Ausgabe 
28.9.1933 Erstes Blatt
 
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etenntnis m Volks, ur Schilksalsverbun. leren notleidenden Der bereits genannte Preis ls Höchstpreis amusehen, der ' die Eastwirtschasten Leden- zweisellos in der heutiaen, Mißwirtschaft verursachten amilien, die mit einem weit isbetrag für jede Person ihren > müssen. Einzelpersonen aber, i )en Gasthäusern essen, werden m Durchschnitt weit mehr als i.

6intopfgerid)t bezweckt, daß of[e nod) fparfamtr ren Sonntagen, um frag [einen(jungetu> Schwestern zur Der- Das ist Sv;iati s»rus zrgen hunger und Kalte!

nalvoüzeMeGießen gegen das Belieiunwefm. n den letzten fahren gerade n der Stadt zu einer Plage it der allgemein angeordneten 'ttelunwesens merNich nachge- wo seither bis zu zehn und .rochen hatten, sieht man hm! n sechs lagen des verstärkten rben 15 Bettler feftgenommcn 1 zugesührt. Außerdem wurden fSSÖS 7 !

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wurde der Staatsanwaltschaft Gießen nach Fessel- hing des Tatbestandes vorgeführt.

Ein Schneider aus Gießen, der vom Arbeitsamt eine Arbeitsstelle bei einem Landwirt in Echzell ver­mittelt bekam, Hot 4n gemeiner Weife einer Mit­arbeiterin gegenüber den Herrn Reichskanzler be­leidigt. Er mürbe deshalb gestern durch das Son- derkommando der Staatspolizei hier fcstgenommen, weil er bereits feine Arbeitsstelle verlassen hatte.

Durchsuchungen in Buhbach.

9n Butzbach war beobachtet worden, daß der Sohn eines dort wohnhaften früheren SPD.-Funk- tionars iv einer Straße verschiedene Familien aus­gesucht Halle. Es bestand daher der begründete Verdacht, daß illegales Material zur Verbreitung gekommen fei. Aus diesem Grunde wurden am Dienstagoormittag durch Beamte der Staatspolizei­stelle Gießen und 10 Beamte der Landespolizei in Butzbach bei etwa 12 Familien Durchsuchungen vor­genommen. Beschlagnahmt wurden eine größere Menge marxistischer Bücher und Broschüren, sowie Schriftlichkeiten, Mitgliedsbücher der SPD. usw. Außerdem wurde noch ein Zielfernrohr für ein Maschinengewehr, das ehemaliges Heeresgut bar-

Heraus mit dem Groschen als Kampf­munition gegen Hunger und Kälte!

Dir dankt die Nation!

Spende

auf Postscheckkonto Berlin Nr. 77100, NS.-volk»- Wohlfahrt Reichsführung. Konto Winter Hilfswerk oder auf da» gleichlautende Konto bei der Reichsbank.

stellt, beschlagnahmt. Bei dem Besitzer des Zielfern, rohres wurde weiterhin im Keller ein Bund Schlüssel zu Vorhangschlössern oorgefunden und be- fchlagnahmt, meil bereits der Verdacht gegen den Betreffenden bestand, Keller- und Gartenhausein- brüche auszuführen. Am Rathaus in Butzbach war der Verdächtige wegen Feldfrevels auch schon am Pranger.

Bekanntmachung des Führers der NSLB.

Der Führer des Nationalsozialistischen Lehrer- bundes gibt, wie die NSK. mitteilt, über die Neu- reaelung der Beitragseinziehung folgendes bekannt:

Jedes Mitglied im NS.-Lehrerbund ist verpflich­tet, an den Lehrerbund direkt Beiträge zu zahlen; über die Höhe dieser Beiträge wirb noch entschieden. Die seinerzeit von der Reichsleitung des NSLB. erlassene Mitteilung, wonach die Mitglieder aus organisatorischen Gründen in den alten Verbänden verbleiben sollten, ist in Hinsicht auf die vom NSLB. eingerichteten Fachschaften nunmehr hin- sallm. Diese Regelung tritt ab 1. November 1933 in Kraft.

NS.-Fachschast für Dentisten Kreis Gießen.

