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nr. 173 ^Vübattsgave
183. Jahrgang
Donnerstag, 27. Juli 1933
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Drud und Verlag: vrühl'sche Universtläts-Vuch- und Steinörurferei K. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulftratze 7.
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Der deutsche Warndt.
Don Studienaffefsor Dr. JRuÖolf Zreymann
Der Warndt ist ein im, Reiche fast vollständig unbekannter Teil des Saargebietes, aber auch die Saarländer kennen den Warndt zum größten Teil nur dem Rainen nach. Obgleich es sich neben dem Saartal um einen der landschaftlich schönsten Teile des ganzen Saarlandes handelt, wird der Warndtwald auch von Wanderern wenig ausgesucht Die Hauptursache dafür ist darin zu sehen, daß der Warndt vcrkehrstechnisch schlecht erschlossen ist. Don den Flüßchen Rossel, Dist und Merl eingeschlossen, stößt der Warndt zipfelförmig, südlich von Saarbrücken nach Lothringen vor. Die Einwohnerzahl des Warndt beträgt rund 15000. Diese verteilt sich auf sieben Gemeinden. Die Bewohner des Gebietes sind fast ausschließlich Grubenarbeiter, die aber größtenteils noch etwas Landwirtschaft betreiben. Dadurch sind die Bergarbeiter im Warndt im Gegensatz zu denen vieler anderer Industriebezirke Deutschlands schollengebunden. Don der erwerbstätigen Bevölkerung sind */5 im Kohlenbergbau beschäftigt; der größte Teil (rund 3000) nicht im Saargebiet selbst, sondern aus den benachbarten lothringischen Gruben, jenseits der Grenze, somit in Frankreich. Die Arbeitgeber sind sowohl im Saargebiet, wie in Lothringen die Franzosen. Die Tatsache, daß ein großer Teil der Warndtbergarbeiter in Lothringen beschäftigt ist, versuchen die Franzosen zu ihren Gunsten auszuschladen. Da sie allmählich einsehen, daß es ihnen nicht gelingen wird, das ganze Saargebiet, wie sie ursprünglich hossten, in ihre Hände zu bekommen, so hoffen sie 1935 wenigstens im Warndt zu einem Erfolg zu gelangen. So richtet sich gerade gegen das Warndtgebiet der Hauptvorstoß der französischen wirtschaftlichen und politischen Propaganda. Die Ursache für dieses Dorgehen der Franzosen liegt darin, daß gerade unter dem Warndtgebiet die außerordentlich wertvollen Fettkohlen liegen, die für einen Teil der französischen Hüttenindustrie unersetzlich sind.
Im Warndt selbst befinden sich keine Schachtanlagen, denn die großen Kohlenreserven dieses Gebietes wurden von dem preußischen Dergfislus, dem früher fast die gesamten Kohlenfelder des Saargebietes gehörten, bewußt nicht in Angriff genommen.
Es ist eine den weitesten Kreisen im Reich vollständig unbekannte Tatsache, daß die Saarregie- cung an zwei lothringische (französische) Berg- werksfirmcn, der Saar» und Mosel-Bergwerks- gesellfchaft und der Firma de Wendel die Konzession zur Ausbeutung von Pachtfeldern im Warndt erteilt hat. Dor allem die Saar- und Wofel-Bergwerksgcsellschoft treibt ausgesprochen Raubbau im Warndt, wobei die bemerkenswerte Tatsache besteht, daß der Abbau der Warndtkohle durch Schächte erfolgt, die hart an der Grenze, aber noch auf lothringischem Boden liegen. Die Grenze wird unterirdisch durchstoßen und die Warndtkohlen werden erst auf französischem Boden an die Erdoberfläche befördert. Der größte Teil dieser gestohlenen Kohle, denn es handelt sich um einen Diebstahl, wird durch den berüchtigten Schacht Remeaut gefördert. Don der ganzen unsauberen Mache der Franzosen wäre heute vielleicht viel weniger bekannt, wenn nicht vor einigen Iahren die Aufmerksamkeit weiter Kreise durch ein größeres Unglüd auf den Schacht Re- meaux gelenkt wurde. In der Rähe der Gemeinde Groh-Rosfeln zeigt sich der unterirdische Dorstoß der Franzosen auch an der Erdoberfläche. Ein Teil der Gemeinde hat unter Bodenfenkun- gen zu leiden.
