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dem Grundsatz ^ ^ektivv ertrag es fo^ wie zur U n avPRi* 9 i Q t e i t gegenüber allen politisa, n Parteien und brachte den festen Willen zum Ausdruck, auch sür die Zukunft die sozialen und wirtschafllichen Interessen der Angestellten mit unverminderter Kraft wahrzuneh-* men. Der bisherige Bundesvorsitzende Reichstagsabgeordneter A u f h ä u s e r ist angesichts der politischen Lage auf eigenen Wunsch von seinem Amte zurückgetreten. Der Vorstand beschloß ferner, eine organisatorische Neuord
nung mit dem Ziele anzustreben, daß das Schwergewicht in die einzelnen Berufsverbände verlegt werden soll. Zu diesem Zwecke ist ein Organisationsausschuß aus drei Vorstandsmitgliedern gebildet worden. Bis zu der von der Reichsregierung geplanten Neuregelung des Gewerkschaftswesens wird der stellvertretende Bundesvorsitzende Wilhelm t ä h r die Geschäfte des Allgemeinen Freien Angestelltenbundes führen.
Aus den Spuren kommunistischer Zersehungsarbeii.
Eine große Gprengstoff- orgamsation aufgedeckt.
Recklinghausen, 29. März. (WTB.) Der politischen Polizei in Recklinghausen ist es gelungen, eine umfangreiche Spreng st offorgani- sation der KPD. festzustellen. Diese Organisation trug den Ramen „Apparat". Stützpunkte waren u. a. in Bottrop, Mülheim, Oberhausen. Die Mitglieder der Sprengstofforganisation wurden in längeren Kursen von führenden Kommunisten unterrichtet und haben hierbei genaue Anweisungen für die Sprengung von Brücken, Gebäuden und Straßen erhalten. Als Beteiligte sind bisher in Bottrop 25 und in Oberhausen 5 führende Kommunisten fe st genommen worden, die geständig sind.
Im Bahndamm Bottrop-Recklinghau- s e n wurde vergraben eine Milchkanne mit 40 als Handgranaten geladene Staufferfett-Büchsen, große Mengen Detonit und Ammon-Salpeter, 6 Eierhandgranaten, ein großer Sack mit 66 mit Sprengstoff gefüllten Staufferfett-Büchsen, 12 Rohrstücke für Eierhandgranaten, eine Zinkkassette mit einer Pfunddose Detonit, eine 10-cm-Granate mit Zünder, 3 Handgranaten gefunden, lieber der Fundstelle hatten die Kommunisten in geschickter Weise eine Grasnarbe gezogen, die der Umgebung genau ongepaßt war. Unübersehbar und fürchterlich wäre die Katastrophe gewesen, wenn durch irgendeinen Umstand die Sprengstoffe im Bahndamm zur Explosion gekommen wären. Nach den getroffenen Feststellungen wurden die Staufferfett- Büchsen durchweg von der Zeche Rheinbaben in Bottrop gestohlen. Ein ganz besonders gefährliches Material sind die gefüllten Staufferfett-Büchsen, verheerend ihre Sprengwirkungen. Bemerkenswert ist, daß die Rührigkeit der
Bottroper KPD. von russischer Seite durch Schenkung einer roten Fahne anerkannt wurde. Diese Fahne trägt in Deutsch und Russisch die Inschrift: „Proletarier aller Länder vereinigt Euch, höher die Fahne des Kampfes für eine proletarische Revolution".
VsreMes Gift-Attentat auf die Düsseldorfer SA. Grausige Pläne der Kommunisten aufgedeckt
Düsseldorf. 29.März. (CNB.) Die nalional- sozialistische Düsseldorfer „v o l k s p a r o l e“ bringt einen amtlichen Bericht, wonach die KPD. die Absicht hatte, durch Liu führen von Gift in die Gemeinschaftsküchen der NSDAP, die gesamte Düsseldorfer SA. zu vergiften.
