Ausgabe 
31.1.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Aus aller Welt

tot

Di

fteüung des Münchner Thcatermuseums stärkste Auf­merk amkeit. Für die nächste Zeit plant das be­rühmte Kölner Theaterwissenschastliche Institut eine entsprechende Ausstellung, die als Wanderausstel­lung durch ganz Deutschland gehen wird.

wäre durchaus im Bereiche der Möglichkeit gewesen. Zentrum und Bayerische Volkspartei waren be­reit, bei einer Sammlung der Kräfte im Sinne einer nationalen Konzentrationsregierung mitzuwir- kcn, ganz gleich, wen, die Führung einer solchen Re­gierung übertragen wurde. Trotzdem habe der Ver­trauensmann des Reichspräsidenten keinerlei Fühlung zum Zentrum und zur Bayerischen Volkspartei ausgenommen. So zeige sich schon am Geburtstage der Regierung Hitler, wie sehr sie nach der Pfeife Hugenbergs tanzen müsse. Sollten Be­mühungen unternommen werden, Zentrum und Bayerische Volkspartei für eine Tolerierung der Harzburger Lösung zu finden, so könnte man sich von einem solchen Unternehmen kaumeinenEr- f o l g versprechen. Entweder räume man den beiden Parteien einen ihrer Bedeutung und der Verantwor­tung, die sie damit übernehmen würden, entsprechen­den Einfluß in der neuen Regierung ein, oder man mache sich die politische Weisheit Hugenbergs zu eigen, die in der Ausschaltung alles dessen gipfele, was irgendwie nach katholisch rieche.

Ein sozialdemokratischer Ausruf

Berlin, 30. Jan. (TU.) Die Borstände der SPD. und der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion hielten am Montag eine gemeinsame Sitzung ab, in der beschlossen wurde, einen Aufruf zu veröffentlichen, ux dem

Berlin, 30. Ian. (TU.) Der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund, der Allgemeine Freie Angeste.ltenöund, der Gesamtverband der Christlichen Gewerkschaften und der Gewer.schasis- ring Deutscher Arbeiter-,'Angestellten- und Be­amtenverbände veröffentlichen folgenden Aufruf:

An die Mitglieder der Gewerkschaften. Die po'titische Lage hat sich in entscheidender Weise geändert. Das Schwergewicht der neuen Reichs­regierung liegt bei Parteien und Gruppen, die bisher offen für die soziale Entrechtung der Ar­beiter und Angestellten, für die Zerschlagung der Demokratie und für die Ausschaltung des Parla­ments eingetreten sind. Die Gefahr liegt nahe, daß sie jetzt ihren Plan zu verwirklichen trachten.

Gewerkschaftsmitglieder! Die Lebensinteressen der gesamten Arbeitnehmerschaft stehen auf dem Spiele. Um Angriffe gegen Verfassung und Volksrechte im Ernstfälle wirklich abzuwehren, ist kühles Blut und Besonnenheit erstes Gebot. Laßt euch nicht zu voreiligen und

Hein Heckroth.

Eia erfolgreicher deutscher Bühnenbildner.

Porträtskizze von Dr. Adolf Nastin, Essen.

Hein Heckroth wurde am 14. April 1901 in Gießen geboren. Seine Bedeutung als führender deutscher Bühnenbiwner rechtfertigt die Absicht, seinen hessischen Landsleuten einiges von dem zu erzählen, was seine Persönlichkeit und sein Schassen für das gesamte deutsche Thealer so wichtig erscheinen läßt. Seine bisherigen Leistungen und Erfolge schließen den Verdacht aus, als wollten wir hier vom Blickpunkt eines Lokalpatrioten her auf einen Mann zeigen, der zwar ein tüchtiger Künstler sein mag, der aber über die lokalen Grenzen hinaus nicht sonoerliche Beachtung verdiente. Eine kurze Skizze seines bisherigen Levensweges möge andeuten, roie stark Begabung und Vitalität sein müssen, um sich wie Heckroth allen Widerständen zum Trotz in solcher Weise durchzusetzen.

