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28.12.1933 Erstes Blatt
 
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OasIahr der Wirischastswende

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berg: Prof Ji r i rf al» Letter. Prof, die Kunstschule Berlin: der Direktor

Persönlichkeiten des Handwerks berufen. Meister wie Gesellen, die nunmehr, zumal sie gleichzeitig auch bedeutende Funktionen innerhalb der Berufs­stände und Fachoerbände einnehmen, das geeignete

den $ua automatisch bremst, wenn seine Geschwin­digkeit höher als 7u Kilometer in der Stunde ist. Am Hauptsignal wird der Zug bedingungslos ge- bremst, wenn er bei Halt-Stellung das Signal überfährt. Die Anlage einer solchen elektromagne­tischen Sperre kostet bei der Lokomotive rund 5000 Mark. Dazu kommen noch 1200 bis 1600 Mart für jeden Streckenkilometer Wesentlich billiger ist die Erfindung eines österreichischen Ingenieurs, die nur rund 700 Mark kostet.

Zwangsläufig mit den Signalen befindet sich in Höhe von dreieinhalb Metern über den Schienen ein ausschwenkbarer Hebelarm, der an seinem Ende einen Bügel trägt. Auf dem Dach der Triebwagen ist in geringer Höhe ein Schleifbügel angebracht, der mit der Bremse in Verbindung steht. Beim Ueberfahren des Haltesignals wird der Schleifbügel durch den Anschlagbügel heruntergedrückt und be- tätigt die Bremse. Selbst bei starkem Frost und Bauhreifbildung hat diese mechanische Zugsperre einwandfrei funktioniert. Auf dem Bahnhof Roden­kirchen wurde bei einem Versuch der Zug. der mit 95 Kilometer Stundenaeschwindiakeit fuhr, so sicher gebremst, daß er am Haltesignal zum Stehen kam.

Gremium für die Beratung des Ministeriums In allen handwerklichen Fragen sein können. Es sind berufen worden als Vertreter der Meisterschaft die Handwerksmeister Derbandsoorsitzender des Deutschen Fleischerverbandes Schmidt, Garner- Worms (Reichsoerband des Elektro- und Installa- teurgewerbes), G r ü h e r - Berlin (Germania-Zen- traloerband Deutscher Bäcker-Innungen), Maurer- und Zimmermeister Hatz- München (Bayrischer Gewerbcbund), Schreincrmeister Heidemann« Bielefeld und Schuhmachermeister Heß, M d R., Plauen. Als Dertreter der G e s e l l e n s ch a f t wurden berufen: Hans Friedel-Berlin, Vertreter der Handwerksgesellen im Deutschen Metallarbeiter- verband, Fran; S ch i n d l e r - Berlin, Fachschafts- wart der Friseure im Deutschen Arbeiterverband der öffentlichen Betriebe, Gustav T i s k a - Berlin, Reichssachschastswart für Bäcker und Konditoren,

g und Kurt Ü I Im ann - Berlin, Derbandsleiter des i- I Deutschen Arbeiteroerbandes des Baugewerbes.

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Neuordnung

an den preußischen ^unstanstalten.

Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, L", d'r Herr Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, R u st, im Laufe der R e u o r g a n i - atio nd er preußischen Kunstverwal- ö bisher folgende personelle Acnderungen oer- fugt: Es werden beurlaubt, pensioniert und ent­laßen:

An den Meisterateliers bei der Preußischen Aka­demie der Künste: Direktor Professor Bruno Paul- an den Vereinigten Staatsschulen für freie und an- gewandte Kunst Berlin: der Direktor Prof. Port- St g, die Professoren Schlemmer, Weiß Hofer und Reger, die Lehrer Kaiser und Tauber: Professor Edwin Scharff wurde als Lehrer an die Kunstakademie in Düsseldorf, der Kustos Professor Sörrensen an die staatlichen Museen 'n Berlin versetzt: an der Kunstakademie Düsseldorf: der Direktor Dr. K a e s b a ch, die Pro­fessoren A u f s e e s e r, M o l l, Heuser, 6am. pendonck, MatarL, Holzmeister und Al - bretbt; an den Meisteratelier» in Breslau: die Professoren Molzahn, Radina, Scharoun Muche und Bednorz: an der Kunstschule Der-' lin: der Prosessor Laß, die Lehrer Frau Leip- ztger-Heuschner, Pros. Dr. Fischel, Dr. Hilter: an der Rationalgolerie: der Direktor Geh. Reg.-Rat Professor Dr. Iusti; der Kustos Professor i Xbormatbltn wurde an Landesmuseum in Kassel versetzt: an der Musikhoch­schule Berlin: die Profesioren Prüwer, von Hornbostel, Feuermann, Dr Daniel Kreut­zer, Dr. Sachs und Frau Pfeffer, die Leh­rer orau Löbenst «in, Dr. Strelitzer, Bor - ris-Zuckermann, Frau Warburg, Ei», n e r, Seibel» und Schlesinger: der Direk­tor Prosessor Dr. Schünemann wurde in eine Ledrrrstelle der Anstalt übernommen; an der Musik­hochschule Köln: Direktor Professor Braunfels die Professoren Jolle», Dittels und Hof.' müller.

Reu berufen wurden: an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, Berlin: die Profesioren von K u r s e l l, Erik R , ch - ter, Wehlte, Lenk, Zae-per und Docke, der Kustos W e n d l a n d: an die Kunstakademie Düsieldors: der komm. Direktor Prof. Grund, die Profesioren Kersting, Radzlwill, Hum er und Peiner, der Lehrer Schwarzkopfs; an die Meisterateliers Breslau Prof. 3 i m b a t als Leiter, Prof. Merz: an die Meiskeratelier» ffönif:

noldt, die Profesioren Scharling und Schrimpf, die Lehrer Dr. B i e d r z y n f k i und Higgemann: an die Staallichen Museen: der komm. Generaldirektor Pros. Dr. Kümmel und die komm. Direktoren Pros. Dr. Ko et schau und Prof. Dr. Hermann Schmitz, ferner Dr. Duhr und Dr. Trautwein: an die Nationalgalerie: der Direktor Dr. Hanfstängl; an die Musik­hochschule Berlin der Direktor Prof. Dr. Stein, die Profesioren Lohmann, (Brümmer, Dr. Bieder. Strub, Mahlke. Schrnalstich und Dollerthun; an die Musikhochschule Köln: der Direktor Profeffor Abendroth.

Oie Mitglieder des Handwerkerbeirats

Berlin, 26. Dez. (DdZ.) In den Handwerker- beirat hat der Reichswirlfchaftsminifter führende

Der Tiefstand.

Seit dem Jahre 1929 war es mit der deutschen Wirtschaft ständig abwärtsgeganaen. Die Produk­tion war ertraglos geworden. Ungeheure Steuer­lasten, verursacht teils durch die übermäßige Ver­schuldung an das Ausland und die untragbaren Re­parationslasten, teils durch die Mißwirtschaft und verfehlte Wirtschaftspolitik im Inneren, hatten eine nie dagcwesene Massenarbeitslosigkeit hervorgerufen, die von Jahr zu Jahr anwuchs. Alle Versuche der früheren Regierungen, der hereinbrechenden Wirt- fchaftskrise einen Damm entgegenzusetzen, waren fehlgeschlagen. Der Parlamentarismus mit seiner Parteienherrschaft und seiner Unfähigkeit zu schnel­lem, tatkräftigem Handeln hat in der Zeit des Wirt- schaftsoerfalls völlig versagt. Eine politische Erneue­rung, eine Neugestaltung des Staates der ewig mit­einander hadernden Intereffentenhaufen durch eine autoritäre Staatsführung mußte erst kommen, um die Voraussetzungen zu schaffen, ohne die ein neuer Wirtschaftsaufstieg nicht erreichbar gewesen wäre.

