Ausgabe 
31.8.1933 Erstes Blatt
 
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Kirche und Schule

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Wirtschaft

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Verbilligte Kartoffelstöcken für Geflügelhaltungen.

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lichen und überaus stark besuchten Gottes­diensten der hessische Landesjugend­sonntag begangen. Die kirchlich organisierte Jugend (Mädchcnverein), die politisch organi­sierte Jugend (SA., SS., I. V., HI-, B. d. M. u. a.) und die nicht organisierte Jugend war mit vielen Erwachsenen in hellen Scharen zum Gottesdienst erschienen. Die Predigt rief zu einem reinen Leben im Gehorsam unter Gottes Wort zum Dienst am Volk und Vater­land und zu Ehren Gottes auf. Nach­mittags nahmen 6 Vertreter der Ortsgruppe der NSDAP. Münzenberg an der rn- bergbesichtigung in Butzbach teil, wo Münzenberg mit der ihm für Nürnberg zu­gestandenen Vertreterzahl überragend ver­treten war.

25 jähriges Jubiläum der Kirche zu Leihgestern.

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gebiete nicht ganz behauptet waren. Stahlver­einbonds notierten 0,40 v. H. fester. Gold­pfandbriefe lagen stimmungsmäßig höher, kurs- mäßig kam es nicht recht zum Ausdruck, wäh­rend Liquidationspfandbriefe meist nur knapp gehalten blieben. Stadtanleihen lagen ruhig, Mainzer erneut schwächer. Von fremden Wer­ten bröckelten Mexikaner und Bosnier etwas ab. An den Aktienmärkten war der Verlauf sehr still und die Kurse bröckelten infolge der Farbenschwäche (Minus 1 v. H.) überwiegend weiter leicht ab, etwas mehr Süddeutsche Zucker mit Minus 1,5 v. H. Holzmann, Neichsbank und Bemberg waren leicht be­festigt, Rheinische Elektro Mannheim mit 83,75 v. H. unverändert. Deutsche Anleihen blieben gut gehalten. Die Amnestieanleihe lag sehr fest und etwa 1 v. H. höher. Tagesgeld war zum Ultimo gesucht und wurde um 0,75 auf 4 v.H. erhöht.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 31. Aug. Auftrieb: 130 Rinder, 965 Kälber, 163 Schafe, 1002 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 32 bis 37, geringere Saugkälber 27 bis 31, geringe Saugkälber 22 bis 26; Schafe: beste Schafe 26 bis 29, mitt­lere Schafe 20 bis 25; Schweine: vollfler- schige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 40 bis 43,50, von etwa 200 bis 240 Pfund 40 bis 43,50, von etwa 160 bis 200 Pfund 39 bis 42 Mark. Marktverlauf: Käl­ber mittelmäßig, Schafe rege, geräumt und Schweine schleppend, geringer Ueberstand.

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wählt worden. Der Kirchenvorstand in Trais-Münzenberg besteht aus zwei wiedergewählten und vier neugewählten Mit­gliedern, und zwar wurden wiedergewählt: Bürgermeister Gilbert G 0 rr V. und Konrad Walter, neugewählt: Otto Schmidt, Heinrich Karl, Gilbert Bender L, Karl Walter. Von den 12 Kirchengemeindever­tretern sind 6 wiedergewählt und 6 neuge­wählt worden. Die feierliche Einführung und Verpflichtung der neugewählten Kirchenvor­steher erfolgte in starkbesetzten Gotteshäusern. Zu Abgeordneten im Dekanatstag wur­den gewählt in Münzenberg: Karl Maurer I. (Stellvertreter Fritz Schäfer) und Trais-Münzenberg: Gilbert Gorr V. (Stellvertreter Konrad Walter). Am 27. August wurde in beiden Gemeinden in fest-

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wurde der Antrag des Vorsitzenden, die gleichen Sähe wie für 1931 und 1932 vorzusehen, ernstim- mig angenommen.

Dekanstellvertreter Pfarrer Romer. Schotten, erstattete hierauf den Jahresbericht für 19 31 und 1 932, der ein eindrucksvolles Bild des kirchlichen und gottesdienstlichen Lebens in den Dekanatsgemeinden vermittelte und mit gro­ßem Interesse entgegengenommen wurde.

