Ausgabe 
30.12.1933 Erstes Blatt
 
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zranoois ponce s Rückkehr nach Verl n.

Liebe!? Kein Mensch ist für sich allein in die Welt gestellt, und da sind viele Tausende um chn, deren Herz einem ungeöffneten Tor gleicht. Dieses gilt es zu öffnen. Aber wie beginnen wir das? Wo ist der Schlüssel, der da aufschließt?

Dieser Schlüssel ist das Wissen um die Seele des andern und die Rücksicht aui diese andere Seele. Scheinbar ein schwierig Ding, da doch jeder Mensch so fest an sich gebunden ist? Aber -s muß nur immer einer den Anfang machen Sonst gehts wie Fritz Reuter in ergreifendem, nur allzu wahrem Bilde schildert:Es schiebt sich manchesmal zwischen zwei Herzen ein dünnes Brett, und jedes Herz hört das andere seufzen und weinen, und das dünne Brett hat auf jeder Seite eine ftlinfe, die einer bloß anzurühren braucht, und was die Herzen zeichiedcn hat, schiebt sich zurück, aber keiner will die Klinke zuerst anrüyren, und die beiden Herzen meinen weiter." Wenn das schon bei zwei sich nahen Herzen vorkommt, wie schwer muß es dann fein, au> die Klinken zu drücken, an den Brettern, die Zwischen die einander Fernerstehenden geschoben sino! Aber irgendwo wollen wir beginnen Der Schlüssel is, ja ein Zauberschlüssel wie jener mystische Türoffner im Faust. Mephisto sagt: Hier diesen Schlüssel nimm' Faust zweifelt: Das kleine Ding? Sein Geselle er­muntert ihn: Erst saß ihn an und schätz ihn nicht gering! Da wundert sich Faust: Er wächst in meiner Hand! Erleuchtet, blitzt! Und Mephisto schließt: Merkst du nun bald, was man an ihm besitzt?

Was sich noch sonst hinter dem noch geschlossenen Tor des neuen Jahres berge, alles Gute erhält erst Wert, alles Widrige läßt sich erst tragen, wenn wir einander die Herzen auftun. Die Liebe als der Schlüssel zu den Herzen aber wächst ro-e jener der Goethischen Dichtung, mit dem Versuch, mit dem Gebrauch.

Nur nicht stehen bleiben vor dem verschlossenen Tor! Der Sinn des Geschehens kann nur durch Tat im Strome ersaßt werden. Das gilt für |ebe Zeit. Wir würden sonst vor der Tür Der Zukunft zu bloßen Lobhudlern vergangener Zeiten werden. Die lebendige Geschichte liegt v o r u n s, nicht Himer uns. Damit soll keinem ruchlosen Optimismus das Wort geredet sein, als müsse es uns immer besser gehen: aber ebenso verkehrt wäre der Pessimismus: Es wird ja doch immer schlechter.

Menschenwürde tut uns not, wie sie ein reizend naives Berschen vom alten Wandsbeker Boten aus- spricht mit der Ueberschrift:Täglich zu fingen:"

Ich danke Gott und freue mich Wie's Kind zur Weihnachtsgabe, Daß ich bin, bin! Und daß ich dich. Schön menschlich Antlitz habe!" Mit diesem Spruch ins neue Jahr!

Der Fronlkamerad des Führers in Deutschland einaetroffen.

Bremerhaven, 29. Dez. (TU.) Am Freitaq- mitlag traf mit dem HapagdampferHomburg" Adolf Hitlers Kriegskamerad Weftenkirchner. der in Amerika arveitslos war und dem der Füh­rer die Ueberfahrt nach Deutschland ermöglicht hatte, hier ein. Er wurde von seinem Freund und Frontkameraden Huber, der mit dem Führer zusammen über 4'/2 Jahre im Felde gestanden hatte, empfangen. Der Kreisleiter der Abteilung Seefahrt" der NSDAP überreichte Weftenkirchner im Auftrag der Ausländsabteilung unter lieber- bringung von Grüßen einen Blumenstrauß. Westen­kirchner fuhr mit feiner Frau nach Berlin weiter, wo er vom Führer empfangen wird.