In der jüngsten Monats-Pflichtversammlung der NS.-Fachschaft für Dentisten, Kreis Gießen, die wie man uns berichtet im Hotel Hindenburg unter dem Vorsitz des Fachschaftsleiters Pg. Kol- lege Mangelsdorff stattfand, hielt nach den Begrüßungswonen des Leiters Pg. Michel- Gießen einen Vortrag über die politische Lage. Der Redner beleuchtete zunächst die Rolle des Juden­tums und den Klassenkampf während der Herr­schaft der früheren Regierungen, die Außenpolitik Stresemanns, sodann die Einwirkung jüdischer Mu­sik, Kino und Plastik, ferner die von jüdischer Seite ausgehende Hetze gegen das nationale Deutschland. Er beschloß seine Darlegungen mit dem Hinweis darauf, daß jeder Deutsche verpflichtet sei, mit aller Tatkraft mitzuhelfen am Wiederaufbau unseres deutschen Vaterlandes.

Als zweiter Redner des Abends sprach Gaufach, schaftsführer Pg. Kollege ©er f e über die Anord- nungen der NSDAP., die Einstellung zum Reichs­verband Deutscher Dentisten, die Zugehörigkeit aller Dentisten zur NS.-Fachschaft, nicht nur der NS.» Mitglieder, über die Vorbereitung der Ständekam- mer und die Richtlinien für den Existenzkampf des deutschen Volkes, über das Führerprinzip, die Be­rufsstände in Gegenwart und Zukunft, Politik und Standesgefchichte, weiterhin über das Unwesen ge­wissenloser Schwätzer, den Anspruch auf Arbeit und die Aufstiegsmöglichkeiten im Beruf.

Der dritte Vortrag des Abends wurde von Pg. Direktor B u ch e r - Frankfurt a. M. über die Ent­wicklung des Berufsstandes und seine Bildungs­belange gehalten. Der Redner beschäftigte sich zu­nächst mit den Fragen der Schul-, Berufs- und Fachschuldildung, sodann mit dem Werdegang und ^^.^^kgsaussichten, ferner mit der Berufsge- N'chk?, dem Leistungsprinzip, der Ausbildung der ^^-^auten, dem Berufsbildungsverfahren des deutschen Dentisten für das deutsche Volk, mit dem *.^rj?SDer^ren &er Volksgemeinschaft für die praktische und theoretische Ausbildung und mit der u rUfu.n$ des Lehrstoffes usw. Der Redner betonte besonders:Unser Berufsstand ist so viel wert, als mir fetbft wert |ini>. Wir haben für Hypothesen keinen Sinn. 1 1

An der Versammlung nahmen 37 Partei- und Derujskameraden aus den Kreisen Gießen Fried- berg, Büdingen und Schotten teil. Der Fachschafts, later Pg. Kollege M a n g e ^s d o r f f dankte den Vortragenden für ihre interessanten und lehrrei- chen Darlegungen, gab weiter einige Verfügungen bekannt und schloß Die Versammlung mit breimali- gern Sieg-Heil auf ben Führer und bas beutfebe Daterlanb. ' '

Hessischer Sängerbund.

Man schreibt uns: Die letzten Monate unb Wo- chen haben für ben Hessischen Sängerbunb unb - seine Organisationen eine gewaltige Aenberung ge- bracht. Es Dürfte heute wohl keinen Männergesang, verein mehr geben, der abseits steht. Aber auch die Chordirigenten schließen sich jetzt zu einer festen und einheitlichen Organisation zusammen, um als Glied des Hessischen Sängerbundes in engster Füh- lungnahme mit diesem und in gemeinschaftlicher Arbeit im Dienste für Volk und Vaterland zu wir« ken. Herr Simrock (Offenbach) als kommissarischer Beauftragter des HSB. wird am Samstag um 15 Uhr in Gießen im Gewerkschaftshaus über »Zweck und Ziele des Hess. Chordirigenten-Verban. des" sprechen. Es wird erwartet und allen Chor« Dirigenten von Gießen und Umgegend zur Pflicht gemacht, an dieser Versammlung teilzunehmen.

Gießener Wochenrnarttpreise.

