Gcharfe Absage an Oollfuß und Gtarhemberg Der Salzburger Landesführer aus dem Hcimatfchutz ausgetreten.
Salzburg, 28. Juni. (WTB.) Der Landesführer des Salzburger Heimatschutzes, der frühere Justizminister Dr. H u e b e r, erläßt an seine Heimatschutzkameraden einen Aufruf, in dem er sei« nen Austritt aus dem Verband des Oester- reichischen Heimatschutzes mitteilt. Er erklärt weiter u. a.: „Ich gehörte der Heimwehr seit ihrer Gründung als guter Deutscher und Oe ster- reicher an, in der Ueberzeugung, daß durch diese Wehrbewegung unserem Vaterlande ein Instrument zur Bekämpfung des Marxismus und zur E r - Haltung des Deutschtums, seiner Religion und Kultur geschaffen werden soll. Bis in die jüngste Zeit war eine selbstverständliche Grundlage unserer Bewegung, die eng st e Verbindung mit dem deutschen Gesamtoolk. Die von der Regierung Dollfuß und vom derzeitigen Heimatschutzführer unterstützte Politik muß aber nicht nur zu einer dauernden Entfremdung zwischen Deutschland und Oesterreich führen, sondern bedroht den deutschen Charakter unseres Volkes. Eine solche Politik kann ich für meine Person nicht mitmachen, besonders dann nicht, wenn die Stützung und Finanzierung dieser Politik (Lausanne-Anleihe) durch das nichtdeutsche Ausland erfolgt. Der bisherig^ Abwehrkampf der Regierung gegen gewiß zu verurteilende politische Delikte ent wickelt sich immer mehr zu einem Vernich- tungskampf der Christlich-Sozialen Partei und volksfremder Elemente gegen den völkischen Gedanken in Oesterreich. Dieser Kampf muß innerpolitisch Oesterreich dem Marxismus in die Arme treiben, außenpolitisch aber Kombinationen fördern, die Oesterreich nur ablehnen kann.
Amerika und die Abrüstung.
Norman Davis berichtet Roosevelt.
7! e ü y o r k. 29. Juni. (1DIB. Juntfprud).) Reuter. An Bord der Jacht „Amberjack". die durch Rebel auf der Rebelhöhe von Roque Island (Maine) avsgehalten wird, hat der amerikanische Delegierte für Europa, Rorman Davis, dem Präsidenten Roosevelt Bericht erstattet. Rorman Davis soll dem Präsidenten erklärt haben, in der öffentlichen Meinung in Europa mache sich eine immer stärker werdendeBewegung zugun st en der Abrüstung bemerkbar. Die künftige Entwicklung werde erheblich von der Stabilität der deutschen Regierung abhängen. Präsident Roosevelt habe seinerseits betont, daß amerikanische Zusagen für eine gemeinsame Beratung im Falle einer politischen Krise ein abgerüste- tes Europa zur Voraussetzung hätten. Er habe Rorman Davis beauftragt, binnen einer Woche nach Europa zurückzukehren und seine Bemühungen um Frieden und Abrüstung entsprechend dem jüngsten Aufruf des Präsidenten fortzusehen.
Eine Versailles-Kundgebung der Berliner Giudentenschast.
Berlin, 28. Juni. (TA.) Wie alljährlich am 28. Juni so veranstaltete auch diesmal die Studentenschaft der Berliner Hochschulen eine große Kundgebung gegen das Diktat vonVersailles. Tausende von Studenten in Braunhemd oder mit Blühen, die Fahnenabordnungen in vollem Wichs, Hitlerjugend und viele Mitglieder der RS.-Jugend, Betriebszellen aus den Berliner Betrieben hatten sich zu der vom Kreis X des RS.-Deutschen Studentenbundes und vom Kreis Brandenburg-Pommern der Deutschen Studentenschaft veranstalteten Kundgebung auf dem Opernplah gegenüber der Universität eingefunden.