In einer Unterredung gab Weftenkirchner feiner großen Freude darüber Ausdruck, daß es ihm durch die Hilfe feines ehemaligen Frontkameraden, des Reichskanzlers, möglich geworden fei, mit feiner Familie nach Deutschland zurückzukehren. Was Adolf Hitler feinerzeil im Felde gewesen fei, der Su t e Kamerad, das fei der Kanzler auch noch eute geblieben. 1915 feien Hitler und er m i t b e in gleichen Regiment ins Feld gezogen und als Meldegänger hätten sie Freud und Leid miteinander geteilt. Hitler und Weftenkirchner wurden beide am 5. Oktober 1918 durch Gas vergiftet Oft habe er, >o erklärte Weftenkirchner, Hitler im Feuer beobachtet. Hitler kannte keine Furcht. Er war immer der erfte, wenn es galt, als Meldegänger schwierige Aufträge zu erledigen. Wenn alles mutlos wa.', war er es, der uns aufrichtete. Hitler hat immer treu an seiner Idee gehangen und war von ihr restlos überzeugt.

Sichtlich bewegt erklärte Westenkirchner, er hätte wohl nie mehr feine Heimat wiedergefehen, wenn er nicht das Glück gehabt hätte, der Frontkamerad Adolf Hitlers zu fein Nun freue er sich, wieder in Deutschland für sich und feine Familie fein Brot zu verdienen. Sein Kriegskamerad Huber habe de- reit-, einen Arbeitsplatz für ibn gefunden 3n Bor-, lin treffe er auch feinen früheren Kameraden Amann und freue sich auf die Stunde, in der er endlich dem Führer die Hand drücken dürfe, um ihm zu danken. Bei feiner Rückkehr habe er in Bremer­haven einen vollkommen veränderten und starken Eindruck von dem heutigen Deutschland bekommen. Er sei stolz auf das Werk seines Führers mb Kameraben Aböls Hitler.

Oank des Führers an die Ausländsdeutschen.

Berlin, 29. Dez. (WTB.) Die Reichskanzlei teilt mit. Zahlreiche Reichsdeutsche im Auslande, die am 12. November keine Möglichkeit hatten, ihre Stimme abzugeben haben ihre Zustimmung zu dem von der Reichsregierung verfolgten Zielen Dem Herrn Reichskanzler a u f schriftlichem Wege übermittelt. Wenn auch diese Erklärungen nicht als Wahlstimmen gewertet werden können, so sind st« doch ein erfreulicher Beweis der engen Verbundenheit Der Reichsdeut­schen im Auslände mit der geeinten deutschen Nation und des Vertrauens zu Ihrer Führung. Für dieses Treuebekennt­nis und die Damit bekundete Anteilnahme an den Geschicken des deutschen Vaterlandes spricht der Führer auf diesem Wege den fern der Heimat lebenden deutschen Volksgenossen seinen Dank aus.

Oie Kirchen flaqgen am Aeujahrettage

Berlin, 29. Dez. (WTB.) Der Evangelische Oberkirchenrat hat, entsprechend dem Vorgehen des Reiches, die Anordnung getroffen, daß am Neu - jahrstag und amReichsgründungstag jeden Jahres die evangelischen Kirchen und die kirchlichen Gebäude zu beflaggen sind Neben brr Kirchenfahne unb ben Hoheitszeichen des Reiches, schwär,weißroten und Hakenkreu. I sahnen, kann auch noch die fianbesflagge gt- zeigt werden.