* G i e ß e n, 28. Sept. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,20 bis 1,30 Mark, Äochbutter 1,10, Matte 20 bis 25, Käse, das Stück 4 bis 10 Pf., Eier (inländische) 12, Wirsing (grün), das Pfund 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 10, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 10, Bohnen (grün) 16 bis 20, Unterkohlrabi 8, Tomaten 8 bis 10, Zwiebeln 10, Meerrettich 25 bis 60, Kürbis 6, Kartoffeln 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 6, Pfirsiche 25 bis 30, Brombeeren 35, Preißelbeeren 25 bis 30, Aepfel 10 bis 20, ®irnen 8 bis 15, Zwetschen 5 bis 7, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 65 bis 70, Gänse 80, Tauben, das Stück 45 bis 60, Blumenkohl 10 bis 40, Salat 5 bis 10, Salatgurken 15 bis 20, Einmach, gurten 1 bis 3, Endivien 8 bis 15, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10 Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 20, Radieschen, das Bund 5 bis 10 Pf.

Vornotizen.

Tageskalender für Donnerstag: Hausfrauen-Beratung, 16 Uhr, Kirchenplatz 2, Film. Vorführung:Frau und Kleid im Wandel der Zeit". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Lachende Erben" mit Heinz Rühmann und Lien Deyers.

Die Vereinigung für koloniale Wiedergewinnung veranstaltet am kommen- Den Samstag, 20.30 Uhr, im Vereinsheim Dippel, Neustadt, eine Versammlung zwecks weiterer Wer­bung für den kolonialen Gedanken. Kriminalhaupt­wachtmeister Schneider, ein früherer Soldat und Mitkämpfer unserer Schutztruppe in Deutsch- Sudwest, wird einen Vortrag über das Thema: Erwerb und Kämpfe um Deutsch-Südwest" halten. Eintritt frei, Gäste sind willkommen.

*

** Stundenweise Sperre der Kirch, st raße während der Herbstmesse. Von der Polizeidirektion Gießen wird mitgeteilt: Wäh. renb der Dauer der Herbstmesse vom 1. Oktober bis 8. Oktober auf Oswaldsgarten wird die Kirch-

ftraße zwischen Neustadt und Wetzsteingasse täglich von 11 Uhr ab für den gesamten Durchgangsverkehr polizeilich gesperrt.

** Die Herd st-Messe in unserer Stadt be- ginnt am kommenden Sonntag und wird bis ein­schließlich Sonntag, 8. Oktober, dauern. Zu dem Schau- und Verkaufsmarkt auf Oswaldsgarten sind zahlreiche Geschäfte eingetroffen, die in unserem heutigen Anzeigenteil zum Besuche einladen. Die Messe ist werktags von 14 bis 22 Uhr, Sonntags von 14 bis 22.30 Uhr geöffnet.

* Das Lichtspielhaus Gießen bringt am kommenden Montag, 2. Oktober, mit einer Fest­vorstellung den Grönland-ExpeditionsfilrnS O S Eisberg", eine Produktion der Deutschen Uni- versal-Film-AG., zur süddeutschen Uraufführung. Die Regie führte Dr. Arnold Fanck, der durch seine früher erschienenen FilmeWunder des Schneeschuhs",Der heilige Berg",Stürme über dem Montblanc" unbDer weiße Rausch" sehr bekannt geworden ist. In den Hauptrollen des neuen Filmwerks sind u. a. Leni Riefenstahl, Ernst Übet, Gustav Diehl, Sepp R i st unb Walter Riml beschäftigt. Der Film führt in bie interessantesten Teile von Westgrönland, er würbe auf schwimmenden Eisbergen unb in einer Polar- lanbschaft ausgenommen, bie bisher noch von keinem Menschen betreten würbe. Der Film bürste auch bei uns in Gießen allgemeines Interesse finben.

** E i n Unglücksfall durch flüchtende Schweine ereignete sich heute gegen 9 Uhr in Der Marburger Straße, Ecke Wiesecker Weg. Ein mit zwei Pferben bespannter Wagen bes Landwirts Schudt aus Londorf führte zwei Schweine mit sich, die plötzlich von dem fahrenden Wagen sprangen und davonliefen. Die dadurch scheu gewordenen Pferde rasten mit dem Wagen gegen ein vor der Tankstelle Neils & Kraft stehendes Mercedes-Per­sonenauto. Das Auto wurde vollständig zertrüm­mert. Die Pferde erlitten schwere Verletzungen. Die beiden Schweine mußten notgeschlachtet wer- den. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Vor derSraunen Messe" in Gießen.

