habe, und nicht einen, Ser als „Märzgefallener" zu ihnen gekommen sei.
Der Reichsleiter des Studentenkampfbundes in der Glaubensbewegung Deutscher Christen, Pfarrer H o f f, wies darauf hin, das; die Träger dieser Bewegung als bewuß-te Revolutionäre auch in die Kirche h i n e i n g e g a n g e n seien. Sie hätten das Rbstsrben dieser Kirche erlebt und wollten sie wieder zu einer Volkskirche machen. Rur durch eine Revolution in der Kirche könne das revolutionäre Volk seine Heimat in der Kirche wiederfinden. Jahrelang gab es eine Flucht aus der Kirche, und jetzt hat eine Flucht in die Kirche eingesetzt. 2ln allen Universitäten würden jetzt solche Stu- dentenkampfbünde ins Leben gerufen.
Eine kommunistische Zersetzungszentrale aufgedeckt
Berlin, 30.Mai. (MTB.) Auf einer Veranstaltung der Gesellschaft „Rationaler Bild- dienst" brachte der Leiter der nationalen Abwehrstelle gegen kommunistische Umtriebe, Walter K o r oti, sensationelles Material über kommunistische .Umtriebe zur Kenntnis, das in einem Bildband „Brandfackeln über Deutschland" Verwendung finden soll. Bei der Durchsuchung einer durch Zufall als Eigentum des bisherigen kommunistischen Abgeordneten Grylewicz ermittelten Laube wurden Beweismittel dafür gefunden, daß Leo Trotzki nicht als armer aus seinem Vaterland verbannter kranker Mann in Stambul lebte, sondern dah er von Stambul aus als das Haupt der antifaschistischen Einheitsfront aktiv tätig war und den deutschen Kommunisten fortgesetzt Anweisungen über Vorbereitung und Durchführung des Bürgerkrieges in Deutschland erteilte.
Besonders aufsehenerregend wirkt eine weitere Enthüllung, daß in einem Gebäudekomplex in Berlin, der der Evangelischen Kirche gehört, und in dem sich auch eine Kirche befindet, jahrzehntelang erst Karl Liebknecht und dann der spätere kommunistische Reichstagsabgeordnete P f e m f e r t ein bolschewistisches Zersetzungshaupt, quartier unterhielten. Durch Alarmanlagen stand dieses Quartier in unmittelbarer Verbindung mit einem zehn Häuser weiter gelegenen Keller, der als Lager und Ausgaberaum für die Zersetzungsschriften diente. Pfemfekt, der nach Ddarienbad geflüchtet ist, hat von diesem evangelischen Kirchenhause aus nicht nur währenb des Weltkrieges feit 1914 Versuche zur Zersetzung der deutschen Armee unternommen, sondern er hat auch, von dort aus nachweislich Verbindung mit kommuni ft ischen Organisationen in anderen Ländern, vor allem in den Vereinigten Staaten, unterhalten.
Reichsminister Goebbels in Hom.
R o m , 30. Mai. (TU.) Reichsminister Dr. Goebbels und seine Mitarbeiter unternahmen am Dienstagoormittag zunächst eine Kraftwagenfahrt nach ßittoria. Die Herren besichtigten eingehend die neugeschaffene Gemeinde und das ganze Gebiet, das die Arbeit des Faschismus den Pontinifchen Sümpfen entrissen hat. Anschließend wurden die Albaner Berge besucht, wo das staatliche italienische Filminstitut Luce und das internationale Lehrfilminsti- t u t des Völkerbundes dem Minister in der berühmten früher dem deutschen Kaiser gehörenden Villa F a l c o n i e r e ein Frühstück gaben. Um 15 Uhr traf Dr. Goebbels wieder in Rom ein, wo er zunächst die Arbeitsräume der Luce besichtigte und dann verschiedene Feierabendeinrichtungen der Stadt besuchte. Gegen 18 Uhr begab sich der Reichsminister in das I n st i t u t f ü r germanische Studien, in der früheren Villa Sciara. Anschließend besuchte er noch den Parteisekretär S t a r a c e im Palazzo Littorio und über- brachte ihm ein in Leder gebundenes Exemplar von Hitlers „M ein Kampf'. Nach dem Besuch wurden Goebbels im Hof und auf der Straße von Jungfaschisten begeisterte Ovationen dargebracht. Die Jungfaschisten hoben in ihrem Jubel den Reichsminister auf die Schultern und trugen ihn zur Ehrenhalle der gefallenen Faschisten, in der Dr. Goebbels nach völligem Verstummen des Beifallssturmes einige Zeit in ehrfurchtsvollem und ergriffenem Schweigen verweilte. Am Abend gaben zu Ehren des Reichsministers und seiner Gattin der deutsche Botschafter und Frau von Hassel! ein Essen, an dem u. a. auch der italienische Regierungschef teilnahm. Nach dem Essen fand in der Botschaft ein Empfang unter Beteiligung einer großen Anzahl italienischer und deutscher Persönlichkeiten statt.
