Aus der Provinzialhauptstadt
von
Gießener Zrühjchrs-Pserdemarkt 1933
Luise von Preußen.
Oer Lebens- und Leidensweg einer edlen Königin.
Von Irene Hagedorn.
Der Gießener Frühjahrs-Pferde- i markt, der gestern auf dem Gelände an der Rodhcimer Straße stattfand, gestaltete sich zu einem Ereignis, das weite Kreise der Devöl- . kcrung in Stadt und Land anzog. An Pferden wurden insgesamt 217 auf den Markt gebracht, Fohlen wurden 31 gezählt. Unter den Tieren sah man wieder erstklassiges Material. Die Preise bewegten sich auf der Höhe des Herbst-Pferde- marktes des vorigen Jahres. Für gute, schwere Tiere wurden bis zu 1200 Mark verlangt, mittlere Tiere kosteten 700 bis 900 Mark, leichtere 'Tiere mußten mit 500 bis 700 Mark bezahlt werden. Der Handel vollzog sch zunächst sehr schleppend, wurde später aber etwas reger, ohne jedoch großes Ausmaß anzunehmen.
Mit dem Pferdemarkt war wieder eine Prämiierung verbunden, zu der diesmal eine Anzahl Tiere weniger gestellt wurden, als im Vorjahre. Die Preisrichter hatten ein schweres QInit. Als Preise standen wieder etwa 2000 Mark zur Verfügung.
3m Anschluß an den Pferdemarkt' und die Prämiierung sand ein Reitturnier statt, das dem diesjährigen Markt eine besondere Rote verlies). Auf dem Wiesenplan hinter dem Schlachthof war eine Reihe von Hindernissen aufgebaut worden, die für die Reiter einen recht schwierigen Kurs darstellten und etwa zweimal genommen werden muhten. Von den Reitern sah man zum Teil ausgezeichnete Leistungen. Reben den Siegern des Wettbewerbs vermochten besonders auch die Soldaten zu gefallen, von denen einige fehlerlos ritten. Das überaus zahlreiche Publikum folgte den Wettbewerben mit gespannter Aufmerksamkeit und sparte nicht mit dem Veifall. Militärmusik trug zur weiteren Unterhaltung bei. Die Reichswehr wartete außerdem mit einem glänzend gefahrenen Diererzug auf, während Mitglieder des Vutzbacher Reitervereins im „S ch l e i f e n r a u b" einen spannenden sportlichen Wettbewerb boten. Den Abschluß des Turniers bildete eine Ansprache des ersten Vorsitzenden des Verkehrs- und Verschönerungsvereins Gießen, Apotheker Schwieder, der allen dankte, die die Durchführung des Turniers ermöglichen halfen. Die Siegerehrung nahm einen würdigen Verlauf und beschloß das Turnier in glücklicher Weise. Den Siegern wur- den wertvolle Ehrenpreise zuteil.
Oie Ergebnisse der Prämiierung.
Reitpferde (unter dem Reiter gezeigt): 1. Wilhelm Eifer, Muschenheim: 2. Rudolf Koch, Trais-Münzenberg; 3. Eugen Dietz, Griedel: Medaillen erhielten Heinrich Hofmann, Bergermühle; Ludwig Schömbs, Gießen; Paul Hoffmann,, Hof-Güll.
Wggenschläge (paarweise): 1. 3uL Kaufmann, Rieder-Weisel.
Schwere Arbeitsschläge (paarweise): 2. Preis 3uL Kaufmann, Rieder-Weisel; 3. Aug. Frensdo f, Gießen.
Leichte Arbeitsschläge (paarweise): 1. August Frensdorf, Gießen; 2. Julius Kaufmann, Rieder-Weisel; Anerkennung: Hermann I Goldschmidt, Marburg.
Schwere Arbeitsschläge (einzeln): 1.
r.
Oie Jugend.
