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nen Sitzung der Stadtverordneten lag u. a. eine wichtige Vorlage zur Beschlußfassung zugrunde. Da das hiesige Postgebäude in Kürze geräumt wird, stimmte die Gemeindevertretung einmütig der Vorlage der Unterbringung der Stadtapotheke in dem Postgebäude zu. Das Rathaus, in dem die Apotheke bisher untergebracht war, wird nunmehr wieder ausschließlich für gemeindliche zweckdienliche Einrichtungen Verwendung finden. Es sollen dort ein Sitzungssaal, neue Registratur- und Büroräume, sowie ein Büro für SA. und Hit-
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nen Polizeijagd auf Wildschweine kamen zwei Stück zur Strecke. Die glücklichen Schützen waren Forstassessor Münch und Gendarmeriemeister Fröhlich. — Als kommissarischer Bürgermeister für die Gemeinde Schwarz wurde Ortsgruppenleiter Konrad Haber mehl - Eulersdorf ernannt und mit der Führung der Geschäfte beauftragt.
ss. Grebenau, 21. Dez. Am Sonntag fand sich alt und jung in unserer geräumigen Turnhalle zur Weihnachtsfeier der Schulkinder ein. Die Darbietungen der Jugend übertrafen alle Erwartungen. Eine Schülerin eröffnete die Feierstunde mit einem sinnvollen Vorspruch. Zur Einführung versetzte ein lebendes Bild die Zuschauer an die Gcburtsstätte Jesu, ein Engel verkündete im Wechsel mit dem Chor die Weihnachtsbotschaft. Rach einleitenden Worten von Lehrer Schön zeigten die Kleinen in ihren weihnachtlichen Theaterstücken ihr Können. Zum Schluß stimmten alle Zuschauer mit ein in das Lied von der „Fröhlichen, seligen Weihnachtszeit".
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in körperlicher und geistiger Frische ihren 8 0. Geburtstoa. Ebenfalls in voller Rüstigkeit beging Frau Christine Limpert, Ehefrau des Landwirts Philipp Limpert, ihren 75. Geburtstag.— Für den nach Kelsterbach a. M. versetzten Lehrer Heinrich Reith ist vor einigen Tagen Lehrer Wilh. Eitel von Kelsterbach nach hier versetzt worden.
Kreis Alsfeld
ll. Flensungen, 22. Dez. Die Gefolgschaft Merlau der Hitlerjugend veranstaltete gestern abend hier ihre Winter so nnenwend- ünd Weihnachtsfeier. Die Feier begann auf dem hiesigen Sportplatz mit dem Abbrennen eines riesigen Holzstoßes. Gemeinsam trug die Hitlertuaend Sprechchöre vor. Schulungsleiter Erb der Hitlerjugend ergriff das Wort und sprach über den Sinn der Sonnenwendfeier. Nach einigen Liedern wurde ein dreifaches „Sieg-Heil!" auf den Führer, auf den Jugendführer des Reiches und auf das deutsche Vaterland ausgebracht. Die Weihnachtsfeier fand im Saale von Reitz statt.
ch Nieder-Gemünden, 21. Dez. Hitlerjugend und Schule begingen dieser Tage im Gasthaus Decher gemeinsam ihre Weihnachtsfeier. Gesang eines Liedes der HI. leitete den
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Karl Keilholz (Sellnrod); Aufsatz: „Der Schreiner". Preis: Buch „Der Junge von der Feldherrnhalle".
Anna Schröder (Eichelsachsen); Aufsatz: „Die Reparatur unseres Hausgiebels". Preis: Buch „Die fünf Getreuen".
Anna Graf (Gonterskirchen); Aufsatz: „Ein ausgestorbener Handwerkszweig in unserer Gemeinde". Preis: Ein Bild des Führers.
Paula Frank (Köddingen); Aufsatz: „Als ich einmal selbst Bäcker mar"* Preis: Ein Photographie-Album.
Heinrich Schmalbach (Ulrichstein); Aufsatz: „Beim Schreiner". Preis: Buch „Robinson Crusoe"
Annemarie Krautwurft (Freienfeen); Aufsatz: „Ein ausgestorbenes Handwerk". Preis: Ein Photographie-Album.
Erwin Fuchs (Groß-Eichen); Aufsatz: „Beim Schmied". Buch „Wildtöter".
Frieda Schmidt (Nieder-Seemen); Aufsatz: „Ein Erlebnis aus der Reichshandwerkerwoche". Preis: Buch „Hauffs Märchen".
August Mohr (Berufsschule Schotten); Aufsatz: „Ueber das deutsche Handwerk . Preis: Buch „Ekkehard".
