Ausgabe 
31.8.1933 Erstes Blatt
 
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Nation: Funkbericht von der Eröffnung des großen Parteikongresscs mit Übertragung der Proklamation des Führers. Anschließend Funk- bericht vom Besuch des Führers im Waldlager der Hitler-Jugend am Valzner Weiher.

Vier Sonderzüge Sleßen - Nürnberg.

Auf den größeren Bahnhöfen unseres Ba- terlandes herrscht heute und morgen Hochbe­trieb. Ter Neichsparteitag in Nürnberg, der Hunderttausende von Parteigenoffen, SA.- Leuten, Hitlerjugend usw. in der alten Reichs­stadt vereinigen wird, wirkt sich bis in die äußersten Punkte unseres Vaterlandes aus. Zahlreiche Sonderzüge fahren nach Nürnberg. Vom Gießener Bahnhof aus werden allein vier Sonderzüge abgefertigt.

Ter erste dieser Sonderzüge verläßt bereits heute um 17.41 Uhr vom Bahnsteig 1 aus unsere Stadt. In ihm fährt die Hitler-Jugend aus Gießen und umliegenden Gebieten nach Nürnberg. Die Jugend von auswärts traf zum Teil schon heute morgen in unserer Stadt ein und bezog auf den Wiesen hinter dem Landgerichtsgefängnis kurzes Lager. Ein zwei­ter Sonderzug fährt um 21.56 Uhr (Bahn- steig 5), der von den Angehörigen der politi­schen Organisationen der NSDAP, benützt werden wird. Im Laufe des morgigen Tages fahren die zwei übrigen Sondcrzüge, die von der SS. und der SA. benützt werden. Der erste Zug fährt 20.15 Uhr iBahnsteig 2), der zweite um 20.50 Uhr (Bahnsteig 1) von Gießen ab.

Neben den Sonderzügen, die von hier aus abgehen, berühren verschiedene Sonderzüge aus dem rheinischen Industriegebiet unseren Bahnhof. Am heutigen Tage passieren bereits fünf Züge aus den Städten Münster, Bochum, Dortmund, Hamm und Hagen die Stadt, mor­gen folgen drei weitere Züge aus Kassel, Dil­lenburg und Bochum. Am Samstag wird ein weiterer Zug aus Bochum über Gießen fahren.

Die Gießener Sonderzüge kehren in den Tagen vom 3. bis 5. September aus Nürnberg zurück.

(tficficncr Wochcnmarktpreisc.

Gießen, 31. Aug. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,30 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (inländische) 10, Wirsing (grün), das Pfund 8, Weiß­kraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Ruben 8 bis 10, Rote Ruben 10, Römischkohl 5 bis 10, Bohnen (grün und gelb) 15 bis 20, Mischgemüse 10, Tomaten 15 bis 18, Zwiebeln 7 bis 10, Kürbis 6, Kartoffeln 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50, Früh- äpfel, das Pfund 10 bis 12 Pf., Pfirsiche 30 bis 35, Brombeeren 25, Preißelbeeren 30, Birnen 10 bis 25, Zwelschen 12, Mirabellen 15 bis 20, Reineklauden 12, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 5 bis 40, Salat 6 bis 8, Salatgurken 5 bis 30, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 7 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 15 Pf.

Bornotizcn.

Tageskalend^r für Donners­tag: Stadttheatcr, 20.15 Uhr,Arbeit! Dienst! Pflicht!". - Bergschenke, 20 Uhr, Militärkon­zert der Neichswchrkapclle,' großes Brillant- fcuerwerk (Autoumleitung Friedrichstraße Leihgcstcrner Weg». Kathol. Vereinshaus, 9 bis 19 Uhr, Möbelausstellung der Kelkheimer Möbelfabrik. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Paprika" mit Franziska Gaal.

** Unser Bataillon wird am kommen­den Montag 11.40 Uhr vom hiesigen Bahnhof absahren, um in der Gegend von Ulm und Münsingen an Hebungen in kleinerem Trup- pcnverbande teilzunehmen. Die Kompanien werden um 9 Uhr von den Kasernen abmar­schieren. Der Marsch zum Bahnhof geht durch die Licher Straße, Hindenburg-Wall, Frank­furter Straße, Klinikstraße zur Frankfurter Rampe auf dem Güterbahnhof bei der Eisen­bahnbrücke im Zuge der Klinikstraße.

