Ehestandsdarlehen schaffenövoüüMewöchlier
Die amtlichen Statistiken sind ja in Deutschland ohnehin als Lektüre außerordentlich begehrt, und es vergeht eigentlich kaum ein Tag, an dem nicht Irgendwelche Ergebnisse statistischer Art oeröffent- licht und ausgewertet werden. Man überschätzt Dieb leicht das Interesse des Lesers dabei, der ganz sicher nicht immer diese Art geistiger Kost mit der Begeisterung aufnehmen wird, die von den Verfassern wahrscheinlich vorausgesetzt wird. Aber wenn man dann einmal liest, daß in der Zeit vom 16. August bis zum 30.September sich dreißigtausend Paare zusammengefunden haben, um erstens da» staatliche Einverständnis und den kirchlichen Segen zu erlangen, und zweitens sich ein Ehestandsdarlehen vom Finanzamt abzuholen, so bringt man diesen Zahlen doch entschieden größeres Interesse entgegen. Dreißigtausend für ein 64-Millionen-Dolk in sechs Wochen — das ist schon eine ganz anständige Zahl. Denn um ein Ehestandsdarlehen zu erhalten, bedarf es doch der Erfüllung einer ganzen Reihe von wichtigen Bedingungen, die zudem sicher auch noch recht zeitraubend sind, weil allerlei Bescheinigungen einzuholen sind, und weil da» erfahrungsgemäß immerhin einige Laufereien macht. Aber das hat die heiratslustigen Paare auch nicht eine Sekunde lang abgeschreckt. Sie sind mit großer Freude daran gegangen, all die Voraussetzungen für die Gewährung von Ehestands- darlehen zu erfüllen.
Don den dreißiatausend jungen Ehefrauen sind wohl die allermeisten unverzüglich aus ihren! Betrieben ausgeschieden, und sie machen ' jetzt anderen Platz, die lange genug außer Lohn und ■ Brot standen. In diesem Zuge liegt es ja auch, wenn ।
die Privatfirmen, angeregt durch das Beispiel de» Reiches, dazu übergehen, ihren weiblichen Angestell- ten den Austritt aus dem Berufsleben und den Eintritt in den Hausfrauenstand dadurch zu erleichtern, daß auch sie Beihilfen auszahlen, die dem jungen Ehepaar natürlich ouherordenllich zustatten kommen. Einige Kommunaloerwaltungen haben sich ihre weiblichen Arbeitnehmer einmal darauf angesehen, wer von ihnen verlobt sei und die Ehe schließen würde, wenn der Verlobte nur Beschäftigung und damit ein Einkommen hätte. Im Kalle der Eignung für die besonderen kommunalen Aufgaben ist der Verlobte an di« Stelle der Braut getreten, zwei Menschen konnten heiraten, zwei Menschen können sich ernähren, und aus der Armee der Arbeitslosen ist wieder einer ausgeschieden.
Die Sache mit dem Ehestandsdarlehen hat also schon außerordentlich erzieherische Einflüsse ausgeübt. Je mehr Frauen aus dem Arbeitsprozeß ausscheiden, weil sie in der Erfüllung von Hausfrauen- aufgaben endlich wieder ihrem eigensten Beruf zurückgegeben worden sind, um so mehr lichten sich die Reihen der Erwerbslosen. Und daher kann man die Zahl dreißigtausend mit gutem Gewissen an den An- fanaelner Entwicklungsreihe setzen, die von Monat !u Monat freundlicher und verheißungsvoller aus- ieht. Wir haben an fick gegen die Beschäftigung er Frau im Betriebe nicht soviel einzuwenoen, aber wenn es gelingt, die Frau wieder in das Haus zurückzubringen, wo ihr wichtigere Aufgaben blühen, dann wird uns das mit um so größerer Freude erfüllen, weil so eine gesunde Entwicklung des Fami- lienlebens gewährleistet wird.
Eine gute Kahrplanverbefferung.
Gpäiabend'Verbindung auf der Strecke Wehlar—Lollar. — Neue Gpöiverbin» düng von Gießen nach Lang-Göns und nach Wetzlar.
Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. hat dem Derkehrsoerein Gießen mitgeteilt, daß sie auf Wunsch aus Arbeiterkreisen auf der Strecke W e tz l a r—L o l l a r noch eine Beförderungsmög- lichkett zur Heimfahrt der au» der 22-Uhr-Schicht kommenden Arbeiter mit Wirkung vom 1. Nove m b e r ab schaffen wird. Dieser neue Zug wird von morgen ab um 22.16 Uhr in Wetzlar obfahren und um 22.48 Uhr in Lollar ankommen. Ein Gegenzug ist auf dieser Strecke nicht notwendig.
Die Gegenfahrt wird vielmehr von Lollar nach Gießen und weiter nach Lang-Göns (Gießen ab 23.12 Uhr, Lang-Göns an 23.24 Uhr), von Lang-Göns wieder zurück nach Gießen und von hier über Dutenhofen nach Wetzlar führen. Dadurch schafft die Reichsbahn zur besse
ren Bedienung des T h e a t e r s ch l u f s e s in Gießen noch eine Fahrgelegenheit nach dem versonenzug Gießen ab 22.45 Uhr wenigstens bis Lang-Göns, ferner zwischen Gießen und Wetzlar eine spätliegende Werktagsoerbindung (Gießen ab 23.56 Uhr, Wetzlar an 0.11 Uhr), die besonders auch für die Wetzlarer Bevölkerung von Bedeutung ist, weil damit der Anschluß von D 17 von Frankfurt a. M. (Gießen an 23.42 Uhr) nach Wetzlar ausgenommen wird.
Sämtliche Züge werden vom 1. November ab nur versuchsweise eingelegt. Die dauernde Bei- behaltung dieser begrüßenswerten Fahrplanoerbesserung macht die Reichsbahn von der Benutzung der Züge abhängig. Hoffentlich werden die Züge so rege in Anspruch genommen, daß sie als ständige Verbindung im Fahrplan Platz greifen können.
Obechessen.
Bauenikundgebung in Lang'GönS.
in. Lang-Göns, 29. Okt. Am Samstag abend fand hier eine Bauer nkundgebung statt, die, obgleich sie ganz kurz anberaumt war, doch einen glanzenden Verlauf nahm. Die verschiedenen Formationen der NSDAP., dazu Fahnenabordnunaen der Vereine, marschierten unter vorausschreitender Musikkapelle zur Turnhalle. Auf der Bühne, die auf« schönste geschmückt war, nahmen die Fahnenabordnungen Aufstellung.
Nach kurzer Begrüßung durch den Ortsgruppen- führer sprach der hessische Bauernführer Dr. W a g - n e r. In einem längeren Vortrag führte er etwa folgendes aus: Das deutsche Volk steht in den kommenden Wochen vor den allerschwersten Entschei- bungcn. Am 12. November muß sich das gesamte deutsche Volk hinter die Regierung stellen, um der Welt zu zeigen, daß wir den eingeschlagenen Weg de» Führers geschlossen gut- heißen Niemand darf abseits stehen! Für die hessische und die deutsche Bauernschaft ist in den letzten Monaten viel getan worden. Der Redner er- inerte an die Steuererleichterungen, die Preisbestimmungen u. a. Sodann ging er sehr ausführlich auf dasReichserbhofgefetz ein und verstand es in glänzenden Ausfüllungen darzulegen, welch gewaltige Bedeutung geräbe dieses Gesetz für die Zukunft des deutschen Bauernstandes hat. Dieser Teil des Dorttages wurde gerade in unserer Ge- meinde, in der in der letzten Zeit Befürchtungen über die Folgen des Erbhofgesetzes laut geworden waren, mit lebhaftem Verständnis und reichem Beifall entgegengenommen. Dr. Wagner erklärte, daß in einigen Jahren alle den Segen, der durch da» Erbhofgesetz der Landwirtschaft zugute tarne, erkennen und sich dazu drängen würden, nun auch Erbhosbauem zu werden. Die weiteren Maßnahmen Zum Wohle des Bauernstandes, wie Milchversor» guna, Abgabe zum Winterhilfswerk, viehpreise ufro. mürben ebenso vom Vortragenden in packenden Worten erläutert und klargestellt. Mit einem noch- maligen warmen Aufruf an die Versammlung, am 12. November ihre Schuldigkeit zu tun, schloß der Bauernführer unter lebhaftem Beifall
Mit dem Gesana der beiden deutschen National- lieber endete die Kundgebung.
