Ausgabe 
29.5.1933 Frühausgabe
 
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Reichsstaichalier Sprenger in Oberheffen.

Herzlichster Empfang in Gießen unter lebhafter Anteilnahme der Bevölkerung.

den der Führer selbst geht. Dir geloben Ihnen, un­iert ganze Kraft einzusetzen, mehr al» zuvor, um die großen Ziele des Nationalsozialismus zu verwirk­lichen. Unser Wahlspruch wird sein:

2Hlf dem Kelchsstailhaller, mit dem Volkstanz- ler Adolf Hiller für ein nationalsozialistische»

3m Gegensatz zu der Desuchssahrt des Herrn Reichsstatthalters Sprenger am Himmel- fahrtstage durch die Provinz Starkenburg in strö­mendem Regen war die gestrige Fahrt deS Herrn Reichsstatthalters und Gauleiters der RSDAP. durch die Provinz Oberst, s,en erfreulicherweise von bestem Sommerwetter begünstigt, so daß der Herr Aeichsstatthalter und seine Begleiter, aber auch die Bevölkerung von diesem denkwürdigen Be­suche einen schönen Sonntagsgenuß und eine an­genehme Erinnerung gewinnen konnten. Aach den bis heute früh um 8 Uftr bei uns vorliegenden Mitteilungen au- der Provinz Oberhessen ist dem Herrn Reichsftatthalter und Vertrauensmann des

Herrn Reichskanzlers Adolf Hitler überall in der Provinz ein begeisterter Empfang Auteil ge­worden. der eindrucksvoll Zeugnis ablegte von dem Bewußtsein der engsten Zusammengehörig­keit unserer Provinz mit der nationalen ReichS- leitung und ihren BertrauenSpersonen in der en­geren Heimat. 3n der Geschichte unserer Provinz Oberhessen wird der gestrige Besuch deS Herrn Reichsstatthalters zu den bedeutsamsten Denk­würdigkeiten gehören.

Lieber den feierlichen Empfang in Dieben, dem zum Bedauern unserer Bürgerschaft leider nur eine kurze Spanne Zeit gewidmet werden konnte, ist folgendes zu berichten.

Das Festkleid der Stadt Gießen

war an der Stirnseite vor den Anlagen mit der Front nach dem Drandplah zu ein breites Podium errichtet, das mit Hakenkreuz-Flaggen umkleidet war und einen ebenfalls mit diesen Flaggen geschmückten Aufbau als Hintergrund hatte. Die Polizcigebäude und das Kreisamt waren reich mit Girlanden bekränzt, über dem Eingang zum Polizeiamt prangte ein mächtiges Girlanden- Hakenkreuz, dazu kam daS frische Grün der Bäume deS Anlagcnstückes kurzum eine präch­tige Farbensinfome. Aber nicht nur dieser Platz und die von dem Herrn Reichsstatthalter durch­fahrenen Straften waren als Zeichen der Freude und des herzlichen Willkommcngruftes der Bür­gerschaft an den Herrn Reichsstatthalter in groh- artiger Weise geschmückt, auch die übrigen, von dem Gast nicht durchfahrenen Straften zeigten Fahnen und Fahnen. Dabei hatte die Haken­kreuzflagge den Borrang, dann folgte Schwarz- Weift-Rot, vereinzelt sah man daneben das Rot- Weift der Landesflagge. Die militärischen Ge­bäude hatten die Reichskriegsflagge gesetzt- Don der herrschaftlichen Billa bis zur Kleinstwohnung, vom Parterre bis hinauf zur Mansarde wurden die Fahnen, Fähnchen und Wimpel gezeigt, kam dadurch die Bolksverbundenheit der national­sozialistischen Staarsführung mit allen Schichten der Bevölkerung zum Ausdruck. Ein unvergeß­liches Bild!

