Ausgabe 
31.8.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 205 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Donnerstag, 3f. August (955

O.Jl.Sport

<$(t>rod)er (1900) bei den studentischen Weltmeisterschaften in Turin.

In den ersten Septembertagen werden die Augen der Sportwelt auf die Weltkampfspiele der Studenten in Turin gerichtet sein. Fast alle Kontinente haben ihre Besten gemeldet. Es wird auf dem Gebiete der Leichtathletik, des Schwimmens, Ruderns und Fußballs ge­kämpft. Tas weitaus größte Interesse wird natürlich wieder die Leichtathletik für sich in Anspruch nehmen. Tie deutsche Leichtathletik- Expedition unter Führung von D r. von Halt und Direktor Söllinger iTarm- stadt) stützt sich auf eine Reihe bewährter Kräfte. Mit berechtigtem Stolz darf es Gießen als Sport- und Universitätsstadt erfüllen, daß Eugen E l d r a ch e r in die deutsche Vertretung für die Kurzstrecken eingereiht worden ist. Als weitere Sprinter sind bestellt P f I u g und Müller (beide Berlin) sowie Bent (Bo­chum». Hoffen wir, daß die von dem 1900er in Öen letzten Wochen gezeigte Leistungssteigerung anhaltender Natur ist uns daß er in der Lage

fein möge, die deutschen Farben bei der star­ken internationalen Konkurrenz gut zu ver­treten.

Schuh- und Polizeihundeprüfungen in Wieseck.

Der Schutz- und Polizeihundeoerein Wieseck 1926 veranstaltet am kommenden Sonntag, 3. September, eine öffentliche Schutz- und Polizeihundeprüfung. Vormittags 8 Uhr wird Spurarbeit am Wiesecker Weg gezeigt, am Nachmittag, von 14 Uhr an, werden auf dem Sportplatz an der Waldeslust Gehorsams­übungen und Sicherheitsdienst oorgeführt.

Segelflieger abgestürzt.

Hirzenhain, 30. Aug. (WSN.) Ter 20jährige Vermessungstechniker Georg M ö r - scher aus Siegburg a. d. Sieg, der zur Zeit in Hirzenhain einen Segelfliegerkursus absol­viert, stürzte bei Simmersbach ab. Mit einem Oberschenkelbruch und anderen schweren Ver­letzungen wurde er in das hiesige Kranken­haus eingeliefert.

Frauenturnen im Bezirk Hessen der DT.

Weitere Ergebnisse.

Vierkampf, Turnerinnen.

Volkstümlicher Vierkampf (90 Be­werberinnen, 44 Siegerinnen): 1. Erika Röh- mig, Mtv. Gießen, 84 P.; 2. Frieda Peter, Tgm. Laubach, 82; 3. Marta Arabin, Tv. Wetz­lar, Lieselotte Nüber, Tv. Wetzlar, Ria Philipp, Tv. 1846 Gießen, Tilli Reinheimer, Tgm. Friedberg, Anneliese Schwarz, Tgm. Friedberg, 76; 4. Mathilde Koch, Tv. 1846 Gießen, 75; 6. Erna Petermann, Tv. Nidda, 70; 9. Kalbe Bath, To. Heuchelheim, 67; 14. Hildegard Pappe, Tv. Lich, 62; 16. Christine Schmidt, Mtv. Gießen, 60; 17. Emma Ruckstuhl, Mtv. Gießen, 59; 20. Anna Lehmann, Tv. Nidda, Wilma Schleenbecker, Tv. Kinzenbach, Ida Fett, To. Großen-Linden, 55.

Iugendturnerinnen, Oberstufe.

