Ausgabe 
1.2.1936
 
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Nr. 27 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Samstag, l. Februar (936

Wehr und Waffen

bei

von drei Minuten zur Laufzeit hinzu-

Strafzeit gerechnet.

Hinter Herz der

be- un- um

der Veilpicke war eine kräftige Holzaxt getreten.

Wenige Wochen später, als das Regiment bei Verdun eingesetzt war, hatte sich die Granatring» Sammelwut vollkommen gelegt. Zu Tausenden lagen die schönsten Ausbläser überall im Gelände umher, ober niemand kümmerte sich darum. Und

auf dem Boden und hielt den Holzpflock mit beiden Händen fest, der andere aber hatte den Blindgänger wie einen Hammer in beiden Händen und schlug damit den Pflock in den Boden, daß es nur so zuckte.

Mit offenem Munde stand der Herr Major da. Jede Sekunde erwartete er die Katastrophe, aber nichts dergleichen geschah. Seelenruhig miteinander plauschend, klopften die beiden Getreuen ihre Pfosten in die Erde, dann banden sie eine Gerte an den vier Ecken fest und stellten zum Schlüsse mit einer höchst feierlichen Geste und den WortenRuhe sanft" den bisher als Hammer benutzten Blindgänger in die Mitte des kleinen Gärtchens.

Dem Herrn Major kroch eine Gänsehaut über den Rücken, als er sich vorstellte, daß diese beidenHel­den" vielleicht schon ein Dutzend Blindgänger auf die gleiche Weise eingefriedigt haben mochten. Erst als die beiden sich anschickten, nach einem neuen Opfer Umschau zu halten, gewann der Herr Major die Sprache wieder. Was er sprach, ist nicht aus­gezeichnet worden. Daß es aber eine Rede war, die Zähne und Hörner hatte, davon dürfen wir über­zeugt sein.

Mit den Händen an der Hosennaht ließen die beiden Sünder gottergeben die furchtbare Strafrede über sich ergehen. Als sich dann das Unwetter ge­legt hatte und als der Herr Major nichts mehr zu sagen wußte, richtete er die Frage an die beiden Getreuen, ob sie denn nicht wüßten, in welcher Ge­fahr sie bisher geschwebt hätten, vor allem aber, wie sie auf den verrückten Einfall gekommen wären, den Blindgänger als Hammer zu benutzen. Darauf ant­wortete ein biederer Oberhesse im Brusttöne der Ueberzeugung:Herr Major, met bene Beilbicke kann mer ka Poste enn die Erde kloppe. Mir hu goar ka Angst, däi französische Blindgänger gi'Jhne ims Verecke näit lus." Auf diese Einwände wußte der Herr Major nichts besseres zu erwidern, als die beiden sofort heimzuschicken. Die Blindgängerkom­mandos mußten fortan unter der Aufsicht eines bewährten Unteroffiziers arbeiten und an die Stelle

kommt ein Patrouillenlauf über 25 Kilometer für die Patrouillen der Gebirgs-Brigade und über 18 Kilometer für die Patrouille der Jäger-Batail­lone, sowie ein 10-Kilometer-Stasfellauf

Ueberschattet werden die Heeres-Skimeisterschaf- ten durch den Militär-Ski-Patrouillen- lauf bei den Olympischen Spielen, der vom Reichskriegsministerium vorbereitet und durch­geführt wird. Jede Ration, die eine Nennung ab­gegeben hat, stellt eine Patrouille, bestehend aus einem Offizier als Patrouillenführer, einem Unter­offizier und zwei Mann, für die als Ersatzleute ein Offizier und ein Mann zur Verfügung zu hal­ten sind. Die Luftstrecke beträgt 25 Kilometer mit Höhenunterschieden von etwa 600 Meter im ab­wechselnd offenen und bewaldeten Gelände. Sie ist vorgespurt und ausgeflaggt, wird aber erst am Abend vor dem Lauf bekanntgegeben. Mit dem Patrouillenlauf ist eine Scharfschießübung verbunden, die auf der zweiten Hälfte der Lauf­strecke zu erledigen ist. Es sind in einer Entfernung von etwa 150 Meter drei Luftballone ab­zuschießen. Die Patrouille muß geschlossen inner­halb 30 Sekunden mit sämtlichen Teilnehmern das Ziel durchlaufen. Gewertet wird die Zeit des­jenigen Läufers, der zuletzt das Ziel durchläuft. Für jeden nicht abgeschossenen Ballon wird eine