Die Düsseldorfer politische Polizei erhielt Kennt- nis, daß die KPD. in der nächsten Zeit einen' Angriff auf die NSDAP, mit Gift und Spreng st off plane. Die Herkunft des Giftes wies nach Köln, wo es der Polizei gelang, 3,5 Kilogramm Lyannatrium und 0,125 Kilogramm Kupfervitriol zu erfassen. Die Hälfte dieser Giftmenge würde genügen, um ganz Düsseldorf zu vergiften. Die Giftmengen stammen von einem gewissen August h i l l g r a s. der als Galvaniseur bei einem preß- und Röhrenwerk in Köln beschäftigt war. 3n der Kölner Wohnung des hillgraf wurden außer Chemikalien und Lehrbüchern eine Anzahl Mitgliedsbücher der KPD. und deren Unterorganisalio- nen, die sämtlich auf den Namen des hillgraf lauteten, gesunden. 3n der Angelegenheit wurden sechs Personen verhastet.
EmAeniralkomsteeMrOrganisiemWdttAbwehr- aktivn gegen die Erenchetze.
München, 29. März. (£11.) Der mit der Schaffung und Leitung des Zentralkomitees zur Abwehr der jüdischen Greuel- und Boykotthetze beauftragte Reichstagsabgeordnete Julius Streicher hat am Mittwoch die Arbeit ausgenommen. Zum stellvertretenden Borsihenden des Zentralkomitees berief er den Schriftleiter des antisemitischen Wochenblattes „Der Stürmer", Karl Holz in Nürnberg. Dem Zentralkomitee gehren ferner an Robert Ley, Stabsleiter des Führers in der obersten Leitung der Parteiorganisation: Adolf Hünlein, Stellvertreter des Chefs des Stabes der SA-: Heinrich Himmler, Reichsführer der SS.; Reinhold M u ch o w, Stellvertreter des Leiters der nationalsozialistischen Betriebszellenleitung: Hans Oberlindober, Leiter der nationalsozialistischen Kriegsopferversorgung: Jakob Sprenger, Leiter des nationalsozialistischen Beamtcnbundes: Walter Darre, Leiter der Agrarpolitischen Abteilung der RSDAP-: Dr. v. Rente ln, Reichsführcr
Der erste Schritt zur deutschen Einheit. Oie Gründung des Zollvereins am 30. Marz 1833.
„lind ihr andern deutschen Sachen, Tausend Dank sei euch gebracht! Was kein Geist je konnte machen, Ei! Das habet ihr gemacht:
Denn ihr habt ein Band gewunden Hm das deutsche Baterland, Und die Herzen hat verbunden, Mehr, als unser Bund, dies Bänd!"
So besang Hoffmann von Fallersleben den deutschen Zollverein, dessen einzelne Handelsartikel er als die ersten Zeichen einer deutschen Einheit verherrlichte. Diese wirtschaftliche Gründung, die von Preußen ausgeht und deren Schlußstein am 30. März 1833 gelegt wurde, ist stets als der erste Schritt zur nationalen Vereinigung dcs deutschen Volkes gepriesen worden. Dadurch, daß sich Oesterreich von diesem Verein ausschloh, wurde zum erstenmal klar, daß das neue Deutsche Reich nur unter Preußens Führung geschaffen werden konnte. Das hat mit aller Deutlichkeit einer der Hauptsörderer des Gedankens, der preußische Finanzminister Motz, in seiner Denkschrift ausgeführt, in der er erklärt, der Deutsche Bund habe wirtschaftliche Verhältnisse geschaffen, die das ganze Deutschland zerrütten müßten, denn es sei dadurch ein Handelskrieg entstanden, „der weit schlimmer war, als ein Krieg der Waffen nur je hätte sein können". Wenn diese jedes natürliche Leben erstickenden Zollschranken erst gefallen sein würden, dann sei auch der Weg für eine weitere Einigung gebahnt. „Wenn es staatswissenschaft- liche Wahrheit ist", so schloß er, „daß Zölle nur die Folge politischer Trennung ve-schiedener Staa- ten sind, so M^-es auch Wahrheit sein, daß Ziffer Staaten zu einem Zoll- und z Handelsverband zugleich auch Einigung zu einem und demselben politischen System mit sich führt."