Qlm 10 März 1776 wurde dem Prinzen Friedrich Karl von Mecklenburg-Strelitz und seiner Gemahlin, der heiteren Hessen-Darmstädtischen Prinzessin Friederike, ein Töchterchen geboren und auf den Ramen Luise getauft. Riemand ahnte wohl, daß sie einstmals Preußens Geschicke lenken sollte und daß ihr Unsterblichkeit beließen sein würde. Sie wuchs im Kreise der Geschwister auf. Der frohe Ton in dem elterlichen Palais zu Hannover machte alle fünf Kinder zu sonnigen Geschöpfen. Leider sollte das Fa- milienglück nicht von langer Dauer fein. Eine Fieberepidemie war ausgebrochen, und die Mutter starb, als Luise eben sechsjährig war. Der Vater war über den Verlust der geliebten Frau so erschüttert, daß er zunächst alles gehen ließ. Doch bald kam die Erkenntnis, daß man seinen Rachkommen gegenüber Verpflichtungen hat. Er warb um die Schwester Friederikes, die junge Charlotte, die seinen Kindern die Verlorene ersehe. Rach ein und einem halben 3ahr starb auch sie.
Prinz Karl h t sich nie mehr ganz von diesem zweiten Schicksalsjcy.^g erholt. Er wurde einsam, nahm Abschied vom Heeresdienst und versuchte, auf Rei'en ein wenig Trost zu finden. Die Kinder übergab er der Obhut der Schwiegermutter. Prinzessin Georg war geborene Pfälzerin. Ein fröhliches, resolutes Temperament, das den Hauplwert auf alles Kerndeutsche legte und das Höfische gern vernachlässigte. Eine Schweizer Lehrerin, ein weiches Geschöpf, welches von ihnen geliebt aber nicht respektiert wurde, unterrichtete die Mädchen. Alle häuslichen Tugenden wurden gepflegt, doch sie verstand es nicht, einen Dil« dungsplan aufzustellcn, der eine Grundlage des Wissens wurde. Zeitlebens hat Luise unter dieser mangelnden Ausbildung zu leiden gehabt. — Die Großmutter gestattete ihren Enkelkindern den Verkehr mit den vornehmen bürgerlichen Familien, und Frau Rat Goethe war die erklärte Freundin der beiden jungen Prinzessinnen. Zur Krönungsfeier des Kaisers Leopold II. weilte die Erzieherin mit ihnen in Frankfurt, wo sie im Hause der Frau Aja Wohnung nahmen. Die übermütigen Mädchen entdeckten im Hof eine Wasserpumpe und trieben ihr Spiel damit. Auf das Entsetzen des Fräuleins sagte Frau Rat: „3ch hätte mir eher den ärgsten Verdruß aus den Hals kommen lassen, als daß man sie in dem unschuldigen Vergnügen gestört hätte, das ihnen nirgend woanders als in meinem Hause vergönnt ist."
Man beschloß, für das Jahr 1791 die Konfirmation Luisens und Friederikens vorzu- bereiten. In dieser Zeit der seelischen Lockerung .und Cinfübru"' in das Wort Gottes wuchsen bc de so fest zusammen, daß sie sich dem gemeinsamen großen ^.icbnid nie mehr ganz entziehen lonnlen. Der Darmstädter Stadtpfarrer Licht- Hammer übernahm das Amt der Einsegnung. Die freier fand alle Verwandten versammelt, nur Schwester Therese, die bereits vermählt war. fehlte in dem Kreis. Luise schrieb ihr unter dem Eindruck, den sie empfangen, folgenden Brief: „Cott segne Dich und mich, edelste der Schwestern und Freunu.nnen. Vollbracht ist das Werk, das uns auf unferm ganzen Leben glücklich machen soll, gelobet ist Gott ewige und unverbrüchliche Treue, und Gott, der unfern Schwur horte, wird uns auch ewig beistehen, ihn zu hallen. Gib mir auch Deinen Segen, liebe, beste und zärtlichste Schwester, stehe mir immer mit Deinem guten Rat bei und bitte Gott, daß er mich stärke zur Erfüllung aller meiner Pflichten. Heute morgen empfing ich und Friederike mit der Großmama und der Psälzgräfin das Heilige Abendmahl aus der Hand des edlen Lichthammer. Was da bei mir vorging, das läßt sich wohl empfinden, aber beschreiben läßt es sich nicht. Urteile nach Deinen Gefühlen und nach Deinem Herzen, gute, liebe Therese, und Du wirst in dem Herzen Deiner Luise lesen können, denn ob freilich wohl unser Temperament nicht überein» stimmt, so kommen wir doch in den Hauptsachen ganz überein, und ich werde versuchen, Dir noch ähnlicher au werden."