allen Truppen, die in der Nähe ihres Standortes über annehmbares Skigelände verfügen, gern ge­pflegt. Eine Reihe von Truppenteilen hat sich in der näheren und weiteren Umgebung Hütten er­worben oder gepachtet, auf denen Offiziere, Unter­offiziere und Mannschaften ihren Urlauf verbrin­gen. Und was könnte auch belebender und er­frischender wirken in dem anstrengenden Dienst des neuen Heeres, als ein paar Tage Ausspannung in Gottes freier Natur, in der winterlichen Pracht un­serer heimischen Bergwelt!

von Lehrern und Schülern. Sie alle sind sich wußt, daß im Gebirgskampf der Schneeschuh entbehrlich ist, daßje tiefer der Schnee liegt, so größer fein Wert wird".

Außerdienstlich wird der Schneeschuhlauf

Stunde erreicht werden kann, so spinne man die­sen Gedanken fort, und man kommt zu dem Er­gebnis, in der Stratosphäre bie Strecke Eu- Amerika in höchstens sechs

die geheimnisvollen Versuche an derFarman F. 1000" beschleunigt fortgesetzt. DieF. 1000" ist das französische Stratosphärenflug­zeug. Die mit der neuen F. 1000 erreichte Höhe beträgt 13 661 Meter. Die Führerkabine für den Piloten und den Bordmonteur ist luftdicht abge­schlossen und doppelwandig gebaut. Sauerstoffgeräte sorgen für bie Atmung. Ein Kompressor regelt ben gleichbleibenben Luftdruck. Alle Kabel und Gestänge, die zum Motor oder zu den Steuerungen führen, laufen in luftdichten Rohren von der Ka­bine nach außen. Das Flugzeug hat eine elektrische Heizanlage. Angespornt wurden die Franzosen eigentlich durch die Erfolge der Italiener. Die italienische Militärluftfahrt bildet in der Schule für Höhenflüge in Guidonia Spezialisten für die Stratosphärenfliegerei aus.

Welcher Wert der Eroberung der Stratosphäre für militärische Zwecke auch von anderen Staaten beigelegt wird, beweisen die Versuche der ameri­kanischen Luftstreitkräfte, die gleich in einer ge­schloffenen Formation in die Höhen über 8000 Me­ter vorzudringen versuchten. Der verstorbene ame­rikanische Flugpionier Wiley P o st erreichte auf seinem Flug von Los Angeles nach Neuyork in einer Durchschnittshöhe von 12 000 Metern eine mittlere Geschwindigkeit von 640 Kilometern. Diese Geschwindigkeitssteigerung ist einer der Haupt­gründe, die Flugzeugführer und Ingenieure der ausländischen Militärfliegerei veranlassen, ihr Le­ben, ihre Energien und ihre Erfindungen bei den Versuchen zu opfern, um den Flug in die Stra­tosphäre zu erzwingen. Beücksichtigt man, daß in einer Höhe von ungefähr 15 000 Metern mit den heutigen Flugzeugen eine Geschwindigkeit von etwa 800 Kilometern in der

den Mauern von Villacoublay dem französischen Militärfliegerei werden

Besatzung. Als Bewaffnung tragen sie ein starres und ein bewegliches Maschinengewehr. Die Erfah­rungen, die die Amerikaner mit ihren Versuchen der Staffelflüge in der Stratosphäre gemacht haben, sind sehr günstig. Der Bombenabwurf aus Höhen von etwa 8- bis 9000 Metern soll ihnen gelungen sein. Allerdings hatten nur Massenabwürfe, die das Hiel planmäßig überschütteten, Erfolg. Die Treff­sicherheit der einzelnen Bymbe ist gering. Auch ge­langen Fotografien mit besonders konstruierten Apparaten und Platten aus dieser Höhe. Tatsäch­lich scheinen die größten Schwierigkeiten, die in der Anpassung von Mensch und Motor an die Luft» unb Druckverhältnisse in ber Stratosphäre zu sehen find, überrounben zu sein.

