Ausgabe 
27.12.1933 Drittes Blatt
 
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Buntes

Oie Wissenschaft vom Tierlaut.

DasSingen" der Regenwürmer, das ein deut­scher Gelehrter vor einiger Zeil beobachtet haben wollte, hat den Nachprüfungen nicht standgehalten. (ks zeigte sich, daß man von einem ..Singen nicht sprechen kann, daß es sich nur um ein merkwürdig raschelndes Geräusch handelt, das die Würmer viel- leicht durch da» Reiben ihrer seinen Borsten auf dem Loden beim Fortbewegen erzeugen, jedenfalls ist dieses Problem noch nicht gelost, aber feine Be­handlung eröffnet ein weites Gebiet, mit dem sich dir .Zoologie noch wenig beschäftigt hat: den lier- laut. Der Vogelfang ist zwar eingehend beobachtet und beschrieben worden, doch von den anderen Tieren, mit Ausnahme der Haustiere, der großen Fleischfresser und einiger anderer allbekannter Arten, hat man bisher wenig aus die Lautgebung der Tiere geachtet. Selbst bei den Haustieren klassen noch Lücken. So weiß man z. B-, daß die siamesischen Maßen ganz andere Laute von sich geben, als die gewöhnlichen Katzen, und es ist fraglich, ob diese stimme einen verschiedenen Ursprung verrat. Bei den wirbellosen Tieren ist mit Ausnahme der In­sekten fast nichts über die Laute bekannt, die sie erzeugen. Daß man die von ihnen heroorgebrachten Geräusche nicht hört, ist kein Beweis dafür, daß sie nicht welche von sich geben, denn man hat mit sehr kräftigen Lautverstärkern in allerneuester Zeit mancherlei Tone in der Tierwelt vernommen, die vorher unbekannt waren. Die früher sprichwörtliche Schweigsamkeit der Fische ist heute in das Reich der Fabel verbannt. Manche Meer fische, besonders solche mit offenen Schwimmblasen, erzeugen Ge­räusche, wenn sie an die Oberfläche kommen, diese werden vielleicht durch das Entweichen eines Gases aus der Schwimmblase hervorgerufen, aber Ge­naues ist darüber nicht bekannt. DieOrgelmusik" der Frösche bietet oft einen stimmungsvollen Ak­kord in der Sommerlandschaft: diese Töne sind so genau beobachtet, daß man aus ihnen sogar die verschiedene Art der Frösche angeben kann. Bon den schwanzlosen Amphibien heißt es, daß sie keine Laute von sich geben, aber man hat neuerdings bei dem gewöhnlichen Wassermolch ein zartes Pfeifen vernommen, wenn er seinen Stopf über die Ober­fläche des Wassers steckt. Die Stimme der Reptilien wird allgemein als ein zorniges Zischen bezeichnet, und das scheint auch bei Schlangen zu stimmen. Aber es gibt manche Echsenarten, z. B. die scharf- schreienden Geckos, die ganz andere Laute von sich geben. Krokodile und Alligatoren begnügen sich nicht mit einem bloßen Zischen, sondern man kann des Nachts ober früh am Morgen von ihnen ein lautes Gebrüll hören, das an den Ruf des Löwen erinnert. Schon mancher Reifende ist durch diese Laute er­schreckt worden. Die Beuteltiere gelten mit Aus­nahme des tasnianischenWolfes" und des tasmani- fchenTeufels" als schweigsame Geschöpfe. Diese beiden seltsamen australischen Tiere haben ihren Namen erhalten wegen der merkwürdigen Laute,

Allerlei.

die sie ausstoßen: der ..Wolf" läßt ein lanogezoge- nes. melancholisch auf und absteigendes Geräusch erschallen, wahrend derTeufel" mit gräßlich grel­lem Schreien sich seinen Genossen vernehmbar macht. D>e Känguruhs, die selbst beim Mampfen und beim Werben keinen Laut von sich geben, lassen, wenn sie erschreckt werden, ein klagendes Geheul er­schallen, das dem des tasmanischenWolfes" ähnelt.

Amerika wieder auf dem Hahrrad.

