Ausgabe 
29.8.1933 Frühausgabe
 
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Das braucht uns niemand zu sagen, daß die Not des Bolkes noch nicht überwunden ist, aber wir haben wenigstens den Willen, mit Unglück und Not fertig zu werden. Wir sind nicht von der Art wie diejenigen, die dann, wenn der graue Winter vor der Tür steht mit frommem Augenaufschlag vor das Volk hin­treten und sagen:Das wird der schwerste Winter seit hundert Jahren." Im Gegenteil, wir treten vor das Volk hin und sagen: Die­sen schweren Winter werden wir überwinden. Wir werde n uns mit ganzer Kraft gegen die Not und gegen das Elend auflehnen. Wir werden das Volk nicht dar­unter zerbrechen lassen. Die Stärkeren werden die Schwächeren mitziehen und im nächsten Frühjahr fangen wir dann wieder an, aufs Neue die Offensive gegen die Ziffer der Ar­beitslosigkeit zu ergreifen.

Das, was wirbisher erreichten, wollen wir im Winker halten, wenn es noch über vier Mil- lionen ohne Arbeit und Brot gibt, so werden wir ein soziales Hilfswerk von grandiosen Aus­maßen aufbauen und werden uns als geeinte Nation den vorsah machen: In diesem Winter wird niemand hungern und wird niemand frie­ren. wir werden damit vor der ganzen Nation und vor der ganzen Welt den Beweis antrelen, daß die Revolution, die wir gemacht hatten, nicht nur ihr nationales, sondern auch ihr so­zialistisches Gepräge hat. (Beifall.)

Die Botschaft, die wir dem deutschen Volke brachten, ist vom männlichem Charakter, und der Sozialismus, den wir predigen, ist nicht eine Sache für wehleidige Weiber und alte Betschwestern. Es ist ein Sozialismus des Heroismus, ein Sozialismus der Männlichkeit. Es ist ein soldatischer Sozialismus, hart und wild. Es ist ein Sozialismus der Tat, nicht der blaffen Theorie. Es ist ein Sozialismus, der nicht eine Klasse, son­dern ein Sozialismus, der ein ganzes Volk angeht. Es ist der So­zialismus, der jene preußischen Kö­nige bewegte, die unsere Armee und unsere Beamtenschaft aufbauten. Es ist der Sozialis­mus, der im Marschtritt preußische Grena­dierregimenter mitschwang. Es ist der Sozia­lismus eines Emanuel Kant, ein Sozialis­mus der Pflicht, die große Auffassung des Lebens und des Alltags. Dieser Sozialismus hält sich dem ganzen Volk verbunden. Es ist der sozialistische Heroismus, wie er in jedem SA-, in jedem SS.-Mann und in jedem Nationalsozialisten steckt. Es ist ein Pflicht- bewußtsein herber, männlicher und soldatischer Art, ein P f l i ch t b e w u ß t s e i n, das ein­mal die ganze deutsche Nation durchdringen wird und dem Volke einen neuen Cha­raktertyp aufzwingt. So bestehen wir vor dem ostpreußischen Lande und dem ganzen deutschen Volk:

Wir gehören zueinander und werden niemals voneinander lassen. Ostpreußen ist für uns nicht eine aufgegebene Insel jenseits der Grenzen, Ost­preußen ist Raum von unserem Raum, sein Volk ist Volk von unserem Volk, sein Geist ist Geist von unserem Geist. Wir wollen es vor der Welt bekennen: Das Volk, einig in seinen Ständen, Klassen und Berufen, bekennt sich zu seinem Raum und bekennt sich zu seiner Zukunft. Dieses Volk will einen Frieden, der ihm das Leben läßt. Dieses Volk wird niemals voneinander lassen.