Zehnkampf (57 Bewerberinnen, 42 Sie­gerinnen): 1. Minna Port, Tv. Alsfeld, Erika Schneider, Tv. Wetzlar, 176 P.; 2. Erika Wie­gand, Tv. 1846 Gießen, 171; 3. Minna Lotz, Tv. W i e f c rf , 164; 8. Hedwig Döll, Mtv. Gie­ßen, Marie Schmidt, Tv. Lich, 156; 9. Käthe Wissig, Tv. Lich, 155; 11. Frieda Flick, Tv. Freienseen, 149; 13. Paula Schäfer, To. Lich, 147; 14. Hilde Würtz, Tv. Krofdorf, 146; 16. Ilse Schneider, To. Krofdorf, 144; 18. Marie Will, Tv. Krofdorf, 142; 19. Marta Menges, Tv. Großen-Linden, 141; 20. Thea Walz, Tv. Lich, 140; 21. Elisabeth Schweizer, Tv. Her- mannftein, Emmi Grau, Tv. Treis a. ü. L., Anna Schnabel, Tv. Groß-Eichen, Erna Bach, Tv. Heuchelheim, 139; 22. Marie Heidt, Tv. Lang-Göns, 138; 23. Hildegard Seibert, Tv. Wieseck, 137; 24. Marie Weber, Tv. Gr.- Linden, 136; 25. Emma Keller, Tv. Freienseen, Marie Griebel, Tv. Hermannstein, Hilde Blaß, Tv. Krofdorf, 135.

Iugendturnerinnen, Unterstufe.

Achtkampf (119 Bewerberinnen, 94 Sie­gerinnen): 1. Hildegard Huisgen, Tv. Wetzlar, 161 P.; 2. Annemarie Kröck, Tv. 1846 Gie­ßen, 146; 8. Ruth Winttelin, Tv. 1846 Gie - ß en , 144; 4. Emmi Ellermeier, To. 1846 Gie­ßen, Gretel Kreiling, Tv. Heuchelheim, Erika Bill, Tv. Hermannstein, 138; 5. Hedwig Schnei­der, Tv. 1846 Gießen, 135; 6. Anneliese Zoll- mann, Mtv. Gießen, 134; 7. Anna Sack, Tv. Heuchelheim, 133; 10. Marie Engelhardt, Tv. 1846 Gießen, Emmi Reinstädtler, Tv. Heuchel­heim, 130; 11. Marta Benderoth, Tv. 1846 Gie-

Stiefel aus und Stiefel nieder...

Erlebnisse mit Deutschen in der Welt.

Uon Joses Ponten

Im Jahre 1909 ging ich in Neapel in eine dunkle Schenke. Der Wirt fragte mich ein bißchen aus, und als er gehört hatte, daß ich aus der Ferne, aus Aegypten, kam, legte er mir ein Schreibebuch vor mit der Bitte, mich darin einzutragen Ich legte einige Seiten in dem Buche um und stieß auf deutsche Berse, die lau­teten:

Ich blattre in dem Buche und suche, suche, suche Verwandte und Bekannte. Ich sinde keinen mehr.

Peter Schmuhl, Deserteur. Stiefel auf und Stiesel nieder, Wer gibt mir meine Heimat wieder?

Die Zeilen dieses oersemachenden armen Teufels, des Deserteurs Peter Schmuhl natürlich hieß er anders, trafen mich mitten in die Seele und er­schütterten mich so, wie es selten der Vers eines großen Dichters getan hat: Stiefel auf und Stiefel nieder ...

Im heißen Amerika erzählten mir Indianer, daß sie einmal einen großen Häuptling hotten, der Me- non hieß, was in ihrer Spracheder Schweigsame" bedeutet, und daß Menon rote Haare gehabt habe. Ich beruhigte mich nicht dabei und konnte in Erfah­rung bringen, daß Menon ein flüchtiger Mann ge­wesen war, Johann Selling geheißen hatte und wahrscheinlich aus Iserlohn flammte.Der Schweig­

Im Norden Amerikas, im Lande der Siouxindia- ner, fand ich die Frau des SiouxindianersStehen­der Bär", aber sie hieß eigentlich Gretl Hopfengar­ten und war in Wien geboren. Als ich sie traf, war sie schon alt, hocherrötend suchte sie in ihrer Erin­nerung nach Worten der Sprache ihrer Jugend, und es kam noch eine leidliche deutsche Unterhaltung zu­stande. DerStehende Bär", ein Riese und schöner Indianer, lächelte dazu.