Die Abfichten der Franzosen bei diesen Dor- stöhen in das bisher unausgenuhte Gebiet sind nicht schwer zu erkennen. Der Warndt soll unterirdisch von dem übrigen Saargebiet abgeschlossen werden, im Iahre 1935 werden dann die Franzosen die Abtrennung des Warndt aus wirtschaftlichen Gründen fordern. Diese Absichten sind von einem höheren französischen Grubenbeamten sogar offen ausgesprochen worden. Auch Forderungen nach „Grenzregulierungen" werden von französischer Seite sicher erhoben werden. Aber die Erfahrungen, die Deutschland bei diesen Grenzregulierungen im Osten gemacht hat, werden es nicht zulafsen, daß die deutsche Regierung bei diesen Fragen sich auch nur auf Verhandlungen einläht. Die Franzosen wissen sehr wohl, daß eine nationalsozialistische deutsche Regierung sich aus einen Kuhhandel nicht einlassen wird. Deshalb versuchen sie jetzt eine andere Politik. Abgestimmt wird im Saargebiet 1935 nicht „en bloc“, sondern gemeindeweise. Gelingt es den Franzosen im Warndt, auch nur in einigen Gemeinden eine Mehrheit für öcti Anschluß an Frankreich, oder zumindestens für Beibehaltung des gegenwärtigen Zusjandes zu bekommen, so haben sie gewonnenes Spiel.
Dadurch, daß die Arbeitgeber, wie bereits weiter oben erwähnt, die Franzosen sind, sind die Bergarbeiter überall ihrer Willkür ausgesetzt. Den Arbeitern, die mit ihnen sympathisieren, es handelt sich im allgemeinen um wenige minderwertige Elemente, räumen sie soviel Dorteile wie nur möglich ein. Eine beliebte Maßnahme der Franzosen ist, die Arbeiter, die in Lothringen arbeiten, auch dort anzusiedeln. Zu diesem Zwecke errichten die Franzosen eine große Anzahl von Reubauten in den lothringischen Dörfern an der saarländischen Grenze. Als Beispiel sei nur Merlenbach in Lothringen genannt. Dieser Ort, der dicht an der Grenze des Warndt, liegt nur 2‘/o Kilometer von Raßweiler entfernt, ist in wenigen Iahren von 4000 Einwohnern auf 20 000 angewachsen. Die Franzosen versuchen vor allem Arbeiter aus dem Warndt in diese Reusiedlungen hereinzuziehen. Sie hoffen
Das Ergebnis der großen Polizeiaktion.
Oie erste ilebersicht. — Ein wirkungsvoller Schlag gegen die Feinde des neuen Staates.
Berlin, 26. Iuli. (ERB.) Die gestrige große Polizeiaktion hat, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, zu einem außerordentlichen Erfolg geführt. Die bisher erfolgte oberflächliche Prüfung des bei der großen Fahndungsaktion im ganzen Reich beschlagnahmten Materials, darunter riesige Mengen illegaler Druckschriften, Sprengstoffe, Waffen, Munition und Geheimberichte, hat bewiesen, daß das Dorgehen ein notwendiger und erfolgreicher Schlag gegen den Staats- feind war, der es immer noch wagt, fein Unwesen in Deutschland zu treiben.
Besonders ertragreich war die Durchsuchung der sämtlichen Lisenbahnzüge im Reich, die von der Bahnpolizei mit Unterstützung der 521. vorgenommen wurde.