Es ist daher ganz gewiß kein Zufall, daß der T i e f st a n d des deutschen Wirtschastsabsturzes, wie bie heute vorliegenden Ziffern deutlich zeigen, i n dem er st en Monat des jetzt verflosse­nen Jahres 1933 erreicht worden ist, und daß der wirtschaftliche Wiederaufstieg fast genau mit dem Siege des autoritären Staates begann. Am 28. Ja­nuar 1933 trat das Kabinett Schleicher zurück, am 30. Januar ernannte der Reichspräsident Adolf Hitler 3um Reichskanzler. Die Zahl der Arbeitslosen aber hat in den Monaten Januar und Februar des ab- gelaufenen Jahres mit mehr als sechs Millionen ihren Höhepunkt erreicht. Von da ab wich sie wieder langsam zurück, bis Ende November nur noch 3,7 Millionen Arbeitslose bei den Arbeitsämtern gezählt wurden. Es wird und muß gelingen, diesen Erfolg der Arbeitsschlacht des Jahres 1933 in diesem Winter im wesentlichen zu behaupten, um dann im nächsten Frühjahr die Flut der Arbeits- losigkeit aufs neue kräftig zurückzudrängen.

Oie Weltwirtschaftskrise.

Niemand wird leugnen können, daß die deutsche Wirtschafts- und Arbeitskrise aufs engste mit dem Abstieg der weltwirtschaftlichen Kon­junktur zusammenhängt, die im Jahre 1933 ebenfalls auf ihrem tiefsten Stand angelangt zu sein scheint. Anzeichen einer Besserung sind auch hier festzustellen. Aber ebenso wie die deutsche Wirtschaft weit schwerer als die meisten anderen nationalen Wirtschaftskomplexe von der Weltkrise in Mitleidenschaft gezogen worden ist, herrscht ande­rerseits heute Uebereinstimmung darin, daß Deutsch­land im Kampf gegen Arbeitslosigkeit und Wirt­schaftsnot weitaus die größten Erfolge aus­zuweisen hat. Dageaen sind die zahlreichen Ver­suche einer weltwirtschaftlichen Verständigung und Zusammenarbeit, die im Jahre 1933 unternommen worden sind, völlig gescheitert. Im März kam, fast gleichzeitig mit dem Amtsantritt des Präsidenten Roosevelt, in den Vereinigten Staaten die Ban­ke n k r i f e zum Ausbruch. Am 6. März wurde die Goldeinlösung der Dollarnoten aufgehoben. Am 15. März begann auch in den Vereinigten Staaten Oie Zwangsbewirtschaftung der Devisen, und am 20. April gaben die Vereinigten Staaten den Gold­standard auf. Die Weltwirtschaftskonfe- ren3, die am 12. Juni in London zufammentrat, ging ohne nennenswerte Ergebnisse auseinander. Die Folge davon war, daß sich fast alle Länder noch mehr gegen fremde Waren,mporte abschlossen. Der weltwirtschaftliche Güteraustausch sank auf einen Tiefstand, den man niemals für möglich ge- galten hatte. Die nach dem Scheitern der Welt- wirtschastskonkurrenz ausgegebene Parole:Rette sich wer kann!" führte beinahe überall den Sieg extrem protektionistifcher Bestrebungen herbei.

Der Kampf um Öen Transfer.