Die intensiven Versuche ber Franzosen, Italiener, Amerikaner unb neuerbings ber Sowjets, burch Schulung ihre fliegenben Besatzungen an bie größeren Höhen zu gewöhnen, scheinen in Kürze bie Frage aufzurollen, ob bie Stratosphäre ber zukünftige Aufmarsch- ober gar Kampfraum bes Luftkrieges werben kann. Ein Luftkampf in biefen Höhen würbe eine gänzlich neue Taktik bebingen. Bebenkt man, baß bie Flugzeuge bort oben mit einer Geschwinbigkeit von etwa 8- bis 900 Kilometerstunben aneinanber vorbeirasen werden, so würden der angreifenden Jagdstaffel Bedingun­gen gestellt, die mit den bisher üblichen Kampf­arten nicht zu erfüllen sind. Hinzu käme noch der an sich schon große Energieverbrauch zur Erreichung und Innehaltung dieser Höhen, der den Luft­kämpfen von vornherein ein anderes Gesicht geben dürfte. Auch wird das schnelle Auftreten und Ver­schwinden der Flugzeuge, die schwere Entdeckung von der Erde aus und das schwierige Erkennen der Absichten den abwehrenden Jagdstaffeln beson­dere Schwierigkeiten auferlegen.

Warum ist Generalleutnant mehr als Generalmajor?

KWK Diese Frage beantwortet derKyffhäuser", das Reichsblatt des Reichskriegerbundes, wie folgt:

Ort, Platz, Stelle, heißt im Lateinischenlocus" und im Französischenlieu".Halten" im Lateinischen tenire" und im Französischentenir". Das deutsche WortL e u t n a n t" ist verstümmelt aus dem französischen WortLieutenant" entstanden. Daß Lieutenant wörtlich übersetzt Platzhalter heißt und von den Franzosen in dieser Bedeutung und über­tragen als Stellvertreter angewandt wurde, steht in jedem Falle fest. Das geht auch schon da­raus hervor, daß der König von Frankreich, wenn er bei einer Armee nicht persönlich anwesend war, den obersten Führer zum Lieutenant du Roi (gleich Königsleutnant, Stellvertreter des Königs) ernannte. (Vgl. GoethesWahrheit und Dichtung" und Gutzkows SchauspielDer Königs» leutnant". Der oberste Befehlshaber der damals zur Zeit des jungen Goethe in Frankfurt weilenden Truppe war derKönigsleutnant" (Graf Thoranc.) Aus all diesem geht hervor, daß die Erklärung durch wortgetreue Uebersetzung des Wortes Leutnant nicht bezweifelt werden kann. In einem Jnstruk- tionsbuch, das unter dem TitelHeerwesen unb Jn- fanteriebienft ber Kgl. Preußischen Armee" im Jahre 1857 erschienen war, finbet sich im Anschluß an bie vorstehend Erklärung folgenbe Anmerkung, bie wörtlich lautet:In früherer Zeit gab es b r e i» mal brei Chargen, von benen bas unterste Kleeblatt aus bem Hauptmann, Lieutenant und Wachtmeister bestand, bann folgte ber Oberst, ber Oberstlieutenant unb Oberstwachtmeister unb enblich ber General, ber Generallieutenant unb General­wachtmeister, welche Benennung als später Oberst­wachtmeister mit Major vertauscht würbe, mit Hintansetzung ber Folgerichtigkeit in ,General- major verwanbelt würbe." Auf biefe Weise ist es erklärbar, baß ber Rangtitel Generalmajor eine nie» bere Charge als bie bes Generallieutenants be­zeichnet.

Oie Stratosphäre Kampfraum künftiger Lustkriege?

Don <$. K. Belhig.

Bilder aus dem Argonner Wald.