Tagung derGaukamps bundsührer des Deutschen Wirlschastsbundes Dr.von enteilt über die Ziele des Bundes
Berlin, 31. Mai. (ENB. Funkspruch.) Im Anschluß an den Empfang der Reichsstände des Han- dels und des Handwerks durch Reichskanzler Adolf Hitler fand eine Tagung der Gaukampfbund- führer des Deutschen Wirtschaftsbundes (bisher Kampfbund des gewerblichen Mittelstandes der NSDAP.) statt, in der der Reichsführer Dr. von Renteln die dem Deutschen Wirtschaftsbund gesteckten Ziele darlegte. Der Deutsche Wirtschaftsbund werde seine besondere Aufgabe darin sehen, dw s Unternehmertum im nationalsozia- listischem Seifte zu erziehen. Dagegen solle es nicht Aufgabe des Bundes fein, aktive Wirtschafts- oder Sozialpolitik zu betreiben oder irgendwie in die Befugnisse der Berufsverbände einzu- greifen. Auch eine ausschließliche oder bevorzugte Erteilung von Behördenaufträgen an Mitglieder dieses Bundes komme nicht in Betracht.
Am Abend des gleichen Tages fand eine Massenkundgebung des Deutschen Wirtschaftsbundes in den Tennishallen statt. Reichskampfbundführer Dr. von Renteln hob hervor, der Deutsche Wirtschaftsbund werde noch intensive nationalsozialistische Aufklärungsarbeit in der Wirtschaft leisten, um endlich eine Wandluna der Wirtschaftsgesinnung in Deutschland zu erreichen. Die vielfach mißverstandene Erklärung von Dr. Ley über das Schicksal der Konsumvereine erläuterte Dr. von Renteln u. a. dahin, daß d i e Konsumvereine zu Genossenschaften derjenigen Volksschichten umgewan- delt werden sollen, denen in der Volkswirtschaft d i e Aufgabe der Güterverteilung zufalle, also in Zusammenschlüsse d e r mittel- ständischen Betriebe. Der Nationalsozialismus werde allerdings nicht kostbares Volksgut zer- schlagen, sondern den Wandlungsprozeß so durchführen, daß die Ersparnisse der Arbeiter voll gesichert bleiben.
Unerhörte Provokation im Polen-Hafen Gdingen.
Ein deutsches Schiff mit Steinen beworfen und die Hakentrcuzflaggc zerrissen.
Danzig, 31. Mat. (TU.) Der deutsche Dampfer „Sylt" der Hamburger Reederei Ruß wurde kurz nach dem Einlaufen in den Obinger Hasen von einer großen Anzahl Polen mit Steinen beworfen. Als der Dampfer dann an einem der Ufer festgemacht hatte und später seinen Liegeplatz wechseln mußte, folgten ihm die Polen und eröffneten ein erneutes Bombardement. Als der Dampfer an feiner neuen Liegestelle festgemacht hatte, sprang einer der Polen an Bord des Schiffes und durchschnitt das am Fahnenmast befestigte Seil, so daß die See- und Hakenkreuzflagge herunterfielen. Die Hakenkreuzflagge warf der Pole an Land, wo sie vollstänbigzerris- s e n wurde. Polizeibeamte, die diesen Vorgang beobachtet hatten, entfernten s i ch. Später ging dann der Kapitän der „Sylt" an Land und sorgte dafür, daß polizeilicher Schutz herbeikam. Die Polen versprachen, die durch die Steinwürfe verursachten Beschädigungen des Schiffes ßu ersetzen und ferner die neue Hakenkreuzfahne zu bezahlen. Der Dampfer fuhr dann am Dienstag nach Danzig und konnte sich hier eine neue Hakenkreuzfahne beschaffen.