Doch diese tiefen Gedanken beherrschten sie nicht immer. Ihr Temperament war viel zu heiter, und sie selbst damals wohl noch zu oberflächlich, um nicht Freude an Geselligkeiten, Puh, Spazierfahrten und Tändeleien zu finden. Wir ersehen daraus nur, daß ein Kern vorhanden ist, der einmal die schönsten Früchte tragen sollte.
Das Leben ging feinen gewohnten Gang weiter, ungetrübt von Schicksalswendungen tollte die Jungfer Husch, wie man sie im Familienkreise nannte, herum, bis eines Tages eine jähe Wandlung eintrat. 3m Oktober 1792 müssen sie vor den Heeren der Franzosen fliehen. Verlassen ist der Darmstädter Hof. Sie finden Aufnahme bei der Schwester, die in Hildburghausen verheiratet ist. Hierher tarn auch der Vater Prinz Karl und Therese mit ihrem Gatten. Als man im Jahre darauf heimkehrte, verließ man ein Haus, welches ihpen zur zweiten Heimat geworden war. Auf der Rückreise machte man in Frankfurt Station, und hier tarn der ent#- scheidende Augenblick für Luisens ganzes späteres Leben. Vor dem Theater traf sie mit dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. zusammen, der so entzückt war von der Schönheit und Anmut der beiden Schwestern, daß er seinen Söhnen zu einer Verbindung mit diesem Fürstenhause riet, obwohl damit kein politischer Zweck verbunden wurde.
Schon am Tage nach der Bekanntschaft wird ein Ball arrangiert, und Friederike und Luise werden mit den Königsföhnen zusarnmengeführt. Der Kronprinz wählt Luise, und Prinz Louis entscheidet sich für die Jüngere. Es war keine himmelhochjauchzende Liebe, dafür war die Zeit zu kurz, die man ihnen gab, um sich kennenzulernen. Doch hatte Luise sofort das Gefühl, diesem Manne vertrauen zu dürfen. Sie empfand aufrichtige Freundschaft für ihn. Friedrich Wilhelm war von Ratur sehr scheu und langsam in seinen Entschlüssen. Doch der Vater drängte. Die Werbung wurde angenommen. Am 24. April fand in Darmstadt die Verlobung statt. Rur wenige Tage konnten die Paare zusammensein. Roch war Krieg im Land, und die Männer mußten zurück zu den Truppen. Das Belagerungsquartier der Armee war auf das linke Rheinufer verlegt worden, und hier sehen wir die Prinzessinnen verschiedentlich Besuche ab» statten. Hier ist es auch zu einer Begegnung mit Goethe gekommen, der die beiden Mädchen mit Engeln an Reinheit und Schönheit verglich und so bezaubert von ihnen war, daß er diesen Augenblick nie vergessen hat.
Die Trennung überbrückte ein lebhafter Briefwechsel. Luise war oft voll llebermut, der Kronprinz ernst und gemessen", wie es feinem Temperament entsprach. Lind doch sollten sie sich durch die Erschließung ihrer Gedanken um sehr 'Diel näher kommen, und es befällt sie manchmal eine weihevolle Ahnung, daß sie das Leben eines Herrscherpaares mit allen Pflichten führen werden, und daß sie noch viel Erfahrung und Reife sammeln müssen. Der Krieg wurde zu einem Belagerungsfeldzug, der sich unerträglich in die Länge zog. Schließlich setzte mau die Hochzeit fest, um die Paare endlich vermählt zu wissen. Berlin als Landeshauptstadt sollte die Ehre haben, daß auf seinem Boden die Feierlichkeiten stattfanden. Der Abschied von der Heimat wurde Luise unendlich schwer. Sie liebte dieses heitere Stückchen Erde, das ihr so viel Sonne und Lebensfreude gegeben hatte und mit bangendem Herzen begab sie sich in die Fremde. D ch die Reise durch Deutschland wurde ein unerh.rter Triumphzug. Die Schönheit und Liebenswürdigleit machte die Prinzessinnen überall 3U Lichtgestalten. Am 21. Dezember traf man in Potsdam ein, und am nächsten Tage erfolgte die feierliche Einholung. Der Jubel der Bevölkerung wollte kein Ende nehmen.