Boelcke-Gedenkseier der Fliegerortsgruppe Nieder-Ofleiden. , * ^‘eber-Ofleiben, 30.Okt. Bi» auf den lebten Platz war der große Saal de» Arbeitsdienst. !°ö'",^iüllt. Der Feier entsprechend hatten ihn die Mannschaften de» freiwilligen Arbeitsdienstes und
W'emrupp« prächtig geschmückt. Außer den beiden Arbeitslagern von Homberg und Nieder- Oslkiben waren noch sämtliche "Parteigliederungen der NsDAP. erschienen. Wie leuchteten die Augen der HI. und de, Jungvolkes, al» sie von den Taten de» Kampfflieger» Boelcke hörten. Ist doch die Iu- aend dazu berufen, den Fliegernachwuchs zu stellen. Da» Flicgerlager Rieder-Osteiden ist wie geschaffen für eine HI .Segelfliegerschule. Unterkunftsräume, eine große Flugzeughalle und vorzügliche» Schulungsgelände sind vorhanden. Erwähnt sei auch baß tüchtige» Lehrpersonal zur Stelle und allen Anforderungen gewachsen ist
(Eingeleitet wurde die eindrucksvolle Feier durch ein Lied des BdM yliegerortsaruppenleiter Köh. ler hieß die In großer Zahl erschienenen Teilnehmer herzlich willkommen. Dem Gedenken Boelcke» fei. <o führte er u. a. au», dies« Stunde geweiht. In iebcs deutschen Jungen Brust müffe der Wunsch und Lbll- iebendig fein: ,Lch will ein Boelcke werden " Wer lebe, müsse doppelt kämpfen, für die Lebenden und die Toten. Zum Gedächtnis der vielen hn jtrie gefallenen Kampfflieger spielte der Posaunench.r |
das Lied vom guten Kameraden. Ein Lied der Hit- lerjugend leitete die Boelcke-Gedächtnisrede ein. Stabsleiter Nöding, ein Kämpfer des Weltkrie- Ss, verstand es, den lauschenden Zuhörern den ver-
rbenen Boelcke so zu zeichnen, wie er war, als ensch und Kämpfer. Groh war die Trauer im Heere und in der Heimat, als am 28. Oktober 1916 in dem Tagesbericht stand: „Der erfolgreiche Jagdflieger Oswald Boelcke ist abgestürzt!" Und weiter hieß es: „Es ftel ein großer Held, ein edler Kämpfer und ein reiner Mensch. Unbesiegt ist Oswald Boelcke gefallen. Sogar sein Gegner ehrte ihn. Feindliche Flieger flochten dem tapferen und ritterlichen Meisterflieger Ehrenkränze und warfen sie hinter der Front ab." Die Nachwelt und erst recht die Jugend haben den großen Flieger Boelcke nicht vergessen. Wirkt doch sein Geist noch heute in uns fort, der Geist der Treue, der Kameradschaft und der Liebe zu unserem deutschen vaterlande!
Mit einem „Sieg-Heil!" auf den Führer Adolf Hitler und mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes schloß die eindrucksvolle Feier.
Bürgermeister und Rechner verhaftet.
< Bübingen, 30. Okt. Heute abend wurde der Bttrkmeister Der Mark Mockstadt, Bürgermeister S e l l h e i m aus Ober-Mockstakst, verhaftet und dem Amtsgericht Nidda zugeführt. Es werden ihm nisfen zur Last gelegt. Im Zusammenhang mit dieser Sache wurde auch der Rechner M i ck e l von Nieder-Mockstadt verhaftet.
Landkreis Gießen.
* Staufenbera, 30. Oktober. Die N S. - Frauenschaft, Kreisleitung Gießen, veranstaltete am Sonntagabend eine öffentliche Versammlung der NS. -Frauenschaft im Saale Zecher in Staufenberg. Rednerin war Fräulein Eschenfelder. Die Spende der Versammlung mit 12,81 Mark wurde der NS.-volks- Wohlfahrt zur Verfügung gestellt.
