sollte man meinen, ein kleines Mädel könnte sich nur für Puppen und Puppenwagen begeistern. Freilich hatte ich meine kleine Mizzi, die mit den Augendeckeln klappern konnte und dabei im tiefen Daß „Ma—ah" brumrpen konnte, sehr, sehr lieb. Aber eines Tages hatte Guido einen Schraubenzieher genommen, der Mizzi ein dickes Loch in den Hinterkopf gebohrt und dann eifrig das Innere „untersucht". Bei dieser ohne alle Narkose vorgenommenen Operation war Mizzi vor Schreck die'brummige Sprache weggeblieben und auch die Augen die kugelrunden himmelblauen, blieben für immer geschlossen.
Es war der bitterste Tag meines Lebens. Der Missetäter lachte mich erst schallend aus, so gefühllos wie eben nur ein kleiner, von seinen Fähigkeiten schon außerordentlich eingenommener Junge lachen kann. Als ich aber gar nicht aufhören wollte zu meinen wurde es ihm doch peinlich zumute, denn mit Mama war nach solchen Kapitalverbrechen nicht gut Kirschen essen.
In seiner Angst schleppte er seinen größten Stolz, die blitzblanke Eisenbahn, die er gerade zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, herbei, breitete die Schätze vor meinen Augen aus, und bot mir gnädig zwei ausrangierte Personenwagen und ein lädiertes Bremserhäuschen als Ersatz für die ermordete Mizzi an. Aber ich muß dieses Angebot mit einem wahren Verzweiflungsausbruch beantwortet haben, denn Guido bot mir gleich darauf einen Kohlenwagen ohne Räder an und setzte mich schließlich schweren Herzens als gleichberechtigte Teilhaberin seiner gesamten Eisenbahnlinien ein. Und so wurde ich in kürzester Frist Eisenbahningenieur, eiferte mit Guido um die Wette, die ellenlangen Züge durch gespenstisch beleuchtete Tun-
Das Wirtschaftsleben in Südamerika weist ebenso wie das politische Leben Gegensätze auf, die sich absolut nicht vereinigen lassen wollen. Südamerika ist wohl derjenige Kontinent, der die größten Reichtümer sein eigen nennen kann. Mit Ausnahme von Uruguay und Paraguay verfügen alle Länder über Bodenschätze irgendwelcher Art und in großem Maße, die einen unermeßlichen Besitz darstellen. Argentinien, Peru, Venezuela haben Petroleum, Chile Salpeter und Kupfer, Peru, Bolivien, Ecuador und Columbien Edel- e r z e, Brasilien Kohle, Erze und Edel- st e i n e; dazu kommt die ungeheure Fruchtbar- k e i t des Bodens, die bei guten klimatischen Verhältnissen vielfach zwei Ernten im Jahre gestattet; sie ist allen Ländern, auch Uruguay und Paraguay, gemeinsam und steigert den an Bodenschätzen vorhandenen Reichtum noch ganz erheblich. So sind
und Divisionen) im Reichsgebiet, teils bei der Zentralbehörde, dem Reichskriegsmini st erium in Berlin. Je nach dem Umfang des Dienstbereiches des einzelnen Befehlshabers ist die Anzahl der zugeteilten Generalstabsoffiziere bemessen; bei den höheren Behörden ist ein „Chef des Gene- r a l st a b e s" der nächste Gehilfe des Befehlsoder Oberbefehlshabers; er leitet den Dienst des gesamten großen Stabes und ist die Mittelsperson zwischen diesem und dem General, der an der Spitze steht. Die übrigen Generalstabsoffiziere beim Stabe, die Adjutantur, die Intendantur, die Kriegsgerichtsbarkeit, der Sanitäts- und Veterinärbienst und die Seelsorge sind ihm unterstellt.
