Ausgabe 
29.6.1933 Erstes Blatt
 
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Aus der Provinzialhaupisiadi.

,Fahrt ins Staue**.

Zu dieserFahrt ins Blaue", an die ich denke, gehört nicht etwa das Geratter eines Zuges, der uns irgendwohin trägt, oder das Staub aufwir­belnde Bollen eines anderen .Wanderers" durch die Landschaft nein: zu dieser Fahrt gehören nur wir allein mit der Sehnsucht, den Alltag von uns abzustreifen, einen Flug der Gedanken zu wagen in eine ander« Welt, die wir allein uns aufbauen können.

Wenn wir des Abend- müde von der Arbeit heimkehren, dann sind wir erfüllt von dem Wunsch auszuruhen. ilnb darum gehen wir nach der kur­zen Abendmahlzeit schnell hinüber zu dem bunten Sessel am Fenster und zünden uns eine Zigarette an. DaS waren die .Reisevorbereitungen". Uni) jetzt beginnt die .Fahrt".

Unwillkürlich schauen wir den eigenartigen blauen (Ringeln nach, die von dem brennenden Etwas in unserer Hand hinauf zur Decke steigen. Und dabei lösen wir uns unbewußt von allem ab, was uns b s dahin begleitete. Wir wandern aus den geschwungenen Linien, die uns vorge- Keichnct sind, aufwärts und schweben irgendwo in ein Traumlond, das aus phantastischen Ge­bilden und beschwingten Wesen besteht. Unsere Gedanken formen aus den Ringen, die sich, je weiter sie fliegen, immer mehr auflösen, bekannte Bilder: Berge, die wir einmal bestiegen haben, Weilcn b:e uns an heißen Sommertagen trugen, vielleicht auch Menschen, die uns lieb sind . .. Tausenüiach sind die Wege, die uns durch das blaue Land" führen und tausendfach die Er­lebnisse, die in uns erklingen. Und aus immer größeren Tiefen holt der Ruf der Erinnerung Dergangenheitswerte herauf, die in den zarten Rauchfahnen wie ein Gleichnis an uns vorüber- -ichen. Ein Bild reiht sich an das andere, und allmählich, wenn der Rauch dichter wird, ver­schmelzen sie ineinander, nehmen neue Gestalt an und verschwinden endlich ganz---

Wir wachen auf, ganz plötzlich. Denn ein brennender Schmerz an der Hand ruft uns in die Wirklichkeit zurück. Die Zigarette ist nur noch ein kleiner glimmender Stummel zwischen den Fingern. Wir müssen sie fortlegen. Unsere Reise" hat ein jähes Ende gefunden. Aber bnd ist nun einmal das Schicksal jeder Fahrt, die insBlaue" führt. Em.

GießenerReichöwehr auf demTruppen- übungsploh Altengrabow.

Das hiesige Reichswehr-Bataillon verläßt in diesen Tagen unsere Stadt, um an einer größeren Ucbung im Regimentsverband auf dem Truppen- Übungsplatz Altengrabow bei Magdeburg teilzu­nehmen. Die Maschinengewehr-Kompanie ver­läßt bereits am Dienstag, 4. Juli, die Garnison, während die anderen drei Kompanien am Mon­tag, 10 Juli, mit dem gesamten Material folgen werden. Das Bataillon wird etwa drei Wochen auf dem Truppenübungsplatz sein und am Sams­tag, 29. Juli, nach Gießen zurückkehren.

Werbeversammlung der Frauengruppe des VOA. Gießen.