Der Bertreter des Kreises Brandenburg- Pommern der Deutschen Studentenschaft, D e l - Hahr, gab zunächst eine Erklärung ab, die auf den Kundgebungen der Studentenschaft in allen Orten Deutschlands zur Verlesung gekommen ist. Es heißt darin u. a., daß am heutigen Tage in Sofia eine große Kundgebung der Studentenschaft Groß-Deutschlands, Albaniens, Bulgariens, Kroatiens, Mazedoniens, der Ukraine und Angarns stattgefunden habe, auf der eine „in ter nationale studentische Liga für die Beuge st altung Europas" gegründet worden sei, deren Aufgabe die Bekämpfung der Friedensdiktate sei. Die Liga fordere die Staatsgrenzen den Dolksgrenzen entsprechend und daß diejenigen Minderheiten, die aus geographischen oder wirtschaftlichen Gründen mit ihrem Volk nicht vereinigt werden können, international garantierte Rechte erhalten mühten.
Der Kreisführer der BSD AP., Hip.pl er, erinnerte vor allem an den Kampf des ehemaligen preußischen Innenministers S e v e r i n g gegen die Protestkundgebung der deutschen Studenten am Tage von Versailles- Dieser Kampf des Systems habe seine tieferen Ursachen gehabt. Der 9. November und der 28. Juni beruhten beide auf der Kriegsschuldlüge. Wenn daher von den Studenten gegen den 28. Juni gekämpft worden sei, so habe sich der Rovember- staat mit Recht getroffen gefühlt. Im Anschluß sprachen noch der Bannführer der Hitlerjugend, Jahn, und der Gauführer der nationalsozialistischen Jugendbetriebszellen, A x m a n n.
Deutsche Studenten
an den Gräbern von Langemarck.
Brüssel, 28. Juni. (ERB ) Am Tage von Versailles haben deutsche Studenten, Teilnehmer an der zweiten Flandernfahrt der Deutschen StuÄentenschast, der 10000 Gefallenen auf dem Friedhof von Lange- mar ck gedacht. Etwa 50 Vertreter verschiedener akademischer Verbände, Regiments- und Frontkämpfervereinigungen vereinigten sich heute nachmittag in der Gedenkhalle der Grabstätte. Hans Henning Frhr. v. Grote ries die Novembertage 1914 wach, in denen die Regimenter an dieser Stelle unter dem Gesang des Deutschlandliedes in den Tod stürmten. Die erschütternde Schilderung dieses Augenblicks in dem Buche des Reichskanzlers Adolf Hitler „Mein Kampf", wurde wieder wach. Gesandtschaftsrat Dr. B r ä u m e r von der deutschen Gesandtschaft in Brüssel sprach den Wunsch aus,
Lustfahrt tut not!
Sine Preisaufgabe des Gießener Anzeigers zur Werbewoche des Deutschen Lustfahrtverbandes.
In diesen Tagen der Luftfahrt-Werbewoche, m der in unserem Vaterlande dem in die Zukunft weisenden Flugsport neue Freunde gewonnen werden sollen, darf inmitten der vielerlei Veranstaltungen eine Preisaufgabe nicht fehlen. Der „Gießener Anzeiger" will damit neben den zahlreichen werbenden Aufsätzen über Flugwesen und Flugsport weiter dazu beitragen, die Sache der deutschen Luftfahrt nach besten Kräften zu unterstützen.
Unser Flughafen ist von der Stadt Gießen nicht mehr zu trennen. Der Flughafen und die kleine Schar der wagemutigen Motorflieger, die vielen Segelflieger und die leider noch beschränkte Zahl ihrer Förderer sind aus unserem Gemeinwesen nicht mehr fortzudenken. Ja, das Lied der Motoren, das im Lauftraum über der Stadt fast täglich erklingt, möchte man nicht mehr missen. Es ist wohl auch kaum jemand, der nicht einige Aufmerksamkeit übrig hätte für die Segelflieger, die im Schlepptau der Motorflugzeuge über uns ihre Kreise ziehen. So soll die Preisaufgabe des „Gießener Anzeigers" zu einem guten Teil auch dem Gießener Flughafen und seinen Fliegern gewidmet sein. All denen, die nur ein wenig Interesse für den Flugsport haben (und wer hätte das nicht?), wird es nicht schwer fallen, auf unsere zehn Fragen die rechten Antworten zu finden.
Als Preise sind — das soll ein weiterer Ansporn sein — drei Freiflüge gestiftet. Außerdem winken neun weitere wertvolle Preise. Wer ohne jedes Geldopfer die Chance haben will, einmal das Erlebnis des Fliegens kennenzulernen, wird also nicht verfehlen, sich an dieser Preisaufgabe zu beteiligen. Die Fliegerei soll eine Sache des ganzen deutschen Volkes, insbesondere aber der Jugend werden. Alles, was der Fliegerei dient, muß unser aller Interesse finden, denn die deutsche Fliegerei ist deutsche Zukunft.
