Ausgabe 
27.12.1933 Zweites Blatt
 
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Was ist ein Musikingenieur?

<L1n neuer Beruf Don ttarl Ammon.

Nachdruck verboten!

Einen Allerweltsingenieur, der auf allen Gebieten der Technik im sattel fitzt, gibt es eigentlich kaum. Bei dem ungeheuren Umfanfl der Technik muß sich jeder Ingenieur auf ein Sondergebiet beschränken, sonst kann er nichts Hervorragendes leisten. Es wird ja auch dem Laien ohne weiteres klar sein, daß der Elektrotechniker, der z. B. die großen Stromerzeuger für unsere Großkraftwerke entwirft, nicht zugleich Wasserbauer sein kann daß vielmehr beim Bau eines Wasserkraftwerkes außer dem Elektrotech­niker auch der Wasserbauer, der Turbinenbauer, der Baumeister und viele andere Sonderfachleute Zusam­menwirken müssen. Auch beim Bau eines Dampf- kraftwerkes entwirft die Dampfmaschinen ein an­derer als die Stromerzeuger, und wieder ein an­derer baut die Kessel.

Nun ist aber durch die Anwendung der Technik eine ganz merkwürdige Entwicklung eingetreten: Cs ist nämlich für den auf einem Sondergebiet täti­gen Ingenieur viel wichtiger geworden, sich ein gehende Kenntnisse in anderen Wissenschaften zu erwerben, als daß er das Gesamtgebiet der Technik überblickt. Der Ingenieur, der z. B. elektromedizi- Nische Gerate baut, muß eingehende medizinische Kenntnisse haben oder sollte sie wenigstens haben: denn er muß doch wissen, wie z. B. elektrische Strome der verschiedensten Art, elektrische Schwin- fiungen, mechanische Erschütterungen, etwa bei Mas- agegeräten, auf den menschlichen Körper und ein­zelne Körperteile, insbesondere auch auf die Nerven wirken, wenn er brauchbare Sachen entwerfen soll. Man hat sich ja bisher meist so geholfen, daß ein Arzt und ein Ingenieur zusammengearbeitet haben. Das kann in einzelnen Fällen gut gehen und auch zu einem gewissen Erfolg führen, wenn die beiden gut aufeinander abgestimmt sind und dem anderen Gebiete nicht ganz verständnislos gegenüberftehen. Aber es erschwert doch sehr die Arbeit und wird meistens nicht zu einer Hochleistung führen. Dazu ist es eben nötig, daß ein Mann beide Gebiete vollkommen beherrscht.

Nun ist durch die Fortschritte und die erhöhte Wichtigkeit der Schallplatte, des Rundfunks und des Tonfilms auf dem Gebiete der Tonwiedergabe eine ganz ähnliche Entwicklung eingetreten. Ja, es haben sich sogar auf diesem Gebiete eine ganze Fülle von Tätigkeiten entwickelt, die nur ein Musikinge­nieur oder ein Ingenieurmusiker ausfüllen kann. Es ist natürlich verhältnismäßig einfach, die Technik eines Musikgerätes wie eines Klaviers, einer Geige, einer Trompete, einer Flöte ufw. zu beherrschen. Diese Gegenstände sind so gebaut, daß sie. wie der Amerikaner sagt sozusagen narrensicher sind. Idre Bedienung erfordert nur musikalische Kenntnisse, (stanz andere Anforderungen werden aber beim Rundfunk und beim Tonfilm an den Tonspietteiter, den Tonmeister oder denelektrischen Kapellmeister" gestellt. Bei ihnen genügen die musikalischen Kennt­nisse allein nicht: Sie müssen auch die elektrischen Eigenschaften der benutzten Vorrichtungen genau kennen, wenn sie eine befriedigende Wiedergabe er­zielen wollen. Wir möchten hierfür ein Beispiel flehen: Das Fortissimo läßt sich bei der Wiedergabe durch den Lautsprecher, also im Rundfunk, bei der Schallplatte und im Tonfilm, nur bis zu einem ge­wissen Grade steigern. Wenn also der Ton bis zu großer Höhe anwachsen muß, so kann er in Wirk­lichkeit nur bis zu einer gewissen Höhe steigen, dann bleibt er gleich stark, statt noch weiter anzuwachsen, wie dies der Tondichter verlangt. Es ist dann so. wie wenn man von einem Berg die Spitze abge­schnitten hätte. Für solche Dinge ist aber unser Ohr sehr empfindlich. Der Techniker weiß das, und er wird deshalb, wenn er in der einen solchen Tonberg kommen sieht, bei Zeiten mit der Lautstärke ganz allmählich heruntergehen, um bann für die Bcrg- fp tz' beim rinsteigen der Tonstärke unterhalb der Höchsttonstärke des Lautsprechers Platz zu haben. Dieses Heruntergehen bemerkt unser Ohr kaum, wenn es geschickt gemacht wird

Es handelt sich aber nicht nur um diese Berufe, sondern insbesondere auch um die Leute, die nicht nur die Verfahren zur Schallplatten- und Rund- funtoufnabine und 'Wiedergabe ersinnen und ver­bessern, aber auch um die, die ganz neue Musik­instrumente erfinden und zur Brauchbarkeit ent- wickeln Man braucht nur an den Becksteinslügel, bas Vierlingtrio, das Irautontum, das Hellertion,

Technisches Allerlei

13 on 3ngemrur W Heim ch Die els'reie Strohe.

Um das Einfrieren von Straßenbahnweichen zu verhüten verwendei man schon seit geraumer Zeit Toufolz Es ist aber bisher nicht möglich gewesen, die ganze Straße eisfrei zu hatten, was natürlich im Interesse von Fahrzeugen und Fußgängern gleichermaßen zu wünschen ist. Eine Straße in ihrer vollen Breite mit Salz zu bestreuen würde einen untragbaren Kostenaufwand verursachen. Außerdem wurden die großen Mengen Schmelzwasser wegen des Salzgehalts sowohl den Schuhsohlen der Fuß­gänger wie den Autoreifen schaden.

Völlig neue Versuche, die Straßen eisfrei zu hal­ten, sind durch Einbringung von Tausalz in die Straßendecke gemacht worden. Bei einem Straßen­bau im Taunus hat man dem als Baumaterial oenoanbten leer Nivosal be»gefügt Dieser Zusatz bewirkte, daß sich bei Frost die Eisschicht von der Straßendecke blatiartig ablöste und mit Leichtig feit fort'"schoben werden konnte. Vor der zweiten Teerung wurde da» Tausalz in einer dünnen Schicht (700 Gramm je Ouabrahneter) auf die trockene Straßendecke au "gestreut. dann nut heißem Teer überspritzt und mit Splitt eingewalzt Weitere Ver- suche, die die IG.-Farben augenblicklich mit Nivo- salzusafl auf vereisten und verschneiten Straßen an- stellt, haben gezeigt, daß Wege bei Temperaturen von 11 Grad Kalte in wenigen Stunden von einer 2 bis 6 Zentimeter hohen Schneedecke völlig befreit wurden

Der Kühler lft eingefroren!

Der letzte jähe Kalteeinbruch hat die Autofahrer wieder alarmiert, sich um einen sicheren Froftschutz für den Kühler zu bekümmern Besonders leicht friert der Kühler bei stehendem Motor ein. weit der Fiost bequem durch die ftüblerkimtllen zu den Kanälen des Kühlers Vordringen kann, in denen sich Wasser befindet Gegen Den Frost hilft cm Glyzerinzusatz zum Wasser, und zwar muß man ihn dem Walser im Msfchu-'nsn r-ckutt'* !üa-

Aus Naiur und Technik.

wird

daß keiner etwas von ihm merkt, baß cccu all« Effekte so natürlich und geräuschlos sich abroideli^ daß man die Technik, die Maichine und ihre 2cn*

Es scheint in der Tat, daß sich diese Laufbahnen 'anbahnen. Kürzlich hat uns m der Technisch Lite- rorsichen Gesellschaft in Berlin ein junger Physik» konbidat. Siegfried Goslich, einen ganz vorzüg- liehen Vortrag über den Musikingenieur gehalten, und trenn man ihn hörte, so gewann man ganz abgesehen vom sachlichen Inhalt seines Vortrages den Eindruck, 'daß dieser junge Mann wohl das Zeug hat die Laufbahn des Musitingenieurs zu eröffnen. Freilich könnte man schon den alten Pythagoras als den ersten Musikingenieur bezeich­nen, denn er hat herausbekommen, daß die Häm- mer dreier Schmiede dadurch einen großen Wohl» klang auf dem Amboß erzielten, daß sie im Ge- wichtsoerhältms 4:5:6 standen. Aber man tut dem alten Pythagoras doch wohl kein Unrecht an, wenn man vermutet, daß feine Kenntnisse heutzutage doch vielleicht nicht ganz ausgereicht hätten, daß wir oielmekr heutzutage gut oorgebilbetc Musikinge- meüre brauchen. Pythagoras hat ja auch durch feinen Lehrsatz mit den drei Quadraten und dem Dreieck, der uns in der Schule fo viele Schmerzen bereitet hat, genug der Ehre erfahren!

Flugzeuge ohne Piloten.

Die Verwendung eines fernlenkbaren Kriegsschif­fes für Uebungszwecke in der deutschen Marine hat vor einigen Jahren in der Fachwelt berechtigtes Aufsehen erregt. Das Problem der Fernlen­kung ist feit längerer Zeit auch für das Flugwesen gründlich untersucht und in feiner Verwertbarkeit für Krieg und Frieden weiter entwickelt worden. Aus Frankreich und Italien wird über den gün­stigen Verlauf solcher Experimente berichtet. Von England ist das gleiche zu melden. In den vereinig*

Schnürboden-Perspektive.

Licht erseht die Dekoration. - Weißt du, wieviel Sternlein stehen? Neuartige Brleuchtungseffekie.

Don £)ipl.'3ng. F. W. Winkel.

krr gar nicht fühlt.

Das Licht ist ern in jüngster Zeit als dekoratives Element in die Bühnentechnik eingedrungen. Es ist eine Folge der Entwicklung der Lichttechnik zur B e leuchtungstechnik. Auch im Heim wollen wir nicht einfach eine lichttpendenbe Glühbirne haben, sondern eine angenehm,, blendireie Aufhel­lung des Raums. Auf der B-mn, ist durch bicie Entwicklung gleichzeitig ein anderes wichtiges Ziel erreicht worden. Das farbige gestaltende Licht ersetzt einen großen Teil der Dekoration, m.i» eine nicht unbeträchtliche Ersparnis bedeutet.

Man wird sich oorstellen können, welch ungeheure Lichtmengen für eine moderne £heaterjufiiihrung gebraucht werden. Das Große SdMuipielb.m« hat seine eigene Esektrizitats zentrale, wo es den städtischen Strom für feine Zwecke ge­brauchsfertig macht. Es find drei Transfor­matoren ausgestellt mit einer Hauptschcilttafe!, von der aus zwölf Hauptverteilerleitungen und von dort aus wiederum eine Anzahl llnkroertcilerlei- hingen ausgehen Man kann die elektrische Leistung für das ganze Schauspielhaus mit etwa 500 Kilo­watt angeben. Das rft ein enormer Verbrauch, der nur von größeren Fabriken erreicht wird.

die Thererningeräte und an ähnliche Geräte ju er­innern, die wir auf den letzten beiden Funkausstel- lungen gesehen haben, um klar zu machen, daß solche Gerate weder der Musiker allein noch der Ingenieur allein schaffen kann. Alle diese Gerate sind außerdem nur Anfänge. Wenn wir erst Mu- sikmgenieure haben, bann werden diese Gerate schaffen, die ganz erstaunliche Wirkungen hervor- bringen werden, die uns jetzt noch nicht bekannt sind wir können sie nur ahnen Dir haben eben die Leute noch nicht, die sie schaffen tonnen.

Ein wichtiges Glied für den JJlufihnptmcur ist auch die Raumhörfamkeit im weitesten Sinne Es handelt sich dabei nicht nur um die Schalleigen- schäften eines Raumes, die man io im allgemeinen unterAkustik" versteht. Es handelt sich z. B. auch darum, wie man die Lautsprecher in einem Raum ober im Freien verteilen muh, um auf allen Plätzen eine möglichst gute Hörbarkeit und eine möglichst naturgetreue Wiedergabe zu erzielen und Stö­rungen zu vermeiden, wie sie z. B. von Rückkoppe- lur n durch die schwingende Luft, durch Jnterse- renn. das heißt durch Hineinsallcn von Schall- Wellenbergen in Schallwellentäler zustande kommen.

Wir haben in diesem Aussatz nur Beispiele aus der künftigen Tätigkeit der Musikingenieure her- ausgreifen können: es wird ja aber klar gewor­den fein, daß wir sogar nicht nur eine Art von Musikingenieuren brauchen, sondern daß das Ar­beitsgebiet der Musiktechnik in sich wieder Sonder­fachleute erfordert. Derelektrische Kapellmeister" z. B. eine andere Vorbildung brauchen als

der Erfinder und der Erbauer von elektrischen Mu- f den Zuschauer erfreut Darin befiehl sein Ruhm, sikgeräten. der Hörsamkeitsingenieur wird für er- *" r * folgreiches Arbeiten zwar auf denselben Grundlagen süßen müssen, aber er wird doch viele Sonder- fenntnihe brauchen, die zwar in die anderen Ge­biete auch hineinspielen, die aber bei ihm ganz be­sonders stark entrejcfelt werden müssen.

Eine der größten Bühnen Europas, das Große Schauipielhaus in Berlin, war kürzlich der Mittelpunkt einer Versteigerung. Die Pracht und Ausstattung vergangener Zeiten erwachte für einen Augenblick wieder in den kostbaren Kostümen derMadame Pompa­dour", derDrei Musketiere", derSchönen Helena". Lassen wir auch noch einmal jene einzigartige Bühnenanlage in ihrem Farben» und Lichterglanz erstrahlen, die bis heute un­übertroffen geblieben ist.

Durch das Riesenzirkusgebäude, das zum Theater geworden ist, schrillen die Glocken. 3600 'Menschen füllen in Erwartung bis unter das Dach das Halb­rund des Zuschauerraums. Die Schauspieler, der In­tendant, der Dirigent, die Ingenieure, die Techniker sind auf ihren Posten. Ein Vorhang geht nicht hoch, denn die Bühne ist eine freiliegende halbrunde Zir­kusmanege, die sich 30 Meter in die Länge erstreckt. Das ist beinahe die Größe eines ganzen Provinz­theaters,

Das Spiel hat begonnen. Scheinwerfer erstrahlen in einem wahren Kreuzfeuer, vom Zuschauerraum, von der Decke, von den Seiten und wandeln mit den handelnden Personen einher Der Beobachter vom Schnürboden sieht das alles wie von einem Kirchturm oder einem Hochhaus, denn dieser Boden liegt fünfzig Meter über der Buhne. Der Blick von dieser Höhe ist recht eingeengt, da man ja da oben nicht gesehen werden soll, außerdem laufen zu beiden Seiten 35 Dekorationszüge, die von Tech­nikern aus bestimmte Kommandos hin bedient wer­den. Die Helden des Schauspiels sind zu farbigen Flecken zusammengeschrumpft, Paläste, Gärten, Klostermauern zeigen sich nur als angemalte Rup­fen, auf Latten befestigt

Wer den Verlauf des Schauspiels kennt, erlebt aus der Vogelperspektive manche lieber» raschungen Man weiß von dem bewölkten Himmel, aus dem es unentwegt regnet, von lodernden Flam­men, die den Palast einhüUcn. Nichts von alledem sieht der Beobachter auf dem Schnürboden, leer er­kennt er die Bühne wie immer Alles ist nur op­tische Täuschung, für den Zuschauer bestimmt. Die Wolken sind Diapositive mit Molken Photographien, die auf den Kuppelhorizont projiziert werden. Da sagt man häufig, daß die Wolken im Theater so kitschig seien, in Wirklichkeit sind es aber Natur­aufnahmen. für die nicht der Bühnenleiter verant­wortlich ist. Der ganze Wolkenapparat, der eine ganz neue Erfindung darstellt, besteht aus einem karussellartigen Gehäuse mit zwols Diaposi­

tiven und ebenso vielen in einem Kranz ungeord­neten Linsen. Es dreht sich ganz langsam während der Projektion der Bilder mittels einer Femsteue rung, die von der Bühnenschalttafel aus gesteuert wird. Ebenso ist es mit Regen, Schnee, Wasser­wellen, Mondschein und Regenbogen.

Auf der Bühne selbst ist auch nichts von den Flammen eines großen Brandes zu sehen, auch hierbei sind es mir Scheinwerfer mit roten Gläsern, die in steter Bewegung über die Bühne eilen. Der täuschende Eindruck eines Flammen­meeres entsteht, wenn gleichzeitig Dämpfe bestimm­ter chemischer Zusammensetzung von unten aufstei- gen. Uni) wenn der Regen herniederprasselt, daß es einem kalt über den Rücken läuft, dann sind es nur rotierende Lochscheiben, durch die Lichtstrahlen gegen den Kuppelhorizont geworfen werden. Der Himmel , ist längst nicht mehr die blau angemalte Leinwand, wie sie früher allgemein üblich war, son­dern ein völlig weißer K u p p e l h o r i z o n t, der durch die Bestrahlung mit farbigen «ttzpklichtguellen in jeder beliebigen Tönungsstuse den gewünschten Charakter bekommt Man hat hierin die Natur ziemlich weitgehend nachgeahmt und dabei die Vor­täuschung des unendlich weiten lustigen Horizontes bis zur Vollendung getrieben. Die weiße Fläche, die durch Licht gefärbt wird, erscheint selbst wie ein lichtspendender Himmel. Um das Firmament bei Nacht mit einem Sternenmeer zu übersäen, sind in die weiße Wand des Kuppelhorizontes lauter kleine Löcher in verschiedener Größe von 0,5 bis 3 Millimeter eingestachen. Hinter jedem Loch sitzt ein kleines elektrisches Lämpchen. Im Großen Scl^uspielhaus sind für den Nachthimmel nicht we­niger als 700 Sternlämpchen installiert. Braucht man dagegen bestimmte Sternkonstellationen, fo kann man den schwarzen Himmel wie im Plane­tarium mit Sternbildern anstrahlen. Es bereitet keine Schwierigkeiten, die Sterne langsam aufleuch­ten und wieder verlöschen zu lassen.

Das Licht ist bas gestattende Element der In­szenierung geworben, Licht ist heute bie Allmacht ber Bichne. Der Lichttechniker ist zum Architekten, zum Künstler genjo-b<m ber mit ein paar farbigen Scheiben und Obje'tiven alle Landschaften voll lachender Sonne und stürmenden Regens mitsamt ihren launischen Variationen hervorzaubert.

Der Lichttechniker, ber im weißen Mantel mit stummer Miene an seinem Stellwerk nach wvhl- burchbachtem Plan bie zahlreichen Schalter unb Hebel brückt unb bie elektrischen Wiberstänbe kur­belt, ist ber Dirigent, ber mit Farbenharmonien

ten Staaten hat man kürzlich ein ganzes Geschwader von Flugzeugen während eines lleberlanbfluges von einer Grbftation aus gelenkt. Zwar mären die Apparate bemannt; die Führer brauchten jedoch nicht einmal beim Landen einzugreisen. Die Phan­tasie der Erfinder in allen Ländern beschäftigt sich auch schon mit dem Problem führerloser Lokomo­tiven für den Eisenbahnverkehr. Einer der ersten Versuche mit führerlosen Flugzeugen ist während des Weltkrieges in Farnborough gemacht worden. Das englische Lustfahrtministerium hat den Fragen auch in den folgenden Jahren große Aufmerksamkeit gewidmet. In Italien hat sich der bekannte Pilot Mario de Bernardi mit der Entwicklung der für die Fernlenkung notwendigen Apparate beschäftigt und insbesondere die Möglichkeiten einer Lenkung führerloser Flugzeuge von einem bemannten Be- glcitapparat aus beobachtet. In Frankreich hat man ein Br^guet Bombenflugzeug verschiedentlich ohne Führer in die Lust geschickt, es jedoch für die Steue­rung von ber Erbe aus niemals aus der Sicht ge­lassen. Diese Einschränkung erscheint einstweilen noch allgemein notwendig, denn ein 'Bombenangriff auf ein bestimmtes Ziel, ber 'Angriff auf eine feinbliite Formation, selbst bie ßanbungsoperationen, oerl »h- gen noch Gehirn, Auge unb Initiative bes mensch­lichen Beobacht-"-?. Immerhin besteht rein theore» ch bie Aussicht, ei., Flugzeug mit Apparaten zu sehen, bie ber Erbstation fortkuifcnb den gar- ,i Stand des Flugzeuges anzeigcn und hamit von brtrt aus eine entsprechende Manövriersähiqkeit ernt?-'- liehen. Für den gewöhnlichen Passctaicrvcr'ebr dürfte die Frage noch lange nicht spruchreif lein, denn der durchschnittliche Reisende würde sich einem Hchen führerlosen Apparat, der wie einfliegender Holländer durch die Lutte geistert, nicht a trauen. Auch für den Kriegsfall crMicint bfc An­wendung bisher recht begrenzt, denn ein unbemann­tes Flugzeug ist ber in alter Weise bemannten unb außerorbentlich wendigen Maschine zweifellos unter­legen. Hier taucht wieder bas Problem ber Len­kung durch ein von Menschenhand geführtes Flug­zeug auf, bas ben fernlenkbaren Apparat wie einen Srurmboff in bie Reihen ber feindlichen Kamvl- f'ieger treiben könnte Aber für all bicie Opera- »Tonen ist klare Sicht Voraussetzung, unb bie Ent­fernung zwilchen Begleitstugzeug unb ferngelenktem Apparat barf nicht zu groß fein. Vielleicht wirb auch einmal bas Problem bes Fernsehens für den Flug­verkehr durch die Entwicklung der modernen Dntit in praktisch zureichender Weife gelöst. Aber das sind einstweilen noch Phantasien ohne wirklichen Hinter­grund. Wie lange noch? Dr. 0. W.

Ist der Anteil des Wassers größer als ber bes Glyzerin., bann gefriert bk Mischung bet strenge­rem Frost, sie bebnt sich aus unb sprengt bie La- mellen. Taut sie bei fleigenber Temperatur wieber auf, bann läuft ber Kühler aus. Es ist auch schon vorgckommen. daß bas gefrorene Wasser ben Mo- torblock gesprengt unb ziemlich großen Schaben an- gerichtet hat.

Anbers liegt bie Sache, wenn ber Kühler ..h- renb ber Fahrt einfriert. Hier ist bie Ursache in einer zu starken Abkühlung des Wassers auf seinem Wege durch ben Kühler zu suchen. Durch ben Fabr- w>nb unb ben Ventilator erleidet bas Wasser, bas non oben roarm in ben Kühler kommt, einen io! hohen Temperatursturz, baß es in ben untersten I Kanälen zu Ei? erstarrt. Damit roirb ber Wasser I kreislauf unterbrochen, unb bas Wasser ba- bie Zylinder umfpült. erhitzt sich immer weiter, bis es al? Dampfsäule burch bie Kühlerverschraubung ober das Ueberilußrohr ins Freie entweicht.

Was kann man bagegen unternehmen? GSrnlich fehl sinb hier Gewalteingriffe mit fochenbem ©al­ler am Platze, ober, wie e? auch schon vorgekommen ttt. mit ber Lötlampe Metall kann einen plötzlichen Temperahirmecb ci nicht vertragen ohne Risse zu bekommen. Hat man keine Gelegenheit, ben Wagen ralch in eine geheizte Garage zu bringen unb ihn dort ein paar Stunben stehen zu losten was frei­lich bas hefte Verfahren wäre. dann kann man lunachft versuchen, ben Motor im Leerlauf bei still stehendem Wagen so warm wie moalich werden zu lasten Damit der Raum um bie Zylinder immer gefüllt bleibt, gieße man ab und zu Waller in den Kühler nach Oft hilft auch ein mit heißem Master gekaufter Tuchum'chlag. der um die untere Verbin­dung Zwischen Kühler und Mo'or geleqi wird

Nicht nur das gefrierende Master tritt als Stö­renfried auf oft ist an kalten Taoen mick da? Oel an einem Versagen des Motors, fcb-.iib ffrrn. gern Froh mied es meisten-' In dick MV brr "In- c*kr den Motor nicht mehr burchiehen fann Degen biek« liebel tonn men sich nur m»t der Tm meni-ing von Kälte Spez!al5! heften, bc« erst bei i »mf- Tfm^n-ritur non un-rtähr 'n Grad 4äite ,äh

Ein zweistöckiger Eisenbahnwagen.

Das zweistöckige Fahrzeug hat bereits im Stra° ßenoerkeher als Autobus ober Straßenbahn Ein­gang gefunben, um auf einer möglichst Heinen Flache eine Höchstzahl von Personen zu befördern. Diese Bauart hat man in Paris jetzt auch für Eisenbahnzüge bes Vorortverkehrs angemanbt, unb zwar für Personenwagen erster, zweiter unb brifter Klass,lßahrenb ein einstöckiger Zug, auch arift W d 1524 Fahrgäste faßt, nimmt ein gleich- lai . zweistöckiger Zug 2060 Reifenbe aus. Die 23 Meter langen Drehgestellwagen sind zwischen ben Drehgestellen zweistöckig au-gebaut. Je eine kurze Treppe führt von bem Cinsteig Vorra um nach oben ober nach unten in bie Abteile, bereu freie Höhe 1,9 Meter beträgt. Ein Ganzmetallwagen wiegt nur etwa fookl wie e»n beutlcbcr O-Wagen, nämlich 47 Tonnen. Der Ein- unb Ausstieg ist so angelegt, baß ber Aufenthalt bes Zuges auf der Station nicht mehr Zeit in Anspruch nimmt als bei einstöckigen Bahnen Bei ber Anordnung von Be­leuchtung, Lüftung unb Bremsvorrichtungen waren besondere technische Lösungen nötig.

Das tönende Buch.

3mmer wieder, sei es durch Spezialisierung, sei es durch Zusammenarbeit einzelner Judust.ien, werden neue Gebiete entdeckt, auf denen sich die Technik durch Zusammenarbeit einzelner Industrien, werden weiter^ entwickeln kann. So haben sich Käufermarkt und Schallpiattcninbuftrie vereinigt, um dasto­nende Buch" zu I(halfen. Bereits vor einiger Zeit hat Direktor Dr. Lutz Heck vorn Zoologischen Gar­ten in Berlin sein erstestönendes Buch" heraus- gegeben. Es trug den NamenSchrei ber Steppe" unb führte uns bie Bewohner ber afrikanischen steppe nicht nur in Mort unb Bilb vor. sondern durch bie beiqeoebene Spanplatte, auch im Ton weiAvha la«, lab u n b hörte man ben laer. bie t-'roen unb Schakale, unb man war sich darüber klar bah bie Untermalung durch Töne die Wirkung ber Belchreibung mc<entü.-h ocrftär'fe Jetzt bat Dr. Cup Heck iein zweites lanenb'? 3ud) heransge irben da« sich an ernen weit eroberen Ären von Freunden wendet. C« Yx %tDer Wald erschallt"

und ist nicht nur für®rünröcfe" geschaffen wor­den, sondern für alle Deutschen, die die Stimmen des Waldes, bie Vogelruk unb bas Brunstgeschrei ber Hirsche burch lebenbigflen Unterricht kennen- lernen wollen. Wieber setzt der geschlossene Ein» druck von Bild. Tert unb Ton in Erstaunen, und wie schon so oft, hat auch hier bie Technik bazu geholfen, uns ganz neuartige kulturelle Eindrücke zu vermitteln.

Tlcuee Farbsilmvcrfahrcn.

Die Bestrebungen, farbige Filme herzustellen, lind älter als die Versuche, einen Tonfilm zu ,(haf­ten. Dennoch haben die wenigen Farbenfilme, die bicßer gezeigt wurden, den Ansprüchen des Publi­kums recht wenig genügt. Es waren meistens Zwei- Farden-Filme, die nicht imstande waren, die Welt der Farben richtig wiederzugeben. Außerdem waren sic für die Industrie schwer herstellbar und ersor- derten für die Vorführung eine besondere Appa­ratur

Der Chemiker Dr. Gasper hat jetzt ein Ver­fahren erfunden, das die Herstellung eines Drei- Farben-Films ermöglicht. Außer den bildhaften Anforderungen erfüllt er auch die praktischen: die fienteUuna erfordert nicht größere Mühe als der Schwarz-Weiß-Film, und ber Drei-Farben-Film kann auch mit jebem in ben Cichlipiefhmikrn vorhande­nen Gerät vorgeführl werden Die verschiedenen Möglichkeiten, das Negativ für einen Drei Farben» film herzustellen, sind alle für den Caspar Color- Film anwendbar. Die Positiokopie wird auf einem breijchichtigen Material herpeftcUt. Auß-r dem Sil­ber tit jeder Schicht ein anderer Iarbstofi beigefügt, fo daß das Silber durch das Licht vcrfchicden stark beeinflußt wird

Bevor man den Film in eine gewöhnliche Äo- piermaiebine gibt, muß er durch ein Badfiüfstg-

stört w»rd. Auf diele Weile dauert der ganze Tor- qana nur ein naqr Minuten mehr Läßt man den fertigen Film in einem Lichtspieltheater durch die dort oorhonb'ne Apparatur lauk dann bekommt man ein einwandfreie« Farbenbild.