Alle Generalstabsoffiziere sind einerseits ihrem nächsten vorgesetzten Befehlshaber, dessen unmittel-
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bare Gehilfen sie sind, andererseits dem Chef des General stades des Heeres untergeordnet. Der Chef des ~
giments General Göring müssen sich bei der Frühjahrseinstellung (16. April 1936) auf 2'/r Jahre, bei der Herbsteinstellung (1. Oktober 1936) auf 2 Jahre verpflichten. Die Einstellung soll in der Regel nur bei Truppenteilen erfolgen, deren Standort i n d e r Nähe des Wohnsitzes des Bewerbers liegt. Die Wahl der Waffengattung (Fliegertruppe, Luftnachrichtentruppe, Flakartillerie und Regiment General Göring) ist dem Bewerber freigestellt.
Bevorzugt eingestellt werden Angehörige des DLV.; Personal der Luftverkehrsgesellschaften; Personal der Luftfahrtindustrie; Bewerber, die bereits an einem Lehrgang einer Motorsportschule des NSKK. teilgenommen haben oder sich zur Ableistung eines derartigen Lehrganges vor Diensteintritt verpflichten; Angehörige der HI; Inhaber von Sportabzeichen. Bewerber, die noch nicht gemustert sind, melden sich persönlich bei der zuständigen polizeilichen Meldebehörde zum Eintrag in die Wehrstammrolle und beantragen dort die Ausstellung eines Freiwilligenscheins. Personalpapiere und von Minderjährigen die schriftliche, amtlich beglaubigte Erlaubnis des gesetzlichen Vertreters, sind mitzubringen.
Angehörige der bereits gemusterten Jahrgänge melden sich möglichst schriftlich bei dem Truppenteil, bei dem sie dienen wollen. Jedem Einstellungsgesuch ist beizufügen: Der Musterungs- ausweis und der Lustwaffenersatzreferve-I-Schein. Die Dienstzeit der Freiwilligen der Luftwaffe be- trägt: Bei der Fliegertruppe 4V2 Jahre bzw. 12 Jahre; bei der Luftnachrichtentruppe 4V- Jahre; bei der Flakartillerie 1 bzw. 2 Jahre; bei Regiment General Göring 2 bzw. 2V- (bei Eintritt im Frühjahr) Jahre. Weitere Auskünfte über Eintritt als Freiwilliger in die Luftwaffe erteilt das zuständige Wehrbezirkskommando.
, . ....... Luftwaffe
besonders geeignet sind (den Flugzeugführerschein der Klasse A 2 besitzen oder nachweisbar mindestens ein Jahr als Monteur in einer Flugzeugfabrik oder bei einem Luftfahrtunternehmen beschäftigt gewesen sind).
Berlin, 30. Jan. (DNB.) Das Reichsluftfahrtministerium gibt bekannt: Die nächsten Ein- stellungen von Freiwilligen in die Luftwaffe erfolgen im Frühjahr (16. April) und im Herbst (1. Oktober) 1936. Meldeschluß für die Frühjahrseinstellung am 15. März 1936, für die Herbsteinstellung am 30. April 1936. Für die Einstellung kommen in Frage:
Argentinien und Uruguay bedeutende Viehzucht- und Weizenländer, Brasilien hat Kakao, Kokos- und Paranüsse; weniger bekannt ist, daß es in seinen riesigen Wäldern einen Reichtum an Edelholz besitzt, der sich ziffernmäßig gar nicht erfassen läßt. Paraguay hat sein Que- brachoholz, wie Nordbrasilien seinen Gummi. In den Wassermassen der Flüsse fast aller südamerikanischen Länder sind zudem Energien aufgespeichert, die gleichfalls große Reichtümer darstellen, sobald sie industrielle ausgebeutet werden. Aber trotz all dieses Segens der Natur sind die südamerikanischen Staaten fast ausnahmslos vollkommen verschuldet. Lediglich Venezuela hat bisher dank der zielsicheren Staatsführung des kürzlich verstorbenen Präsidenten General Gomez keine äußeren Schulden. Bei einigen Staaten aber ist die Verschuldung so gewaltig, daß der Zinsendienst kaum noch bestritten werden kann. Vielfach würde ein geringer Bruchteil der im Boden ruhenden, ungehobenen Schätze genügen, um die Schulden restlos abzudecken. Aber die Schätze bleiben ungehoben. Unlösbarer Widerspruch!
