oern des Braun zu begegnen. Die Versuche, die Angelegenheit zu unterdrücken, waren jedoch vergeblich, da inzwischen weite Kreise davon erfahren hatten. Der saarländische Separatistenführer Waltz, der vor einiger Zeit nach einer Unterschlagung von 20 000 Franken von seinen eigenen Gesinnungsgenossen überführt wurde, dürfte nunmehr vor Neid erblassen, daß sein Kollege Braun ihn auch hierin wiederum übertraf.
Marxistischer Änterschlagungsskaridal im Saargebiei.
Die Persönlichkeit des Ermordeten.
B u k a r e st, 29. Dez. (XU.) Ministerpräsident Duca entstammte einer alten Bojarenfamilie. Er studierte in Varis die Rechte und widmete sich nach seiner Rückkehr ausschliehlich der Politik. Mit 28 Jahren wurde er Abgeordneter öer L l - beraten Partei. Enge Freundschaft verband ihn mit Ionel B r a t i a n u. Während des Weltkrieges trat er nicht besonders in Erscheinung, jedoch steht auch sein Name auf der Gedenktafel im Bukarester Militärmuseum, die alle Minister nennt, die Rumäniens Eintritt in den Weltkrieg beschlos- sen haben. Duca hat ein Alter von 52 Jahren erreicht. In der Kammer hat er sich vor allem auf volkswirtschaftlichem und sozialem Gebiet betätigt. Von Anfang an war er Mitglied der L, berat e n Partei, zu deren hervorragendsten Führern er bald gehörte. Mehrfach hatte er Minister- Portefeuilles inne, so das Unterrichtsministerium, das Ministerium des Innern und das Ministerium des Aeußern. Auf dem Gebiete der Außenpolitik widmete er sich mit Eifer dem Ausbau der Kleinen Entente, die in ihm den Anreger ihrer periodischen Zusammenkünfte sieht. Nach dem Ableben Vintila Bratianus trat Duca im Dezember 1930 an die Spitze der Liberalen Partei. Im Oktober 1930 gab Duca auf einer Parteikonferenz in Czernowitz Erklärungen über die Minderheitenfrage ab, die damals Aufsehen erregten. Duca erklärte u. a.: Wir sind uns vollständig klar darüber, daß die im Staate lebenden vier Millionen Minderheiten Anspruch aus Gerechtigkeit und brüderliche Behandlung haben.
Mas wird nun?
Wird eine autoritäre Regierung das Nudcr erflreifcn?
Das Urteil im Lahusenprozeß.
(Sari Lahusen zu fünf Jahren Gefängnis und Heinz £of)ufen zu 28/4 Jahren Gefängnis verurteilt wegen Bilanzverschleierung und Untreue.
zur „Deutschen Arbeitsfront" und zur nationalsozialistischen Gemeinschaft „Kraft durch Freude sprechen
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Der Reichsminister für Luftfahrt hat angeordnet, daß vom 31. Dezember 1933 19 Uhr bis 1. Januar 1934 8 Uhr sämtlichen Angehörigen der deutschen Luftfahrt das Tragen der DL.- Bekleidung außerhalb der Privatwohnung ver- boten ist.
Der frühere sächsische Ministerpräsident Heidt ist nach längerer Krankheit gestorben. Heidt wurde 1909 als Sozialdemokrat in den Sächsischen Landtag ge- wählt 1919 wurde er Arbeitsminister, 1920 bis 1923 Finanzminister, 1924 bis 1929 Min.sterpräsident. 1926 gründete er mit 22 sozialdemokratißhen Land- tagsabgeordneten, die mit ihm aus der Partei ausgeschlossen worden waren, die Alte Sozialdemokratische Partei.
ftunfl und WiffenschaN
Hanns Iahst beantragt Beurlaubung.
Wie wir erfahren, ist der Dramaturg des Staat- lichen Schauspielhauses in Berlin, Hanns I o h st, bis zur endgültigen Regelung der allgemein schwe- benden Fragen der Staatstheater um einstweilige Beurlaubung eingekommen.