Landkreis Gieren.
Wieder ein großes Werk vor der BoUendung.
Am 29./30. Dezember findet in München öffentlich die Ziehung der„ZweitenGeldlotteriefür Arbeitsbeschaffung" statt. Reichsschahmeister Schwarz wird den Ziehungsakt, der als Abschluß der Lotterie wieder Millionen für Arbeitsbeschaffung bringt, mit einer Ansprache eröffnen. Diese Lotterie wird nicht nur symbolisch das alte Jahr abschliehen und Mittel für Arbeitsbeschafsung im neuen Jahr zur Verfügung stellen, sie wird auch noch im alten Jahr 280 000 glückliche Gewinner schaffen; denn schon am Siloestertag kann man durch Presse und Rundfunk erfahren, auf wen das große Los gefallen ist.
5. Margarete Höhl (Gedern); Aufsatz: „Das Schlofserhandwerk". Preis: Buch „Der rote Kampfflieger".
6. Gretel Semmler (Altenhain); Aufsatz: „Ein (Erlebnis beim Schmied". Preis: Buch „Die Kreuzerfahrten der Goeben und Breslau".
7. Frieda Bosch (Eichelsdorf); Aufsatz: „Wie ein Axthelm entsteht". Preis: Buch „Peter Moors Fahrt nach Südwest".
8. Karl Jäkel (Breungeshain); Aufsatz: „Der Dorfschmied" Preis: Buch „Und wenn wir mar-
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mal", „Kundgebuna am Riederwald-Denkmal") verstärkt wurde. Am Nachmittag wurde der Film durch die Schulen von Bernsfeld. Atzenhain, Rüddings- hausen und Weitershain besucht.
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l. Gedern, 22. Dez. Im Gasthaus „Zum Löwen" fand dieser Tage, einberufen vom Ortsbauernfllhrer Hermann Müller H., eine Bauernversammlung statt. Der Ortsbauernführer sprach über die Sied- lunasmöglichkeiten in der Gemarkung Gedern. Er erwähnte auch daß es hiesigen kleinen Bauern, denen ihr Besitz nicht den Lebensunterhalt einbringt, durch Erwerb von Grundbesitz ermöglicht werden kann nach und nach eine auskömmliche Eristenz zu schaffen und zu einem Erbhof zu kommen. Der Redner svrach weiter über das Erbhofgesetz sowie über das Genossenschaftswesen und forderte die noch nicht fVoanifiarten auf sich der hier kürzlich aearünbeten Mi'chabsatzaenossenschaft, sowie derViehverwertungs- aenossenschaft Gedern anzuschließen. Bürgermeister B e n e r berichtete über die geplante Maßnahme zum Schutz der Obsthäume. Mit einem „Sieg-Neil!" auf den Führer wurde die Versammlung aeschlosfen.
l (Gebern, 26. Dez. Frau Christian Diehl Witwe von hier feierte am ersten Weihnachtsfeiertag
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Abend ein. Die Führerin der BdM.-Gruppe, Frau Kahn, hielt die Begrüßungsansprache und betonte, daß wir dem Führer dankbar sein müßten, daß wir in diesem Jahre überhaupt Weihnachten feiern dürften. Frl. A. Feldmann brachte ein ernstes Gedicht zum Vortrag, der BdM. zeigte einen Herbst- reigen und die Zehn- bis Zwölfjährigen brachten ein kleines Theaterstück zur Aufführung. Ein Lied beschloß den mehr als Elternabend gedachten ersten Teil der Veranstaltung. Der zweite Teil des Abends war der Jugend gewidmet. Lehrer Lotz sprach einleitend über die Bestimmung der deutschen Jugend und dann über den Sinn des Weihnachtsfestes. Ein Gedichtvortrag und ein kleines Weihnachtsspiel folgten. Den Mittelpunkt bildete die Aufführung eines sechsaktigen Weihnachtsfpiels, das durch zahlreiche Liedeinlagen verschönt mar. Ein von den Mädchen des BdM. felbsterdachter Reigen beschloß die Aufführung. Rach einem weiteren Gedichtvortrag und nach dem Bundeslied des BdM. wurde die Veranstaltung mit einer Schlußanfprache des Zellenwarts der NSDAP., Pg. O 11 e r b e i n, und mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer
geschloffen.
st. K i r t o r f, 21. Dez. Der dieser Tage abgehalte- der Stadtverordneten lag
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ck. Heuchelheim, 26. Dez. In den Tagen vor Weihnachten veranstaltete das Solo-Quartett für Kirchengefang in Leipzig (Profeffor- Röthig - Quartett) in unserer Kirche ein Konzert mit Darbietung von Weihnachtsliedern. Der Besuch des Konzerts war sehr gut. Die Hörer verlebten eine feine Feierstunde. Die Gesänge waren ganz auf Weihnachten abgeftimmt.