II Das Blindgängerkommando

Jrn Winter bes Jahres 1915 waren die Truppen­verbände in den Stellungen des Argonner Waldes von einem sogenannten Anbenkenslinrnel befallen worden. MitÄrgonner-Wald-Stecken fing es an. Jeder wollte den schönsten Stock haben. Tausende von jungen Vogelkirschenstämmchen mußten daran glauben, in Tausenden von Stollen und Unter5 ständen wurde das Holz gekocht, gebogen, geschnitzt, gebrannt usw. Und in ber Tat, es entstanden zu Teil ganz prachtvolle Stücke mit feinster Brand­malerei und recht finnigen Sprüchen; em oturr Volkskunst von ganz seltenem Reiz.

DieseArgonnen-Stockzeit" dauerte indessen nicht lange. Nachdem alle Mann mit Stöcken versehen waren, kam die nicht minder interessante Aschen- becherzeit. Jetzt mußten auf einmal viele Tausende von französischen unb beutschen Geschutzkartuschen daran glauben. Man sägte, feilte, hämmerte, klopfte, formte, grübelte und probierte tage- unb wachem lang an ber Messingkartusche herum, bis enblich bas9 Wunberwerk auf bem Tisch des Unterstanbes vranate unb von allen Seiten bestaunt unb be- munbert würbe. In ber Regel schnitt man bie Kartusche auf 5 bis 6 Zentimeter Hohe ab brachte 2 ober 4 bis 6 Zigarren-Ruheplätze an, Jätete eine französische Infanterie-Patrone als

ÄrMer inmitten desBechers" fest. Rund- um mürben bann nach fran3äfifef>e Supfer«W fle, mit Vorliebe sogenannten Querschläger, befertigt immCenr»innÜinen3n,men künstlerischen <Bef4mad erkennen ließen. q ser

Nack der Aschenbecherzeit kam die Zen oer Rinaemnae Mus französischen Kupf-rgeschossen, R» der Bestpicke 'aus ->en Baumswmmen herausschlug, aber auch aus alten Alurnm uw' geschirren wurden sie fabriziert. i , Kugel mit einem Hammer L ber

hinein unb trieb bann das weiche Metall zu de Rohform eines Ringes auseinander. Dann wuroe bas Werk" gefeilt, mit Platte uub Monogramm versehen unb poliert. Ein schwunghafter Honbe legte ein. Salb mürbe bie Sache m ber bekannt unb eine große Nachfrage ft ben schönen Kriegsringen. Den Nachteil, tz

schöne Glanz recht balb erlosch, unb baß sich ber Ringfinger in kürzester Zeit pechschwarz färbte, nahm man als untrügliches Zeichen ber Echtheit gerne in Kauf.

Nach ben Ringen kamen Brieföffner unb Arm- bänber aus original französischen Schrapnell-Aus- bläser-Kupfer-Führungsringen in Mobe. Kaum waren bie neuen Möglichkeiten bekannt geworden, da setzte ein Run auf Granatringe ein. Zeitweilig wurde es so schlimm, daß man dem Franzmann dankbar war, wenn er recht viele Schrapnells her­überschickte, denn der Bedarf an Führungsringen war kaum noch zu decken. Die Waffenmeister oer einzelnen Kompanien arbeiteten mit Ueberftunben unb in Hunderten unb Tausenben von Paketchen gingen bie Original - Granatring - Schmuckstücke in alle Teile bes beutschen Vaterlandes.

Nun war diese Mobe zwar recht schön, leiber aber nicht ganz ungefährlich. Als nämlich ber Be­darf an Führungsringen immer größer würbe, be­gnügte man sich nicht mehr damit, die ungefähr­lichen SchrapnelPAusbläser zu sammeln, sondern man griff auf bie Blinbgänger zurück, die in rauhen Mengen in ben Unterholzdickichten des Argonner Waldes herumlagen. Nachdem es zwei ober mehre­ren ganz Verwegenen gelungen war, bie Kupfer­ringe ohne Unfall von vergebenen Blinbgängern abzustemmen, legte man bie anfängliche Scheu ab unb griff herzhaft zu. In diesen Tagen konnte man in allen Ecken und Winkeln bes Argonner Walbes bie Ringsammler eifrig klopfen unb häm­mern hören unb nach ben zufriebenen Gesichtern zu urteilen schien bie Ausbeute über alle Maßen ergiebig zu sein. . . . . .