B u k a r e st, 30. Dez. (TU.) Die Ermordung des Ministerpräsidenten hat in ganz Rumänien einen ungeheuren Eindruck gemacht, der um so nachhaltiger ist, als politische Anschläge in diesem Lande in der Vergangenheit so gut wie unbekannt gewesen sind. Der Tod Ducas wird den Verfall des parlamentarisch-demokratischen S y - st e m s um so mehr beschleunigen, als die na- t i o n a l z a r a n i st i s ch e P a r t e i, die bisher d>e Geschicke des Landes leitete, in völliger Auf- löfung begriffen ist und deren Gegenspieler, d i e Liberale Partei, jetzt ihren Kopf verloren hat, weil mit Duca das geistige Erbe der Bratianus endet. Was werden wird, läßt sich zur Stunde nicht voraussagen. Zunächst ist der Unterrichtsminister Angele scu mit der einstweiligen Leitung der Geschäfte beauftragt worden. Da aber bekannt war, daß die Liberale Partei die letzte parlamentarische Reserve des Systems war, ist es nicht ausgeschlossen, daß nunmehr eine seit langem erwartete autoritäre Regierung in Rumä- nie» die Geschicke des Landes leiten wird. Auf alle Fälle ist mit Bestimmtheit mit den schärfsten Maßnahmen gegen alle rechtsradikalen Strömungen zu rechnen. Ein außenpolitischer Kurswechsel wird kaum eintreten, weil der Steuermann zwar von Bord gegangen ist, aber der Kurs der alte bleiben wird. Duca wird auf Staatskosten auf seinem Gute beigesetzt werden. Die Trauer über seinen Tod ist auch im Lager seiner politischen Gegner allgemein. Die In Bukarest anwesenden G e - sandten erschienen im Ministerpräsidium, um ihr Beileid auszudrücken. Desgleichen kondolierten sämtliche oppositionellen Parteiführer, bei der Liberalen Partei wie auch bei der Witwe des ver- ftorbenen Ministerpräsidenten.
Der rumänische Mmsterpräsident Duca einem Revoiveratteniat znm Opfer gefallen.
Weittragende innerpolitische Folgen für Rumänien.
Bremen, 29. Dez. (TU.) 3m Lahusenprozeß wurde am Freitag folgendes Urteil verkündet: Der Angeklagte C. La Husen wird wegen Bergeisens gegen § 240 Ziffer 3 und § 244 der Konkursordnung, wobei zugleich ein vergehen gegen §314 Ziffer 1 des HGB. begangen ist. und wegen vergehens gegen § 312 des HGB. in drei Fällen zu einer Gesamtstrafe von 5 3 ahren Gefängnis und zu einer Geldstrafe von insgesamt 50 000 Mark verurteilt.
Der Angeklagte Heinz Lahusen erhält wegen eines vergehens gegen § 240 Ziffer 3 und § 244 der Konkursordnung, wobei zugleich ein vergehen gegen §314 Ziffer 1 des HGB. begangen wurde und wegen vergehens gegen § 312 des HGB. in zwei Fällen eine Gefängnisstrafe von 2 3 ahren, 9 Monaten und eine Geldstrafe von insgesamt 20 000 Mark.
An Stelle der Geldstrafe tritt für je 100 Mark ein Tag Gefängnis, bei C. Lahusen jedoch höchstens 1 3ahr. Die Angeklagten tragen die Kosten des Verfahrens, soweit sie verurteilt find. Der Angeklagte C. Lahusen wird freigesprochen von der Anklage des Betruges. Die insoweit entstandenen Sonderkosten trägt die Staatskasse. Bei C. Lahusen wird ein 3ahr der erlittenen Untersuchungshaft angerechnet. Hein; Lahusen wird die Untersuchungshaft in voller höhe auf das Strafmaß angerechnet.