Geschmückt sind alle Straßen, Blumenregen überschüttet sie, die ganze Stadt ist auf den Beinen, um an diesem erhabenen Schauspiel teilzunehmen. Wi^ Luise in einer Gemütsauswallung ein Kind an sich zieht, welches ihr bei Abschluß der Fahrt einen Strauß überreicht, und es impulsiv auf den Mund küßt, da weiß die Bevölkerung von Berlin, baff sie sich nicht geirrt hat, und daß ein warmer, gütiger Mensch einmal ihre Königin sein wird. Man sehnte sich nach einem Herrscherpaar, das auch in seinem Familienleben mit gutem Beispiel voran» ginq und damit die Kraft und die sittliche Gr« st a r k u n g ins Land brachte, die es groß machen sollte. Am Heiligenabend des Jahres 1793, nachmittags um sechs Uhr, wurde im Weißen Saal des Schlosses die Trauung vollzogen.
Luise war nun, siebzehnjährig, noch fast ein Kind, die Gemahlin des preußischen Kronprinzen. Sie wurde auf einen Posten gestellt, der für ihre Jugend viel zu schwer war und in den sie erst lana« sam hineinwachsen mußte. Während der Feierlichkeiten empfand sie noch nichts von der Last, die sie auf ihre Schultern nahm. Sie tanzte und war froh und glücklich. (Fortsetzung folgt.)
und 2. August Frensdorf, Gießen; 3. Julius Kaufmann, Rieder-Weisel.
Leichte Arbeitsschläge (einzeln): 1. und 3. Julius Kaufmann, Rieder-Weisel; 2. und 4. August Frensdorf, Gießen; Anerkennung: Julius Kay, Hungen; Julius Kaufmann, Rieder-Weisel.
Schwere Arbeitsschläge (einzeln): 1. Louis Häuser, Rieder-Weisel; Karl Gebhard, Ziegenberg; 2. Jean Wild, Rockenberg: 3- Jakob Krausgrill, Rieder-Weisel; Heinrich Dreut, Griedel; Anerkennungen erhielten: Wilhelm Ohly, Rieder-Weisel; Adam Hofmann, Langsdorf; Heinrich Wallbott XII., Garbenteich; Ehr. Schmidt, Birklar; Willy Ries, Rieder-Weisel; Adam Häuser, Rieder-Weisel; H. I. Hildebrand, Rie° der-Weisel; Louis Klein, Wohnbach; Wilhelm Wagner II., Kirch-Göns; Heinrich Dreut 11., Griedel; Jakob Krausgrill, Rieder-Weisel; Rich. Becker, Trais-Horloff.
Leichte Arbeitsschläge (einzeln): 1. Gustav Weber, Ober-Hörgern; 2. Walter Weber, Ober-Hörgern; 3. Otto Walter, Trais- Münzenberg; Anerkennungen erhielten: Wilhelm Eifer, Muschenh im; Eugen Strasheim, Griedel; A bert Tröster, Gr ede. (2 Anerkennungen).
Schwere Arbeitsschläge (paarweise): 1. Louis Klein, Wohnbach; Rich. Becker, Trais- Horloff; 2. Heinrich Dreut II., Griedel. Jakob Krausgrill, Rieder-Weisel; 3. Adam Hofmann, Langsdorf; Karl Schäfer, Inheiden; Anerkennung: W. Leidig, Gröningen.
Leichte Arbeitsscyläge (paarweise^: 1. Gustav Weber, Ober Hörgern; 2. Wilhelm Eifer, Muschenheim; 3. Albert Tröster, Griedel; Anerkennung: Heinrich Hofmann, Bergermühle; Eugen Strasheim und Hermann Vissel, Griedel.
3jährige Fohlen (Arbeitsschläge): 1. Adam Hofmann, Langsdorf; 2. Georg Rühl, Langsdorf; 3. Heinrich Bill, Rieder-Weisel; Anerkennung: Johann Bork, Lützellinden; Karl Weisel, Gambach; Karl Schäfer, Inheiden.
3jährige Fohlen (Wagenschläge): 1. Albert Strasheim, Griedel; Karl Bopf II., Lang- Göns; 2. K. Pfannmüller, Dorf-Gill; 3. Ph. Winter, Ostheim; Anerkennung: Albert Bopp, Griedel; Heinrich Seipp, Treis-Münzenberg; Artur Haub, Rieder-Weisel.
