Ausgabe 
30.5.1933 Erstes Blatt
 
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Dienstag, 50. Mai 1953

Nr. 124 Zweites Statt

Giehener Anzeiger (weneral-Anzerger für Gveryeffeiy

Heitksstaltbalter (Sprenger in Gießen

Ein Hitler-Mädel überreicht dem Herrn Reichsstatlhaller bei seiner Ankunft auf dem Landgraf-PhiNvo- Plotz einen prachtvollen Rosenstrauß

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grüßend) bei der Mfechrt vom Landgraf»

Reichsstatthalter Sprenger (im Auto stehend und die SA. arühend) Philipp-Platz nach dem Flughafen.

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Reichvstalthalter Sprenger beim Abschretten der Front der Polizei, Gendarmerie und einer Ab- ordnung der Hilfspolizei, nachdem Dr. Kayser (in ZivU links neben dem Statthalter) dem Herrn Reichsstatthaltcr die Polizei, Gendarmerie und Hi'fspolizei zur Stelle gemeldet hatte. Neben dem Polizei- direklor links Standartenführer E n g m a n n. In der zweiten Reihe oischen dem Reichsstatthalter und dem Polizeidirektor Kreisleiter Dr. Harth, daneben Kreispropagandaleiter Hopfenmulle r.

Kreislsrter Dr. Harth bei seiner Ansprache an den Reichsstatthalter. Vor dem Rednerpodium von rechts nach links: Major und-Bataillonskommandeur von Wachter, Se. Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität Prof. Dr. Ieß, der Kanzler der Landesuniversität Prof. Dr. Rudolf He r z o g, Ober­bürgermeister Dr. Keller, Provinzialdirektor Graef, komm. Beigeordneter Rechtsanwalt Luley. Sämtliche Aufnahmen: Photo-Pfaff, Giehen.

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Reichsstatthalter und Gauleiter S p r e n g e r nimmt die Begrüßungsansprache des Kreisleiters Dr. Harth entgegen; hinter dem Reichsstatthalter Mitglieder der nationalsozialistischen Gießener Stadtratsfraktion.

Reichsstatthalter Sprenger Ehren, bürger von Bad Homburg.

Bad Homburg, 28. Mai. (WSR.) Die Stadt- Verwaltung hat den Reichsstatthalter von Hessen, Gauleiter Jakob Sprenger, zum Ehrenbur- ger der Stadt Homburg ernannt.

1 n.

Ren tenmarft lagen von Deutschen An­leihen Altbesitz insgesamt 1 bis 1,50 vH. hoher, ^besitz und späte Reichsschuldbuchlorderungen waren dagegen kaum verändert. Goldpfandbriese lagen etwa 0,25 o. H. höher. Liquidakionspsand- briefe und Kommunalobligationen lagen ruhig.

Werte 0,50 v. H freundlicher (rieriroaruen »huici* ter sehr unregelmäßig, wobei die Deränderungen bis 1 u. H. betrugen. Lechwerke Augsburg lagen 1 50 v. H. fester, Kunstfeideaktien lagen ruhiger und nur behauptet. Im übrigen eröffneten ^unghans 1,50 v. 5).. (Lontigummi 0,65 vH- uud Reichsbank 0 50 v. H. höher. Späterhin ließen Zellstoff Wald- hof und Akkumulatoren je 0,50 v. H und von Schiffahrtswerten Norddeutscher Lloyd 0,25 o. J).

Frankfurt freundlich

Frankfurt, 30.Mai. (WTB. Drahtmeldung.) Die heutige Mittagsbörse verzeichnete noch keine nennenswerte Belebung, da sowohl die Kundschaft, als auch die Kulisse im Hinblick aus die schwebenden außenpolitischen fragen noch Zuruckhal ung bekun- bete. Trotzdem war die Stimmung .m Anschluß an die Abendbörse weiter gebessert Am Montanmarkt setzten Harpener 1,50. Rheinstahl und Phönix fe 0.5 > v. H- fester ein, während Mannesmann 0,40 v H. Klöcknerwerke 0,90 o. H. und Laurahutte 0,o0 v H nachgaben. Bon Chemiewerten eröffneten OW

S) Deutsche Erdöl 1,50 v. H. und die übrigen te 0 50 vH freundlicher Elektroaktien tendier-

Oer Giahthelmtag in Gießen.

Am vorgestrigen Sonntag nahm der Stahl­helmtag in Gießen anläßlich der Einwei­hung des Gießener Stahlhelmheimes, über die wir gestern schon berichteten, mit Wehrsportkärnp- pfen seinen Ansang. Aach Unterbrechung durch einen Feldgottesdienst wurden die Kampfe fort­gesetzt. Bei diesem Wettbewerb haben besonders der Dillkreis. Laubach und Gießen gut abge- schnitten.