„Raum ohne Volk!" Das kennzeichnet den gesamten Kontinent. Die Regierungen aller südameri- kanischen Staaten sind sich zu allen Zeiten darüber klar gewesen, daß das Bevölkerungsproblem das bedeutendste aller Probleme war und ist. Daher begegnet man auch immer wieder großzügigen Ansätzen zur Lösung dieser- Frage, aber ebenso oft findet man geradezu unverständlich wirkende Beschränkungen der Einwanderung. Der Kolonisationspolitik aller südamerikanischen Länder ist das Eine gemeinsam, daß ihr jegliche gerade Linie abgeht. Es ist ein ewiges Hin- und Hergezerre; das „rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln?" ist gerade für die Kolonisationspolitik typisch, ohne daß man einen wirklich logischen Grund dafür sehen könnte. Es spielen eben auch in dieser wichtigen Frage all die tausend Widersprüche, die das ganze Leben Südamerikas durchfluten, eine Rolle.
Geradezu grotesk wirken die Gegensätze häufig auf kulturellem Gebiet. So steht beispielsweise die Zahl der Hochschulen in einem ausgesprochenen Mißverhältnis zur Zahl der Einwohner. Dieses Mißverhältnis aber wird noch krasser, wenn man sich vergegenwärtigt, wie hoch der Prozentsatz der Analphabeten ist. Gibt es doch in Südamerika Länder, in denen über 75 v. H. der Bevölkerung weder lesen noch schreiben kann? Zu welch geringen Bruchteilen schmelzen da die Bevölkerungsschichten zusammen, für die eine Hochschule überhaupt in Frage kommt? Daß aus diesen Hochschulen sehr bedeutende Männer hervorgegangen sind, muß allerdings uneingeschränkt anerkannt werden, und es soll gleichfalls hervorgehoben werden, daß die studentische Juaend die wissenschaftliche Arbeit sehr ernst und gewissenhaft nimmt ;
Unter studentischer Jugend ist allerdings nur männliche studentische Jugend zu verstehen. Die weibliche Jugend wagt sich noch nicht recht ans Studium, sondern sieht ihre Lebensaufgabe mehr ober weniger darin, „auf den Mann zu warten", d. h. zu heiraten, um versorgt zu sein. Berufstätige Frauen sind im allgemeinen noch sehr selten, Ausnahmen kommen allerdings heute bereits häufiger vor als vor zehn oder gar zwanzig Iah- * ren. In Argentinien beispielsweise widmen sich schon manche Frauen und Mädchen dem Lehrerinnenberuf oder suchen in der öffentlichen Verwaltung (Post) ober im Geschäftsleben ihren Unterhalt perbienen. Aber bas eigentliche Gebiet ber Frau ist in ganz Sübamerika ausgesprochenermaßen d"s Heim unb bie Familie, unb bas ist gewiß äubarst begrüßenswert.
Im großen unb ganzen barf gesagt werden daß das Familienleben in Südamerika überall harmonisch und glücklich ist. Vielleicht liegt das iu einem Teil daran, daß nach allgemeiner Sitt" b"m Mann alles erlaubt ist und daß die Frauen sich dieser Sitte durchaus fügen. Die meisten Männer, die daheim ein recht glückliches Familienleben füh= ren und durchaus häuslich find, haben nebenbei Beziehungen zu anderen Frauen der ganzen ober weist ber halben Welt, unb bie eigene Gattin finbet sich nicht nur bamit ab, fonbern empfinbet bas fo= gar als selbstverständliches Recht bes Mannes. Es gibt wohl nicht allzu viele Frauen, bie von ihren Männern bie Pflicht ber ehelichen Treue unein-
Du und die Zagdausstellung.