Oesterreichische Gegenmaßnahmen.
Wien, 31. Mai. (WTB. Funkspruch.) Wie die „Reichspost" erfährt, werden die österreichischen Maßnahmen gegen die deutsche Grenzsperre zunächst in der Einführung eines Ausreiseverbotes nach Deutschland bestehen. Die zweite Maßnahme wird sich zugunsten der notleidenden Gastwirtschaften auswirken. Das österreichische Gastwirtschaftsgewerbe, welches auf den Fremdenverkehr mit Deutschland angewiesen ist, wird den vollen Schaden, der ihm aus der deutschen Grenzsperre erwächst, nach Maßgabe des Ertrages des vorjährigen Fremdenverkehrs aus Deutschland, der mit zirka 10 Millionen Schilling berechnet wurde, erseht bekommen. Don diesen 10 Millionen Schilling werden 5 Millionen Schilling sofort ausgezahlt, 2,5 Millionen im Laufe des Herbstes, und der Rest soll in Form von Steuerabschreibungen zurückerstattet werden. Als 3. Gegenmaßnahme gegen die deutsche Grenzsperre nennt die „Reichspost" die Einführung einer Verrechnung der Ein- und Ausfuhr zwische n Oe st erreich und Deutschland, mit deren Hilfe Oesterreich ein Gleichgewicht zwischen der Ein- und Ausfuhr von und nach Deutschland herzustellen gedenkt.
Meine politische Nachrichten.
Der Staatssekretär im preußischen Justizministerium, Hölscher, wird mit seiner Zustimmung zum Kammergerichtspräsidenten und der Rechtsanwalt Dr. Roland Freister zum Staatssekretär ernannt. Zu Ministerialdirektoren werden ernannt: Der Senatspräsident beim Kammergericht Dr. Max Nadler und der Landgerichtsdirektor Dr. Wilhe'm Crohne vom Landgericht III Berlin. Der Oberlandesgerichtspräsident Dr. Bernhard Hempen in Frankfurt am Main wird mit seiner Zustimmung zum Senatspräsidenten beim Kammergericht und der «e° natspräfibent Otto Stabeimann in Frankfurt a. M. zum Oberlanbesgerichtspräsidenten in Frankfurt am Main ernannt. Zum Oberlanbesgerichtspräsidenten in Kassel wurde ernannt: der Lanbgerichtsdirektor Dr. Kurt Delitzsch in Kassel.
DerPreußische Ministerpräsident hat durch Runderlaß die Aufhebung der Beamtenoer- tretungen für sämtliche Zweige der preußischen Staatsverwaltung angeordnet. In dem Erlaß, nach dessen Grundsätzen auch die Gemeinden und Gemeindeverbände hinsichtlich der etwa bei ihnen eingerichteten Beamtenoertre- tungen zu verfahren haben, wird erklärt: In dem neuen durch die nationale Revolution geschaffenen Staat besteht ein Gegensatz zwischen der Beamtenschaft und den Leitern der Behörden nicht mehr, so daß es der Beamtenausschüsse nicht mehr bedarf.