2llle, die aus Süd und West und Nord hierher eilten, fühlen sich dem ostpreußischen Menschen gegenüber als Botschafter des deutschen Volkes. Bevor wir ostpreuhischen Boden verlassen, wenden wir unseren Blick hinüber nach N e u d e ck, wo der greise Sachwalter deutscher Ehre, Freiheit und Größe auf ostpreußischem Boden weilt. So grü­ßen wir den Feldmarschall des gro­ßen Krieges unddenPräsidentendes Reiches. So wenden wir unsere Gedanken zu 1

MinisterpräsideniGöring über das Verbot der Vivisektion.

Berlin, 28. 2lug. (TU.) Im Rundfunk sprach am Montagabend im Rahmen einer Reichssen-- dung der preußische Ministerpräsident Göring über das Verbot der Vivisektion in Preußen. Er führte u. a. aus, daß sein Erlaß gegen die Vivisektion eine Flut lebhafte st er Zustimmungen und der Beglückung darüber ausgelöst habe, daß endlich ein energischer Schritt zur Bekämpfung dieserTier- quälerei getan worden sei. Seit Jahren habe ein Kampf gegen die Vivisektion geherrscht und viel sei darüber geredet und gestritten worden, doch habe man nichts getan.

Die nationalsozialistische Regierung sei sich vom ersten Tage ab klar darüber gewesen, daß hier energisch und schnell vorgegangen werden müsse, doch dauere es Monate lang, bis ein solches Gesetz, das große Vorbereitungen beanspruche, verabschiedet werden könne. Am es aber un­möglich zu machen, daß während dieser Zeit wieder Hunderte und Tausende von armen Tieren grausam zugrunde gerichtet würden, habe er den Erlaß gegen die Vivisektion heraus- gcgeben.

Ministerpräsident Göring wies auf den bisherigen Rechtszustanü auf dem Gebiet des Tierschutzwesens hin, der in keiner Weise dem Empfinden des deutschen Volkes entsprochen habe. Es sei ein völlig unhaltbarer Zu stand, daß man das Tier einer leb­losen Sache gleichsctze. In der Stellung zum Tier unterscheide sich das deutsche Volk von vielen anderen Völkern, besonders solchen orientalischer und asiatischer Rassenzugchörig- keit. Um so unverständlicher habe es erschei­nen müssen, daß die bisherige Rechtssprechung mit dem Volksempfinüen in diesem Punkte, wie auch auf vielen anderen Gebieten nicht übereinstimmte, was wohl zum großen Teil darauf zurückzuführen sei, daß die Führung des Rechts teilweise in die Hände Volksfrcm- der übergegangen war.

Die Verwendung von Tieren zu wissenschaftlichen Zwecken, die bisher ohne weiteres gestattet war,

dürfe nicht in das Belieben jedes Menschen ge­stellt werden, der sich zu solchen Versuchen be­rufen fühle. Auch Eingriffe an Tieren zur Ge­winnung von Heilmitteln und zu Forschungs­zwecken bedürfen der gesetzlichen Regelung im einzelnen und dec Ueberwachung durch den Staat. Nur anerkannten Wissenschaftlern und Forschern dürfe diese Aufgabe übertragen wer­den. bei deren Ausführung auch wiederum die größte Schonung der Tiere obwalten müsse.

Die Vivisektion, die Zerschneidung eines leben­digen unbetäubten Tieres dürfe unter keinen Um» ständen angewandt werden. Versuche an mensch­lichen Haustieren, wie dem Hund und der Katze, hätten auch bei den ernstesten wissenschaftlichen Versuchen zu unterbleiben. Man müsse hier auf andere Tiere zurückgreifen. Die getroffenen und noch zu treffenden Maßnahmen auf dem Gebiete des Tierschutzes seien ein Gebot der all- gemeinenMenschlichkeit. Sie sollten nicht nur das Tier schützen, sondern gleichzeitig menschliche Roheit und Grausamkeit bekämpfen.