Die Fragen:
1. An welchem Tage besuchte Reichsstatthalter Sprenger zum erstenmal den Gießener Flughafen?
2. In welchem Jahre und in welchem Monat wurde der Flughafen Gießen eröffnet?
3. wer ist der bekannteste Gießener Motor- flieget?
4. wer ist der bekannteste Gießener Segel- flieget?
5. Wann und wo wat in Gießen der erste Flugtag nach dem Kriege?
6. welche Länge hat die Rollbahn auf dem Flughafen?
7. welches ist die größte deutsche Landverkehrsmaschine?
8. wer war der erfolgreichste deutsche Kriegs- Jagdslieger?
9. welcher deutsche Flieger umflog im vorigen Jahre die Erde auf einem Gcönlandwal?
10. Welcher nationalsozialistische Führer war der Kommandeur des Richthofen-Geschwaders?
Die Bedingungen:
Teilnahmeberechtigt an der Preisaufgabe ist jeder Bezieher des „Gießener An- zeigers" mit Ausnahme des Personals des „G. A." und aller Angehörigen des Flughafens. Die Lösungen müssen mit der besonderen Aufschrift „Preisaufgabe" versehen, bis zum Samstag, 1. Juli, 14 Uhr, im Besitze der. Redaktion des „Gießener Anzeigers", Gießen, Schulstraße 7, sein. Die letzte Bezugsquittung ist beizufügen. Treffen mehr richtige Lösungen ein, als Preise vorhanden lind, so entscheidet das Los. Die Teilnehmer an dieser Preisaufgabe erkennen die Entscheidung der Redaktion unter Ausschluß des Rechtsweges als verbindlich an. Die Preisträger werden am Sonntag, 2. Juli, 17 Uhr, während des Flugtages auf dem Flugplatz bekanntgegeben. Gleichzeitig gelangen d i e F r e i f I ü g e an die ersten drei Preisträger zur Verteilung, soweit die Preisträger anwesend sind. Spätere Flüge bestimmt die Flugleitung. Das Gesamtergebnis der Preisaufgabe, wie auch die Namen der Preisträger werden am Montag, 3. Juli, im„GießenerAn- zeiget" veröffentlicht.
Fördert und schützt die deutsche Luftfahrt!
Ihrer Erstattung dient wie allem vaterländischen Streben euer Heimatblatt, der Gießener Anzeiger.
die alljährliche Flandernfahrt nach dem Kriegsfried- hof von Langemarck möge immer mehr z u einer deutschen Wallfahrt werden.
Oie Eingliederung -erIugend
Berlin, 28. Juni. Die Pressestelle der Reichs- jugendfühtung teilt mit: Folgende Jugendver- bände haben sich a u s g e l ö st und Anweisung gegeben, ihre Mitglieder in die Hitlerjugend zu überführen: Nerother Bund, Waldpfadfinder, Jugendgruppen der Deutschen Falkenschaft (Schirmherr Wilhelm Kotzde), Wandervogel Deutscher Bund. Ebenso hat sich das Autonome Deutsche Koloniale Jugendkorps (Hauptmann Schmidt) aufgelöst. Der Korpschef hat den liebertritt der einzelnen Mitglieder in die Hitlerjugend angeordnet. Der Bund Deutscher Pfabfinderinnen EV., der schon seit längerer Zeit auf dem Boden der nationalsozialistischen Weltanschauung steht, hat sich auf Anordnung der Bundesfüyrerin Käthe Gerling aufgelöst. Die Mitglieder des Bundes Deutscher Pfadsinderinnen werden einzeln in den Bund Deutscher Mädel in der Hitlerjugend überführt. Die Kyfs Häuser-Jugend überführt alle ihre Mitglieder unter 18 Jahren ebenfalls in die Hitlerjugend. In der Zeit vom 30. Juni bis 4. Juli wird in Potsdam das letzte Treffen der Mitglieder des Kyffhäuferjugendbundes unter 18 Jahren stattfinden.
Der ständische Ausbau der deutschen Zuristenschast.