Auf dem in München abgehaltenen außerordentlichen N o t a r t a g, an welchem mehr als 300 Notare aus allen Gauen Deutschlands teilnahmen, wurde die Ueberführung des Deutschen Notarvereins und der ihm angeschlossenen San- besvereineindenBundnationalsozia- listifcher deutscher Juristen sowie eine Anpassung der Satzungen an die Forderungen des nationalsozialistischen Staates, insbesondere durch die Einführung des Führerprinzips einstimmig beschlossen. ,
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Eine Versammlung der Jenaer Kampfgruppe Deutschnationaler Studenten, in der die Frage der Gleichschaltung der Korporationen zur Sprache kommen sollte, wurde auf Der- anlaffung des thüringischen Ministeriums verboten, ebenso eine geschlossene Mitgliederversammlung der Deutschnationalen Studenten und der Angehörigen der Deutschnationalen Front.
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Der deutschnationale Reichstagsabgeorbnete Dr. Stäbler hat seinen Austritt aus ber beutfchnatio- naten Reichstagsfraktion unb aus ber Deutschnationalen Front erklärt unb in einem Schreiben an ben Fraktionsführer ber nationalsozialistischen Reichstagsfraktion, Reichsinnenminister Frick, um Aufnahme in bie nationalsozialistische Fraktion gebeten. Wie bie beutschnationale Pressestelle bazu mitteilt, hatte bie Fraktion ihre scharfe Mißbilligung über feine parteischäbigenben Äußerungen in seiner Zeitschrift ausgesprochen. Stäbler war in Wort unb Schrift für bas Aufgehen ber Deutsch- nationalen in bie nationalsozialisti- s ch e Bewegung eingetreten, nachbem er noch im Dezember bie Nationalsozialisten in den schärfsten unb herabsetzenbsten Formen angegriffen hatte.
Aus aller Wett.
Bergrutsch im Kreise Bernburg. Hochwassergefahr der Saale.
Line schwere Naturkatastrophe ereignete sich Mittwoch vormittag bei L a t d o r f im fireife Bernburg. DiefialkbergebeiLiserfurth sind in einer Breite von 500 Metern in die Saale ge- ru tschl und haben das Bett des Flusse« vollkommen gesperrt, so daß die Saale ihren Lauf durch die Große Aue nehmen
muß. Das wasser stieg Innerhalb 20 Minuten um y2 Meter. Ringsumher besteht kilometerweit große Hochwassergefahr. Die Katastrophe ist vermutlich auf die ungeheuren Regenmengen zuruckzuführen, die in den letzten 48 Stunden niedergingen.
Lin korsischer Banditenhäuptling nach 11 Jahren gefangen.
Der berüchtigste aller korsischen Danditen der letzten Jahrzehnte, Andre Spada, der sich seit elf Jahren in das sogenannte „Maquis", d. h. in das unwirtliche und bergige Innere Korsikas zurückgezogen hatte, von wo aus er die gesamte Bevölkerung terrorisierte, ist in unmittelbarer Rühe seines Heimatortes Coggia in der Rähe von Ajaccio von der Gendarmerie verhaftet worden. Die vielen Verbrechen Spadas und seiner Helfershelfer hatten im vergangenen Jahre zu einer militärischen Expedition nach Korsika geführt, wo die Truppen im Verein mit der Gendarmerie und einigen Torpedobooten, die die Küste bewachten, die ganze Insel durchsuchten. Damals gelang es eine Reihe der Banditen zu verhaften. Spada aber, der Führer der wohlorganisierten Bande, konnte entkommen, wobei er die Unterstützung der verängstigten Bevölkerung sand, die seinen Rache- drohungen entgegen wollte. Es scheint, als ob der berüchtigte Verbrecher nicht mehr geistig
normal war. Schon fett einigen Tagen irrte er halbnackt in der Gegend seines Heimatdorfes umher. Oft sah man ihn mit einem Holzkreuz in der Hand betend vor der Kirche knien. Aber niemand getraute sich ihm zu nähern, da er stets mehrere geladene Revolver bei sich trug. Bei seiner Verhaftung leistete er keinerlei Widerstand.
verwegener Ausbruch amerikanischer Gefangener.