Oie französische ^brüftungsden

Paris, 29. Dez. (WTB) Ministerpräsident Chautcmps, der heute abend Paris verläßt, um einige Urlaubstage in einem Winterkurort ju ocr* bringen, empfing vormittags Bot,ch>uster F r a n = xois Poncet, mit Dem er über das der Reichs­regierung zu überreichende Meitzorandum sprach Wie man an zuständiger Stelle versichert, wird Die|e» Memorandum, an dessen Fertigstellung Außenmini­ster Paul-Boncour gegenwärtig arbeitet, gleich­zeitig auch den Regierungen von Lon- Don und Rom sowie den übrigen an dem Abrüstungsproblem interessierten Kabinetten für Kenntnis gebracht werden.

Paris Soir" zufolge steht noch nicht fest, daß oas französische Dokument die positiven Vor schlage der französischen Regierung enthalten wird. Entscheidend werde es sich darauf be­schränken, festzustellen, daß die durch Francois Pon­cet übermittelten deutschen V o rjchläge un­annehmbar seien und den für Frankreich an­nehmbaren Verhandlungsrahmen anbeuten, lieber ben von Ministerpräsibent Ehautemps erwähnten Abrüstungsplan werde Botschafter Francois Poncet wahrscheinlich dem Reichskanzler keine Vorschläge unterbreiten.Echo de Paris" verzeichnet Das Gerücht, Daß Botschafter Francois Poncet Das für Die Reichsregierung bestimmte Memorandum noch nicht mitnehmen werde, da es möglicherweise seine endgültige Fassung erst erhalte, so­bald die französischen Minister mit Sir John Simon nach dessen Rückkehr aus Rom erneut Füh­lung genommen hätten.

Mati n". der schon kürzlich der französischen Politik vorgeworfen hatte, im Schlepptau anderer Mächte hinter einem Sicherheits­phantom herzulaufen, ironisiert nun das zähe Fest­halten Frankreichs an der Kontrollforderung. Frank­reich wolle wieder den Genfer Abrüstungsweg gehen, den Weg der Geschwätzliebhaber

£ o n b o n , 30. Dez. (WTB. Junffprudj.) ..Times" begrüßt die Rede Des Präsidenten Roosevelt als ein willkommenes Zeichen, daß er geneigt fei, die ame­rikanische Zusammenarbeit mit fremden Ländern eher zu vergrößern als einzuschränken.Times" sagt: kürzlich hat die deutsche Regierung ihren Nachbarn eine Reihe von Nichtangriffs­pakten angeboten, und Die Abneigung, sich dieses 2fnqebot zunutze zu machen, hat sicher enttäuscht. Dies ist nur eines von vielen Zeichen, daß Die weit Pakten und Erklärungen etwas zweifelnd gegenüber- steht. Tatsächlich sind die Abrüstungserörterungen bereits über Die Hauptpunkte Der Vorschläge Roose­velts hinausgegangen Eine Beseitigung erAngriffswaffen würde eine Veränderung des gegenwärtigen Machtverhältnisses bedeuten, die Beseitigung sei ein unmittelbarer Vorteil für Deutschland, ebenso wie die andere von Präsident Roosevelt gestellte Forderung, daß jeder Staat dasRecht haben solle, feineeigenen Grenzen mit unbeweglichen Verteidi­gungsmitteln zu befestigen, hier handelt es sich um ein Recht, das nach allgemeiner Ausas- fung zu m Wesen der nationalen Sou­veränität gehört.

