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28.11.1933 Zweites Blatt
 
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Nr. 279 Zweites Blatt

Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhchen)

Dienstag, 28. November (933

Die Volksdeutsche Idee.

Außendeutschtum und Binnendeutschtum.

Von ÄL $r. König, Gießen.

Von der R e i ch s f ü h r u n g des Volks- bundes für das Deutschtum im Ausland geht uns der folgende Aufsatz zur Veröffent­lichung zu.

Möller van den JBrucf sagt im ersten Abschnitt seinesDritten Reiches":Mit dem Reich war uns das Letzte gelungen. Aber im Reich mißlang uns alle s." Und er spricht von dergeistigen Vernachlässigung" des letzten Menschenalters, es habe dieVoraussetzung" gefehlt, dieVorstellung", dasErlebnis", dieVertrautheit von Anbeginn und aus ihr folgend der Takt, die Griffigkeit die Behandlungsgabe." Und er fällt über diewil­helminische" Periode, zu der er auch das revolutio­näre Menschentum der unmittelbaren Nachkriegs­zeit rechnet, das harte Urteil:Unsere Dinge sind irgendwie schief eingestellt, und wenn wir eines zurechtrücken wollen, dann zerbricht es unter unseren Händen"

Dies Urteil zielt aufs Wesen des Reichsvolks Der Vergangenheit; irgendwie muß eine falsche Grundposition bezogen gewesen sein, irgendwie muß die grundlegende Geisteshandlung in Unord­nung gewesen sein, wenn Möllers Urteil richtig sein soll. Aller Grund aber ist einfach und schlicht, so wird auch die Antwort auf die Frage, was denn da in Unordnung war, schlicht und einfach fein müssen.

Wir von der deutschen Volkstumsbewegung der Nachkriegszeit, die Geist vom Geiste Mollers ist, geben die schlichte Antwort: Trotz desPatriotis­mus" der Vergangenheit fehlte dem kleindeutschen Reichsvolk die volkdeutsche Idee!

Es fehlte, so sagt Möller van den Bruck,d a s Erlebnis". Ja, hatten wir denn nicht unend­lich viel erlebt? Wir hatten die Reichsgründung

erlebt; wir hatten den Aufstieg zu wirtschaftlicher und politischer Weltgeltung erlebt; wir erlebten den Erwerb unseres Kolonialreiches und den Bau un­serer Hochseeflotte, wir erlebten eine geradezu ame­rikanische Entwicklung unseres äußeren Lebens und waren stolz auf die große Leistung, die unsden Platz an der Sonne" auf alle Zeiten zu sichern schien. Wir haben aber bann den Zusammenbruch erleben müssen, der uns all dies nahm, und er­kannten, tief ergriffen und erschüttert, daß wir der letzten Belastungsprobe doch nicht gewachsen waren.Gewogen und zu leicht be­funden", so hörte ich in jenen schicksalsschweren Tagen einen klugen Mann sagen!

Verantwortlich für die deutschen Dinge ist der deutsche Mensch. Ist es mit den deutschen Menschen in Ordnung, so ist es auch mit dem deutschen Volke in Ordnung. Es ist aber nur bann mit bem beutschen Menschen in Orbnung, wenn er in seinem Bewußtsein in ber rechten Weise auf sein Lanb, bas Deutschland ist, und auf sein Volk, das die deutsche Volkheit ist, bezogen ist. Fehlt aber den deutschen Menschen die rechte Bezogenheit auf ihr Land und Volk, dann müssen sie im Politischen unsicher fein, dann fehlt ihnen die rechteVor­stellung", dasErlebnis", dieVoraussetzung", die Vertrautheit von Anbeginn". Dann sind die Dinge irgendwieschief eingestellt", dannzerbricht alles unter den Händen, wenn wir eines zurechtrücken wollen".

Soweit wirPatrioten" waren, ging unsere Liebe auf den kleindeutschen Staat, den der große Kanzler von 1864 und 1871 zurecht­gezimmert hatte. Dieser Staat erschien uns als die Erfüllung der deutschen Geschichte, er erschien uns für die Ewigkeit gebaut; so wie er war, so mußte er erhalten werden. Ohne ihn schien es kein Leben geben zu können. Wir vergaßen, daß der Staat niemals Selbstzweck sein kann, daß er das Haus ist, das ein Volk sich baut, daß er nicht das Volk selbst ist, daß er um der Volkheit willen da ist, daß er zerfallen muß, wenn es mit

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Vom Tag ber Hausmusik.

