Ausgabe 
27.9.1933 Erstes Blatt
 
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MmlagiW des 7. Kreises (DT.) in Hansen.

Zu einer wichtigen Tagung versammelten sich am Sonntag sämtliche Vereinsführer und Turnwarle des 7. Kreises im Bezirk -essen der DT. in Hausen. Unter der Leitung von Kreisführer Daupert (Wieseck) begrüßte zunächst ein Vertreter des Turn­vereins Hausen, alle Tagungsteilnehmer. Kreisfüh­rer Daupert (Wieseck) hielt sodann eine begeisterte Ansprache. Er gab einen eingehenden Bericht über den von ihm auf der Deutschen Turnschule in Berlin absolvierten Führerkursus; schilderte den hohen Wert dieser Einrichtung und hob besonders den Kameradschaftsgeist der Führer untereinander hervor. Als einen Markstein ersten Ranges in seinem Leben bezeichnete er die hier verlebten Stunden in froher kameradschaftlicher Führergesell­schaft und stellte immer wieder diese Eindrücke als ein Bild bester und echter Volksgemeinschaft hin. Im Verlauf der Tagung erschien der 3. Bezirksver­treter des Bezirk Hessen, Lehrer Zöller (Hausen), und übermittelte die besonderen Grüße des Hessen- Bezirkes. Lehrer Zöller machte in weiteren Wor­ten einige Ausführungen über die demnächst erfol­gende Neugliederung der Gaue bzw. Bezirke. Er nahm hierauf den Dank des Kreisführers für die übermittelten Grüße des Hessenbezirkes entgegen und gab über das vollzählige Erscheinen der Füh­rer seiner Freude Ausdruck. Kreisführer Dau­pert ermahnte hierauf alle Vereinsführer und Turnwarte, zu pflichttreuer Arbeit im Dienst und Aufbau an Volk und Vaterland. Nur ein Ziel sehen wir heute vor Augen: Volk und Vaterland. Dem Geist unseres großen Führers Adolf Hitler wollen wir stets nacheifern um sein begonnenes großes Werk mit zu vollenden. Mit einem dreifachen Sieg-Heil!" auf den Feldmarschall Reichspräsident von Hindenburg, unseren Volkskanzler Adolf Hitler und die gesamte Reichsregierung, dem spontan das Horst-Wessel-Lied folgte, schloß der Redner seine Ausführungen. Im weiteren Verlauf der Tagung wurden vom Kreisführer noch ver­schiedene Anregungen in bezug auf Unfall-Versiche­rungen und Wohlfahrtseinrichtungen der DT. ge­geben. Ebenso gab er einen eingehenden Bericht über dis Gestaltung des Haushaltplanes der DT. Einige Anfragen der Vereinsführer wurden ein­gehend erörtert und erledigt. Weiter gab der Kreis­führer Anregungen zur Heranbildung eines Dieb wartes. Hierauf wurde die lehrreiche und erhebende Tagung mit einemGut-Heil!" auf die Deutsche Turnerschaft und dessen Führer geschlossen.

Am Nachmittag fand dann bei prächtigem Herbst- weller das

Schülerweiturnen.

statt. Nachdem sich die Teilnehmer am Vereinslokal gesammelt hatten, marschierte, unter Vorantritt der Hänfener Musikmannschaft, der ganze Zug zu dem Turnplatz. Hiersclbst entwickelte sich bald, unter der umsichtigen Leitung des stellvertretenden Kreisturn- warts Bernhard (Wieseck), ein frisch-fröhlicher Wettkampf der Kleinsten. Während in den bisherigen Schülerwetturnen stets eine Vormachtstellung der beiden großen Vereine Wieseck und Lollar bestand, ist sie bei dem gestrigen Turnen nicht hervorgetre­ten. Dies gilt in der Hauptsache für die Schüler. Auf

dem Turnplatz wurde alsdann die 3X75-Meter- Pendelstasette für Schülerinnen gelaufen. Sieger wurde Wieseck in 33,1 Sekunden vor Lollar mit 33,2 Sekunden. Nachdem das Turnen reibungslos abgewickelt war, begab man sich zum Ausgang des Ortes, wo die Austragung des Wanderpreises in Form einer 4X100 Meter-Pendelstafette für Schüler gelaufen wurde. Der Verteidiger, die Mannschaft des Tv. Wieseck, holte sich den Preis wiederum überlegen in der hervorragenden Zeit von 54,4 Sekunden vor Reiskirchen mit 57,2 Sekunden und Kinzenbach mit 57,3 Sekunden. Unter der Zahlreiche fand dann die Preisverteilung statt. Der Kreisführer nahm hier Gelegenheit zu einer kurzen Ansprache. Turn- roart Bernhard nahm alsdann die Sieger- verkündigung vor.