2jährige Fohlen (Arbeitsschläge): 1. Wilhelm Wagner II., Kirch-Göns; 2. W. Ehr. Haub, Rieder-Weisel; 3. Wilhelm Kohlheyer II., Hungen.
2jährige Fohlen (Wagenschläge): 1. H. K. Strasheim, Griedel; 3. Georg Hildebrand, Rieder-Weisel.
Zucht st Uten mit Saugfohlen (Arbeitsschläge)' 1. Adam Hofmann, Langsdorf, 2. Heinrich Dreud II., Griedel; 3. Wilhelm Wagner II., Kirch-Göns; Anerkennung: Hch. Wallbott XII., Garbenteich; Ehr. Schmidt, Birklar; W. Ehr. Haub, Rieder-Weisel.
Zucht st Uten mit Saugfohlen (Wagenschläge): 1. Eugen Strasheim. Griedel; 2. Karl Bopf II., Lang-Göns, 3. G. H. Bender, Dorf-Gill; 4. Hermann Vissel, Griedel; 5. Gustav Schmidt, Griedel.
Z u ch t st u t e n (erkennbar tragend, Arbeits- I schläge): 1. Wilhelm Ohly-Rieder-Weisel, Louts | Häuser-Rieder-Weifel; 2. Jean Wild-Rockenberg, 2. H. Hildebrand-Rieder-Weisel; 3. Adam Ho»-
mann-Langsdorf, Adam Häuser-Rieder^Weisel; Anerkennung: Ehr. Schmidt-Birklar, W Ehr. Haub-Ricder-Weisel, Jakob Krausgnll VIIl.-Olic- der-Weisel.
Zuchtstuten (erkennbar tragend, Wagen- schlägc): 1. G. H. Dender-Dorf-Gill; 2. Albert Tröster-Griedel; 3. Albert Tröster-Griedel; 4. Wilhelm Faber-Kirch-Göns: 5. Robert Schepp- Griedel; 6. Ph. Winter-Ostheim: 7. Wilhelm Koch Ill.-Villingen: 8. Gustav Schmidt-Griedel; Anerkennungen: Bürgermeister Seim-Roßberg, Artur Haub-Rieder-Weisel, Karl Rühl-Eberstadt, Wilhelm Bingcl-Grüningen, Hermann Jhring jun.-Lich und Ad. Sauerbier-Butzbach
Oie Preisträger des Reitturniers.
Jagdspringen der Klasse^: 1. A. Walker, Verein Friedberg ; 2. Eugen Dietz, Verein Butzbach; 3. Eugen Volk, Verein Butzbach; 4. Reinhard Eifer, Verein Wettertal; 5. Walter Rumpf, Verein Butzbach; 6. Heinrich Jäger, Verein Wettertal. ,
Jagdspringen der Klasse L : 1. Obergefreiter Euler, Bataillon; 2. Llnteroffizicr Fischbach, Bataillon; 3. Obergefreiter Treiber (Hauptmann von Stockhausen); 4. Obergefreiter Adam; 5. Stabsgefreiter Llrmitzer; 6. Stabsgefreiter Urmitzer; 7. Obergefreiter Adam; 8. Eugen Dietz, Verein Butzbach; 9. Heinrich Schudt, Verein Rabenau; 10. H. Walter, Verein Friedberg.
Buntes Allerlei.
Muffolini als Logelfreund.
erfaffen und Capri V<i Vagelschutzgebi«! ertlörf hat. Daß er auf diesem Wege fortzuschrelten gedenkt, betonte er in einem Begrüßungsschreiben, da» auf der Jahresversammlung der englischen Vogel» schutz-Gesellschaft verlesen wurde. Der Duce beglückwünschte die Gesellschaft zu ihren großen Erfolgen und erklärte: „'Achtung vor dem Leben der Tiere ist eine der edelsten Eigenschaften jedes Volkes, und diese Achtung muß besonders den Vögeln zuteil werden." Daß der Gedanke des Vogelschutzes immer weitere Fortschritte macht, betonte auch der belgische Gesandte in einer Ansprache, in der er aus führte, daß überall auf dem Kontinent die Erkenntnis sich verbreite, daß Vögel nicht nur ein Schmuck der Natur, sondern wichtige Mitglieder des Tierreiches und wirtschaftlich nützlich sind. In Belgien habe man kürzlich ein großes Vogelschutzgebiet eingerichtet und plane weitere Schutzmaßnahmen.