Für den Dienstagabend hatte die Frauen­gruppe des BDA. ihre Mitglieder und Freunde zu einer Mitglieder- und Werbeversammlung in den Saal des GasthausesHindenburg" ein­geladen. Die Teranstaltung wurde mit einem Borspruch und einem Gedichtvortrag, beide von Frl. Schultze gesprochen, eingeleitet. Frau Professor Eger, die Führerin der Frauen­gruppe Gießen des BDA. begrüßte die Ber- sammlung. Sie führte aus, daß es heute Pflicht einer jeden deutsch denkenden Frau sei, Mit­glied des BDA. zu werden. Alsdann berichtete sie als Teilnehmerin an der Passauer Pfingst- tagung des BDA. über Geschehnisse und Ein­drücke von der Tagung, die der BDA.-Eache in Dr. Steinacher einen neuen Führer und auch den neuen HamenBolksbund" gebracht habe. Heute sei die Zusammenfassung aller Kräfte nötig, um die Auhenposten des Deutschtums nicht zu verlieren. Aus 18 Staaten wären Frauen und Mütter nach Passau gekommen, die von schweren Kämpfen, die sie für ihr Deutschtum z>l bestehen hätten, berichteten. Bon ehemals mehreren hundert deutschen Auslandsschulen könnten sich heute nur noch 50 behaupten, in Litauen bestünden nur noch drei Schulen. Schon die Kindergärten seien zu erhalten und zu schützen, damit schon die Erziehung der jüngsten deutschen Jugend gewährleistet sei. Die Rednerin sprach dann über den glänzenden Berlauf der Tagung, über das einmütige Bekenntnis des BDA. zum I neuen Deutschland und seinen Führern, über den I gemeinsamen Gottesdienst der beiden Konfes­sionen. über die große Kundgebung zur deutschen Einheit und über die Gedenkfeier für die Ge­fallenen des Grenzkampfes. Anschließend zeigte die Vortragende in prachtvollen Bildern die alte Bischofsstadt Passau.

Im zweiten Teil des Abends schilderte Dr. R e u s ch (Gießen), der Dertrauensmann der hie- I

fiaen Studentengruppe des BDA., an Hand guter Lichtbilder den Festzug der 10 000 Teilnehmer und zeigte dann in längerem Bortrag neue Wege und Richtlinien, die nach dem Durchbruch der nationa- len Revolution von dem Volksbund zu gehen sind. Er siihrte u. a. aus, daß die nationale Revolution infolge des Schandvertrags von Dersailles an un- feren Grenzen halt machen muffe. Der neue natio­nalsozialistische Staat unterstütze die Bestrebungen

Volksbundes. Der BDA. müßte über die Grenzen hinaus ausklärend wirken über die Ge­schehnisse in Deutschland, er müßte jenseits der Grenzen Aufllärung darüber geben, warum wir öte nationale Revolution hätten machen müssen. So Ware es infolge der Zustande in Oesterreich nur ettoa 300 bis 400 Deutschösterreichern möglich gc- wesen, an der Tagung teilzunehmen. Es müßten letzt alle Kräfte im Land für das neue Deutsch­land eingesetzt werden, an der Reichsgrenze dürfe es aber kein Halt geben. Die Grenzen innerhalb unseres Reiches seien gefallen, wir seien wieder ^u Bolk geworden, die Verbindung mit den Volks­deutschen über die Grenzen hinaus festzuknüpfen, hohe Aufgabe des Volksbundes. Zum Schluß forderte der Redner dazu auf, die Jugend 8U gewinnen für die hohen Aufgaben, die dem deutschen Volk diesseits und jenseits der Grenzen obliegen. Starker Beifall lohnte die Ausführung gen der beiden Bortragenden. Der Erlös einer vorgenommenen Vüchsensammlung soll dem Kin­dergarten in Rordschleswig zugute kommen.

Oie Mehrleistungen in der Ver« sorgung der Kriegsbeschädigten.

(Eine Klarstellung der Ansprüche.

Gegenüber mißverständlichen Veröffentlichungen über den dritten Erlaß des Reichsarbeitsministers über weitere Mehrleistungen in der Reichsverfor- ßung vom 19. Mai 1933 wird von zuständiger Seite Darauf hingewiesen, daß auch bei Verwundungs­folgen für eine Rente Voraussetzung ist, daß die hervorgerufene Minderung der Erwerbs- fähigkeitmindeltens 2 5 o. ch. beträgt, roas durch ein dem Anträge beizufügendes ärzt»

Zeugnis glaubhaft gemacht werden muß.

Für die Fälle, in denen früher eine Rente von 10 oder 20 v. Sj. weggesallen oder in denen sonst entschieden worden ist, daß die Minderung der Er­werbsfähigkeit unter 25 v.H. beträgt, hat der Er- laß auch beim Dorliegen von Derwundungsfolgen über den Fall einer Verschlimmerung hinaus keine neue Antrag s m öglichkeiten er­öffnet.

Für alle Beschädigten, die nicht auf Verwundung beruhende Leiden als Folge von Dienstbeschädigung gellend machen wollen, ist es bei den bisherigen Bestimmungen verblieben. Sie können also, wenn sie am 31. Juli 1930 keine Rente bezogen haben und jetzt noch Ackkrag stellen, Rente nur erhalten, wenn ein Bedürfnis oorliegt. Außerdem muß bei ihnen die Minderung der Erwerbsfähigkeit durch Dienstbeschädigungsfolgen mindestens 50 o. S). be­tragen; nur wenn das geltend gemachte Leiden vor dem 31. Juli 1930 (Stichtag) bereits von einer Dersorgungsbchör^e als Folge von Dienstbeschädi­gung anerkannt war, genügt eine Minderung der Erwerbsfähigkeit um 25 v. H.

