Ausgabe 
27.9.1933 Erstes Blatt
 
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Aus -er Provinzialhauptstadt

F. K.

In den nächsten Tagen werden in unserer Pronin; rund 5 00 0 3ungoottjungen unterwegs fein, um untereinander im Kampf ihre Kräfte zu meffen. Diefe G e l ä n d e f p i e l e, die ursprünglich am 28. September beginnen sollten, sind jetzt wegen des Erntedankfestes auf den 2. Oktober verfchoben worden. Die uns unterstützenden Ortsgruppenleiter und andere Helfer werden gebeten, ihre Vorberei­tungen dementsprechend umzustellen. Genauere An­gaben werden sofort durchgegeben.

Am 2. Oktober, am Jahrestag des Potsdamer Reichsjugendaufmarfches, werden unsere Iungvolk- gruppen überall aufbrechen, um sich in Stämmen und Iungbannen zu fammeln und fo in freiem und gesundem Kriegsleben ihre Kräfte zu üben.

Alle Ortsgruppen bitten wir nochmals auf diesem

2D ege, unsere Gruppen bei der Verpflegung und Einquartierung weitest zu unter­stützen.

Alle L l t e r n bitten wir, ihren Jungen aus jeden Fall die Teilnahme zu ermöglichen. Nichts kann gesünder und besser für den Jungen fein, als dah er sich hier freudig und ganz mit feinen Kame­raden in den Dienst einer gemeinsamen Sache stellt.

Das ganze Oberhefsen soll in diesen ersten Oklobertagen die Lebendigkeit unserer Jungvolkgruppen spüren. Die Freude und Dienslbereitschast seiner Jungen soll zugleich der Dank für alle aufgewendete Mühe sein.

heil Hitler! '

Rupprecht Hainer, Oberjungbannsührer.

In diesem Winter darf kein Volksgenosse hungern und frieren! Zeder spendet auf

Postscheckkonto Berlin Nr. 77100, NS.-Volkswohl- fahrt Reichsführung, Konto Winterhilfswerk oder auf das gleichlautende Konto bei der Reichsbank.

An die Obecheffen!

Eine Bitte der oberhessischen Zungvolk-Zührung.

Durch alljährliche Prüfungen hat der Hubertus das Verständnis für den Wert dieses Hundes in der heimischen Jägerwelt zu wecken gewußt. Die Namen der Zwinger seiner Mitglieder sind weit über die engen Grenzen der Heimat hinaus be­kannt geworden. Der einheimische Jäger, der einen guten Hund sucht, braucht ihn nicht mehr von weit-

Eicheln und Kastanien.

Niemand soll den Herbst schelten. Sein Reichtum an Geschenken ist fast unerschöpflich. Immer noch einmal steckt er die Hand in seine tiefen Taschen und holt mit geheimnisvoller Miene eine neue Ueberraschung heraus. Dem gibt er Korn und Obst, und dem Gemüse und Kartoffeln. Den Kindern aber, den kleinen Spielratten, streut er Eicheln und Kastanien auf den Weg. Mit eifrigen Füßchen rascheln die Jungen und Mädchen durch das welke Laub und über den Rasen und suchen sich ihr herbstliches Spielzeug. Körbchen und Beutel werden gefüllt, und zu Hause verfertigen die Kinder kleine Wunderdinge daraus. Die länglickspitzen Eicheln werden ausgehölt, vier Reißnägel als winzige Räd­chen angebracht, und das schnittige Rennauto ist fertig. Das Eichelkörbchen mit dem langen Stiel wird natürlich als Pfeife in den Mund gesteckt, jeder kleine Hosenmatz geht dann geschwellt von männlicher Würde einher, und der jüngste Drei­käsehoch vergißt sogar nicht das wichtige Geschäft des Feueranzündens. Mit unnachahmlichem Ernste hält er ein unsichtbares Streichholz an das Pfeif­chen, schützt dieFlamme" vor dem Wind und zieht aus vollen Lungenkräften an dem Stiel.