2lbg. Knöß - Sellnrod sprach als Beauftragter seines Kirchspiels über die dringend erforderliche Wiederbesehung der seit 5 Jahren ver­waisten Pfarrstelle z u Sellnrod, worauf der Dekanatstag beschloß, eine entsprechende Ein­gabe an die oberste Kirchenbehörde zu machen.

Ramens der Abgeordneten sprach 2lbg. Lehrer Debus - Ruppertsburg den Leitern des Kirchen- kreises (Dekan und Dekanatsvertreter) herzlichen Dank aus für ihre bisherige Tätigkeit und schloß dem den Wunsch an, daß bei einer eventuellen Reuregelung der kirchlichen Verhältnisse diese be­währten Führer die Leitung behalten möchten. Dekan Widmann sprach seinerseits seinen Dank für diese warmen Worte aus und betonte, daß alle Arbeit der leitenden Persönlichkeiten nicht ohne die verständnisvolle Mitarbeit aller Ab­geordneten, sowie des Dekanatsausschusses hätte geleistet werden können.. Schließlich fand noch ein Antrag des Abg. Pfarrer D. Fritsch- Ruppertsburg einstimmige Annahme, bei dem Be­vollmächtigten der Kirchenregierung, Herrn Prä­laten D. Dr. Or. Diehl, dahin vorstellig zu wer­den, daß bei der Reugestaltung der großhessischen Kirche das Dekanat Schotten als Vogels- be rg-Dekanat erhalten bleiben und Herrn Dekan Widmann wieder als dessen Dekan er­nannt werden möge. Die nähere Formulierung des Antrages wurde einer Kommission übertragen, die aus den Abgeordneten Pfarrer D. Fritsch- Ruppertsburg, Lehrer Debus - Ruppertsburg. Pfarrer Weimar- Gonterskirchen und Pfarrer Saal- Gedern besteht.

Aach dreistündiger Dauer wurde der außer­ordentliche Dekanatstag mit einem Schlußwort des Vorsitzenden geschlossen. Eine gemeinsame Mahl­zeit vereinigte die Abgeordneten zu lebhaftem Ge­dankenaustausch. Auch konnte der Kreisieiter der GlaubensbewegungDeutsche Christen". Herr De­kan Widmann, einige Abgeordnete als Mit­glieder der Bewegung gewinnen.

Landkreis Gietzerr.

)( Lich, 28. Aug. Der gestrige evangelische Jugendsonntag wurde durch einen Festgot­tesdienst besonders eindrucksvoll gestaltet. Unter Vorantritt des Pfeifer- und Trommlerkorps mar­schierten die Hitlerjugend mit dem Jungvolk und der Bund deutscher Mädchen mit der Jungschar in ge­schlossenem Zug zur Kirche, die Wimpel wurden zu beiden Seiten des Altars aufgestellt, der Po­saunenchor unter Leitung von stud. theol. Schäfer eröffnete den Gottesdienst mit einem Vorspiel von Bach. Mächtig klangen die Wechselgesänge zwischen Gemeinde unb Jugend durch das gefüllte Gottes­haus. Nach einer großen auf den Tag abgestimm­ten Liturgie sprach Stistspfarrer Draudt in ein­drucksvoller Predigt überfalsche und wahre Scham, eine Gewissensfrage für die deutsche Jugend". Mit Gebet, Vaterunser und einem Vortrag des Posau­nenchors wurde der Gottesdienst beschlossen. Nachher wurde ein Propagandamarsch der Jugend durch die Stadt mit nachfolgendem Appell abgehalten. Der Nachmittag wurde mit einer Wanderung ausgefüllt.

Kreis Friedberg.