(Sine Unterredung mit Dem Re chsauhennnnister

Berlin, 29. Dez (TU.) Kurz vor Weihnachten erteilte der Reichsminister des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, dem Berliner Korre­spondenten derNewyork Times", Guido E. Endc- ris, ein Interview, das jetzt erschienen ist. Es heißt darin u. a.: Die Abrüstungskonferenz hat sich als unfähig erwiesen, eine Lösung des Abrüftunasproblems herbeizuführcn und den mora­lisch und rechtlich begründeten Anspruch Deutschlands auf Gleichberechtigung und gleiche Sicherheit zu verwirklichen. Außerdem hat das völlige Berfagen des Völkerbundes in der Abrüstungsfrage Klar­heit darüber geschaffen, bah dieser zur sachgemäßen und gerechten Regelung schwieriger, den Frieden Der Welt beeinflussender politischer Fragen über­haupt nicht geeignet ist. Diese Erkenntnis hat uns genötigt, die Abrüstungskonferenz und den Völkerbund zu verlassen. Die deutsche Haltung bedeutet für Die anderen Staaten die Aufforderung, endlich aus Den jahrelangen Abrüstungsverhand- lungen das Fazit zu ziehen und auf Grund der politischen Realitäten ihre Entscheidungen zu tref­fen.

In ihrem aufrichtigen Friedenswillen wünscht Die deutsche Regierung nach wie vor zu einer 23 er- ständigung mit den anderen Staaten über die Rüstungsfrage zu gelangen. Die Hoffnung, daß jetzt eine Vereinbarung auf Der Grundlage einer wesentlichen st unas Verminderung der hochgerüsteten Staaten aufgebaut werden könnte, hat sie aber aufgegeben.

Unsere Forderung nach allgemeiner Abrüstung bleibt be ft eben, aber wir müssen leider fesfstellcn, bah sie In der gegenwärtigen Zeit nicht ;n verwirklichen ist. Die Erfah­rungen der letzten acht Jahre haben zu beut- Uch gezeigt, daß Die hochgerüsteten Staaten, be- fonDers Frankreich, nicht willens find, wirklich abzurüsten. VeDauerlicherweise muß Deshalb Die Tatsache Des bisherigen Nichtab­rüstungswillens Der hochgerüsteten Staaten zum Ausgangspunkt Der weiteren Verhandlungen gemacht werben. Die Wünsche, die wir unter Diesen Umständen vertreten muffen, sind außer ordentlich maßvoll. Sie bezwecken, Deutschland einMlndestmaß an befenf locr m i - litärischer Sicherung zu geben, aus Das

schrrst noch nicht terhggefctilf?

und Schimärenjäger. Es könne wohl er­klären:Wir gehen mit Den Bestimmungen der Verträge einig!" aber es Dürfe, wenn er sich unD andere nicht täuschen wolle, niemals behaup­ten:Wir sind mit England einig!*; denn mit England fei über den wichtigsten Punkt, näm­lich über die Schaffung einer internationalen mit Sanktionen versehenen Rüstungskontrolle keine Einigung erzielt worden und werde auch nicht zu erzielen sein. Seit 14 Jahren sei das französische Volk mit Pakten gefüttert unb mit Konferenzen getränkt worden. Man treibe in Frankreich die beiden ihm einzig noch verbleiben­den Kulte: den Kult der Formel und den Kult des Fetifchs. Es fei hinter dem Sicherheitsphantom hergelaufen und laufe jetzt hinter dem Kontroll­phantom her. Wie lange noch werde es im Schlepp­tau anderer einem Schatten nachjagen?

Italienische Kritik.

Rom, 29. Dez. (ENB.)lener e" bezeichnet die Haltung Frankreichs in der Abrüftungsfrage als Verzögerungstaktik. Man stehe wieder vor dem üblichen französischen Manöver, mit dem konkrete Probleme in ab ft rotten Diskussio­nen erstickt und in einer Atmosphäre der Un= schlüssigkeit abgetötet werden sollen. Angesichts dieser Taktik müsse man sich noch einmal fragen, ob Frankreich wirklich den Frieden wolle oder ob es nicht nur vom Frieden spreche, um zur gegebenen Zeit ein Alibi zu haben.S t a m = p a" wendet sich ebenfalls gegen die französische Taktik, die man nur durch ben Wunsch erklären könne, die bireften Besprechungen mit der Wilhelm- straße illusorisch zu machen, um gegebenen­falls allein auf Deutschland die ganze Schuld für ein endgültiges Scheitern der Abrüstungskonferenz abwälzen zu können.