Ergebnisse:

Schüler (Fünfkampf: 1. E. Opper (Reiskirchen), 96 Punkte; 2. K. Harnisch (Watzenborn), 93; 3. Uhr­berg (Lollar), R. Walter (Atzbach), W. Dapper (Wie­seck), 91; 4. H. Ferber (Lollar), 90; 5. O. Walb (Stein­bach), 89; 6. W. Ott (Ruttershausen), 88; 7 W. For- bach (Lollar) und H. Voigt (Wieseck), 87; 8. K. Stock (Reiskirchen), 85; 9. E. Eberle (Kinzenbach), W. Braun (Saubringen) und K. Scherer (Wieseck), 84; 10. 0. Jung (Watzenborn), 82; 11. 21. Steinmüller (Rodheim), 81; 12. H. Siegfried (Atzbach) und Schwalm (Lollar), 79; 13. L. Reichmann (Reiskir­chen), A. Erb (Wieseck), K. Wagenbach (Daudringen), Rausch (Reiskirchen) und R. Alt (Kinzenbach), 77; 14. E. Rohn (Wieseck),76; 15. E. Rchhelshausen (Staufenberg), 75; 16. Grölz (Daubringen) und E. Fink (Watzenborn), 72; 17. H. Haas (Steinbach) E. Haas (Wieseck), 71; 18. W. Andersmann (Wieseck), K. Hartmann (Reiskirchen), E. Pfaff (Kinzenbach), W. Kettler (Rodheim), 70; 19. A. Rodenhausen (Wie­seck), 69; 20. H. Schreiner (Ruttershausen), Br. Schreiner (Ruttershausen), E. Bepler (Kinzenbach), 68; 21. E. Kling (Wieseck), W. Magel (Steinbach), Römia (Watzenborn), E. Weber (2ltzdach), 67; 22. E. Romer (Wieseck), F. Bender (Rodheim), 65; 23. E. Sommer (Rodheim), 62; 24. E. Schwicker (Atz­bach), K. Felde (Ruttershausen), A. Schwarz (Hau­sen), Strack (Wieseck), H. Vogel (Alten-Buseck), 61; 25. W. Deussing (Lollar), Dachmann (Hausen), E. Schäfer (Reiskirchen), 60 Punkte.

Schülerinnen (Vierkampf): 1. I. Braun (Wieseck), 76 Punkte und L. Parlow (Lollar) 76 P.; 2. E. Schmidt (Wieseck), 72; 3. G. Römer (Wieseck), 70; 4. E. Rohrbach (Lollar), 68; 5. I. Schäfer (Wie­seck), 67; 6. L. Neumann (Löllar), 66; 7. Bier (Stau­fenberg), E. Mandler (Rodheim) und E. Fink (Kin­zenbach), 65; 8. Röser (Wieseck), 64; 9. G. Abel (Wie­seck), 63; 10. M. Bierau (Wieseck), 62; Marie Brusius (Lollar), I. Schneider (Wieseck), T. Kreiling (Wieseck), 62; 11. E. Dietz (Lollar), E. Weller (Wieseck), 61 P. 12. M. Bierau (Lollar), 60; 13. T. Frank und O. Deines (Lollar), L. Weller (Wieseck), 59; 14. L. Mül­ler (Lollar), N. Frank (Lollar), H. Moos (Staufen­berg), G. Frey (Wieseck), 58; 15. K. Kaletsch (Lollar), 53; 16. E. Seipp und I. Limburger (Lollar), A. Velten (Wieseck), E. Schlierbach (Rodheim), 53; 17. E. Hofmann (Rodheim), E. Henkelmann (Staufen­berg), 52; 18. A. Bender (Rodheim), E. Scharf (Lol­lar), M. Walb (Steinbach), 49; 19. E. Läufer (Lol­

lar) und L. Herrmann (Steinbach), 48; 20. Z. Seipp (Rodheim), 47 Punkte.