München, 28. Juni. (WTD.) Der Reichsleiter der Rechtsabteilung der RSDAP. Dr. Frank erläßt eine Bekanntmachung, in der darauf hingewiesen wird, daß die einzig zuständige Stelle für die Gesamtfragen des Ausbaues der ständischen Organisation der deutschen Juristen ohne Rücksicht auf die bisherige Partei- und Vereinszugehörigkeit, ausschließlich d i e R e ich s lei t un g s-Re ch t s a b teilu n g der RSDAP. ist, welche die mit der ständischen Organisation zusammenhängenden Fragen und Dienstgeschäste der Reichsführung des Rationalsozialistischen Deutschen Juristenbundes übertragen hat.
Alle parteiamtlichen Anordnungen über den ständischen Ausbau für die Juristenschaft werden ausschließlich von dem Reichsleiter Dr. Frank in stetem Einvernehmen mit dem Führer erlassen.
Aus der NSDAP. ausgeschlossen.
Berlin, 29. Juni. (WTB. Funkspruch.) Wie die Pressestelle der RSDAP. mitteilt, haben die ehemaligen Parteigenossen Hauptmann a. D. v o n Marwitz, Hauptmann a. D. C o r d e m a n n, Hauptmann a. D. Wolf und Hauptmann a. D. Dr. Zucker, sämtlich in Berlin, durch telegraphische und telephonische Einwirkung über Gauleiter, Handelskammern usw. versucht, dem Führer die Freiheit notwendiger Entschlie- hungenzu rauben. Sie sind auf Anordnung des Führers sofort ihrer Aemter enthoben und aus der Partei ausgeschlossen worden. Auf Befehl des Reichskanzlers wurden sie in Haft genommen und i n ein Konzentrationslager einge- liefert.
Danziger Staatsbesuch in Warschau.
Danzig, 28. Juni. (TU.) Im Zusammenhang mit der Amtsübernahme des neuen Senats in Danzig hat der neugewählte Präsident des Senats, Dr. R a u s ch n i n g, und auch der stellvertretende Präsident des Senats Greiser den Wunsch geäußert, einen offiziellen Besuch in Warschau abzustatken. Im Einvernehmen zwischen der polnischen Regierung und dem Senat der Freien Stadt ist der Besuch auf den
3. Juli festgesetzt worden. Es ist in Aussicht genommen, gelegentlich dieses Besuches sich über die Möglichkeit der Aufnahme direkter Verhandlungen über bestehende Meinungsverschiedenheiten zu verständigen.
Kleine politische Nachrichten.
Wie die Reichspressestelle der RSDAP. mitteilt. wurde durch Kabinettsbeschluß bestimmt, daß der Stellvertreter des Führers der RSDAP., Rudolf Heß, künftig an den Kabinettsitzungen und Ministerraten der Reichsregierung t e i I n i m m t.
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Die Reichsführung der D e u t s ch e n Staatspartei erläßt folgende Erklärung: Die Deutsche Staatspartei wird hiermit aufgelöst.
Der bisherige Führer des DHV. Mil - tzow ist — wie wir hören — von feinem Posten zurückgetrelen. Mit der Leitung des DHV. ist fein bisheriger Vertreter von der Heydt betraut worden.
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Der Reichsorganifationsleiter des KfdK., Staatskommissar Hinkel, hat den Präsidenten der Deutschen Dichterakademie Hanns Johst mit der Reichsfachleitung der Gruppe Schrifttum im Kampfbund für deutsche Kultur beauftragt.
Aus Gründen der Vereinheitlichung der Führung des Reichslandbundes wird beim Reichs- bauernführer Walter Darrs ein aus dreizehn Referaten bestehendes Stabsamt errichtet, dessen Leitung der Stabsleiter im Amt für Agrarpolitik Dr. Hermann R e i s ch l e ^übernimmt.
Weitere sechs Justizbeamtenver- bände haben ihre Auflösung beschlossen, und zwar der Bund der oberen Justizbeamten und Anwärter, der Verband der Strafvollzugsbeamtinnen, der Verband der preußischen Gerichtsvollzieher, der Verband der preußischen Justizfekre- täre, die Vereinigung der Amtsgerichiskalkulato- ren und der Reichsverband der Justizoberbeamten und deren Anwärter. Ihre Mitglieder haben ihren Beitritt zur Fachgruppe Justiz im Deutschen Deamtenbund, welche in Zukunft die Aufgabe dieser Verbände lösen wird, erklärt.