■ Lich, 28. Okt. Gestern abend fand in der Gastwirtschaft „Zur Stadt Gießen" die diesjährige ordentliche Hauptversammlung des Verkehrs- und Berschönerungsoereins statt, die aus allen Kreisen der Bevölkerung sehr gut besucht war. Gleichzeitig war mit ihr eine außerordentliche Hauptversammlung de» Volks- bildungsvereins verbunden. Nach der Begrünung der Mitglieder gab der Führer des Vereins, Lehrer Hild, den Jahresbericht, der eine rührige Tätigkeit und vorwärtsfchreitende Entwicklung des Vereins feftfteQcn konnte. Die Mitglieder- zahl stieg von 122 auf 160. Die Erbprinz-Philipp- ftutte auf der Hardt erhielt einen neuen Anstrich, mehrere Bänke wurden neu ausgestellt, auf dem Hohler eine Drientierungstafel für den Vogelsberg- bhrf geschaffen und am Bahnhof verschiedene Tafeln angebracht. Im Jahr 1932 fanden 14Ö0 Uedernach- tungen von Fremden statt, 50 Kurgäste verlebten ihre Sommerfrische in Cid). Für die Folgezeit wird die Errichtung eines Museums, sowie einer Jugend- herberge geplant, die Anbringung einer Uhr am Postamt soll erstrebt werden. Da» Blumenbeet vor ber Post würbe in biefem Jahre in dankenswerter Weise von ber Gärtnerei Volz kostenlos elnge- pflanzt und erhalten. In ber Aussprache nahm Bürgermeister Geil ba» Wort, dankte dem Vorsitzenden für feine aufopfernde Arbeit Im Interesse ber Stadt und gab über den Stand der Arbeiten zur Errichtung eine# Schwimmbades Auskunft. Kaufmann Hahn reute eine besondere Werbezeit vor ®eihnüd)ten an. 5m Anschluß an den Jahre»- berid)t forberten ber Vorsitzende de» verkehrsoer- ein» und Schrelnermelster Menge» ab ftellver-
tretender Vorsitzender de» DolksbUdungsvereins alle Mttglieder zur vollzähligen DahlbeteUtgung am 12. November auf und brachte ein begenten oufge» nommenes dreifaches Sieg-Heil auf den BolTs- kanzler Adolf Hitler aus. Gartenbauarchitekt Schwarz aus Gießen hielt einen Lichtbildervor. trag über deutsche Landschaftsgestaltung und fand für feine ausgezeichneten Ausführungen reichen Beifall. Mit der Verteilung und Auslosung der Preise für den diesjährigen Blumcnschmuckwett- bewerb wurde die Versammlung geschloffen. Es konnten 18 erste, 44 zweite Preise und 27 Lner- Nennungen verteilt werden.
3 Bellersheim, 30.Ott Zugunsten der N«. -Winterhilfe fand hier am «amstag ein Deutscher Abend statt. Nach einleitenden toor- len des Stützpunktleiters Müller trugen die Schul- fugend unter Leitung der Lehrer Philipp und Krämer Gedichte und Gesänge vor. Pfarrer ® ö - r i g sprach in kernigen Worten über die Not und das Winterhilfswerk. Der O^angperein, sowie eine kleine Musikkapelle trugen zur Verschönerung de» Abends bei. Der Besuch war sehr gut.
—.— Trais-Horloff, 30.Okt. Am Sonntag abend feierte die Kirchengemeinde Trais-Horloff bei gefülltem Gotteshaus die Einweihung der neuen elektrischen Kirchenbeleuchtung die in schlichter, aber gerade dadurch geschmackvoller und vor allem zweckentsprechender Welse In diesem Sommer angelegt worden war. Nach einem Gottesdienst, in dem der Ortsgeistliche auf die sinnbild- llche Bedeutung des Lichtes hinwies, gerade für die Christen, die Nachfolger dessen fein wollen, der gesagt hat: ,Lch bin das Licht der Welt", der aber nun seinerseits von ihnen fordert, daß auch sie wie- der Lichtträger im Kleinen sein sollen, fand anschließend em Lichtbilderoorttag statt, bei dem Leyrer Schwarz aus Rudingshain in begeisterten und fesselnden Worten über „Luther, den Reformator des Deutschen Volkes" sprach, und der, abgesehen von seinem inneren Gehalt, der Gemeinde gleich deutlich vor Augen führte, wie werttoll und prak- tisch die neue Beleuchtungsanlage grade auch für derartige Veranstaltungen ist.