Die Versorgungsämter Haden Weisung erhalten, alle Anträge, die auf einer Verkennung der Rechts läge beruhen und keine Aussicht auf Erfolg habe», den Antragstellern kurzer Hand zurückzugeben.

45. Stiftungsfest

des Schlachtervereins ^Brüderschaft**.

Am Sonntag feierte der hiesige Schlachter­vereinBrüderschaft" (Ortsgruppe im Deutschen Fleischergesellenbund) sein 45. Stiftungsfest. Gleichzeitig war damit eine Tagung des Zweig­bundesSüddcutschland" im Deutschen Fleischer­gesellenbund verbunden.

Bei der am Rachmittag im Restaurant Faul­st i ch abgehaltenen Tagung des Zweigbundes Süddcutschland" begrüßte A. Politz, Gießen, die Erschienenen im Rainen der hiesigen Orts­gruppe. Die Leitung der Tagung lag in Händen des Zwcigbundesvorsihenden W. Schultheiß, Offenbach. Herr Dahinten, Frankfurt a. M., berichtete sodann über die letzte Tagung in Frankfurt a. M.» während Dezirksleiter A. Heyne, Frankfurt a.M., den Geschäftsbericht erstattete. Anschließend hieran referierte L. Ku­rv s z i k, Marburg, überDie Heranbildung des Äachwuchses im Fleischergewerbe". Der Red­ner führte etwa folgendes aus: Aus der Not der Zeit seien zwangsläufig für den Rachwuchs im Fleischergewerbe große Aufgaben erwachsen. Die gesteigerten Bedürfnisse des Publikums mach­ten es notwendig, daß der junge Fleischer, so­wohl als Lehrling wie auch als Geselle, seine praktischen Kenntnisse zur Höchstleistung steigere. Der Bund arbeite in weitgehendem Maße an der praktischen und theoretischen Weiterbildung seiner Mitglieder.

Hierauf wies Bundesvorsitzender O. Drednow, Berlin, in einer Ansprache auf die große Ver­gangenheit des Bundes hin und erinnerte daran,

daß der Grundstein für den Zusammenschluß des Bundes vor 25 Jahren in Gießen gelegt worden sei. Er gedachte dabei des früheren Jnnungs- obermcistcrs Ernst Ludwig Sack. Er kam dann auf die nationale Erhebung zu sprechen und gab davon Kenntnis, daß auch der Deutsche Fleischerbund in die nationale Arbeitsfront ein­gereiht worden fei.

Bei der Wahl des Borstandes wurde als Führer des Zweigbundes K. Zufall, Kassel, gewählt. Als Mitglieder de- Führerstabes wur­den bestimmt Richter, Frankfurt a. M.; Ka­ro s z i k, Marburg a. d. L.; Schmucker, Bad Homburg v. d H.: und Schult ei h, Offenbach. __ 2lm Abend land im Saale des Ease Leib eine Festveranstaltung des hiesigen Schlachtervereins statt. Dem Fahneneinmarsch, den musikalischen Darbietungen der Kapelle Weller und dem Borspruch (Frl. Anni Rohl) folgte die 3e- grüßungSansprache deS Ortsgruppenvorfitzenden P o 1 i tz.

Die Festansprache hielt der BundeSvvrsitzende O. Brednow, Berlin, der auf die Jahrhun­derte bestehende Tradition der Fleischergehilfcn- Organisation hinwieS und betonte, daß cs not- toenbig sei, eine solche Tradition, die ein Stück Geschichte darstelle, zu erhalten. SeinHoch" galt dem deutschen Vaterland. Rach dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes übermittelte Ober­meister P i r r die Glückwünsche der hiesigen Meh- gerinnung und wies auf das gute Einvernehmen zwischen Innung und Gehilfenorganisation hin. Weitere Glückwünsche übermittelten die Orts­gruppen Kassel, Homburg v. d. H.. Frankfurt am Main, Offenbach a. M., Marburg a. d. Lahn und für die nicht vertretenen Ortsgruppen DezirkS- leiter Heyne (Frankfurt a. M). Sämtliche Red­ner überreichten Geschenke für den fcstgcbenden Derein; der Borfitzende der hiesigen Ortsgruppe P o! i tz . sowie Schriftführer B e r n st e i n wur­den mit der Ehrennadel des Bunde« ausgezeich­net. Ein Ball beschloß den Abend.