Heckroth sollte nach Entlassung aus der Volksschule in die kaufmännische Lehre. Das hielt er ein halbes Jahr aus, um dann, seiner Neigung zum Zeichnen folgend, Buchdrucker zu werden. Er muß sich damals recht sonderoare Vorstellungen vom Maten und Zeichnen gemacht haben, denn sein Ideal war lange Zeit der Beruf des Geometers. Seine vierjährige Tätigkeit als Buchdrucker brachte mancherlei An­regungen mit'sich. Entscheidenden Einfluß gewann eine expressionistische Ausstellung des Oberheisischen Kunstoereins und der Gedankenaustausch mit einem Kreis aufgeschlossener Menschen, die ihn in jeder Weise unterstützten. Mit 18 Jahren ging er nach Frankfurt, verfolgte an der Universität mit bren­nendem Interesse die Vorlesungen über bildende Kunst und übte sich ein Semester lang am Städel- jchen Kunstinstitut im Aktzeichnen. Durch den damals in Frankfurt vorübergehend wirkenden Regisseur Nideggen-Gebhardt kam er mit dem Theater in Berührung und erhielt den Auftrag, die Bühnen­bilder für zwei Inszenierungen desRhein-Main Theaters" auszuführen, die der bekannte Kritiker Bernhard Diebold als besondere Talentproben bezeichnete.

1924 berief die Stadt Münster in Westfalen Nideg­gen-Gebhardt zum Intendanten, und ein halbes Jahr später erhielt Heckroth seinen ersten Bühnenvertrag als zweiter Bühnenbildnermit Umbauverpflich- tung" also als besserer Bühnenarbeiter. Schon ein halbes Jahr später war Heckroth erster Bühnen­bildner und beteiligte sich entscheidend an der damals Aufsehen erregenden Händel-Renaissance in Münster -unö Göttingen, die von Nideggen und Schulz- W^ornburg inszeniert wurde. Aber erst als die ü-aterausstellvng in Neuyork 1925 die Bühnen­

geistern zuzuweisen. Aus den überaus verbreiteten Verfluchungstäfelchen lasse sich geradezu ein Atlas der antiken Magie rewnstr vieren. Deren Ute- rarische Lieberlieferung habe sich durch die Jahr­hunderte bis ins Abendland fortgepflanzt, wo sie beste Aufnahme fand und wo AberglaAen, Zauberwesen und Magie in den mannigfachsten Erscheinungsformen bis in unsere Gegenwart hinein lebendig geblieben seien. Der sehr auf­schlußreiche Vortrag wurde durch eine Zulle von Lichtbildern illustriert, in denen der Vortragende einen Lieberblick über das gesamte antik und mittelalterliche Material gab. Hier sah man u. a. Schriftbilder, Formeln, magische Wortfiguren, so- genannte Charaktere, Götter- und Dämonenbilder. Zaubertäfelchen, Zaubernägel, Zaubertische und Symbole, was alles im Zusammenhang eingehend interpretiert wurde. Professor Dr. Kalb­fleisch dankte dem Redner namens der zahl­reichen Hörerschaft für seine interessanten Aus­führungen.

Tonfilm:Mamsell Jlifoudje'.

Der Tonfilm hat eine alte Operette zu neuem Leben erweckt, eine Operette, die schon so alt ist, daß man ihre Handlung gar nicht mehr als bekannt voraussehen darf. Von der Handlung sei aber trotzdem nichts erzählt, sondern nur an- gedeutet, daß da ein blondes lustiges Mädchen inmitten des klösterlichen Internats (Tochter- Pensionats alten Stils) nicht nur die Muster­schülerin spielt, sondern auch schon den Operetten- star mimt und damit den Organisten, den Ver­fasser einer Operette, sofort und für die ganze Folge in tolle Verlegenheiten stürzt. Sich selbst aber bringt sie in die Ehe, so wie es sich für ein rechtes Lustspiel gehört. Zwischen Anfang und Ende liegt eine Fülle gutgespielter Prüderie, Ausgelassenheit und Drolerie. soviel Gegensätz­lichkeit hier Klostermauern und dort Operetten­bühne. daß es als Titelträgern^ schon Anny O n d r a sein muhte, um dieser Rolle gerecht zu werden. Sie füllt die Szenen mit ihrem Lachen und dann wieder mit lenem unglaubwürdigen Ernst, auf den nur die Vorsteherin hereinfallt; sie beschwingt das Spiel mit ihrem Temperament um dann scheinbar reumütig in das Jnkrnat zurückzukehren. Reben ihr sieht man Georg Alexander (Organist). Oskar Karlweis (Major) und Hans I u n k e r m a n n, dw sich geschickt in den Schatten der Mamsell Ritouchc fügen. Wan sieht in diesem Film viel Auf­machung, gute Photogrcphie, freut sich guter Tonwiedergabe und ^xerhalt sich ausgezeichnet. Das alles seit gestern im Lichtspielhaus.