Es kommen mehrere Umstände zusammen, um das Zweirad, das in dem auf seine Autos so stol­zen Nordamerika dergoldenen Zeit" fast ganz verschwunden war. wieder zu einer alltäglichen Er­scheinung im Straßenleben zu machen. Noch vor zwei Jahren konnte man sicher sein, wenn man ein Rad sah. daß der Radler der Nachrichtenbote einer der Telegraphen-Gesellschasten sein mußte. Seitdem aber haben sich immer mehr Räder in den Straften und auf den Chausseen der Bereinigten Staaten heroorgeroagt, und wenn diese Zahl augen­blicklich auch noch nicht sehr groß ist. so wächst sie dach zusehends. Die Vorübergehenden gewöhnen sich allmählich wieder an diesen noch vor kurzem ungewohnten Anblick, man floßt sich nicht mehr an, wenn man einen Radler sieht, und kommt nicht mehr auf den Gedanken, daß es sich dabei wohl nm eine Wette handeln muß. Viele Amerikaner haben in den letzten Jahren ihren heißgeliebten Kraftwagen verkaufen müssen: sie sind bescheiden geworden und haben erkannt, daß man sich auch ohne Hilfe eines Motors durch das Strampeln fei­ner zwei Beine recht schnell und verhältnismäßig angenehm fortberocgcn kann. Man besinnt sich außerdem darauf, daß das Radeln ein listiger und gesunder Sport ist, der in der Alten Welt unver­mindert in Gunst geblieben ist. Die Amerikanische Automobil-Gesellschaft trägt dieser Neuerscheinung Rechnung, indem sie kürzlich die folgende offizielle Verlautbarung ausgab:Niemand wird diejenigen entmutigen wollen, die sich dem gesunden Ver­gnügen widmen, das das Zweirad gewährt, aber die Radler müssen bedenken, daß ihre eigene Sicher­heit strenge Befolgung der Verkehrsregeln erfordert. Je mehr das Rat wieder in Aufnahme kommt, desto wichtiger wird es fein, die nötigen Vorkeh- rungen zu treffen Vorläufig sollten die Radler sich freiwillig den Verordnungen fügen, die für andere Fahrzeuge in Geltung sind. Sie müssen sich mit Vorder- und Schlußlichtern versehen, richtig ausweichen, sollten ihre Röder nicht an Kreuzungen ober Auto parkplätzen abstellen. Größere Gesell­schaften dürfen niemals nebeneinander radeln." Es gibt gegenwärtig zwischen 2 und 3 Millionen Rä­dern in den Bereinigten Staaten, und das ist nicht viel, verglichen mit den 24 Millionen Kraftwagen, aber die Fahrradfabriken sind in fieberhafter Tä­tigkeit und werfen mindestens 300 000 Stück jähr­lich auf den Markt. Die Nachfrage ist größer als das Angebot, und so besteht ein. Bedürfnis nach

ausländischen Fabrikaten, deren Einfuhr erwünscht wäre.

(5me Frau rettet eine Hischerflotte.

Wie aus Halifax auf Neu-Schottland berichtet wird, hat eine ältere Frau der Furchtbarkeit eines Orkans getrotzt, um eine Warnung nach dem Dorfe Purcell's Cove zu bringen und so die an der offe­nen Küste liegende Flotte der Bewohner zu retten. Als der Sturm mit ungeheurer Gewalt losbrach, erwachte William Iceton durch den Fall von Zie­geln, die von dem Dach seines Stalles im Hofe herabgeriffen wurden. Er wußte, daß die Schiffe der Fischer, die an der Küste lagen, durch einen solchen Orkan an die Felsen geschleudert und zer- schmettert werden könnten. Er härte, wie die Wel- len wütend heranbrandeten und die Anker bedroh­lich raffelten. Da er selbst ein Invalide war, der sich nur schlecht bewegen konnte, weckte er seine Frau und diese zeigte sich sofort bereit, die ahnungs­losen Fischer des Dorfes zu warnen. Eine Laterne in der Hand warf sie sich dem Sturm entgegen. Regen peitschte -ihr ins Gesicht. Mühsam erkämpfte sie sich den Weg, aber schon nach kurzer Zeit schleu­derte ihr ein furchtbarer Windstoß die Laterne aus der Hand und zerschmetterte sie an einem Felsen. In der Dunkelheit weiterzugehen, wäre Selbstmord gewesen: sie kehrte daher nach Hause zurück, be- roaffnete sich mit einer starken Taschenlampe und nahm von neuem das Ringen mit den entfesselten Elementen auf. Rings um sie wütete der Sturm, entwurzelte große Bäume, schleuderte ihr den Re­gen ins Gesicht, so daß sie kaum sehen konnte, und während des ganzen Weges war sie in Gefahr, von herabgeriffenen Steinen erschlagen zu werden ober in ein Loch zu stürzen. Jeden Schritt mußte sie dem fast unerträglichen Druck bes Orkanes abgewinnen, aber sie hielt aus und kam glücklich in bas Dorf, in bem sie in febes Haus ging unb bie Insassen auf­weckte. Die Fischer fuhren hastig in ihre Schaft- stiefel unb Oelmäntel unb rannten an den Strand, um ihre kostbarste Habe zu retten. Die größeren Boote, die an der Küste lagen, wurden in eine geschützte Bucht in Sicherheit gebracht, wo sie bie roilbcn Wogen nicht erreichen konnten. Die meisten ber kleineren Boote würben an Land gezogen, unb so gingen nur zwei Ruderboote verloren. Die übrige Flotte war gerettet.