Die Universität-- und Provinzialhanptstadt Diesten hatte zu Ehren deS Herrn Reichsstatt­halters und GauleiterS Sprenger ein auster- ordentlich festliches Gewand angelegt. Am Süd- eingang der Stadt von Klein-Linden her war fn Höhe der Schuber strafte eine Ehrenpforte er­richtet, die in der Mitte die AufschriftHeil Hitler" trug, zu beiden Seiten mit Hakenkreuz­flaggen und in der ganzen Ausdehnung reich mit frischem Grün geschmückt war. 3n der Frank­furter Strafte, von den Häusern in der Aähe der Ehrenpforte an biS hinein zur Stadtmitte, und bann allüberall Fahnen an Fahnen, vielfach mit Girlanden geschmückte Häuserfronten und als Höhepunkt auf dem Landgraf-Philipp-Platz, der Stätte der feierlichen Begrüftung, ein Schmuck mit Fahnen und frischem Grün, wie man ihn sich nicht eindrucksvoller und würdiger wünschen und denken konnte. Die Stadtverwaltung hatte neben der Ehrenpforte an der Echubertstrahe noch eine dichte Doppelreihe von Fahnenmasten zu beiden Seiten der Frankfurter Strafte von der Bahnüberführung bis zum Selterstor und eine gleiche Doppelreihe zu beiden Seiten des Land- graf-Philipp-DlatzcS errichten lassen. Die Masten in der Frankfurter Strafte trugen Hakenkreuz- und schwarzweiftrote Fahnen, die Masten auf dem Landgraf-Philipp-Platz waren mit den warm leuchtenden Hakenkreuzfahnen geschmückt. Dazu

Oer Aufmarsch zum Empfang

Wie wir aus der Bürgerschaft hörten, hatten Aur Zeit des feierlichen Empfanges, da wir Zeuge des geschichtlichen Ereignisses auf dem Landgras-Pyilipp- Platz waren, an der Ehrenpforte bei der Schubert- strafte die Hitler-Jugend, der Bund deutscher Mädel und die Postbeamtenschaft spalierbildend Aufstellung genommen, wo sie den Herrn Reichsstatthalter mit begeisterten Heil-Rufen begrüßten. Ebenso hatten an der Fahrtstrecke viele, viele Frauen, Männer und Kinder sich postiert, um dem Vertrauensmann und Stellvertreter des Herrn Reichskanzlers In Hessen ihren Gruß darzubringen. Das Schwergewicht des Aufmarsches der Bürgerschaft zum Empfang lag naturgemäß beim Landgraf-Philipp-Platz. Schon von etwa 9% Uhr ab marschierten Sturm auf Sturm der SA., Trup s der Jugend, Betriebszellen­organisationen, Polizei, Gendarmerie, Verbände und militärische Vereine, gegen 10% Uhr die Amtswalter der NSDAP., die Stadtratsfraktion der NSDAP, im braunen Ehrenkleid unter Führung des Frak­tionsführers Hahn, die Kreistagsabgeordneten der NSDAP., der Stahlhelm unter Führung des Orts- Gruppenleiters Oberstleutnant a. D. ß o p p e, die starke Gruppe der Eisenbahner usw. usw. auf. Mitt­lerweile hatten sich auch die Spitzen der Behörden, die Abordnung der Universität, das Ofizierkorps unseres Bataillons, Abordnungen von Behörden, Schwerkriegsbeschädigte usw. eingefunden. Zur Un­terhaltung der Menge spielte wiederholt die Stan­dartenkapelle. Als imponierendes Kernstück war in

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straffer und bewundernswerter Disziplin der SA.- Sturmbann IV/116 unter Sturmbannführer Ben­der- Hungen in weitem, in Richtung Brandplatz offenen Viereck aufmarschiert. Neben der Spitze der SA. vor dem Polizeirevier 1 hatte die Schutzpolizei mit Abordnungen der Hilfspolizei Aufstellung ge­nommen; auf der gegenüberliegenden Seite vor dem Völkermuseum das (nebenbei bemerkt! bei einer nächsten größeren Feier bei der evtl. Anbringung von Girlanden nicht wieder wie gestern unberück­sichtigt gelassen werden sollte! standen mit SA.- Stürmen der Stahlhelm, militärische Vereine, Be­triebszellen usw. Hinter diesem Aufmarsch und im Anschluß an die beiden ßängsfronten des offenen Vierecks hatte sich eine dichtgedrängte, große Men­schenmenge aufgeftellt. Vor dem Podium standen zu beiden Seiten die Fahnenabordnungen, davor die Spitzen der Behörden, das Offizierkorps, die Stadt- ratssraktion und die Amtswalter der NSDAP., Ab- ordnungen usw. Den Absperrdienst und die Platz- aufficht versah die SS. Ein kleines Mädelchen war­tete mit einem prachtvollen Rosenstrauß auf den Gast, unmittelbar vor dem Aufgang zum Podium hatten sich zwei Jungen der Hitler-Jugend und zwei Buben des Jungvolks aufgeftellt, die dem Gast Blu­mengrüße zu überreichen hatten und dazu so reichlich ausgestattet waren, daß sie zum Transport der Blu­men ein ansehnlichen Handwagen benutzen mußten. Ueberall konnte man an den Gesichtern Begeisterung und frohgespannte Erwartung erkennen.

