Ausgabe 
30.5.1933 Frühausgabe
 
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Großartiger Gesamteilidruck der Statthattersahrt.

Aus Darmstadt wird uns folgender Bericht über den Gesamteindruck der Statthalterfahrt übermittelt. D. Red.

WSR Wir haben schon beim Schildern des ersten Teils der Reichs st atthalterfahrt durch Hessen erklärt, daß es für die Vin- drucksfülke und das außergewöhnlich große Er­lebnis dieser Fahrt bei allen Teilnehmern wohl nur eine Steigerung gibt, nämlich die einer Fahrt Adolf Hitlers durch Deutfchlond. Der Samstag und Sonntag hat diese Feststellung auf8 neue bestätigt, ja man ist geneigt, von noch gröbe­rer Begeisterung der Bevölkerung zu sprechen, wenn eine solche überhaupt möglich war.

Ehrenpforten auf freier Landstrahe immer wie­der und wieder, dröhnende Böllerschüsse an den OrtSeinsahrten, Glockengeläut während der An­wesenheit des Reichsstatthaltcrs, turnerische Pyra­miden an der Straße. Musik- oder Spielmanns- züge in jedem, aber auch dem kleinsten Ort. Rei- tersormationen und Motorstaffeln als Ehrengeleit, nicht selten quer über die Landstrahe gezogene Blumen- und Fahnenhindernisse, um den Wa­gen des Reichsstatthalters aufzuhalten, in den ein­zelnen Ortschaften ein immer wiederkehrender Blu­menregen aus zarten Händen festlich gekleideter und bekränzter Mädchen und Kinder, zuweilen in kilometerlangem, lebendigen Spalier. Ein Bild von rührender Lebendigkeit.

Die Schulen umliegender Ortschaften hatten ihre Kinder von weither mit Autobussen herangeschafft. Die Straßen waren dicht mit grünen Zweigen besteckt und teilweise auch bestreut, die Kirchen und Häuser in Fahnenschmuck. Bor den Wald­gemeinden im Vogelsberg Förster, die mit ihrer Waffe einen Ehrensalut abseuerten. Knor­rige alte Bauerngestchter, die sich xum impul­siven Handkuß niederbeugten, und nicht selten sah man Tränen der Freude bei den Alten. Studen­tische Korporationen, Reichswehroffiziere, Berg­arbeiter in schwarzer Tracht.

Die Fahrt ging am Samstag durch den südwest­lichen Teil Starkenburgs und durch Rhein- Hessen. Sie endigte nachts gegen 2 Uhr mit dem

Besuch einer Nachtvorstellung von JohstsSchta- ger" im Stadtlheater in Mainz. Besucht wurden auch bi-» Graber der in Lorsch, Lampertheim und Biblis von Marxisten ermordeten Nationalsozialisten sowie deren Angehörige. Am Sonntag wurde O b e r h e s» s e n besucht.

Auch von diesen beiden Tagen soll kein Ott be­sonder, hervorgehoben werden, weil jeder sicht­lich sein Beste» aufgeboten hat.

Nicht unterdrückt werden kann allerdings die ganz besonders großartig gestaltete Begrüßung in Worms und die riesigen Massen in Mainz, die stundenlang ausgeharrt hatten. In Worms ganz besonders die großartig gestaltete Begrüßung auf dem Markt­platz und in den Straßen, als auch die unter ein­drucksvoller Mitwirkung des dortigen Stadtorchesters gestaltete Begrüßungsfeier im Rathaussaal.

Da» Lhrenbürgerrecht verliehen dem Reichs­statthalter die Orte Bürstadt. Dromersheim, Lauterbach und Altensiadt.

Die Zahl der Ehrengaben aus den Spitzenerzeug, nissen der örtlichen Arbeitszweiae läßt sich im Kurzbericht kaum aufzählen, von den Lorscher Zi­garren, Viernheimer Glas, Lampertheimer Spar­gel, Dilbeler und Okarbener Wasser bis zu den be- kannten Erzeugnissen der oberhessischen Stadt Lau­terbach mit ihrer täglichen Verarbeitung von 28 000 Liter Milch.

Reichsstatthalter Sprenger hat ungefähr sechzig- mal das Wort in unermüdlich herzlicher Form ergriffen und dabei immer wieder die seiner Person geltenden Huldigungen an den Führer u n b Volkskanzler weitergegeben. Er hat bcrmit in ben brei Tagen ber Hessenfahrt fast hundert» m a l gesprochen.

