Ausgabe 
31.1.1933 Frühausgabe
 
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Die Parteien zur Kabinettsbildung.

OieNGOAP.zurErnennung

des von über der

Die Verfassung werde eingehalten, ohne Staatsnotstand.

Annahme von AnjelgeZ für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Retchspsennig, Platzvorschrist 201 , mehr.

Chefredakteur.

Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undsürdenAn« zeigenteil i.D. Th. Kümmel sämtlich in Biegen.

Iackelzug vor Hindenburg und Hitler

Massenbeteiligung beim Aufmarsch der SA. und des Stahlhelms.

Oie erste Kabinettssihung.

Ter offizielle Bericht.

Berlin, 30. Jon. (TDXB.) Amtlich wird mit- geteilt: Das neue Reichskabinett trat heule nachmittag zu feiner ersten Sitzung zusammen, in der Reichskanzler Adolf h i t l e r auf die Bedeutung des heutigen Tages hinwies, an welchem eine Einigung der nationalen Kräfte Deutschlands durch die Bildung eines Ka­binetts der nationalen Konzentra­tion erreicht worden ist. Die Politik des Kabinetts dürfe den Ausbruch des Glaubens und ver­trauens, der heute im deutschen Volke spontan zum Ausdruck gekommen ist, nicht enttäuschen. Der Reichskanzler gab dann einen lleberblick über die Grundsätze, nach denen er seine Politik zu führen

I gedenke und über das Verhallen, das gegenüber dem Reichstage angewandt werden foll. Line allgemeine Ausfprache ergab eine völlige Ueberein- ft i m m u n g der Ansichten.

Ferner wurde beschlossen, dem Herrn Reichspräsi­denten an Stelle des zurücktretenden Staatssekretärs Planck den Ministerialrat im Reichsministerium des Innern Dr. Lammers zum Staatssekretär in der Reichskanzlei und an Stelle des zurücklreten- den Ministerialdirektors Marks das Mitglied des Reichstags Chefredakteur Walther F u n k zum Mini­sterialdirektor und Leiter der Presseabteilung der Reichsregierung vorzuschlagen.

(ErKheint täglich, autza Sonntags und feiertags.

Beilagen: Die Illustrierte ©ießener Famiüenblatter Heimat >m Bild Die Scholle

monat$=Be$ugsnret$: Mit 4 Beilagen RTA.1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -25

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Hitler empfängt heute Kaas.

Berlin, 30. Jan. (TU.) wie verlautet, hat Reichskanzler Hitler den Führer der Zentrums- partci, Prälat Kaas, für Dienstag vormtt- tag ui einer Besprechung gebeten.

wie aus Zenlrurnsk reifen weiter verlau­tet sicht man in Zentrumskreiscn dem neuen Kabi­nett kühl und mit starkem Mißtrauen gegenüber. Ein Eintritt des Zentrums in die Regie­rung dürfte k a u m i n F r a g e kommen. Das Zen- trum werde zunächst in Ruhe abwarten, was für Matznahmcn das Kabinett ergreifen werde. Maa darf daraus fchliehen, daß das Zentrum zunächst zu einer gewissen parlamentarischen Tolerierung des Kabinetts bereit ist.

Oie ersten Führer.

gaben der Zeitungen von der Ernennung des Kabinetts unterrichtet worden waren. Die Menge brachte vor dem Hause begeisterteSieg- Heil"-Rufe auf den Kanzler aus.

Hitler verliest um 16.15 Uhr nut seiner 'Be­gleitung den ..Kaiserhof", um sich 'm Wagen in die Reichskanzlei zu begeben. Die zu Tausenden anqewachsene Menschenmenge brach

Lastkraftwagen ein.

Schon gegen 19 Uhr wurde die wilhelmstrahe im Umkreis des Gebäudes der Reichskanzlei von einer unüberfehbaren Menfchenmenge umlagert.