Man erkennt heute überall an, daß Deutschland seine privaten Auslandsschulden nur mit W a - rcnlieferungen und Leistungen bezah- len bzw. verzinsen kann. Aber man ist nicht foule- quent genug, aus dieser Erkenntnis die zwange läufigen Folgerungen zu ziehen. Diese bestehen

Deutschland nur so viel zahlen kann, wie ihm das Ausland durch Ausnahme deutscher Waren an Devifenuberichusien zusührt. Trotz dieser klaren ^eUuH*e?nQn9-e*nStC d." Kampf um den 0 E u ts che n -Schuldentransfer das ganze Iahr^l9Z3 Am 11. März trat Dr. S ch a ch t wieder an oteUc feine» Nachfolgers Dr. Luthör an di" Spitze der Reichsbank. Damit begann eine Seit S*nnreLbeRU,^r. Schulden, und Transferposstif gfe" £ HPr: äahlte die Reichsbank den 70- Millionen - Dollarkredit der ausländischen Noten- banken zurück der ,hr nur Fesseln und Lasten au!- eilegte, aber feinen Nutzen brachte. Am 9. Juni fah '.'ch b,e Neichsregierung veranlaßt, ein Trans- Lri!nOhr,<lOriunf 3U "klären. Bald darauf wurde d,e K o n o e r f i o n » t a f f e bei der Reich«. Mu/lJnh* ÖrbVn Stufen. Die Zinsen der deutschen n.r?rAhb """den 'n der zweiten Hälfte des

Rüi uUr V 50 Prozent transferiert,

nur ben Rest erhielten bte Gläubiger Gutscheine bie sie zur Halste ihre» Nennwerte» verkaufen kon- dadurch den Zusätzlichen Export deutscher ®are«nolU !orbcrn- Nock) im letzten Monat de» Jah­re» 1933 hat die Reichsbank bie Transfer- ?u°te auf 30 Prozent herabsetzen müs- b,efer iur Zeit im Mittelpunkt der Diskussion stehenden Maßnahme war der Rück- g a n g d e r heutigen Ausfuhr, die keine brachteRh an Devisen mehr er.

hierfür'ut?*toirtfd)aft»mmtfter Tr Schmitt hat ru nzweiveutiae zahlenmäßige Beweise Ins

wirtschaftlichen Fragen zu beraten. Dem Zwecke der Winichaftsbelebung dienen auch die verschiedenen irn letzten Jahre vorgenommenen Steueret- leichkerungen. Es fei hier nur an die Steuer­ermäßigungen und Steuererlasie für Instandsetzun­gen, Anschaffungen von Produktionsmitteln usw. er­innert. In die Zukunft weist die neue Banken- enquete, die ihre Beratungen am 6. September ausgenommen hat, und deren wichtigste Aufgaben die endgültige Ueberwindung der Dankenkrise sowie die Neugestaltung des Bankwesens sind. Der Erneuerung wirtschaftlicher Werbung dient das am 12. Septem­ber veröffentlichte Gesetz über W i r t f ch a f t s w e r - düng, der Neuordnung her kommunalen Finan- <jen u. a. das ^emeindeumfchuldungs- g e f e g vom 21. September. Die Sperre für die Er» ridjtung neuer Einzelhandelsgeschäfte ist um cm Jahr verlängert worden.

Die Gesundung der Effektenmärkte bat befriedigende Fortschritte gemacht. Durch die Acnderung des Bankgcsetzes vom 27. Oktober ift die Reichsbank instand gesetzt worden, den deutschen Rentenmarkt erforderlichenfalls zu stützen und auf eine festere Grundlage zu stellen. Der organisato- rifche Umbau des StahlVereins, des Flick-Konzern» und anderer industrieller Großbetriebe ist in die '-wege geleitet. Noch der vorletzte Monat des Jahres brachte neben der Auflösung der industriellen Arbeit­geberverbände die Gründung derM r a f t durch Freude", die sich bie Neugestaltung der Freizeit des erwerbstätigen Menschen zur Aufgabe gemacht hat. Diele und große Dinge sind noch im ©erben. Aber das nun zu Ende gehende Jahr bat fo ge­waltige Leistungen des deutschen Volkes, so unge­heure Umwälzungen auf allen Gebieten gebracht, daß man heute der Zukunft nicht nur mit größten Erwartungen, sondern auch mit froher Zuversicht entgegensetzen darf.

Es geht wieder auswärts.

