Ausgabe 
28.1.1933 Frühausgabe
 
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Aus der Provinzialhauptstadt

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ist, wie aus boot um infen.

das Interesse, das die Ausstellung am Eröff­nungstage gefunden hat. hat sich auch weiterhin stark erhalten. Lieder die Ausstellung der Räh- stube, die voraussichtlich am 2. Februar begin­nen to;ri), werden noch nähere Angaben bekannt­gegeben.

Der Zeitpunkt des Beginns der Walter-Gra- rnattä-Ausstellung bleibt bestehen; die Eröffnung findet am 12. Februar statt.

Au Au st der Starke. Zeitgenössisches Gemälde von L. de Siloestre.

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König, Kriegsmann, Herkules

Zum 200. Todestage Augusts des Starken am -1. Februar.

Don Maximilian pallanca.

We Müh'. Iber als oer Teller mit isgericht, da vor Freude ine FreuM nie es nicht ief gekrankt nb weigertc zu essen- m Londoner tragen über fiAoo r°- 150 Tonnen Innen PleU Am teuersten sertiere-, 6in

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30; Berkaufsangestcllte 30; Kaufmännische Ange- stellte 30 (im Rahmen des Rotwerks); Drucker und Scher 30, Maler und Weißbinder 40, Elek­triker 30, Zimmerer und Glaser 40, Bauschlosser und Dreher 40, (werden dem Rotwerk angeglre- dcrt); Segelflugzeugbau 30; Buchbinder 20 (wird dem Rotwerk angegliedert); Schuhmacher 10, Fri­seure 10, Kraftfahrer 10, Polsterer 10, Schneider 10 Gärtner und Landwirte 20, Maurer usw. 25. (im Rahmen des Rotwerks); Maschinenschlosser, Installateure, Mechaniker. Former und Dreher in Gießen 50 «wird dem Rotwerk angegliedert); Maler und Weißbinder in Heldenbergen 30; der­selbe in Heldenbergen 40; Maler und Weihbinder in Garbenteich 30, Maler und Weißbinder in Watzenborn 40, Schreiner in Lauterbach 25, Ma­ler und Weißbinder in Friedberg 35, derselbe m Friedberg 45 (werden dem Rotwerk angegliedert); Kausmännische Angestellte in Friedberg 20, Me­tallarbeiter in Friedberg 30, übrige Berufe m Friedberg 50, Bauhandwerker in Rieder-Flor- stadt 30, übrige Berufe 30, Bauhandwerker m Bad°Rauheim 20, Metallarbeiter 20, übrige Be« rufe 20, Bauhandwerker in Grünberg 50. Gärtner und Landwirte 50, Kaufleute und übrige Berufe 50, Angelernte in Gießen 50, Bauhandwerker in Dutzbach 20, Angestellte 15, übrige Berufe 25, (im Rahmen des Rotwerks).

Menschenleben lang währenden Nöten Leibes und der Seelen in Deutschland während der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts Bahn brach: auf eine Epoche der Zerstörung, des Verhungerns, der unaufhörlichen Todesjurcht folgte als verständliche Reaktion eine Epoche der Sehnsucht nach Buntheit, nach Fülle, nach Sinnönwärme kulturhistorisch gesprochen: Deutschland tritt ein in die Zeit der Hochblüte des fülligen, k r a s t st r o tz e n - den Barock, dieses auf Wucht, Schwung, Maste gestellten Ausdrucks eines schier unbändigen Lebens- gesühls. Das geringe Volt ebenso wie die Fürsten stellten das neue Sein deutschen Friedens nach drei­ßig Jahren hindurch währendem Absturz und Chaos auf Freude, auf Fest, auf verschönenden Glanz. Am schnellsten begannen die Lande der albert,Nischen Wettiner, dieses seit Jahrhunderten in Sachsen regierenden Fürstenhauses, sich dank ihrer günstigen Lage im Herzen Deutschlands und dant der Rührig­keit ihrer Bevölkerung zu erholen. In der Residenz­stadt Dresden erwachte ein Glanz niegesehener Art hier allen anderen Fürstenhösen voran wurde das festliche Beispiel der Hofhaltung zu Paris und Versailles wirksam; auch die Wettiner hielten, gleich den Wittelsbachern, den Welfen, den Habsburgern und den meisten anderen deutschen Dynastien, auf Ruhm und Ansehen ihres Hauses und ihrer Resi­denz. nie zuvor gekannte Pracht und Festlichkeit rauschte durch Dresdens Straßen; es wechselten rit­terliche Spiele mit Mummereien, feierlichen Um­zügen. Feuerwerken, Tierhetzen, Wettkämpfen, prunkvolle Bauten entstanden in schneller Folge, Dresden ward zu einem Mittelpunkt ita­lienischer und französischer Kunst in Deutschland, der Hof gab Signal und Beispiel zu einer freien, un­gehemmten Lebenshaltung, die, an Fest, Kunst, Wein und Liebe verschenkt, oftmals aus der Reaktion auf schwere Vergangenheit heraus abglitt in Sittenlosigkeit. In diese Zeit, in diese Umwelt, in diese Einstellung zum fürstlichen Dasein hineinge- borcn wurde jener Augustder Starke, St u r = f ü r ft non Sachsen und König von P o - len, dessen rau'cherfülltem Leben nachzugehen die zweihundcrlsle Wiederkehr seines Todestages am 1. Februar berechtigten Anlatz gibt; sein Leben, Lieben und Trachten will verstanden sein aus der Erbmasse heraus, die ihm Zeit und Zeitgeist zu­erteilte und die er verwaltete mit Lust und einge­borenem Trieb wenn auch zum Schaden seines posthumen Rufes und Ruhmes

Es war ein Himmelfahrtstag, jener 12. Mai alten Stiles im Jahre 1670, an dem die Kurprinzefsin Anna Sophie, die sanfte und qelehrsame Tochter des Dänenkönigs Friedrich III., ihrem Gemahl, dem Kronprinzen Johann Georg, vom Jahre 1680 ab Kurfürst Johann Georg III. von Sachsen, den zwei­ten Sohn schenkte, der in der Taufe die Namen Friedrich August erhielt Der ältere Sohn, dereinst für die Kurwürde bestimmt, war im Jahre 1668 ge­boren worden. Der Vater dieser beiden Prinzen war ein höchst leichtlebiger Herr, dem energische Pfarrer immer wieder seine mannigfachen Laster, so vor allem Trunksucht und Ehebruch, vorwerfen mußten, ohne daß der hohe Herr sich durch derlei Mahnungen wesentlich beeindruckt fühlte. Neben Bacchus und Venus regierte Mars sein Da­sein noch heute strahlt sein Ruhm als M i t b e - freier Wiens aus d e r Turkennot des Jahres 1683; vorher und späterhin lag er öfter

Heul Spenden für die Winiernotbilfe.

Q3oflber Geschäftsstelle der GießenerWin- t« r « o t h i l f e werden unS folgende neue Spen­den «itgeteilt:

Julius Schulze, Seltersweg 1, Karl Z wa.n g , Reustadt 39. und Robert H a a s )?achs. Inh. Georg Falkenstein, Seltersweg, ie die zweite Rate Textilwaren; Tressk Co Wall- ivrstraße. einen Posten Textilwaren; Haus- srauenberatung, Lindenplatz, Textilwaren unb Lebensmittel. _

3n den letzten Wochen sind aus folgenden Or­ten weitere Lebensrnittel für bie Gre- hener Winternothilse abgeholt worden: ^lunerod, Dererod. Beuern. Burkhards e ben. Eberstadt, Areßen-Duseck, Oppenrod und Rödgen. 2m gan­zen wurden etwa 100 Zentner Kartoffeln, 45 <5tr. vemüse, P/i Ztr. Hülsenfrüchte sowie 70 Pfund Mehl gespendet. Zar Abholung der Lebensmittel haben die Firmen Schaff st ae d t und K o n - sum-Derei'n in bereitwilligster Weise ihre Autos kostenlos zur Verfügung gestellt.

Den genannten Orten, sowie allen Firmen fei an dieser Stelle herzlichst gedankt.

Oberdesfischer Kunftverein.

; Bom Ober Hess, sehen Kunstverein wird uns ge­schrieben: Mit dem morgigen Sonntag schließt die Ausstellung der graphischen Arbeiten Daniel Erciners-Iugenheim. Der anfänglich eine Woche später angesetzte Schluß der Ausstellung mußte borverleqt werden, weil die Räume in der kom­menden Woche für eine Ausstellung der Rah- stube des weiblichen Freiwilligen Arbeitsdienstes zur Verfügung gestellt find. Wir empfehlen da­her sehr diesen letzten Sonntag noch zur Be­sichtigung der Ereinerschen Arbeiten zu benutzen;

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Prinz, ihr sollt noch Kurfürst werden!"

Bis aufs Mark ausgesogen, vielfach zersrört, mit verarmter Bevölkerung gingen die deutschen Lande aus dem furchtbaren Dreißigjährigen Krieg hervor. Staunenswert ist der Elan, mit dem man allent­halben nach dem westfälischen Frieden an die Hei­lungen der schlimmen Schäden ging; und staunens­wert der Lebensdrang, der sich nach den ein ganzes

gegen die Franzosen im Feld, brach zwischendurch gern so manche Turnierlanze, focht Freundschasts» kämpfe mit dem Schlachtschwert das waren dis Haupt ,,Ergetzlichkeiten", mit denen Johann Ge­org III. sich fein Leben zu erhellen pflegte ... und viel von feiner Einstellung hat er dem zweiten Sohne hinterlassen, während der ältere, der nach­malige Kurprinz Johann Georg, in feinen Inten» fionen mehr nach seiner die Wissenschaften lieben­den Mutter geschlagen war.

In dieser Beziehung ist uns eine trefflich beleuch­tende Anekdote erhalten geblieben. Einstmals burf»

** D i e Tätigkeit des Stadttheaters im ersten Vierteljahr seiner Jubi­läumsspielzeit. Aus bem Stadttheaterbüro wird uns mitgeteilt: lieber die vom Gießener Stadttheater und seinem Ensemble im ersten Vierteljahr seiner Jubiläumsspielzeit (vom 4. Okto­ber dis 31. Dezember 1932) geleistete Arbeit mögen die folgenden Zahlen Aufschluß geben. In der ge­nannten Zeit sanden insgesamt 71 Vorstellungen statt. Zur Aufführung gelangten 14 verschiedene Schau und Lustspiele, 3 Operetten und 5 sonstige Veranstaltungen (Kabarett usw.). In dieser Zeit gastierte das Gießener Ensemble achtmal auswärts (Bad-Nauheim, Marburg, Alsfeld, Lich, Wetzlar).

** Theater - Ausstellung im Foyer des Stadttheaters. Man schreibt uns: Die aus Anlaß der Feier des 25jährigen Bestehens des Stadttheaters Gießen in den Wandelgängen und im Foyer errichtete Theater-Ausstellung, die einen Ueberblirf über das Theater und speziell über die Arbeit des Gießener Theaters gestattete, wird nur noch bis zum 31. Januar dauern.

Besuchszeiten der Museen. Die Museen und Sammlungen im Alten und Reuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Ahr geöffnet.

Rieder-Wallbach, eine Gemeinderatssitzung, Hörbild. 12 Mittagskonzert 1 des Frankfurter Rundfunk­orchesters. 13.30. Mittagskonzert II des Westdeut­sch.n Kammerorch.sters. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 17: Nachmittaaskonzert erwerbsloser Be- russmusiker. 18.25:Unser Lieblingsthema Theater", Gespräch zwischen Thessa Klinkhammer und Kundry Siewert. 18.50: Zeitfunk. 19.30: Selt­sames Bilderbuch II:Negergottesdienst in Haar­lem". 20: von Karlsruhe: Symphoniekonzert des Badischen Landestheater-Orchesters Karlsruhe. 20.4a: Autor und Direktor, gleichsam ein PrologDer vier- undzwanzigste Februar" von Zacharias 22.20 bis 23.15: von London: Blasmusik der BBC- Blaskapeile.

Donnerstag, 2. Februar.

7.30 Uhr: Frühkonzert erwerbsloser Berussmusi- ker 12" Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16 30: Stunde der Iw qenb 17 Nachmittagskonzert, Kammerquartett Anny Rosenberger. 18.25: Zeitfraaen. 18.50:Jungakade­mische Berufsnot und Selbsthilfe", Vortrag von Dr. Leonhard Schiffler 19 20: «Neues aus aller Welt", Vortrag von Professor Dr. Walter Se-)r- mann. 19.30: Zither und Gitarre, gespielt von tfritf Mühlhölz, München. 22: Die neuesten Schallplatten.

Freitag, 3. Februar.

7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: Gejpruch zwischen einem Danziger Flieger und Wera von Vissing anläßlich des Werbe­flugs der Danziger über Deutschland. 12: Mittag-- foniert I des Rundfunkorchesters. 13.30: Mittags- konzert II auf Schallplatten. 17: Nachmittagskonzert des Rundfuntorch.sters. 18.25: AerztevortraaOeber nerojfe Sprachstörungen". 18.50: Um das Buch. Dorn guten und schlechten Buchtitel Unterhaltung zwischen Werner Türk und Grn|t Rohwolb 19 20. Danziger Flieger sprechen anläßlich ihrer 2eut|d)- landfahrt. 19.35: Konzert des Rundfunkorchester^ 2110- Deutsche Balladen. Sprecherin Lotte Doermr- Ueberle. 21 45: Konzert des Rundfunkorchesters. 22.45 bis 24: von Budapest: Zigeunermusik der Zi­geunerkapelle Imre Magyari.

Samstag, 4. Februar.

7 30 Uhr- Frühkonzert auf SchallplaUen. 10.10 ois 10 40- Schulfunk:Wie die Chinesen leben", em Hörbild von H. W Hesse, Leitung Paul Laven. 12: Mittagskonzert I aus Schallplatten. 13.30 bis 14.40. Mittagskonzert II. 1530 bis 16 30: Lutherplatz in Worms: Platzkonzert der Hessischen Polizeikapeae Darmstadt verstärkt durch Beamte des Hessischen Polizeiamt's Worms. 16 55: Nachmittagskonzert. 18 25 Filmaufnahmen in der Arktis", Vortrag von Dr Bernhard Villinger. 18.50: Stunde der Arbeit: Wie werden die Betriebsrätewahlen durchgeführt?", Vortrag von Otto Misbach 19 30: Die großen Red- ner- IV Fichte, einführende Worte: Paul Enderling. 20: Bunter Abend. 22 45 bis 24: Nachtkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart

Rom Arbeitsamt Gießen wird uns »nitgeteilt: .

Die Einrichtung von Fortbildungs- Maßnahmen im Rahmen des Jugend- R o t w e r k s nimmt in Oberhessen einen erfreu- sichen Fortgang. Bisher sind im Ganzen 4 2 Kurse f ü r insgesamt 1 243 Jugend­liche eingerichtet worden, von denen der weitaus überwiegende Teil im Rahmen des Iugend-Rot- wcrks stattfindet und über die die nachfolgende Ausstellung einen Ueberblick gibt Bei dieser Auf- ftcllung ist ausfällig, daß bisher nur zwei Kurse für Gärtner und Landwirte eingerichtet werden konnten; das liegt daran, daß einige oberhes- fische Kreise in der Einrichtung des Jugend- Rotwerks leider noch im Rückstand sind. Das Ar­beitsamt will gerne gerade auch K u r s e für junge Landwirte in Gemüsebau, Obstbaum­pflege und Landwirtschaft im Rahmen des Rot­werks der Jugend einrichten. Die nachstehende Aufstellung gibt ferner ein schönes Zeugnis für die Bereitwilligkeit aller Kreise, der Jugend über diese Rotzeit durch sinnvolle Betätigung hmweg- zuhclfen. ,

Mögen die Beispiele zur Racheiferung dienen I

Oie Zortbildungsmahnahmen.

Kursus für: Bauschrciner in Gießen 28 Teil­nehmer, Cinheitskurzschrijt 25; Maschinenschreiben

ten die beiden Prinzen die Leipziger Messe besuchen und sich mancherlei einkaufen, wessen nur immer ihr Herz begehre. Damals kam der Kurprinz freude­strahlend nach Hause mit einer Menge von Büchern und mit allerlei mathematischen Instrumenten, der jüngere Bruder aber, nicht minder freudestrahlend, mit dem schönsten Gewehr, das er in ganz Leipzig hatte auftreiben können. Die hohen Eltern sahen sich die Einkäufe ihrer Sprößlinge an die Mutter war von der Wahl des Kurprinzen entzückt, der Vater dagegen von dem Geschmack des jüngeren Sohnes, den er begeistert ans Herz drückte mit den schier prophetischen Worten:

Prinz, Ihr, Ihr sollt noch Kurfürst werde n!"

Prinz Friedrich August war auch sonst von früh auf der ausgesprochene Liebling des Vaters, der ihm solch offenkundige Bevorzugung angedeihcn ließ, daß die Brüder alsbald alles andere als sich hold gesinnt waren. Sie lebten mitnichtenfein und einträchtig" miteinander, wie sich das der Prophet wünscht. Sie waren knapp anderthalb Jahrzehnte alt, als e r b i 11 e r t e Z w i e tr a ch t sie des öfteren hinriß, mit blankem Degen in der Faust aufein ouber loszugehen solch ein bewaffneter Bruder zwist gab den Anlaß, daß man im April 1685 dem ungebärdigen Friedrich August einen eigenen Hof­meister zur Seite setzte. Zu dieser Zeit muß der Prinz schon einFrüchtchen" gewesen fein, denn be­sagter Hofmeister, ein Kriegsrat von Haxthau­sen, sah sich ein knappes Jahr später schon genötigt, über seinen Zögling offiziell Klage zu fuhren, weil er sowohl alle Gottesfurcht vergessen, sowohl alle Lust zu den Studien verloren, als auch dank der Ver­lockung böser Buben allzu frühreifen Geschmack am anderen Geschlecht gewonnen habe. Allerdings kam dies andere Geschlecht schon damals dem blond­lockigen, blauäugigen und lustigen Prinzen gern ent- §egen ... Jedenfalls gaben diese Klage den Anlaß azu, daß man Friedrich August schleunigst einmal aus eineBildungsreise" ins Ausland schickte, au! eine fast dreijährige Kavalierstour nach Frank­reich, England, Spanien, Portugal, den Niederlan­den und Italien.

Auch von dieser Kavalierstour kamen mancherlei Klagen an den väterlichen Hof: der junge Herr zeige keinerlei Sinn für historische und politische Fragen, klagte der Hofmeister, sondern nur Inter­esse fürs Reiten und vor allem für das Festungs­wesen. Das gerade war dem Kurfürsten recht: er freute sich der lang schon erkennbaren Sehnsucht des jüngeren Sohnes, dereinst einmal ein Kriegsheld gleich Alexander dem Großen zu werden. Den Ein­druck, den der Prinz auf Außenstehende machte, gibt die Pfälzerin Liselotte, des Sonnenkönigs Schwägerin, in einem ihrer berühmten Briefe fol­gendermaßen wieder:

Ich Ian noch nichts recht von selbigen Printzen lagen, er ist nicht hübsch von gesicht, aber doch wol! geschaffen und hatt all gutte minen, scheint auch, daß er mehr oioacitet hatt alh fein Herr Bruder, unöt ist nicht so melancolisch, allein er spricht noch gar wenig, kan also noch nicht wissen, was dahinder steckt ... und hatt nicht so viel verstandt."

Von der ftaoalierstour ging der junge Prinz gleich einmal ins Feld, und zwar nahm er an der Belagerung von Mainz teil, soll sich recht unerschrocken benommen haben und erhielt jedenfalls eine leichte Blessur; im Lager zu Main,; verlor er auch einen Teil des linken Daumens, weil

Sonntag, 29. Januar.

6 35 Uhr: von Hamburg: Hafentonzert. 8.15: Cho- ralblaien, veranstaltet von der Zentra.fteUe für Kir­chenmusik der Evangelischen Landeskirche Franifurt (Main). 8.30: Morgenfeier, veranstaltet von der Ev. Landeskirche Franifurt a. M. Ö.30: Stunde des Chorgesangs. 11; Stunde der Bühne:Zu wahr, um schvn zu sein" von Bernard Shaw. 11.30: von Leipzig: Reichssendung Kantate von Joh.-seb. Bach. 12: Schiohpatz Stuttgart: Platzkonzert. 13: Mittags­konzert. 14 10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16: Konzert des Städtischen Kurorchchers. 18; .Hessische Charakterbilder: Heiserich Peter Sturz, ein Journalist des 18. Jahrhunderts", Vortrag von Wilhelm Michel, Darmstadt. 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel. 18.55:Südosteuropa als Absatzgebiet für die deutsche Wirtschaft", Vortrag von Oskar .Hiug. 19 30: Selbstanzeigen. Erik Reger spricht über fein BuchDas wachsame Hähnchen". 19.45. Wer ist es? Literarisches Rätsel, aufgegeben von Wolfgang Weyrauch. 20: Jabuka (Das Apfelsest), Operette in drei Auszügen, Musik von Johann Strauß

Montag, 30. Januar.

7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mit tagstonzert I des Westdeutschen Kammerorchesters. 13.30: Mittagstonzert II auf Schallplatten. 15 29: Wie sieht der Arbeitsdienst für Mädchen auf bim Lande aus?", Vortrag von Fides von der Mals- burg. 17: Nachmittagskonzert der Kapelle Carlo Ranftl. 18.25: Zum 100jährigen Bestehen der Offen­bacher Technischen Lehranstalten: Eignung fürs Leben: Kunst oder Gewerbe, ein Gespräch zwischen Professor Eberhard, zwei Meisterschülern und Wal­ter C. Hanitsch. 18.55: Englischer Sprachunterricht. 19.25: Nachrichten aus Kunst und Wissenschaft. 19.35: lieber Wahrheit und Wahrscheinlichkeit der Kunst­werke", ein Gespräch von Goethe. 20: Unterhaltungs­konzert des Rundfunkorchesters. 21: II. Klavier­konzert op. 15 von Nikolai Lopatnikoff. 21.30:Bor einer alte Photographie", Improvisationen von Paul Laven. 22: Stimmen aus Alt-Frankfurt, Erinne­rungen. 22.45 bis 24: Nachtmusik auf Schallplatten.

Dienstag, 31. Januar.

7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10 40; von Königsberg: SchulfunkWir besuchen den EisbrecherPregel". 12: Mittagskonzert 1 auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20 bis 15 50: Haufrauen-Nachmittag. 17: Freiburg: Nach­mittagskonzertAus vergessenen Opern". 18.2;: Was halten Sie vom zweiten Gesicht?", Vortrag von Dr. Leo Schwering, Köln. 18 50:Der Skilauf in der Ebene, bergauf und bergab", eine praktische Lehrstunde von A. Glucker. 19.30 Mandolinenkon­zert. 20.15: Bürger und Konstabler, eine bunte Stunde aus dem alten Frankfurt. 2115: Mannheim Romantische MusU, gespielt vom Philharmonischen Orchester Mannheim. 22 30 bis 24: von Hannover: Neue Unterhqltungsmusik.

Mittwoch, 1. Februar.

7.30 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: .Notstandsarbeiten der Gemeinde