)( Hungen, 28. Okt. Am Donnerstag fand im „Solmser Hof" dahier für unser Dekanat ein von Geistlichen und Laien gut besuchter Schulungskurs des Evangelischen Bundes statt. Der Präsident der Landesfynode, Landeskirchenrat und Pfarrer Berck-Roßdorf führte in ,chie Aufgaben des Evangelischen Bundes in unserer Zeit" ein, Generalsekretär Dr. Brauns- Darmstadt
sprach über „Organifationsfragen" und der edjriffr führer des H-sstschen Hauptverein», Pfarrer Dr. Vergär-Darmstadl zeigte „den Eoangelische, Bund im Kamps mit feinen Gegnern". Die vor» träge fanden reichen Beifall und eine rege Aus- spräche. _ .
Krei- Budrngen.
< Bübingen, 30.Oft Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten, AG. Berlin, gewährt» der Gemeinde Büdingen ein Darlehen von 28 400 Mark zum Bau einer toaflerförber- und Reinigungs-, sowie Dasser^ttndsfernmeldeanlage für das Wasserwerk
ow. Oder-tolddershelm, 30. Oft Im hiesigen Steinbruch ereignete sich wieder ein Un< alück » fall. Durch einen herabfallenden Stein wurde der Arbeiter Bartel von Bor», borf fo schwer an der Ferse verletzt, daß er nach Gießen in die Klinik eingeliefert werden mußte.
Äreie Schotten.
□ flaubad), 29. Oft Den Auftakt zur . J1 « °!n Booember bildete eine gut besuchte Versammlung im Saale de» „Schützenhofe»", Nach der Eröffnungsansprache des Ortsgruppen« Leiters Otto Braun behandelte der Redner de» Abend» Pg. Buß (Schotten) im ersten Teile feiner Ausführungen das Thema „Blut und Boden". Er wies auf das große Verdienst de» Führer» hin, den either unbeachteten Raffegedanken in den vorder- «rund für die Errichtung des Dritten Reiche» ge» teilt zu haben, auf dem sich die einschneidenden Maßnahmen zur volksaufartung und volkserneue- rung aufbauen. Anschließend sprach der Redner über „Friede und Gleichberechtigung", wobei er eingehend die Gründe für den Austritt Deutschland» aus dem Völkerbund schilderte. Er forderte, daß jeder Deutsche am kommenden Wahltag fein» Stimme als Bekenntnis für da» seitherige Handeln unseres Führers abgibt, zumal über die Ehr« unsere» Volkes entschieden wird. Mit einem drei- fachen „Sieg-Heil" und dem Gesang de» Horst- Wessel-Liedes fand die würdige Veranstaltung ihr Ende, wobei auch die Kapelle de» hiesigen Musik- verein» mitwirkte. — Für ba» Winterhils»- werk wurden von dem hiesigen Ortsgruppenoer- band 542 Zentner Kartoffeln gesammelt. Hiervon entfallen auf Ruppertsburg 158 Zentner, auf Gon- terskirchen 127, Laubach 125 und Wetterfeld 132 Zentner. Als Ueberfchußmenge werden 409 Zentner zum versand kommen.
Tagung ber ehemaligen 116er in Lanierbach.
& Lauterbach, 30.Oft. Die Hauptversammlung des Verbandes ehemaliger 116er, zu Der Vertreter fast aller Bereinigungen erschienen waren, gestaltete sich zu einem erhebenden Treue- bekennttis zum neuen Staat und seinem Führer.
Schon der Begrüßungsabend am Samstag in der festlich geschmückten Turnhalle zu Ehren der auswärtigen Kameraden war ein Erlebnis bester kameradschaftlicher Volksverbundenheit. Der nationalsozialistische Geist, damit verbunden der Glaube an Deutschlands Wiedergeburt und Aufstieg, sie haben die Regimentsoereinigungen, die unter Dem früheren System manches zu erleiden hatten, wieder auf den Plan gerufen; denn auch diese, die ihre Aufgabe darin sahen, alte Tradition und Äa- meradschaft zu pflegen, waren mit ein Teil Derer, die gegen das Nachkriegssystem anfämpften. Durch den Umbruch der Nation ist auch für die ehemali- gen Soldaten die Zeit der aktiven Mitarbeit ge- - kommen, und sie reihen sich freudig ein in die Front derer, die helfen, dem neuen Staat Inhalt und Ausdruck zu geben.