Ls handelt sich tatsächlich um einen Anachronis­mus, wenn es Deutschland verboten fein soll, Flugabwehrgeschühe zu haben oder nach Belieben defensive Befestigungen anzu­legen. Auch in dieser Beziehung handelt es sich dar­um, ob Deutschland Gleichberechtigung haben soll. Der Reichskanzler hat Der Welt zu verstehen ge­geben, Daß er nicht Daran Denkt, zu einer allge­meinen Abrüstungskonferenz zurückzukehren, bevor die Frage der Gleichheit in eine? Deutschland be­friedigenden Weife gelöst ist. Darunter versteht er nicht zahlenmäßig Gleichheit in der Mannschafks- ffärfe oder mengenmäßig Gleichheit in der Aus­rüstung, sondern qualitatioe Gleichheit, in die das Recht auf den Besitz der gleichen IDaffenarten einaeschlossen ist, die andere Nationen haben. V7?nn die deutschen Vorschläge nicht in allen Einzelheiten annehmbar sind, so sollten sie doch eine Grundlage für diplo­matische Verhandlungen bilden. Es ist zu hoffen, daß die französische Antwort nur Abände­rungen Der deutschen Vorschläge, nicht aber eine Verwerfung enkhalien wird.

es angesichts Der gewaltigen Rüstungen feiner Nachbarn nicht verzichten kann. Diplomatische Besprechungen hierüber finD im Gange. ZDtr führen Diese Direkten Verhandlungen im Geiste Der Verständigungsbereitschaft und Des ausrich- tigen Friedenswillens, wenn unsere Verhand­lungspartner sich von dem'etben Geiste leiten (affen, steht zu hoffen, daß eine Einigung zu- ftandekommt An Dem Anspruch Deutsch- iandsauf gleiches Recht und gleiche Sicherheit wird aber Die deutsche Regie­rung mit aller Energie und mit Der Urbeug- samkeit f e st h a 11 e n, Die ihr Das Bewußtsein verleiht, eine gute unD gerechte Sache zu ver­treten unD Den geschlossenen willen Des Deut­schen Volkes hinter sich zu Haden.

Deutschland verlangt nur eine Defensiv- a r m e e in einer Hohe, daß eine Bedrohung ande- rer otaaten gar nicht in Frage kommen kann. Was die SA. und SS. betrifft, so handelt es fid) hier um eine rein politische Drgani- s a t i o n, die nur innere Aufgaben zu erfüllen hat unb für die Zwecke einer Kriegführung weder ausgebildet, noch ausgerüstet ist. Die zweieinhalb Millionen Mitglieder Der SA. und SS., Die alle Altersklaffen vom 18. bis zum 70. Lebensjahr um- taffen, find zur innerpolitifdjen Abwehr her marxistisch-bolschewistischen G e - fahr in Deutschland beftinimt unb unent­behrlich Wie Reichskanzler Aböls Hitler wieder­holt in seinen Reden erklärt hat, lehnt es Deutsch­land n i ch t ab, den nichtmilitärischen Eharakter der SA. unb SS. im Falle bcs Zustandekommens einer Vereinbarung über bie Rüstungsfrage einer internationalen Kontrolle zu unterstellen, falls alle Staa ten entsprechende Verpflich­tungen übernehmen. Deutschland ist bereit, eine internationale Kontrolle für die Durchführung eines Abkommens über die Rüstungen zu übernehmen, fofern diese Kontrolle für alle Staaten gilt unb völlig paritätisch burchgeführt wirb. Nach unserer Ansicht ist Deutschland an erster SteUe berechtigt, über mangelnde Sicherheit zu klagen. Trotzdem hat sich Deutschland bereits in ber Kundgebung der Reichsregierung bei unserem Austritt aus Der Abrüstungskonferenz bereiterklärt, mit allen Staaten N ' chta n g r iffspakte abzuschlleßen, um auch auf diese Weise ben u n - bedingten FrieDenswillen Deutschlands zu bekunden.