** Der Voranschlag der Stadt Gießen fürdas Rechnungsjahr 19 3 3 liegt, wie aus einer Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil hervorgeht, vom 31. August ab während der Dauer einer Woche im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 17, zu jedermanns Einsicht auf. Auf die Bekannt­machung sei besonders aufmerksam gemacht.

** Geschäftsjubtläum. Das Scho­koladenhaus Weihl, Selteröweg50, kann am morgigen 1. September auf sein 80jährigcs Bestehen zurückblickcn. Die Firma ist das äl­teste Spezialhaus am Platze und erfreut sich bei unserer Bürgerschaft eines guten Rufes.

** Hessischer Landesverband für das Dekorateur-, Sattler- und Tapeziergewerbe. Vom 2. bis 3. September veranstaltet der Hessische Landes­verband für das Dekorateur-, Sattler- und Tapeziergewerbe seinen 11. Verbandstag in Offenbach a. M. im Stadtgarten. Die Tagung, deren Protektorat der Präsident der Hessischen Handwerkskammer, Jnnungsführer Fritz Müller-Mainz, übernommen hat, befaßt sich mit bcrufsständischcn Fragen. Aus dem Programm der Hauptversammlung am Sonn­tag, 3. September, sind der Vortrag des Prä­sidenten Müller über:Die Stellung des Handwerks im neuen Staat", und der Vor­trag des 2. Verbandsführers Fröli ch-Darm- stadt überMensch und Maschine" hervorzu­heben. Auf die Veranstaltung, die für das selbständige Sattler-, Tapezier- und Dekora- teurgewcrbe zu einem besonderen Ereignis werden dürfte, sei besonders aufmerksam ge­macht.

** Das Capersburgtreffen fällt aus. Das für den 10. September angekündigte diesjährige Capersburgtreffen der evangelischen Jugend in der Wctterau muß aus verschiedenen Gründen, nicht zu- legt wegen des acht Tage vorher stattfindenden Ju- gendherbergstages, abgesagt werden. Es findet, wie in den letzten Jahren, dafür wieder im kommenden Frühjahr statt.

Briefkasten der Hcöaffion.

tRechisgutachten sind ohne Verbindlichkeit bei ödinftleltung i

Landwirt h. h. in Gießen. Wir konnten trotz Umfrage bei verschiedenen Behörden keine Klärung zur Beantwortung Ihrer Anfrage herbeiführen. Wir empfehlen Ihnen, sich doch einmal direkt an die Hessische Bauernkammer in Darmstadt zu wenden.

C. $., Gießen. Wie wir von zuständiger Seite erfahren, wird der Zirkus Althofs in diesem Jahre nicht in Gießen gastieren.

Oberhessen.

Zwei gewerbsmäßige Fahrraddiebe vor Gericht.

& Lauterbach, 30. Aug. Vor dem hiesi­gen Amtsgericht wurden zwei gefähr­liche Fahrraddiebe, die ihr Handwerk gewerbsmäßig betrieben, abgeurteilt. Die bei­den Burschen, H. Müller und G. Ruß aus Fulda, haben in den letzten Jahren in Fulda und Umgegend, und als ihnen dort der Boden zei weise zu yeiß wurde, auch in der hiesigen Gegend eine Unmenge Fahr­räder gestohlen. An den Rädern wur­den meistens verschiedene Teile ausgewechselt und dann weiter veräußert. Fast sämtliche Fahrraddiebstähle in Lauterbach und Umge­gend sind auf das Konto der beiden zu buchen. Leider konnten ihnen nicht alle Fälle restlos nachgewiesen werden, weil die meisten Geschä­digten ihr Rad nicht richtig beschreiben und keine Nummern angeben konnten. Müller, der jedenfalls der Haupttäter bei allen Dieb­