In der Gegend der Mississippimündung, wo es heiß und feucht ist und wo man Reis pflanzt, wies uns ein Neger in ein Haus, wo Deutsche wohnen sollten. Wir gingen hinein, und die Farmerin fiel meiner Frau um den Hals, sie war ihr Kindermäd­chen gewesen. In dem Hause und in der Gegend

ßcn, Gretel Berg, Mtv. Gießen, Irmgard Krahl, Tv. Großen-Linden, 129; 12, Anneliese Georg, Tv. 1846 Gießen, Margot Küthe, Tv. 1846 Gießen, 128; 13. Marie Blasini, Tv. Lich, Elfe Kampf, Tv. 1846 Gießen, 127; 14. Anni Rcuschling, Mtv. Gießen, 126; 15. Irmgard Neidet, Tv. Heuchelheim, Gertrud Schmidt, Mtv. Gießen, Marta Rinn, Tv. Heuchelheim, 16. Käthe Schmalz, Mtv. Gießen, Erna Sack, Tv. Heuchelheim, Christel Herbert, Tv. 1846 Gießen, Friedel Haus, Tv. 1846 Gießen, Lotte Kopp, Tv. Klein-Linden, Ilse Weiberling, Tv. 1846 Gießen, Anni Volkmann, Tv. Heuchel­heim, 124; 17. Ilse Paulatich, Tv. 1846 Gießen, 123; 18. Anni Wirbelauer, Tv. Wieseck, Marie Weigel, Tv. Klein-Linden, Gertrud Weber, Tv. Lich, 122; 19. Erna Schmidt, Tv. Krofdorf, 121; 20. Elli Bebling, Tv. Heuchelheim, Elfe Lud­wig, Mtv. Gießen, Elisabeth Isheim, Tv. Grüningen, Hilde Feuser, Tv. 1846 Gießen, 120; 21. Gretel Degen, Tv. Großen-Linden, Liesel Henkelmann, Tv. Heuchelheim, 119; 22. Pauline Faber, Tv. Großen-Linden, Hilde Leib, Tv. Krofdorf, 118; 23. Emmi Junker, Tv. Großen-Linden, Emmi Schöttler, Tv. Großen- Linden, Anneliese Lamm, Tv. 1846 Gießen, Else Röhrig, Tv. Lich, 117; 24. Anni Freitag, Tv. Heuchelheim, Tilli Rinn, Tv. Klein-Linden, Hildegard Mohr, Tv. Gambach, Liselotte- lickc, Tv. 1846 Gießen, 116; 25. Elli Stamm, Tv. Groß-Eichen, Ida Dern, Tv. Großen- Linden, Marie Burgard, Tv. Klein-Linden, Lore Bücking, Tv. 1846 Gießen, Lina Seitz, Tv. Heuchelheim, Käthe Prünncr, Mtv. Gießen, Margarethe Seim, Mtv. Gießen, 115; 26. Emmi Bender, To. Heuchelheim, Marie Hofmann, Tv. Heuchelheim, 114; 27. Irma Bender, Tv. Grüningen, Lina Volkmann, Tv. Heuchelheim, 113; 28. Meta Albach, Tv. Groß-Eichen, 112; 29. Irmgard Schupp, Tv. Großen-Linden, 111; 30. Emmi Steinmüller, 110; 31. Else Busch, Tv. Gambach, 109; 32. Lina Rinn, Tv. Heuchelheim, Anneliese Beinhorn, Tv. Großen-Linden, Wil­helmine Frischhorn, Tv. 1846 Gießen, 108.

Sondervorführungeu.

Es wurden 21 Vereinsriegen bewertet und zwar:

1. Rang: Tv. Nieder-Wöllstadt (12 Teiln., rhythmische Gymnastik); Tv. Krofdorf (9 Teiln., schwunghafte Stabübung); Tv. Großen-Linden (6 Teiln., Keulenübungen); Tgm. Friedberg (8 Teiln., Bewcgungsgruppe); T. u. Spv. Marburg (18 Teiln., Bodenübungen in Ge­

sprächen die Leute nicht nur deutsch, sondern sie sprachen das Plattdeutsch unserer Heimat, der Um­gegend von Aachen, das von Geilenkirchen und Heinsberg, und ihre Knechte, die Neger, suchten es zu lernen.

Auf einer kleinen, halb tropischen Insel in einem Meere, das ich nicht nennen will, traf ich einen einsamen Robinson, der in einer Hütte mit zwei kleinen Vögeln lebte und sich vom Fischfang nährte. Als aber beim kleiderzerreißenden Streifen durch den verwachsenen und verdornten Inselurwald meine Begleiter etwas zurückblieben (oder hatte der Ro­binson mich von ihnen fortgelockt?), begann der Mensch, der vorher nur spanisch und englisch ge­sprochen hatte, unter seinem Riesenhute hervor deutsch zu flüstern. Er mußte einmal, einmal deutsch sprechen, wenn auch nur zwei erhaschte Minuten lang, er mußte sein Herz entladen: er war ein deut­scher Adeliger, Schuld klebte an seinen Händen, er bestrafte sich selbst mit Verbannung und Einsamkeit.