als richtig erkannt, daran hängt er und hält er fest. Sie. Herr Reichsstatthalter, hatten das Vertrauen und die Herzen der Oberhessen für sich, ehe Sie (Bau­leiter waren, Sie haben das Vertrauen als Gauleiter gehabt und Sie werden er erst recht as der per­sönlich Beauftragte des Führer» haben. Wir Natio­nalsozialisten im Kreise Gießen folgen Ihnen, wohin cs auch gehe, denn wir wissen, daß es der Weg ist,

Deutschland!"

In diesem Sinne fordere ich alle Nationalsozialisten auf, unterem Reichsstatthalter Jakob Sprenger ein dreifaches Heil auszubringen.

Unser Reichsstatthalter Jakob Sprenger Heill Heil! Heil!

Mit großer Begeisterung stimmte die Wenge in den Dreimaligen Heil-Rus ein.

Reichsstaiihatter Sprenger

empfing zunächst bei feinem Gang zum Podium aus den Händen der Hitler-Jungen und der 3ungvoIk-Buben die Fülle der Dlumengrüfte, die ihm sichtlich herzliche Freude bereitete. Dann hielt der Herr Reichsstatthalter vom Podium aus eine Ansprache, in der er sagte:

Ich danke zunächst für die herzliche Begrüftung, die Sie mir hier zuteil werden liehen. Herzlichen Dank vor allen Dingen auch dafür, daß Sic die­ses Vertrauen in mich setzen. Herzlichen Dank allen, die gekommen sind. Ihre Grüfte gelten auch dem Führer der Deutschen, Adolf Hitler, und dem, der ihn gerufen, dem greifen Marschall, der uns im Felde geführt bat. Ich danke den Vertretern der Behörden und begrüße sie, ebenso den Vertretern der Universität. Ich begrüße ins­besondere die Vertreter unserer Reichswehr. ES ist mir eine hohe Ehre und Freude, der ich in der nach dem Kriege vom Feinde geschasfenen neutra­len Zone amtiere, immer wieder an den ®ren- (en meines Gaues auf Deutschlands Wehrmacht zu tosten. Unsere Reichswehr ist zwar klein, aber hrem Ziel und Wesen können wir vertrauen. Wir Rationalsozialisten haben angesichts des kleinen Heeres die starke Verpflichtung, durch unser Wollen und unser Handeln diese Wehr zu verstärken. Wie aber kann sie täglich neu gestärkt werden?

Durch die Schaffung des Boden» der deutschen Arbeit als eines Friedenswerkes, wie es die Well noch nicht gesehen hat. Das wird zugleich ein Unterpfand für unsere weitere Entwicklung (ein.

So wie Deutschland heute dasteht, durch Adolf Hitler geeint über alle Gegensätze und Klassen hinweg, so steht kein Volk da. Wer wäre so vermessen, dieses Volk in seinem friedlichen Aufbau stören $u wollen? Sollte das jemand tun, so wäre er in der Welt verfehmt. Wer so vermessen wäre, soll es wissen:

hinter unserer Reichswehr steht das ganze Volk, stehen die herrlichen Scharen Adolf Hitlers, wir würden uns feftbelften Baum um Baum,

Ackerfurche um Ackerfurche. Nichts geben wir frei, keinen Zentimeter der deutschen Scholle.

Wir grüften die Deutschen, die unter fremder Herrschaft im fremden Land zu wohnen gezwun­gen sind. Wir fühlen unS mit ihnen verbunden, keinen werden wir vergessen. So wie Deutschland heute in Einigkeit denkt und handelt, so wollen wir unsere Herzen hinüberschlagen lassen über die Grenzen zu unseren Brüdern, das freie deutsche Volk auf freier deutscher Scholle, mit freiem Blick der freie deutsche Mann. So bleiben wir unüberwindlich. Wenn wir frei sein wollen, müs­sen wir immer die treue Gefolgschaft dessen sein, der uns dieses Deutschland gab. Wie in den alten Zeiten der Herzog vor seinem Volk Herzog und dieses ihm vertrauensvoll und treu folgte, so hat auch Adolf Hitler in unS die gleiche Gefolg­schaft, bei der Führer und Gefolgschaft eins sind. So sehen wir eines neuen harmonischen Aus­stiegs entgegen.

wir wollen e i n Deutschland. Stamm neben Stamm Im friedlichen Wettbewerb, in dem alle einig sind, und an der Spitze der Führer.