Bevor Die eigentliche Tagung am Sonntagvormit- tag begann, zogen die ehemaligen Soldaten hinauf zum Friedhof zur Kriegergedächtnishalle, um dort ber toten Karneraben zu gedenken.
„Ihre Irene bis in hen lob und ihr unerschütterlicher Glaube an ba» Vaterland sollen uns allezeit Vorbild fein!"
3n diesem Sinne sprach der Vorsitzende Kamerad Burg und legte zum Gedächtnis an die gefallenen Helden einen Lorbeerkranz nieder.
3m Anschluß daran tagten die Vertreter im Saalbau „Zum Johannisberg". Der verbanbsoor- fitzende, Oberst a. D. Kö11schau (Bad-Nauheim), eröffnete die Tagung mit einem herzlichen Will- komm. Sein besonderer Gruß galt denen, die den Weg nach Lauterbach nicht scheuten und damit bewiesen haben, daß die alte, feit Jahrzehnten gepflegte Kameradschaft weiterlebt. Der Redner gab dann einen kurzen Rückblick auf den nationalen Umschwung und begrüßte unter lebhafter Zustim- mung der ganzen Versammlung, daß es einer starken und tatkräftigen Regierung gelungen ist, den alten Parteienstaal zu zertrümmern und die wahre Volksgemeinschaft herzustellen. Das deutsche Volk, da» heute geschlossen hinter feinem Führer und Kanzler steht, werde sich nicht länger von den anderen, die es nie ehrlich mit ihm gemeint haben, bevormunden lassen; die heutige Regierung sei der sichere Garant dafür. Deutschland werde am 12. November beweisen, daß es nach innen einig und daher auch nach außen stark sei. Es gehe um die Ehre, Freiheit und Gleichberechtigung des deutschen Volkes; auch der ehemalige Soldat wolle dem Führer geschloffen Gefolgschaft leisten, wolle in seinen Reihen dafür sorgen, daß am läge ber Ab- ftimmung niemand daheim bleibe.
Sodann berichtete der Vorsitzende über den Ablauf des verflossenen Jahres. Dem Neuaufbau des Reiches fei auch innerhalb der Regimentsvereine Rechnung zu tragen, und ee fei auch hier geplant, das Führerprinzip durchzuführen.
Die weitere Entwicklung werde es mit sich bringen, daß die Regimentsoerbände später wahrscheinlich dem großen «yffhäulcrbund ein- gegliedert werden.
von der Versammlung wurde daher beantragt, die Führerfrage vor allem anderen zu behandeln. Oberst a. D. Kö11schau wurde einstimmig zum Führer gewählt. Er dankte für das vertrauen und versprach, seine ganze Kraft in den Dienst der guten Sache zu stellen. Zu feinem Stellvertreter bestimmte er den seitherigen Schriftleiter Proseffor Dr. Wenzel (Darmstadt), Stamm (Bad-Nau- heim) al» Schriftführer, al» Rechnungsführer Wär- ne r (Bad-Nauheim). In den Führerbeirat wurden von ihm berufen: Dr. Luley (Bad-Nauheim) und Mohr (Gießen), und zum neuen Schriftleiter Dr. ftnierlm (Bad-Nauheim). Die organische Neugliederung de» verbände» wird In nächster Zett oorgenommen werden. Die seither geltenden Satzungen würden dementsprechend abgeändert. An die Bertreter der beiden in Frankfurt bestehenden Ber- eine richtete der Führer da» Ersuchen, ineinander aufgehen zu laffen, zumal beide Vereine doch einem Zweck unb einem Ziele biente*
3n längeren Ausführungen berichtete bann Kamerad Dr. Luley über feine Reifeeindrücke bei einer Besichtigungsfahrt an der Westfront. Dr. Luley, der sich feit Jahren für einen würdigeren Ausbau der Kriegerfriedhöfe im ehemaligen Feindesland eingesetzt hat, zeigte an Hand von Kartenskizzen und Photographien die Lage und den meist sehr vernachlässigten Zustand der meisten deutschen Kriegerfriedhose. Der Volksbund Deutsch» Kriegsgräberfursorge, Der seither von Den behördlichen Stellen zu wenig Unterstützung hatte, müss» Daher mit allen nur erdenklichen Mitteln, mehr als bisher, auch von Den Regimentsoerbänden unterstützt werben. In Diesem Zusammenhänge sagte Der ReDncr Der Stakst Lauterbach besonderen Dank, die ihren gefallenen Söhnen ein so herrliche» Ehren- mal errichtet hat. von 2 Millionen Gefallenen ruhen allein 1 Million in Frankreich» Erde. Wer Gelegenheit gehabt habe, die prunkvollen Friedhöfe der französischen, amerikanischen und englischen Soldaten zu sehen, der müffe sich, so fuhr der Redner fort, wundern, wie wenig feitijer von den Deutschen getan wurde.