In Marokko machte ich mich an die Fremdenlegion heran, die französische und spanische. Da lernte ich Männerschicksale kennen, vornehmlich deutsche! Ein Mann stammte aus Schwabing. 60 bis 70 v. H. der Legionäre sollen Deutsche sein. 30 000 deutsche Legionäre dürfen heute unter der glühenden Sonne Afrikas für die Sache Frankreichs schwitzen, kämp­fen, bluten und sterben. Franzosen, sagten die Legio­näre, seien nur wenige in der Legion.

Ich will nicht reden von den vielen blonden Jun­gens, die einem in den Balkanländern, in Aegypten, Tunesien und Sizilien über den Weg laufen. Ich will aber reden von der spanischen Bäuerin, die- ich, weil sie so blauäugig ist, nach ihrem Namen frage. Die Sefiora hat einen deutschen Namen, kann ihren Namen kaum aussprechen, aber sie und viele Leute jenes Dorfes in Andalusien wissen noch, daß die Vorfahren in geschlossenem Zuge aus Deutschland zur Zeit König Karls gekommen sind.

Man sagt, daß der Deutsche im Auslande nichts Eiligeres zu tun habe, als feine Muttersprache zu verleugnen. Man frage aber seine eigene Erfahrung, wie der Mund sich auf eine fremde Sprache ein- ftellte, wenn man sie lange hat sprechen müssen und richtig hat sprechen wollen. Der allein und auf sich Angewiesene, im fremden Sprachmeere Lebende, wird seine Muttersprache verlernen, wenn er durch viele Jahre keine Gelegenheit hat, sie zu sprechen. Aber ist traf nicht nur jene geschlossen wohnenden und also Aachener Deutsch redenden Rheinländer am unteren Mississippi, sondern auch im Staate Wis-

sellfchaftsform); Tv. Wetzlar (11 Teiln., Grup- pen-Grotcske); Tv. 1846 Gießen (12 Teiln., Gemeinturnen an drei Barren).

2. Rang: Tv. Klein-Linden (8 Teiln., Volkstanz); T. u. Spv. Griedel (9 Teiln., Springen am Pferd); Tv. Groß-Eichen (10 Teiln., Barren); Tgm. Laubach (7 Teiln., Barren); Tv. Freienseen (6 Teiln., Gcmcin- schaftsübungen am Barren mit ungleichen

Holmen); Tv. Lich (11 Teiln., Bodenübungen); Mtv. Bad-Nauheim (10 Teiln., Keulen- und Freiübungen»; Tv. Lauterbach (6 Teiln., Stab­übungen); Tv. Trais a. d. L. (12 Teiln., Neigen); Tv. Wieseck (6 Teiln., rhnthmische Hebungen); Mtv. Gießen (7 Teiln., Barren); Tv. Heuchelheim (12 Teiln., Freiübungen); Tv. Klein-Linden (10 Teiln., Keulenübungen); Tv. Grünbcrg (9 Teiln., Freiübungen).

Sportfest des Arbeitsdienstlagers Gedern.

Don schönstem Wetter begünftiat, gestaltete sich das Sportfest in Gedern zu einem sportlichen Ereignis ersten Ranges. An dem ersten Tage fanden vor einer großen Zuschauermenge imGroßen See" bei Gedern die

Schwimmwettkämpfe

statt, aus denen folgende Sieger hervorgingen:

10 0 Meter Crawl: 1. Preis Kaiser, Ar­beitsdienstlager Schotten; 2. Sdjorr, Arbeits­dienstlager Gedern.

100 Meter Brustschwimmen: 1. Preis Wenzel, Arbeitsdienstlager Gedern; 2. Schlitt, Arbeitsdienstlager Burkhards.

10 mal 5 0- Meter-Staffel: 1. Preis La- germannschaft Gedern. Diese Mannschast erhielt den von der Gemeinde Gedern gestifteten Wanderpreis. 2.Pr. Lagermannschast Burkhards; 3.Pr. Lagermann­schaft Eichelsachsen. Das Wasserballspiel gewann Ge­dern gegen die komb. Mannschaft Schotten-Eichel­sachsen mit 4:2 Toren und errang der Sieger somit den Wanderpreis der Gemeinde Wenings.