So grüßen wir die Heimat, so schauen wir übet die deutschen Gaue, so schauen wir auf zum Generalseldmarschall des Weltkrieges von Hin­denburg, so sehen wir aus daS Vorbild Adolf Hitler und grüßen sie beide in unwan­delbarer Treue mit Dreimaligem Sieg-Heil!

Die Heil-Rufe wurden von der Menge freudig ausgenommen und anschließend gemeinsam der erste Vers des Horst-Wessel-Liedes gesungen.

Rach kurzer Verabschiedung von den Spitzen der Behörden fuhr Herr ReichSstatthalter Sprenger, dem die Menge erneut stürmisch zujubelte und die er, im Auto stehend, mit der erhobenen Rechten grüßte, gefolgt von den Herren seiner Begleitung ab. Leider war eS dabei nicht möglich, die am Samstag für die Abfahrt be­kanntgegebenen Straften der Stadt noch zu pas­sieren, da ohnehin schon Verspätung einzuholen und außerdem in letzter Stunde noch eine kurze Besichtigung des Flughafens Gießen in den Fahrplan eingeschoben worden war.

Oer Besuch im Flughafen.

Herr Reichsftatthalter Svr en ger mit feiner Begleitung wurde auf dem Gießener Flughafen von Regierunasrat Schmidt, dem Vertreter der Luft- oerkehrs-A.-G. Oberheffen-ßahngau und des Flug­hafen Gießen, begrüßt. Sc. Erlaucht Graf Georg Friedrich zu Solms-ßaubach und ßeutnant Dreher meldeten die zur Parade aufgeftellten Formationen. Der Reichsftatthalter schritt darauf die Front des SA.-Fliegerfturms, der Segelfliegergruppe des hiesi­gen Bataillons und der Ortsgruppe Gießen des DLV. (Deutschen ßuftfahrt-Verbandes) ab. Die For­mationen, die Motor- und Segelflugzeuge waren längs der Rollbahn aufgeftellt. In einer kurzen An­sprache an die Flieger wies Reichsftatthalter Sprenger darauf hin, daß trotz aller Vormacht des Auslandes an Material und Waffen das deutsche Volk seinen Bestand wahren werde. Das deutsche Volk sei groß geworden durch seinen Geist und seine Arbeit. Es werde sich seinen Platz unter den Völkern mit diesen Mitteln allein

wieder erkämpfen. Er betonte dabei beson­ders, daß unsere friedliche Einstellung allein es sein solle, die dieser Aufbauarbeit den Weg weife. Der Reichsftatthalter führte weiter aus, daß das deutsche Volk aber sich in dieser Arbeit nicht werde stören lassen, daß nicht eine Scholle deutschen Bodens ohne unsere entschlossene Gegenwehr zum Raub der Anderen werden würde! Waffen und Material be­deuteten viel, doch mehr bedeute ein geschlossener Wille eines Volkes, das um seine Freiheit kämpfe!

Nach kurzer Erholungspause, bei der ein Imbiß im Flughafen-Restaurant eingenommen wurde, ver­ließ der Reichsftatthalter gegen 12.30 Uhr den Flug- Hafen, um feine Fahrt durch Oberheffen forhusetzen.

Die Gießener Bevölkerung ist gestern wiederum Zeuge eines erhebenden und geschichtlich denk­würdigen Ereignisses der nationalen Revolution geworden, an das man immer mit Freude zurück» denken wird.

Oer feierliche Empfang.

Mit einiger Verspätung traf Herr Reichsstatt­halter und Gauleiter Sprenger etwas nach 11 L!hr auf dem Landgraf-Philipp-Platz ein. Dom Brandplatz her hörte man begeisterte Heil-Rufe, sah man begeistert zum Gruß emporgereckte rechte Hände und dann in seinem Auto stehend mit zum ©egengruß erhobener rechter Hand den Herrn Relchsstatthalter, in mehreren Autos gefolgt von seinem Stab. Standartenführer E n g m a n n, dem einige Zeit vorher Sturmbannführer Den­der seine SA. zur Stelle gemeldet hatte, gab der Front das Kommando: Stillgestanden! Die Stan­dartenkapelle setzte mit dem Präsentiermarsch ein. Beim Aussteigen aus seinem Magen empfing der Herr Reichsstatthalter auS der Hand des kleinen Mädels als ersten Blumengruß den Rosenstrauß. Dann wandte er sich der Front zu, die er von der Polizei und Gendarmerie aus zur SA., die von Stan- dartenführer E n g m a n n gemeldet wurde, und dann zu den anderen Organisationen mit erhöbe- I ner Grußhand in Begleitung des Kreislciters der |