In Lansing (Kansas) brachen zehn Strafgefangene, die sich auf noch ungeklärte Weise in ben Besitz von Waffen gefetzt hatten, währenb eines Baseballspieles, bem sie als Zuschauer beiwohnten, aus bem Gefängnis aus. Sie entführten ben Vorsteher ber Strafen ft alt unb brei Wärter. Ein vierter Wärter wurde vcrwunbet. Es gelang ber Banbe, im Kraft- wagen bes Vorstehers zu entfliehen. Unterwegs hielten bie Verbrecher zwei Prioatkraftwagen an, verjagten bie Fahrer unb fetzten bie Flucht fort, wobei sie bie Frau unb bie beiben Töchter bes einen Kraftwagenbesihers gleichfalls entführten. Die gesamte Polizei ber weiteren Umgebung von Lansing ist zur Verfolgung aufgeboten worben. Die Suche nach ben Verbrechern wirb m i t Flugzeugen unb Kraftwagen burchge- führt. Von ben Häftlingen waren 7 wegen Morbes, Bankraubes ufw. auf Lebenszeit oerur- teilt. Die Entführten benutzten sie als Schutzschi l b e gegen bie Kugeln ber Verfolger.
Aus der provinzialhaupistadl.
Oer Zirkus war in der Stadt...
Am Montagmorgen tauchten in unseren Straßen merkwürdige Gestalten — Menschen und Tiere — auf, bie alle einem bestimmten Ziele, bem Platz an ber Volkshalle zustrebten. Allerlei Getier zog burch bie Straßen, geführt von Menschen, bie unter Afrikas Sonne geboren sein mögen. Da sah man bas heiliae Rind Indiens mit den breitauslabenden, wunderschön" geschwungenen Hörnern: da schritten Kamele unb Dromedare fürbaß unb ließen sich burch kein noch so aufgeregtes Klingeln ber Rabfahrer, ber Straßenbahnen ober bas Hupen ber Autos aus bem Gleichgewicht bringen, ba trotteten kleine unb kleinste Pferdchen neben ihren zum Teil noch kleineren Führern her: bas Lama chritt stolz erhobenen Kopfes und schien über alle Imgebung erhaben zu fein; Elefanten wuchteten chier lautlos ihres Weges, willig den Führern olgenb.
Der Zirkus Krone wollte ein Gastspiel geben und — Triumph ber Organisation — er begann es noch am gleichen Abenb. Gestern nachmittag füllten bie Kinber bas Riesenzelt mit ihrem Staunen unb Lachen, gestern abenb folgten mit gespannter Aufmerksamkeit bie Erwachsenen ben Vorgängen in ber Manege — unb heute morgen war ber ganze Spuk — verschwunben ... Zur Stunbe wirb bas riesige Viermastenzelt bes Zirkus Krone bereits in Eise- nach aufgebaut.
Roch gestern um 23 Ufnr warfen die Scheinwerfer ihre grellen Strahlen in die Manege und die Artisten vollführten ihre halsbrecherischen Künste im Glanz des Lichts, als auf dem Platze um das große Zelt herum längst ein sehr geschäftiges Treiben begonnen hatte: der Abbruch. Eine Anzahl Wagen stand schon fertiggepackt bereit, überall waren eifrige Hände am Werk, und bereits am frühen Abend (die Vorstellung hatte kaum begonnen) rollten die ersten Wagen wieder dem Bahnhof zu. Es war ein phantastischer Anblick, als bann zu später Stunde die Pferde in scheinbar ungeordneten Rudeln durch die Straßen drängten, geleitet nur hin und wieder von einem befehlenden Zuruf; es war ein schier unwirkliches Bild, als die Elefanten zum Aufbruch gerüstet bereitstanden und dann im Lichte ber Straßenlampen und unter Bäumen massig und schwere Schatten werfend, bedächtigen Schrittes durch die abendlichen Straßen schritten. Wohl viele blieben stehen und folgten dem seltenen Schauspiel, das sich den Augen bot. So, wie sie gekommen waren, Mensch, Tier und unendliche Fülle des Materials, so verließen sie die Stadt wieder.
Als beut? morgen die Sonne aufging, stand kein Zelt und kein Wagen mehr auf dem Platz vor der Volkshalle...
Keine Erhöhung der Zuckerpreise.