DerIeldgotteSdienst auf demTneb vereinigte von 8.30 Uhr ab eine stattliche Cte- meinte im feldgrauen Rock, dabei auch das Offi­zierkorps und eine Kompanie unseres Bataillons, und viele Manner und Frauen aus der Bürger­schaft zu einer erhebenden Andacht. Mit Beglei­tung ter Stahlhelmlapelle sang die Gemeinte zu­nächst den Choral .Eine feste Burg ist unser Gott". Hierauf predigte der evangelische Garnisonpfarrer

LandesNrchenrat Ausfeld

über das Wort aus dem 2. Timotheusbrief, Ka­pitel 1, Bers 7:®ott hat uns nicht-gegeben ten Geist ter Furcht, sondern ter Kraft und der Liebe und ter Zucht". Er bezeichnete diesen Sonntag als Rüsttag auf Pfingsten, das Fest des Heili­gen Geistes Dieser Geist ist aber nicht ein Geist ter Furcht, denn Furcht ist das Zeichen ter Knechtschaft, ter Unfreiheit und der Unselbstän- digkeit. Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben. Wo ter Geist des Herrn ist, da ist Frei­heit. Der Glaube macht furchtlos. Der Geistliche erinnerte in diesem Zusammenhänge an sinnge­mäße Worte des Dichters ter Freiheitskriege. Ernst Moritz Arndt, und des Eisernen Kanzlers, Fürsten Bismarck. Unser Heil ruht einzig und allein auf dem, was Christus, unser Herr und Heiland, für uns getan hat. Seine vollkommene I Gerechtigkeit, nicht unvollkommenes Menschen- werk. ist ter Felsgrund, auf dem wir unser Le­ben ausbauen. 3n solchem Glauben wird man in­nerlich stark und sest durch Gottes Geist, den Geist ter Kraft. In ter Predigt wurde sodann die Stäh­lung ter körperlichen Krakt als etwas notwen­diges. etwas Gott wohlgefälliges, als eine Pflicht bezeichnet. Christen sollen auch körperlich stark werten, um ihren Mann zu stehen, wenn das Baterland ruft. Der Gott, der Eisen wachsen lieh, , der wollte keine Knechte. Er hat uns zur Frei- ; heit berufen, auch zur äußeren Freiheit. Aber wir alle wissen, daß dazu mehr gehört als bloß | körperliche Kraft, nämlich kraftvolles Wollen, ; Kraft zum Kamps gegen Versuchung und Sünde, Charakterfestigkeit, in ter man sicher, ruhig und selbstverständlich seinen Weg. den W?g der Pflicht, gebt, unbekümmert darum, was uns dafür wird, ohne Menschenfurcht und ohne Menschengefälligkeit.

Kraft aber ohne Liebe ist Gewalt, ist Rück­sichtslosigkeit, ist Roheit. Wahre Kraft ist mit ter Liebe verbunden Ihr Ziel ist nicht, sich selber durchzusetzen, sondern andern zu dienen, im Volk, im Vaterland, in der Kirche Gott hat uns auch den Geist der Liebe gegeben, ebenso den Geist der Zucht. Ein Christ muh lernen, sich selbst in Zucht zu nehmen, in die heilige und

heiligende Zucht des Geistes Gottes. Eine Vor­stufe dazu kann und soll all das sein, was wir als militärische Zucht und Erziehung kennen und schätzen.

Rach dem ChoralgesangIch bete an die Macht ter Liebe", wiederum von der Stahlhelmkapelke begleitet, predigte der katholische Militärgeist­liche.

Pfarrer Or Hemmes.

®te Rose stand im Tau, es waren Perlen grau. Als Sonne sie beschienen, wurden sie zu Rubi­nen." An dies prachtvolle Ritornell Schumanns wird man erinnert, nachdem die Sonne der Ver­klärung über Albert Leo Schlageter aufgegangen ist, ter vor zehn Jahren auf der Golzheimer Heide sein Leben für Deutschland gelassen hat. Unsre Herzen sind noch voller Begeisterung, so daß ich zu Anfang ter Rede einige Worte dem großen Sohn der deutschen Erde gewidmet haben möchte. Er ist einer von den vielen Helten-Kameraden. Aber die eigenartigen, ergreifenden Umstände sei­nes Todes heben ihn als Typus des deutschen Helten heraus, allen zur Bewunderung und Rach- ahmung Die Einzelheiten sind ja bekannt. Kurz: glühende Vaterlandsliebe, reines lauteres Solda­tenherz und tiefer Gottesglaube, das ist unser Altert Leo! Der Grund aber seiner ganzen Größe ist der Gottes glaube, der zugleich Gegen­stand unsrer nachfolgenden Ausführungen sein mag. - Kameraden! Es gab eine Zeit, daß eine organisierte Gottlosentewegung Millionen und Olbetmillionen in unsrem Vaterland« dem Ab­gründe zutrieb. Gott fei's gedankt, daß dieser Spuk zerstoben ist. Das neue Heim unsres Staates wird allenthalben auf das Fundament des Gottesglaubens aufgebaut. So wol en toir auch in dieser feierlichen Stunde gelegentlich der Heim - Weihe desStahlhelms.der viele Taufende Helden in seinen Reihen zählt, uns durchdringen von Ehrfurcht und Anbetung vor dem allweisen und allmächtigen Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erde.