Grundsatz Gemeinnutz geht vor Eigennutz" aufge- baut ist. Alsdann erwähnte er die Stellung der Frau im nationalsozialistischen Staate und sprach von den Aufgaben, die ihr im Dritten Reiche ge- stellt sind. Bei einem Vergleich der Arbeitslosen­zahl von vergangenem und diesem Jahre stellte Pg. Wagner mit Genugtung fest, daß diese Zahl um ein Beträchtliches gesunken ist. Am Schlüsse seiner Ausführungen forderte er auf, daß sich jeder von dem Klassengedanken und Standesdünkel freimache. Jeder einzelne müffe Träger dieser neuen Idee sein. Eine Revolution sei nur dann durchzuführen, wenn jeder in sich selbst eine Revolution vornehme. Nach einem Schlußwort von Pg. Hahn wurde die Kund­gebung mit dem Deutschland- und dem Horst-Wessel- Lied geschlossen. Der im Anschluß an die Kundge­bung erhobene Kampfschatz kam restlos der Spende zur Förderung der nationalen Arbeit zugute.

I. S t ei n b a ch, 30. Aug. In dem der Firma G e r l a ch - Krofdorf gehörenden in der hie­sigen Gemarkung gelegenen Stcinbruch ereig­nete sich ein schwerer Unglücksfall. Der Sohn eines Fuhrunternehmers aus Groß-Rechten­bach kam bei dem Anhängen eines Anhänger­

Die große Heimatzettung

Sbevheftens und des Lahngebietes ist in sei­nem 183. Jahrgang der Gießener Anzeiger

Das gute llntervaltungsvlatt ist seine Montags und freitags erschei­nende Beilage ^Gießener SamlNenblättev"

Die wertvolle Vilddeilage

ist seine eigens süv das Helmatgeblet bear­beitete DonnevStagSgabe^Seimat im VUd"

Der sachverständige Ratgeder süv Landwirtschaft, Gavtenban und Dieh- rncht ist seine DienStagsbeilage^Die Scholle'*

Dte wabtseeie Wochenschrift ift^DieLUnftvievtedesGießenev Anzeigers^ alS billigste Bilderbeilage rum Wochenend

stählen war, wurde zu neun Monaten, sein Komplice Ruß zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 28. Aug. Am Samstagabend hielt die hiesige Spar - und Darlehens­kasse bei Gastwirt Braun ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der stellver­tretende Vorsitzende des Aufsichtsrates, Schrei- ncrmeister Seibert, leitete die Versamm­lung und hieß die erschienenen Mitglieder und insbesondere Oberreoisor Hartmann will­kommen. Der von Direktor Werner ge­gebene Geschäftsbericht zeigte die Nöte der Kasse auf, bewies aber auch, daß Vorstand und Aufsichtsrat alles daran setzen, die Kasse wieder zu einem vertrauenswürdigen Institut zu machen. Der Geschäftsbericht wurde gutgehei- ßen. Auch die Bilanz für das abgelaufene Ge- schätfsjahr wurde einstimmig genehmigt. So­dann beschäftigte man sich mit der Frage der Sanierung der Kaffe. Oberrevisor Hartmann erläuterte den für die Kasse vorgesehenen Sa- nicrungsplan. Da nun von feiten des Reiches den ländlichenGenoffenschaftenZuschüsse geleistet wurden, gelang es, aus diesem Nothilfefonds gegen bestimmte Bedingungen, die von feiten des Versammlungsleiters bekannt gegeben wurden, den Betrag von 48 000 Mark für die Kasse zu erhalten. Die gestellten Bedingungen sahen jedoch vor, daß die Kasse aus eigener Kraft wesentlich zu Sanierung beitrug. Dies geschah, indem der Reservefonds und die zweck­bestimmte Reserve herangezogen wurden. Des weiteren wurde eine Abschreibung an den Ge­schäftsguthaben der Mitglieder vorgenommen. Auch die im Laufe des vergangenen Geschäfts­jahres ausgetretenen Mitglieder werden dazu herangezogen. Die Kreditgrenze wurde von 5000 auf 3000 Mark herabgesetzt. Zu all diesen Maßnahmen erteilte die Generalversammlung einstimmig die Genehmigung. Die Entlastung des Vorstandes wurde ebenfalls einstimmig an­genommen. Zum Schluffe machte Direktor Werner noch die Mitglieder auf öte In­anspruchnahme der Steuergutscheine aufmerk­sam und forderte die Mitglieder auf, sich au» der Kaffe nähere Information einzuholen. Mit der Aufforderung an die Mitglieder, ihrer Katze wieder Vertrauen entgenzubringen und ihre Spargelder nicht auswärtigen Bankinstituten, sondern ihrer eigenen Kaffe zur Verfügung zu stellen, schloß der Versammlungsleiter mit einem dreifachenSieg Heil" aus die nationale Regierung die Versammlung.