Es muß dabei hervorgehoben werden, daß gerade diese technisch schwierige Durchsuchung überall reibungslos durchgeführt werden konnte, und daß es hier der mustergültig arbeitenden Organisation der Reichsbahn gelungen ist, im Rahmen der eingesetzten kurzen Zeit eine solche Aktion allergrößten Ausmaßes erfolgreich durchzuführen, ohne daß der Riesenapparat der Reichsbahn empfindliche Störungen erlitt. Auch das Urteil der von der Durchsuchung betroffenen (einwandfreien) Reisenden geht einheitlich dahin, daß sie durch die Aktion in keiner Weise beunruhigt oder gehindert worden sind. Rach den vorliegenden Meldungen ergeben sich im einzelnen folgende Ergebnisse der Durchsuchung auf dem Reichsbahngelände und den Zügen:
Im Bezirk der Reichsbahndirektion Berlin gelang es, eine erhebliche Anzahl staatsfeindlicher Elemente festzustellen, die teilweise im Besitz von Waffen und illegalen Druckschriften und ohne Ausweise betroffen wurden. Das gleiche Ergebnis wird aus Breslau gemeldet, wo ebenfalls kommunistische Funktionäre festgestellt worden sind.
Nicht weniger erfolgreich war die Aktion im Bezirk der NBD. Dresden. Neben beschlagnahmten Waffen, Armeepistolen, zersetzendem Material und ähnlichem konnten mehrere verdächtige Personen, die ohne Ausweispapiere angetroffen wurden, fest- genommen werden. Darunter befinden sich
zwei kommunistische Kuriere, die Geheimschriften und Devisen in den 5liefelsohlen versteckt hatten.
Im Bezirk Essen sind aus einem von Holland kommenden Zuge bei Beginn der Aktion größere Pakete Sprengstoffe in einen neben der Bahn liegenden Teich geworfen worden. Aus diesem Zug heraus konnten mehrere Personen verhaftet werden; es sind z. T. Ausländer, die auf falschen Pässen fuhren bzw. ohne Ausweis waren.
Aehnliche Ergebnisse sind in allen Reichsbahndirektionsbezirken festgestellt worden, so in Hannover, Köln, Ludwigshafen, Nürnberg, Regensburg. Dort wurden zahlreiche Waffen, massenweise illegale Druckschriften beschlagnahmt und staatsfeind- liche Elemente festgenommen. Fast überall sind größere Mengen Munition sichergestellt worden.
Bei dem Ergebnis der Fahndung ist bemerkenswert, daß die Aktion in den Grenzbezirken besonders ertragreich verlief.
So war es m den Bezirken Essen, Köln, Trier, Ludwigshafen. In Trier wurden kommunistische Funktionäre festgenommen, die aus dem Ausland kamen. In Wuppertal wurden Waffen und Munition, Gewehre und Seitengewehre in größerer Menge sichergestellt, gleicherweise in den Bezirken München, Regensburg, Dresden, Breslau, Oldenburg, Stettin und Kö
nigsberg. Es hat sich gezeigt, daß alle Orte in der Rähe der Grenze systematisch von staatsfeindlichen Elementen, Kurieren usw. überschwemmt werden, die Zersehungsmaterial in Massen einzuschmuggeln versuchen. Dadurch ist der Beweis gegeben, daß immer noch Fäden aus dem Ausland nach Deutschland herüberreichen.
Bei diesem Ergebnis muß berücksichtigt werden, daß die Sichtung des bei ben Gepäckstellen beschlagnahmten Materials noch nicht abgeschlossen ist. In Anbetracht des bisher so umsangreichen Ergebnisses steht bereits jetzt fest, daß auch hier
in größerer Menge Zersehungsmaterial und Waffen, Sprengffoffmaferial usw. entdeckt werden.
lieber das Ergebnis der Aktion an anderen Stellen des Reiches, insbesondere bei der Durchsuchung
des gesamten Kraftwagenverkehrs, können infolge des riesenhaften Ausmaßes nähere Einzelheiten noch nicht mitgeteilt werden, da die örtlichen Berichte erst abgewartet werden mästen.
Nach den bis jetzt vorliegenden Einzelergebnissen ist es auch hier außer Zweifel, daß die Fahn. dungsoktion über alle Maßen erfolg» reich war, und daß umfangreiches Material be» fchlagnahmt und staatsfeindliche Elemente festgenommen werden konnten.