Der e'gentliche Vorkämpfer dieser Idee war aber bet geniale Friedrich List, der durch seine leidenschaftliche, immer wieder verkannte Tätigkeit den Zollverein-Gedanken dem Volke nahezubringen wußte. 3n seiner Denkschrift vom Fe- bruar 1820 führte er nut meisterhafter Klarheit aus daß durch die Zölle Handel Gewerbe und Ackerbau der Deutschen gelahmt seren: „Man
des Kampsbundes des gewerblichen Mittelstandes: Dr. Hans Frankl!., Leiter des nationalsozia i- stischen Iuristenbundes: Dr. Gerhard Wagner, Leiter des nationalsozialistischen Aerztebundes; Willi Körber, Vertreter des Reichsjugendführers: Dr. Achim Gercke, Leiter der Abteilung nationalsozialistische Auskunft der Reichsleitung. Die Kanzlei des Zentralkomitees befindet sich in München.
Kommunistische Drahtzieher in London.
London, 29. März. (TU.) Der Verdacht, daß die Boykottbewcgung in England gegen deutsche Waren in engem Zusammenhang mit dem Kommunismus stehe, hat sich bestätigt. Cs konnte festgestellt werden, daß die Kommunistische Partei in der Vorwoche ein geheimes Schreiben an die Kommunistische Partei Großbritanniens gesandt hat,
zwingt sich zu Produktionsarten, die der Ratur des Landes, zu dessen Vorteil der Zwang statt- findet, nicht angemessen sind, und beschränkt sich dagegen in eben denjenigen P^ouktionszweigen gegenseitig, welche seiner Ratur entsprechen." Er erwartet einen außerordentlichen Aufschwung für die deutsche Wirtschaft davon, daß jeder Fabrik-Unternehmer sich dann an 30 Millionen Menschen wenden könne.
Die vielbeklagten Zustände jener Tage sind uns heute ganz unvorstellbar. Wer vor 100 Jahren in Deutschland Handel treiben wollte, mußte sich durch das Labyrinth von 38 Zolloerordnun- g e n hindurchwinden. Selbst Preußen war kein eineinheitliches Zollgebiet, sondern hatte 67 verschiedene Tarife, $u denen bann noch die unendlich vielen städtischen Zölle tarnen. Wollte man von Hamburg nach Wien reifen, so mußte man 10 bis 12 verschiedene Zollgebiete passieren und ebenso oft Durchgangszoll bezahlen. Goethe hat es oft ausgesprochen, wie notwendig es sei, daß diese hemmenden Schranken zu Fall gebracht würden, hat aber das endliche Gelingen nicht erlebt. Nachdem 1818 die Zollschranken innerhalb Preußens aufgehoben und an die Landesgrenzen verlegt worden waren, konnten sich die andern deutschen Staaten einer Abmachung mit Preußen nicht mehr entziehen. Trotzdem waren noch große Hindernisse zu überwinden, die besonders von England kamen, das den neuen Konkurrenten auf dem Weltmarkt auszufchalten suchte. England, das ja damals in Deutschland Hannover beherrschte, brachte 1828 die mitteldeutschen Staaten, Braunschweig, Sachsen, Kurhessen, Oldenburg u. a., zu dem Mitteldeutschen Zollverein zusammen, der den Zusammenschluß von Nord und Süd verhindern sollte. Aber Preußen zersplitterte diesen Zollverein, dessen Gebiet durch die Straße von Bamberg nach Langensalza umgangen werden konnte, und wußte 1829 Bayern und Württemberg zum Abschluß eines Zollvertrages mit Preußen zu bringen. Dann sprang auch Kurhessen ab und danach Sachsen.
Am 24. März 1833 konnte der Nachfolger des Finanzministers Motz, Maaßen, der sich schon als Generalsteuerdirektor um die Verfassung des Zollgesetzes verdient gemacht hatte, mit Bayern und Württemberg den Deutschen Zollverein gründen, den dann am 30. März die thüringischen Staaten, Kurhessen und Sachsen beitraten. Nun konnten auch Baden, Nassau und die damals noch freie Stadt Frankfurt am Main nicht mehr Zurückbleiben. Außerhalb des Zollvereins befanden sich bann nur noch das englische Hannover, das sich mit Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe
DieNegierungsverhandlungeninDanzig gescheitert.
Oie NSOAp. kündigt schärfste Opposition gegen das Kabinett Ziehm an.