"Y" Watzenborn-Steinberg, 26. Dez. Jrn Sornrnerschen Saale zu Watzenborn beging dieser Tage der hiesige evangelisch-kirchliche Frauenverein seine Weihnachtsfeier. Gemeinsame Weihnachtslieder umrahmten Vorspruch und Ansprache des Pfarrers. Den Mittelpunkt des Abends bildete eine Weibnachtsverlofung, deren Ertrag fast restlos dem Winterhilfswerk zugute kam. ML einer schon früher zugewiesenen Gabe von 20 Mark stellt sie einen gerne geleisteten Beitrag zum Winterhilsswerk dar. Noch manch frohes Lied verschönte den Abend. Der ev. Mädchenbund hielt eine schlichte Weihnachtsfeier am Mittwoch- ab-md
* Burkhardsfelden, 26. Dez Unser alter bereits 70jähriger Schafhirt Kaspar Schäfer tritt am 1. Januar 1934 in den wohlverdienten Ruhestand. Seine Treue im Beruf wurde bereits dreimal durch Auszeichnungen anerkannt. Für 15iäh= riae Dienstzeit erhielt er eine silberne Medaille, für 28iährir>" ♦«•<»ue Dienstleistung eine Ehrenurkunde vom Süddeutschen Schäfereioerband und für 31mhriae "n'mterbrochene Dienstzeit bei her Gemeinde Burkhardsfelden eine bronzene M"hmlle. S''ne aefamfe Dienstzeit in der Gemeinde Burk- harhssesden befrua insgesamt über 40 Jahre. Er hat stch in dieser fanaen Feit stets als ein sehr tiicht'eer und treuer Schglhirf aezeiqt, der Taa und Nacht auf dem Bosten mar. Er gehört schon seit -1R wahren ri"m fi'rtnnornorein on
t Lumda, 24 D->z Am Samstagabend feierten wir wie oss'öhrs'ch mit unseren Kindern Weihnachten Nachdem das erste Lied verklungen mar, zogen die Mädchen nom dritten bis achten Schuljahr singend ins Gotteshaus ein und scharten sich nm den brennenden Lichterbaum 2B:’- härten das Evangelium aus dem Munde unserer Kinder Auch der Junafrauenchor erfreute mit einigen dreistimmigen Liedern Nach her freier bescherte das Christkind den Kleinen E'N feines Büchlein und eine hübsche W-ihnachtstüte, von unserer NS - Frauenschaft gefüllt, durfte jedes.Kind beolückt nach Hause tragen - 9lm 1. Januar 1934 scheiden zwei aste, verdiente Männer aus bem Gem-'inde- dienst. Herr Bc'ter Rau legt nock) 25iähriaer Tätigkeit- das R"chneramt nieder. Durch Slnfhtion und Nachkriea-zeit h^t er die immer schwieriger mordende Arbeit mit großer Treue nusaefüfv-t Mit ihm tritt auch unser alter Feldlchütz und Boli'-ei- hiener Beter Klöß in den wohlverdienten Ruhestand Dreißig Tiahre" lang ist er unser „Schütz" gewesen: feit 1917 hat er die Qrt-schelle geschwiin- gen Durch s"in freundliches Walen war er hei
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lerjugenb eingerichtet werden. Dieser bedeutungsvolle Entschluß der Gemeindebehörde wird allseits sehr begrüßt. Der einzige Raum, der die Jahre her für das Bürgermeistereiamt diente, ist schon lange als nicht hinreichend geeignet empfunden worden und entsprach in der Erfüllung feines Zweckes nicht den Erfordernissen. Zu allen wesentlichen praktischen Vorteilen wird die Verwirklichung des Planes, die nur Jnnenarbeiten erforderlich macht und die unter Reichszufchuß ausgeführt werden können, der Gemeinde keine besonders hohen Baukosten verursachen. Ebenso werden durch diese Maßnahme die hiesigen Handwerker Arbeit erhalten. Die innenbaulichen Arbeiten sollen schon bald (nach ministerieller Genehmigung) in Angriff genommen werden.