Vicht Vrunkstätten sollten aus den Deutschen Massengräbern gemacht werden, sondern rin« fache, trotzdem aber gepflegte Friedhöfe, wie sie Deutscher Art entsprechen.
In Belgien bei Anloy, wo besonder» die hessischen Regimenter anfangs Des Kriege» große Verluste hatten, liegen zwei Friedhöfe, in Der Mehrzahl mit Gräbern hessischer Kameraden, an denen feit 1931 nichts mehr gemacht worden fei. Daß diese beiden Friedhöfe gerade Die hessischen Regimentsvereine in Obhut nehmen, sei Ehrenpslicht. Die ver- faüserfdjeinungen. Die sich Dort bemerkbar machten, erforDerten einen AufwcmD von etwa 10000 R M. unb an jährlichen Unterhaltungskosten etwa 300 0 R M. Sobald Die Sammlungen für ba» Winterhilfswerk abgeschlossen fein, müßten die für Unterhaltung der Friedhöfe herausgegebenen Bausteine restlos vertrieben werden, sonst müffe bei den fremdländischen Besuchern Der Eindruck entstehen, die Deutschen hätten ihre Toten vergeffen. Der Opfermut sei Durch Die NSDAP neu geweckt worden. Es fei heilige Pflicht jede» Deutschen, sich für die Erhaltung dieser Heldenfriedhöse einzusetzen.
Die Versammlung beschloß sodann, dem Reichskanzler telegraphisch ein Treuebekenntnis zu übermitteln, das von dem Führer abgesandt wurde.
Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Reichspräsidenten und den Reichskanzler und mit dem (Belang des Deutschland-Liedes sand die eindrucksvolle Tagung ihren Abschluß.
Preu&en.
Derlehrseinschränkunfl auf ber Krastpoftlinie Wehlar —Hochelheim, toegen Sperrung ber Provlnzlalsttaße Wetzlar— Butzbach zwischen dem Städtischen Krankenhaus in Wetzlar und der Spilburg ist ber Krastpostver- kehr auf der Linie Wetzlar — Hochelheim wie folgt eingeschränkt worden: Die Fahrt Bahn- Hof toetzlar—Büblingshausen (ab Bahnhof 6 Uhr) wird nur noch bis zum Krankenhaus ausgeführt Der Wagen der Fahrt Wetzlar—Groh-Rechtenbach (ab Wetzlar Bahnhof 12.19 Uhr) verkehrt über die Straße nach Weidenhausen nur noch bis zur Abzweigung nach dem Kirschen Wäldchen. Die Fahr- Säfte nach und von Büblingshausen sind Infolge* elfen darauf angewiesen, den hier abxnxlgenben Feldweg zu benutzen. Die Fahri toetzlar—Groß- Rechtenbach (ob Wetzlar 18.01 Uhr) wird nur noch bis zum Krankenhaus ausgeführt. Die Wagen ber Marktfahrten Mittwoch» und Samstags zwischen Wetzlar und Hochelheim verkehren über Weiden- Hausen. Die Gemeinde Groß-Rechtenbach hat hiernach nur noch Mittwochs und Samstag» Postauto- vervindung mit der Stadt toetzlar.
Arrte tttcRfnr.
3 Odenhaufen, 30. Okt. Die vom landwirt- fchaftlichen Ortsfachberater in unserer Gemeind» durchgeführte Sammlung für d I e NS- volkswohlfahrt erbrachte 89 Zentner Kartoffel und 17 Zentner Korn. Die Gelojammlung ergab den Betrog von 170 Mark.