In der Begründung des Urteils im La- Husen-Prozeß führte Landgerichtsdirektor Töwe u. a. folgendes aus: Beide Angeklagten find schul- big befunden eines Vergehens der Bilanzverschleierung. Im Jahre 1926 ist zweifellos die Bilanz in der Form, in der stille Reserven herein- genommcn wurden, verschleiert und gefälscht worden. Im Jahre 1928 sind Rückvergütungen in sehr erheblichem Maße hereingenommen in hohe von 20 Millionen Mark. Es handelt sich auch hier allein um fingierte Forderungen. Die Bi- lanz des Jahres 1928 ist gefälscht bezüglich ihrer Liquidität. Bankschulden in höhe von 33 Millionen Mark seien als solche nicht ausge- wiesen. Das eigentliche Katastrophenjahr ist das Jahr 1929. Der Hauptvorwurf besteht darin, daß die Angeklagten 25 Millionen Mark Rückvergütungen von der hum herübernahmen, die gleichfalls rein fingierte Forderungen darstellten, bei denen aber auch mit aller Deutlichkeit klar wird, daß diese 25 Millionen Mark aus dem Nichts geschöpft wurden. Die Frage, ob die Singeflag- ten durch einen übergesetzlichen Not st and gedeckt gewesen seien, ist durchaus zu verneinen. Gerade der Fall Nordwolle hat gezeigt, daß Unwahrheit und Fälschung der Bilanzen ein oollig ungeeignetes Mittel sind, eine im Abstieg befindliche Gesellschaft vor dem Untergang zu retten. Durch die Darstellung in ihren Bilanzen haben die Angeklagten eine Atmosphäre von Unwahrheit geschaffen, die geeignet war, die Öffentlichkeit in ihrer Allgemeinheit zu täuschen.
Ein Betrug zum Nachteil der Danat-
schlag glückte, Bergdoll wurde ins besetzte Gebiet entführt und sollte den Amerikanern ausgeliefert werden. Die deutschen Vorstellungen verhinderten dies. Seither lebte Bergdoll im Neckartal. Nunmehr traf aus Washington die Nachricht ein, daß Präsident Roosevelt den Deutschamerikaner Bergdoll amnestiert hat, womit diese unliebsame Affäre aus der Kriegszeit erledigt ist.
3apan im Freudentaumel. — Namengebung des Thronerben.
Die Freudenfeiern anläßlich der Geburt des Thronerben begannen am Freitag früh in ganz Japan. Im königlichen Palast fand nach altem Brauch die Namengebung des Thronerbens statt. Punkt 11.15 Uhr (Tokioter Zeit) wurde der Name verkündet. Akihito Tsuyu No Miya heißt der junge Erdenbürger: der Name bedeutet übersetzt etwa „Nachfolge der erleuchteten Güte". In Tokio prangen alle Straßen und Gebäude im Flaggenschmuck. Sämtliche Banken und Büros sind geschlossen. Als die an der Küste vor Anker liegenden Kriegsschiffe den königlichen Salut abfeuerten, brachten Tausende von Japanern, die im Hitiya-Park versammelt waren, begeisterte Hochrufe auf die kaiserliche Familie aus.
Zwei Eisenbahner tödlich überfahren.
Bel Heiligenstadt (Eichsfeld) wurden ein Rottenmeister und ein Bahnunterhaltungsarbeiter, die das Einfahrtgleis eines Eilzuges nach einem aus- fahrenden Güterzuge überschreiten wollten, von der Lokomotive des Eilzuges erfaßt und sofort g e • tötet.
Bukarest, 29. Dez. (WTB.) Mnisterpräsidenl Duca fiel heule um 22.20 Uhr osteuropäischer Zeit auf dem Bahnhof Slnaja einem Attentat zum Opfer. Als er von einer längeren Audienz bei König Carol in den Zug steigen wollte, um nach Bukarest zurückzukehren, wurde er von einem Studenten durch vier Schüsse in den Kopf n i e d e r g e st r e ck t. Cr war auf der Stelle tot. Sein Begleiter, der Abgeordnete Dr. C o st i n c - fcu, wurde verletzt. Der Attentäter wurde sofort fest genommen.