> Großen-Buseck, 31. Aug. Jrn vollbe­setzten Wagnerschen Saale veranstaltete der Orts­gruppenoerband der NSBO. Großen- B u s e ck gestern abend eine Kundgebung. Nach dem Einmarsch der SA. und einleitenden Worten des Ortsgruppenverbandswarts Hahn, ergriff der Kreisleiter der NSBO. Pg. Wagner (Gießen) das Wort. In kernigen Sätzen kennzeichnete er das alte und das neue Deutschland. Nachdem er das vollständige Versagen der alten Regierung gestreift hatte, legte er dar, welche mühevolle Arbeit unsere Führer in wenigen Monaten geleistet haben. Von nun an soll wieder der Wahlspruch gelten: jedem Deutschen ein Vaterland durch einen Arbeitsplatz. Er besprach das Arbeitsbeschaffungsprogramm von Reinhardt, das nur auf dem nationalsozialistischen

wagens zwischen die beiden Wagen und wurde schwer verletzt. Der Verunglückte, der einen schweren Schäüelbruch erlitten hatte, wurde in die Chirurgische Klinik nach Gießen verbracht. Sein Befinden ist den Umständen entsprechend gut.

f. Watzenborn-Steinberg, 80. Aug. In der GastwirtschaftZum goldenen Stern" veranstaltete die hiesige Ortsgruppe der NSDAP, eine Versammlung, in der Pg. Otto Jung vom Arbeitsamt Gießen über Arbeitsbeschaffung sprach. Er schilderte in kurzen Zügen das Werden der Partei und ging anschließend auf das Reinhardtsche Ar- beitsbeschaffungsprogramm ein, das er verlas und dessen wichtigste Punkte besonders erläu­terte. Er gab dem Glauben Ausdruck, daß bis zum nächsten Frühjahr keine Arbeitslosen mehr in hiesiger Gegend vorhanden sein würden. Bürgermeister Schäfer dankte für die aufschlußreichen Ausführungen im Namen der Gemeinde. Er erklärte, daß die Gemeinde Watzenborn-Steinberg im vorigen Jahre 120 000 Mark für Wohlfahrtsempfänger an daS Arbeitsamt Gießen abgeführt habe, und sich dieser Betrag in jüngster Zeit immer mehr verringert habe, so daß er sich heute ungefähr auf 2000 Mark im Monat belaufe. Zur allge­meinen Freude konnte er mitteilen, daß die Gemeinde gegenwärtig nur noch einen Wohl­fahrtserwerbslosen habe. Die Versammlung wurde mit einem dreifachenSieg Heil!" auf den Volkskanzler Adolf Hitler und mit dem Horst-Wessel-Lied geschlossen.