Danzig. 29. März. (TU.) Der Präsident des Danziger Senats, Dr. Ziehm, hat dem Frak- tionssührer der Rationalsozialisten, Greiser, schriftlich mitgeteilt, daß die derzeitigen Regierungsparteien (Deutschnationale, Zentrum und Block der liberalen Mitte) beschlossen hätten, daß zu einem Wechsel in der Besetzung des Danziger Senats Präsidenten ein sachlicher Grund nicht vorliege. Die Regierungsparteien hätten zwar nach wie vor den Wunsch, die Rationalsozialisten in d i e Regierung hineinzunehmen, jedoch müsse auch in einer solchen umgebildeten Regierung Dr. Ziehm (Dntl.) das Amt des Präsidenten weiterführen. Die Regierungsparteien könnten es nicht verantworten, daß in der heutigen Zeit auf die Erfahrungen Dr. Ziehms verzichtet werde.
Damit sind die grundsätzlichen Bedingungen der Rationalsozialisten, die als stärkste Partei Danzigs die Führung der Danziger Regierung — insbesondere die Besetzung des Danziger Präsidentenpostens und des Postens des Innensenators — verlangten, von den gegenwärtigen Regierungsparteien abgelehnt. Auf eine Anfrage Dr. Ziehms bei der RSDAP., ob die Verhandlungen über die Regierungsbildung nach
dieser Ablehnung der Regierungsparteien als gescheitert zu betrachten seien, wurde ihm dies bestätigt.
Don der Gauleitung der RSDAP. wird bekanntgegeben, daß die Rationalsozialisten nach Ablehnung ihrer grundlegenden ^Bedingungen durch die Regierungsparteien von heute ab gegen die Regierung Ziehm in allerschärf st e Opposition treten werden. Ganz abwegig sei die Begründung der Ablehnung der nationalsozialistischen Bedingungen durch die Regierungsparteien. Es heiße darin u. a., daß die Regierungsparteien es nicht verantworten könnten, auf die eingehende Kenntnis Dr. Ziehms in allen vertraglichen Rechtsgrundlagen der Freien Stadt Danzig zu verzichten, wobei besonders auf die Genfer Erfolge angespielt werde. Diese Begründung sei insofern gar nicht stichhaltig, als die Rationalsozialisten Dr. Ziehm die Stelle des stellvertretenden Präsidenten an- geboten hätten und ihm in dieser Eigenschaft auch die auswärtigen Angelegenheiten unterstellen wollten. Von nationalsozialistischer Seite wird erklärt, daß die RSDAP. angesichts dieser Herausforderung einen großangelegten Propagandafeldzug gegen den Beschluß der Danziger Regierungsparteien einleiten werde.
worin sie zur Organisierung der Iudenschaft zur Bekämpfung des Hiller-Regimes aufforderte. Die Kommunistische Partei Großbritanniens ist der Aufforderung ihrer deutschen Genossen gefolgt und hat sich unter Ausnützung der allgemeinen Erregung der Iudenschaft zu Propagandazwecken den Teil der in London lebenden Iuden ausgesucht, die meist polnischer und russischer Abstammung ist und für die Kommunistischen Versuche empfänglich ist. Es ist ihnen aber bisher nicht gelungen, die Doykott- bewegung auch auf andere jüdische Kreise, wie Finanz-, Warenhäuser usw. auszudehnen, da unter diesen zahlreiche meist mit den deutschen Verhältnissen besser vertraute Iuden sind, die von der Doykottbewegung im Auslande d i e ernstesten Rückschläge für die in Deutschland lebenden Iuden befürchten, llnter kommunistischem Einfluß ist unter der Iudenschaft eine schwarze Liste aufgestellt worden, auf der diejenigen in London lebenden Deutschen gesetzt sind, die in näheren Beziehungen zu nationalen Parteien in Deutschland stehen.
GdA. uni) OHV.
gegen die ausländische Gräuelhetze.