Jubelnd werden auch die ersten reifen Kastanien begrüßt. Mit Spannung sieht man zu dem breiten Geäst des Baumes auf und wartet darauf, daß wieder eine grüne Stackelkugel durch die Zweige poltert und auf der Erde zerspringt. (Manch ein Junge wartet aber gar nicht erst...) So blank und sauber schält sich die neugeborene rostbraune Kastanie aus ihrem schneeweißen Bettchen, daß auch ein Erwachsener mit Vergnügen nach ihr greift. Die kleinen Mädchen ziehen sie auf eine Schnur und legen sie sich als Kette um den hals, sie schnitzen sich Körbchen und kleine Puppenwiegen daraus und schneiden lustige Gesichter in die braune Schale.

Die Eltern brauchen sich in dieser Zeit nickt den Kops darüber zu zerbrechen, womit sie Ihre Kinder beschäftigen sollen. Der Herbst selbst hat für die nimmermüden kleinen Hände das schönste Spiel-

hert kommen zu lassen. Die Prüfungen bei Gießen waren immer durch die gute Vorbereitung und Durchführung bekannt. So ist es auch zu erklären, daß zu dieser Jubiläumsprüfung die für eine Ge­brauchssuche sehr hohe Zahl von 23 Meldungen ab­gegeben wurde und daß neben einheimischen Füh­rern Jäger vom Mittelrhein und Niederrhein, wie von Hannover ihre Hunde den Richtern stellen wer­den. Jagdpresse und jagdliche und verwandte In­dustrie yaben die Veranstaltung durch wertvolle Ehrenpreise unterstützt. Freunde des deutschen Ge­brauchshundes werden als Gaste bei den Veranstal­tungen willkommen sein. Die an der Suche beteilig­ten Drahthaarigen werden am 29. September^ um 8 Uhr am Schützenhaus auf einer Pfostenschau gezeigt und durch Dr. W i n t e r h e l t (Miltenberg) gerichtet werden. Auch hierauf seien Freunde des Hundes In der rauhen Jacke besonders hingewiesen.

h.

Blumenschmuck-Schönheitswettbewerb bei der Reichsbahn.

Ein Wettbewerb im Ausschmücken der Bahn­anlagen wurde im Bezirk der Relchsbahn- direktion Frankfurt unter den Angehörigen der Reichsbahn ausgetragen. Die Reichsbahn rech­net es nicht mit Unrecht zum vielberufenen Dienst am Kunden, daß dieser auch in den landschaftlich nicht gerate hervorragenden Gegenden in Schön­heit reise. Sie meint damit ebenso die Schönheit, die den Reisenden unterwegs von einem im Blu­menschmuck prangenden Bahnwärterhäuschen be­scheiden grüßt, wie die augenfälligere Schönheit, die ihm auf Bahnhöfen im Schmuck von Grün­anlagen empfängt, und alle anderen Bahnanlagen im Bereich der Oesfentlichkeit. Das Ergebnis dieses Wettbewerbs war ein sehr erfreuliches. Etwa 2 0 0 Angehörige der Reichsbahn kommen für besondere Anerkennung in Frage, vom einsamen Bahnwärter auf ferner Strecke bis zum Stationsvorsteher. Durch besonders hübschen Blumenschmuck fiel auf das Bahnwärterhaus 75 der Strecke GießenKöln u. a., Bahnhöfe, die we­gen besonders schöner Grünanlagen eine Zierde der Reichsbahn sind, lind Bad Salzhausen, Nauheim, Friedberg, Bräunsels, Hadamar, Nidda, Asbach, Montabaur, Schlitz, Eppstein u. a. m.

Daten für Mittwoch, 27.September.

1856: der Kolonialpolitiker Karl Peters in Neu­haus an der Elbe geboren (gestorben 1918); 1914: Beginn des Angriffs auf Antwerpen; 1921: der Komponist Engelbert Humperdinck in Neu-Stre- litz gestorben (geboren 1854).