$ Münzenberg und Trais - Mün­ze n b e r g , 28. Aug. Die Neuwahl des Kir- chenvorstandes und der Kirchenge - meindevertketung ergab eine starke Aenderung in der Mitgliedschaft. Schließlich war das ja auch der Zweck der von der kirch­lichen Behörde verordneten Neuwahlen, unsere kirchlichen Vertretungen, die stark überaltert waren, zu verjüngen und der Frontgeneration und dem kämpfenden Deutschland Raum zur Mitarbeit zu geben. Voraussetzung aber blieb selbstverständlich, wie schon immer, Kirchlich­keit und christlicher Lebenswandel. In beiden Gemeinden stellten aus Vertretern der alten Kirchenvorstände und Kirchengemeindcvertre- tungen zusammengesetzte Kommissionen je einen Wahlvorschlag auf. Da trotz zweimaligen Aufforderns keine Gegenvorschläge eingingcn, blieb eine Wahl mit all ihren unerquicklichen Erscheinungen erspart, so daß in den beiden Gemeinden der je eingereichte Vorschlag als gewählt galt. Danach setzt sich der Kirchen- v 0 rstand in Münzenberg aus einem gewesenen und fünf neuen Mitgliedern zu­sammen, und zwar Karl Maurer L, Gilbert Diehl (wiedergewählt), Hermann Buß II., Karl Hitzel, Wilhelm Walter V., Fritz Schäfer. Von den 20 Kirchengemeindevcr- tretern sind 11 wiedergewählt und 9 neuge­

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Amtsverkiindigungen aus den oberhessischen Kreisen.

Kreis Büdingen.

Der Amtstag in Nidda für den Monat September 1933 findet Freitag, den 1. Sep­tember 1933, vormittags von 9 bis 12 Uhr im Ratl-aus statt. 5407C

Zur Ausstellung von Reisepässen haben die Interessenten einen Paßbericht von der Bürgermeisterei sowie eine Photographie mitzubringen.

Kreis Friedberg.

Untersuchungen auf dem Kreisgesund­heitsamt zur Ausstellung von Zeugnissen usw. werden bis auf weiteres nur an den Amtstagen Dienstags und Freitags, vor­mittags von 9 bis 12)4 Uhr, oorgenommen.

Der Reichs mini st er für Ernährung und Landwirtschaft stellt, um der deutschen Geflügelhaltung bis zur Schaffung gesetzlicher Grundlagen für eine Verbesserung der Rentabilität der Geflügelzucht

die Durchhaltung ihrer Geflügelbestände zu er­leichtern,

durch die Reichsstelle für Getreide Futtermittel pnb sonstige landwirtschaftliche Erzeugnisse, Geschäfts- abteilung (RFG.), verbilligte Kartoffelstöcken zur Verfügung. Nach dem Erlaß des Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft vom 25. August 1933 (2/5 1005) erhalten die Geflügelhaltungen, die früher im Rahmen der Geflügelmaisaktion zum Be­zug verbilligten Maises und zuletzt zum Bezug von verbilligtem eofinierten inländischen Weizen berech­tigt waren, unter den gleichen Voraussetzungen für das dritte und vierte Vierteljahr 1933 die Berechti­gung zum Bezug verbilligter Karjoffelstocken, und zwar

a) Hühnerhalter für diejenigen Eier, die in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezomber 1933 gekenn- zeichnet in den Verkehr gebracht werden, im Ver­hältnis von 100 Eiern zu 30 Kilogramm Kartoffel­flocken,

b) Entenhalter für die genossenschaftlich erfaßten Eier, die in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1933 in den Verkehr gebracht werden, im Verhältnis von 100 Eiern zu 30 Kilogramm Kartoffelflocken,

c) staatlich anerkannte Geflügelzucht- und Lehr­wirtschaften in der Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezem­ber 1933 im Verhältnis von 15 Kilogramm Kartof­felstocken je Zucht- und Legehenne und Hahn.

Zum Ausweis über ihre Berechtigung erhalten die Geflügelhaltungen auf ihren Antrag von den zuständigen Üeberwachungsausfchüsfen einen

üarloffelflockenbezugsschein,

der dem früheren Mais- und Eofinweizen-Bezugs- schein nachgebildet ist. Die Berechtigung aus dem

Frankfurt still.