Das Institut für Konjunkturforschung konnte vor kurzem aus der Beobachtung ber konjunkturellen Einzelsymptome den Schluß ziehen, daß die Widerstandskräfte der deutschen Wirtschaft gegenüber den Krisenerscheinungen bedeutend, erstarkt sind. Es geht wieder aufwärts! Da» ist zweifellos in erster Linie des erfreuliche Ergebnis der erfolgreichen Wirtschaftsförderung durch die gegenwärtige Reichsregierung. 3Vi bis 4 Milliarden Mark sind in den letzten zwölf Monaten ber deut­schen Wirtschaft an probuftionsanregenben Krebsten, Zuschüssen usw. zugeführt worben. Die Reichsregie- rung hat begonnen, auch bie deutschen Kreditmärkte aus ihrer Erstarrung zu lösen. Das deutsche Volks­einkommen, das im Jahre 1932 nur noch etwa zwei Drittel des Standes von 1913 erreicht hatte, hat im Jahre 1933 zum ersten Male wieder zugenommen.

Dieses Jahr hat für Deutschland Die große Schicksalswende gebracht. Die Aufgabe, die Im nächsten Jahre zu lösen sein wird, besteht neben ber Fortsetzung des Kampfes gegen die Arbeitslosig­keit in der Wiederanknupfung der weltwirtschaft­lichen Beziehungen. Der hierzu erforderliche gefetz- geberische und organisatorische Unterbau ist in den letzten Monaten bereits geschaffen worden.

Reichssteuerrückstände für Arbeitsbeschaffung.

Keine Verlängerung der Fristen.

Berlin, 27. Dez. (WTB.) Zu den Maßnah­men der Reichsregierung wegen Flüssigmachung von Reichsstcuerrückständen für Arbeitsbeschaffung (neuer Reinhardt-Plan) wird amtlich mitgeteiU:

Eine Verlängerung der Frist, inner­halb deren der Antrag bei dem Finanz­amt eingereicht werden kann, wird nicht erfolgen. Anträge, die später als am 31. Dezember 1933 bei dem Finanzamt eingehen, können nicht berücksichtigt werden.

Die Ersatzbeschaffung, die Instandsetzung, Er­gänzung, Wohnungsteilung, der Umbau ober Auf­bau muß mit bem 31. März 1 934 abge- schlossen sein. Auch eine Verlängerung dieser Frist wirb nicht erfolgen. Lediglich, wenn e» sich um Beschaffung von Ersatzgegenstänben des ge­werblichen ober landwirtschaftlichen Anlagekapitals handelt, deren Lieferung ober Einbau aus techni­schen Gründen nicht innerhalb ber Frist bi» zum 31. März 1934 möglich ist, kann im Einzelfall Fristverlängerung gewahrt werben. Ein solcher Grund ist beispielsweise gegeben, wenn es sich um einen ©egenftanb hanbelt, ben bie Lieferfirma nicht auf Lager hat, fonbern erst Herstellen muß und desien Herstellungsbauer bei sofortigem Beginn infolge ber damit verbundenen Arbeiten über ben 31. März 1934 hinausreicht. In dem Fall kann eine Verlängerung der Lieferfrist bis zum 30. Juni 1934 zugestanden werden.

(Schüler und Sportvereine.

Berlin 28. Dez. (Bdz.) In den Richtlinien vom 8. Juli 1933, bie ber Reich stnnenmini- ft e r für ben Iugendführer des beutschen Reiche» er­lassen hat, ist angeordnet, baß bie Selbststän» bigfeit der einzelnen Iugenboer- b ä n b e nicht a n g e t a ft e t werben bars. In einem Rundschreiben an bie Canberregicrungen er­härt nun ber Reichsinnenminister, baß bie» auch für bie Iugenbgruppen der Sport- verbände gilt, die dem Reichssportsührer unter­stehen und auch.im Führerrat des Reichsjugend­führers als Sportgruppe vertreten sind. Der Reichs- innenminifter hält es mit diesen Richtlinien nicht für vereinbar, wenn die Unterrichtsoerwal- tungen einzelner Länder durch ausschließliche Empfehlung bestimmter Iugendoer- bände die Beteiligung von Schülern an den dem Reichssportführer unterstellten Iugenbgruppen der Turn- und Sportverbande erschweren ober verbieten. Zur Förderung de» deutschen Sport­wesens bittet er ferner, die dem Reichssportführer unterstellten Jugendorganisationen der Sporwer- bände von Vergünstigungen, die ber Hitler- jugenb gewährt werden, nicht auszuschließen-