Von H.-O. von Bonin-ponih
Täglich nehmen bie Tore ber Berliner Messehalle Tausenbe von Besuchern ber Grünen Woche auf. Bauer unb Büroangestellte, Direktor unb Berufsjäger, Forstmeister unb Inspektor, bie Hausbau ber Stabt unb bes Landes — tausendfältig find die Berufe der Menschen, die die Ausstellung besuchen. Unb biefe alle betrachten und bewundern die erste Reichsjagdausstellung, die auf der Grundlage der nationalsozialistischen Jagdge- fetze so wundervoll und würdig werden konnte. Reichsjägermeister Göring hat bei der Eröffnung dieser Jagdausstellung gesagt, baß bie Jagb Angelegenheit aller deutschen Menschen sei, nicht nur eines bevorzugten Stanbes, betn bas Weibwerk im 58Iut liegt unb ber sich dem ganzen Volke für das ihm anvertraute Gut voll verantwortlich weiß.
Darum mußt du, Gärtner, und du, Techniker, und du, Schriftleiter, und du, S.oldat, — ihr alle, die ihr durch die Ausstellungsräume wandert, mit offenen Augen die Geweihe und Gehörne betrachten, müßt euch zu erkennen bemühen, welche Fülle von Gedanken, welche Unsumme von Arbeit, welche Tatkraft seitens der führenden Männer des neuen Deutschland notwendig waren, um dem Neuen, was das Dritte Reich auch auf dem Gebiete des Jagdwesens geschaffen hat, sichtbaren Ausdruck zu geben. . ..Gewiß ist es schön, die starken Geweihe unb Gehörne zu betrachten, gewiß macht es Freude, bie Gemälde zu sehen, die die Jagdmaler ausgestellt haben. Gewiß ist es interessant, die Elchgeweihe und Bisonköpfe zu bestaunen, die Lutz H e'ck, der Direktor des Berliner Zoologischen Gartens, auf einer Expedition nach Kanada im Auftrage des Reichsjägermeisters mitgebracht hat. Aber das Wichtigste, Neue, find dach die Geweihe, die Gehörne, die deutsche Jäger in ihrer Heimat erbeutet haben unb sie gebietsweise, entsprechend der neuen Einteilung nach Jagdgauen, zusammenstellten. Hier kann der Bayer und der Hesse, der Ostpreuße und der Badenser, ber Rheinlänber unb ber Schlesier, Säger unb Nichtiger betrachten, was in seinem Kreis unb seinem Jagbgau an Interessantem unb hegerisch Wertvollem 1934 und 1935 erjagt worden ist.
Jagdausstellungen hat es in Deutschland schon oft gegeben. Aber stets waren die Einsendungen uneinheittich, stellte aus, wer wollte, hatte der Besucher keinen Zusammenhang zu den Ausstellungsstücken. Heute ist das anders? Die Reichsjagdausstellung ist organische geworden und gewachsen, da
Der Kontinent -er Gegensätze
Von unserem Or. M. F.-Äenchierstatter.
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„Der Chef des Generalstabes."
Von Dr. Gerhard Gcholh Hauptmann a D.
Ein hervorragender deutscher Soldat, dessen Name heute vom hellsten Klang ist, der Generalfeldmarschall von S ch l i e f f e n, hat das Wort geprägt, baß Graf von Moltke, ber Sieger von Kö- niggrätz unb Seban, bie Stellung bes Chefs bes Generalstabes ber Armee zur geachtet st en in der Welt gemacht habe. Gegenwärtig ist der General der Artillerie Beck der Chef des Generalstabes des Heeres. Er ist dem Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, dem Generalobersten von Blomberg und dem Oberbefehlshaber des Heeres, dem General der Arttllerie, Freiherrn von Fritsch, unterstellt.