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** Keine wesentlichen Einschrän­kungen im Winterzugoerkehr. Mit dem 8. Oktober beginnt der Winterabschnitt des Fahr­plans der Reichsbahn. Gegenüber dem Sommer­fahrplan kommen im Winterabschnitt nur unwesent­liche Kenterungen in Frage. Viele Kenterungen sind bereits im Sommerfahrplan als im Winter wegfallend gekennzeichnet; diese Bemerkungen wer­den allerdings noch viel zu wenig beachtet. Wesent­liche Einschränkungen im Zugverkehr sind diesmal jedenfalls nicht geplant.

** Der Fachdrogist im Dienste der Volksgesundheit! Die Mitglieder des Deut­schen Drogistenverbandes zeigen zur Zeit eine be­achtenswerte Schaufensterdekoration, welche für die Gesundheit des deutschen Volkes wirbt. Ihre Mit­gliedschaft zum Deutschen Drogisten-Derband bietet Gewähr für eine einwandfreie, fachmännische Ver­sorgung des Volkes mit freigegebenen Krzneimitteln, Drogen, Desinfektionsmitteln, Kritteln zur Körper- und Krankheitspflege und Verbandstoffen.

** Kuftaudjen sogenannter Ketten- b r l e f e. In letzter Zeit macht sich in Frankfurt a. M. wieder die Unsitte breit, daß sogenannte Kettenbriefe mit der Überschrift:Hüte Dich, das Schicksal herauszufordern", verfertigt und versandt werden. Es wird darauf hingewiesen, daß das Ver­senden solcher Kettenbriefe ein grober Unfug ist, der nach § 360 II RStGB. bestraft wird.

Amtsgericht Gießen.

Der Draschkenhalter G. T. von hier erhielt einen Strafbefehl, weil er am 1. Kuguft die zulässige De- lastung seines Wagens überschritten hatte. Gegen diesen Strafbefehl legte der Angeklagte Berufung ein. In der heutigen Hauptverhandlung beantragt» der Kmtsanmalt nach Vernehmung verschiedener Zeugen eine Geldstrafe von 5 RM. Das Gericht er­kannte auf 3 RM. Geldstrafe. Die Kosten des Ver­fahrens trägt der Angeklagte.

Frau und Kleid im Wandel der Z e i t". Am morgigen Donnerstag, 28. September, 16 Uhr, zeigt die Hausfrauenberatung in ihren Räumen am Kirchenplatz einen Film unter dem TitelFrau und Kleid im Wandel der Zeit". Der Film zeigt die auf der AusstellungDie Frau", dis im Frühjahr in Berlin ftattfano, vorgeführten Originale aus den verschiedensten Epochen unserer Mode. Auf die heutige Anzeige sei besonders auf­merksam gemacht.

Bekanntmachungen des Personalamtes

Auf Grund, des § 4 des Gesetzes zur Wiederher­stellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden am 21. September 1933 mit sofortiger Wirkung aus dem hesfifchen Staatsdienst ent­lassen: der Justizinspektor am Landgericht in Gießen, Ed. Bayersdorf zu Gießen; der Ober« sekrstär Heinrich Karl Huth beim Hessischen Staatsbad Bad-Nauheim; der Kanzlist Iwan L i h beim Forstamt Dieburg; der Förster Philipp M e n g e r beim Forstamt Dieburg.

In den Ruhestand versetzt wurden auf ihr Nachsuchen am 21. September 1933 der Kreis­veterinärarzt bei dem Kreisveterinäramt Worms, Veterinärrat Ferdinand T r o p s, und der Ober­kasseninspektor Ludwig Kraus bei der Landes- Heil- und PflegeanstaltPhilipps-Hospital" bei Goddelau, beide unter Anerkennung ihrer dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Ok­tober 1933.

Auf Grund des § 6 des Gesetzes zur Wieder­herstellung des Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 wurden in den Ruhestand versetzt: am 21. September 1933 der Studienrat Professor Karl Huber an der Kunst- und Gewerbeschule zu Mainz; der Studienrat Drofessor Bruno Panitz an der Kunst» und Gewerbeschule zu Mainz, beide mit Wirkung vom 1. Oktober 1933; am 20. Sep­tember 1933 der Kanzleiassistent bei dem Amts­gericht Gießen, Ludwig Stroh, unter Anerken­nung seiner dem Staate geleisteten Dienste mit Wirkung vom 1. Januar 1934.