Eine historische Mühle vernichtet.
Die Windmühle von Mouschold Heatd in der englischen Landschaft Rorwich, hat in der britischen Kunst eine wichtige Rolle gespielt. Sic ist von den ältesten Landschaftsmalern der englischen Kunst, besonders von Old Crome und seiner Schule, oft gemalt worden, und das berühmteste Bild Cromes in der Londoner Ratio- nal-Galerie zeigt die idyllische Umgebung der alten Mühle und dieses ehrwürdige Wahrzeichen selbst. Auch Dichter, wie George Dorrow, haben die Schönheit dieses Erdenflecks gefeiert. Run ist die Mühle dieser Tage beruntergebrannt und stellt nur noch einen Aschenhausen dar. Die Ironie des Schicksals will es. daß gerade durch eine Sammlung die notige Summe zusammen- gebracht worden Jcoar. um die über 200 Jahre alte Windmühle anzukaufen und zum Rational-
I öcntmal zu erklären.
Ausstellung „(Sfabf und £anb*
in der Turnhalle am vswaldsgarten.
3n der Ausstellung „Stadt unb ßanb" werden vom Freitag bis einschließlich Sonntag eine Preisfrage „Kenn st du die H e t m a t unb ein Gewichts- und Sortenraten veranstaltet. Für die richtigen Lösungen sind Preise im Gesamtwerte von 150 RM. ausgesetzt.
c«ür die Preisfrage „Kennst du die Heimat?" sind in der Ausstellung 15 Lichtbilder von Bauten und Landschaften Gießens und feiner Umgebung ausgestellt. Es ist zu raten, welche Bauten bzw. Landschaften diese Bilder darstellen.
Bei dem Gewichts- und Sortenraten sind Fragen über Art und Gesamtgewicht ausgestellter landwirtschaftlicher Produkte und deren Unter- jcheidung von ausländischen Produkten zu beant- W Fragebogen für die Preisfrage und das Gewichts- raten find unentgeltlich in der Ausstellung erhältlich. Auf die e Veranstaltungen in der Ausstellung sei besonders aufmerksam gemacht, und es fei empfohlen, sich rege an der Lösung der gestellten Fragen zu beteiligen.
Ein freiied Kerlchen.
Von einer tierfreundsichen Leserin wird uns geschrieben: , x .,
Jetzt sind es schon drei Jahre her, da fand ich es im Vorgarten, beim Haus. Die Flügel hingen ihm arg zerzaust herunter, das eine Beinchen zog es nach. Fliegen konnte es nicht mehr. Sicher hatte es eine Katze in ihren Krallen gehabt und eS konnte ihr gerade noch einmal entfliehen. Ader fangen ließ cs sich nicht, das nun so scheu gewordene Buchfinkenweibchen. Ich stellte ihm nun ein Räpfchen mit Futter und Wasser in den Garten, und sieh da, nach einiger Zeit überwand es die Scheu, humpelte hin und fraß. Tagelang beobachtete und fütterte ich es und war leden Morgen froh, es wieder zu seheir, denn ich fürchtete, daß die Katze das hilflose Tierchen nun doch noch erwischen würde. Unb seine Flügel hellten wieder, nur das Beinchen blieb lahm. Ieht brauchte ich ihm nichts mehr in den Garten stellen, es flog nun auf die Fensterbank und holte dort fein Futter. Es war leicht zu erkennen an feinem Humpclbeinchen. Immer hoffte ich, cs bringe auch einmal seine junge Brut mit an das Fenster, wie ich es schon mehrere Jahre bei einem Girlitz- Pärchen beobachte. Aber nie geschah es. Im Winter zieht das Buchfinkenweibchen nach dem Süden. Aber jedes Frühjahr kehrt es wieder zurück. Dieses Jahr hielt es mit dem Frühling feinen Einzug: Sitzt am Morgen auf der Fensterbank und futtert am altgewohnten Plätzchen. Hoffentlich kommst du, kleiner Vogel, noch recht oft mit dem Frühling zurück zu uns! -°’
Wieder Sornmerurloubskarten der Reichsbahn.