Der Aufbau im Gauge.

Man schreibt uns: In ben Tagen vom 30. Sep. tember bis 8. Oktober wirb bie Volkshalle in Gießen das Ziel ber ganzen Gießener Bevölkerung sein. Aber nicht bie Gießener allein, sondern die um­liegenden Ortschaften werben, das läßt sich schon jetzt erkennen, derBraunen Messe" in Gießen die gleiche Anteilnahme entgegenbringen. Es ist ja auch nicht so, daß dieBraune Messe" irgendeine Schau ist, die von Nutznießern veranstaltet wird, um den Aus- stellern Opfer aufzuerlegen, sondern den Nutzen soll allein der Aussteller haben, sei es im direkten Ab- satz, sei es in der Werbung neuer Kunden.

Inzwischen hat der Aufbau der Messe begonnen. Die Handwerker find eifrig dabei, die Stände zu- sammenzunageln. Geschäftige Frauen vernähen Hunderte Meter von Nesseln, damit der Beschauer eine saubere, einheitliche Messe sehen kann.

Es ist aber nicht allein dieser Aufbau, der er­wähnenswert wäre. In diesem liegt vielmehr schon der tiefere Sinn derBraunen Messe", der Arbeits- beschafsung heißt. Wieviel größer ist die Beschäfti- gung in Gießen durch dieBraune Messe"! Wieviel mehr Tagewerke erfordert dieBraune Messe"? Das zu überlegen lohnt sich, dann wird jeder zu der Uebergeugung kommen:Braune Messe" heißt Ar- beitsbeschassung, und nach derBraunen Messe" soll jeder in diesem Sinne zum Wohle der gesamten Volksgemeinschaft weiterwirken.

Sonntagsrückfahrkarten zur Braunen Messe.

Die Ausstellungsleitung gibt bekannt, daß im Umkreis von ungefähr 35 Kilometer um Gießen und von den oberhessischen Bahnhöfen Alsfeld und Büdingen am 30. September 0 Uhr bis 2. Oktober 24 Uhr, am 4. Oktooer von 0 Uhr bis 24 Uhr unb vom 7. Oktober 0 Uhr bis 9. Oktober 12 Uhr Sonntagsrückfahrkarten für bie Mcffebefucher ausgegeben werden.

Am Gamstag Eröffnung.

Der Gau-HAGO.-Führer Pg. Schmidt, Wies- baden, wird am Samstag, 30. September, 11 Uhr,

die Braune Messe in der Dolkshalle zu Gießen er­öffnen. Die Schirmherrschaft hat Reichsstatthalter Sprenger übernommen. Veranstalter ist bas Institut für Deutsche Wirtschaftspropaganda e. V., Referat Messe und Ausstellung in der obersten politischen Leitung der NSDAP., in Verbindung mit der NS.-HAGO.°Kreisführung Gießen.

.Das Eröffnungsprogramm:

1. Einmarsch der Fahnen.

2. Badenweiler Marsch, gespielt von der SA.- Kapelle der Standarte 116 unter Leitung von Musikzugsührer N i e b e r g a 11.

3. Ansprachen:

a) NS.-HAGO.-Kreisführer Schimmel, Gießen, b) Landesbeauftragter W. Steinecker, Dort- mund.

c) Stabsleiter Jakob, Berlin.

d) Kreisleiter Dr. Harth, Gießen.

e) NS.-HAGO.-Gauführer Schmidt, Wies­baden, M. d. L.

4. 1. Strophe Deutschlandlied, 1. Strophe Horst- Wessel-Lied.

5. Abmarsch der Fahnen.

6. Rundgang durch die Ausstellung Volkshalle.

7. Rundgang durch die Ausstellung Liebigshöhe.

Kundgebung

des gewerblichen Mittelstands.