Der Ministerpräsident erklärte, daß er die preußischen zuständigen Ministerien beauftragt habe, auf schnellstem Wege dafür Sorge zu tragen, daß der Reichsregierung ein Gesetzentwurf unterbreitet werde, und heute könne er schon mitteilen, daß das zuständige Reichsministerium ein Gesetz, das das reichsrechtliche Verbot der Vivisektion bringe, bereits in den näch­sten Wochen zur Verabschiedung bringen werde.

Darüber hinaus bedürfe es eines umfassenden Reichsgesehes, durch das die gesamten Fragen des Tierschutzes einheitlich und vorbildlich ge­regelt würden. Anerkannte Sachverständige seien beauftragt, die Vorbereitungen zu treffen.

Der Ministerpräsident gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß die Lösung dieser brennenden Frage den inneren Frieden auf einem Teil­gebiet des deutschen kulturellen Lebens wieder Herstellen werde.

seinem KanzI-er, zum Führer der Ration und zum Fahnenträger des Volkes. In ihnen beiden sehen wir das Unterpfand deutscher Zukunft, deutscher Größe und deutscher Wiederaufer st ehung. Don dieser Stadt aus grüßt Ostpreußen das Reich und durch die Aetherwellen hindurch dringt der Gruß des ganzen Reiches nach Ostpreußen zurück:

Wir wollen e i n R e i ch, ein Volk sein. Heber uns steht eine Idee und ihr dienen wir in einer großen Hingabe. Mutig und unbeirrt wollen wir in die Zukunft hineinschreilen. Wollen uns nicht beugen lassen von der Not der Zeit, wollen ihr unseren willen und unsere Talkraft entgegensetzen, wollen dieses Beispiel Ostpreu­ßen mit hinausnehmen ins Reich und uns ge­loben: Was hier möglich war, das werden wir anderswo auch möglich machen.

Deutschland steht am Eingang einer neuen gro­ßen Entwicklung. Wir marschieren in eine schönere Zukunft hinein. Große Aufga­ben sind dazu da, daß ein großes Volk seinen gro­ßen Willen daran erprobt, daß der Himmel das von uns fordert, das hat er uns dadurch gezeigt, daß er uns einen Mann gab, der als Fah­nenträger der geeinten Ration voranschreitet, und daß über ihm der greise Sachwalter der deutschen Sache steht, der seine Hand seg­nend auf ihm hält. In dieser Gesinnung und in diesem Willen fassen wir alle unsere Wünsche und alle unsere Hoffnungen für das ostpreuhi- sche Land, für das Reich und für das deutsche

Volk zusammen in dem Ruse: Der Feldmar­schall und sein Kanzler, der Reichspräsident und der Führer: Sieg-Heil, Sieg-Heil, Sieg- Heil!"

Mit dem begeisterten Gesang des Deutschland­liedes und des Horst-Wessel-Liedes fand die er­hebende Kundgebung ihren Ausklang.

Schwärmer bei den Führern.

Königsberg, 28. Aug. (ERD.) Dr. Goeb­bels wurde bei seinem Erscheinen vor dem Park­hotel von einer vieltausendköpfigen Menge begei­stert begrüßt, die bis in den Abend hinein das Hotel umlagerte. Auch eine Trachtenabord­nung der Schwalm (Hessen) begrüßte den Minister. Die Schwälmer hatten sich an der Ostlandtreuefahrt mit dem größten deut­schen Auto-Omnibus, der 66 Plätze hat, beteiligt. Auch Reichspräsident v. Hindenburg und Reichskanzler Hitler, die die Schwäl­mer besuchten, besichtigten den riesigen Omnibus.

Langenau, der neue Besitz des Reichspräsidenten.

Königsberg, 28. Aug. (ERD.) Langenau in Westpreußen, eines der ersten deutschen Rode- dörfer im Kapijelsbesitz des pomsssanischen Bis­tums, wurde nach der Säkularisation des Deut­schen Ordens vom ersten preußischen Herzog Albrecht von Hohenzollern, dem Reformator Ost­preußens, dem samländischen Bischof Georg von Polentz M532 als Teil des Erbamtes Schönberg verliehen. In der Hand der ursprüng­lich aus Meißen stammenden Familie von Polentz

Die Geburtsstunde der deutschen Raffenkunde.