Kurze Gporinotizen.

Eine k. -o. - Niederlage erlitt der Bonner Halbschwergewichtler Adolf Heuser in Boston gegen den Weltmeister der Mittelgewichtsklasse, Lou Brouillard. Heuser war in der achten Runde so mitgenommen, daß der Ringrichter den Kampf ab­brach und Brouillard zum Sieger erklärte.

*

Einen norddeutschen Rugbysieg aab es am Sonntag in Heidelberg, wo der süddeutsche Meister RG. Heidelberg dem VfV. Hannover mit 5:6 (5:3) unterlag.

Von feinem sonntägli ch e n Sturz im Berliner Grunewald-Stadion hat sich der Leipziger Dauerfahrer Berger bisher noch nicht erholt. Er hat das Bewußtsein noch* nicht wieder erlangt.

Beendet wurde am Montag der Tenniskampf der Berufsspieler zwischen Frankreich und USA. in Paris. Das Hauptereignis war das Zusammen­treffen zwischen Tilden und dem jahrelangen Ama­teur-Weltstar Cochet. Tilden siegte in einem span­nenden Kampf mit 6:3, 6:4, 6:2. Im Gesamtergeb­nis gewannen die Amerikaner den Klubkampf mit 4:1 Punkten.

Eine Irrfahrt machte der FreiballonDort­mund", der an einem westdeutschen Wettbewerb teilnahm. Der Ballon wurde zuerst nach Dänemark und dann über die Nordsee nach England ge­trieben. Nach 780 Kilometer Flugstrecke ging er an der englischen Küste nieder, wobei es aber auch nicht ohne Zwischenfall abging. Der Führerkorb schlug gegen ein Gitter, wobei einer der Insassen herausgeschleudert und schwer verletzt wurde.

Krankfurier Fabrikant und Rennstall­besitzer verhastei.

Frankfurt a. M., 26. Sept. (WSN.) Der Fabrikant und Rennstallbesitzer Moritz James Oppenheimer in Frankfurt a. M. ist auf Grund eines richterlichen Haftbefehls in das Untersuchungsgefängnis eingelie - f e r t worden. Es wird ihm Betrug zum Nach­teil mehrerer Firmen und Privatpersonen sowie Konkursvergehen zur Last gelegt. Dabei handelt es sich um Millionenbeträge, lieber das Ver­mögen des Beschuldigten ist heute auf feinen eige­nen Antrag das Konkursverfahren eröff- n e t worden. Der Beschuldigte beziffert feine Schulden auf 2,5 Millionen Mark. Die Höhe der Aktiva konnte noch nicht festgestellt werden. Oppen­heimer ist Besitzer der Mitteldeutschen Mechanischen Papierwarenfabrik im Osthafengebiet gewesen und besaß den bekannten Renn st all Erlenhof, dessen hervorragende Pferde Graf Jsolani und Anastasius in zahlreichen Rennen Sieger wurden. Es sollen Oppenheimer in der letzten Zeit für diese beiden Pferde 50 000 bzw. 80 000 Mark geboten worden sein. Unter den strafbaren Handlungen, die Oppenheimer begangen haben soll, befindet sich u. a. die Zedierpng fingierter Forderun­gen. Ferner soll Oppenheimer einem hiesigen Studienrat, der eine Erbschaft in Höhe von 1 700 000

Mark gemacht hatte, das ganze Geld ab« genommen haben.

21 Kommunisten verurteilt.

WSN. Kassel, 24. Sept. Der Strafsenat des Kasseler Oberlandesgerichts hielt vom Donnerstag bis Samstag eine Verhandlung in Neuwied am Rhein ab, die sich gegen 28 wegen Vorbereitung zum Hochverrat angeklagte Funktio­näre der KPD. aus Neuwied und Umgebung rich­tete. Gegenstand der Verhandlung war der Wie­deraufbau der zerschlagenen Organi­sation der KPD. im Unterbezirk Koo- lenz, der nach der Verhaftung der Hauptfunktio­näre der KPD. in Koblenz im Mai nach Neuwird verlegt worden war. Der Strafsenat verurteilte zehn Kommunisten zu Zuchthaus st rasen von einem Jahr und drei Monaten bis zu zwei Jahren und sechs Monaten und elf Kommunisten zu Gefängnisstrafen von acht Monaten bis zu einem Jahr und neun Monate.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter diese. Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dein

Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Eine Klage über denBulterweg".