Oer Shrenkinq 0er CG)

Berlin, 27. Dez. (TU.) Der Reichsführer der SS., Heinrich Himmler, hot, wie berAngriff meldet, für verdiente SS.-Führer und -Männer denlotenfopfring der SS." geschaffen. In der Ehrenurkunde, die anläßlich de» Weih­nachtsfestes zum ersten Male an die ältesten und verdientesten Mitglieder der SS. verliehen wurde, heißt es u a Der Totenkopf ist die Mahnung, jederzeit bereit zu sein, das Leben unsere» Ich» einzusetzen für da» Leben der Ge­samtheit. Die Runen dem Totenkopf gegenüber sind Heilszeichen unserer Vergangenheit, mit der wir durch die Weltanschauung des Nationalsozia­lismus erneut verbunden sind. Die beiden Steg- runen versinnbilden den Namen unserer Schutz- stafsel. Hakenkreuz und Hagal-Rune sollen uns den nicht zu erschütternden Glauben an den Sieg unse­rer Weltanschauung vor Augen halten.

Die latente Krise, in der sich die polnische Innen­politik schon seit Jahr und tag befindet und an die man sich eigentlich schon beinahe gewöhnt hat, soll jetzt gelöst werden. Der Pilsudski-Block hat d i e Grundlagen einer neuen Verfassung aufgestellt, bie sehr wahrscheinlich in absehbarer Seit angenommen werben und damit das ganze Äer- fassungsleben umschalten wird. Die Polen haben da ihre eigenen Methoden. Sie hatten dem Marschall P i l s u d s k i ausschließlich die Freihest ihrer Eigen­staatlichkeit zu verdanken. Es war also mehr als wahrscheinlich, daß Pilfudski auch das Amt eines Staatspräsidenten übernehmen würde. Deshalb sorgten seine Gegner dafür, daß dieses Amt einen rein repräsentativen Charakter bekam, eben um ihm jede Einflußmöglichkeit zu nehmen. Ader Pilsudski war klug genug, diese plumpe Taktik sehr rasch zu durchschauen. Er lehnte das Präsidentenamt ab und zog es vor, feine Macht von außen her auszuüben, bis dann feine Stunde gekommen war und er im Mai 1926 einen Staatsstreich vollzog, der ihn praktisch zum Dik­tator machte; allerdings nicht formell, denn er hatte im wesentlichen die alte Verfassung bestehen lassen. Er begnügt sich mit dem Amt eines Kriegs­ministers und eines Generalinspekteurs der Armee. Aber in dieser doppelten Funktion hat er in Wahr­heit alle Fäden in Händen.