Am folgenden Tag um 6 Uhr war großes Wecken. Punkt 8 Uhr begannen die Ausscheidungskämpfe im Fuß- und Handball auf dem Sportplatz des Tv. Gedern. Der Sportplatz sowie der anschließende Fest­platz waren mit über 70 schwarzweißroten und Ha­kenkreuzfahnen und unzähligen Girlanden ge­schmückt. Die Ausscheidungskämpfe in Fuß- und Handball, an denen 15 Lagermannschaften beteiligt waren, dauerten bis gegen 13 Uhr.

Um 14 Uhr marschierte unter Vorantritt des Mu­sikzuges des ©ruppenffammlagers Büdingen ein großer

Festzug

mit mehreren Spielmannszügen und der Stadt­kapelle Gedern durch die Straßen der Stadt, die mit den Farben der nationalen Erhebung festlich geschmückt waren, zum Sportplatz, wo ein Vorbei­marsch an den Führern des Arbeitsdienstes statt- faud. Am Zug beteiligten sich sämtliche Arbeits­dienstabteilungen der Gruppe Oberhessen-Süd, fer­ner die NSDAP. Ortsgruppe Gedern mit ihren Untergliederungen und die Gederner Vereine. Der Nachmittag war ausgefüllt mit den

Entscheidungskämpfen der Fuß- und Handball-Pokalspiele sowie leichtathletischen Kämpfen, bei denen Tau­sende von Zuschauern zugegen waren. Den 1. Preis und Wanderpreis des FC. Alemannia Gedern er­rang im Fußballpokalspiel die Lagermannschaft Gedern. Zweiter Sieger im Fußball wurde die La­germannschaft Büdingen. Den 1. Preis und den von Dr. Bach, Gedern, gestifteten. Wanderpreis bei den Handballpokalspielen konnte ebenfalls die La­germannschast Gedern erringen. Zweiter Sieger im Handball wurde die Lagermannschaft Schotten.

Oie Ergebnisse

der leichtathletischen Wettkämpfe.

Vierkampf (10er-Mannschaft): 1. Sieg Ge­dern mit 585 Punkten. Es fiel -somit der von der Gruppe Oberhessen-Süd gestiftete Wanderpreis (Po­kal) an Gedern; 2. Sieg Burkhards a) mit 578 Punk­ten; 3. Sieg Eichelsachsen mit 484 Punkten; 4. Sieg Babenhausen mit 474 P.; 5. Sieg Glashütten mit 464 P.; 6. Sieg Schotten mit 457 P.; 7. Sieg Ober- Lais mit 336 P.; 8. Sieg Burkhards b) mit 332 Punkten. Einzelwertung im Mannschafts- Dierkampf: 1. Preis und Wanderpreis des Gaues erhielt Wiener, Arbeitsdienstlager Burkhards mit 77 Punkten; 2. Preis Veith, Gedern, 70 P., 3. Pr. Albrand, Burkhards, 68 Punkte; 3. Pr. Maurer,

Gedern, 68 P.; den 4. Pr. mit 67 P. erhielten Kun­kel, Burkhards, und Bartelmai, Babenhausen, den 5. Pr. mit 66 Punkten Heinrich, Gedern; Rüb, Ge­dern; Heep, Burkhards; den 6. Pr. mit 64 Punkten Mundsdorf, Gedern, Hering, Eichelfachfen, Schmidt, Burkhards, und Burghardt, Schotten. Im 400-Meter- Lauf wurde 1. Sieger Stalinsky, Glashütten, 2. Sieger Dluzack, Babenhausen, und 3. Sieger Jörg, Burkhards. Im Langlauf (zirka 6000 Meter) siegte Stalinsky, Glashütten; 2. Sieger wurde Horst, Her- chenhain. Trostpreise erhielten Wöll, Schotten; Fren» ser, Glashütten; Laukhargt, Schotten, und Jakob, Herchenhain.

Die 4 mal 100- Meier Pendelstaffel gewann die ^-Mannschaft von Burkhards in 51,2 Sekunden; 2. Sieger wurde die 6-Mannschast von Burkhards in 52,4 Sek.; 3. Sieger wurde die Mann­schaft von Gedern in 53,2 Sekunden.