Nachdem vor einigen Tagen auf dem Wege nach Annerod auf dem sogenanntenButterweg" eine Dame über eine der vielen hervorstehenden Wur­zeln stürzte und dabei den Arm gebrochen hat, sei die zuständige Stelle darauf aufmerksam gemacht, daß der Weg in seiner jetzigen Beschaffenheit vielen Spaziergängern, insbesondere älteren Leuten, die den Weg gerne zu einem Spaziergang benützen, sehr gefährlich werden kann. Es stehen allenthalben Wurzeln über den Weg heraus, und sie bilden zum Teil Schlingen. Es wäre zu wünschen, daß der Weg einer gründlichen Wiederherstellung unter­zogen würde, damit weitere Unfälle vermieden werden. Auch dem Weg nach dem Nizza wäre einige Aufmerksamkeit zu schenken, denn nach reg­nerischem Wetter ist er nur schlecht zu begehen. Der Dank vieler Spaziergänger wäre der zuständi­gen Behörde gewiß, wenn diesen Mängeln abge­holfen würde. A. L

Gegen den Hausbettel in versteckter Form.

DerGießener Anzeiger" brachte dieser Tage einige Artikel gegen das Betteln, denen man, ohne den bedürftigen Volksgenossen gegenüber herzlos genannt werden zu können, nur zustimmen kann. Besonders sei hier noch auf eine Art des Bettelns hingewiesen, die sich sehr übel bemerkbar macht und der man sich kaum erwehren kann. Immer wieder treten Leute auf, die zum Zeitschriftenbezug auffordern und sich durchaus nicht abweisen lassen wollen. So wurde vor einiger Zeit eine Zeitschrift angeboten, für die eine tägliche Bezahlung erfolgen sollte. Der aufkommende Betrag sollte stellungslosen und elternlosen Volksschullehrern zugute kommen. Die Bezieher sollten sich zur Abnahme für ein ganzes Jahr verpflichten. In diesem Zusammen- hange taucht die Frage auf, ob es Tatsache sein kann, daß elternlose, stellungslose Volksschullehrer Zeitschriften vertreiben? Von dem betreffenden Ver­käufer werden besonders Beamte, vor allem aber im Ruhestand.lebende Beamte, aufgesucht. N.

Verkauf von Altmaterial.

Bei den unterzeichneten Werken ist ein Posten Altmaterial, wie Schmiedeeisen und Blech, Gußbruch, Altblei, Stahl- reifen und alte Kupferreste, abzligeben.

Angebotsoordrucke sind auf der Verwob tung des Städtischen Elektrizitätswerks, Hammstraße 35, Zimmer Nr. 19, kostenlos erhältlich. 59230

Die Angebote sind verschlossen, mit ent­sprechender Aufschrift versehen, bis zum Freitag, dem 6. Oktober 1933, vormittags 10 Uhr, bei vorgenannter Verwaltung ein­zureichen, woselbst die Eröffnung der ein­zelnen Angebote erfolgt.

Freie Auswahl der Käufer behalten wir uns vor.

Gießen, den 26. September 1933.

Direktion

der Städtischen Elektrizitäts-, Gas- und Wasserwerke.

S t o l t e.

Donnerstag, den 28. d. 2IL, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich imLöwen", Neuen­weg 28, dahier, zwangsweise gegen Bar­zahlung: 5925V

2 Registrierkassen, 1 Flügel, 8 Diwans, 2 Chaiselongues, 1 Cautsch, 3 Büfetts, 6 Schränke, 2 Schreibmaschinen, 2 Kla­viere, 1 Friseurtoilette, 1 Haarschneide­maschine, 5 Vertikos, 6 Tische, 1 Näh­maschine, 2 Glasschränke, 1 Wirtschafts­büfett, 1 Badeofen, 4 Sessel, 2 Spiegel, 1 Grammophon, 1 Ladentheke, 1 kom­plettes Bett, 1 Eiskonseroator, 1 Har­monium.

Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im Bersteigerungslokal):

6 cbm Holz, 2 Kühlschränke, 1 Perso- rier-Rillmaschine, verschiedene Sorten Papier, 1 Kassenschrank, 1 Registratur­schrank, 1 Schreibmaschine.

Müll, Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstsaßs 33 l « Telophoa 8239

Amtsverkündigungen aus den overhessischen und preußischen Kreisen.

Betr.: Errichtung einer Zwangsinnung für das Spezial-Optiker-Gewerbe der Augenoptik für Hessen.

Bei der Abstimmung über den Antrag auf Errichtung der obengenannten Zwangs- innung hat sich die Mehrheit der beteilig­ten Gewerbetreibenden für die Einführung des Beitrittszwanges erklärt. Das Kreis­amt Darmstadt ordnet hiermit an, daß zum 1. November 1933 eine Zwangs­innung für das Spezial-Optiker-Gewerbe der Augenoptik für Hessen mit dem Sitz in Darmstadt unter dem NamenAugen­optiker-Zwangsinnung" errichtet wird.

Von dem genannten Zeitpunkte ab ge­hören alle Gewerbetreibenden, die in die Handwerksrolle eingetragen sind und das genannte Handwerk betreiben, dieser In­nung an. 5916C

Kreis Gießen.

Der Metzger Richard klös zu Langd be­absichtigt auf dem Grundstück Flur 1, Nr. 18 der Gemarkung Langd ein Schlacht­haus mit Wurstküche und Laden zu er­richten.

Pläne und Beschreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erscheinen dieser Be­kanntmachung im Amtsverkündigungs- blatt an gerechnet, auf der Bürgermeisterei Langd zur Einsichtnahme für Interessen­ten offen. Etwaige Einwendungen sind bei Meidung des Ausschlusses binnen dieser Frist schriftlich oder zu Protokoll bei der Bürgermeisterei Langd vorzubringen.

Das Hessische Kreisschulamt empfiehlt den Schulvorständen der Landgemeinden des Kreises, den Lehrkräften von der nach­stehenden Verfügung des Reichsministers des Innern Kenntnis zu geben und die­jenigen Lehrer, die der SPD. oder KPD. angehört haben, aufzufordern, folgende schriftliche Erklärung an uns abzugeben:

Ich erkläre, daß ich keinerlei Beziehung meh.- zu der Sozialdemokratischen Kom­munistischen Partei und ihren Hilfs- und Ersatzorganisationen sowie ihren Vertre­tern im Ausland unterhalte."

Der Reichsminister des Innern an die obersten Landesbehörden.

Infolge des landesoerräterischen Cha­rakters der sozialdemokratischen Bestrebun­gen muß diese Partei als ebenso staats­feindlich bewertet werden wie die Kom­munistische Partei. Für die Beamten, An­gestellten und Arbeiter des Reichs ist da­her eine weitere Zugehörigkeit und jede auch nur lose Verbindung zu diesen Par- teien unmöglich.

Ich bitte hiernach alle Beamten, An­gestellten und Arbeiter darauf hinzuweisen, daß jede auch nur lose Beziehung zu den genannten Parteien verboten ist. Von den­jenigen Personen, die diesen Parteien früher angehört haben, bitte ich, eine schriftliche Erklärung zu fordern, daß sie keinerlei Beziehung ztz -en Ä Saf­

teten, ihren Hilfs- und Ersatzorganisatio­nen und ihren Vertretern im Ausland mehr unterhalten. Sie sind darauf hinzu­weisen, daß falsche Angaben mit Dienst­entlassung bestraft werden."

*

Betr.: Feldbereinigung in den Gemarkun­gen Trohe und Rödgen; hier: die Arbeiten des 3. Abschnitts.

In der Zeit vorn 4. bis einschließlich 17. Oktober 1933 liegen die.Akten über die Arbeiten des 3. Abschnitts zur Einsicht der Beteiligten offen.