Neue Aktion im Nordoften Berlins.
Berlin, 26. Juli. (ENB.) Die seit heute früh auf Veranlassung der Geheimen Staatspolizei durch, geführte Razzia in dem ausgedehnten ß a u b enge l ä n be im Nordosten Berlins hat sich als eine notwendige und außerordentlich erfolgreiche Aktion erwiesen. Bisher konn»
Die Wsehmig des Admirals v. Schröder.
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Reichskanzler AdolfHitler in dem gewaltigen Trauerzug. — Neben dem Kanzler links Admiral von Trotha, der Vertreter des Kaisers; rechts Admiral Dr. h. c. Raede r, der Ehef der Marineleitung.
Berlin, 26. Juli. (ENB.) Unter großer Teilnahme der Berliner Bevölkerung fand heute nachmittag auf dem Jnvalidenfriedhof die B e i s e tz u n g des im 79. Lebensjahr verstorbenen Helden des Weltkrieges, Admiral a D. Ludwig v. Schröder, statt, die durch die Anwesenheit des Reichskanzlers ihr besonderes Gepräge erhielt.
Den Beisetzungsfeierlichkeiten ging eine Trauer- feier in der Gnadenkirche in der Jnvalidenstraße voraus. Dor dem Altar war der Eichensarg aufgebahrt, der mit der Kriegsflagge der Reichsmarine unb bem Admiralshut, sowie dem Degen des Der- ftorbenen bedeckt war.
Nach der Predigt wurde der Sarg von einer Abteilung Reichswehroffiziere und sechs Seesoldaten aus der Kirche getragen und vor bem Kirchenvortal auf einer Lafette aufgebahrt. Unter bumpfem troir- melroirbel bewegte sich bann der endlose Trauerzug zum Jnvalidenfriedhof, wo der Entschlafene seine letzte Ruhestätte an der Seite seines Sohnes fand, der als Pilot der Lufthansa den Fliegertod gestorben ist.
Das Beileid der Marinestadt Kiel.
Kiel, 26. Iuli. (WTB.) Die Stadtverwaltung der Reichsmarine st adt Kiel hat an
läßlich des Hinscheidens des Admirals v. S ch r ö » der an Kapitän zur See v. Schröder in Berlin-Halensee folgendes Beileidstelegramm gesandt: „Wir gedenken in Ehrfurcht und mit Stolz der Taten des verstorbenen Führers unseres Flandernschen Marinekorps. In einem alten Spruch unseres Volkes heißt es: „Eins weiß ich, was ewig lebt — Ruhm, den der Tote erwirbt." So mag-uns denn auch dieser tapfere Führer als ruhmreicher Krieger bei kommenden Kämpfen ewig begleiten."
Das Beileid des Kaisers.
Berlin, 26. Juli. (TU.) Kaiser Wilhelm hat an Kapitän zur See v. Schröder anläßlich des Todes von Admiral o. Schröder folgendes Telegramm gesandt:
„Zum Heimgang Ihres Vaters spreche ich Ihnen und Ihren Geschwistern meine wärmste Teilnahme aus. Ich werde ben in Frieden wie im Kriege hochbewährten Admiral, der mir und seiner alten Waffe bis zum Tode unverbrüchliche Treue hielt unb sie durch Wort und Tat immer wieder be» kräftigte, ein ehrendes und dankbares Andenken bewahren. Wilhelm I. R."
auf die in Lothringen wohnenden Arbeiter einen größeren Einfluß ausüben zu können. Diese Tatsache ist besonders wichtig, da diese Arbeiter aus dem Saargebiet 1935 auch abstimmungsberechtigt sind Es ist denkbar, daß die Franzosen einen großen Teil der Warndtbergarbeiter aus ihrem Dienst entlassen, falls die Abstimmung im Warndt zu ihren Ungunftcn ausgeht. Wie bereits erwähnt, handelt es sich um nahezu 3000 Bergleute. Die Franzosen drohen heute schon damit, um die Leute gefügig zu machen. Die Leute im saarländischen Bergbau unterzubringen, wird eine der wichtigsten Ausgaben nach der Rückgliederung sein. Im Warndt selbst werden Gruben errichtet werden müssen, damit kein Saararbeiter mehr in Lothringen zu arbeiten braucht.