Gicszcncr Ll?ochenmc-.rLtpreise.

Gießen, 29. Juni. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Landbutter 120 Pfennig, Kochbuttcr 100, Matte 25. Wirsing (grün) 12, Weißkraut 12, Spinat 12 bis 15. Römischkohl 10. Dohnen (grün) 25, Spargel 20 bis 45. Tomaten 45. Erbsen 18 bis 20. Mischgemüse 10. Zwiebeln 12, Kartoffeln (alte) 3 lproZtr.2,50 bis 3Mk.) (neue) 10, Rhabarber 8 bis 10, Heidelbeeren 25 bis 35, Kirschen 20 bis 25, Erdbeeren 35 bis 40 Stachelbeeren 15, junge Hähne 90 bis 100 Suppenhühner 70 bis 80 Pfennig pro Pfund: Tauben 50 bis 60, Eier (inl.) 8.5. Käse 4 bis 10, Blumenkohl 10 bis 60, Salatgurken 30 bis 45, Einmachgurken 7 bis 8, Oberkohlrabi 5 bis 10 Salat 3 bis 10, Rettich 5 bis 12 Pf. pro Stück: Rüben (gelbe) 10, (tote) 10, Radieschen 5 bis 10 Pfennig pro Bund.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Deutsche Luftfahrt Werbewoche: 18 Uhr, Platzkon­zert auf dem Hindenburg-Wall. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:SA.-Mann Brand".

** Gießener Äünftlerin an das Lan­de s t h e a t e r verpflichtet. Fräulein Beatrice Doering vom Gießener Stadttheater wurde vom Hessischen Landestheater in Darmstadt als erste Sentimentale verpflichtet.

** Einbruch im Garten. In der Nacht zum Mittwoch drangen Diebe in die Gärtnerei der Witwe Weber zu Klein-Linden ein und stahlen Erdbeeren und Gemüse. Was die Spitzbuben nicht niitnehmen konnten, wurde zertreten. Der Witwe entstand ein großer Sachschaden.

** Motorradunfall. Der Former Heinrich Krug von Mainzlar stürzte am Dienstag gegen Abend so schwer von seinem Motorrad, daß er mit einem Schädelbruch in die Chirurgische Klinik über- geführt werden mußt. Das Befinden des Verun­glückten, der lange Zeit bewußtlos lag, ist ernst.

' Rettung vor dem Tode des Er­trinkens. Am Dienstagnachmittag gegen 17 Llhr spielte sich unterhalb des Wehres an der Bleiche eine aufregende Szene ab. Die Haus­angestellte Paula Linde, die zuvor mit der 13jährigen Hildegard LI l lisch auf dem Bleich- platz beschäftigt war, machte sich an der Lahn zu schaffen, ging auch einige Schritte in das Wasser, verlor aber plötzlich den Boden unter den Füßen und versank. Hildegard Lilli sch, die den Bor­gang beobachtet hatte, sprang sofort nach und versuchte die Verunglückte zu retten.. Das gelang dem Mädchen jedoch nicht gleich, denn die Strö­mung war sehr stark, da die Lahn gegenwärtig sehr viel Wasser führt. Rach verschiedenen ver­geblichen Bersuchen und nach heftigem Kampf mit der Ertrinkenden, die sich verzweifelt an die Helferin klammerte, gelang es dem tapferen Mädchen das Rettungswerk zu vollenden.

** Die Sprechstunden für Lungen- kranke. Die Sprechstunden der Fürsorgestelle für Lungenkranke in der Medizinischen Poliklinik finden für die Besucher aus den Landgemeinden des Kreises Gießen jeden Montagnachmittag von 4 bis 5 Uhr statt. Lungenkranke und Krankheitsgefährdete, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer lleber-

weifung ihres Arztes in die Lungenfürsorgestelle. Unbemittelte werden unentgeltlich beraten.

* Die Sicherheitsmaßnahmen zum Flugtag am 2. Juli betrifft eine Bekannt- machung tm heutigen Anzeigenteil. Es fei besonders darauf hingewiesen.

Guter Erfolg derDRefofo-*.