N.

es u. a. heißt: .

Die Feinde der Arbeiterklasse, die einander bis vor wenigen Tagen auf das heftigste be­fehdeten, haben sich zusammengeschlossen zum ge­meinsamen Kampf gegen die Arbeiterklasse, zu einer reaktionären großkapitalistischen und groß- agrarischen Konzentration. Die Stunde fordert die Einigkeitdesganzenarbeitend en Volkes zum Kampf gegen die vereinten ©eg» ner Wir führen unseren Kampf auf dem Bo - , ----- .v-,- ,

öen der Verfassung. Die politischen und * darum schädlichen Einzelaktionen verleiten.

Aus der Welt

des spätantilen Zauberwesens.

Der Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums hatte gemeinsam mit der Altertums- wissenschaftlichen Fachschaft für gestern Abend zu einem LichtbildervortragA u s d e r W e l td e s spätantiken Zauberwesens oon Pro­fessor Dr.Pr eisend anz, Karlsruhe, im Stu­dentenhaus eingeladen. Professor Dr. Kalb­fleisch hieß namens der beiden einladenden Vereinigungen die Erschienenen willkommen und erläuterte kürz die Bedeutung des Themas als eines interessanten Beitrages zur alten Kultur­geschichte. Professor Preisendanz begann seine Ausführungen mit einer Huldigung an den genius loci; er freue sich, gerade in Gießen über dieses Thema sprechen zu dürfen, wo ja Alter­tums-, Religionswissenschaft und Papyrusfor- schung durch die namhaftesten Vertreter von jeher eine bevorzugte Pflege gefunden haben. Aus­gehend von den Wundertaten des Paulus m Ephesus führte der Vortragende dann in das weitschichtige Gebiet des antiken Zauberwesens ein; er sprach von der Fülle der damals vorhan­den gewesenen magischen Texte, die beider zu einem großen Teil vernichtet und der Lieber­lieferung entzogen worden seien. Er schilderte die verschiedenen Formen von Wundertaten und Heilungen, die mannigfaltigen Ausstrahlungen eines mehr oder minder primitiven, antiken Aber­glaubens. Cs müsse eine große ZauberUteraiur in der ganzen antiken Welt gegeben haben. Der Vortragende ging dann auf die - Lieberlieferung und den wesentlichen Inhalt der sogenannten Zouberpapyri ein; in einzelnen Fällen fei eine ziemlich genaue Datierung möglich; ausfallend sei die in den Formeln zutage tretende Reli­gionsmischung, die wahllose Verquickung der ver­schiedensten Gottheiten und Kulte. Die magische Kraft des Ramens einer Gottheit oder eines Dämons habe, wie später im Lichtbild gezeigt wurde, in den Beschwörungstexten eine eigen­artige, mystische und symbolkräftige Wirkung au^- geübt. In der späteren Magie ließen sich auch Einflüsse aus der orientalischen Dämonentot/ nachweisen. Cs wurde weiterhin die sprachliche Struktur der Formeln und ihre Bedeutung als I Liebeszauber, Götterdrohung oder hymnische An­rufung gekennzeichnet. Eine große Rolle sei im antiken Zauberwesen besonders den sog. Toten­

bilder Heckroths unter die zehn bedeutendsten deut­schen Leistungen einreihte, erhielt er die innere Sicherheit, sich ganz der Bühne zu widmen.

Das Theater in Münster flog 1927 auf, und Heck- rolh suchte sich in Berlin als freier Maler durch­zuschlagen. Noch im gleichen Jahre berief ihn Schulz- Dornburg, der inzwischen als Operndirektor nach Essen gegangen war, an die Essener Oper, an welcher die entscheidende künstlerische Entwicklung Heckroths zu einem viel kopierten und nie erreichten, neuen atmosphärischen Theaterstil führte eine Leistung, die aus der prachtvollen geistigen Gemeinschaft mit Schulz-Dornburg, Wolf Völker (Regisseur), Kurt Iooß (Ballettmeister) und Kaspar Reher heraus­wuchs. Als Kaspar Neher nach Berlin ging, 'über­nahm Heckroth die Gesamtleitung des Ausstattungs­wesens der Städtischen Bühnen Essens.