Times fotberi Verhandlungen auf Grund der deutschen Vorschläge.

Das Ziel der deutschen Adrüstungspolilik.

Abrüstung der hochgerüsteten (Staaten oder ein Mindestmaß an defensiver militärischer (Sicherung für Deutschland.

Wie Frankreich die Rede Roosevelts aus'eat.

Pans. 30.Dez. (WTB. Funkspruch.) Der Un- terfiaatsfelretär im französischen Außenministerium, deTefian, erflärte einem Vertreter Des Newyork Herald , daß die große .Hebe Roosevelts die voll- ft c Unter st ützung Frankreichs finde. Die französische Regierung fei besonders erfreut darüber, baß Roosevelt die feiner,jeit von Herriot über die Dringlichkeit einer internationalen R ü ft u n ge­tan t r o U e abgegebene Erklärung wieder­holt habe. Frankreich sei bereit, fid) einer solchen Kontrolle z u unterwerfen. In der Rede Roosevelts sehe Frankreich ferner eine völlige Billigung feiner Politik in Der Abrüftungsfrage. Frankreich fühle sich g e ft ä r f t in der Haltung, die die Regierung angenommen habe, in dem sie die deutschen Forderungen auf Ausrüstung ablehnte

Argentinien unter Belagerungszustand.

Aufruhr in Santa K6 und Rosario.

Buenos Aires, 29. Dez. (WTB.) Reuter. In mehreren Orten Der Provinz Santa F e ge­lang es aufrührerischen Elementen, die Gewalt an sich zu reißen, sie wurden aber von Militär und Polizei vertrieben, die die Lage wieder in der Hand haben. Ein in Buenos A i res unternommener Aufruhroersuch ist gescheitert. Die Polizei nahm bie Führer Der unruhigen Elemente fest, bevor sie ihren Plan, sich der Regierungsgebäude zu bemäch­tigen, in die Tat umfetzen konnten. In der Haupt­stadt herrscht Ruhe.

In Rosario hatten Anhänger des ehe­maligen Präsidenten I r i g o y e n von einem Kraft­wagen aus Bomben gegen bie Kaserne geschleudert und diese zu stürmen versucht. Sie wurden mit Gewehrfeuer empfangen Dabei find 200 Personen getötet und viele verletzt worben. 80 Aufständische wurden feftgenommen. lieber die gesamte Republik ist der Belagerungszu­stand verhängt worden. Nach einer Meldung bcs Marineministeriums versuchten Aufrührer sich eines bei Paso de los Libres liegenden Schiffes zu bemächtigen, wurden aber mit Verlusten zurück- geschlagen Die Regierung der Provinz Santa FS hat bie Verhaftung des ehemaligen Präsidenten Alvear angeortmet.

Ziehung her 2.Arbel'tshesMungslottme

Berlin, 29. Dez. (WTB.) Die Ziehung Der 2. Geldlotterie für Arbeitsbeschaffung fand öffentlich unb unter notarieller Aufsicht statt. Reichsfchatz- meifter Schwarz eröffnete die Ziehung mit einer kurzen Ansprache Vor einem Vierteljahr, führte er u a. aus, habe ich am gleichen Platz die Ziehung der 1. Lotterie eröffnet. Der Opfermille weiter Volksschichten unb bie Kraft unserer Organisation haben einen Erfolg gebracht, der alle Ergebnisse früherer Lotterien weit in Öen Schatten stellt Allen denen, die dazu durch ben Kauf eines Loses bei­getragen haben spreche ich an dieser Stelle mei­nen herzlichsten Dank aus. Dem Führer aber werde ich mit Stolz melden, daß feine Absicht, | die ihn veranlaßte, diese Lotterie ins Leden zu rufen, voll erreicht worden ist. Diese Absicht i war, Tausenden von Volksgenossen Ar- j beit z u geben unb mit ihrer Arbeit Werke von bauernd"m Wert nach seinem Willen zu schaffen. Die Geschichte wird einst das Jahr 1933 als bas Jahr der deutschen Schicksalswende bezeichnen