Frankfurt a. M. 28. Juni. (WSN.) Die Reichsausstellung für Kolonialwaren und Feinkost (Rekofa) bat ihre Tore geschloßen. Am ersten Sonn­tag wurden nicht weniger als 15 000 Besucher ge- Zählt, und in der darauffolgenden Woche wurde täglich eine Besucherzahl ermittelt, die zwilchen 7000 und 9000 lag. Am letzten Sonntag wurde die Aus­stellung nochmals von über 10 000 Personen be­sucht, so daß eine Gesamtbesucherzahl von 65 000 Personen erreicht wurde, die durchaus den gehegten Erwartungen entspricht. Auch die Aussteller sind

©enff an DieStiftung für Opfer der Arbeit"!

Einzahlungen an Reichskrediigefellschaft Berlin W 8, Bchrensstraße 21/22, sowie auf deren Reich»- banfgirofonlo und deren Postscheckkonto Berlin 120 unter Angabe der Kontobezeichnung.Stiftung für Opfer ber Arbeit".

mit dem Ergebnis der Ausstellung sehr zufrieden, ein Teil derselben erklärt sogar, daß die Erwar- hingen übertroffen seien.

Zum Abschluß der Reichsausslellung sprach der Ausstellungsleiter Direktor F. W. Schulze noch­mals zu den Ausstellern. Ferner dankte er der Stadt Frankfurt für die Gastfreundschaft und ins- besondere ihrem Oberbürgermeister Dr. krebs für die wiederholten Besuche der Ausstellung. Nach einem dreifachenHoch!" aus das deutsche Vater­land und den Volkskanzler Adolf Hitler sowie dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes wurde die Ausstellung für geschlossen erklärt.

Zn Schuhhast genommen.

Gladenbach, 28. Juni. (WSN) In den letz, ten Tagen kam es wiederholt zu größeren Ansamm­lungen einer erregten Menschenmenge, die durch die Straßen zog und in Sprechchören gegen jüdische Kaufleute und Händler protestierte, denen man unsaubere G e s ch ä s t s m e t h o d e n vor- wirft. Die Polizei konnte die Ordnung aufrechter­halten. In Schutzhaft genommen wurden neun jüdische Einwohner, ferner zwei ehemalige Mitglie- der der SPD. Die NSDAP, ließ durch Ortsschelle bekanntgeben, daß ein Ausschuß zwecks Prüfung des Materials für die Fälle, in denen sich Einwoh­ner von jüdischen Händlern übervorteilt glaubten, eingesetzt werden solle.

Wettervoraussage.

Rach wie vor steht unser Wetter unter dem Einfluß kühler Ozeanluft, die durch die Rück­seite des nordöstlichen Tiefs nach dem Fcst- lande befördert wird. Eine wesentliche Besserung ist also vorerst nicht zu erwarten, wenn auch der Luftdruck weiter ansteigt und vorüberghende Aufheiterung eintritt. Die Temperaturen bleiben für die Jahreszeit zu niedrig und vereinzelnd ist noch mit Regenschauer zu rechnen.

Vorhersage für Freitag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung etwas wärmer, doch für "'^ohreszeit noch zu kühl, einzelne Niederschläge.

Vorhersage für Samstag : Immer noch etwas wechselhaftes Wetter.

(Schluß des redaklionellen Idle.)

Das bekannte Herren- und Knabenbekleidungshaus Köhler, Gießen, Seltersweg, zeigt wieder einmal fortichrittlichen Geschäftsgeist. Die neuen Fensterdeko- rationen für Sport und Reise sind jo originell und großzügig, daß sie auch in einer Großstadt große Beachtung finden würden. Da wird zur Schau ge­stellt: die schönste und schnellste Motorsportmaschine, Geräte und Symbole für Rasensport, große Modelle des Zeppelins und des Do X für Luftfahrt, ferner Fußballmotioe. Besonders originell ist die Darstel­lung eines gelandeten Flugzeugs mit einem SA.- Führer, welchem SA.-Unterführer und eine Motor- staffel den deutschen Gruß bieten. Alles in allem eine Glanzleistung von Dekorationskunst. Zur aus­gestellten zweckmäßigen Sport- und Reisebekleidung werden hier die interessantesten Rahmen gestellt. Ständig sind die Fenster von Schaulustigen belagert Ohne Zweifel, bei Köhler wird es verstanden, die geführten Artikel in Herren- und Knabenbekleidung auf neuartige Weise zu zeigen. Wie man wissen will, hat dieses Spezialgeschäft großen Zuspruch aus allen Käuferschichten. Die Firma Köhler, Seltersweg, führt den Beinamen:Das Haus der guten Quali­täten ju volkstümlichen Preisen". 4217A

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