Der Ministerpräsident war auf dem Bahnhof in Begleitung des Finanzministers Constantin Bratta n u , des protokollchefs im Ulinifterptäfibium Dlachide und des Abgeordneten C o st i n e f c u , sowie von zwei Geheimpolizisten gekommen. Bon drei Stuben ten, die ihn erwarteten, sonderte sich der eine rückwärts ab und schoß den 2H i n i - sterpräsidenten in den hinterkops. Einer der Begleiter des Attentäters lieh einen Pa - pier böller explodieren, was die Anwesenden glauben lieh, dah eine Handgranate geworfen worden war. Die Attentäter versuchien in der ausbrechenden Panik zu entkommen, und begannen an den Gleisen entlang zu laufen. Zwei Polizeigehilfen setzten ihnen nach. Die Befolgten verschoben ihre letzten Patronen und verletzten hierbei noch einen der Po- ttzeiagenten. Erst als sie die IHunilion verschoben hatten, konnten sie von dem unverletzt gebliebenen Polizisten fest genommen werden. Die Menge, die gleichfalls an der Befolgung teilgenommen hatte, wollte die Attentäter lynchen.
Der Ministerpräsident, der lebbs zusammengebro- chen war, wurde in den wcrtesaal gebracht. Der bcroeigeeilte Bahnarzt tonnte nur noch den Tod fest.lellen Auf Wunsch des Königs wurde die Leiche ; des Ministerpräsidenten in das königliche Schloß in Sinaja gebracht. Kultusminister A n g e l e s c u als ältestes Mitglied des Kabinetts wurde telegraphisch nach Sinaja gerufen. Ls wird angenommen, daß er mit der Bildung des neuen Kabinetts betraut werden wird.
Wer waren öie Attentäter?
Bukarest, 29. Dez. (TU.) Es handelt sich um drei Attentäter. Der Mörder heißt Nikolaus C o n ft a n t i n e j c u. Er ist 23 Jahre alt und Student der Jurisprudenz. Er erklärte, ohne besonderen Auftrag gehandelt zu haben. Der Wunsch nach Beseitigung des Ministerpräsidenten wäre innerhalb der Studentensch.ift schon lange laut geworden. Grund dafür sei, daß Duca Freimaurer gewesen sei. Die zwei andern an dem Attentat auf Duca beteiligten Personen, sind ein Casshausbesitzer Johann Cali- m a t i aus der Kleinstadt Purtuciaga, und Johann Dorubenimaja. Seine Beschäftigung ist bis jetzt nicht bekannt. Er wohnte zuletzt im Hotel Ex- celfior in Bukarest.
Die Mitteilung des Ministerpräsidiums, daß es sich bei dem Attentäter um ein Mitglied der aufgelösten Eisernen Garde handeln soll, legt die Vermutung nahe, daß die Tat als R a ch e - a k t aus politischen Motiven zu werten ist. Die Eiserne Garde ist eine rechtsradikale Organisation. Im Wahlkamps zu den Parlamentswahlen kam es zwischen Mitgliedern biefer radikalsten der rumänischen Rechtsparteien und den Behörden zu Zusammenstößen Am 9. Dezember faßte der Ministerrat den Beschluß, die Eiserne Garde aufzulösen. Die Wahlen in der zweiten Hälfte des Dezember brachten einen Sieg der Regierungspartei, die mit 54,93 v. h. und 300 Mandaten durchs Ziel ging.
Wettervoraussage.
Ein Ausläufer des Mittelmeertiefs hat sich bis zur Ostseeküste ausgedehnt und bei langsamem Temperaturanstieg besonders im Osten Deutschlands Regenfälle verursacht. Auch unser Bezirk wird davon berührt werde», so daß mit einer Wetterverschlechterung zu rechnen ist, um so mehr, als auch der neue Wirbel im Raume zwischen Island und Irland an Energie gewinnt. Das nordöstliche hoch sowie der Druckanstieg von der Biskaya her werden also vorerst ohne Bedeutung für unser Wetter sein.