Entstehung«- und Lebensgeschichte eines zeitgemäßen Buches.

Don Dieter Gerhart.

Von GünthersRassen künde des deut- s ch e n Volkes" ist eben die 16. Auflage, das 50. Tausend, erschienen. (270) Das ist für ein Buch von 500 Seiten und einem Preis von zwölf Mark, für ein Buch, in dem weder Erotik, noch Okkultis­mus, noch Tagespolitik betrieben wird, ein außer­ordentlicher Erfolg. Die Auflagen wissenschaftlicher Bucher dürfen ja nicht an denen von Romanen oder Volksausgaben der Unterhaltungsliteratur gemes­sen werden. Heber die Entstehungsgeschichte dieses Buches gab sein Verleger, I., F. Lehmann in Mün­chen, vor einigen Jahren einen hübschen Bericht her- aus, der auch zeigt, daß die schöpferische Persönlich­keit des Verlegers ebenso wichtig für das Zu- ftandekommen eines Buches sein kann, wie die Ar­beit des gelehrten Verfassers. Er berichtet dort folgendes:

Menschliche Exkursionsfauna" stand schon manches Jahr vor dem Kriege in dem Büchlein, das alle meine Verlagspläne und -anregungen festhält und bis zur endgültigen Ausführung be­wahrt. Ick dachte an ein Buch, das gewisserma­ßen als Gegenstück zu den üblichen Tier- und Pflanzenbuchern die Menschen der verschiedenen deutschen Stamme und Landschaften in Bild und Wort darstellen sollte. Freilich es fehlte der Mann, der mir dieses Buch zu schreiben bereit war. Die Fachgelehrten der Anthropologie er­klärten einen solchen Plan mit wohlwollendem Lächeln als für zur Zeit unausführbar. Für eine Darstellung der deutschen Stämme und Rassen fehlten fast alle Unterlagen.

Da sandte im Jahre 1920 ein junger badi- scher Philologe eine Handschrift ein, die unter dem TitelRitter, Tod und Teufel" dem Zeitgeist der westlerischen Zivilisation und Aufklärung zu Leibe ging und auch einen rassekundlichen Ab­schnitt enthielt.

Das Buch machte einen so tiefen Eindruck auf mich, daß ich es für zweckmäßig hielt, den Verfasser, Dr. Günther, persönlich kennen­zulernen. Ich lud ihn nach München ein und machte im Anschluß daran eine Bergwanderung mit ihm, auf der wir verschiedene Pläne be­sprachen. Der Rassengedanke war damals eine

treibende Kraft in mir, und als Dr. Günther bei Besprechung solcher Fragen sofort von jedem einzelnen Wanderer, der uns begegnete, eine Ras­senbeschreibung machte, erkannte ich, daß er für Rassenfragen ein ganz besonders feines Ver­ständnis hatte. Wie eine Eingebung kam mir der Gedanke: das ist der Mann, den du feit Jahren fuchst, der die Fähigkeiten besitzt, eineRassen­kunde des deutschen Volkes" zu schreiben.

Der zweite Tag unserer Wanderung bestärkte mich in dieser Ueberzeugung, und ich schlug' Dr. Günther vor, diese Arbeit zu übernehmen. Ich ermöglichte ihm dann, sich von seinem Beruf frei­zumachen und das Buch in aller Ruhe zu schrei­ben. Zwei Jahre später brachte er mir die Hand­schrift, die ich in regster Anteilnahme mit Span­nung und voll Freude über das gelungene Werk durchlas. Ich hatte die Empfindung, daß hier ein Schuß ins Schwarze erfolgt sei und daß das Buch berufen sein werde, die breiten Massen un­seres Volkes mit Erkenntnissen vertraut zu ma­chen, die für unsere Zukunft von größter Bedeu­tung sind.