Der Redner gab sodann einen sehr interessanten Gottesbeweis aus der Orönurtg unseres Sonnen­systems. dessen Wiedergabe wir uns wegen Raum­mangels versagen wüsten Er lchloß hieraus mit folgenden Worten: Ich spreche hier von Männern, die wurzelno in Oer mtiiukuen -traöition, nach ge­waltigen Erlebnissen des Krieges mit zäher Ener­gie alle Kräfte um die Wietererneuerung des religiösen deutschen Volkes eingesetzt haben. Ja­wohl. wie ter Held, der jetzt durch alle deutschen Gaue gefeiert wird, Altert Leo Schlageter, durch­drungen war von tiefem Gottesglauben, so wol­len wir ihm nachahmen und durch keine Stürme und Gesahren abirren von tief innerlichem, kind­lichem Glauben an den sürsehenten Gott. Das ist unser Gelöbnis gelegentlich ter Heim-Weihe des Stahlhelms, das ist zugleich unser religiöser Willkomnigruß zum Besuche des Herrn Reichs- statthalters!

Mit feierlicher Choralmusik fand ter im schönen Frühsonnenschein besonders stimmungsvolle Got­tesdienst seinen Abschluß.

Ein Platzkonzert der Stahlhelmkapelle auf dem Hindenburgwall in der Zeit von 11 bis 12 Uhr fand bei ten guten instrumentalen Dar­bietungen unter Leitung von Musikmeister Schleuse starkes Interesse und dankbare An­erkennung ter Zuhörer.

Oer Aufmarsch der Gtahthelmformatipnen am Rachmittag erfolgte vom Oswaldsgarten aus unter Führung des Stahlhelm-Lantesführers in Hessen, Kapitän a. D. Weiße, über den Wer- nerwall, den Hitlerwall, durch die Landgrafen­straße, Landgras-Philipp-Platz, Kanzleiberg, Son- nenstraße, Seltersweg, Frankfurter Straße, Lie- bigstraße, Bahnhofstraße, Löwengasse, Goethe* straße, Ludwigstraße, Kaiserallee zum Trieb. Die zahlreichen feldgrauen Kolonnen des Stahlhelm, die in prächtiger militärischer Marschdisziplin die Straßen durchschritten, überall von einer großen Menschenmenge mit herzlicher Sympathie begrüßt, machten einen sehr guten Eindruck und legten bestes Zeugnis ab von ter trefflichen Erziehungs­arbeit im Geiste unserer ruhmreichen kaiserlichen Armee. In Gegenwart einer gewaltigen Men­schenmenge fand nach der Ankunft auf dem Trieb ein schneidiger Vorbeimarsch ter Kolonnen vor dem Landesführer Kapitän a. D. Weiße statt. Bei dieser Gelegenheit konnte man sich erneut er­freuen und begeistern an dem eindrucksvollen Bild dieses Vorbeimarsches ter alten Soldaten und der von ihnen in gute Schulung genommenen jungen Stahlhelm-Generation.

Oer Ausktang des Tages.

3m Anschluß an ten Vorbeimarsch vor dem .Landesführer fand am Rachmittag im Saal und im Garten terLiebigshöhe" ein kameradschaft­liches Zusammensein mit Gästen und Angehörigen statt, bei dem die Stahlhelmkapelle unter Lei­tung von Musikmeister S ch l e u f e gut musizierte. Bei dielem Zusammensein sprach der Lantes- führer Kapitän a. D. Weihe den Wehrsport­gruppen Dank und Anerkennung aus und hob dabei hervor, daß in der Wehrsport-Ausbildung noch viel Arbeit zu leisten sei.

Am Abend vereinigte man sich auf derSie- bigshähe" wieder ;u einigen geselligen Stunden, bei denen sämtliche Räume der Liebigshähe über­füllt waren. Der Gauführer Dr. Dehner hielt eine Begrüßungsansprache. Der Bauersche Gesang­verein unter Leitung von Professor Dr. T e m e s - oary erfreute die Besucher mit hervorragenden Gesangsdarbietungen, die außerordentlichen Beifall fanden. Lebende Bilder mit selbstverfaßten erklä- renden Gedichten von Kameradschaftsführer Wei- n a n d y und Wanderlieder der Iugendaruppe Scharnhorst boten ebenfalls eine schöne Abend- Unterhaltung. Mit Tanz fanden die Stunden, die in allen Teilen wohlgelungen waren, ihren Abschluß.

Handball der Sp.-Dg. 1900.

1900 II DSC. I 2.-6 (0:2).

1900s zweite Garnitur konnte sich auch diesmal nicht, ähnlich wie vor acht Tagen, zu einer einheit­lichen Leistung aufraffen. Im Feldspiel waren sich,die Gegner gleichwertig, der OSC. allerdings eifriger.