Polen ist heute nur noch bestenfalls eine Schein- bemofratie; genauer besehen das Land einer Dik­tatur ohne Diktator. Aber schließlich kann bas nur ein Uebergangszustanb sein. Deshalb will auch ber Pilsudski-Block bie neue Kräfteverteilung legalisie­ren. Er will in erster Linie dafür sorgen, daß der Staatspräsident nicht nur einen eleganten Gehrock beim Empfang auswärtiger Diplomaten spazieren trägt, sondern etwas z u sagen hat. Nach der neuen Verfassung ist ber Präsibent ber Mittelpunkt des ganzen Staatslebens. Er ernennt ben Mi­nisterpräsidenten und entläßt ihn nach eigenem Er­messen. Alle Beamten sind unmittelbar von ihm abhängig. Das Parlament wird zu einem Schat­tendasein verurteilt. Es darf nur noch reden. Es darf auch ben Rücktritt eines Ministers fordern, aber ber Präsident kann diese Forderung in den Papierkorb werfen und stattdessen den Sejm auf­lösen. Auch der Senat bleibt an sich bestehen, erhält aber ein ganz anderes Gesicht. Ein Drittel seiner Mitglieder ernennt der Staatspräsident, bie anderen Zweidrittel werden von den Inhabern der beiden Kriegsorben gewählt; und das sind ausschließlich Pilsudski-Anhänger.

Der polnische Staat wird also in Zukunft völlig aus die Persönlichkeit Pilsudskis zu- geschnitten, dem auch in irgendeiner Form die Möglichkeit gegeben wird, sich selbst einen Kron­prinzen -Nachfolger zu bestellen. Wir sehen also auch in Polen bie gleiche Entwicklung wie in ande­ren Staaten: den Bankerott des Parlamentarismus und der Demokratie, nur daß eben aus rein äußer­lichen Gründen die Konkurserklärung vermieden wirb, das demokratische Mäntelchen soll bleiben. Aber herunter sieht ein Kostüm hervor, das mit Demokratie nicht bas geringste mehr zu tun hat.

Felb geführt. Der deutsche Außenhandel ist von 27 Milliarden Mark im Jahre 1929 auf 10 Milliar­den Mark im Jahre 1932 zusammengeschrumpft, und im Jahre 1933 wird er kaum mehr einen Um­fang von 9 Milliarden Mark erreichen. Erst wenn die Reichsbank ihre ganz unzulänglichen Deckungs­reserven an Gold und Devisen wieder angereichert haben wird, und wenn der Außenhandel wieder an­sehnliche laufende Ueberschüsse an Devisen erbringt, wird die Wiederherstellung des vollen und unbehin­derten Schuldentransfers möglich sein.

öer WieSerauchau ber deutschen Landwirtschaft.

Keiner anderen Wirtschaftsgruppe und keinem anderen Stande bat das Jahr 1933 bereits so ge­waltige Errungenschaften gebracht wie ber deutschen Landwirtschaft. Seit der Machtübernahme hat der Nationalsozialismus alles, was in feinen Kräften stand, getan, um zuerst b en deutschen Bauer wieder existenzfähig und den deutschen Boden wieder ertragbringend zu machen. Er ging dabei von der Erkenntnis aus, bah die Landwirtschaft bas Fundament des Staa­tes und der Volkswirtschaft ist, und daß deshalb jede wirtschaftliche Wiederherstellung, bei ber durch das frühere System am meisten geschädigten Land­wirtschaft beginnen muß. Die Gesundung ber Land­wirtschaft erfolgte schrittweise, aber systematisch und konsequent. Schon am 17. Januar hatte der Reichs­präsident, um den drohenden völligen Zusammen­bruch der Agrarwirtschaft zu oechinbern, einen Vollstreckungsschutz für lanbwirt- schas11iche Betriebe angeordnet. Aber erst nach bem politischen Umschwung wurde die Wieder­herstellung ber landwirtschaftlichen Produktivität in wirksamer Weise in Angriff genommen. Am 10. Fe- bruar wurde eine Einfuhrsperre für zoll- begünstigte Futtergerste . oorgenommen. Gleich darauf wurden bie deutschen Einfuhr­zölle für Rindvieh, Schafe, Schweine und Fleisch beträchtlich erhöht, um bem deutschen Landwirt ausreichende Fleischpreise zu sichern. Im April wurde die Reichsstelle für Dele und Fette errichtet. Kurz vor bem Irans- fermoratorium wurde das Gesetz zur Regelung der landwirtschaftlichen Schuldver- hältnisse erlassen, das für bie Entschuldung der Landwirtschaft ben Weg bahnte.