Aussichten für Sonntag: Dunstig, meist bewölkt, strichweise Niederschläge, in de» höheren Gebieten noch als Schnee auftretend, Temperaturen um Null schwankend.
Aussichten für Montag: Etwas milder, sonst keine wesentliche Aenderung.
Lufttemperaturen am 29. Dezember: mittags — 0,8 Grad Celsius, abends 0,5 Grad: am 30. Dezember: morgens 0,3 Grad. Maximum 0,8 Grad, Minimum — 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 29. Dezember: abends —0,6 Grad: am 30. Dezem.» ber: morgens —0,5 Grad Celsius.
Amtliche Vintersportnachrichten.
Schwarzwald. Feldberg: Leichter Schnee- fall, —7 Grad, 25 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Pulver. Sportmöglichkeit gut — Tribera: Bewölkt, — 2 Grad, 12 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Pulver, Ski und Rodel mäßig.
A l p e ». G a r m i s ch - P a r t e » k i r ch e n: Leichter Schneefall, —4 Grad, 39 cm Schnee, 3 bis 5 cm Neuschnee, Pulver: Sportmöglichkeit sehr gut. — Oberstdorf: Leichter Schneefall, — 4 Grob, 25 cm Schnee, 1 bis 2 cm Neuschnee, Pulver: Sportmöglich.
1 kett sehr gut.
Aus aller Welt.
Weihnachtsfeier der Deutschen Landsmannschaft.
Die Deutsche Landsmannschaft hat, wie vom Presse- amt der DL. milgeteilt wird, irn Hause der Landsmannschaft „Guilelrnia" in Berlin eine für ihr« örtlichen Gliederungen beispielgebende kameradschaftliche Weihnachtsfeier abgehalten. Eingeleitet wurde der Abend durch einen fesselnden, von persönliche» Erlebnissen durchsetzten Vortrag des Be- arbeiters der Grenz- und Auslandsfragen Dipl.- Jng Vollmann über die von ber Landsmannschaft irn letzten Sommer durchgeführten Grenzfahrten und ihre Bedeutung für die Zukunftsentwicklung des Volkes und Landes. Der Studentenpfarrer Bronifch-Holtze sprach schlicht und eindringlich zur landsmannschaftlichen Jugend und brachte die echt deutsche und landsmannschaftliche Tugend der ewigen Sehnsucht zum höheren nahe.
Todesopfer eines Beichsbannerüberfalls aus dem Iahre 1932.
Der SS -Mann Werner Rosin in Lübeck ist jetzt an de» Folgen der schweren Verletzungen g e - starben, die ihm im Jahre 1932 von politischen Gegnern zugefügt worden sind. Damals waren mehrere SS-Männer von einer großen Anzahl Reichsbannerleuten überfallen und schwer mißhandelt worden. Als einen Tag darauf der SS. Mann Rosin die Familie seiner Braut besucht hatte, wurde auch er auf dem Heimweg von einer starken Ansammlung politischer Gegner gestellt, die ihm zahlreiche Messerstiche beibrachten. Diese Verletzungen haben jetzt zum Tode geführt. Die Täter, die damals nicht ermittelt werde» ko»»ten, weil die Schuldige» durch Meiueide gedeckt worden waren, sind vor kurzem feftgefteUt worden.
Die Ermordung des finnischen Obersten Asplund.
Die Hausangestellte des Obersten Asplund in helsingsors, Jenny An11ila, die zu der in Finnland aufgedeckten Spionageorganifation gehörte, hat eingestanden, Oberst Asplund, der Leiter der staatlichen finnischen Pulverfabrik war, im Jahre 1932 vergiftet zu haben.
Das Ende der Affäre Bergdoll.