Heckroths ungewöhnliche Begabung offenbarte sich in jeder neuen Inszenierung und lenkte bald die Aufmerksamkeit der gesamten Theaterwelt auf sich. Gleichzeitig befestigte er auf den großen Düsseldorfer Ausstellungen seinen Ruf als Maler. Seine Ur­begabung für das Theater äußerte sich in einem grundsätzlichen Wandel der Bühnenbildform, die tief in die Bezirke der Regie und Darstellung eingriff und eine Reihe wichtiger Erkenntnisse und Erfin­dungen hervorbrachte; u. a. war er einer der ersten, die die Lichtbildprojektion technisch für das Bühnen­bild eroberten und sie künstlerisch in die gestellten Ausgaben einbezogen.

Trotz der Vielseitigkeit der Ausgaben, trotz der Universalität seiner bühnenbildnerischen und tech Nischen Begabung, blieb Heckroth innerlich mit seiner hessischen Heimat verbunden. Das Naturerlebnis der herben hessischen Landschaft ist gerade in den schönsten Arbeiten Heckroths spürbar. Ihn begeistern deshalb vor allem jene Werke, die eine innere Beziehung zur Scholle, zum heimatlichen Volkstum zum Aus­druck bringen. Dann ist Heckroth ein ganzer Hesse, ein schollenverhafteter Maler, der ungewöhnliche Farbwirkungen heraufbejchwört. Es ist kein Zufall, daß diesem Hessen die offene üppige Mittelmeerland­schaft zur Wahlheimat wurde. Aus diesem Gegensatz I zweier grundverschiedenen Landschaftserlebnisse emp- I fängt der Künstler Heckroth feine Lebendigkeit, seine Vitalität, seine fruchtbare Vielseitigkeit und seine innere Spannungsgewalt. Diese Landschaftstzrlebnisse sind gewissermaßen die beständigen Pole, zwischen denen sein Geist immer neue Möglichkeiten für das Theater entdeckt und künstlerisch verwirklicht.

Diese Leistung blieb nicht auf Essen beschrankt. Sie wirkte auf viele Bühnen im Reich wie ein nach­ahmenswertes Vorbild. Man holte ihn zu Gast- inszenierungen nach Düsseldorf Köln, Wiesbaden, Dresden, Chemnitz, München. Jedesmal wurde sein Erfolg ein Erfolg der betreffenden Bühnen. Vor .kurzem erst erregte eine umfassende Heckroth-Aus-

Oie Vokspartei.

Berlin, 30. Jan. (TU.) DieRationallibe­rale Korrespondenz" stellt mit Befriedigung fest, daß die auswärtige Politik u n t er d er bisherigen Leitung bleibt und daß auch der Reichsfinanzminister G r a f v on S ch We­rin - K r o s i g l die Bürde seines bisherigen Am­tes behält. Damit sei Wohl die Erwartung be­rechtigt, daß auch die Stellung des Reichsbank­präsidenten Dr. Luther als des Hüters der deutschen Währung nicht gefährdet ist. Heber die parlamentarischen Aussichten dieser Regierung lasse sich nichts sagen, so lange die Haltung des Zentrums und der Bäyerischen Volkspartei nicht feststehe. Es müsse Hitlers Ziel sein, das Zen­trum in seine Kombination h)ne in- zuzwingen und damit für die jetzige Minder­heitsregierung eine Mehrheitsbafis zu schaffen. Das nationalliberale Element in Deutschland sei nicht so kleinlich, daß es das Ereignis mit frucht­loser Opposition oder mit Schelten und Klagen begleiten wollte. Wem es darum zu tun fei, m allen politischen Wirrungen nur Deutsch­land zu kennen, der werde dem neuen Reichs, kanzler keine Riederlage, sondern gute Er­folge wünschen. Wer so denke, der werde allerdings auch das Programm und die Handlungen des neuen Kabinetts unter die Lupe wohlwollender, aber fachlicher und schar­fer Kritik stellen.

Oie Bayerische Dottspartei.