Der Reichskommissar für Preisüberwachung gibt bekannt: In einigen Städten würben Gerüchte verbreitet, baß wegen angeblicher Zuckerknappheit ber Zuckerpreis steigen werbe. Diese Gerüchte entbehren jeher Begrünbung. Zucker ist reichlich in Deutschlanb vorhanben, so baß für Preissteigerungen kein Anlaß besteht.
Oie Verwendung von Speisefetten.
Amtlich wirb mitgeteilt: Im Hinblick auf ben zu erroartenben gesteigerten Pfingstverkehr unb um unliebsame Geschäftsstörungen zu oermeiben, wirb nochmals mit Nachbruck barauf hingewiesen baß Ga st wirtschaften jeher Art, ferner Bücke- reien, Konbitoreien unb sonstige Verkaufs- stellen von frischen Back- unb Konbitorwaren burch Verorbnung vom 13. April 1933 verpflichtet [inb, burch besonberen Aushang bem Verbraucher deutlich sichtbar zu machen, ob in ihren Betrieben Margarine, Kunstspeisefette, gehärtete Speise- ole, Pflanzenfette ober gehärteter Iran unb wel- ches bieser Fette bei ber Herste11ung ber Speisen o.ber Backwaren ver wende t w i r b Entsprechenbe Hinweise müssen beutlidi s'chtbar auf ben Speisekarte^, Preisschilbern ober Preisverzeichnissen angebracht werben. Zur Durchführung bieser Vorschriften setzt vom 31. Mai 1933 ab eine verschärfte Kontrolle ber in Frage kommenden Betriebe ein. Wer einer ber Bestimmungen fahrlässig ober vorsätzlich zuwiberhanbelt, wirb mit Gelbstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft. Um bie Verwirklichung ber nationalwirtschaftlichen 3,.eIev.berm9tei^5re9,erunfl sicherzustellen, wirb hier- mlt b.e Bevölkerung bes Reiches gebeten, bei ber Durd)fubrung dieser Kennzeichnungspflicht für Aus- lanbsfet e zur Sicherung bes Absatzes ber beutfchen Fette mitzuwirken. Bekanntwerdenbe Verstöße gegen b.e Kennzeichnungspflicht werben zweckmäßigerw?ise nifgete^ilt nat^ en Palizeibehörbe zur Nachprüfung
Borrrotizcn.
TaSeskalenber für Mittwoch: Stabt- theater, 19.30 bis 22.30 Uhr, „Sthlageter" __ 2Jla«
rmeoerein Gießen 20 Uhr, Cafs Liib, Skagerrak- gebenkfeier. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Ich bei Tag unb bu bei Nacht". ö
im« Stabttheaterbureau
touö uns geschrieben: Heute. 19-30 älhr. letzte
Vorstellung der Spielzeit 1932/33 und letzte Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Unter der Spielleitung von Intendant Dr. P rasch Auf- Führung des Schauspiels „Schlageter" von Hanns Johst in der Besetzung der Erstaufführung. Rach Schluß der Vorstellung findet auf der Bühne eine kurze öffentliche, in schlichtem Rahmen gehaltene Abschiedskundgebung für den scheidAiden Intendanten Dr. Rolf P r a s ch statt. Es werden sprechen: Bürgermeister Dr. Hamm und Intendant Dr. Rolf P rasch. Gewöhnliche Preise. Ende der Vorstellung 22 30 Tlhr.
Pensionierung als nationale Tat.