Berlin, 29. Mörz. (WTB.) Der Gewerk- schaftsbund der Angestellten sandte a n seine Auslandsortsgruppen und an die ihm befreundeten Auslandorganisationen Telegramme folgenden Inhalts: Die maßlose Greuelpro- paganda in der Auslandspresse schädigt das Ansehen des deutschen Volks und stört die wirtschaftlichen Beziehungen. Das deutsche Wirtschaftsleben einschließlich aller jüdischen Unternehmungen ist ohne Störung. Einzelüberariffe, die mit der Umwälzung verbunden waren, sind jeweils sofort oonderRegierung verhindertund nie gebilligt worden. Tretet der Greuelpropaganda im Interesse Deutschlands und zur Verhinderung der sozialen und wirtschaftlichen Folgen für viele tausends Ange fte llte mit aller Kraft entgegen. Mobilisiert alle Freunde Deutschlands zur Abwehr.
Die Auslandabteilung des DHV. teilt u. a. mit: Der Deutschnationale Handlungsgehilfe n v e r b a nd, der als größter Angestelltenverband der Welt über alle Erdteile verbreitet ist, hat vom ersten Auftreten der Hetz- und Greuel- nachrichten an durch Kabel und Luftpostverkehr seine Auslandmitglieder und Auslandvertretun-
zum Mitteldeutschen Steueroerein zusammenschloß, und die drei Hansestädte.
Der Zollverein sollte zunächst für die Dauer von 20 Jahren wirksam sein: durch ihn fanden sich 25 Millionen Deutsche auf einem Gebiet von mehr als 400 000 Quadratkilometer zur wirtschaftlichen Einheit zusammen. Am 1. Januar 1834 fielen die Tausende von Zollschranken, durch bi? Deutschland bis bahin zerteilt war. Treitschke hat bie „folgenschwere Neujahrsnacht" bes Jahres 1834 geschildert, die den Anbruch einer neuen besseren Zeit verkündete: „Mit dem letzten Glockenschlage des alten Jahres hoben sich die Schlagbäume. Die Rosse zogen an; unter Jubelruf und,Peitschenknall ging es vorwärts durch das befreite Land..."
Oberhessischer Kunffverein.
Die gestern eröffnete neue Ausstellung im Kunstverein, die nur bis zum kommenden Montag einschließlich zugänglich sein wird, ist von einer sonst kaum erlebten Aktualität: nach der verbrecherischen Brandstiftung im Reichstags- gebüude in Berlin wird es für viele von Interesse sein, einen Blick in die Werkstatt des 1912 verstorbenen Architekten Paul W a l l o t zu werfen, aus dessen Händen die Pläne zu dem riesigen Bauwerk hervorgegangen sind. In ihren Einzelheiten wird sich die aus Privatbesitz stammende Ausstellung allerdings überwiegend an den Baufachmann wenden, der sich sachverständig in das Studium der maßstäblichen Details, der Grundrisse, Ansichten und Schnitte vertiefen mag und so ein imponierendes Bild von der künstlerisch-technischen Leistung des Erbauers und seiner Mitarbeiter erhalten wird. Eine Anzahl zeitgenössischer Aufnahmen aus der Cntstehungs- aeit des Reichstagsgebäudes (1884/94) runden das Gesamtbild der Ausstellung ab.
Sochschulnachrichlen.
Geh. Degierungsrat Prof. Dr. Cdnrund Stengel in Marburg konnte am 29. März ein seltenes Jubiläum begehen: vor 60 Iahren wurde der Gelehrte, Restor der romanischen Philologie, in Marburg zum Ordinarius ernannt, wo er nahrzu 45 Iahre gewirkt hat. Geh. Rat Stengel, am 5. April 1845 in Halle geboren, begründete 1875 das Marburger romanische Seminar und lebt seit 1913 im Ruhestände. Bon seinen Arbeiten seien genannt: -Das altfranzösische Rolandslied", „Private und amtliche Beziehungen der Brüder Grimm zu Hessen" und die „Romanische Verslehre".
gen eingehend über die tatsächliche Lage unterrichtet, so daß diese Ausländsdeutschen in eine wirkungsvolle Abwehr, gestützt auf gute, stets zu belegende Unterlagen, eintreten konnten.
Schaufenstereinschlagen bedeutet Schädigung des deutschen Dolksvermögens.