Aus aller Well

Vorerst keine neuen INonalsbezeichnungen.

Wie der PPD. mitteilt, hat Reichsminister Dr. Frick die Landesregierungen gebeten, von dem Ge­brauch neuer rein deutscher Bezeichnungen für d i e Monate vorläufig abzusehen, bis eine generelle Regelung dieser Frage erfolgt fei.

verhängnisvolles Spiel mit der Schußwaffe.

In Zweibrücken hat unvorsichtiges Hantieren mit einer Schußwaffe ein Todesopfer gefordert. Als die Familie des Viehhändlers Julius Stal­ker mit dem feit über 40 Jahren bei ihr beschäf­tigten 65 Jahre alten Dienstknecht Stäuber beim Abenbessen am Tisch zusammensaß, holte bas sieben­jährige Söhnchen des Stalter das Jagdgewehr fei­

nes Vaters aus ber Ecke beroor. De? Kindes Frage, ob das Gewehr geladen fei, verminte der Barer, worauf der Knabe im Scherz auf den alten Knecht anlegte. Aus drei Meter Entfernung drang dem alten Mann die ganze Schrotladung einer im Laufe ftecfengebliebencn Patrone in den Kopf, was seinen sofortigen Tod zur Folge hatte.

DieRüftungsousgcben _________bet (groß jlaaten

1930/31 in DM

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Nüttn'.»gen nnv RüitungsinvnKrie

Im Jahre 1930 1931 wurden auf ber Welt rund 20 Milliarden Reichsmark für Rüstungen auSgegeben Die Gegenüberstel­lungen von Wcltvroduktion und interna­tionalen NüstungSauSgabcn zeigt deutlich, welches Mitzverl>ältn:s sich w schcn ber^ wirtschaftlichen Alraft* ber Bölter und ih­ren RüstungSauSgaben herauSgebildet bat. Die Weltvrobuktion bat sich von 1929 bis 1932 auf die Hälfte verringert, wäh­rend bie RüstungSauSgaben im gleichen Zeitabschnitt wertmäßig um mehr als 5°b angestiegen find. Ein Zwanzigstel der Lach- gütervroduktion der Welt wird für- stungSzwecke beute ausgegeben ein Betrag, der etwa ebenso groß iit wie der gesamte Ersatzbedars der ganzen Weltindustrie an verbrauchten Maschinen, reparaturbedürf­tigen Bauten usw Wie die einzelnen Böl­ter an der Last der Rüstungsausgaben beteiligt sind, zeigt die Pro Kopi Berech­nung auf dem Bilde Jeder Deutsche mutz weniger als den 4 Teil an Mehrausgaben bezahlen, wie ber Francs? unb Engländer-

Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28 Dezember, nachmittags 2'/- Uhr, von dem

Sterbehaus in Alten-Buseck aus statt

7764 D

Grofien-Llnden, den 27. Dezember 1933.

7767 D

Gießen, den 27. Dezember 1933,

77661)

776SD

7769 D

9'

Alten-Buseck und Wieseck, den 26 Dezember 1933.

"vtl

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Christine Dem, geb. Leun.