Da trat eines Tages em Ereignis em, das eigent­lich mit Sicherheit vorauszusehen war, nun aber, nachbem es geschehen, viel Staub aufwirbelte. Em älterer Lanbwehrmann, zu allem Unglück auch noch Familienvater, war bei bem Versuch, einen Blind- qängerring abzustemmen, von bem krepierenden Geschoß schwer verwundet worden. Da wurden enblich bie höheren Kvmmanbvstellen auf das ge­fährliche Gewerbe der Ringsammler aufmerksam. Ein scharfes Verbot ging an alle Truppenteile her­aus und jede Uebertretung wurde mit schwersten Strafen bedroht. Der Kommandeur des I. Batail­lons eines Infanterie-Regiments, der als äußerst gewissenhafter und ordnungsliebender Offizier be­kannt war, erweiterte diesen Befehl m dem Ge­fechtsbereich seines Bataillons und ordnete an daß jede Kompanie sofort Zwei zuverlässige Leute als Blinbgängerkommanbo zu bestimmen habe. Dieses

Soldat und Schneeschuh.

Don Oberstleutnant a. D. Benary.

Wir rüsten zu einem schweren Gang. Erfahrene kampferprobte Gegner warten unser bei der Winter- Olympiade. Finnen, Franzosen, Italiener, Oester- reicher, Polen, Schweden, Schweizer, Tschechen und Ungarn haben für den Militär-Ski-Patrouil- lenlauf genannt. Althergebracht ist der Skilauf in den meisten ihrer Heere. Jung ist er in ber beut­schen Wehrmacht. Keinem Geringeren als bem Generalfeldmarschall v. Hindenburg ist seine Einführung zu danken. Wenige Jahre vor dem Weltkrieg, als er noch Kommandierender General des IV. Armeekorps in Magdeburg war ließ er bem Infanterie-Regiment 165 in Queblinburg Schneeschuhe aus Norwegen überweisen. Sein Bei­spiel fanb bald Nachahmung. Im Harz und im Schwarzwald, m Thüringen, in Schlesien, in Ober­bayern sah man in den nächsten Wintern Soldaten aller Dienstgrade dem weißen Sport huldigen Im Wettkampf maßen sie zum erstenmal die Kräfte als 1912 der schwedische Ski-Verband zur Hebung' des schwedischen Nationalsports in Deutschland einen Goldenen Pokal als Wanderpreis für die beste Militärmannschaft im Langstreckenlauf stiftete. Die Goslarer Jäger brachten die Trophäe heim. Aber schon im folgenden Jahre auf den klassischen Gefilden der kommenden Olympiade bei Garmisch- Partenkirchen wurde sie ihnen von den 9 5 e r n aus Koburg entrissen.

Der Krieg stellt noch weit höhere Anforderungen als der schwerste Langstrecken- oder Patrouillen­lauf. Es ist ein ander Ding, im leichten Sportkostüm auf wohlbekannten Touristenpfaden wie mit schwer­bepacktem Rucksack, Seitengewehr und Schußwaffe, wenige Meter vom Feinde durch unbekannte unb unwegsame Gebirgsöben über ben Schnee zu glei­ten. Dazu gehören nicht nur gut burchtrainierte, fonbern auch militärisch völlig burchgebilbete Läufer. Erst als man baran festhielt, keine Schnee­schuhläufer mehr ins Felb zu fenben, bie nicht in der Heimat gründlich vorgebildet waren, hat man in den Karpathen und in den Vogesen, in den Dolo­miten und in Albanien von Schneeschuhläufern Nutzen gehabt.