Im Zusammenhang mit derBraunen Messe" wird am kommenden Dienstag eine Kundgebung des gewerblichen Mittelstandes stattfinden. Zu die- fern Zwecke ist ein Werbeumzug des Handwerks vorgesehen, der sich um 14.30 Uhr im Wetzlarer Weg in Richtung Frankfurter Straße aufstellen wird. Alle Innungen, sowie sämtliche Ortsgruppen der NS.-Hago und der GH©, des Kreises Gießen werden sich mit ihren Fahnen an dieser Werbekund- gebung des Mittelstandes beteiligen. Der kommissa- r'sche Vorsitzende ber Handwerkskammer für die Provinz Oberhessen und NS.-Hago - Kreisführer, Herr Schimmel, ruft in unserem heutigen An- zeigenteil zu dieser Kundgebung auf.

Kundgebung der Gastwirte

Unter starker Beteiligung der Gastwirte fand gestern nachmittag im Cafö Leib eine Kundgebung des geeinten deutschen ©aststättengewerbes im Kreise Gießen statt. Die Kundgebung war gleich- zeitig bie Gründungsoersammlung der Ortsgruppe Gießen des Reichseinheitsverbandes des deutschen Gaststättengewerbes. Der Saal war mit Haken- kreuzflaggen geschmückt, die Bühne aber besonders mit den Bildern des Reichspräsidenten von Hinden­burg und bes Volkskanzlers Adolf Hitler. Leben- Diges Grün umgab die beiden Bildnisse. Die Ka­pelle der SA.-Reserve leitete mit einem schneidigen Marsch die Kundgebung ein unb trug auch im weiteren Verlauf durch prächtige musikalische Dar­bietungen zur Verschönerung der Versammlung bei.

Kreisleiter Soldan

begrüßte im Namen der Ortsgruppe Gießen des geeinten deutschen Gaststättegewerbes die Teilneh­mer, besonders aber den Standartenführer Cutter, die Vertreter von Provinz, Kreis, Stadt, Polizei, Des Gewerbeaufsichtsamtes, Der Handwerkskammer usw., die ihr Interesse am Gastwirtsgewerbe durch ihre Teilnahme kundgaben.

Bürgermeister Or. Hamm

hieß die Teilnehmer der Kundgebung im Namen der Stabt Gießen herzlich willkommen, überbrachte die Glückwünsche ber Stabtverwaltung, bes Kreises unb auch bes ©ewerbeaufsichtsamtes unb wies darauf hin, baß das ©aftftättengeroerbe gewisser­maßen als die Visitenkarte einer Stadt betrachtet roerben könne. Für bas Ansehen einer Stabt sei nicht zuletzt bie Tatsache entscheibenb, rote Der Frembe, ber nach Gießen komme, in ben Gaststät­ten untergebracht sei.

Die Slabfoerroalfung erachte es für ihre Auf­gabe, das Gewerbe nach besten Kräften zu unterstützen und enge Verbindung auch mit den Gastwirten zu halten.

Man wisse bei ber Stabtverwaltung Gießen, baß eine Behörbe nicht um ihrer selbst willen ba sei, fonbern bazu, ben Bürgern unb ben Gewerbetrei-

benben, burch Die ja bie Stabtverwaltung berufen worden sei, nach besten Kräften zu bienen um Das Wohl der Volksgemeinschaft willen.

Polizeioberinspektor Beate

begrüßte die Versammlung im Namen des neuen Polizeidirektors Jost und sprach in seinen weiteren Ausführungen über die den Gastwirten ganz beson- bers naheliegenden Fragen (Vergnügungssteuer, Konzessionen usw.) und gab dabei Ausblicke für die Zukunft, bie eine Besserung erhoffen ließen.

Kreisleiter Soloan

sprach sodann kurz von ber Notwenbigkeit ber Zu­sammenfassung bes Gastwirtsgewerbes, bas wieder aufgebaut werden müsse, nicht um seiner selbst willen, sondern um des Wohles des Vaterlandes willen. Der Gastwirt habe in seinem Lokale beste Gelegenheit, dahin wirken zu helfen, Daß jeDer deutsche dem Nationalsozialismus zugeführt werde. Heute habe man keinen Terror mehr zu fürchten, es müsse aber auch jeder Unzufriedenheit die Spitze abgebrochen werden, wenn Die Entwicklung nicht so rasch zum Besseren sich vollziehe, wie es wohl mancher erhoffe. Jedem Nörgler müsse man die Frage vorlegen, wo er denn gestanden habe, wäh­rend die SA. auf der Straße Gut und Blut geopfert und das Vaterland vor dem Bolschewismus ge­rettet habe. Es gelte nicht immer nur an die Tages­kasse zu denken, es müsse aufgeräumt werden mit all Dem bisher üblichen Egoismus. Der Idealismus müsse an dessen Stelle treten, denn nicht der Geld­beutel sei die Hauptsache, sondern die Seele des deutschen Menschen. Wer das heute noch nicht ver- stehen wolle, müsse mit kräftigeren Mitteln zum Verständnis dessen gebracht roeroen. (Beifall.)