Auf jeden Fall ist die Verwurzelung sowohl der nationalsozialistischen Idee, al» auch die der deut­schen Regierungen im Volk eine so volksverbun- dene, wie es nie zuvor eine Regierung von sich sagen konnte. Das hat diese erhebende Fahrt ein­deutig bewiesen.

Der ReichssiaHaller in Oberhessen.

Riesige Menschenmengen bringen dem Reichsstatthalter überall begeisterte Ovationen dar.

Grünberg.

Die Stadt war mit schwarzweißroten und mit Hakenkreuzfahnen reich geschmückt, außerdem trugen der Marktplatz und die Durchfahrts­straßen noch den am Gallusmarkt üblichen Wimpelschmuck in den hessischen und den Stadt- sarben: dazu prachtvoller Sonnenschein und neben der einheimischen Bevölkerung noch große Scha­ren auswärtiger Zuschauer- In einem großen, von der Marktgasse her offenen Biereck hatten auf dem Marktplätze sämtliche nationalsozial'sti- schen Organisationen mit ihren Fahnen und Ab­zeichen Aufstellung genommen: SA-, SA.-Reserve, Hitlerjugend, Jungvolk, RSDO-, Frauenschaft, BDM., Kampfbund für den gewerblichen Mittel­stand: ferner hatten sich angeschlossen: Stahlhelm, Kriegerverein, Freiwillige Feuerwehr, Turnver­ein und die beiden Gesangvereine: außerdem waren die Behörden und die Stadtvertretung er­schienen. In der Marktgasse stand die Schul­jugend mit ihren Lehrern Spalier.

Der Spielmannszug des Jungvolks, der am Etadteingang stand, meldete mit kräftigem Trommelwirbel die Ankunft. Der Reichsstatthnl- ter, der aufrecht im Auto stand, dankte mit er­hobener Rechten für die stürmischen Jubel- und Heilrufe der Jugend und der Zuschauer. Am Marktplatz entbot ihm Bürgermeister Dr- Mild- n e r inmitten des Gemeinderats den Willkomm- gruh der Stadt Grünberg. Alsdann überreichte das ganz in Weiß gekleidete vierjährige Söhnchen des früheren SA -Führers Höchst einen Strauß Vergißmeinnicht, den er freudig entgegennahm: ein Junge des Jungvolkes sprach ein Be- grüßungsgedicht, während drei andere Jungen einen Fliederstrauß und ein Bild des 3ung- Auges 15t (Grünberg) überreichten. Nach Ab- schreiten der Front sprach der frühere Propa­gandaleiter Rockel im Ramen der Ortsgruppe der RSDAP. und ihrer Organisationen Be- grüßungsworte und gab seiner Freude Ausdruck, daß der Reichsstatthalter Grünberg, eine über 700 Jahre alte hessische Stadt, mit seinem Be­suche beehre. Der auf ihn ausgebrachte Heilruf wurde von der Menge begeistert aufgenommen. In seiner Ansprache erinnerte der Reichs- st a 11 h a l t e r an die Zeiten der Bersammlungen, in denen er schon Oberhessen kennen gelernt habe: weiter wies er darauf hin, daß er in Hessen im Sinne Adolf Hitlers am Aufbau des neuen Staates tätig sein wolle. Sein Sieg-Heil galt dem Reichskanzler und obersten Führer Adolf Hitler. Es folgte der erste Vers des Horst- Wessel-Liedes. Dann überreichte Propaganda­leiter Gg. Rühl als Erzeugnisse der hiesigen Gewerbe von den drei Webereien braunes und schwarzes Tuch und von den Metzgern die be­kannte Grünberger WurstE Griewe". Ein ihm zu Ehren vorgesehenes Frühstück lehnte er mit Rücksicht auf die Zeit dankend ab und bat, es dem Spieimannszug des Jungvolkes und aus­wärtigen SA.-Leuten zukommen zu lassen. Unter dem Jubel der Menge fuhr er nach viertelstündi­gem Aufenthalt in Richtung Homberg weiter.

Erwähnt sei noch, daß vorgesehene Ehöre der Gesangvereine und Musikvorträge der Feuer­wehr-, sowie der SA-Kapelle ausfallen mußten, dafür hakten beide Kapellen vor der Ankunft, die verspätet erfolgte, die harrende Menge mit flotter Marschmusik erfreut.