Das Reichsheer hat dafür Sorge getragen, daß die Kriegserfahrungen im Schneeschuhlauf dem neuen Heere übermittelt wurden. Es hat ben Schneeschuhsport bei bem Gebirgs- unb Jäger-Ba­taillon in Lindau (Kempten) und bei den Mittel- gebirgs-Jäger-Bataillonen in Hirschberg, Gos- I a r und Freiberg sorgsam gepflegt. Seit 1921 kam auch ber Schweben-Pokal mieber zum Austrag, der dreimal den Goslarer Jägern und dreimal den Kemptener Jägern zufiel und damit endgültig in den Besitz der betreffenden Truppenteile gelangte. Aus dem Lauf um den Schweden-Pokal entwickel­ten sich mit der Zeit bie Heeres-Ski-Mei- fterfchaften, die alle ein bis zwei Jahre im Rahmen der Deutschen Skimeisterschaften stattfanden und an denen in der Regel sowohl Hochgebirgs-,

Stunden zu erfliegen! Diese Geschwindigkeiten werden zum Teil durch die Stetigkeit der Luft in diesen Höhen ermöglicht.

Aber noch andere, gerade für die Militärluftfahrt günstige Bedingungen bietet der Stratosphärenflug. Ueber 12 000 Meter Höhe gibt es keine Wolken mehr. Es gibt keine Böen und keine Stürme. Der Himmel leuchtet immer klar. Tag und Nacht sind in dieser Höhe die meisten Gestirne sicht­bar und gewähren die sicherste Orientierung. Die Fliegerei ist von der Wetterlage unab­hängig, das heißt, wenn das Flugzeug erst die tiefer hängende Wolkendecke durchstoßen hat. Der Militärflieger kann feinen Auftrag, zum Beispiel das gegnerische Hinterland mit Bomben zu belegen, auf ber Anflugstrecke in biefen Höhen sicherer durch­führen. Die Flugabwehr stört ihn nicht mehr in der Stratosphäre. Allerdings bieten bie er = schwerten A t e m v e r h ä l t n i s s e bem Men­schen unb bem Motor noch große Schwierigkeiten. Um bie Besatzung vor bem Luftbruckunterschied zu schützen unb eine bessere Sauerstoffatmung zu er­möglichen, versuchte Farman es mit ber luft- bicht geschlossenen Höhenkammer. Alle Bebienungs- geräte unb Waffen finb sehr einfach zu handhaben. Der Flug in diesen Höhen kostet die Besatzung schon so viel Kraft, daß ein Kampf, ber befonbere Konzentration und bie Bebienung von Waffen be- bingt, in ber Stratosphäre sehr erschwert wirb.

Die amerikanische Militärflegerei hat bereits einen Höhenflugmotor ausprobiert unb mit ihm eine ganze Staffel ausgerüstet. Diese Höhenmotore finb mit einer Abgas-Turbine versehen. Die Abgase bes Motors treiben biefe Turbine unb setzen daburch roieber ein Gebläse in Betrieb, bas bie angesaugte Lust verdichtet. Erst durch diese ver­dichtete Luft wird das rachtige Gemisch für den Brennstoff hergestellt. Die Motorleistung wird dadurch auch in den größeren Höhen gleichbleibend. Die mit diesem Höhenmotor ausgerüsteten ameri­kanischen Flugzeuge sind die Fernaufklärer der Type Consolidated P 30. Sie haben zwei Mann

Blinbgängerkommanbo sollte alle Blindgänger im Gefechtsabschnitt aufsuchen und durch ein kleines Geländer, bestehend aus drei ober vier Pfosten mit einer darangebundenen Gerte, einfriebigen, ba= mit niemanb unversehens mit den gefährlichen Ge­schossen in Berührung kommen konnte. Der Befehl ging hinaus und wurde ausgeführt.

Der Herr Major aber war gewohnt, sich mit eige­nen Augen zu überzeugen, daß feine Befehle auch richtig ausgeführt wurden. Von einem Melder be­gleitet, begab er sich überraschend aus inen Jnspek- tionsgang. Anfänglich ging alles nach Wunsch. Wo der Major auch hinschaute, überall lagen bie Blinb­gänger in einem kleinen Gärtchen unb ließen ihre kupfernen Ringe unb bie blanken Messingteile ber Zünber in ber Wintersonne blitzen. Plötzlich aber machte ber Herr Major eine fürchterliche Entbeckung, Die Sache, bie sich hier vor ben erstaunten Augen bes Offiziers eröffnete, war so merfmürbig, baß er wie angewurzelt stehen blieb unb verstänbnislos in eins ber nächsten Blinbgängergärtchen schaute. Dort lag nämlich kein Blinbgänger, wie es bei bem ord­nungsmäßigen Verlauf ber Sicherungsarbeit fein mußte, fonbern eine stattliche 12-Zentimeter-Granate ftanb hier wie ein kleiner Zuckerhut inmitten ihres Gärtchens.