I. Gemarkung Trohe auf dem Amtszimmer der Hess. Bürgermeisterei Trohe.

Es sind dies:

1. 1 Meliorationsplan;

2. 1 Zuteilungskarte;

3. 1 Band Gütergeschosse mit Zusam­menstellung;

4. das topographische Zuteilungsverzeich­nis;

5. das Gütergeschoß mit Zuteilungsplan;

6. 1 Heft Obstbaumverzeichnis;

7. 1 Heft Obstbaumgeschosse;

8. das Protokollbuch der Feldbereini­gungsgesellschaft Trohe;

9. 1 Bekanntmachung gemäß Art. 48 Feldber.-Ges.

II. Gemarkung Rödgen auf dem Rathaus zu Rödgen.

Es find dies:

1. 1 Meliorationsplan;

2. 17 Zuteilungskarten;

3. 4 Bände Gütergeschosse nebst Zusam­menstellung;

4. 2 Bände topographisches Zuteilungs­verzeichnis;

5. 1 Band Gütergeschoß mit Zuteilungs­plan;

6. 1 Heft Obstbaumverzeichnis;

7. 1 Heft Obstdaumgeschosse;

8. 1 Heft Verzeichnis der Zuschlags­werte;

9. 6 Karten der Gemarkungsgrenzregu- lierungen RödgenGießen, Rödgen Alten-Buseck und TroheAlten-Bu- -fetf;

10. 1 Heft Besitzstandsverzeichnis von Al­ten-Buseck;

11. 1 Heft Besitzstandsverzeichnis von Gie­ßen;

12. 1 Heft Gütergeschoß RödgenAlten- Buseck mit Zusammenstellung;

13. 1 Heft Gütergeschoß RödgenGießen mit Zusammenstellung;

14. 1 Heft topographisches Zuteilungsver- zeichnis RödgenAlten-Buseck;

15. 1 Heft topographisches Zuteilungsver­zeichnis RödgenGießen;

16. das Gütergeschoß mit Zuteilungsplan von Gießen und Alten-Buseck über die zur Gemarkungsgrenzregulierung zu- gezogenen Grundstücke;

17. das Protokollbuch der Feldbereini­gungsgesellschaft Rödgen;

18. 1 Bekanntmachung gemäß Art. 48 Feldber.-Ges.

Tagfahrt zur Entgegennahme von Ein­wendungen findet daselbst statt.

I. für Gern. Trohe: Mittwoch, den 18. Oktober 1933

vormittags 9/a bis 10# Uhr.

II. für (Bem. Rödgen:

Mittwoch, den 18. Oktober 1933 vormittags WA bis 12 % Uhr, wozu der Hessische Feldbereinigungskom­missar die Beteiligten mit dem Hinweis einlädt, daß die Nichterscheinenden mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Die Einwendungen sind schriftlich und mit Gründen versehen einzureichen. Die Vor­zeigung der neuen Grundstücke findet an Ort und Stelle zu Rödgen: Dienstag, den 10. Oktober 1933, vormittags 9 Uhr, zu Trohe: Mittwoch, den 11. Oktober 1933, vormittags 9 Uhr, und soweit erforderlich die folgenden Tage statt.

Zusammenkunft hierzu je an Hessischer Bürgermeisterei.

Kreis Friedberg.

Das Kreisamt Friedberg beauftragt die Bürgermeistereien des Kreises, dafür Sorge zu tragen, daß die Gemeindesteuer­zettel alsbald nach Empfang den Steuer­pflichtigen, insbesondere auch den Aus­märkern zugestellt werden.

Der Bürgermeister hat den mit der Zu­stellung beauftragten Gemeindebeamten schriftlichen Auftrag zu erteilen, inner­halb welcher Frist die Zustellung der Zet­tel zu bewirken ist. Der Vollzug dieses Auftrages ist von dem betreffenden Ge­meindebeamten schriftlich zu bescheinigen. Die Zustellung sämtlicher Steuerzettel kann in größeren Gemeinden kaum an einem Tage erfolgen. Der Bürgermeister hat deshalb unter Berücksichtigung der ein­schlägigen Verhältnisse den Tag, an dem die sämtlichen Steuerzettel als zugestellt zu gelten haben, alljährlich nach erfolgter Zustellung derSteuerzettel festzusetzen und auf ortsübliche Weise zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.