Als Hauptredner der Kundgebung sprach so­dann ber

Verbands-Gauverwalter

Oöring-Oarmstadt

über bas Thema:Die Aufgaben unb Ziele des Reichseinheitsverbanbes

des deutschen ©aststättengewerbes*» Er, der Redner, freue sich, so führt er aus, einer so stattlichen Versammlung beiwohnen zu dürfen. Be­sonders freue er sich aber, ben Führer ber SA. unb Die Vertreter ber Behörden in so stattlicher Zahl anwesend au sehen. Er (der Redner) habe bie Aus­gabe gehabt, in ber Gleichschaltung bes 6000 Ver­eine umfaffenben ©astwirtsverbandes mitzuwirken. Dabei habe er viel Not gesehen unb von viel Not gehört. Leiber habe man in ber Vergangenheit bem ©astwirtsgewerbe sehr wenig Verftänbnis entgegen­gebracht. Was ben berufsständischen Ausbau an- betreffe, so seien bafür einzig unb allein bie Richt­linien unb bie jeweiligen Maßnahmen bes Führers mahgedenb.

Für einen berufsständischen Ausbau sei Voraus­setzung, bah alle, die ben Berufsstand bi Iben sollen, eines Sinne» feien. Dieses Ziel müsse aber erst erreicht werben.

Das Gastwirtsgewerbe habe lange um seine An­erkennung ringen müssen. Jetzt seien die Vertreter des Gewerbes anerkannt. Der Berufsstand fei nun­mehr vom Hotelbesitzer bis zum kleinsten Hafen- Aechenwirt geschlossen. Es werde an sich kein Unter» schied mehr Awischen den Mitgliedern gemacht. Der Pflege der Facharten und ihren Notwendigkeiten werde man naturgemäß auch in Zukunft alle Auf- merksamkeit zuwenden. Der einzige Verband, der für das Gaftstättengewerbe existiere, fei der Reichseinheitsoerband des deut­

schen Gaststättengewerbe s". Andere Or­ganisationen seien erloschen. Das Gastwirtsgewerbe habe damit als erster Berufsstand seine völlige Einigung vollzogen. Von dieser Organisation dürfe sich heute niemand mehr ausschließen. In Hessen sei die Zusammenfassung fast aller Gastwirte Durch­geführt. In Gießen aber sei durch den Kreisleiter Sold an und durch die Führung vorbildlich ge­arbeitet worden. Was die Beiträge zur Organi­sation anbetreffe, so könne jedes Mitglied dessen versichert sein, daß auf das Sparsamste geroirt- 1 schäftet und eifrige Arbeit für die Beiträge geleistet werde.

Das die Gesamtheit des Gewerbes angehe, so stehe fest, bah e» mit etwa 30 v. h. übersetzt sei. Da» sei deshalb so gekommen, weil Konzessionen allzu freigebig erteilt worden seien.