Homberg.

Der Reichsstatthalter traf mit geringer Verspä­tung in unserer prächtig geschmückten Stadt ein. Die Einwohnerschaft wurde u. a. durch ein Sport- flugzeug von dem Herannahen des Ehrengastes in Kenntnis gesetzt. Die Schulkinder, die Hitler- Jugend und der Bund deutscher Mädchen bildeten Spalier bis zum Marktplatz. Dort, hatten die SA.-Mannschaften, sowie die Angehörigen des freiwilligen Arbeitsdienstes Ausstellung genom­men. Der Ehrengast wurde nach seinem Eintref­fen von dem Ortsgruppenleiter Damm und dem Bürgermeister des Städtchens auf dem Markt­platz herzlich begrüßt. Der Reichsstatthalter schritt sodann unter den Klängen des Präsentier- marsiches die Fronten ab. Ortsgruppenleiter Damm und Bürgermeister Schweiker hielten

kurze Ansprachen. Der Ortsgruppenleiter über­reichte sodann ein Geschenk in Form eines Tinten­fasses aus -on, ein Erzeugnis der Töpferei Otto Seitz. Der Herr Reichsstatthalter dankte für die überaus freundliche Begrüßung und erinnerte daran, daß er bereits im Jahre 1924 Gelegenheit hatte, hier im .Frankfurter Hof" zu sprechen und dabei äu erfahren, daß die Hornberger Bevölke­rung Der nationalsozialistischen Bewegung viel Interesse entgegenbrachte. Er forderte auf, dem Führer die Treue zu halten und am Wiederauf­bau des Vaterlandes mitzuhelfen. Er werde sich dafür einsehen, daß der Bauer bald wieder von fremdartiger Knechtschaft frei werde und als freier Mensch wieder auf eigener Scholle sitzen könne. Mit einem dreifachen ,Sieg-Heill" auf den Führer Adolf Hitler schloß et seine Ansprache.

Alsfeld.

Die Reise des Reichsstatthalters führte am Sonntag auch durch Alsfeld. Es war ein Aufenthalt von einer Stunde vorgesehen. Pünkt­lich um 14 Uhr traf der Reichsstatthalter mit seiner Begleitung am Marktplatz in Alsfeld ein. Auf dem Marktplatz hatten die SA-, die Fach­schaften der Beamten der RSDAP-, der Ge- meinderat, sowie die Kreis- und Ortsleitung der Partei Aufstellung genommen Bei der An­kunft des Reichsstatthalters wurden ihm Kreis- direktor Dr. Stammler, Bürgermeister Dr. V ö l s i n g und Ortsgruppenleiter Rechtsanwalt Vogt vorgestellt, worauf Kreisdirektor Dr. Stammler den Reichsstatthalter in einer kurzen Ansprache begrüßte Rach Abschreiten der Front der SA- hielt Landtagsabgeordneter K l o st e r - mann eine kernige Begrüßungsansprache, wor­auf Reichsstatthalter Sprenger in einer län­geren Ansprache dankte und aufforderte, in un­bedingter Treue zu dem Führer an dem Auf­bau des neuen Reiches mitzuhelfen. Seine An­sprache klang aus mit einer Huldigung für den Führer und den Reichspräsidenten von Hindenburg. Der Ortsgruppenleiter über­reichte dem Statthalter als Geschenk ein Erzeugnis Alsfelder Industrie in Form einer altdeutschen Leinendecke, sowie ein künstlerisches Bild des Marktplatzes und das BuchAlsfeld" aus der SerieAlte Städte" von Dr. Meyer-Barkhausen. Anschließend wurde das Mittagessen in dem wür­dig geschmückten Sitzungssaal des Rathauses ein­genommen. Vor der Abfahrt fand ein Vorbei­marsch der SA. auf dem Marktplatz statt. Die Straßen der Stadt und insbesondere der Markt­platz waren prächtig geschmückt-

Schotten.