Unter dem Protektorat der Reichsmusikkammer wurde derTag der Hausmusik" als Werbeveranstaltung durchgefuhrt, in deren Mittelpunkt in Berlin ein hübscher Wagenumzug der Schulkinder stand. Unser Bild zeigt einen Wagen aus dem Werbeumzug:Franz Schubert gibt ein Konzert", dargestellt von einem Kinderorchester.

Deutsche Zugeud besucht Hindenburg.

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Reichspräsident von Hindenburg begrüßt im Garten seines Palais eine Gruppe der Hitlerjugend, die vorher an einem Gottesdienst zum Gedächtnis der Gefallenen teilgenommen hatte.

der Volkheit nicht in Ordnung ist, um derentwillen er da ist: wir haben mit einem Wort imwilhel­minischen" Reich die deutsche Volkheit nicht gesehen, wir waren staatsnational, aber nicht volksnational; wir sahen das Volk vom Staat aus, und sticht, wie es in der Natur der Dinge liegt, ben Staat vom Volk aus, wir waren derEngstirnigkeit des nur staatsbürgerlichen Den­kens" verfallen. Es war ein verkehrtes Sehen, weil wir in der Betrachtung der deutschen Dinge von einem falschen Ausgangspunkt ausgingen: von der Form, aber nicht vom lebendigen Leben selbst. Das lebendige Leben aber ist die Volkheit, ist nicht der oder jener Teil der Volkheit, ist die Volkheit in ihrer Gänze.

Als das zweite Reich jjufammenbrad), da haben vieleim Volke denken" gelernt. Sie sahen auf einmal in die Weite des Raums und in die Tiefe der Zeiten und entdeckten Deutschland und die deut­sche Gesamtvolkheit; Deutschland als den Volksboden aller Deutschen, dem alles deutsche Leben verwurzelt ist, und die deutsche Ge­samtvolkheit als den lebendigen Volkskörper aller Deutschen, dem alles deutsche Leben gliedhaft ange­hört, in welchem Staate der Erde auch seine Heimat liegen mag. Indem sie nunmehr so schauten, er­stand vor ihren Augen ein neues Bild vom deut­schen Boden und vom deutschen Volke: sie sahen auf einmal Die Fülle der Altstämme von den Alpen bis zum Meere, von der Elbe bis zur Volksgrenze im Westen; sie sahen die Fülle der N e u ft ä m m e , die in gewaltigem Kolonisations­werke im Nordosten von der Nordmark aus bis Zum Finnischen Meerbusen hin Europa geformt batten, die im Südosten von der Ostmark aus den Landen längs der Donau hin das Gepräge gegeben hatten, sie entdeckten die Volksgruppen alle im polnisch-russischen Bereich; sie entdeckten das ge­waltige neuzeitliche Kolonisationswerk der Deut­schen in Ueberfee und sahen auf einmal, daß das alles trotz des Zusammenbruchs des kleindeutschen

Reiches noch lebendige Wirklichkeit roati Indem sie so im Volke zu denken begannen, sahen sie sich zugleich gezwungen,in Völkern zu denken". Damit aber war der Bruch mit der liberalen Nationalstaatsideologie des 19. Jahr, hunderts vollzogen. So wie die völkische Bewegung im binnendeutschen Raume denliberalen" Men- schen aller Schattierungen im Sinne Möllers van den Bruck für den Zerfall des Volkslebens veraitt- wörtlich zu machen sich gezwungen sah, so sah sich die Volkstumsbewegung der Nachkriegszeit gezwun­gen, das liberale Staatsdenken der Vergangenheit für den Verfall der Ordnung, nicht nur in ihnen selbst, sondern auch zwischen ihnen verant« wörtlich zu machen: die Vision von der Volkwcr- düng der Deutschen führte sie zu der Vision von der Volkwerdung der europäischen Völker überhaupt und von der Notwendigkeit der Neuordnung ihrer Beziehungen untereinander von einem vernünftigen Raumdenken aus: das 20. Jahrhundert wird, so glauben sie, das Jahrhundert sein, das den Völkern des Abendlandes die Freiheit zu bringen hat, dis sie im Verlauf der neueren Zeiten verloren haben.