München, 30. Jan. (TU.) Die Bayerische Volkspartei-Korrespondenz schreibt u. a.: Das Reue und überaus Peinliche an dieser präsidia­len Lösung sei darin zu erblicken, daß nunmehr die Macht des Reichspräsidenten oon einem Parteimann reinsten Wassers in Anspruch ge­nommen werde, der nur ein Ziel kenne, nämlich die Stellung seiner Partei zu stärken unL wenn irgend möglich, zu einer ausgesprochenen Parteiherrschaft über den Staat auszubauen. Vom Standpunkt Hitlers bedeute die von Papen betriebene Lösung einen Widersprach mit seiner bisherigen Haltung. Er sei nun Kanzler der Harzburger Front geworden, und habe sich damit ausbieLiniederHugen bergschen Politik begeben. Herr v. Papen habe die Karten so gemischt, daß nur diese Minder­heitsregierung präsidialen Charakters im Sinne der deutschnationalen Drahtzieher herauskommen konnte. Eine parlamentarische Regierung Hitler

vertreten. Der Stahlhelm wird seinen ganzen Ein­fluß dafür einfetzen, daß die in der Reichsregierung zusammengefahten nationalen Kräfte zu einer Staatsführung wahrer Volksgemein­schaft zusammenwachsen, die im Streben nach der Freiheit und Größe der deutschen Ra- No n ihre letzte Einheit findet. Wir haben Wert darauf gelegt, nur solche Aufgaben zu übernehmen, die unserer Eigenart gemäß sind und die in die Zu­kunft weisen. Das sind die Folgen deutscher Arbeit, Freiwilligen Arbeitsdienstes und der Iuqendertüchtigung. Es kommt darauf an, unter sorgfältigster Schonung der sauer erworbenen Steuergroschen des Volkes Neues und Groß­zügiges zu leisten. Zur Lösung dieser Fragen wird der ganze Bund in alter, hingebender Treue, Kameradschaft und freiwilliger Disziplin mit allen feinen geschulten Führerschichten entscheidend mit- Helsen müssen. Der 5)urd)brud) des nationa­len Staates wird jetzt vorbereitet. Er kann nur gelingen, wenn alle vaterländischen Kräfte ihr Letz­tes hergeben und einmütig Zusammenwirken, wenn ein Strich gemacht wird unter alle Streitigkeiten und Anfeindungen der einzelnen Gruppen, wenn alle Glieder der natio­nalen Front ehrlich und fest entschlossen sind, den Befreiungskampf gemeinsam fortzufuhren. Der Stahl­helm steht in unerschütterlicher Treue hinter unse­rem Generalseidmarschall - Reichspräsidenten. Wir wollen dafür einstehen, daß der Lebenswunsch Hin­denburgs erfüllt wird, das g a n z e D e u t sch land nun einmütig an dem großen Werk der inne­ren und äußeren Befreiung unseres Vaterlandes ge­meinsam wirken zu sehen.

Ausruf

der Gtahlhelm-Aundesführer.

Berlin, 30. Jan. (CNB) Die Bundes» führer des Stahlhelms haben einen 21 uf « ruf erlassen, in dem es beißt:

Heute ist im selbstlosen Zusammen­wirken aller nationalenÄräfte eine Re­gierung gebildet worden, die eine echte Führung der Nation in allen ihren politischen und sozialen Nöten ermöglicht und die entschlossen ist, das ganze Deutschland in vaterländischem Gei st e z u einigen. Auch der Stahlhelm ist dem Ruf un­seres verehrten Reichspräsidenten Generalfeldmar­schall v. Hindenburg gefolgt und ist durch seinen ersten Bundesführer nunmehr in der Regierung

Ein schrecklicher Skiunfall.

Im Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren starb die beim Skifahren verunglückte 24jährige Landwirts- tochter Mathilde Dreher aus Greuwang. Das Mädchen hatte sich den Skistock durch das Auge in den 5opf gerannt, was einen Schädelbruch verursachte. Cs muß sofort bewußtlos geworden sein, und da es allein war, muhte es hilflos im Schnee liegen bleiben. Als die Verunglückte abends nicht heimkam. ging man auf die Suche und fand erst in der Rächt das Mädchen auf. Es wurde sofort in das Krankenhaus Kauf­beuren eingeliefert, wo der Tod feinen Schmer­zen ein Ende machte.

Zahlreiche Wasserrohrbrüche in Berlin.

Infolge dec Temperaturschwankun­gen der letzten Tage kam es an den verschiedensten Stellen von Berlin, vor allem aber in den Außenbezirken zu W a s s e r r o h r br Ü ch en. Richt weniger als 51mal mußte die Feuerwehr eingreifen und hatte an einigen Stellen mehrere Stunden zu arbeiten, um die Wassermassen aus» zupumpen.