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Der frühere deutschnationale Landtags- und Reichstagsabgeordnete Dr. Eduard (Stabiler, der inzwischen der RSDAP. beigetreten ist, wird, wie verlautet, vom 1. Juli ab an maßgebender Stelle als politischer Leiter der illl- steinschen Zeitungsbetriebe tätig sein.
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Der Intendant der Rvrddeutschen R u n d fu n k - G. m. b. H. Hans Boden st edt ist heute auf eigenen Wunsch von seinen Geschäften entbunden worden. Bis zur Wiederbesetzung des Jntendantenpostens wird der Direktor des Rordfunks Gustav G r u p e die Ge- famtleitung der Gesellschaft übernehmen.
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Ster Führer der holländischen Delegation auf der Weltwirtschaf tskonf erenz, Ministerpräsident Co- l i j n. erklärte, daß Holland keineswegs beabsichtige, d i e G o l d w ä h r un g auf* zugeben. Alle gegenteiligen Gerüchte entbehren jeglicher Grundlage.
Aus aller Welt.
Dellkraflkonferenz in Stockholm.
Stockholm trafen, von Kopenhagen kommend, die Teilnehmer an der W e l t k r a f t k o n f e r e n z und dem Talsperrenkongreß in Sonderzügen ein. Im Stockholmer KonzerthauS fand die Eröffnung
der Weltkraftkonferenz statt. Rach einer mufika- lifchen Einleitung hielt der schwedische Kronprinz die Begrüßungsansprache und wies einleitend auf die außerordentliche Bedeutung der Kraftprobleme, insbesondere in bezug auf die Kraftversorgung des Transportwesens hin. Aus ungefähr 40 Ländern waren 800 Teilnehmer erschienen. Der Vorsitzende der schwedischen Ingenieur-Akademie und Präsident des Kongresses, Kommerzienrat E n st r ö m , gab einen Lleberblick über das technische Arbeitsprogramm. Anschließend ergriff der Ehrenpräsident des Weltkraft* kongrefscs, Exzellenz Oskar von Miller, das Wort. Für seine Ausführungen erntete er den herzlichen Beifall der Versammlung. Dann sprachen der Engländer D u n l o p und der Franzose Mercier, der auch den Talsperrenkongreß eröffnete.
Ein neues Haus dec Aerzleschaft in Berlin.
Das Grundstück Linden st raße 42 in Berlin ist von den ärztlichen Spitzenverbänden, dem Verband der Aerzleschaft Deutschlands (Harimannbund) in Leipzig und dem Deutschen Aerzleoereinsbund in Potsdam gemeinsam a n g e k a u s l worden und soll nach entsprechendem Umbau alleGeschästs- und Verwaltungs st eilen des Aerzte- ft a n b e s beherbergen. Die beiden ärztlichen Spitzenorganisationen werden am 1. Januar 1934 ihren Wohnsitz nach Berlin verlegen. In dem neuen Hause werden ferner unlergebracht das Aufklärungsamt für B e v ö l k e r u n g s- Politik und Rassenpflege, die Presse- st e l l e und der Verlag der Deutschen Aerzte- schast, die Schrislleilungen des „Deutschen Aerzteblaltes" und der Zeitschrift „Neues Volk", sowie der Korrespondenz für Volksaufklärung und Rassen pflege. Mit der Ausarbeitung der Umbaupläne ist Professor Troost - München, der Erbauer des Braunen Hauses, beauftragt worden.
Vollstreckung eines Todesurteils.
Rachdem der preußische Ministerpräsident beschlossen hat, von dem Rechte der Begnadigung keinen Gebrauch zu machen, sondern der Gerechtigkeit freien Lauf zu lassen, ist, wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, das Todesurteil gegen den Besihersohn Walter B u ch h ol z in Allenstein vollstreckt worden. Buchholz war durch Urteil des Schwurgerichts in Allenstein vorn 8. April v. I. wegen des in Lindenberg (Kreis Osterode) an seinem Vater begangenen Mordes zum Tode verurteilt worden.
Reber 300 Todesopfer beim Erdbeben auf Sumatra.