Das war benn boch für ben Herrn Major zu viel. Hier hatte er ja ein untrügliches Zeichen bafür, baß seine Kerls vom Blinbgängerkommanbo nicht nur nicht bie nötige Vorsicht beim Umgänge mit ben Blinb­gängern walten ließen, fonbern baß sie biefe sogar mit ben Hänben anfaßten unb aufrecht in bie Mitte bes Gärtchens stellten. Diese Erkenntnis verschlug dem Herrn Major fast bie Stimme. Dann machte er seinem gerechten Zorne in einer finsteren Drohung Luft unb begab sich in höchst eigener Person auf bie Suche nach ben Missetätern. Stunbenlang turnte er im Walbe umher, lauschte unb suchte, aber von bem leichtsinnigen Blinbgängerkommanbo war nichts zu sehen. Ueberall lagen noch bie gefürchteten Dinger herum unb nichts geschah, um bie Gefahr für Ahnungslose unb Versprengte zu bannen.

Gerabe als er sich mißmutig auf ben Heimweg zu

Sollten unsere Solbaten aus bem sportlichen Kampf nicht siegreich heimkehren, so werben wir barum nicht ben Kopf hängen lassen. Wir wissen: Sportliche Spitzenleistungen besonbers veranlagter Solbaten finb gut, um der Allgemeinheit den An­sporn zu zielbewußter, eigener Arbeit zu geben. Wichtiger aber als sie ist bie gute sportliche Durchbilbung der Gesamtheit, und daß sie im Schneeschuhlauf bei den Gebirgs- und Mittel- gebirgstruppen erreicht wird, dafür bürgen die trefflichen Ausbildungsarundsätze, das hervor­ragende Ausbildungspersonal, das eifrige Heben

feinem Unterstand begeben wollte, hörte er in näch­ster Nähe Stimmen unb Klopfgeräusche. Auf leisen Sohlen schlich er näher. Aber als ber Herr Major enblich bie langgesuchten Felbgrauen erblickte, blieb er wie angewurzelt stehen. Was er hier sah, war______ ,

so ungeheuerlich, baß er feinen Augen nicht trauen wenn aus ber Heimat bie leiseste Anbeutung eines wollte. Die zwei Infanteristen waren gerabe bamit Herzenswunsches nach einem Granatring-Armband beschäftigt, bas vorgeschriebene Gärtchen um einen einlief, ba würbe biefes Ansinnen mit einem mit» Blinbgänger zu bauen. Der eine von ihnen hockte leibigen Lächeln quittiert. Es war einmal! P. N.

sowie auch Mittelgebirgs- unb Flachlanbtruppen teilnahmen. Sie bestanben im Vorjahre aus Mann­schaftskämpfen (einem 25-Kilometer-Patrouillenlauf unb einem 18-Kilometer-Langlauf) unb aus Einzel­kämpfen (einer Vereinigung aus 18-Kilometer-Lang- lauf- unb Sprunglauf, einer Vereinigung aus Ab­fahrtslauf unb Slalom, sowie einem 18-Kilometer- Langlauf). Bayerische, sächsische unb schlesische Schüt­zen, Jäger, Pioniere unb Funker teilten sich mit guten Zeiten in bie Siegerehren. Flachlanbtruppen nahmen an ben Meisterschaften bes Vorjahres zum ersten Male nicht teil. In biesem Jahre werben die Heeres-Skimeisterschaften im Anschluß an die olympischen Winterkämpfe in Mittenwald stattfinden. Sie werden sich auf Mannschaftskämpfe von Patrouillen der Truppenteile der Gebirgsbri­gade unb ber Jäger-Bataillone mit Skiausstattung _ (Mittelqebirqstruppen) erstrecken. Zum Austtag I r o p a