Die Stadt war zum Besuch des Herrn Reichs­statthalters überaus reichlich mit Girlanden und Fahnen geschmückt. Die Straßen der Stadt wa­ren von der Schuljugend, die von dem Eingang der Stadt bis zum Kreisamt Spalier bildete, ge­säumt. Vereine, Fahnenabordnungen, SA. und SS., die Frauenschaft und eine ungeheure Volks­menge bereiteten dem Statthalter einen überaus herzlichen Empfang. Der Reichsstatthalter kam ziemlich pünktlich an und wurde von Herrn Kreis­leiter K r o m m an der Kreisgrenze empfangen und nach der Stadt geleitet. Der Reichsstatthalter schritt sodann die (front der SA., der SA-Re­serve und der SS. ab und begrüßte die einzelnen Führer. Kreisdirektor Dr. Sann und Bürger­meister Menge! begrüßten den Ehrengast am Kreisamt. Kreisleiter Kromm hielt eine kurze Begrüßungsansprache, die mit einem »Sieg-Heil!" auf den Reichsstatthalter Sprenger schloß.,Das Töchterchen des SA.-Führers Straub über­reichte ihm einen Blumenstrauß. Die Mehger- innung lieh ihm einen Korb der berühmten echt Schottener Wurst durch einen Metzgerjungen über­reichen. Der Reichsstatthalter sprach atibann in einer kurzen Ansprache zu der großen Menge, er wies dabei auf die enge Verbundenheit der Vo­gelsberger mit ihrer Heimat und dem Deutsch­tum hin. Gerade hier im Vogelsberg hätte die nationalsozialistische Bewegung am stärksten und frühesten Fuß gefaßt. Er schloß mit dreifachem »Sieg-Heil!" auf den Reichskanzler Adolf Hitler. Rach dem sich der Herr Reichsstatthalter

für den freundlichen Empfang bedankt hatte, fuhr er weiter m Richtung Ridda.

Hidba.

3u einem wahren Triumphzug gestaltete sich der Besuch des Reichsstatthallers Sprenger in un|c- rem Städtchen Hier fand ber Reichsstatthallcr lau- fenbe von hessischen Bauern auf bem Festplatz an ber Turnhalle versammelt, bie ihn mit stürmischer Begeisterung und unzähligenHeil!"-Rufen begrüß­ten. SA. stand in der Stadt Spalier, Kinder über­reichten ihm nach seinem Eintreffen auf dem Fest­platz Blumensträuße. Der Reichsstatthalter fuhr in einer von der SA. freigehaltenen schmalen Gasse rings um den Festplatz, so dah ihn jedermann sehen und begrüßten konnte. Dor der versammelten Menge wurde der Reichsstatthalter vom Ministerpräsidenten Dr Werner, vom Staatsfommiffar Dr. Wag­ner, von Bürgermeister R u l l m a n n , dem Lan­desführer des Ounglanbbunbes Schmibt - Stein­heim unb ben Führern ber SA. unb SS. mit herz­lichen Worten unb Hänbedruck begrüßt. In seiner Ansprache bankte er für bie herzliche Begrüßung, bie ihm hier zuteil geworben sei. Das Bekenntnis ber Bauern zu Hitler sei für ben Führer bas wertvollste. Die Bauern seien Die Garanten für bie Wiebergeburt Deutschlands. Er als Reichsstatthalter wolle sein der Garant des Erfolges der Regierung unb Mittler zwischen bem Volke unb bem Führer. Die Saat sei herrlich aufgegangen. Deutschlanb fei wieder dabei, ber Welt Beispiel zu werden. Das deutsche Volk in feiner Gesamtheit müsse aber wieder zur Einfachheit Des Bauern zurückkehren. Der Bauer müsse am Be­sitz festhalten. Der Bauer könne wieder stolz sein unb bas Haupt frei tragen, benn er fei ber freieste im freien Deutschlanb. Der Bauer, jeber einzelne, solle bem Führxr nacheisern, bann könne er getrost in bie Zukunft blicken. Zum Schluß feiner mit stür­mischem Beifall aufgenommenen Rede gedachte der Reichsstatthalter ber Opfer bes Weltkrieges unb ber im Freiheitskampf gefallenen Kämpfer für Deutsch­lands Freiheit. Zugleich würdigte er die Verdienste bes Oberschulrats R i n g s Hausen, der Niddaer Kind und sein treuester Mitarbeiter durch die Jahre seit 1923 gewesen sei. Nachdem noch ein Ehren- geschenk der Stabt Nibba überreicht worben war, verließ ber Reichsstatthalter unter begeisterten Heil!"-Rufen bie Stabt.

Wölfersheim.