Frankfurt a. M., 31. Aug. (WTB. Draht­meldung.) Die Mittagsbörse eröffnete am Ultimo in sehr stiller Haltung und die Tendenz am Aktien­markt war nur als knapp behauptet anzusprechen. Die Publikumsorders, die Vorlagen, haben nicht ge­nügt, um dem Kursniveau eine Richtung nach oben zu geben, zumal besondere Anregungen fehlten. Der bisherige Verlauf der Leipziger Messe blieb fast ohne Beachtung, dagegen herrschte infolge des im­mer noch vorhandenen Abgabedrucks in JG.-Far- benaktien eine gewisse Unsicherheit. Dies Papier er­öffnete erneut 0,25 v. H. niedriger, wobei man Aus­landverkäufe vermutete. Die Kursgestaltung war uneinheitlich, es überwogen jedoch Abschwächungen von 0,25 bis 0,75 v. H. im Durchschnitt. Mehr rück­läufig waren Siemens mit minus 1,25 v. H., Di. Erdöl mit minus 1,5 v. H. und Rütgerswerke mit minus 1 v. H. Fester waren nur Elektrische Liefe­rungen mit plus 2 v. H. in Reaktion auf die letzt- tägigen Verluste. Die Umsätze waren allgemein sehr klein. Montanwerke lagen entgegen den Erwartun­gen des Vorbörsenverkehrs überwiegend von 0,13 bis 0,90 v. H. abgeschwächt. Nur Stahlverein blie­ben behauptet. Auch Elektrizitätswerte eröffneten meist etwas leichter, Bekula behauptet, ferner Aku (minus 0,75 v. H.), Zement Heidelberg und AG. für Verkehr je minus 0,5 v. H. Schiffahrtsaktien waren gut gehalten.

Der Rentenmarkt war etwas lebhafter. Die Kurspflege für Staatstitel ist im Hin­blick auf die Auflegung der neuen Postschah­anweisungen nur zu begrüßen. Amnestieanleihe lagen mit 100,50 v. H. unverändert, Altbesitz, späte Reichsschuldbuchforderungen zogen je 0,40 v. H. an, während Neubesitz und Schutz­

begehen. Kirchenrat Stra ,

Leitung einst das Gotteshaus erbaut wurde, war der Einladung seiner ehemaligen Gemeinde gern ge­folgt. Sein Sohn, Dekan Ludwig Str ad, aus Pfungstadt hatte den Vormittagsgottesdienst über­nommen und sprach in von Heimatluft durchwehten Worten über den Gedanken: das Gotteshaus nicht nur eine Zierde des Dorfes, sondern auch der Ort, in dem der Mensch als Wanderer zwischen zwei Welten an der Pforte zur Ewigkeit steht. Dekan Gußmann überbrachte die Glückwünsche der Kir­chenregierung und des Dekanats Gießen, und unter­strich das Gotteshaus in feiner Bedeutung für Herz und Gemüt. Der Gottesdienst war ausgeftaltet mit zwei Choren des Kirchengesangvereins Leihgestern und unter Leitung des Herrn Kohler (Großen-

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Leihgestern, 30. Aug. Unsere Gemeinde hatte sich am Sonntag zu einem seltenen Fest ge­rüstet, und der wolkenlose Himmel, von dem die Sonne strahlte, hatte seineFreude daran. 25 Jahre waren es her, seitdem unsere Kirche, an Stelle der alten, von einem ©eroitterfturm zerstörten, einge- . Tag galt es festlich zu ck (Gießen), unter dessen

Linden). v ,

Die musikalische Feierstunde am Nach­mittag zeigte wiederum eine vollbesetzte Kirche, neben der Gemeinde auch viel auswärtige Gaste. Sie wurde eröffnet durch ein Orgelpräludium von Bach, gespielt durch Herrn Oberreallehrer Blaß (Großen-Linden). In wechselnder Folge brachten bann Gesangverein Liederkranz unter seinem Diri­genten Oborwallehrer Blaß, GesangvereinEin­tracht" unter seinem Dirigenten Dauth (Win- decken), der Posaunenchor Leihgestern, Musikfreunde von Großsn-Linden und der Kirchengesangverein Leihgestern je zwei bzw. drei Lieder ober Stücke zum Vortrag. Daß sie alle vom Besten das Beste gaben, war auf den gespannt lauschenden Gesichtern der Zuhörer zu lesen. Das Ganze schloß mit einer Ansprache des Ortspfarrers anschließend an die In­schrift auf der Altardecke:Jesus Christus gellem und heute" mit der Mahnung, daß das Führer­prinzip, das jetzt wieder eine große Rolle spiele, seine vornehmste Anwendung finde auf den himm- fischen Führer, heute erst recht, da nur durch ihn die seelische Gesundung unseres Volkes erreicht wer­den könnte, die unser Volkskanzler neulich mit den Worten gemeint habe:Entscheidend für die Exi­stenzberechtigung eines Volkes ist die seelische Ge­sundung der Menschen." Gemeindegesang eröffnete und beendete die Feier, die noch lange in den Her­zen aller Teilnehmer mitschwingen wird.