Brokats haftbeschwerde zurückgewiesen.

Das Kammergericht in Berlin hat die Hafi- b e s ch w e r d e des früheren Direktors der Berliner Verkehrsgesetlschaft, B r o l a t, zurückgewiesen.

Verkehrsunglück bei Paris. Zehn verletzte.

In Thiais bei Paris entgleiste eine Straßen­bahn und fuhr in ein Haus hinein, dessen Wand eingedrückt wurde. Bei dem Unfall wurden zehn Fahrgäste verletzt.

Sprengstoffanschlag auf ein Pfarrhaus in der Pfalz.

In einer der letzten Rächte wurde auf das katholische Pfarrhaus in Schönau (Pfalz) ern Spreng st offanschlag verübt. Im Hose des Pfarrhauses sowie unmittelbar vor dem Hofe wurden zwei Sprengkörper, wie sie im Steinbruch verwendet werden, zur Explosion gebracht. Die

aus dem inneren Streit herauszu- s ü h r e n zur stetigen praktischen Arbeit an Staat unv Wirtschaft. m , ,c . .

Wir danken allen unseren Parteifreunden, den Führern und Kampfgenossen in Stadt und Land, ihrer Tatkraft und Opferbereitschaft. Sie geben uns Vertrauen für die Arbeit, die vor uns liegt. Seien wir uns bewußt, daß das, was bisher er­reicht ist, ohne die Deutschnationale Volkspartei nicht erreicht worden wäre. Seien wir uns be­wußt, daß vielleicht mehr denn je in der Zukunft eine starke Deutschnationale Vollspartei die Vor­aussetzung und die Grundlage nationaler Politik in Dcuts^land bildet. Wir kämpfen weiter, un­sere Ziele sind unverändert. Vorwärts heißt die Parole. Gcz. Dr. Hu gen berg, Dr. von Win­terfeld, Dr. Oberfohren, Frau Lehmann, von Dommes."

Hugenbergs Aufgabe.

Die Deutschnationalc Bottspartei zur Regier ngsbild ng.

Berlin, 30. Jan. (TU.) In denMitteilungen der DNVP." schreibt der Pressechef der DNVP. u. a.: Die Entscheidung ist gefallen. Die Lösung, die mit der Bildung des Kabinetts Hitler-Hugenberg- Seldte-Papen gefunden wurde, war der einzige Ausweg aus dem Trümmerfeld und a u s d e m W u ft v o n I n t r i g e n , die als einzige Erinnerung an das Kabinett Schleicher Zurückbleiben werden. Es ist Hugenberas Verdienst, daß er mit der Opposition gegen Schleicher das Ende der unerfreu­lichen Zustände herbeigeführt hat. Daß die Bildung des Kabinetts so schnell erfolgte, ist nicht zuletzt dem Umstand zuzuschreiben, daß Kräfte am Werk waren, die vor schwersten Krisen, ja Staatsstreichplanen nicht zurückschreckten.

Die neue Regierung hat sofort die Beratungen und damit d i e 21 r b e i t a u f g e n o m m e n. Das ift es, woraus es jetzt ankommt. Es wird die Aufgabe der neuen Regierung sein, bafür zu sorgen, daß fie m ihrer Arbeit nicht gehemmt wird, weder durch die Hetze der Linken, noch durch parteipolitische oder gewerkschaftliche Wühlarbeit, noch durch die Obstruk­tion des Reichstages. Die Regierung wird jedem Versuch, die Arbeit zu stören, mit ben bentbar schärfsten Mitteln gegenübertreten müssen. Der Reichspräsibent, besten Entschlußkraft in erster Linie bie Wenbung zu banken ist, wirb bem Kabinett bie Mittel zur Wahrung ber Autorität nicht oer sagen. Voraussetzung ,für bie Autorität ist bie geschlossene Willensmeinung in ber Regierung. An bem Fehlen biefer Geschlossen­heit war bie Regierung Papen gescheitert.

Die Einheitlichkeit des wirtschafts­politischen Willens ist durch die Zu- sammenfassung der Wirtschaftsministerien in Hugenbergs Hand gewährleistet. Das ist das stärkste Positivum der neuen Lösung. Das ist die Erfüllung der Forderung, die wir vom ersten Augenblick« an gestellt hatten und ohne die wir eine Verantwortung in diesem Kabinett nicht übernommen hätten. Schafft das Kabinett die politischen Voraussetzungen für eine stetige Arbeit, dann wird Hugenberg, der vielleicht allein in Deutschland Zusammenhänge des wirtschaftlichen Lebens übersieht, die Mög­lichkeit haben, seine Pläne in die Tat umzusehen.