Unter besonderer Würdigung bes im nationalen Interesse bekundeten Opfersinns treten weiter folgende Lehrpersonen in den Ruhestand:
Techn. Lehrerin Mathilde L o s e k a rn, Alsfeld, Rektor Otto Kampf, Bingen-Büdesheim, Lehrer Michael K e i l m a n n, Lampertheim, Lehrer Jakob Köhres, Bersrod, Lehrer Georg Kohlbacher, Langen, Rektor Georg Gröninger, Worms, Lehrer Philipp Mayer, Offenbach a. M., Techn. Lehrerin Liddy Schreiber, Gießen, Lehrerin Luise Götz, Alsfeld,
Techn. Lehrerin Elisabeth Jünger, Dietzenbach, Techn. Lehrerin Eva Bauer, Klein-Auheim, Lehrer Johann Vonderschmidt, Darmstadt, Rektor Karl Becker, Dietzenbach, Lehrerin Susanne Herrmann, Mühlheim, Techn. Lehrerin Anna Mahr, Offenbach a. M., Lehrer Philipp Hofmann, Offenbach a. M., Lehrer Emil Buß, Darmstadt, Lehrer Ludwig Dieterich, Darmstadt, Lehrer Karl Koch, Rödgen, Lehrer Ludwig Degen, Mainz, Rektor Philipp Bender, Grünberg, Kreisschulrat Heinrich Lorentz, Lauterbach, Oberreallehrerin Rohde an der Viktoriaschule
Darmstadt, Oberreallehrerin Arendt an der Schillerschule
Friedberg,
Oberreallehrer'm Naumann an ber Eleonoren- schule Darmstabt.
Der Abschieb vorgenannter Lehrpersonen ist nach meiner Verfügung vorn 8. Mai 1933 mit einer wür- bigen Feier zu umrahmen.
Darmstabt, ben 30. Mai 1933.
Der Hess. Minister für Kultus unb Bilbungswesen. In Vertretung: Ringshausen.
Deutscher Abend und Standerweihe des Motorsturms 1/116 und des ASKK.
Der Motorsturm 1/116 veranstaltete am Sonntag- abenb im Cafe Leib in Verbinbung mit bem NSKK. einen Deutschen Abenb, mit bem bie Weihe eines Stäubers verknüpft war. Schon lange vor Beginn ber Veranstaltung war ber große Saal stark gefüllt, unb noch immer tarnen neue Besucher aus Stabt unb Lanb, um ihre Verbundenheit mit dem Motorsturm ZU bekunden. Unter ben Klängen ber Standarten- kapelle, vorzüglich geleitet von Herrn Nieder- meier, marschierten der Sturm, um währenb bes ersten Teiles Aufstellung unter ber Bühne zu neh- men. Sturmführer Weber begrüßte zunächst bie vielen Kameraben unb Gäste aus nah unb fern, be- sonbers bie Vertreter ber Behörben unb die Vertretung des hiesigen Reichswehr-Bataillons. Er gedachte in Treue der großen Führer unseres Volkes, des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg sowie des Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler unb führte u. a. aus, baß in allen Armeen bie Motorisierung burchgeführt werbe. Auch für uns sei es Zeit, mit fortzuschreiten, benn verbieten ließe man sich nicfjts mehr. Ein wehrloses Volk garantiere keinen Frieben, aber ein wehrhaftes Volk sei ber Schirmer bes Friebens. Der Rebner sprach bann noch über bie Entstehung bes Motorsturmes im Jahre 1931 unb schilberte, wie aus kleinen Anfängen heraus sich heute eine stattliche Schar zusammengesunben habe, um volksbienstlich tätig zu sein. Er forberte zum Eintritt in ben Sturm auf. Anschließenb gebuchte Herr
e b er ber Opfer ber letzten Jahre, insbefonbere Horst Wessels sowie Leo Albert Schlageters unb ehrte bie Gefallenen in üblicher Weise. Mit bem „Sieg-Heil!" auf unser Vaterlanb, unsere Führer von Hinbenburg unb Hitler, in bas bie Jlienge begeistert einstimmte, schloß ber Rebner seine Ausführungen. Sobann würbe ber erste Vers bes Deutschlanbliebes gesungen.
Die Stanberweihe nahm Stanbartenführer v a n P D.or- Er führte aus, baß bie Aufgaben "'cht beenbet feien, es gelte, in Deutschen b für bte nationale Sache weiter zu arbeiten. Die Ahne sei bas Symbol für bie Treue unb Kamerad- jajaft, bie sich in ben hinter uns liegenben Jahren bewahrt habe Wenn auch bas Leib vergessen sei, so bie .Ausgaben immer noch biefelben, ganz Deutschland für bie nationale Sache zu gewinnen?