RSDAP. Dr. Harth und des Stabes abschritt. Zu gleicher Zeit bezog eine SS.-Ehrenwache Po­sten auf dem Podium. Rach dem Abschreiten der Front stellte Kreisleiter Dr. Harth, der den Gast an der Kreisgrenze bei Kirch-Göns empfan­gen hatte und von dort bis zur Kreisgrenze hinter Grünberg begleitete, dem Herrn Reichsstatthalter die Spitzen der Behörden vor. Von der Llniver- fität bemerkten wir Se. Magnifizenz den Rektor Prof. Dr. 3 e ß, den Kanzler der Universität Prof. Dr. Rud. Herzog, ferner Provinzial­direktor Graes, Oberbürgermeister Dr. Kel­ler, Bürgermeister Dr. Seid, komm. Beigeord­neten R«htsanwalt Luley (Bürgermeister Dr. Hamm ist zur Zeit verreist), Landgerichtspräsi­dent Dr. Maurer, Major und Daiaillonskom- mandeur Frhr. von Wächter. Die übrigen Angehörigen von Abordnungen an dieser Stelle toaren unserem Gesichtskreis entzogen. 3m An­schluß an die Vorstellung hörte man folgende, durch Lautsprecher überall gut vernehmbare

Begrüßungsansprache des Kreisleiters Dr.Harth an Sen HerrnReichssiaithatter:

Herr Reichsftatthalter!

Im Namen der Nationalsozialisten des Kreises und der Stadt Gießen heiße ich Sie herzlich will- kommen. Der Führer A d o l f H i t l e r hat die Ge­schicke des Hesienlandes Ihnen als Vollstrecker seines Willens in die Hand gegeben. Adolf Hitler hat Männer zu Reichsstatthaltern bestimmt, die fein de- sonderes Vertrauen genießen, Männer, die mit ihm im schweren Kampf der langen Jahre Schulter an Schuller gestanden haben, die nie müde wurden, die nie verzagten, deren Kraft an den sich auftürmenden Widerständen nicht brach, sondern im Gegenteil wuchs, Männer, von denen er weiß, daß sie hundert­prozentig seinen Willen durchsetzen werden.

Herr Reichsftatthalter, daß er Sie zum Führer des hesienlandes bestimmte, ist für uns hessische Rationalsozialisten eine Selbstverständlichkeit ge­wesen, ein anderer konnte gar nicht in Frage kommen, denn Sie sind es gewesen, der das

Saatkorn des Rationalsozialismus in die hessische Erde gelegt hat. And wir freuen uns, daß es 3t)nen ermöglicht ist, die Ernte heranreifen zu sehen, als Erfolg Ihrer unermüdlichen Arbeit. Allerdings, die Ernte ist noch nicht geborgen. Unkraut will zwischen dem reinen Korn wuchern, aber bei Ihnen, Herr Reichsstatthalter, ist für uns die Gewahr gegeben, daß das Unkraut rück­sichtslos mit Stumpf und Stiel herausgerissen wird.

Die Oberheffen sind ein schwer bewegliches Volk, so schwer, wie die Scholle, auf der sie geboren. Sie nehmen nicht leicht Neues auf, das an sie heran- tritt. Das hat man in der Entwicklung der Geschichte unserer Bewegung in Oberhessen gesehen. Langsam nur Schritt für Schritt, hat sich der Nationalsozialis­mus die Herzen der Oberheffen erobert. Aber was der Oberhefse in feiner schweren kritischen Art einmal

S.J.-fpor/

Westdeutschlands Fußball-Triumph. |

Süddeutschland auögeschaltct...

Zum ersten 'JJlale in der Geschichte des deutschen Fußballs wird der Titel eines Deutschen Meisters nach Westdeutschland fallen. Man hat von den West­deutschen, insbesondere von den Rheinländern, oft gesagt, daß sie auf allen Gebieten über tüchtige Sportsleute verfügten, aber Fußball spielen, das könnten sie nicht. Nun, an diesem letzten Maisonn- tag des Jahres 1933 Haden sie bewiesen, daß sie auch im Fußball leistungsfähig sind. Zwei westdeutsche Mannschaften, Schalke 04 und Fortuna Düsseldorf, werden am 11. Juni im Kölner Stadion die Deutsche Fußball-Meisterschaft unter sich aus­machen.