Die trauernden Hinterbliebenen:

Margarethe Schmidt, geb Krämer

Johanna Schmidt

Dr. med. Ludwig Schmidt und Frau Milli,

geb. Ketter

Ingeborg und Brigitte Schmidt (Enkelkinder).

Die Beerdigung findet statt am Donnerstag, dem 28 Dezember, nachmittags 3 Uhr

Die Beerdigung findet Donnerstag, den 28. Dezember, nach­mittags 2.45 Uhr, vom Trauerhause Bahnhofstr. 45 aus statt

In tiefer Trauer:

Kath. Hahn, geb. Seipp, und Kinder.

Großen-Busedr. den 26. Dezember 1933.

Die Beerdigung findet statt: Donnerstag, den 28 Dezember, nach­mittags 2 Uhr.

Für die wohltuenden Beweise der Teilnahme, die uns beim Heimgange unserer lieben Mutter, Grobmutter und Urgroßmutter erwiesen wur­den. danken wir im Namen der Hinterbliebenen herzlichst.

Elisabeth Schön, geb. Broß Lina Appel, geb. Bro6

Gießen (Wartweg 12), Lauterbach, Gambach und Eberstadt den 27. Dezember 1933.

Danksagung.

Für die überaus vielen Beweise aufrichtiger ^Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen hierdurch unseren innigsten Dank.

Minna Ziegler und Sohn

Todes-Anzeige.

Heute früh verschied plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Todes-Anzeige.

Am 1. Weihnachtsfeiertag entschlief nach kurzer, schwerer, mit grober Geduld ertragener Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Grobvater, Bruder und Schwager Wilh. Balth. Hahn II., Landwirt im 60, Lebensjahre.

Mutt Karten.

Dor Herr über Leben und Tod hat nach kurzem Krankenlager gestern abend unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Groß­mutter und Schwester

Frau lohannette Bainöach Wwe., geb. Schaaf

im Alter von 77 Jahren zu sich genommen.

Familie Dr. Gerhard Bötticher

Familie Reinhard Hainbach

Familie Paul Jung

Frau Karollne Frank Wwe.

Gießen, Pollnow (Pommern) und Limburg, den 24. Dezember 1933.

Beerdigung am Donnerstag, dem 28. Dezember. 15 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. 7773d

WeMWeM? schmerze» / Jucken kLteckien t brennen T Dann gebrauchen Zicöic 'en Jahrzehnten oorzligl bewahrte. ftbmmftiÜ Kvilialbe Wen arht" (Srb -Iti m b Av-Kbek

Gestern, am 2. Weihnachtsfeiertag, vormittags 10% Uhr, ent­schlief plötzlich mein lieber Mann, unser treusor^ender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel

Georg Dern II.

im Alter von 79 Jahren.

Bücher von den

Wundern der Kleinwelt

Die Mikroskopie. Eine Einführung m gemeinver- : in d bchrr Darstellung von Dr VF. Ff f en berge r. MM

Abbildungen auf 32 Kuns'd ocktateln nach photo­graphischen Aufnahmen des Verfassers. RM. 3 60 Einfachste Lebensformen desTier- u Pflanzen­reichs. Naturgeschichte der mikroskopischen Sei 8- wisser bewohn er von F Fyferlb. Fünfte, von Prof. t>r. W. Schoenkhen vollst!ndig nee bearbeitete Auf- hre.Mit über IV*) Abbildungen 2 Binde in Halbleder k-ro RM 38. -, Neue Oan/leiner-Au-gabe RM 30. Die Infusorien des Sflflwassers und Meeres. Hilf «buch rum Bestimmen nebst einer kurzen Em- fChrune In deren Biologie. Von Prof. Dr. I. LepsL Mit SSO Abbildungen. Gebunden RM. 4 -

NugoBermühlerVerUg Bln-Lichterfelde

Todes-Anzeige.

Gestern abend um 10 Uhr ist mein lieber Mann, unser treubesorgter Bruder,Schwiegersohn,Schwager u. Onkel

Bürgermeister Johann Müller

im Alter von 56 Jahren sanft und still heimgegangen.

Im Namen der Trauernden:

Emilie Müller, geb. Rumpf.

Birklar, den 26. Dezember 1933.

Lehrer i.R. Ludwig Schmidt

im 70 Lebensjahre.