Ernannt wurden: am 11. September 1933 der Schulamtsanwärter Ludwig Haas aus Offen­bach zum Lehrer an der Volksschule zu Rinder­bugen, Kreis Büdingen, und der Schulamtsanwärter Adam Marquardt aus Darmstadt zum Lehrer an der Volksschule zu Bobstadt, Kreis Bensheim, beide unter Berufung in das Beamtenverhältnis; am 15. September 1933 die Zeichenlehrerin an der Volksschule in Gießen, Katharina Gröde, zur Reallehrerin an der Studienanstalt und Frauen-

Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 20 Uhr, Bunter Abend. REV. Orts­gruppe Gießen, 15,30 Uhr, Caf6 Leib, große öffent­liche Kundgebung des geeinten deutschen Gaststätten- g-?merbe5 für den Kreis Gießen. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Die Blume von Hawai" mit Maria Eggerth.

durchaus bewußt fein. Denn nur wenn diese B e - darfshöhe anerkannt wird und wenn jeder ich bemüht, sie zu fördern und auf der Höhe zu galten, nur dann wird die gesamte Industrie, die gesamte Wirtschaft nicht nur anfangen zu wachsen, andern wird allein durch den Jnnenbe- > a r f des deutschen Volkes auf eine beachtliche Höhe heraufgeführt werden können. Ander­seits wird, wenn die Wirtschaft so geführt wird, auch der Arbeiter auf der gleichen Anschauungs- höhe zu finden sein. Das Verdienst Adolf Hitlers ist es, daß er den deutschen Arbei­ter wieder hineingestellt hat in die Volksgemeinschaft. Sein Verdienst ist es, dem Arbeiter das Selbstbewußtsein zurückgegeben zu haben, dessen er bedarf, um an dem harten Platz des Kampfes, an den er gestellt ist, auszuharren.

So ist im nationalsozialistischen Staat der Zusammenklang von wirtschaft und Arbeit gesichert. Ist aber dieser Zusammenklang ge­sichert. dann haben wir bas Fundament des neuen Reiches, des Reiches der Arbeit. Wir können stolz darauf fein, daß es uns.ver­gönnt ist, zuerst im Deutschen Reich eine der­artige organische Gestaltung werden zu lassen.

Die rhein-mainische Senke ist alter historischer Bo­den, und bewußt wurde diese Tagung nach der Stadt Mainz gelegt, die Zeugnis ablegt von der ruhmreichen großen Vergangenheit des deutschen Volkes, soweit sich diese Vergangenheit auf dem Boden in dem Gebiet der Rhein-Mckin-Senke abge­spielt hat. Zeigen wir uns also würdig unserer Ahnen und suchen wir zu bestehen vor unferm Führer Adolf Hitler. Sehen wir hinaus auf die herrliche Verbindungslinie Rhein-Main und auch am Neckar, wo Telle unseres Gebiets lie­gen, und umschlingen diese herrliche Natur, die Völ­ker, die Stämme, die an ihren Ufern wohnen. Eins sind wir blutsmäßig, eins sind wir durch die Gestaltung des Bodens, und eins wollen wir bleiben in der Entwicklung, vorgezeichnet von unferm Führer, die Linie, die aufwärts führt zum einigen Deutschen Reich, zur Einheit des gesamten deutschen Volkes.

Nach der mit großem Beifall aufgenommenen Rede und nach dem Gesang des Deutsckland-Liedes sprach der Präsident des hessischen Industrie- und Handelskammertages Fabrikant Rudolf Scholz (Mainz), worauf

Ministerialrat Zrielinghaus

die herzlichen Glückwünsche des Reichs- und des preußischen Wirtschaftsmini st ers über­brachte. Als Preuße freue ich mich, jo führte er u. a. aus, daß diese Tagung auf hessischem Boden in Mainz stattfindet. Die neue Zeit tonnte erst mit diesem schweren Problem fertig werden. Dieser Zu­sammenschluß konnte nur zustande kommen, weil hier die richtigen Männer am richtigen Platz waren. Wir haben es geschafft, obwohl die Schwie­rigkeiten auch hinsichtlich der Landesgrenzen ganz besonders groß waren. Ich darf die Hoffnung aus­sprechen, daß das Werk dieser Männer sich segens­reich vollenden möge.