Reichsstatthalter Sprenger wurde hier vom Ortsgruppenleiter ber NSDAP, begrüßt unb schritt bann unter ben Klängen bes Präsentiermarsches b'e Front ber SA. ab. Von ben Kindern, von der Frauenschaft und der Hitlerjugend wurden bem Reichsstatthalter Blumensträuße überreicht. Nachdem er durch den Ortsgruppenleiter U i b e I für bie poli­tischen Organisationen begrüßt worden war, hieß ihn Bürgermeister Kraft für die Gemeinde will- kommen. Der Stattfjaltre fand für die Begrüßungen

freundliche Worte des Dankes und gedachte In kur­zen Ausführungen auch des jungen Hilfspolizisten Hofmann, ber noch im April sein fieben der Bewegung zum Opfer gab. Mil einem dreifachen Sieg-Heil!" auf Volk, Vaterland und den Führer Adolf Hitler beschloß er feine Ansprache Der Statt­halter setzte dann seine Fahrt nach Büdingen fort.

Büdingen.

Die Ankunft des Reichsstatthalters in Büdingen verzögerte sich um etwa 1 stunde. An der Ehren­pforte stand die Hitlerjugend, die ihn mit Blumen begrüßte Sodann fuhr der Reichsstatthalter nach dem Marktplatz, auf dem SS." und SA.-Stürme, so­wie die Angehörigen des freiwilligen Arbeitslagers Tiergarten und Herrenhag Aufstellung genommen hatten. Nachdem der Herr Reichsstatthalter die Front adaeschritten hatte, begrüßte der Kreisleiter Dr. Löffler den hohen Gast und hieß ihn in dem alten Kreisstädtchen Büdingen herzlich willkommen. In einer Antwortrede gab der Reichs st atthalt er einer Freude darüber Ausdruck, daß auch hier ein larkes Aufgebot des Freiwilligen Arbeitsdienstes bestehe. Es freue ihn überhaupt, daß der Arbeits­dienst in Oberhessen so breiten Boden gewonnen habe und wertvollste Arbeit leiste. Der Arbeitsdienst [ei ein Weg in die Zukunft unb eine ncte Form. Aus dem Arbeitsdienst ergebe sich die Dienstpflicht. Wer heute noch abseits stehe und nicht arbeiten wolle, werde durch die Arbeitsdienstpflicht erfaßt. Den Arbeitsdienst unb die Arbeitsdienstpflicht zu fördern, sei der eine Teil seines künftigen Wirkens. , Der andere fei der Bauer von Oberhessen, der der Forderung und Hilfe bedürfe. Schmarotzer müßten entfernt werden. Seine Ausgaben in Hessen wolle er nicht vom grünen Tisch aus lösen, sondern seine Hauptaufgabe sei, dah das Errungene gefestigt unb ausgebaut werde. In Hessen solle sich das ganze Volk zu einer Gemeinschaft zufammenfinden, wie es auch im Reiche geschehen müsse. All unser Tun und Den­ken solle auf unseren Führer A d o lf S) i LI e r zerichtet sein. Mit einem dreifachenSieg-Heil!" chloß die Ansprache. Vom Orchesterverein begleitet ang die Menge das Horst-Wessel-Lied. Nach dieser Feier sand ein gemütliches Zusammensein im \ Stern" statt, wo ein alter Mitkämpfer, Oberstudien- | rat Dr. Wittekind, den Reichsstatthalter befon- bers begrüßte unb barauf hinwies, baß gerabe heute ber Tag ber ©rünbung ber Ortsgruppe ber NSDAP, sei. Er betonte, baß cs heute nicht mehr schwer sei, ber NSDAP, anzugehören, umso mehr müßte man dsdhalb ber Vorkämpfer ber Bewegung gedenken. Sturmbannführer Schäfer, Butzbach, sprach für die SS. unb betonte, baß sie immer treu zum Reichs- statthafter unb zum Führer unb Volkskanzler Adolf Hitler stehen werde. Nachdem dem Reichsstatt­halter von einigen kleinen Mädchen Blumen über­reicht worden waren, fand bie Feier ihren Abschluß. Der Reichsstatthalter setzte barauf feine Fahrt fort. ,

Aus der Provinzialhauptstadt.

Zirkus Krone in Gießen.