Um 20 Uhr begrüßte var der Preisverteilung der kommissarische Bürgermeister Beyer, Gedern, den Führer des hessischen Arbeitsdienstes Bezirksführer Faatz, den Gruppenführer von Oberhessen-Süd Schmidt, den Gruppenführer von Starkenburg- Süd von Preuschen, den Gruppenführer von Davidson und alle anderen Führer des frei­willigen 'Arbeitsdienstes, .sowie die Mannschaften und hieß sie in der Stadt Gedern herzlich willkom- men. Alsdann sprach Ortsgruppenleiter Klein- Gedern über die Bedeutung des Arbeitsdienstes. Bezirksführer Faatz schilderte Zweck und Ziel des Sportes im Arbeitsdienst und erwähnte u. a., daß hier kein Jagen nach Rekorden beabsichtigt sei, son­dern daß durch den Sport die Jugend körperlich er­tüchtigt werden soll, denn nur in einem gesunden Körper könne ein gesunder Geist wohnen. Sodann nahm Bezirksführer Faatz die

Verteilung der Preise

vor. Außer einer schönen Ehrenurkunde erhielt je­der Preisträger einen Ehrenpreis, wozu wertvolle Gegenstände gestiftet waren. Gegen 22 Uhr wurde das große Feuerwerk abgebrannt, das sich zu einem großen Schauspiel gestaltete. Die Kapelle des Gruppenstammlagers Büdingen spielte anschließend zum Tanz auf. Erwähnt sei noch, daß der Führer des Arbeitsdienstlagers Gedern Feldmeister K ü r - ner mit seinen Unterführern und Mannschaften die­ses Sportfest sehr gut vorbereitet hatte. Die Durch- führung der sportlichen Wettkämpfe funktionierte tadellos.

Handball im 7. Kreis der OT.

Lützellinden I Groß-Rechtenbach I 8:4 (4:3).

Die Gäste spielten mit großem Eifer, und man sah bis Halbzeit die Gastgeber immer nur mit knappem Vorsprung. Die Gastgeber zeigten nicht das ge« wohnte Spiel und konnten sich erst nach Halbzeit etwas besser zusammenfinden.

Kurze Sporinoiizen.

Charles Hoff, einst der beste Stabhochsprin- ger der Welt, ist durch einstimmigen Beschluß des Norwegischen Leichtathletik-Verbandes wieder zum Amateur erklärt worden.

M i t einem neuen Rekord wartete unser Speerwurfmeister W e i m a n n (Leipzig) bei den Danziger Volkssporttagen auf. Weimann erreichte eine Weite von 73,50 Meter und überbot damit seine erst vor kurzem aufgestellte Bestleistung um fast einen Meter.

*

Tennismeister des Reichsheeres wurde im Einzel Leutnant Pachaly, der im Endspiel Leutnant von Tippelskirch 6:1, 6:1, 7:5 besiegte.

konsin den bayerischen Farmer, der nie in Deutsch­land gewesen, dessen Großvater schon in Amerika geboren war. Er sprach echt bayerisch und hatte sich mit Hilse der Zeitung eine Frau aus Bayern kom­men lassen das ganie Dorf mit dem französischen Namen Le Roy beftano eben aus Bayern. So fand ich in Nebraska und Kalifornien Wolgadeutsch spre­chende Leute, denn Wolgadeutsche wohnen dort zum Beispiel 150 000 in einem besonderen Stadtteil der kalifornischen Stadt Fresno. Wir unterhielten uns miteinander vonunserer Wolga".

Eines Tages legte ich in Neuyork einem Ameri­kaner in mittleren Jahren die Hand auf die Schul­ter und sagte zu dem Ueberraschten: Halloo, boy, do you remember nämlich, daß wir zwei aus einem Mutterleibe kommen? Es war mein jüngerer Bruder Jakob, der jetzt Roy heißt. Als junger Bursche war er von zu Hause ausgerissen Und war verschollen. Er konnte kaum noch deutsch sprechen, und er erzählte mir auf englisch von seinen Wan­derungen und Fahrten in Australien, Hinterindien und Südamerika, vor deren Farbenreichtum ich kleinlaut wurde. Ich hatte auch einige Länder ge­sehen und Völker beobachtet und brachte das vor. Aber mein Bruder behauptete, meine Länder- und Dölkerkenntnis sei die eines akademischen Reisenden und überhaupt recht gering, ich sei wohl eher ein deut­scher Stubenhocker zu nennen. Wir trennten uns wieder, der eine sagte: Good bye, brother, und der andere: Auf Wiedersehen, Brüderlein wir werden uns wohl eines Tages irgend wo in der kleinen Welt wieder begegnen.