Starke Aufgebote von Schupo regelten den Ver­kehr. Die Menge wartete geduldig, trotz des Frostes. Man sang abwechselnd vaterländische Lieder die Wacht am Rhein, das Preußenlied, das Horst-Wessel-ßied und mit entblößten Häup­tern das Deutschlandlied. Zwischendurch ertönten Sieg-Heil-Rufe auf Hindenburg und Hitler. Gegen 20.30 Uhr endlich sah man in dec Ferne von den Linden her die ersten Fackeln aufleuchten. Roch wußte niemand, wo H i n d e n- bürg und Hitler sich aufhielten. Begeisterte Ruse ertönten, als die ersten Fackeln den rechten Flügel der alten Reichskanzlei erreichten: Hinter einem hell erleuchteten Fenster stand Hinden­burg grüßend und winkend. Dann ging es weiter: Grelles Scheinwerserlicht beleuchtete das Arbeitszimmer des Reichskanzlers, aus dessem Fenster Adolf H i t l e r mit natwnalsozia- listischem Gruß die Marschierenden und die Her- anstürmenden begrüßte und beschwicht^te. So aina der Zug weiter. Standarten nach Stan­darten, unübersehbar, erst an. Hindenburg vorbei, dann hindrängend unter das Fen ft er Ad°ls Hit lers Vor den Räumen des Reichspräsidenten nahm eine SA.-Kapelle Aufstellung. Hin und

in Heilrufe aus und stürmte dem Wagen nach. Der Polizei war es unmöglich, die an- stürmenden Menschenmassen zurückzuhaltem die | im Laufschritt über den Platz hinweg nach der ( Wilhelmstraste eilten, wo sich die Kundgebungen fortsehten.

Schleicher verabschiedet sich.

Berlin, 30.Jan. (TU.) Amtlich wird mit- geteilt. Die geschäftsführende Reichsregierung hielt um 13.30 Uhr ihre letzte K a b iine 11 s (ii ß u nig ab, in der sich Reichskanzler v o n S ch l e. ch e r von seinen Mitarbeitern in herzlichen Worten verab­schiedete.

Berlin, 30. Jan. (2*1.) Der Reichsmmister des Innern Dr. Frick hielt am Montagabend unmittelbar nach der Kabinettssitzung eure kurze AnsprachevorVertreternd er Presse, in der er darauf hinwies, daß die Retchsregie- rung in e n g st e r F ü h l u n g m i t d e r P r e s s e, dem wichtigsten Organ der öffentlichen Meinung, zu bleiben wünsche. Frick erinnerte dann daran, daß er es gewesen sei, der seinerzeit bei Reichs­kanzler von Schleicher erreicht habe, daß die die Presse knebelnden Bestimmungen der Rotver- ordnung aufgehoben worden seien.

Lr hoffe, baß keine Veranlassung bestehen werde, diese Verordnung wieder ausleben zu lassen.

Wenn allerdings durch Verbreitung von Tar- tarennachrichten usw. eine Gefährdung von Sicher­heit und Ordnung eintreten sollte dann mußte von feiten der Regierung nach Mitteln und We­gen gesonnen werden, diesen ^ebelstanden abzu­helfen. Er hoffe aber, daß das nicht notwendig werden würde. Zum Schluß erklärte Frick, es fei beute ein all gemeines 21 u f a t me n durch baä deutsche Volk gegangen, als der Mann zum Kanzler ernannt worden sei, der an der Spitze einer 12-Millionenbewegung stehe.

Reichsinnenminister Frick antwortete anschlie­ßend auf einige Fragen. Die behauptete Ein­gliederung der SA. in den Staatsapparat habe bei den Verhandlungen über die Regia- | rungsbildung mit keinem Wort eine Rolle gespielt. Auf eine weitere Frage, ob die SA- als Hilfs truppe für die preußische Polizei in Aussicht genommen fei, crimDerte Frick, daß derartige Erwägungen nicht an- gestellt worden seien. Ein anderer Fragesteller wollte wissen, ob ein Verbot der K P D. geplant sei und ob der Reichsjustizminister des Kabinetts v. Schleicher, Gärtner, aus diesem Grunde nicht in das Kabinett Hitler übernommen worden sei, erwiderte Frick, das K a b ine 11 habe gegen derartige Verbote Stel­lung genommen. Die-R eichsreforrnplane Papens seien, w.e Frick einem anderen Frage­steller mitteilte, ebenfalls nicht zur Erörterung gestellt worden. Zum Schluß wurde noch gefragt, was geschehe, wenn die Regierung un R c ich s - tag ein Mißtrauensvotum erhalte. Frick erwiderte, diese Frage sei geklart. Cs bestehe aber kein Anlast, sich dazu zu äußern.