tn. Lang-Göns, 28. Äug. 3m Saalbau Hebbel sprach dieser Tage in einer öffentlichen Versammlung der Kreispressewart Pg. Michel (Gießen) Über den Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit. Die Versammlung war sehr gut besucht, auch aus Holzheim und Grüningen waren zahlreiche Parteimitglieder er­schienen. Vach Degrüßungsworten des Ortsgrup­penführers Wenzel ging der Vortragende auf die ürsachen der Arbeitslosigkeit in Deutschland und in der Welt näher ein, kennzeichnete die Feh­ler und Schädlinge, die in den vergangenen Jah­ren mit schuld daran waren, daß es in Deutsch­land immer weiter bergab ging. Der Vortragende zeichnete ferner klar die Stellung der deutschen Frau. Vicht in Fabriken, nicht im Bureau solle die deutsche Frau arbeiten, sie gehöre vielmehr in das Haus, in die Familie als Mutter und Erzieherin. Darin sehe die nationalsozialistische Bewegung die Gleichberechtigung der deutschen Frau. Die Re­gierung habe als erste Forderung den Satz: »Zu­rück zum deutschen Boden!" ausgestellt. Vun breche überall neuer Glaube und neue Zuversicht her­vor, auch der deutsche Arbeiter atme, auf; denn er sehe, daß es der Regierung ernst ist mit dem Generalangriff auf die Arbeitslosigkeit. So hoffe man, daß nach vier Jahren in Deutschland jeder Arbeiter wieder sein tägliches Brot finde. Dis dahin werde aber auch die Forderung: Hin zur wahren Volksgemeinschaft! erfüllt sein. Der Vor­trag fand reichen Beifall. Ergänzend wies der Redner auf die Wichtigkeit der Gleichschal- tungindenVereine n hin. Außerdem bat er noch um tatkräftige Mithilfe und Spenden für den Verband zum äiftschutz in Deutschland. Mit Dankesworten des Ortsgruppenführers und mit dem Gesang des Horst-Wessel-Liedes fand der eindrucksvolle Abend sein Ende.

Kreis Büdingen.

Nidda, 28. Aug. Am Sonntag wurde den Schwerkriegsbeschädigten aus dem Kreise Büdingen und einigen Orten des benachbarten Kreises Schotten eine ganz beson­dere Ehrung zuteil. Mehr als 70 Auto- besitzer des Bezirks hatten sich bereit erklärt, die Helden des Weltkrieges, die ihr Blut für das Vaterland geopfert haben, unentgeltlich zu einem Autoausflug nach Bad -Nau­heim zu fahren, Mittags traten die Teilneh­mer von hier und Umgegend in 16 Autos die Fahrt an. In Ranstadt war Sammelpunkt. Dort kamen noch etwa 50 Kraftwagen, voll be­setzt, hinzu. In Nieder-Florstadt, wo gerade Standartenweihe war, wurden die Kriegsbe­schädigten von ST.- und SA.-Leuten jubelnd empfangen und zu einem nicht vorgesehenen Aufenthalt eingeladen. In Bad Nauheim wur­den die Gäste aufs herzlichste begrüßt, mit Blumen überschüttet und vorzüglich bewirtet. Auf dem Heimweg über Bad Salzhausen stan­den in allen Dörfern, die die auf 72 Autos an­gewachsene Ausflugsgesellschaft durchfuhren, die SS.- und SA.-Formationen und Kriegerver­eine Spalier und brachten den verdienstvollen Kriegern Ovationen dar, wodurch die Ankunft hier auf dem Marktplatz wesentlich später er­folgte, als vorher bestimmt war. Auf diesem großen Platze mitten in der Stadt hatten sich viele Einwohner aus allen Ständen von hier und den Nachbarorten cingefunöen, um die Gäste zu empfangen. Der Marktplatz und die Häuser in den Straßen, die die Autos durch­fuhren, prangten im Fahnenschmuck. Als der Jubel und die begeisterten Heilruse verklungen waren, spielte die Kapelle des Arbeitsdienst­lagers Büdingen, die die Ehrenfahrt der Kriegsbeschädigten mitgemacht hatte, ein schwungvolles Musikstück. Bürgermeister R ull- mann von hier begrüßte im Namen der Ein­wohner Niddas die Ehrengäste und gedachte ihrer Verdienste um das Vaterland in würdi­gen Worten. Für den herzlichen Empfang, die ehrende Ansprache des Bürgermeisters und die erwiesene Gastfreundschaft sprach im Namen der Schwerkriegsbeschädigten Kreisleiter der NSDAP., Oberstudiendirektor Dr. Heiland, den wärmsten Dank aus. Dann löste sich die Reisegesellschaft auf, und die Teilnehmer wur­den frei von den Autobesitzern in ihre Heimat­orte gefahren.