ss. Grebenau, 27. Dez. Die dieser Tage in unserer Gemeinde durchgeführte Viehzählung hatte nachstehendes Ergebnis: Pferde 28, Rindvieh 339, Schweine 326, Ziegen 117, Federvieh 1149, Bienenvölker 34. — Bei der in den Staatswaldungen des Heffifchen Fortsamts Grebenau abgehal-
Für den zweiten Vortragsabend des O b e r h e f - fischen Geschichtsvereins hatte sich Di. M i 11 e r m a i e r zur Verfügung gestellt. Der Redner behandelte zunächst die geographischen Grundlagen der Territorienbildung. Man versteht unter Rhein-Main-Gebiet heute im allgemeinen den Bezirk, den der Reichsstatthalter Sprenger für die Tätigkeit des Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstages festgesetzt hat und der im Wesentlichen den preußischen Regierungsbezirk Wiesbaden, sowie den bisherigen Volksstaat Hessen, außerdem auch den südöstlichen Zipfel des preußischen Reaierungsbezirkes Kassel umsaßt. Gegliedert wird dieses Gebiet im Norden durch die Lahn, in der Mitte durch den Main mit seinen nördlichen Nebenflüssen Nidda und Kinzig. Nördlich der Lahn erhebt sich der Westerwald, zwischen Lahn und Rhein der Taunus, der nach Süden und Osten hin steil abfällt, östlich davon der Vogelsberg, südlich des Mains der Odenwald, auf der linken Rhein- feste nordwestlich der Nahe der Hunsrück. Zwischen diesen Gebirgszügen sind einige sehr fruchtbare Talebenen eingebettet, unter denen vor allem die Rhein- ebene zwischen Rhein und Odenwald, die W etter a u als nördliche Fortsetzung der Rheinebene und Rheinhessen genannt zu werden verdienen. Diese Talebenen sind der ästest besiedelte Teil des Gebietes; hier sind auch die ersten Ansätze einer staatlichen Entwicklung zu beobachten, deren Aus- strahlungspunkte in den meist keltischen, hie und da auch germanischen Gauburgen, wie dem Dünsberg, dem Hausberg bei Butzbach, dem Altkönig bei Bad Homburg und ähnlichen Anlagen zu suchen find. Als um Christi Geburt die Römer einen großen Teil des Rhein-Main-Gedietes besetzten, richteten sie hier selbstverständlich eine wohlausgebildete staatliche Verwaltung ein. Unsere Heimat bildete damals, soweit sie von den Römern besetzt war, einen Teil der römisch-gallischen Grenzprovinz Obergermanien mit Mainz als Verwaltungsmittelpunkt.
Um 260 erlag die rechtsrheinische Römerherrschaft dem Anprall der Germanen. In den folgenden Jahrhunderten war das Rhein-Main-Gebiet der Schauplatz mannigfacher Wanderzüge und Kämpfe der germanifdjen Völkerschaften untereinander, aus denen schließlich im 6. Jahrhundert die Franken als Sieger hervorgingen. Das Rhein-Main-Gebiet wurde ein Teil des merowingischen Frankenreiches und zerfiel in zahlreiche Gaue, in denen jeweils die Glieder eines besonders hervorraaenden, meist einheimischen Adelsgeschlechtes als Grafen die öffentlichen Verwastungsbefugnisse ausübten.
Zu einer eigentlichen Territorienbildung kam es damals freilich noch nicht Diese begann erst mit dem allmählichen Zerfall der Grafschaftsverfassung feit dem 10 Jahrhundert und erhielt ihren Hauptantrieb als nach dem Untergang der Staufer um die Mitte des 13 Jahrhunderts der einheimische Adel sich mehr und mehr aus her bisherigen Abhängigkeit von der Reichsgewalt löste. Das Rhein-Maingebiet fiel in der Folgezeit einer heillosen territorialen Zersplitterung anheim, aus der sich erst allmählich einzelne größere unb wirklich lebensfähige Staatenbildungen herauszuschälen begannen
Fragt man, wieso es gerade hier, in dem alten Zentrum des karolingischen Reiches, zu dieser außerordentlich starken territorialen Zersplitterung kommen konnte, so ergeben sich im Wesentlichen zwei Hauptgründe: einmal das Fehlen eines eigentlichen Stammesherzogtums, zweitens die Tatsache, daß sich gerade im Rhein-Maingebiet altbefiedeltes Kulturland neben ausgedehnten, erst verhältnismäßig spät her menschliche" Kulturtätigkeit nutzbar gemachten Waldaebieten findet Ansätze zur Bildung eines Stammes-Herzogtums sind allerdings zu bemerken. Die im mittleren Lahngebiet beheimatete Familie der Konradiner, die zu Anfang des 10. Jahrhun- berts für kurze Zeit sogar den deutschen König stellte, hast» im Lause des 9. Jahrhunderts fast alle rhein-mainischen Gaugrafschaften in ihre Hand be
kommen und ihre Glieder legten sich zuletzt sogar den Herzogstitel bei. Als aber die Königswürde an die Sachsen überging, war es mit dem konradini- schen Machtstreben vorbei. Das Herzogtum wurde eingezogen und überhaupt nicht wieder vergeben, ein Teil der konradinischen Hausgüter beschlagnahmt, Fortan fehlte dem Gebiet die starke Zentralgewalt, die das Selbständigkeitsstreben all der anderen kleinen Adelsgeschlechter immer wieder hätte Niederhalten und eindämmen können. Als dann die eigentliche Territorienbildung einsetzte, waren die altbesiedelten Talebenen schon vollständig zersplittert und aufgeteilt, so daß nur noch die umliegenden, weniger besiedelten und zum Teil noch nicht in festen Händen befindlichen Waldgebiete Raum für größere Staatsgebilde boten. Hier entstanden denn auch in der Folgezeit all die größeren Territorien, die später die politische Entwicklung des Rhein- Moingebietes maßgebend beeinflußten, wie die Grafschaften Diez, Nassau und Solms im Taunusgebiet, die Fürstabtei Fulda im Gebiet zwischen Vogelsberg und Rhön, die Grafschaft Isenburg- Büdingen und Hanau in der stark verwaldeten südöstlichen Wetterau, die Grafschaft Erbach im südlichen Odenwald und das Territorium der Kurvfalz im Hunsrück, das später auch den ganzen südlichen Teil des bisherigen Rheinhessen und Starkenburg umfaßte.
Entscheidend wurde jedoch das Hochkommen der Grasen von Katzenelnbogen. Seit Beginn des 12. Jahrhunderts dehnten sie ihren Machtbereich im nordwestlichen Taunus zwischen Lahn und Rhein immer weiter aus und schufen sich gleichzeitig südlich des Mains in der Darmstädter Gegend eine ansehnliche Landesherrschaft. Als im Jahre 1479 die Grafen von Katzenelnbogen ausftarben, fiel ihr Besitz an die Landgrafen von Hessen, die feit der Mitte des 13. Jahrhunderts in der Gegend von Marburg und Kassel immer mehr zu Ansehen gelangt waren und nun auch im Rhein-Maingebiet die Vormachtstellung erlangten. Sie hatten es von drei Seiten her — Kerngebiet im Norden, Niedergrafschaft Katzenelnbogen im Nordwesttaunus, Ober- graffdjaft Katzenelnbogen im mittleren Starkenburg — umklammert, und man hätte nun einen konzentrischen Angriff auf bas noch nicht hessische Gebiet erwarten sollen, der aber ausblieb. Vielmehr führte Philipp der Großmütige, der zweifellos bedeutendste hessische Landesfürst, im Jahre 1562 durch Erbteilung eine bedeutende Schwächung der soeben erst errungenen Machtstellung herbei, die nach längeren Streitigkeiten einen Zerfall des hessischen Gebietes in zwei voneinander unabhängige Landgrafschaften Hessen-Darmstadt und Hessen- Kässel herbeiführte. Zwar machte Hessen-Darmstadt, dem in der Hauptsache die hessischen Landesteile im Rhein-Maingebiet zugefallen waren, in der Folgezeit noch mancherlei Erwerbungen, unter denen besonders die Wetterau und Rheinhessen zu nennen sind, doch blieben seine Gebiete dauernd von einander getrennt, indem Hessen-Kassel außer dem Gebiet der Fürstabtei Fulda auch noch halb Isenburg und die Grafschaft Hanau erwarb, Länderstrecken, die dadurch 1866 mit dem gesamten Kurfürstentum Hessen-Kassel an Preußen fielen.
Erst der Nationalsozialismus machte dieser Zer- svlitterung ein Ende, indem Reichsstatthalter Sprenger durch Schaffung des rhein-mainischen Industrie- und Handelstaaes das gesamte Rhein- Maingebiet wirtschaftlich einte.
Im Schlußwort zeichnete der Führer des Vereins, Prof. Dr. Theodor Mayer, kurz die großen Linien auf, die dem Historiker das Rhein-Main- gebiet als zusammengehörig erscheinen lassen. Er wies ferner darauf hin, daß am 25. Januar ein Vortrag zur „Feier des hundertjährigen Bestandes des deutschen Zollvereins" und am 15. Februar über „Das Rhein-Maingebiet als geschichtliche Einheit" stattfindet.
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