Berlin, 30.3an. (Sil.) Ein anläßlich des Amtsantritts der neuen Regierung angesetzter großer Fackelzug der SA und des Stahlhelms nach dem ReichskanzleN>alais hat in der nationalen Bevölkerung der Reichs- Hauptstadt ein unerwartet st a r k es Ech o ge­funden. Lange vor Beginn des Aufmarsches füllten sich die für den Zug m Aussicht genom- menen Straßen mit einer gewaltigen Menschen­menge. die mit Äußerungen der Begeisterung nicht kargte. Der Andrang wurde so stark daß es zeitweilig in der Innenstadt zu V e r k e h r s - ftodungen kam, die aber dank umfangreicher Absperrungs- und Sicherungsmaßnahmen der Polizei alsbald wieder behoben werden konnten. Fast überall sah man in dem Bereich der sonst für Aufmärsche und Kundgebungen nicht frei- gegebenen Bannmeile kleinere oder größere Trupps SA. und SS. sowie des Stahlhelms, die dem Sammelplatz am großen Stern, dem Mittelpunkt des Tiergartens, zustromten Auswärtige SA.-Leute trafen zum Seil auch aus

Aufruf der ONVP.

Berlin, 30. San. (SM.) Di- Parieilei- tung der DRVP. veröffentlicht folgenden Aufruf:Mit der Bildung des Kabinetts der nationalen Front -ist -me weit- tragendeEntscheidung gefallen. Wit ihr ist ein Gedanke verwirklicht, der lange Zeit hin­durch ein wesentliches Ziel der DRVP. gewesen ist. Mit Dankbarkeit gedenken wir ut die­ser Stunde des Reichsprasidente n_, Denen Entschlußkraft den Wochen des Chaos, gefährlicher Intrigen und schwerster Sorge em Ende berei- ^Me^Bildung des Kabinetts ist nur ein erst Schritt. Jetzt gilt es, daS deutsche V

Cnid un6 v-rl-g: BtüHndtc U-.w°rfi.S,--vuch- uni> Sleindn.ck.rn H. £an9e in Meten, ^ristl-itu», und «MWeHe: 7.

Die nächsten Ziele der neuen Reichsregierung

Erklärungen des Reichsinnenministers Frick vor der presse.

Frage.

hinsichtlich des Reichstags betonte Reichsinnen- minister Dr. Frick: Jedensalls kann mit den wenigen Vollmachten nicht mehr regiert werden. Wir werden dem Reichstag ein Ermächtigungs­gesetz vorlegcn, das dieser entsprechend den Be­stimmungen der Verfassung der Reichsregierung ausstellen soll.

Wir brauchen diese Vollmachten, um das. große Werk, das wir mit Einsetzung aller Kräfte durchzufähren gewillt sind, namuch die geistige und nationale Erneuerung unseres Boltes, endlich zur Sat werden zu lassen.

Der neue Reichspreilechef.

Berlin, 30. Jlln. (CNB.) Der neuernannte. Leiter der Presseabteilung der Reichsregierung, .Mi­nisterialdirektor Funk,.stellte, sich heute abend in einem Empfang der Berufs Jourmüif^i. der Presse vor. Er erinnerte an feine frühere Tätigkeit als Journalist und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es

zu einem guten Zujammen.ar beiten zwi­schen ihm und der Presse kommen werde für deren Ausgaben und Bedürfnis er das größte Verständnis besitze. Besonderen Wert lege er aus diese Zusam­menarbeit auch deswegen, weil die politischen Negern faße in diesen Tagen besonders schars seien Was an ihm liege, werde er tui^ um im Interesse der Presse unsachliche Schärfen zu vermeiden Zum Schluß seiner Ausführungen übermittelte JRimfte» rialdirektor Funk die Gruße des Reichs­kanzlers Hitler an ine Presse, der zu feinem Bedauern heute leider nicht in der Lage fei, vor der Presse zu sprechen. Er wollte damit warten, bis eine weitere Klärung der Lage eingetreten sei.

eine vyuijt tu ----v . 4, t

dieser Regierung erstmalig Nicht nur d I e JJl a ch t - mittel öes Staates einsatzbereit, sondern hin­ter ihr steht tatbereit und auf Gedeih und verderb mit ihrem Führer verbunden d ton en­

orm e e der n a t i o n a l s o z i a 1 i st i s ch e n B e wegung, deren große historische 2lufgabe nun- mehr auch auf das staatspolitiiche Gebiet uberge- aangen ist. Der Kampf um die Reglerungsfuhrung ist beendet, derDurchbruchzumS taat e ist der nationalsozialistischen Bewegung nach l-^ahrigem Ringen gelungen der größere Kamps der Re­gierung Hitler für das deutsche Volk beginnt. Die Erklärung schließt mit folgendem Gelöbnis: Zwölf Millionen Nationalsozialisten erheben in dieser Stunde, die ihren Führer an der Spitze der Regie­rung des Deutschen Reiches sieht, die Hande zum Schwur- Wir werden in der Regierung kämpsen, so wie wir bisher außerhalb und gegen sie gekämpft haben! Wir wollen dem ganzen deut­schen Bolke gls Beispiel unerhörter Treue und Pflichterfüllung vorangehen! Wir wissen, daß unser Wille zum Siege das ganze deutsche Volk zum Liege tragen wird. Wir stehen und fallen mit Adolf Hitler.