Man stehe vor der Notwendigkeit der Reduzierung der Konzessionen. Neue Konzessionen zu erteilen, wäre verbrecherisch zu nennen. Es dürfe in keiner einschlägigen Betriebsart ein neuer Betrieb errich­tet werden. Unrentable Betriebe gelte es auszu­merzen, wenn das auch mit aller Vorsicht geschehen müsse. So seien insbesondere von Brauereien, Brennereien und Weinhandlungen Lokale einge­richtet worden, die den Absatz der Produkte sichern sollten. Mancher Gastwirt, der eines dieser Lokale in Pacht oder überhaupt übernommen habe, habe Dabei (durch Einbehaltung der Kaution) sein Vermöaen verloren. Er sei bann meist durch ein neues Opfer abgelöst worden. Solche Betriebe dürft ten nicht mehr weiter existieren. Die Inhaber der betreffenden Lokale müßten eben die Konsequenzen ihrer Fehlspekulationen tragen. Bei der Beurteilung von Konzessionen solle in Zukunft unbedingt der Amtswalter des ©aststättengewerbes gehört wer­den, wie überhaupt in allen Fällen, die ben Be- rufsftand betreffen, der Amtswalter zu Rate ge- zogen werden solle. Was Die Frage Der Steuern anbetreffe, so verspreche er, ber Rebner, nichts, was er nicht halten könne. Fest stehe, daß die Regierung gegenwärtig auf jeden Pfennig angewiesen sei, der an Steuern eingehe. Im Frühjahr werde aber eine neue Form der Steuergesetzgebung erscheinen. Im neuen Staate gebe es bann keine Sonderbesteuerun­gen einzelner Gewerbe mehr, sondern jedes Gewerbe werde gleichmäßig mit Steuern belastet. Daß der Gastwirt mit 32 verschiedenen Steuern belegt sei, habe nur die vorhergehende Regierung fertigbrin­gen können.

Als sehr ungerecht empfinde man die Getranke- steuer. Sie werde bie erste fein müssen, Die falle. Bei Der Senkung Der Bierpreise müß- ten Die Bierbrauereien stärker herangezogen wer- den. Das Bierpreisdiktat müsse au Gunsten der Gastwirte eine Aenderung erfahren. Vor dem Kriege habe man 17 bis 18 Mark für den Hektoliter bezahlt, heute müßten 42 bis 43 Mark dafür an­gelegt werden. Der gegenwärtige Preis des Bie­res fei durch nichts gerechtfertigt, denn Hopfen und Malz feien billiger geworden. Eine Erhöhung des Bierpreises könne in Zukunft nicht durch einen ge- rtngeren Umsatz entschuldigt werden, vielmehr müsse es dahin kommen, daß auch derkleine Mann" wieder sein Glas Bier trinken könne.

Die Zugehörigkeit zum Verbände schließe für bie Mitglieder nicht nur Rechte in sich, sondern auch Pflichten. Jeder müsse allmählich mit dem Seift des Nationalsozialismus eins werden. In der klein­sten Ortsgruppe müsse Arbeit im Geiste des Na- tionalsozialismus geleistet werden.

Ls Dürfe nicht mehr nur Konkurrenzkampf, haß und Brotneid herrschen, sondern vielmehr der Wille zur gegenseitigen Förderung, wer in Zukunft Schleuderpreise halte, werde die schärftten Gegenmaßnahmen erwarten müssen. Zum Schluß feiner Ausführungen kam der Red- ner noch auf das bevorstehende" Erntedankfest zu sprechen und betonte, daß hinter den damit ver- bunbenen Maßnahmen tiefer Gemeinsinn stehe. Der Gastwirt werbe angehalten, an jenem Tage nichts anderes, denn ein Eintopfgericht zu verabreichen. Jeber muffe zum Opfer bereit fein. Der Gastwirt muffe sich in jeber Hinsicht in bie Volksgemeinschaft einfugen, jeder müsse in ihm den verläßlichen Volks- genossen sehen können, dem in allen Stücken zu ver­trauen ist. (Lebhafter Beifall!)

©augeschättsführer Repp (Darmstadt) machte in kurzen Worten auf die Möglichkeit des soforti- gen Eintritts in die Organisation der Gastwirte aufmerksam und empfahl, sich um die Mitgliedschaft zu bemühen.

Standartenführer Lutter

dankte in kurzen Worten für die freundliche Ein- ladung und betonte, daß die SA. in Oberhessen bei 90 o. H. aller Gastwirte viel Verständnis ge­funden habe unb stets unterstützt worden sei. Das solle nicht vergessen sein.

Es werde auch nicht vergessen, wie mancher arbeitslose SA.-Kamerad kostenlos am Tische des Gastwirts gegesien habe, und wie manche Spende gekommen fei von diefer Seite, ohne daß ein Jlatne genannt worden wäre.

Für all das werde das WortTreue um Treue!" Geltung haben.

In feinem Schlußwort sprach

Kreisletter Soldan

noch von ber Durchführung ber Abgabe ber Ein- topfgerfdjte. Hier müsse, wie ber Gast, auch der