Als gestern abend die Musikkapellen des Zirkus Krone ihre flotten Weifen erklingen ließen, harrte in dem riesigen Vier-Masten-Zelt eine erwar­tungsvolle Menschenmenge der vielen Darbietun­gen, die das Programm versprach. Ein Blick in die Spielfolge genügte, um zu erkennen, daß im Zirkus Krone alte Zirkuskunst gepflegt wird. Die Darbietungen bewiesen es auf das Rachdrück- lichste. Drei Stunden lang und ohne Pause wurde das Publikum in Atem gehalten. Eine Musik­kapelle löste die andere ab, eine Darbietung folgte der anderen, flinke Arbeiter, sichtlich bis in den kleinsten Handgriff geschult, räumten zu und fort, bauten auf und ab man hatte der Augen nicht genug, um allem zu folgen. Man sah artistische unb Dressurleistungen, die den Zuschauer nicht aus dem Staunen entlassen hätten, wenn nicht die Clowns immer wieder durch ihre Ulkszenen, durch ihr urkomisches Auftreten, durch ihre harmlosen Späße entspannt und zum Lachen gereizt hätten. So vergingen die Stunden im Fluge und wohl niemand hat das Zelt unbefriedigt verlassen.

Den Darbietungen seien einige Worte gewidmet, obwohl es fast unmöglich erscheint, jeder Lei­stung gerecht zu werden

Ein Präludium nur wollte es scheinen, ange­sichts der übrigen Leistungen des Abends, als sechs Söhne der Pußta auf vielen Pferden durch die Manege ritten. Die Braunbären, die sich auf Fahrrädern und Rollschuhen, sowie tanzender Weise herumtrieben, gehören zum Zirkus als un- abänderliche Tatsache. Einen hohen ästhetischen Genuß bedeutete die Parade von 48 edelblütigen Pferden, die, dem menschlichen Wort gehorchend, ihrem Meister folgen und einen Peitschenhieb si­cherlich als eine grobe Unfreundlichkeit betrachten würden. Der Pferdefreund konnte seine besondere Freude an dem hervorragenden Pferdematerial haben. Fräulein Krone, die Tochter des Direk­tors, ritt mit ihrem Pferde glanzvolle Variationen der besten Trickschule. Das Pferd bewies eine universelle Musikalität in den Gliedern. Das lebende Karussell und die große Parade, bei der sich gleichzeitig Direktor Krone dem Publikum vor­stellte, waren Schaunummem ersten Ranges. Christiani und Huttenberg, eine temperamentvolle Reitertruppe, versteht ihr Metier aus dem ff.

Direktor Krone zeigte bann seine prächtigen Elefanten (20 an der Zahl) in hochinteressanten Dressurakten. Die Dressurakte des Kapitäns Hjal­mar an seinen Seelöwen lösten immer wieder größte Bewunderung aus. Jedes Tier ist ein Rastelli für sich. Fußballspielende Pferde, der leidenschaftliche Austritt der Wahabitentruppe mit ihrer wirbelnden Parterreakrobatik, ein Festzug des Maharadschahs, eine Parodie der Clowns auf einen Stierkampf und die Marineoarade der Girls fesselten die Aufmerk­samkeit. Unter ber Zirkuskuppel sah man Zahn­kraft unb Trapezakte von fabelhafter Präzision. Das besondere Interesse galt ben Löwen unb ben Königstigern, bie beibe in stattlicher Anzahl unb in prachtvollen Exemplaren vertreten waren. Die Dompteure Paul Klose (Löwen) und Mont- baron müssen bei aller Vertrautheit mit ben Tie­ren über eine gehörige Portion persönlichen Mutes verfügen. Es besteht wohl kaum ein Zweifel, daß das Spiel mit Löwen und Königstigern ein Spiel mit dem Leben bedeutet.

Der Abend näherte sich feinem Ende. Noch sah man Elefanten tanzen, sah Akrobatik auf bem Pferbe, berounberte Reiter (Petoletti) und Pferd in einer schneidigen Champagnerschule, folgte mit einiger innerer Erregung den halsbrecherischen Dar­bietungen ber Brüber Hartwell auf dem Dop« pelflugseil unb ließ noch bas romantische Revuen spiel ber Kuban-)saken an sich vorüberrauschen, um schließlich ihre Reitkunst zu bewundern, die wohl kaum überboten werden kann. Ein römisches

Rennen und ein Rennen ber pompösen altrömischen Quadrigen beschlossen ben erlebnisreichen Abend.