wieder nahm Hindenburg auf einem Stuhl Platz. Als dann das Preußenlied und darauf das Deutschlandlied ertönte, erschien die schon mythisch gewordene Gestalt des Reichspräsidenten m ihrer Sollen Größe am Fenster und wie sein eigene» Denkmal dastehend, nahm er das von der Menge begeistert gesungene Deutschlandlied entgegen. >

Das Regierungsviertel hat wohl seit langen Jahren nicht mehr einen solchen Begeisterungs­sturm erlebt, wie am Montagabend.

Die tun Brandenburger Tor, Unter den Linden und vor allem in der Wilhelmstraße wogende Menschen- menge war von einer spontanen Begeisterung er- füllt, und es kam zu Jubelszene n, w i e m an sie in Berlin lange nicht mehr e r le b t hgt. Zu einem wahren Begeisterungssturm entfacht wurden die nach vielen Zehntaufenden zahlenden Teilnehmer am Fackelzug und die übrige Menschen­menge bei dem Vorbeimarsch vor dem Aeichsprasi- deuten v o n h i n d e n b u r g und vor dekn Reichs­kanzler Hitler. Umbrandet von Wogen jubelnder und schier unaufhörlicher Begeisterung stand hinden- bürg am Fenster seines jetzigen Palais und nahm sichtlich gerührt, die ehrenden Ovationen entgegen, oft mit der Hand dankend und der Musik der vor dem hochparterrefenfter postierten ^A -Kapelle im Takt folgend. Immer wieder brauste das Deutsch- landlied in Der Menge auf. Die SA. Manner streck­ten vor dem Reichspräsidenten die Arme in die höhe und hielten die Fackeln hoch. Die Zivi­listen schwenkten Die hüte unD zögerten weiterzu- marfdjieren. Zwischen Die marschierenden SA.-Grup^ pen mischte sich immer wieder das Publikum unD marschierte begeistert mit. Ein gleiches Bild der Be geifterung bot sich dann wenige Schritte weiter am sLilhelmsplatz vor Dem GebäuDe Der neuen Reichs­kanzlei, wo Reichskanzler Adolf Hitler, der mit den Ministern Frick und Göring im Fenster erschienen war, ebenso jubelnd begrüßt den mehr­stündigen Vorbeimarsch entgegennahm. Von per an­strömenden Menschenmenge wurde mitunter tue polizei'iche Absperrungskette trotz aller Sicherungs­maßnahmen durchbrochen, und es blieb Der Polizei mitunter nichts anDeres übrig, als Dem Menschen- ftrom freie Bahn zu geben. Einige .ßitlenungen klet­terten die Hauswand empor und reichten ihrem Füh­rer Blumen ins Fenster.

Wie die Polizei mitteilt, waren an Dem ^ackei- - zuge etwa 1 5 0 0 0 b,s 1 7 000 Mann, davon i 2000 Mann des Stahlhelms, beteiligt.

Hitlers.

Ter Durchbruch zum Staate.

Berlin. 30. Ian. (ERB.) Die Reichspreffe- stelle der RSDAP. veröffentlicht eine Ertlarung, in der es u. a. heißt: rf..., ~

Wit dem Führer der nationalsozialistischen Be wegung Adolf Hitler ist der Mann deal Vertrauens des Volkes auf den Rus des Reichspräsidenten an die Spitz ed er R egi e- rung getreten. Der Herr Reichspräsident hat damit den Schritt vollzogen, der endlich dem Willen und dem Sehnen der Millionen des deutschen Volkes gerecht wird die in dieser größten nationalen Bewegung der deutschen Ge­schichte die einzige Hoffnung auf einen Wiederaufstieg der Ration und in ihrem Führer Adolf Hitler a l l e i n d e n W a n n sehen, der dieses große Werk beginnen und vollenden kann. Die natwnalsozialistifche Be­wegung weiß sich eins mit dem ganzen deutschen Volke, wenn sie in dieser Stunde bem §errn Reichspräsidenten dankt für ferne ge­schichtliche Sat, die den Ruhm des Generalfeld­marschalls unserer Heere im Weltkriege auf immer auch mit dem Ramen des jungen Deutsch- land verbindet, das glühenden Herzens zur Frei­heit strebt. Wir wollen heute dem stolzen unD freudigen Empfinden Ausdruck geben, das Die ganze nationalsozialistische Bewegung bet der ileoernaßme Der staatspolitischen Verantwortung durch ihre Führer beseelt. .