Kreis S ' ölten.

§ Herchenhal n, 28. Aug. Bei strahlendem Sonnenschein fand gestern am Ehrenmal des DHC. die Gedenkfeier für die Gefallenen des Vogelsberger Höhenklubs statt. Zahlreiche Zweigvereine waren vertreten, beson­ders stark Darmstadt, Frankfurt, Mainz. Geln­hausen, Büdingen und Lauterbach. Erfreulich war auch die Anteilnahme der Bevölkerung, so tonnten von Rektor D e r n, Offenbach a. M., der die Feier leitete, begrüßt werden die Ortsgruppe der VSDAP., der SA.-Sturm, das Arbeitslager mit feinem Leiter, die Feuerwehr, die beiden Krieger­vereine, die Sanitätskolonne, die VS.-Frauen- schaft von Dolkartshain. Die Feier war in ein­fach-würdiger Weife von Lehrer Steher, dem Vorsitzenden des Zweigvereins Herchenhain, vor­bereitet und durchgeführt worden. Die Gedenk­rede des Pfarrers Wiegand, Herchenhain, der im Namen des DHC. einen Eichenkranz mit einer Schleife in den alten und neuen Farben des Deutschen Reiches am Ehrenmale niederlegte, war umrahmt von Liedern des Gesangvereins Herchenhain und Gedichten, vorgetragen von vier Hitlerjungen. Vach einem ernsten stillen Ge­denken bei gesenkten Fahnen, dem das gemein­same Lied:Ich halt' einen Kameraden" folgte, schloß Rektor D e r n die erhebende Gedächtnisfeier mit einem Treuegelöbnis für Heimat, Volk und Vaterland durch ein begeistert aufgenommenes Sieg-Heil!" auf das Deutsche Reich und dessen Führer. Heimatgenossen und Mitglieder des VHC. fanden sich dann auch zu gemütlichem Dei- sammensein am Vater-Den der-Heim zusammen.

Kreis Lauterbach.

A Lauterbach, 30. Aug. Gestern wurde hier durch die Polizei ein auswärtiger Mann fest genommen, weil er sich in einer Wirtschaft in abfälliger Art über die SA. und SS. geäußert hat.

LlSA.-ErinnerungSmedaille für die Stadt Darmstadt.

Darmstadt, 29. Aug. (WSN.) Der ameri­kanische Generalkonsul in Frankfurt a. M., Herr W. L. Lowrie, überreichte dem Ober­bürgermeister der Landeshauptstadt im Auf­trage der Regierung der Vereinigten Staaten die Erinnerungsmedaille für die Feiern des 200. Geburtstages des amerikanischen Frei­heitshelden George Washington. In An­wesenheit des amerikanischen Generalkonsuls war im vergangenen Jahre derWashington- Platz" am Orpheum eingeweiht worden.

Wettervoraussage.

Das westliche Hoch hat sich sehr schnell östlich aus­gebreitet und dabei die flachen Störungen ausgefüllt. Im Bereich hohen Druckes wird also unser Wetter feinen sommerlichen Charakter wieder annehmen. Bei nächtlicher Abkühlung kommt es stellenweise zu Nebel- und Dunstbildungen und auch tagsüber wer­den noch einzelne Haufenwolken vor überziehen; im allgemeinen tritt aber Aufheiterung ein.

Aussichten für Freitag: Zeitweise noch etwas dunstig oder bewölkt, im wesent­lichen aber aufheiternd, warm und trocken.

Aussichten für Samstag: Tempe- raturgegensähe zwischen Tag und Nacht etwas zunehmend, stellenweise Frühnebel, sonst heiter und trocken.

Lufttemperaturen. Am 30. 8. mittags 19,2 Grad Celsius, abends 18,4 Grad. Am 31.8. morgens 15,0 Grad. Maximum 23,6 Grad, Minimum 12,0 Grad.

Erdtemperaturen in 10 em Tiefe: Am 30. 8 abends 22,0 Grad. Am 81. 8 morgens 17,5 Grad. Sonnenschcindauer 8 Stunden.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12 30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen.