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27.12.1933 Erstes Blatt
 
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sprechende Urteil als Erfolg des von ihr inszenier­ten Weltrummels hinzustellen. Es sei indes keine Rede davon, daß das Leipziger Urteil unter dem Druck dieser kommunistischen Machinationen erfolgt sei. Wenn irgend etwas ein freisprechendes Urteil hätte in Frage stellen können, so sei es ge­rade diese unverantwortliche Hetze gegen das deut­sche Regime gewesen. Einwandfrei stehe heute fest, daß die schweren Anschuldigungen, wie sie beispiels­weise im berüchtigten Braunbuch gegen die heuti­gen Machthaber Deutschlands geschleudert wurden, in Nichts zusammengebrochen seien. DieNationalzeitung" schreibt: Das Urteil des Reichsgerichtes wird dem Auslande neues Ver­trauen in die deutsche Rechtssicherheit einflößen.

Pariser Echo.

Paris, 23. Dez. (TU.) Das Urteil im Reichs- tagsbrandstifter-Prozeß bildete den Gesprächsstoff in Paris. Die kommunistischeH u m a n i t e" hat ein Extrablatt veröffentlicht, das auf der ersten Seite eine gemeine Karikatur des Reichsministers Göring bringt. Nicht minder unflätig ist der Text desEx­trablattes", das neben der Wiederholung alter Ver­leumdungen das Leipziger Urteil als unter dem Druck des Weltproletariats zuftandegekommen be­zeichnet.Paris S o i r" schreibt u. a.: Die Re­gierung werde zweifelsohne die Gelegenheit be­nutzen, um die Gerechtigkeit der deutschen Justiz zu unterstreichen. Aber die Partei scheine durchaus nicht begeistert von dem Leipziger Urteil zu sein. Paris Midi" erklärt, daß der Freispruch Torglers von vornherein keinem Zweifel unterlegen habe. Es bleibe die Frage offen, ob Torgler als Ehef der KPD. nicht in ein Konzentrationslager überführt werde. Das Blatt wendet sich dagegen, daß der Reichstagsbrandprozeß, der eine inner- politifcheAngelegenheitDeutfchlands fei, von französischen Führern der Linken zu politi­schen Zwecken ausgebeutet werde. Wenn man die Propagandatätigkeit der marxistischen Kreise in Frankreich beobachte, so habe man den Eindruck, als ob sie die gleichen Kundgebungen wiederholten woll­ten, die sie gelegentlich der Verurteilung Saccos und Vanzettis in Paris abgespielt hätten.

Die gesamten Linksblätter hatten schon am Sams­tagmorgen ihre Anhänger zu Massenkundge­bungen auf den Straßen aufgefordert, um gegen eine etwaige Verurteilung Torglers zu protestieren. Der Pariser Polizeipräsident Chiappe hat, um allen Kundgebungen vorzubeugen, den Führern der marxistischen und pazifistischen Aktionen mitgeteilt, daß die Polizei jede Kundgebung auf den Straßen im Keime ersticken werde. Die Polizei hatte bereits in den frühen Morgenstunden alle Vorsichts­maßregeln getroffen, um vor allem in den Arbeiter­vierteln und in den Pariser Vororten Versuche zu Massenkundgebungen zu unterdrücken. Ueberall wa­ren große Polizeiaufgebote zusammengezogen wor­den. Nirgends ist es zu Zwischenfällen gekommen.

Em dänisches

Kopenhagen, 23. Dez. (WTB.) Die Zeitung B. T.", die Mittagsausgabe derGerlings k e Tidend e", schreibt: Das Urteil zeigt, daß die Furcht oder richtiger die Insinuation, das deutsche Reichsgericht werde nicht aus juristischen, sondern aus politischen Beweggründen urteilen, sich als hinfällig erwiesen hat. Das Urteil ist eine Stärkung des Vertrauens in die deutsche Rechtspflege in der ganzen Welt.

PoÜüMe A-» erioge.

Französischer Ministerrat über das Gespräch mit Deutschland.

Paris, 27. Dez. (ERD. Funkspruch. Eigene 2Uel- tung.) Die politische Arbeit ist in Frau, reich au an den Feiertagen nicht zur Ruhe gekommen. Die TR i- nlster der nationalen Verteidigung waren Dienstagabend unter dem Vorsitz von IHini- stcrpräsident Lhautemps zu einer Beratung zu- jiitnmengelreicn, an der auch Außenminister Paul- Boncour testnahm. von gut unterrichteter Seile wird mitgeteilt, daß Gegenstand der Beratungen die d utsch-französischen Beziehungen, besonders die R ü st u n g s f r a g e, gewesen seien. Die TNinister hätten gegendirekieBespre ch ungen, d. h. solche von Regierungschef zu Regierungschef, Stel­lung genommen und seien für die Fortsetzung i n f o r m a t o r i sch e r B e sp r e ch u n g e n" durch Vermittlung des französischen Botschafters in Berlin e ngetrelen. Der für 7N iiwochnachnütiag Unberufene Riinisterrat werde sich ebenfalls mit dieser höchst wichtigen Frage befassen.

Aebereinskimmend wird erklärt, daß Frankreich die Fortsetzung des insormatorischen Meinungsaustausches nicht a b l e h n e. daß es aber^ gegen direkte deutsch-fran­zösische Verhandlung en sei. Alle Beschlüffe hinsichtlich des deutschen Programms könnten nur i m Ra h m e n d e s V ö l k e r b g n d e s gefaßt wer- den. DasEcho de Paris" will anliindigen können, der heutige IHimfktral werde sich in feiner Gesamt­heit in aller Form gegen die deutschen Anregungen als Ausgangspunkt für Verhandlungen ausfprechen. Der sozialistifcle .Populaire" erklärt, daß die gekennzeichnete ableh­nende Haltung, die der Auffassung Paul-Boncours entspricht, nicht mühelos durchdrang, denn einer der 2U i n i ff e r, der an der Besprechung leilnahm, sei für d i r e kte Verhandlungen gewesen. Vielleicht werde der französische Botschafter in Berlin eine Denkschrift zur Uebermittlung an die deutsche Regierung erhalten.

, moa auf EayL l.

Rom, 26. Dez. (TU.) Am Sonntaamorgen traf der englische Außenminister Sir John Simon mit feiner (Öaitin in Genua ein. Von dort wurde er nn o tu Fliegerhauptmann Biseo n a ch C a p r i ge­bracht. Man nimmt an, daß der englische Außen- mimfter erst am 3. Januar seine 11 n t e r r e= d u ng m i t M u s s o l i n i in Rom haben wird. ZelgischerMiMerbrsuch in Paris

Paris, 26. Dez. (WTB.) Der belgische Außen­minister Hymans ist heute nachmittag in Paris eingetroffen und hat bereits heute abend Bespre­chungen mit dem Außenminister Paul-Bon­cour gehabt.

Den Besuch des belgischen Außenministers bringt der offiziöse Petit Parisien in Verbindung mit dem diplomatischen Meinungsaustausch über die inter­nationale Lage. Da die belgische Regierung am Abrüstungsproblem und an Nichtangriffspakten ebenso interessiert sei wie Frankreich, und da schließ-

Auch die deuffche MMast will den Frieden.

Geheimrat Ouisberg-ZG. Karben fordert Vertrauen des Auslands in das Regime Adolf Hitlers.

Paris, 26. Dez. (TU.) Der Leiter des JG.- Farbenkonzerns, Geheimrat Dr. D u i s b e r g, hat einem Mitarbeiter des großen Wirtschaftsblattes L'Jnf o r rna t ion" eine Unterredung gewährt, in der der Friedenswille Deutschlands zum Aus­druck kommt. Geheimrat Duisberg beantwortete die Frage, ob er an die Möglichkeit eines unmittelbar bevorstehenden Krieges glaube, wie folgt: Ich finde, daß diese Gerüchte ziemlich komisch wirken. Ein Volk, das sich ehrlich und restlos bemüht hat, abzn- rüften, kann nicht an den Krieg benten. Wir sind nicht in der Sage, Krieg zu füh - r e n. Aber trotzdem gibt es im Ausland Kreise, die noch an unsere kriegerischen Absichten alauben. Mit ihnen kann man nichts anfangen. Der Reichskanzler hat wiederholt öffentlich klar betont, w i r w o llen den Frieden. Auch die nationale Wirtschaft will den Frieden, denn sie will arbeiten, Er­zeugnisse Herstellen und ihre Menschen ernähren. Das Volk hat sich geschlossen hinter den Kanzler gestellt. Wer nicht daran glaubt, beweist nur, daß er nicht glauben will.

Speziell über die friedlichen Absichten der deut­schen chemischen Industrie befragt, erklärte Geheimrat Duisberg u. a., wer den letzten chemi­schen Strieg miterlebt hat, kann nicht den Krieg wün­schen. Würde die chemische Industrie sich damit nicht ihr eigenes Grab graben? Der letzte Krieg hat uns bereits den 23 e r I u ft von 50 o. H. u n -

ferer Absatzgebiete gebracht. Alle Gerüchte über die Möglichkeit eines Krieges sind traurige Narreteien. Wir Deutschen glauben, daß der neue Nationalismus der Völker in e Nationen eini­gen, aber nicht trennen muß.

Auf die Frage, ob bei einem Sieg des Nationa­lismus die gegenwärtig durch autarkische Tendenzen beeinflußten Handelsbeziehungen sich wie­der frei entfalten können, antwortete Dr. Duisberg: Das muß geschehen. Auch Deutschland wendet dissts System an, aber nur auf d e m Gebiet der Ernährung. Unsere Landwirtschaft muß instand gesetzt werden, das Volk zu ernähren, die Industrie jebod) muß weiterhin exportieren. Wir sind gute Kunden für die anderen Na­tionen. Je besser unsere Lage wird, um so mehr Rohstoffe, Kolonialerzeugnisse und Fertigwaren werden wir im Ausland kaufen können. Aber wir können diese Erzeugnisse nur bezahlen, wenn wir unsere eigenen Waren ausführen.

Ich glaube, so schloß Geheimrat Duisberg, fest an den Wiederaufstieg Deutschlands. Unter dem Re­gime Adolf Hitlers wird es wieder mächtig werden. Der Wiederaufstieg Deutschlands wird auch der übrigen Welt zugute kommen. Je früher die Welt uns begreifen lernt und je früher sie Vertrauen zu unseren guten Absichten gewinnt, um so besser wird es für alle fein.

lich die Reformbestrebungen bezüglich des Völker­bundes auch Belgien berührten, bas für die Er­haltung und sogar Verstärkung der Genfer Insti­tution eintrete, fei es ganz natürlich, daß Minister Hymans mit Paul - Boncour eine Aussprache wünsche.

Macia, der Führer der Katalanen gestorben.

Barcelona, 26. Dez. (TU.) Der Präsident von Katalonien, Oberst M a c i a , ist in Barcelona am Montagvormittag um 11 Uhr an den Fol­gen einer Operation geftorben. Macia war der Führer der katalanischen Autonomisten, die während der spanischen Revolution auf eine Sonderstellung Kataloniens innerhalb Spaniens hinarbeiteten. Eine gänzliche Trennung konnte nur durch Nachgeben der Madrider Zentralregierung gegenüber den autonomistifchen Wünschen des Ober­sten Macia verhindert werden. Macia wurde dann erster Präsident Kataloniens. Die Beisetzung des Verstorbenen ist von der katalanischen Regierung auf Mittwoch festgesetzt worden. Die Geschäfte des Präsidenten hat vorübergehend Casanova über­nommen. In acht Tagen wird das katalanische Parlament den neuen Präsidenten wäh - len. In politischen Kreisen spricht man von dem spanischen Botschafter in Brüssel, Salvator Albert. C^nMchsr ^iegeratrriff auf Futschau

Schanghai, 27. Dez. (TU.) Nach japanischen Mitteilungen wurde Futschau, das sich gegen die Nanking-Regierung erhoben hatte, am Montag und Dienstag von zwei chinesischen Flug­zeuggeschwadern angegriffen. Durch 40 Bomben sollm 'die Kommand"ntur der Fukien-Trup- pen und andere militärische Gebäude zerstört wor­den sein. Nach bisher unbestätigten Mitteilungen ' wurden 13 5 Personen getötet und verletzt.

Nie neuen Ge?eh: über den Vettehr nuf Milcherzeugn fssu und Eiern.

Berlin, 23. Dez. (TU.) Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und ber Reichsmi- nifter der Finanzen haben die Ausführungsbestim- mungen zu den neuen Gesetzen über den Verkehr mit Milcherzeugnissen und mit Eiern erlassen und bestimmt, daß die Neuordnung für Butter, Käse 1 und Eier grundsätzlich am 1. Januar 1934 in I Kraft tritt. Von diesem Zeitpunkt an werden ! vorbehaltlich gewisser Uebergangsbeftimmungen diese | Erzeugnisse einheitlich durch die Reichsstelle für i Dele und Fette (jetzt Reichsstelle für Milcherzeug- niffe, Dele und Fette) und durch die neugeschaffene Reichsstelle für Eier in den Verkehr gebracht. Die Gesetze schreiben Uebernahmescheine vor. Auch ist sichergestellt, daß Inlands- und Auslandsware glei­cher Beschaffenheit grundsätzlicher zu gleichen Prei­sen auf den Markt kommen. Der Jnlandsocrkehr soll durch die neue Ordnung nicht mehr beschränkt werden, als unbedingt notwendig. Es ist daher be­stimmt, daß Butter, Käse und Eier, die -der Jn- ! hoher eines inländischen landwirtschaftlichen Be- triebes au* eioener Erzeugung unmittelbar an den 1 Verbraucher abgibt, der Reichsstelle nicht angeboten ! werden müssen. Um den llebergang zu der neuen ! Marktordnung zu regeln, sind besondere Usbergangs- : beftimmungen getroffen.

- Han werkerbsirat ms L ben gerufen.

Berlin, 23. Dez. (TU.) In dem Bestreben, das deutsche Handwerk als einen unentbehrlichen Träger deutschen Volkstum in Wirtschaft und Kultur zu erhalten und zu fördern, wirb der R e i ch s w iri­sch a f t s m i n i st e r einen aus zehn Mitgliedern bestehenden Handwerker-Beirat von Mei­stern und Gesellen einberufen. Dieser soll die Auf­gabe habe, den Reichswirtschaftsminister in hand­werklichen Fragen von grundsätzlicher Bedeutung zu beraten.

Neichöbund ter Deutschen Beamten und AGOZÄ.

Berlin, 23. Dez. (WTB.) Der Reichsminister des Innern bezeichnet es in einem Rundschreiben als erstrebenswertes Ziel, daß alle Beamten demReichsbundederDeutschenBeam- ten an gehören. Zweifellos bedürfe es aber für diejenigen Beamten, deren Mitgliedschaft daneben a u ch b e i m N S D I B. in Frage kommt, zunächst noch einer Klärung des endgültigen Verhältnisses bei­der Verbände zueinander. Diese werde in der ersten Hälfte des Januar 1934 herbeigeführt werden. Den Beamten, für die eine Mitgliedschaft im NSDJB. in Frage kommt, wird empfohlen, ihren Ein­tritt in den Reichsbund der Deutschen Beamten solange aufzuschieben, bis oiese Ent- scheidung gefallen ist. Die in Aussicht ge­nommene Sperre für den Eintritt in den Reichs­bund Anfang Januar 1934 wird wieder auf­gehoben werden.

Oie Fachfchastsabende für Beamte.

Berlin, 27. Dez. (VDZ.) In einer Anweisung an die Leiter des Amtes für Beamte bei den Gauen, Kreisen und Ortsgruppen macht der Beamtenführer Neef darauf aufmerksam, daß nach den ihm zuge­gangenen Berichten die Fachschaftsabende vielfach nicht zweckmäßig gestaltet werden, auch fin­den sie mancherorts zu häufig statt. Neef ordnet daher an, daß Fachschaftsabende grundsätzlich nur einmal im Monat stattfinden. Die Vorträge sollen die Dauer von drei Viertel st unden Nichtüberschreiten, die Aussprache sich n i ch t auf mehr als eine halbe Stunde er­strecken. Die politischen und weltanschaulichen Vor­träge sind nur von Nationalsozialisten zu halten.

Kunst und Wissenschaft.

Verleihung des Adterfchildes an Prof. Dr. Dörpfeld.

Der Reichspräsident hat dem Altertums­forscher Prof. Dr. Wilhelm Dörpfeld, der zur Zeit auf der Jnfel Leucas in Griechenland wohnt, anläßlich feines 80. Geburtstages den Adler- schild des Reiches mit der WidmungDem Allvater der Erforschung antiker Baukunst" ver­liehen.

Goethe-Medaille für einen englischen Gelehrten.

Reichspräsident von Hindenburg hat dem vormaligen Verwalter der Handzeichnungen und Stiche des Britischen Museums in London, Camp­bell Bodgson, der ein besonderer Kenner der Kunst Albrecht Dürers ist, d i e Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.

ANS aller Wett.

Gedenkfeier für den Freiheitsdichter Dietrich Eckart.

Am zweiten Weihnachtstage stand Berchtesgaden im Zeichen des Gedenkens an den Freiheitsdichter Dietrich Eckart. An dem Haufe, in dem Dietrich Eckart vor zehn Jahren die Augen schloß, hat die Gemeinde Berchtesgaden zur (Erinnerung eine schlichte Gedenktafel aus Unterberger Marmor angebracht. Mit einer weihevollen Feier wurde die lafeUim Beisein non Vertretern der NSDAP, und der Berchtesgadener Behörden enthüllt. Am Nach­mittag versammelten sich mit der Berchtesgadener Bevölkerung Vertreter der Staatsbehörden, der Reichsleitung der NSDAP., Angehörige Dietrich Eckarts und Vertreter seiner Geburtsstadt Neumarkt zu einer Gedenkfeier auf dem Friedhof. Der stell­vertretende Gauleiter von München-Oberbayern, N i p p o l d , hielt eine Gedenkrede, in der er aus­führte:Wir haben gesiegt, weil wir gelebt und gekämpft haben wie du, Dietrich Eckart, weil wir an den Führer glaubten, weil unsere Kameraden in die Gefängnisse gewandert sind und zuletzt ihr Leben Hingaben wie du. Und wir wollen nicht rasten, sondern weiter kämpfen, bis das ganze deutsche Volk tief durchdrungen ist von dem Geiste, der dein Leben und Kämpfen bis zum letzten Atem­zuge beseelte". Reichsgeschäftsführer B o u h l e r legte sodann namens der Reichsleitung der NSDAP, am Grabe einen Kranz nieder.

Byrd findet kein Land in der Antarktis.

Der amerikanische Forscher Admiral Byrd hat das Land, das er in den antarktischen Gewässern zu finden erwartete, nicht entdecken können. Er startete mit dem Flugzeug von feinem Expeditions­schiff am zweiten Feiertag um 10.53 Uhr und k-chrte zwischen 15 und 16 Uhr wieder zurück. Auf seinem Fluge folgte er dem 150. Längengrad bis zum 70. Breitengrad. Aber das in der dortigen Ge­gend erwartete Festland wollte sich nicht zeigen. Schwere Sturm- und Schneefchädeu im Erzgebirge.

Eis, Schnee und Sturm haben in den erz- gtbirgifrfjen Wäldern furchtbare Schäden verursacht, die sich noch nicht annähernd übersehen lassen. Schon in den Tagen vor Weihnachten hatte sich überall außergewöhnlich starker Eisanhang (Nauhfroft) ge­bildet. Der dann fallende Schnee sammelte sich auf den Baumwipfeln zu Zentnerlasten an und bei ein- fetzendem Wind brachen die Stämme wie Glas. Das Splittern und Krachen war weithin hörbar. Beson­ders mitgenommen sind die nördlichen Schlagränder, da Eisbildung und Schneefall bei Nordwind erfolgte. Aber auch mitten in den Beständen sind sechs bis zehn Meter lange Wipfelleile glatt abgebrochen und starke Stämme zersplittert oder krumm gebogen. Die Unwetterschäden im Erzgebirge machten den Einsatz der technischen Nothilfe notwendw, da viele, selbst eiserne Hochspannungsmasten die Schnee- und Eismassen nicht mehr tragen konnten und umknick- ten. Die Dresdener, Chemnitzer und einige örtliche Gruppen wurden alarmiert und arbeiteten unter den schwierigsten Witterungsverhältnissen. Außer der Teno wurden auf Antrag der Regierung zwei Hilfs­kolonnen der Infanterie-Regimenter 10 und 11 am Heiligen Abend zur Verfügung gestellt. Der Einsatz einer dritten Kolonne machte sich am ersten Weih­nachtsfeiertag notwendig. Die Unterbrechung der Fernsprech., Licht- und Kraftstromleitungen wird durch provisorische Maßnahmen bald behoben sein. Der Reichsstatthalter in Sachsen, Mutfchmann,

weilte am ersten Feiertag in Begleitung des sächsi- schen Wirtschaftsministers Lenk im Erzgebirge, um ein Bild von den Schäden zu gewinnen.

Schweres Autounglück in Holland. Vier Zote, drei verletzte.

Ein schweres Kraftwagenunglück, bas vier Todesopfer forderte, ereignete sich am 1. Weihnachtstag bei Almelo in Holland. Ein mit sieben Personen besetzter Wagen fuhr infolge der Glätte der Straße gegen einen Baum und überschlug sich viermal. Von den Insassen wurden vier so schwer verletzt, daß sie bald nach dem Unfall ft a r b e n. Drei weitere Personen wurden gleichfalls verletzt.

Eine ganze Familie mit Gas vergiftet.

In Gotha wurden der 35jährige Hausmann Wal­ter Knauer und feine 31jährige Ehefrau Olga, fowie feine beiden Töchter im Alter von elf und einhalb Jahren mit Gas vergiftet in ihrer Woh­nung tot aufgefunden. Knauer war in einem großen Kaufhaus als Hausmann angeftellt und wurde vor einigen Tagen dabei anqetroffen, als er einen großen Posten Waren im Kohlenkeller ver­stauen wollte, um ihn bei paffender Gelegenheit bei­seite zu schaffen. Er wurde sofort entlassen und zur Anzeige gebracht. Die Haussuchung bei Knauer för­derte noch eine große Menge Waren im Werte non mehreren tausend Mark zutage.

Heliumgewinnung in Italien.

Im Vulkangebiet von Sarderello in Italien wer­den die sogenanntenBlasröhre", d. h. unter unge­heurem Druck aus der Erde strömende boraxhaltige Dampf- und Gasfäuren teils zur Gewinnung des Borax verwendet, teils unter Ausnutzung ihrer mechanischen Wirkung in elektrische Kraft verwan­delt, aus der u. a. das ganze Kraftstromnetz von Pisa gespeist wird. Nunmehr ist es gelungen, aus den Gasmassen auch Helium auszuscheiden. Der Duce hat den Senator Conti empfangen, der ihm die ersten Proben dieses Heliums überbrachte. Bisher wurde Helium als Erdgas nur in Amerika gewonnen.

Zwei Kinder verbrannt.

Einen schrecklichen Tod fanden zwei siebenjährige Kinder in Paris, die am Heiligen Abend von ihren Eltern allein in einer Holzbaracke gelassen worden waren, die ihnen als Wohnung diente. Aus bisher unbekannter Ursache brach dort gegen Mitternacht ein Feuer aus. Es gelang den Nachbarn trotz aller Anstrengungen nicht, die beiden Kinder zu retten. Als die Baracke vollkommen niedergebrannt war, fand man nur noch die verkohlten Leichen vor.

Armenischer Erzbischof in Neuyork ermordet.

In Neuyork wurde der armenische Erzbischof K u - r i a n während des Weihnachtsgottesdienstes von einer Gruppe Armenier erdolcht, die seine Ab­setzung forderten, weil er sich für die Sowjets aus­gesprochen haben sollte. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor.

Vulkanausbruch und Springflut auf den Philippinen.

Die Philippinen wurden am ersten Weihnachts­feiertage von einem heftigen Ausbruch des Vulkans Bulufan heimgesucht. Man zählt bis­her 13 Tot e. Zahlreiche Familien find obdachlos. Starker Schaden wurde insbesondere auch durch die den Vulkanausbruch begleitende Springflut an- gerichtet. In der Provinz Sorfogon ist eine groß? Anzahl Häuser völlig zerstört worden. Viele Häuser wurden auch durch die von dem Vulkan' ausge­schleuderten Lavaströme weggerissen.

*

Am Heiligen Abend entstand in einer Kirche in Manila infolge falschen Feueralarms eine Panik. Die Menge stürmte zum Ausgang, und in dem Gedränge wurden sieben Personen totgetreten.

Auf dem Lis eingebrochen und ertrunken.

Auf einer Schlittenfahrt auf dem Vietzker See ge­rieten, wie aus Stettin gemeldet wird, am ersten Weihnachtsfeiertage der Fischer Pagel und fein sieben Jahre alter Neffe in eine offene Stelle des Sees und ertranken. Die Leiche des Fischers konnte am zweiten Feiertage geborgen werden, während die Leiche des Neffen noch nicht gefunden werden konnte.

300 tödliche llngtticksfälle an Weihnachten in USA.

Während der Weihnachtsfeiertage sind in den Vereinigten Staaten ungefähr 300 Personen töd - l i ch verunglückt. Am zweiten Festtag wurde Neuyork von einem Schnee sturm heimgesucht, wie man ihn in solcher Stärke seit Jahren nicht mehr erlebt hatte. Bei einem furchtbaren Sturm über dem Michigan-See sanken zwei Schlepp­dampfer mit ihren zusammen acht Mann zählenden Befatzungen. Auf den Aleuten-Jnseln wüteten außergewöhnlich heftige Stürme, die eine An­zahl von Häusern zum Einsturz brachten. Im mitt­leren Westen erlitten mehrere Personen den Er­frierungstod. Die meisten Todesfälle sind je­doch durch Autounfälle verursacht worden.

Wettervoraussage.

Das Hochdruckgebiet Skandinaviens hat gegen die Störungstätigkeit zwischen Island und den briti­schen Inseln standgehalten, während das Hoch, das gestern über den Alpen lag, nach Osten abgedrängt worden ist. Durch die somit geschaffene Lage drehen dis Winde mehr auf Nordost und Ost, und es ist weiterhin mit Frost und vereinzelten Schneefällen zu rechnen.

Aussichten für Donnerstag: Dunstig und bewölkt, vereinzelte Schneefälle. Temperaturen unter Null.

Vorhersage für Freitag: Weiterhin leichter Frost, Neigung zu einzelnen Schneefällen.

Lufttemperaturen am 26. Dezember: mittags1,5 Grad Celsius, abends 1,2 Grad; am 27. Dezember: morgens1,3 Grad. Maximum1,1 Grad, Mini­mum 2,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Dezember: abends0,7 Grad; am 27. Dezember: morgens0,9 Grad Celsius.

Amtliche wintersportnachrichten.

Sauerland, Winterberg: leichter Schnee­fall, 4 Grad, 24 Zentimeter Schnee, 1 bis 2 Zen­timeter Neuschnee, verharscht, Ski mäßig, Rodel gut.

Taunus, Kleiner Feldberg: Nebel. 3 Grad, 12 Zentimeter Schnee, fein Neuschnee, Schnee­decke verharscht, Ski mäßig, Rodel gut.

Schwarzwald, Hornisgrinde: Bewölkt, 1 Grad, 17 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Schneedecke durchbrochen, Sport nur stellenweise. .

Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Klar, 5 Grad, 33 Zentimeter Schnee, kein Neuschnee, Sport gut; Berchtesgaden: Klar, 5 Grad, 52 Zentimeter Schnee, fein Neuschnee, verharscht, Sportmöglichkeit gut.