Aus der oolkdeutschen Idee erwächst so den Deut­schen ein Sendungsbewußtsein für Eu­ropa, für die Welt. Sie haben endlich zu Herder und zu der Romantik, zu Fichte und zu dem Frei­herrn vom Stein, zum großen deutschen Mittelalter, zu Volk und Reich zurückgefunden.

Von da aus aber haben sich zwangsläufig auch die Anschauungen von dem Verhältnis'zwi­schen Binnend e u t s ch e n und Außen- deutschen wandeln müssen. Wir sind zusam­men ein Volk! Jeder steht als Deutscher in fei- ner deutschen Familie, jede deutsche Familie steht in ihrer deutschen Volksgruppe, ihrem deutschen Heimatvolk, jede Volksgruppe, jedes Heimatvolk steht auf ihre Weife in ber Gesamtvolkheit, bestimmte Funktion im Raume und im jeweiligen Staate für sie ausübend, bald Wall den andern Völkern gegenüber, bald Brücke bildend. Das

Nikolaus Schwarzkopf.

23on Georg Bingel.

Diesem Dichter der deutschen Innerlichkeit ist es nicht leicht gefallen, in seiner hessischen Heimat in dem Maße bekannt zu werden, wie er es längst verdiente. Die Nachkriegszeit mit ihren Wirrungen auch im Buchhandel konnte ihm nicht günstig sein. Nur so war es möglich, daß derartige Köstlichkeiten wie seineMaria vom Rhein", seinRiesele, die Geschichte eines kleinen Pferdes"*) und fein Flickbich, eine rheinische Spatzengeschichte" von Kritik und Publikum kaum bemerkt wurden.

Nikolaus Schwarzkopfs dichterisches Profil hat Georg Schäfer so umriffen: Er gehört nicht zu denen, die in allen Sätteln gerecht, durch immer neue Ueberraschungen blenden und die durch eiliges Mitmachen jeder modischen Strömung eine Bedeu­tung oortäuschen, die ihnen nach Maßgabe ihrer Kräfte nicht zukommt. Er gibt sich ehrlich und auf­richtig und darum hat alles, was er schreibt, den schönen Klang des Wortes, das aus dem vollen Herzen kommt. Was ihm aber feine besondere Note gibt, ist dieses: Seine Liebe zum Kleinen und inach den Üblichen Maßen gemessen) Unbedeutenden, und seine ethische Grundhaltung, die ihn zum Morali­sten macht. Das gibt seinen Werken die Schwere und Erdhaftigkeit. Er ist dabei feinesroeg vom Ob­jekte so gefangen, daß er das Gedankliche über­wuchern läßt Man vergesse auch dies nicht: Schwarzkopf ist Rheinhesse. Fröhlich und verzagt, unruhig und voll listiger Bedächtigkeit, geladen mit saftigem Mutterwitz und doch schwermütig und leid- bewegt; so widerspruchsvoll wie sie dem Betrachter erscheinen, ist ihr Wesen im tiefsten Grunde echt und ungekünstelt. Landschaft und Schicksal haben diese Menschen geformt. In einem Lande geboren, das den Segen Gottes sicherlich zu tragen hat, haben sie Völker kommen und sehen gehen. Kriege und betrübte armselige Zeiten sind ihnen nicht erspart geblieben. Aber in allem Elende gab ihnen die Fröhlichkeit des Landes die Gewißheit, daß man dem Schicksal mit einem herzlichen Lachen eher trotzen könne, als mit kopfhängerischer Muffigkeit. Das fühlt man auch bet Schwarzkopf.

Bei einem Landsmanne hat die Frage nach sei­nem Woher und Wohin besondere Berechtiaung; in einer biographischen Skizze stehen diese Sätze: Ich sollte feiner Zeit Pfarrer werden, aber ich kam mir Inmitten meines dörflichen Alltags so wenig feierlich vor für diesen Beruf, obwohl ich

*)Gießener Familienblätter" Nr. 83 ff. von 1933.

redjt viel Rüstzeug dazu in mir habe, verträumte ihn, bereue freilich nicht, daß ich ihn verträumt, und wünschte nur, ich hätte noch manches verträumt und wäre wieder wie ehedem ein Teil der Schön­heit hinter den Bergen des Odenwaldes, den ich so sehr liebe.