Nach der Ansprache begann die Ziehung. Auf bie Lose, die in zwei Abteilungen, A unb B mit je 3 Millionen Stück zur Ausgabe gelangten, kamen insgesamt 283 058 Gewinne, gestaffelt von 3 Mark bis zu 75 000 Mark und zwei Prämien zu je 25 000 Mark zur Ausschüttung. Insgesamt gelangten 1 500 000 Mark zur Auslosung. Schon eine halbe Stunde nach Beginn wurde das große Los ge­zogen. Der Hauptgewinn von 150 000 Mark entfiel auf Doppellos 1 527 916. die Prämie von 50 000 Mark auf Doppellos 609 740, 30 000 Mark auf Doppeltes 1512 471, 20 000 Mark auf Doppellos 1 773 504, je 10 000 Mk. auf 1 430 860 und 740 576, je 5000 Mark auf 1 284 535, 1 735 458, 1 051 152 und 2 427 915. Die amtliche Gewinnliste erscheint am 8. Januar 1934.

0tr NeichsbunD Der Deutschen Beamten.

Berlin, 29. Dez. (TU ) Der Führer der Deut­schen Beamtenschaft und Leiter des Amtes für Beamte, Pg. Neef, erklärt imVölkischen Be­obachter", daß das Amt für Beamte eine Gliederung der PO. fei, an Deren Spitze er stehe. Im Amt für Beamte feien alle beamteten Partei­genossen zufammengefaßt. Nach der bestehenden Dienstanweisung Der PO. müßten sämtliche beamte­ten Parteigenossen dem Amt für Beamte ange­boren. Die Gesamtheit Der deutschen Beamtenschaft einschließlich Der beamteten Parteigenossen werde im Reichsbund der Deutschen Beamten erfaßt, der Die vom Reichsinnenminister Dr. Frick amtlich anerkannte Einheitsorganisation der Beamtenschaft fei. Der Reichsbund sehe feine Hauptaufgabe in der Erziehung der Beamten zu vorbildlichen Nationalsozialisten. Die Richtlinien hierfür gingen allein vom Amt für Beamte der NSDAP, aus. $u den weiteren Aufgaben des Reichsbundes gehörten die Beratung und Unter­stützung der Regierung in allen beamtenpolitischen Fragen, ferner die sachliche Fortbildung der Ge- iamtbeamtenfdjaft, die Erhaltung und der Ausbau der wirtschaftlichen Selbsthilfeeinrichtungen. Der Reichsbund der Deutschen Beamten sei Dem Amt für Beamte politisch unterstellt. Die Mitglied­schaft zum Bund NSDJ., dem übrigens nur Parteigenossen angehören dürften, käme nur für juristische Beamte wie Richter, Staatsanwälte und Verwaltungsjuristen in Frage. Diese müßten jedoch gleichzeitig dem Reichsbund Der Deutschen Beamten angehören.

Zweites Gesetz über den landwirt­schaftlichen Dollftreckungsschutz.

Berlin, 29. Dez. (ERB.) Im Reichsgefetzblatt wird dasZweite Gesetz über den landwirtschaft­lichen Dollftreckungsschutz" veröffentlicht. Nach ihm stehen ben landwirtschaftlichen Grundstücken Land­arbeitereigenheime sowie Grundstücke gleich, die einem landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen ober gärtnerischen Nebenbetrieb ober der Fischerei dienen. Eine Zwangsversteigerung eines Grundstückes ist außer den Bestimmungen der Ver-

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