Rach den aus Palembang (Sumatra) in Amsterdam eingegangenen Meldungen ist die Zahl der Todesopfer des Erdbebens, von dem Südwest-Sumatra heimgesucht wurde, weil größer, als ursprünglich angenommen. Allein im Ranau- Gebiel sind 1 0 4 Tote und 72 Schwerverletzte gezählt worden. Ferner sind in Süd-Benkoelen 206 Menschen ums Leben gekommen und 19 schwer verletzt worden. Damit ergibt sich eine Gesamtzahl von 3 1 0 Toten und 91 Verwundeten. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß auch diese Zahlen noch nicht endgültig sind.
Elf ungarische Bergleute im Schacht eingefchlossen.
In den Solymarer Bergwerken der Kohlenbergbau AG. Budapest ist ein wegen Uebevschwemmung außer Betrieb gefetzter Schacht einge stürzt, wodurch die Zugänge des benachbarten Schachtes verschüttet wurden. Elf Bergleute, die in diesem Schacht arbeiteten, sind von der Außenwelt abgesperrt. Die Rettungsarbeiten sind im Gange.
Ministerpräsident Dr. Werner Vorsitzender des Odenwaldklubs.
Neckarsteinach, 25. Juni. (WSN.) Der Odenwaldklub hielt heute hier seine 51. Hauptversammlung ab, zu der aus Hessen, Baden und Bayern etwa 3000 Mitglieder und Vertreter gekommen waren. Die Tagung stand unter der Leitung von R h e i n d l - Mosbach, der zunächst die Ehrengäste und die Vertreter der Reichs- und Staatsbehörden herzlich begrüßte. Unter den Ehrengästen befand sich auch der 80jährige Odenwalddichter Adam Carri l l o n. Die Reichsstatthalter in Hessen und Württemberg, der hessische Ministerpräsident und der frühere hessische Großherzog hatten Begrüßungsielegramme gesandt. Die geschäftlichen Punkte der Tagesordnung wurden rasch genehmigt. Der Vorsitzende teilte darauf mit, daß Ministerpräsident Dr. Werner das Amt des ersten Dorsitzenden übernommen habe. Diese Mitteilung wurde mit Begeisterung begrüßt. Zweiter Vorsitzender wurde der Versammlungsleiter R h e i n d l - Mosbach, Schatzmeister Rühl- Darmstadt. Im übrigen blieb es bei der bisherigen Aemlerbesetzung. Dem seitherigen langjährigen Vorsitzenden Oberbürgermeister Mueller - Darmstadt wurde für seine langjährige verdienstvolle Arbeit herzlicher Dank ausgesprochen.
Schweres Autounglück bei Guntersblum.
WSR. Mainz, 28. Juni. Gestern kurz nach 19 Tlhr ereignete sich auf der Straße zwischen Dienheim und Guntersblum ein schweres Autounglück. Ein Möbellransporlwagen, der von einem Traktor gezogen wurde, stieß mit einem entgegenkommenden Personenauto, in dem sich ein Ehepaar aus Ludwigshafen und der Bruder der Frau befand, zusammen. Der Oberteil des Personenwagens wurde vollständig weggerissen und die drei Insassen bewußtlos auf die Straße geschleudert. Sanitäter und Polizei waren bald zur Stelle. Ein von Osthofen kommendes Polizeiauto überführte die Schwerverletzten ins Mainzer Krankenhaus. Die Frau starb bereits auf dem Transport ins Krankenhaus, während der Bruder der Frau heute vormittag feinen schweren Verletzungen erlag.
Erneute Demonstrationen in Mainz.
Mainz, 28. Juni. (WSR.) Gestern kam es in den späten Rachlstunden an einigen Stellen der Stadt zu erneuten Demonstrationen gegen verschiedene Personen. Die Menschenansammlungen veranlaßten die Polizei in mehreren Fällen zur Schutzhaft zu schreiten. Erst in den frühen Morgenstunden zeigten die Straßen wieder ein ruhiges Bild. In der Bahnhofstraße hielt der Standartenführer Hügel eine kurze Ansprache an die Bevölkerung, in der er sie aufforderte, dem Führer die Arbeit nicht unnötig zu erschweren. Wer anständig sei, gehe nach Hause. Die Mahnung wurde von dem größten Teil der Anwesenden auch befolgt.