Durch Sommerurlaubskarten mit 20prozen- tiger Ermäßigung soll auch in diesem Jahr der Sommerurlaubsverkehr eine besondere Erleichterung erfahren. Die Reichsbahn hat diese schon im vorigen Jahre beliebte Vergünstigung
noch verbessert. Eommerurlaubskarten werden in diesem Jahr vom 1. Mai b i s 31. Oktober ausgegeben. Um auch Urlaubsreifen von firn zcrer Dauer diese Ermäßigung zugute kommen zu lassen, kann von Eommerurlaubskarten schon Gebrauch gemacht werden, wenn der Urlaub eine Minde st dauer von 7 Sagen hat (im Vorjahr 11 Tage). Dadurch, daß auf der Hin- reife eine einmalige Fahrtunterbrechung, auf der Rückreise eine dreimalige Unterbrechung der Fahrt gestattet ist, erfährt das Reifen mit Eommerurlaubskarten eine weitere Erleichterung. Die Eommerurlaubskarten. die eine Geltungsdauer von 2 Monaten haben, werden für alle Verkehrsverbindungen der Reichsbahn aufgelegt, für die auch gewöhnliche Fahrkarten vorliegen. Dabei ist die M i n d e st e n t f e r n u n g s- grenze aus 2 0 0 Kilometer feft gelegt. Bei Benutzung von Schnell- und Eilzügen ist der tarifmäßige Zuschlag zu zahlen. Die Sommer- urlaubetarten sind nicht übertragbar und müssen vom Inhaber unterschrieben werden. Um einen Mißbrauch für andere Zwecke als Erholungsreisen vorzubeugen, muß die Hinreise am ersten Geltungstage angetreten werden.
Bornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag: Turnhalle am Oswaldsgarten, 10 bis 21 Uhr. Ausstellung „Stadt und Land". — Oberhessischer Kunstverein. Turmhaus am Brand, 13 bis 17 Uhr, Ausstellung Wallot.
— Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, in dieser Spielzeit zum erstenmal und in neuer Inszenierung das Schauspiel „Die Räuber" von Friedrich von Schiller. Bühnenmus.k-Komposi- tionen des „Theaterherzogs" Georg von Meiningen. Spielleitung Oberspielleiter Peter Fas- f o 11. Die Erstaufführung ist die 25. Vorstellung im Freitag-Abonnement; gewöhnliche Preise. Anfang 20 Uhr; Ende 23 Uhr. — Der Schwank „Da stimmt was nicht" von Franz Arnold unter Heinrich Hubs Spielleitung kommt am Samstag. 1. April, zum letztenmal als Volksvorstellung zu kleinen Preisen zur Ausführung. Von 20 bis 22 Uhr. — Als nächste Fremdenvorstellung geht die Operette „Glückliche Reise" von Künnecke am Sonntag. 2. April, zu ermäßigten Opcretten- preisen unter der Gesamtleitung von Wrede- Moehl-Bäulke in Szene. Schülerkarten haben Gültigkeit. Spieldauer von 18.30 bis 21.30 Uhr
** Unfall beim Reitturnier. Bei dem gestrigen Reitturnier, das aus Anlaß des Pferde- Marktes auf den Wiesen hinter dem Schlachthof statt- fand, ereignete sich leider ein leichter Unfall. Der 26jährige Gefreite Hermann L u ck h a r d t stürzte vom Pferde und erlitt eine Kopfverletzung, so daß er in die Chirurgische Klinik gebracht werden mußte. Glücklicherweise ist die Verletzung leichter Natur.
** Feueralarm-Sirenenprobe. Zur Prüfung der Betriebsbereitschaft der Feuer- alarmsirenen findet am kommenden Samstag, 15 Uhr, eine Alarmprobe statt. Ein Grund zur Beunruhigung liegt also beim Ertönen der Sirenen nicht vor.
Mussolini hat sich als Schützer der Vögel, die seinen Landsleuten bisher in so barbarischer. Weise verfolgt und verspeist wurden, schon dadurch erwie- > sen, daß er einige Maßnahmen für den Vogelschutz I