Damals hatte ich herausgefunden, daß im dichte­rischen Schrifttum der Reiseroman eine große Rolle spielte. War nicht dieOdyssee" Homers ein Reise­rn man, WolframsParzival", derDon Ouichotte", SwiftsGulliver", GoethesWilhelm Meister"? Gerade mit dem Reiseroman sind wir in der aller­größten Weltliteratur. Natürlich, da das Epische Be­wegung schildern will wie vorteilhaft, wenn sie schon im Stoffe liegt! Ich konnte mir in jener Un­terredung unter der Erde in der Neuyorker Unter­grundbahn nicht versagen, Roy auf die geistigen Er­lebnisse, wie sie aus meiner Art zu reifen kämen, hinzuweisen, und daß Homer und Goethe wahr­scheinlich auch ... aber er schnalzte ungeduldig mit dem Finger und fragte, ob ich zum Beispiel imstande sei, in einem Tage tausend halbwilde Pferde zu brennen? Nein, mußte ich zugeben, bas fei ich nicht..

Zeitschriften.

3m Verlag Neue Nation, Berlin-Schöneberg, erscheint im ersten JahrgangDiedeutscheFrau- enfront, Offizielles Organ der deutschen Frauen­front, herausgegeben von Lydia Gottschewski; Schrift­leitung Marie Diers, Dr. Else Vorwerk, Eleonore Bartling. Die Zeitschrift, deren erstes Heft iCUuguft 1933) uns vorliegt, ist in erster Linie für die Führe­rinnenschulung bestimmt; sie steht, wie die Schrift- leitung in einer kurzen Einführung betont, in be­wußtem Gegensatz zur alten liberalistischen Frauen­bewegung und in bedingungsloser Gefolgschaft zum Führer Adolf Hitler. 3m gleichen Sinne kennzeich­net das Geleitwort von Lydia Gotts ch e w s k i die Auf­gaben der Frau im neuen Staat. Dr. Emmy Wagner umschreibt in übersichtlicher Schilderung Sinn und Aufgabe der deutschen Frauenfront. Die übrigen Aufsätze verfolgen den großen Gesichtspunkt in Einzelthemen; so schreibt u. a. Eva von Schröder über die AS-Wohlfahrt, Dr. Else Vorwerk über Würde und Wert des Hausfrauenberufs, Dr. Em­my Wagner über den nationalen Mutterdienst, Magdalene Heil über die Landsrau im national­sozialistischen Aufbau. Die straff geleitete, gut und schlicht ausgestattete Zeitschrift dient in allen Tei­len ihres 3nhalts der einheitlichen 3dee der nativ- nalsozialistischen Bewegung und versteht es, die drängenden Probleme im Sinne der Führung und immer im Hinblick auf die praktische Auswirkung im Lebenskreise der deutschen Frau anschaulich und wegweisend zu gestalten. Berichte, Bekanntmachun- gen und Besprechungen runden den 3nhalt des vielseitigen ersten Heftes ab.

Hochschulnackrichten.

Auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Derussbeamtentums wurde den folgenden Dozenten an der Universität Heidelberg die Lehrbefugnis entzogen: den ordentlichen Hono­rarprofessoren Albert Fraenkel (Tuberkulose), Walter Lenel (Mittlere Geschichte), Siegfried L o e w e (Pharmakologie), und Leopold P e r e l s (Deutsches Privatrecht), dem nichtplanmähigen a. o. Professor Ludwig Schreiber (Augenheil­kunde), und den Privatdozenten Raymond Kli- b a n s k h (Philosophie), Hans Laser (Patholo­gie), Walter Pagel ^Pathologisch« Anatomie und Geschichte der Medizin), Fritz 2tern(Haut- und Geschlechtskrankheiten), und Ernst Witeb- sky (Jmmunitätslehre und Serologie).