Der westdeutsche Triumph ist ebenso vollständig wie die Enttäuschung für Süddeutsch- land grenzenlos ist. Man Hot allgemein ge­glaubt, daß sich in dieser Meisterschafts-Vorschluß­runde noch einmal die tradionelle Ueberlegenheit des süddeutschen Fußballs zeigen würde. Gewiß, es wurde zugegeben, daß Westdeutschland in den letzten Jahren sehr schöne Fortschritte verzeichnen konnte und heute über einige wirkliche Klassernannschaften verfüge. Vielleicht gab es in Süddeutschland auch einige Pessimisten, die dieses Debatte vorausahnten. Aber es wird sich niemand zu Wort melden können, der dieses Ausmaß der Niederlagen vorausgesehen haben will. Das Ausscheiden von Einttacht Frank­furt und München 1860 mußte schon an sich bitter genug Jein, daß beide Mannschaften aber gleich mit je 4:0 (1:0) geschlagen werden mußten, das ist mehr als bitter.

Man kann nicht sagen, baß einer der beiden süddeutschen Vertreter den Fußball des Ver­bandes würdiger oder unwürdiger repräsenttert habe. 4:0 (ID) hieß es in Leipzig und auch in Berlin, da gibt es keine heimliche Schadenfreude und keine Rettung. 3ndessen wird man sagen können, daß der süddeutsche Spitzen-Fußball den westdeutichen Repräsentanten keineswegs in dem Maße unterlegen sei, wie es die Resultate ver­muten lassen könnten. Aber diese Resultate sind durch keinerlei Entschuldigungen und Beschöni­gungen aus der Welt zu schaffen.

Süddeutschland spielt am 11. Juni die Rolle des Zuschauers. Die Erfolge der Westdeutschen sind keine Zufallserfolge, sie sind solid gewachsen. Der neue Deutsche Fußball-Meister wird kein schlechter Repräsentant des deutschen Fußballs sein.

Achiersieg der GRG. in (Saarbrücken.

Die Frühjahrsregatta auf der zweimal gekrümm­ten 1800-Meter-Rennstrecke in Saarbrücken brachte trotz der wenig günstigen Witterungslage einen starken Besuch Die sportlichen Leistungen waren in Anbetracht der frühen Zeit befriedigend. Irn all- gemeinen klappte die Organisation, es gab aber reichliche Verzögerungen infolge Versagens des Motorbootes und der eingelegten Kurzstreckenren- nen, die mit fliegendem Start über 500 Meter ge­rudert wurden. Die Ueberraschung des Tages war die Niederlage der Mainz-Kasteler R. G. im Gro­ßen Achter gegen Gießen 77, Kastel gewann Den Ersten Vierer. Das Rennen im Ersten Einer wurde geteilt, dt- Gießen siegte im ersten Laus, im zweiten Laus Schneider (Kölner El. f. Wasser- iport). Nachstehend die Ergebnisse der Ren­nen, an denen die Gießener beteiligt waren:

Iungmann-Dierer: 1. Saar-Saarbrücken 6:25,3, 2. Gießener RG.

Zweiter Vierer: 1. Rennen: 1. KölnerRD. 6:07,8 2.; 2. Saar-Saarbrücken; 2. Rennen: 1. Gie­ßener RG. 6:08,1; 2. RG. Trier.

Erster Einer: 1. Rennen: 1. Iödt- Gießen 77 6.40; 2. Martin-Limburger RE.; 2. Rennen: 1. Schneider-Kölner El. f. WS. 6:44,2 L.; 2. Hofs- Saar-Saarbrücken.

Erster Achter: 1. Gießener Rudergesellschaft 1877 5:36,8; 2. Kölner El. f. WS. 5:36,9.

Ermunterungs-Vierer: 1. RD. Zell 1:36,7; 2. Rudersport Gießen 1:36,8.

Zweiter Achter: 1. Köln 1877; 2. Gießen 1877 (nicht gezettet).

Kurze Sporinoiizen.

Deutsche Fechtmeister wurden bei den in Elberfeld ausgetragenen Fechtmeisterschaften im Herren-Florett Rosenbauer (Frankfurt), im Herren-Degen Geivitz (Ulm) und im Damen-Flo­rett Fräulein Haß (Offenbach).