Die Bürgermeistereien des Kreises wol­len das hier Erforderliche veranlassen und demnächst berichten, an welchem Tage die Zustellung stattgefunden hat und wie dies festgestellt worden ist.

Die Namen der Steuerpflichtigen, denen die Zettel nicht zugestellt werden konnten, sind von dem mit der Zustellung beauf­tragten Gemeindebeamten in ein Verzeich­nis aufzunehmen, das von dem Bürger­meister dem Gemeinderechner zwecks Wei­terverfolgung sofort zu übergeben ist.

Das Kreisamt macht noch darauf auf­merksam, daß die Steuerhebrollen nicht mehr offengelegt werden. Die Rechtsmit­tel gegen die Veranlagung find vielmehr die gleichen wie gegen die Veranlagung zu Staatssteuern.

Kreis Dillenburg.

Auf Grund des § 1 im Kapitel III des Petzes über die Wiederherstellung auf­gelöster Landkreise vom 17. Juli 1933 (GS. S. 260) hat der Regierungspräsident in Wiesbaden die nachstehend aufgeführten Herren zu kommissarischen Mitgliedern Uw- stellvertretenden Mitgliedern des Kreisausschusses für den neugebildeten Kreis Biedenkopf bestellt:

Mitglieder:

1 11 "?etl?r,t^ Klein, Maurerpolier, Ouots- hausen,

| 2 ®ft Koppe, Stadtoerordnetenoor- stehen Btedenkopj,

3. Johannes Wagner, Verwaltungssekre­tär a. D., Gladenbach,

4. Heinrich Veite, Landwirt, Silderg,

5. Johannes Jung, Bürgermeister, Web denhausen,

6. Ewald Weide, Landwirt, Engelbach. Stellvertreter:

1. Ludwig Strauch, Land- und Gast­wirt, Niederhörlen,

2. Heinrich Nispel, Ingenieur, Bieden­kopf,

3. Hermann Happel, Kaufmann, Gla­denbach,

4. Becker, Bürgermeister a.D. und Land­wirt, Simmersbach,

5. Jakob Pfeiffer, Bürgermeister, Gün­terod,

6. Karl Belz III., Landwirt, Dexbach.

Konkursverfahren.

lieber den Nachlaß des am 9. April 1932 zu Gießen verstorbenen Privatiers Wilhelm Amend, zuletzt wohnhaft in Gießen, Bahnhofstraße 73, wird heute am 25. September 1933, nachmittags 4 Uhr, das Konkursverfahren eröffnet, da der Nachlaß überschuldet ist.

Der Rechtsanwalt Dr. Joachim Spohr in Gießen, Neuen Baue 25 H, wird zum Konkursverwalter ernannt.

Konkursforderungen find bis zum 15. Oktober 1933 bei dem Gerichte anzu­melden.

Es wird zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigeraus­schusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der ange­meldeten Forderungen auf 5912D

Donnerstag, den 19. Oktober 1933 vormittags 9 Uhr

vor dem unterzeichneten Gerichte, Zim­mer 204, Termin anberaumt.

Allen Personen, welche eine zur Kon­kursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Ge­meinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter dis zum 15. Oktober 1933 Anzeige zu machen.

Hessisches Amtsgericht zu Gießen.

Konkursverfahren.

Das Konkursverfahren über das Ver­mögen des Kaufmanns Friß A. Nennstiel in Gießen wird nach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins hierdurch aufgehoben.

Gießen, den 21. September 1933.

Hessisches Amtsgericht. (5913V

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Konkursverfahren.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen der Firma heyligenstaedt & Lomp., Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei, Aktiengesellschaft in Gießen, ist zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters, zur Erhebung von Einwen­dungen gegen das Schlußoerzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögensstücke sowie zur Anhörung der Gläubiger über die Erstattung der Auslagen und die Gewährung einer Ver­gütung an die Mitglieder des Gläubiger, ausschusses sowie zur Prüfung der nach- träglich angemeldeten Forderungen der Schlußtermin auf

Freitag, den 20. Oktober 1933 vormittags 9 Uhr

vor dem Hessischen Amtsgericht Hierselbst, Zimmer 101, bestimmt. 5914V

Gießen, den 23. September 1933.

Hessisches Amtsgericht.