Detonation war so stark, daß alle Fensterscheiben des Pfarrhauses und der umliegenden Häuser in Trümmer gingen. Menschenleben kamen glück­licherweise nicht zu Schaden. Linker dem dringen­den Verdacht, den Anschlag verübt zu haben, wur­den drei Einwohner fest genommen und ms Amtsgerichtsgefängnis Pirmasens emgeliefert. Die Verhafteten leugnen allerdings, den Anschlag ausgeführt zu haben.

Kunst uni», Wissenschaft.

Geheimrak Professor Dr. Theodor Virk f.

Irn nahezu vollendeten 81.Lebensjahre starb infolge eines Schlaganfalles der in Marburg im Ruhestand lebende Professor der klassischen Phi­lologie, Geheimrat Dr. Theodor D i r t. Der Ver­blichene, der aus Wandsbek bei Hamburg- stammte, promovierte 1876 in Bonn und habi­litierte sich 1878 an der Llniversität Marburg, wo er 1882 zum außerordentlichen und 1886 zum ordentlichen Professor ernannt wurde. Ehren- volle Rufe nach Königsberg und Breslau lehnte der Gelehrte ab und blieb bis zu seinem Tode der Marburger Llniversität treu. Von -Birte zahlreichen Schriften seien hier nur erwähnt: Römische Literaturgeschichte in fünf Stunden. Kulturgeschichte Roms; Römische Charakterkopfe; Die Germanen; Aus dem Leben der Antike, Charakterbilder Spätroms; Von Homer bis So­krates; Alexander der Große. Geheimrat Vrrt ist aber nicht nur durch seine zahlreichen Ver­öffentlichungen aus allen Gebieten der philo­logischen Forschung bekannt geworden, sondern auch durch seine dichterischen Arbeiten, Romane, Rovellen und Reisebeschreibungen. Bis in sein hohes Alter hinein war er eifrig tätig; noch zu Weihnachten 1932 gab er ein Werk überSie Form der Antike" heraus. Mit Theodor Birt (Beatus Rhenanus) ist ein geistvoller Schllderer der Antike dahingegangen.

Al DieU nalen So!Ä hot geM aul 71

Den t;* GprcW biif-rtto

sk®e wlernen-

.um rittet zur fobe des Deutsch"!

gmW von vtu Deutsches rittet ge AullutM Die Pol' ihren St- mchtun Ein Bol wenn es wartete (durch d und schwelst Osten (e Voll au es im 1 vergesset herzen ( des gant fein, Der! jen wieh Polen n grünbunc die offen! dah das trotzdem Volt'. 2 ahne Ao Mr ih land zu siedeln laute t übern sei, da Werk 3m

Theote in dran ausgeze gruppe tiigen z hier bit des Ein Dm Ab sprachen w \ In b fonroen Hotel übet( Kurden neslschei einem fall

Der 1 ßameni für die Ml bei i bai im mählich nach e ausP ftanbsl Wärm inneto 1etnn ben, ' irgend men. gehen! ander'

1 bet 1

li Arth

' iettoa

i

bei s N gelai tviill ten li-h. mene etfrii nötig ati W M ach toii bet« i leg,

\ tige

Var Nils Ola fun zu ten An Ta Du die bet len nm nie gej bet

sozialen Rechte des Volkes, die tn Verfassung und Gesetz verankert sind, werden wir gegen jeden Angriff mit allen Mitteln verteidigen. Ieder Versuch der Regierung, ihre Macht gegen die Verfassung anzuwenden, oder zu behaupten, wird auf den äußersten Widerstand der Arbeiterklasse und aller freiheitlich gesinnten Volls.reise stoßen. Zu diesem entscheidenden Kampf sind alle Kräfte bereit zu hallen. Llndiszipliniertes Vorgehen ein­zelner Organisationen oder Gruppen auf eigene Faust würde der gesamten Arbeiterklasse zum schwersten Schaden gereichen. Darum her zur Eisernen Front. Rur ihrer Parole ist Folge zu leisten.

Kundgebung

der Gewerkschasten.