3n der zweiten Jahreshälfte setzten die gesetzlichen Maßnahmen zur Markt- und Preisrege­lung für landwirtschaftliche Erzeugnisse ein. Gleichzeitig wurde ber Reichsnährstanb or­ganisatorisch aufgebaut. Als bie Krönung bes land- wirtschaftlichen Wiederaufbau Werks darf man wohl bas Gesetz zur Sicherung ber (Betreibe- preise vom 26 September 1933 betrachten, durch bas Festpreise für inländischen Weizen und Roggen festgesetzt wurden. Die landwirtschaftlichen Produkte sollen hierdurch der Spekulation entzogen und gleichzeitig von dem Unsicherheitsmoment ber Preis- fchwankungen befreit werden. Die systematische För­derung der landwirtschaftlichen Ertragsfähigkeit noch durch Steuererleichterungen ergänzt. Die land­wirtschaftlichen Betriebe wurden z. B. von den Bei­trägen zur Arbeitslosenhilfe freigestellt, und die landwirtschaftliche Umsatzsteuer wurde von 1,5 auf 1 v. $). gesenkt. Arn 29. September wurde das Reichserbhofgesetz erlassen, bas für die deutsche Landwirtschaft von ungeheurer Bedeutung ist. Das am 1. Oktober in ganz Deutschland gefeierte Erntedankfest wurde zum Tag des deutschen Bauern ausgestaltet, womit zum Ausdruck ge­bracht wurde, daß das Bauerntum wieder die un­versiegbare Kraftquelle Deutschlands geworden ist.

Die Belebung der Wirtschaft.

Der nationalsozialistische Plan einer Erneuerung ber deutschen Wirtschaft vom Binnenmarkt her ist im Jahre 1933 seiner Verwirklichung schon ein gutes' Stück näher gebracht worden. Am 28. Januar hatte der Reichspräsident durch Verordnung 500 Millionen Mark für bie Durchführung eines großzügigen A r beitsbeschaffungsprogramms bereitge- ftcUt. Von diesem Ausgangspunkt her hat bann die neue Reichsregierung mit aller Kraft den Kampf gegen die Deutschlands Existenz bedrohende Arbeits- lofigfcit^aufgenommen. Am 1 Juni wurde das erste, am 21. September das zweite Gesetz zur Ver­minderung der Arbeitslosigkeit er- lasten Kurz daraus begann der Ba u der ersten Reichsautobahn. Schlag auf Schlag wurde gegen die Arbeitslosigkeit geführt. Hand in Hatch da- mit ging ber organisatorische Wiederaufbau der Wirtschaft, bem auch bie Anfänge ständischer Zu­sammenfassung dienen sollen. Dem Tag ber deutschen Arbeit, dem 1. Mai, folgte bie Gleich schaltungberGewerkschaften auf bem Fuße. Wieder wenige Tage später wurden der Reichsstand bes deutschen Handels und ber Reichs- ftanb bes deutschen Handwerks ins fleben gerufen, um 12. Mai wurde dann das Gesetz zum Schutze des Einzelhanbels und eine Woche fpater das Gesetz " d er die Treuhänder der Arbeit ge- schaffen. Im Monat Juni trat das Dolksoerrats- gefeg m Kraft, das der Kapitalflucht fdjärfften Kampf ansagte und bem es zu verdanken ift, daß seitdem für 100 Millionen Mark Gold und Devisen wieder in die Reichsbank zurückgeflossen sind. Der ^eichsstanb ber deutschen Industrie wurde am 19 Juni geboren.

Anfang Juli gab die Reichsregierung einzwei - tes «rbeitsbeid)affung_» Programm be­gannt, das für 560 Millionen Mark öffentliche Auf­trage und arbeiten finanzierte Kur, darauf wurde rt?lrat., bf r Wirtschaft berufen, beffen Ausgabe es ist, bte Reichsregierung in allen