Oekanaistag in Schotten.

ch Schotten, 24. Aug. 2m hiesigen Rat- haussaal trat heute der neu gebildete Deka­natstag des Dekanats Schotten zu einer außerordentlichen Tagung zusammen. Er wurde eingeleitet durch eine von dem Senior der Dekanatsgeistlichkeit, Pfarrer D. Fritsch, Rup­pertsburg, gehaltene Andacht, in welcher auf Grund von Matthäus Kap. 10, Bers 32 und 33, auf die Rotwendigkeit tapferen Bekennens zu Deutschtum und Christentum mit eindringlichen Worten hingewiesen wurde.

Sodann wurden die Verhandlungen durch De­kan Widmann, Schotten, eröffnet, der nach Begrüßung der vollzählig erschienenen Abgeord­neten die Herren Pfarrer Weimar, Gonterskir­chen, und Saal, Gedern, zu Schriftführern er- nannte. Weiter gedachte der Vorsitzende mit war­men Worten der verstorbenen Abgeordneten und Dekanatsausschußmitglicder Oberreallehrer i. R. Gerhard, Laubach, und Altbürgermeister Diehl, Rainrod, deren Gedenken in der üb­lichen Weise geehrt wurde.

Aach Feststellung der Beschlußfähigkeit nahm die Versammlung den Antrag des Abg. Pfarrer D. Fritsch betr. dieHerabsetzungderTa- ge gelber auf die Hälfte des seitherigen Satzes einstimmig an. Hierauf wurde der Bescheid des Landeskirchenamtes auf den letzten Dekanats­tag des Jahres 1931 bekannt gegeben.

Es folgten dann die vor^unehmenden Wah­len, wobei einstimmig gewählt wurden als welt­liche Mitglieder des Dekanatsausschusses die Ab­geordneten Fabrikant Eihfeller, Schotten, Lokomotivführer Schmidt, Gedern, Lehrer De - büß, Ruppertsburg, und Bürgermeister Rühl, Ober-Seibertenrod, als deren Stellvertreter die Abgeordneten Carl Doll, illfa, Heinrich Bach VIII., Ober-Seemen, Bürgermeister Högy, Laubach, und Altbürgermeister Rühl, älrichstein. Als Stellvertreter des Dekans und des Dekanstellvertreters im Dekanatsausschuh wurde für den aus dem Dekanat verzogenen Pfar­rer Wolf, Wingershausen, mit überwiegender Majorität Pfarrer Weimar, Gonterskirchen, gewählt.

Zur Deckung der Bedürfnisse des De­kanats- V'e rb andes für 1 933 und 1934

Kartoffelflockenbezugsschein ist jedoch im Gegensatz 3U der bei den Geflügel-, Mais- und Eosinweizen- Aktionen getroffenen Regelung nicht übertragbar. Die Lieferung der verbilligten Kartoffelflocken er­folgt durch die RFG. im Rahmen der ihr zur Ver­fügung stehenden Mengen bis auf weiteres zum Preise von 105 Mark für die Tonne einschließ­lich Sack frachtfrei Dollbahnstation zum Empfänger. Die RFG. ist nicht verpflichtet, Kartoffelstöcken in Mengen unter 15 Tonnen zu liefern. Da die Kar­toffelflocken durch jeden beliebigen Händler und jede beliebige Genossenschaft bezogen werden können, können die Geflügelhaltungen, deren Bezugsberech­tigung geringer ist, die Kartoffelflocken durch Ver­mittlung von Händlern ober Genossenschaften er­hallen.

Soweit sich Händler und Genossenschaften bei der Lieferung der verbilligten Kartoffelstöcken einschatten, wirb die RFG. dafür Sorge tragen, daß die Verbilligung den Geflügelhaltungen zu­gute kommt

und daß die Handelszuschläge der Händler und Ge­nossenschaften sich in angemessenen G r e n - zen hatten. Die verbilligten Kartoffelflocken dürfen nur von den bezugsberechtigten Geflügelhaltungen im eigenen Betrieb verfüttert werden. Die RFG. wirb bie für bie Bezugsberechtigung unb Lieferung ber verbilligten Kartoffelflocken im einzelnen maß­gebenden Bestimmungen in den nächsten Tagen herausgeben.

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