Nachdem noch einer unserer ersten Fach­gelehrten Ergänzungen und Verbesserungen ange­regt und Dr. Günther sein Werk überarbeitet hatte, übernahm ich den Verlag. Das verlegerische Gefühl hat mich nicht getäuscht. In wenigen Mo­naten war die erste Auflage vergriffen, rasch folgte Auflage auf Auflage. Da sich Dr. Günther mit seiner ganzen Kraft dem Studium der Ras­senkunde zuwandte, da er in steter Selbstkritik das reichlich fließende Schrifttum verfolgte und berücksichtigte, wurde jede neue Auflage immer wieder bereichert und verbessert."

Verfasser und Verleger hatten damit ein Samen- körn in den Boddn gelegt, der Frucht zu tragen verhieß. Freilich waren es mehr geschäftliche Er­folge, die sich einfteUten. Der eigentliche Zweck jedes ernsthaften Buches, einem Gedanken, einer Er­kenntnis zum Durchbruch zu verhelfen, war zunächst nicht zu erreichen. Zwar fand das Buch in der ge­samten völkischen Presse begeisterten Widerhall zwar mußten selbst die neunmalklugen Fachkollegen anerkennen, daß hier ein Werk geschaffen worden war, das ernst genommen zu werden verdiente und das auch die anthropologische Forschung befruchten mußte. Aber die leitenden Stellen des Staates blieben kühl bis ans Herz hinan, sie lebten in dem Wahn, daß alle Menschen gleich seien und Rassen­unterschiede nur von befangenen Menschen mit bös­willigen Vorurteilen behauptet werden können Nur die junge nationalsozialistische Bewegung hatte

die Bedeutung dieser Lehre erkannt. Die Führer Adolf Hitler, Walther Darre, Alfred Ro­senberg bekannten sich zum Rassengedanken und verfochten seine Wichtigkeit gerade für den Daseins­kampf des deutschen Volkes. Als endlich der deutsche Frühling 1933 dem Sehnen der Besten des Volkes Erfüllung brachte, da war auch die Stunde gekom­men, in der die Saat Günthers aufgehen mußte. Nun verkünden die Lenker des Staates, die verant­wortlichen Führer des Volkes, daß die Raffe die Grundlage des Staatslebens fein und bleiben müsse. Die Frage nach der Abstammung spielt nicht nur für den Beamten, sondern auch für den Sied­ler eine Rolle. Die Ausmerzung ungeeigneter Erb- ftämme im Sinne einer vernünftigen deutschen Erb­pflege gehört zu den klar erkannten Aufgaben des neuen Staates.

Nun ist das höchste Ziel, das sich Verfasser und Verleger eines Buches wünschen können, nicht nur Leser und Käufer zu finden, sondern tätige Mit­kämpfer, in schönster Weise in Erfüllung gegan­gen. Heute muß etwas von Rassenkunde verstehen, wer in deutschen Dingen mitreden will, er muß wis­sen, wie sich das deutsche Volk und seine Stämme zusammensetzen, er muß die körperlichen Merk­male und die seelische Eigenart der einzelnen Ras­sen kennen, er muß über die Bedeutung der Rasse im Leben des eigenen Volkes Bescheid wissen, er muß Erfahrung darüber haben, daß die höchsten Kulturleistungen gerade des deutschen Volkes der nordischen Rasse zu verdanken sind, er muß über die Tatsache der Vererbung und die Förderung der Rassenpflege unterrichtet sein, wenn anders er ver­antwortungsbewußt im Staat mitreden und Mit­arbeiten will. Diesen umfangreichen Wissensstoff aus den Gebieten der Menschenkunde, Vorgeschichte, Sprachwissenschaft, Vererbungslehre, Rassenpflege bietet ihm, unterstützt durch 580 Bilder, Günthers Rassenkunde des deutschen Volkes".