Oer hessische Staatsminister Jung stellte in seiner Ansprache den obersten Grundsatz des neuen nationalsozialistischen Staatsrechts her­aus. Danach sind die Länderregierungen die Vollstreckerinnen des Willens des Führers. Die Vertreter des Führers feien die Reichsstatthalter. Die Länderregierungen hätten daher nichts anderes zu tun als dem Willen des Reichs st atthalters zu entsprechen. Die hessische Regierung habe daher durch Gesetz vom 22. September die rechtliche Grundlage der nunmehr vereinigten Industrie- und Handelskam­mern geschaffen. Staatsminister Jung dankte am Schluß feiner mit lebhaftem Beifall angenomme­nen Ansprache dem Herrn Reichsstatthalter für seine Tat und für die Initiative, die er in dieser wich­tigen Frage entfaltet habe.

Der Frankfurter Handelskammerpräsident und

schule in Mainz; sämtlich mit Wirkung vom 1. Ok- tobet 1933 an; am 31. August 1933 der Studien­assessor Dr. Wilhelm Henh aus Beuern, zur Zeit mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Kreis- schulamts Gießen (Stadt und Land) beauftragt, i unter Berufung in das Beamtenverhältnis zum I überplanmäßigen Studienrat mit Wirkung vom 1. September 1933 an; am 20. September 1933 der Justizsekretär bei dem Amtsgericht Mainz, Georg Orth, zum Justizsekretär bei dem Land­gericht Mainz mit Wirkung vom 1. September 1933 an.

Uebertragen wurde mit sofortiger Wirkung: dem Lehrer Jean B l o d t zu Gau-Odernheim, Kreis Alzey, die Leitung der Volksschule zu Gau-Odern- heim und dem Lehrer Albert Thomas zu Jüges­heim, Kreis Offenbach, wurde am 18. September 1933 die ehrenamtliche Leitung der Volksschule da­selbst, beiden unter Verleihung der Amtsbezeichnung Rektor" für die Dauer dieser Tätigkeit.

NSDAP. Gießen.

Von ter NS. -Frauen schäft Gießen haben die Sozialwalterinnen an dem Amtswalter- appell der NS.-Dolkswohlfahrt am heutigen Mitt­woch, 18.30 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Schanzen­straße, teilzunehmen.

Die Ortsgruppe Gießen-Nord hat heute Mittwoch für Helle 7, Block 2, Blockabend in der Wirtschaft Nohl, Eterstraße.

Die Ortsgruppe Gießen-Mitte hält ihre Ortsgruppenoerfammlung mit deutschem Abend und Fahnenweihe nicht heute, Mittwoch, 27. September, sondern Mittwoch, 4. Oktober, ab. Beurlaubungen sind zwei Tage vor der Versammlung bei dem Ortsgruppenleiter zu beantragen und werden nur in den allerdringendsten Fällen bewilligt, keinerlei Entschuldigungen werden angenommen. Arn nächsten Sonntag, 1. Oktober, 9.30 Uhr, nimmt die Ortsgruppe geschlossen an dem Gottesdienst aus dem Landgras-Philipp-Platz teil. Antreten um 9 Uhr Bahnhofstraße, Ecke Mühlstraße, Amtswalter in Uniform. Um 12 Uhr Antreten oller Männer im Ortsgruppenbereich (Amtswalter in Uniform), gleich­gültig ob sie Parteigenossen sind oder nicht, Mühl- straße-Ecke Bahnhofstraße zum Abmarsch nach Watzenborn zwecks Teilnahme an der dortigen Feier des Erntedankfestes. Frauen und Kinder marschieren gesondert, oder benutzen den Zug ab 13.38 Uhr bis zur Station Schiffenberg. Rückmarsch geschlossen um 22 Uhr.