Geboren bin ich zu Urberach, eine Stunde Hin­term Kranichsteiner Park, am ersten Frühlingstag des Jahres 1884. Mein Vater verbesserte gleich den shakespearischen Schustern der Menschen Lebens­wandel, war ein Pflasterer, und derjenige, der meinen Namen ins Hessische brachte, war ein kal­vinistischer Schuster, der anno 1732 aus Salzburg kam Sicher von ihm habe ich einige Tropfen Ne- voluzzerblut in den fanfen Adern, zu viel, um un­belästigt durchs Leben zu stolzieren, zu wenig, um die Dinge der widerborstigen äußeren Lebens nach den Forderungen eines ungestümen Tatendranges eigengesetzlich zu lenken :

Ach, diese Wohlerzogenheit, die ich übrigens einer trefflichen Mutter zu verdanken habe, ist erste und unbedingte Fordernis meiner mit Künstlerschaft be­schwerten Seele, die unter solch tapferem Deckmantel ihre Gänge und Jrrgänge, ihre Abenteuer und ge­heimen Sünden vollbringt, in der Maske einher­geht, umherschweift, um unauffällig hinter die Schliche und Tücken des Lebens zu gelangen, um der Menschenseele nachzuschürfen, um sie den Men­schen bloßzulegen, zu jedermanns Einsicht aufzu­decken, damit dasLeben" erträglicher sich ihnen gestalte!

Ost bin ich der Stadt entflohen, dem überwucher­ten, tollen Treiben, um auf dem Dors in Stille und Einsamkeit, nahe dem Herzen der Natur, nicht allzu fehr beirrt zu sein und gehindert zu sein, nrnne Bücher in freien Stunden zu schreiben. Das erste t,Greta Kunkel") ist die Geschichte eines Oden- waldmäd.chens, dessen Seele überreich mit Sehnsüch­ten belastet ist nach tiefinnerlichem Glück, wie es in der Welt so selten vergeben wird. Dieses Mäd­chen mußte zerbrechen und zerbricht. Ich schrieb Maria vom Rhein", eine Legende, den seltsam un- beiligen Weg einer Greta Kunkel zur Heiligkeit! Wie leicht wurde mir die volle Lösung des dort an­geschlagenen Themas! MeinenMatthias Grüne­wald" (ein Büchlein für Kinder Gottes) lasse ich im°, ex- und depressionistisch sein großes Werk voll­bringen, und in dem KapitelDer Depressionist" habe ich mich über diese so vorlauten Dinge ausge­sprochen, dahingehend etwa, daß jeweils der Mangel an Kraft sich in Schlagworten organisiert.Maria vom Rhein" hat eine größere Leserschaft gefunden, und ich lebe in dem angenehmen Glauben, daß meine weiteren Bücher noch viel tiefer ins Volk bringen, vornehmlich die Geschichte des kleinen Pfer­

des, die dazu berufen ist, Freude zu schaffen. Rie­sele wächst mit den Kindern des Dorfes auf, tollt durch feinen Frühling, sieben Kapitel lang, wird >n den Zirkus geholt, entzückt Abend für Abend die Menschen, wird von der Königin geküßt, vom Krieg in die Kaserne geschleift, von der Revolution durch einen besonderen Glücksfall Kinder haben manch­mal Glück wieder feiner Heimat hinter den Bergen zugeführt, fährt den Herrn Amtsrichter an den Bahnhof, den Herrn Pfarrer übers Gebirg, bringt Christbäume in die Stadt und hat emen überaus wichtigen Freund, den Sauhirten Cornel, der tiefer in die Welt geguckt hat als wir alle ...