Die MSDAP. weiß, Daß die neue Regierung keine nationalsozialistische Regie­rung i st, aber sie ist sich dessen bewußt daß diese Regierung den Namen ihres Führers A d o l f h i 11 e r t r ä g t. Mit einem starken naüo- nalfozialistischen Vortrupp ist der Führer in Die Re­gierung eingerückt und hat sich an ihre ©piße ge»

Wie dieGermani a aus Zentrumskreisen berichtet hat am Montag um 1430 Ußr eine erfte Fühlungnahme zw.schen den na­tionalsozialistischen Abgeordneten und derzeitigen Ministern im Kabinett, Goring und ür ick, und der. Zentrumsabgeordneten Dv. Perli tius und Bell stattgefunden, als deren Zweck °°N natonaUoiialiftii^t Seite bezeichne wurde eine Erklärung über die politische Lage entgegenzunehmen.

MchslacWe. Mami.Iebruar

Berlin,^30. San. (TU.) Der Aeltesten- rat pes Reichstages, der am Montagnach- Eag unter dem Do?sitz des Präsidenten G ° - ring tagte, beschloß, entsprechend einem natio- nalsozialistischen Antrag mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommu­nisten die nächste Vollsitzung des Reichstages spätestens am Diens­tag 7 Februar, stattfinden zu lassen. Ein früve'rcr Termin soll nur Dann gewählt werden, wenn Die Regierung den Wunsch hat bereits vor Dienstag nächster Woche ihre Erklärung im Reichstag abzugcben. Anträge der Kommunisten und Sozialdemokraten auf sofortige ® i nbe -

I rufung des Reichstages wurden gegen die Stimmen der beiden Parteien abgelehnt.

Huldigungen für Hiller.

Berlin. 33. Jan. (SU.) Vor dem Hotel kaiserhof", in das sich Reichskanzler Hitler mit einem Teil der neuernannten Minister zu- nächst begeben hatte, sammelte sich m den ersten Rachmittagsstunden des Montag eine ständig wachsende Menschenmenge, meift Ra­tionalsozialisten, die durch die RachmittagsauS-

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Ein Mitglied der Berliner Schriftleitung Völkischen Beobachters" hatte Gelegenheit, Dem Reichsinnenminister Dr.F r ick einiges die nächsten Ziele und Absichten neuernannten Regierung zu erfahren. Der Minister erklärte, die gei st i geunbtoil- lenmäßige Erneuerung de s g c s am­ten deutschen Volkes sei die Vorausset­zung für jede andere nationale Erneuerung und Erhebung und werde im Mittelpunkt unserer ge­samten Politik stehen. Auf die Frage ob an besondere Maßnahmen ge g en d" KBD. gedacht werde, erwiderte der Minister. Ich werde vorerst in dieser Richtung noch nichts unternehmen.

Ls ist mir allerdings bekannt, daß von einzelnen Kommunisten schon in Der letzten Woche Flug­blätter verteilt wurden, in denen zum General­streik ausgesordert wurde. Sollte sich die KPD. das nicht noch anders überlegen, so werden mir mit den schärfsten Maßnahmen gegen einen der­artigen Generalstreik vorgehen.

Der Reichsinnenminister äußerte sich sodann mit einigen Worten über das Verhältnis zwischen der Reichsregierung und Preußen: An dem bestehenden Zustand sei v o r e r st n o ch n ich ts geändert worden. Man habe die Einrichtung der Reichskommissare übernommen, neben denen die marxistische Regierung zur Zeit noch im Amte" sei. Für Minister G u r t n c r fei noch kein Rachfolger bestimmt. Er bleibe also bis dur end­gültigen Regelung zunächst gesHaftsfuhrender Mi nist:r. Im übrigen sei die Frage des Verhält­nisses d e r ß ä n ö c r zum Re ich iin. öi e - sem Zeitpunkt nicht akut Die Richtung unserer Politik deckt sich mit unserer bisherigen nationalsozialistischen Stellungnahme zu dieser