Dieses Werk wird ergänzt durch zahlreiche an­dere Bücher des immer schöpferischen Verfassers. Zur Einführung in das Gebiet steht die wohlfeile Ausgabe derMeisten Rassenkunde des deutschen Volkes" (Mark 3, gebd.) mit 200 Abbildungen zur Verfügung.

Durch Günthers Tätigkeit ist die ganze deutsche Anthropologie aus ihrer versteinerten, per rein messenden und beschreibenden Tätigkeit herausgelöst worden. Der neue Staat gründet überall Lehr­stühle, die das wissenschaftliche Rüstzeug für das bieten werden, was er als politische Forderungen erhebt.

blieb das Gut bis 1853. Der Besitzer des Rachbar­gutes Reudeck, Albert von Beneckendorf und Hindenburg, heiratete die einzige Erb­tochter von Langenau und übernahm den schwie» gerväterlichen Besitz. Von seinem Sohn erwarb der preußische Staat im Jahre 1902 Lan­genau als Domäne und vergab über 400 Hektar zu bäuerlichen Siedlungszwecken. Das etwas über 1000 Hektar große Gut Langenau grenzt in breiter Front an R e u de ck. Der preußische Staat hat jetzt dem Herrn Reichspräsidenten den alten Fa­milienbesitz als Eigentum zurückgegeben.

Ehrung des Staatssekretärs $unf.

Trakehnen, 28. August. (WTB.) Staats­sekretär Funk weilte heute zu kurzem Be­such in seiner Heimat Trakehnen. In einem Viererzug des weltbekannten Gestüts traf er in seinem Heimatsort ein und war Gegenstand besonders herzlicher Huldigungen der gesamten Bevölkerung. Die Gemeinde Trakehnen überreichte ihm den Ehrenbür­ge r b r i c f. Der Staatssekretär stattete dann noch dem in der Nähe gelegenen kleinen Ort Danz k eh neu mit seinem Vaterhaus und dem Grab seines Vaters einen kurzen Be­such ab.

Aus aller Well.

Freiwillige Spenden zur Arbeitsbeschaffung.

25 000 Mark wurden als freiwillige Spende für die Förderung der nationalen Arbeit von der Gesamtbelegschaft und der Direktion der Chlorodont-Fabrik Leo-Werke G. m. b. H. ge­zeichnet. Außerdem haben sich die Lco-Werle zur Zahlung von 12 500 Mark für die Adolf Hitler-Spende der Deutschen Wirtschaft ver­pflichtet.

Zuchthaus für Reichsbannerleule.

Das Berliner Schwurgericht verkündete in dem Prozeß gegen die drei Neichsbannerleute Urban, Trojahn und Becker folgendes Urteil: Der Angeklagte Urban wird wegen ge­meinschaftlich versuchten Totschlages in drei Fällen zu 3% Jahren Zuchthaus verurteilt, die Angeklagteu Trojahn und Becker wegen des gleichen Deliktes zu je drei Jahren Zuchthaus. Allen drei Angeklagten werden auf zehn Jahre die bürgerlichen Ehrenrechte abgesprochen. Bei dem Prozeß handelt es sich um einen Zusam­menstoß, der sich am 25. Februar in Falkensee bei Spandau zutrug und bei dem drei SA- Männer von den Angeklagten durch Schüsse schwer verletzt wurden.

Der Mörder eines SA.-Mannes verhaftet.

Der Mörder des am 17. Februar 1932 in Klein-Gagnow erschlagenen SA.-Mannes Walter G o r n a t o w s k i ist in der Person eines Kom­munisten, des 21jährigen Drehers Bernhard Pichon aus Kottbus, ermittelt und festgenvm- men worden. Pichon ist geständig.