Die Ortsgruppe Gießen-Süd feiert den Ernte­danktag gemeinsam mit der Gemeinte Leihgestern. Abmarsch 12.30 Uhr von der Friedrichstraße aus. Um 14 Uhr Festzug in Leihgestern.

In der Ortsgruppe Gießen-Nord morgen Donnerstag, 28. «September, gemeinsame Mitglieder­versammlung der Zellen 3 und 5, 20.30 Uhr im Re­staurantZum Haberkasten". Pg. Michel spricht überDie Politik der Zukunft".

Eine Mitglieder - Versammlung der Fachschaft Länderverwaltung" der N S. - B e a m t e n a b = teilung, Ortsgruppe Gießen, findet am nächsten Freitag, 20.15 Uhr, im RestaurantBür­gerhof", oberer Saal, statt.

Die Mitgliederbeiträge für den NS. -Lehrer­bund, Kreis Gießen, sind nur noch auf das Postscheckkonto des Nationalsozialistischen Lehrer­bundes, Kreisleitung Gießen, beim Postscheckamt Frankfurt a. M. Nr. 64 849 einzuzahlen.

ZubiläumSgebrauchssuche des Hubertus Gießen.

Am 29. und 30. September hält der Huber­tus, Verein weidgerechter Jäger, Sitz Gießen, in Revieren um Gießen in Zusammen­arbeit mit dem Verein Deutsch Drahthaar, Gau Hessen, seine 10. Verbandsgebrauchssucke ab. Bereits in seiner Gründungsversammlung oe° schloß der Verein, dem Verbände der Vereine zur Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd beizu­treten, und er zeigte damit, daß seine Gründer ein wirklich weidgerechtes Jagen nur mit Hilfe des deut­schen Gebrauchshundes für möglich hielten. Wäh­rend in anderen Ländern für die verschiedenen Zweige des Weidwerks Spezialhunde Verwendung fanden, erforderten die Jagdverhältnisse in Deutsch­land einen Hund, der allen Aufgaben gerecht wer­den konnte, die ihm von der Praxis gestellt wurden. Der Gebrauchshund soll die Wundfährte des Scha­lenwildes ausarbeiten und seinen Herrn zu dem verendeten Stück geleiten, oder durch seinen Laut herbeirufen, wenn er es gefunden hat. Er soll das kranke, flüchtige Stück hetzen und niederzishen, der Spur des angeflickten Hafen folgen und ihn brin­gen, den kranken Fuchs abwürgen und apportieren. Selbständig stöbernd bringt der kluge Hund laut­hals das Wild vor den Schützen, kurz unter der Flinte sucht er beim Buschieren im niederen dich­ten Bestand. Er stöbert im Schilf hinter der Ente und holt die geschossene aus tiefem Wasser. In flüchtiger Suche nimmt er unter steter Ausnutzung des Windes das Feld, zieht die Hühner an, bringt die Geschossenen Ober folgt dem Geläufe des ge­flügelten Rebhahnes, der ihm das Finden nickt leicht macht. Ohne viel Umstände schlägt er sich die verwilderte Katze, diese Geißel der Niederjagd und der Vogelwelt, um die Behänge, wenn sie sich in den Kartoffeln drücken will. Die Leistungen des wirklichen Gebrauchshundes, der alle diese Auf­gaben erfüllen muß, sind so vielseitig, daß man im­mer wieder voll Bewunderung dieses Ergebnis ver­ständiger Zucht und hingebender Arbeit der Abrichter beobachtet. Der Ruf des deutschen Gebrauchshundes ist weit über die Grenzen Deutschlands hinaus­gegangen, und der Ausfuhr guter Hunde ins euro­päische Ausland und nach Uedersee kommt heute eine große Bedeutung zu.