Berlin, 29. März. (WTB.) In den letzten Tagen kam es wiederhold zu Ausschreitungen, in deren Verlauf bei zahlreichen jüdischen Geschäften Schaufensterscheiben eing^schlagen wurden. Von der Regierung wird darauf hingewiesen, daß bei solchen Handlungen die wirklich Geschädigten nicht die betreffenden jüdischen Firmen sind, sondern die deutschen Versicherungsgesellschaften und daß dadurch letzten Endes deutsches Dolksver- mögen mutwillig Vernich tet wird.
Kleine politische Nachrichten.
Die Reichsregierung beschloß, die wöchentlichen Zulagen, die im vergangenen Winter zur oersicherungsmäßigen Arbeitslosen-Un- t e r st ü tz u n g und zur K r i s e n u n t e r st ü tzung gewährt wurden, auch über den 1. April 1933 hinaus zu zahlen.
Amtlich wird festgestellt, daß die n ä ch st e Volks-, Berufs- und Betriebszählung im Iuni d. I. stattfinden wird. Die letzte Volks-, Berufs- und Betriebszählung wurde 1925 vorgenommen.
Der Vorstand des Deutschen Handwerks- und Gewerkammertages richtete eine Entschließung an die Reichsregierung, in der erklärt wird, daß sich die beruflich» Spitzenvertretung des Handwerks der nationalen Regierung restlos zur.Verfü- g u n g stellt. Das deutsche Handwerk erhoffe in wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsicht iie An rk nn nj de.- Selbst, erwaltu.rg i nö Se.bst- Deranttoortung der Handwerkswirtschaft.
Oer Auflagenstempel in Italien.
Eine der schwierigsten Fragen, die von jeher das vertrauensvolle Verhältnis zwischen Autoren und Verlegern oft gestört hat, ist die Kontrolle über die Auflagenhöhe und den tatsächlichen Absatz eines Verlagswerkes. Damit der Verleger nicht mehr Stücke eines Buches drucken kann, als vertraglich mit dem Verfasser verabredet ist, wird von dem „Verbände italienischer Schriftsteller und Verleger" seit einiger Zeit eine praktische Methode der Abstempelung mittels Trockenstempels durchgeführt. In jedem Falle, wo das gefordert wird, muh der Verleger sämtliche Titelblätter der ganzen hergestelten Auflage in das nächstgelegene Büro des Verbandes schicken, und dort erfolgt eine genaue Zählung und Abstempelung, über die eine offizielle Bescheinigung dem Verleger und dem Schriftsteller zugestellt wird. Die Abstempelung, die pro 1000 Stück nur 4 Mark kostet, muß vom Autor bezahlt werden. Da der Verband in allen größeren Städten solche Abstempelungsstellen eingerichtet hat, erwachsen dadurch dem Verleger keine großen Unbequemlichkeiten.
Zeitschriften.
— „Das Insel schiff." Eine Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlages. Aus dem von Karl Weißer redigierten Frühiahrshest feien die folgenden Beiträge hervorgehoben: unter der Ueberschrift „Vom Hiesigen" lesen wir einen tiefsinnigen Abschnitt des Buches „Heber Gott" von Rainer Maria Rilke: sehr aufschlußreich für Dichten und Denken des Verstorbenen. Dann die im Iahre 1912 geschriebene, wundervolle Einleitung Hosmannsthals zu den ..Deutschen Erzählern", die jetzt in einer neuen Ausgabe erscheinen. Friedrich Schnack, unseren Lesern aus zahlreichen Beit ä- gen bekannt, ist mit seinen Büchern in den Insel- Verlag übergegangen; von ihm bringt das Heft ein Bildnis, drei Gedichte aus der feinen lyrischen Sammlung „Das blaue Geisterhaus" und ein Kapitel aus dem von der Schönheit des sommerlichen Frankenlandes erfüllten Roman „Die Orgel des Himm.ls". Höchst interessant der berühmte Rach- ruf Merimees auf Henri Behle-Stendhal, dessen 150. Geburtstag vor kurzem begangen wurde. Ein Kapitel — „Das Verhör" — aus dem „Leben des Grafen Federigo ©onfalonieri“ von Ricarda Huch, das der Insel-Verlag in einer Reuausgabe an die Spitze einer billigen Buchreihe stellt. Eine Auswahl der frommen Sinnsprüche des „Cherubinischen Wandersmanns" bildet den Beschluß.