Die Bergarbeiter, die sich den Derlockungen der Franzosen widersehen, haben im allgemeinen einen sehr schweren Stand. Daß die Franzosen trotzdem zu keinem Erfolg kommen, erklärt sich damit, daß der überwältigende Teil der Saarbergleute deutsch empfindet. Daran darf uns auch die Tatsache nicht irremachen, daß die Kommunisten noch viel Anhänger im Saargebiet haben.
Um die prosranzösische Agitation unauffällig durchführen zu können, haben die Franzosen eine separatistische Bewegung ins Leben gerufen die unter den verschiedensten Ramen auftritt. Obgleich diesen Franzosensöldlingen große finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, haben sie bei keiner Wahl einen nennenswerten Erfolg erzielt.
OieEmführung des Leiters derLandes- stelleHesten-NastaufürÄolksaufklärung und Propaganda Müller-Scheld in fein
Amt
Da infolge der Jenen sich ein großer Teil der vorgesehenen Teilnehmer auswärts befindet, ist die feierliche Einführung, die für Freitag, den 2 8. Juli, im Schauspielhaus in Frankfurt a. 21L angeseht war, oorerft verschoben worden.
Die Einführung wird nach der Zeit der Sommerferien vor sich gehen.
Ls ist nicht unwahrscheinlich, daß der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. 3. Goebbels dann persönlich anwesend sein wird. 0ie2Reba&tlitierung nationaler
Beamtenkampfer.
Berlin, 26. Iuli. (Vdz.) Wie das Vdz.- Büro meldet, hat der Reichsinnenminister jetzt eine Durchführungsverordnung zum Gesetz über die Aufhebung der im Kampfe für die nationale Erhebung erlittenen Dienststrafen und sonstigen Maßregelungen erlassen. Die Durchführungsbestimmung sieht vor, daß die obersten Behörden von Amts wegen die Prüfung vorzunehmen haben, ob für Handlungen oder Unterlassungen, die im Kampfe für die nationale Erhebung des deutschen Vol-
k e s vor dem 20. März 1933 begangen wurden, Dienststrafen verhängt worden sind. Die Rachprüfung von Amts wegen hat auch zu erfolgen, wenn der Beamte verstorben ist. Die Gerichte und die anderen Behörden des Reiches und der Länder haben bei den erforderlichen Ermittlungen Rechtshilfe zu leisten. Weiter regelt die Verordnung das evtl, in Frage kommende Wiederaufnahmeverfahren in derartigen Disziplinarfällen. Zur Stellung des Wiederaufnahmeverfahrens-Antrages find der aus dem Amt entfernte Beamte, sein gesetzlicher Vertreter und nach seinem Tode sein Ehegatte, sowie seine Verwandten auf» und absteigender Linie berechtigt. Wenn gegen einen Beamten wegen seines Verhaltens im nationalen Kampf im Verordnungswege Maßnahmen getroffen wurden, die nach ihrer Wirkung einer Dienststrafe gleichgeachtet werden können, so ist anzustreben, daß möglichst der Zu st and wiederher- g e st e l 11 wird, der vor der Maßregelung bestand. Dabei ist einer Maßregelung gleichzuachten, wenn ein Beamter auf seinen Antrag aus dem Dienst entlassen, oder ohne Ruhegeld in den dauernden Ruhestand versetzt wurde und wenn er diesen Antrag gestellt hat, um der Entfernung aus dem Amte zu entgehen, die ihm wegen des nationalen Kampfes sonst drobt«. Wenn ein Beamter sich nach seiner Bestrafung oder Maßregelung der Wiedergutmachung unwürdig erwiesen hat, kann seine oberste Behörde die Wiedergutmachung mit Zustimmung des Reichsinnenministers für verwirkt erklären.