Schwarzkopfs Hang zu Grübeleien hat dem Ro­manDer schwarze Nikolaus" den eigenen Ausdruck verliehen. Der Zauber der Legende' weht sich um das Geschehen in seiner ErzählungAmorsbronn", die Schönheit alter tiefer Mystik. Es ist der Roman des Blutes, der inneren Bereitschaft zum Dienste, den jede Frau ersehnt: zur Mutterschaft. Im Mit­telpunkt seines letzten großen WerkesDer Bar­bar" steht die Gestalt des Matthias Grünewald, des erregtesten deutschen Malers, des religiösesten Mei­sters der Christenheit, mit wunderbarer Einfühlungs- fraft gesehen und gestaltet. Grünewald wächst im Schatten feines Jahrhunderts aus dem religiösen und politischen Dorfleben in den Glanz des golde­nen Mainzer Kurfürstenhofs unter Albrecht von Brandenburg, gerät angesichts teuflischer Verschwen­dung m die revolutionäre Stimmung des jungen Luther, der dem Hofe nahesteht, und findet sich nicht mehr zurecht. Er, das Genie, heftet alle seine künstlerischen, reliaiöfen und sozialen Wünsche an den Reformator Doch als dieser sich vom kleinen Volke abwendet, wendet er sich von ihm ab und stürzt sich in die Wirren des Bauernkrieges. Sei­nen geschundenen Gott will er den Bauern einher­tragen, den Pfaffen aus den vergoldeten Taber­nakeln nehmen, den Fürsten aus den blutigen Hän­den schlagen, den Gelehrten aus den müden Stir­nen brechen. In seinen großen Altären hat der das Evangelium Jesu von den italienischen Schnörkeln befreit, hat es entwuchert, hat es auf den einfachen Sinn des Mannes aus Nazareth zurückgeführt: Er­löst Euch, Brüder, so erlöst Euch Gott! Der Dichter läßt seinen Helden dann aus unseren Augen ent­schwinden, die Bauern werden geschlagen und auf- gerieben, er aber so berichtet Caspar Sturm, der Reichsherold aus Oppenheim soll sich am Kar­freitag um die dritte Stunde am höchsten Kreuz der deutschen Christenheit, am Turmkreuz des Mainzer Doms, erhängt haben.

Nikolaus Schwarzkopf lebte zehn Jahre als freier Schriftsteller in Darmstadt und leitet heute die Volkshochschule daselbst. Im kommenden Jahre feiert

er feinen 50. Geburtstag; es wird zu diesem Tag ein neues Werk im Verlag Langen/Müller erschei. nen. 1930 erhielt er den Hessischen Staatspreis. Ec besuchte am Jahrestag des Marsches Mussolinis dis Stadt Rom, am Gedenktag des Friedensschlusses Paris; er hat Wilhelm II. in Doorn besucht, den Papst und Rothschild. Kein Erlebnis aber geht ihm über die Erlebnisse des eigenen Herzens, der un­erschöpflichen Fundgrube eines jeden echten Dichters.

Weil der Erzieher von Jahr zu Jahr größer in ihm wird, hat er neuerdings im Reichsverband der deutschen Schriftsteller die Amtswalterschaft des Erzählers für den Gau Hessen und Nassau über­nommen. Als solchem liegt es ihm ob, jungen Dich­tern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

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Seine Bücher:Der schwarze Nikolaus",Amors- bronn" undDer Barbar" (sämtlich Albert San- genz@eorg Mütter),Greta Kunkel" (Bd. 95 ber Zweimarkbücher des gleichen Verlags),Riesele" (Hermann Eichblatt, Leipzig,Geleitwort zu Dü­rers Kupferstichpassion" undVorm Jsenheimer Altar". Eine Andacht. Mit 12 meist farbigen Bild­tafeln. (Beide: Furche-Verlag; beide z. Zt. vergrif­fen.)

6otf>fd>ulnadiricbfen.

Eine Reihe von rechtswissenschaftlichen Drbina« riaten sinb in bieten Tagen neu besetzt worben. Es würben ernannt:

Der Privatbozent Dr. Max Kaser (bisher in Gießen) zum Drbinarius in Münster;

der nichtbeamtete a. o. Professor Gustav Abolf Walz (bisher in Marburg) zum Drbinarius in Breslau;

die Privatbozenten Dr. Ernst Forsthoff (bis­her in Freiburg i. Br.), Dr. Heinrich Henkel unb Dr. Fritz v. H i p p e l (beibe bisher schon in Frankfurt a. M.) zu Drbinarien in Frankfurt am Main;

die Privatbozenten Dr. Karl Siegert (bisher in M ü n ft e r) unb Dr. Hans Würbiger (bis­her in München) zu Drbinarien in Göttingen;

der Privatbozent Dr. Siegfrieb 9t e i cf e (bisher in Berlin) unb ber nichtbeamtete a. o. Professor Dr. Erwin Wiskemann (bisher in Marburg) Zu Drbinarien in Königsberg.

Professor Dr. Ebuarb August Martin, ber bekannte Gynäkologe unb langjährige Drbinarius für Geburtshilfe an ber Universität Greifswald, ist in Berlin, wo er seinen Cebensabenb ver­brachte, 87jährig gestorben Martin, ein gebore­ner Jenenser, war seit bem Jahre 1907 emeritiert-