In der Nachkriegszeit hat der Fall des Deutschamerikaners Grover B e r g d o 1 l, der sich geweigert hatte, im amerikanische» Heer Kriegsdienst zu tun und deshalb wegen Fahnenflucht verfolgt worden war, einiges Aufsehen erregt und sogar xu einem diplomatischen Schritt Deutschlands in Washington geführt. Auf Bergdolls Ergreifung — in Amerika waren in Abwesenheit eine schwere Strafe und die Dermögensbeschlagnahme über ihn verhängt worden — wurde eine hohe Belohnung ausgesetzt. Amerikanische Detektive versuchten Bergdolls mit Gewalt habhaft zu werden, einer von ihnen wurde beim Eindringen in Bergdolls Zimmer In Eberbach von ihm e r s ch o s s e n. Ein zweiter An
bau? ist nicht erwiesen. Es ist nicht nachgewiesen, daß die Angeklagten bei Erlangung des Kredites im Herbst 1929 sich bewußt unwahrer Vorspiegelungen bedient hätten, daß es solcher Vorspiegelungen auch nur bedurft hätte, um diesen Kredit zu erlangen. Es bleibt allerdings die für den Angeklagten G Carl Lahusen beschämende Tatsache, daß er sich von dem Zeugen Goldschmidt einen Lügner und Betrüger hat neunen lassen müssen. In einem weiteren Sinn trifft diese Bezeichnung auf den Angeklagten auch zu, und er war sich damals, als ihm diese Worte ins Gesicht geschleudert wurden, vollkommen bewußt, daß er die Bilanz des Jahres 1929 in einer ungeheuerlichen Weise gefälscht hatte.
Es muß zu Lasten der Angeklagten feftgefteUt wer- den, daß sie sich auch b/e r Untreue s ch u ld i g gemacht haben. G. C. Lahusen hat Aktien auf seinen Namen und auf seine Rechnung gekauft, wie er behauptet zu Stützungszwecken. Er war in ferner Weise befugt, die Differenz, die durch das Sinke» des Kurses entstand, einfach auf di« Nordwolle zu überbuche». Er hat sie zweifellos bewußt g e ■ chädigt in höhe von über 1 Million Mark. Wenn man bezüglich der Untreuehanblun- gen nach einem Motiv der Angeklagte» forscht, braucht man keineswegs anzunehmen, daß sie plötzlich und unerwartet ihren ganzen Charakter geändert hätten, als sie zu solchen Entnahmen geschritten sind. Gewinnsucht braucht mau nicht an- ,ui nehmen, es war das ungemessene Streben des Angeklagten G, Carl Lahusen nach Macht, seine schrankenlose Selbstüberhebung, traft deren er sich schließlich für den einzigen Repräsentanten der Nordwolle angesehen hat. Wen» G. Carl Lahusen ausführt, daß die Lahusens und die Nordwolle identisch gewesen seien, gelte das auch im ungünstigen Sinne für ihn Er hat schließlich vollkommen vergessen, daß er Verwalter fremden Vermögens war. Er hat das Nord» wollevermögeu und sein eigenes Vermögen einfach identifiziert und ist so dazu gekommen, das Gefühl für Mein und Dein vollkommen zu verlieren. Sein Bruder Hein,; ist auch hier (Befolgst mann gewesen.
Berücksichtigt man die höhe der veruntreuten Beträge, sowie die außerordentliche Schädigung, die die Nordwolle gerade in schweren Jahren durch das handeln der Angeklagten erlitt, so erscheint die ausgesprochene Strafe als eine noch milde Sühne. Mit Rücksicht auf die höhe der erkannten Strafen hat das Gericht be-fchlosfeu, die Angeklagten ungeachtet der geleisteten Sicherheit von einer Million Mark wieder zur Untersuchungshaft zu bringen, da bei der höhe der erkannten Strafen die Sicherheit zur Abwendung des Fluchtverdachtes nicht ausreiche.