Das Gastspiel des Zirkus Krone beweist, daß echte Zirkuskunst noch lebendig ist, daß sich befon- bers bie Reitkunst im Zirkus auf höchster Stufe be roegt; die Dressurakte ließen ungeheuren Eifer unb große Tierliebe erkennen, unb die Darbietungen ber Artisten stehen über bem Durchschnitt. Es läßt sich mit Ueberzeugung sagen: ein Besuch im Zirkus Krone lohnt!

Bornotizen.

TageskalenderfürDienstag: Oberh. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung: 17.15 Uhr, Stadthaus, Berg­straße, Zimmer 6, Mitgliederversammlung Zirkus Krone, Trieb, 15 unb 20 Uhr, Vorstellungen. Licht- i spielhaus, Bahnhofstraße:Vielleicht bist du das große Glück ..."

Aus de m S t a d 11 h e a t e r-V ure a u wird uns geschrieben: Eine einmalige Auffüh­rung bringt heute, 20 Uhr. die Erstaufführung des Eisenbahnromans:Die Rächt zum Donnerstag", von Leo Lenz. Spielleitung dieser abwechslungs­reichen Szenenfolge des spannenden Kriminal- stückes hat Karl H e h s e r. Linser früheres Mit­glied. Fräulein Alix K r a h m e r . spielt als Gast die weibliche Hauptrolle. Die Erstaufführung ist außer Abonnement und zu gewöhnlichen Preisen. Vorletzter Abend zur Einlösung von Gutscheinen. Ende 22 Uhr. Mittwoch, 31. Mai, 19.30 Uhr, 32. und letzte Vorstellung im Mittwoch-Abonne­ment. Ausführung des Schauspiels:Schlageter". von Hanns Johst, unter der Spielleitung des In - tenoanttn. 5>ie|e letzte Aufführung des Schau­spiels:Schlageter" bildet nicht nur die letzte Vor­stellung der Spielzeit 1932/33, sondern gleichzei­tig auch den Abschiedsabend für den scheidenden Intendanten Dr. Rolf P r a s ch. Im Anschluß an die Vorstellung wird Dürgermeister Dr. Hamm in schlichter, öffentlicher Kundgebung auf der Bühne für Stadtverwaltung, Ensemble und Publikum Abschiedsworte sprechen und des Schei­denden ehrend gedenken um der Verdienste für die Gießener Bühne: Intendant Dr. P rasch wird in kurzer Ansprache sich von seinem hiesigen künst­lerischen Wirkungskreis endgültig verabschieden. Die Spielzeitschluh- und Abschiedsvorstellung fin­det zu gewöhnlichen Preisen statt. Ende der Vor­stellung 22.30 Uhr.

Die Paddlergilde Gießen e. V. unb ber Hochfchulring Deutscher Kajakfahrer, Ring Gie- ßen, veranstalten gemeinsam am heutigen Diens­tag, 30. Mai, 20.30 Uhr, im großen Hörsaal ber Universität eine Vorführung bes SportfilmsWild- roafferparabiefe in Oesterreich unb Jugoslawien". Der Film soll für ben Paddelsport werben, für einen Sport, ber beutschester Art ist unb ber im beutschen Sport in vorderster Reihe stehen muß. (Siehe gestrige Anzeige.)

* Ein Aufruf an die ehemaligen Angehörigen derRachrichten-Trup- p e n. Die Vereinigung ehemaliger Angehöriger der Rachrichtentruppen (Funker, Fernsprecher, Blinker usw.) in Frankfurt a. M. beabsichtigt, in Gießen eine kameradschaftliche Vereinigung (Kadenach) ins Leben zu rufen. Zwecks Gründung einer solchen Vereinigung werden alle Kame­raden von Gießen und Umgebung gebeten, ihre Anschrift an Christian Klotz, Gießen, Friedrich­straße 11, zu richten.

** Artilleristentag in Darmstadt. Der hessische Artilleristentag in Darmstadt vom 1. bis 3. Juli verspricht nach dem Eingang der Anmel­dungen ein zahlenmäßig ganz überragendes Ereig­nis zu werden. Es wird mit einer Beteiligung von rund 10 000 ehemaligen Artilleristen gerechnet. Alle weiteren Auskünfte bei Zahnarzt Dr. Stroh, Darmstadt, Sandstraße 20.