PräsidentdesJndustrie-undHandels- t ag e s,

Dr. Lirer-Frankfurt a. M.

gab sodann ausführliche Erläuterungen über Zweck und Aufgaben des neugeschaffenen Gremiums. Die Wirtschaft habe sich dem na­tionalen Einheitswillen ohne Rücksicht auf persönliche oder historische Verhältnisse zu unterwer­fen und dafür zu sorgen, daß auch in ihrem Inter­essengebiet Organisationen geschaffen würden, die der natürlichen Einheit Rechnung tragen. Das jetzt vor­liegende Ergebnis fei besonders ter Tatkraft des Reichsstatthalters Sprenger zu danken. Die hes­sische und die preußische Regierung haben die Sat­zungen genehmigt, und die Zustimmung des Reichs­wirtschaftsministers fei eine Gewähr dafür, daß der Zusammenschluß innerhalb des Rabmens erfolgt sei, den die Reichsregierung für den Aufbau wirtschaft­licher Organisationen für zweckmäßig halte. Die Ar­beitsgemeinschaft setze sich aus i e 20 preußi­schen und hessischen Mitgliedern zu­sammen.

Bel der Bildung einheitlicher Wirtschafts­gebiete müsse angestrebt werden, räumliche Einheiten zu finden, deren Grenzen einmal möglichst viele Betriebe eines Wirtschafts­zweiges (Landwirtschaft, Bergbau usw.) um­schließen, weiter müsse darauf gesehen werden, möglichst wenige wirtschaftliche Zusammen­hänge zu zerreißen. Die Berwaltungsmittel- punkte mühten möglichst weitgehend mit den tatsächlichen Brennpunkten des wirtschaftlichen Lebens zusammenfallen.

Ein eindeutiger Gesamtcharakter des Wirtschafts­lebens, wie er unbestritten im Rhein-Mainiischen Wirtschaftsraum vorhanden sei, erleichtere die Lo­sung dieses Problems. Jedoch solle die neugesckaffene Organisation nicht zu einer Zusammenfassung aller Aufgaben führen, sondern alle Funktionen des in ihr vereinigten Wirtschaftsgebietes sollen ent­sprechend ihrer Bedeutung und Zwecksetzung geglie­dert, geordnet und zufammengefaßt werden. Dem­entsprechend sollen die einzelnen Kammern weiter alle ihren engeren Bezirk be­treffenden Aufgaben felbftändig r e - g e l n. Dagegen habe der Industrie- und Hantelstag die Aufgabe der Interessenvertretung des Gebiets nach außen und bei den Reichs- und Landesbehör­den, sowie die Uebertragung von speziellen Erfah­rungen auf andere Gebiete seines Bezirks.

Der Redner schloß seine Ansprache mit dreimali­gem, begeistert aufgenommenen Sieg-Heil auf den Bannerträger des deutschen Geistes, deutscher Wie­dergeburt und deutscher Einheit. Mit den Klängen des Horst-Wessel-Liedes fand bann die Tagung ihr Ende.

Erweiterung der Ausgaben des Hess. Industrie- und Handels- kammertages.

WSN. Darmstadt, 26. Sept. Auf Grund des vorläufigen Gleichschaltungsgesetzes vom 31. März 1933 und der Hessischen Ermächtigungsgesetze vom 13. März und 16. März 1933 hat der hessische Staatsminister Jung folgendes Gesetz erlassen, das am 26.9.33 in Kraft getreten ist:

Dem Artikel 40 des Gesetzes über die Jndustrie- und Handelskammern in der Fassung der Bekannt­machung vom 25. Juni 1925 (Reg.-Bl. S. 86) und des Aenderungsgesetzes vom 30. Juni 1933 (Reg.- Bl. S. 151) wird folgender Absatz 5 angefügt:

Der Hessische Industrie- und Handelskammer­tag ist befugt, zur Behandlung allgemeiner oder das gemeinsame rhein-mainische Wirtschaftsgebiet betreffender Angelegenheiten mit in benachbarten Ländern bestehenden öffentlich-rechtlichen Vertretun­gen der Belange von Handel, Industrie und Verkehr Zweckverbände und Arbeitsgemeinschaften zu bil­den. Ein solcher Zusammenschluß und seine Satzun­gen bedürfen der Zustimmung der Hessischen Lan­desregierung."

zeug bereit.

Bornotizen.