Nach dem Aufbau der deutschen Kriegsmarine durch den Großadmiral von Tirpitz seit den 90er Jahren hatte die Flotte durch die Aufstellung eines Admiralstabes eine dem Generalstab des Heeres entsprechende Einrichtung erhalten. Seit dem Neuaufbau der Luftstreitkräfte durch den Oberbefehlshaber der Luftwaffe, General der Flieger Göring, werden Einsatzfragen der Luftwaffe entsprechend durch Generalstaboffiziere der Luftwaffe bearbeitet.
Während der Zeit der deutschen Wehrohnmacht von 1919 bis 1933 fjat bie Reichswehr keinen namentlichen Chef bes Generalstabes besessen, seine Geschäfte versah ber jeweilige Chef der Heeresleitung. „Chef des Generalstabes des Feldheeres" war Generalfeldmarschall von Hindenburg seit der Uebernahme der Obersten Heeresleitung im August des Jahres 1916; General Ludendorff war „Erster Generalquartiermeister" — eine selbst- gewählte Titelbezeichnung aus dem geschichtlichen Sprachgut, nachdem der Begriff eines Zweiten Chefs des Generalstabes verworfen worden war. Dor dem Führerpaar Hindenburg-Ludendorff liegen die Namen Falkenhayns, Moltkes des Jüngeren (des Neffen des Feldmarschalls), Schliessens, Wal- dersees, der zum Nachfolger des Siegers von Sedan berufen worden war. In der Tat ist der ältere Moltke derjenige gewesen, der den Begriff des Chefs des Generalstabes der weiteren Oeffenttichkeit erst bekannt gemacht hat.
Der Stab des Generals (Admirals) umfaßt eine Gruppe von Offizieren, die ihn bei der Vorbereitung und Durchführung feiner Entschlüsse unterstützen. Bei der Vielfalt der Aufgaben sind die Dienstgeschäfte geteilt: sie umfassen einerseits Einsatz- und Führungsfragen, andererseits eine Fülle von Nebengeschäften. Der Führerstab zerfällt daher in General st absoffi- ziere und Adjutanten. Außerdem können für Sonderausgaben und zeitweilig unterstellte Waffen Spezial-Offiziere zugeteilt werden. Ein „Stab" ist ein Räderwerk, dessen sorgsame und sichere Arbeit vom genauesten Zusammenwirken aller Teile abhängt; bei der Verantwortungsschwere der Truppenführung im Kriege und entsprechend der Leitung der Truppenschulung und der Mobilmachungsarbeiten im Frieden verlangt die 23er» sehung dieses militärischen Dienstbereiches eine hervorragende Begabung aller einzelnen und eine gehobene Berufsausbildung. Die hier tätigen Offiziere sind Führergehil- f e n, mit ihrem jeweiligen Dienstgrade (vom Hauptmann bis zum General) „im Generalstab". Von den Frontoffizieren sind sie durch den „kar- moisin"-(himbeer-)roten Besatz der Uniform, deren Beinkleider mit breiten roten Streifen versehen sind — von den Offizieren des Reichskriegsministeriums durch die Silberstickerei am Kragen (gegenüber dem Gold dieser Spitzenbehörde) unterschieden. Diese Abzeichen sind die Merkmale einer Gruppe von Offizieren, die eine Führerauslese darstellt, und aus der — für die Regel — der Ersatz der Führer für die höheren Befehl sh aderst e l l e n entnommen wird. „Generalstabsoffiziere" bearbeiten die Vorbereitungen für die Kriegsbereitschaft des Heeres, die Truppenführung im Frieden und im Kriege, die Fragen der Verwendung der großen Armeen im Krieges die gesamte Landesverteidigung einschließlich des Kriegsgebrauchs aller Transportmittel und des Kriegsdienstes der Wirtschaft, ferner Kartenwesen und die Ausbildung der Führer aller Dienstgrade. Sie befinden sich teils bei den Kommando-Behörden (Gruppen-, Wehrkreiskommandos, Generalkommandos