Graf Zeppelin" auf der Heimreise.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" hat auf der Heimreise in Sevilla eine Zwischenlandung oorgenommen und vier neue Passagiere an Bord genommen. Darauf setzte das Luftschiff die Fahrt nach Friedrichshafen fort.

Glelfcherdammbcuch in Nordindien.

Der große Shigar-Gletscherdarnm in Nord-Kasch, mir ist von einem Dammbruch heimgesucht worden. Die Fluten drangen durch den Shigar- Fluß in den Indus. Man befürchtet, daß das Hochwasser die Provinz Bombay erreichen und den fruchtbaren Gebieten Nordindiens gefährlich wird. Der Eisdamm ist etwa 150 Meter hoch, der Gletschersee erstreckt sich über 16 Kilometer. Der Dammbruch ist der dritte innerhalb der letzten fünf Jahre.

Drei Mädchen beim Vaden ertrunken.

Wie aus Buchs (Rheintal) gemeldet wird, er­tranken beim Baden im Kiesfang des Sinni- Daches drei Schulmädchen im Alter von 11 bis 14 Jahren. Die Mädchen sind in ein zwei Me­ter tiefes Loch geraten und gingen, da sie des Schwimmens unkundig waren, unter. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche blieben er­folglos.

Lustspiel-Film.

Im neuen Programm des Lichtspiel­hauses erregt ein Lustspiel-Film unter dem TitelDie Unschuld vom Lande" be­trächtliche Heiterkeit, in dem die kleine Lucie Englisch die weibliche Hauptrolle spielt. Wir haben diese Schauspielerin schon früher in kleineren Ausgaben kcnuengelernt,- hier ent­faltet sich ihr naturkindhaft-komischcs Talent in einer jener drastischen Figuren, die eine Zeitlang Henny Portens Stärke waren. Lu­cie Englisch spielt hier die Heldin eines länd­lichen Liebhabertheaters, welche durch eine Verkettung schwankhafter Verwicklungen in die große Stadt und zuletzt geradezu, aller­dings ohne es zu ahnen, aus die Bühne eines richtigen" Theaters gerät, um hier einen unbeabsichtigt stürmischen Publikumserfolg da­vonzutragen. Der Regisseur Carl Boese, in ähnlichen Aufgaben bewährt, hat mit kundiger Hand eine Reihe komischer Situationen an den Mann zu bringen gewußt. Im Ensemble dominiert die ahnungslose und im geeigneten Moment geistesgegenwärtig-mutterwitzige An- nerl der drolligen Lucie Englisch, während Ralph Arthur Roberts und Kurt Vesper­mann ihr mit erprobter Lustspiel-Routine das Stichwort bringen. Im Beiprogramm sieht man außer der Wochenschau ein Film- Kabarett mit einer abwechslungsreich zusam­mengestellten Vortragsfolge.

Hochschulnaclirichten.

Die Ernennung des außerordentlichen Pro­fessors Dr. Werner Catel von der Universi- tätskinderklinik in D e r l i n zum ordentlichen Pro­fessor der Kinderheilkunde der Universität Leip- z i g (als Rachfolger von Professor Dr. B e s s a u) wird zum 1. Oktober d. I. amtlich bestätigt.

Es würben ernannt: Der feitherioe Abteilungs­leiter am Institut für Infektionskrankheiten »Robert Koch" in Berlin, Professor Dr. H. A. Gins, zum Abteilungsdireltor und der Oberafsistent Dr. Josef Fortner zum Abteilungsleiter.

Der Leiter des Instituts für Grenz, und Aus­landsstudien in Berlin.Dr.Max HildebertBöhm, hat einen Ruf auf den Lehrstuhl für Volkstheorie und Dolkstumssoziologie in Jena erhalten.

Zwei neue Extraordinariate für germanische Philologie und für Vorgeschichte werden an der Unioerfität Jena errichtet; über die Besetzung die­ser Lehrstühle wurde noch nicht entschieden.