Vom der Staatsanwaltschaft wurde mitgeteilt, daß der bremische Senator für Inneres und Justiz verfügt hat, daß die Angeklagten mit dem Augenblick der Urteilsverkündung aus der Schutzhaft entlassen werden. Don der Verteidigung wurde keine Erklä- rung abgegeben. Wie verlautet, wird die Verteidigung aber im Hinblick auf das nach ihrer Auffassung zu hohe Maß der Strafe Revision beim Reichsgericht anmelden.
ländischen Wirtschaft gegen sie verhängten Anzei- genboykott vom Internationalen Gewerkschaftsbund in Paris große Entschädigungen. Im Juli ds. Js. wurde eine Gesamtsumme von 350 OOOFrankenanBraun gezahl t, vom Juli ab ein monatlicher Zuschuß von 20 000 Franken. Diesen monatlichen Zuschuß hat Braun s e 11 Juli nicht abgeführt, sondern in seine eigene Tasche gesteckt. Er hat also bisher 100 000 Franken zum Schaden seines Blattes unterschlagen. Am 11. Dezember kam es zu einer stur- mischen Aufsichtsratssitzung seines Blattes in Saarbrücken, an der Braun nicht teilnahm und Geschäftsführer Klopfer von der „Volksstimme dem Aufsichtsrat von den Unterschlagungen Brauns Kenntnis gab. Braun erfuhr davon und begab sich sofort nachParlszum Büro des Jnternatio- nalen Gewerkschaftsbundes, um die Angelegenheit zu ordnen. Als Klopfer davon erfuhr, reifte er Braun nach, um in Paris den Vertujchungsmanö-
urbnung vom 26. Mai auch d an ne in zu st e l - l e n, wenn die Nichterfüllung der Verbindlichkeit auf « u ß ergewöhnlichen Ver uften durch Unwetter, Viehseuchen usw beruht. Die Vorschriften der Verordnung vom 26. Mai bleiben mit der Maßgabe weiter in Geltung, daß der dort auf den 1. Februar 1934 bestimmte Zeitpunkt am den 1. April 1934 festgesetzt wird. — Ferner enthält das Reichsgesetzblatt eine «»«ortnunfl über den Vollstreckungsschutz m landwirtschaftlichen Ent- schuldungsvefahren"
kleine politische Nachrichten
Reichsminister Dr. G o e b d e l s spricht am Sonntag, 31. Dezember (Silo e st er) von 18.30 bis 18 45 Uhr über alle deutschen Sender.
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Reichsjugendführer Baldur von Schi rach spricht zur deutsche» Jugend am 1. Januar 1934 'zwischen 11 und 11.15 Uhr. Die Ansprache geht über alle deutschen Sender.
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Ministerialrat Dressler-Andreß, der Leiter des Deutschen Rundfunks, und Dr Ley, der Führer der DAF., werden am 1. Januar 1934 um 18.30 Uhr über den Deutschlandsender, um 19.öu Uhr über alle anderen Sender außer Stuttgart
Saarbrücken, 29. Dez. (TU.) Im Saargebiet ist es zu einem großen politischen Skandal um den Marxisten- und Separatistenführer Max Braun den Herausgeber des berüchtigten Sudelblattes „Deutsche Freiheit" und der „Volksstimm< gekom- men, ber auf das ganze Gefüge der saarländischen SPD. übergegriffen hat. Aus Kreisen der Sozialdemokratie des Saargebietes, die bisher hinter Braun standen, verlautet schon seit einigen Tagen, daß Braun in eine große Unterschlagungsangelegenheit verwickelt sei und seine Stellung nur zur persönlichen Bereicherung ausgenutzt habe. Es wurden schwere Anschuldigungen gegen Braun erhoben, und seine sofortige Entfernung gefordert. Inzwischen sind diese Dinge auch in der Öffentlichkeit bekanntgeworden. Es bestätigt sich, daß Braun tatsächlich große Unterschlagungen zum Schaden seines Blattes „Volksstimme" begangen hat. Die „Volks- fiimme" erhielt als Ausgleich für den von ber faar»


