Es ist daher auch kein Zufall, daß der Viererpakt der Initiative Mussolinis und dem verständnisvollen Eingehen Hitlers anderseits sein Zu- standekomtnen verdankt, so wenig, wie es Zufall ist, daß andere Staaten Deutschland die Unterzeichnung dieses Ariedenspaktes nicht leicht machten.
Es heißt, daß Systeme Europa beherrschen. Möge dies auch für das in seinen Grundzügen einheitliche System Geltung haben, nach dem unsere beiden Länder zu ihrem Glück regiert werden und daß gemäß dem Gesagten seinem inneren Wesen nach der Beruhigung und dem Frieden geneigt ist. Da dieses System gleichzeitig das Kraftvollste ist, haben wir die begründete Hoffnung, daß es sich, wenn auch in politisch-bedingten Abwandlungen, tatsächlich in der übrigen Welt durchsetzt und somit wesentlich zur Befriedung der Welt beiträgt. Unsere beiden Bewegungen haben das Ihrige zur Erreichung dieses Zieles bereits getan. Der Redner schloß mit der Aufforderung, einzustimmen in den Ruf: Der erfolgreiche Faschismus und fein großer Führer Benito Mussolini heil!
Nach der Rede des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß im Braunen Haus hielt
Botschafter Geruffi
folgende Rede: „Sehr geehrter Herr Vertreter des Reichskanzlers! 3d) glaube, daß es eine besondere Freude für unsere jungen Faschisten ist, heute int Braunen H a u s e zu sein. Sie werden sich in allen kommenden Jahren mit Freude an ihre heutigen Eindrücke erinnern. Sie werden nie vergessen, von welcher Art und von welchen hohen Zielen die nationalsozialtstische Bewegung erfüllt ist.
Deutschland wird in Zukunft wieder zu seiner Gröhe kommen, weil es heule unter einer Führung steht, einer Regierung, die am besten dem Frieden der Völker dient.
3ch glaube, wir werden in gemeinsamer Arbeit, der italienische Faschismus und der deutsche Rationalsozialismus, noch vieles und großes für die Welt lei st en. 3m Sinne dieser gemeinsamen Arbeit ein Heil auf den Reichskanzler und auf das große deutsche Volk. Heil!"
Italienische Pressevertreter als Gäste der bayerischen presse.
M ü n ch e n, 27. Juli. (TU.) Mit den italienischen Jungfaschisten sind am Mittwoch in München e l f Vertreter großer italienischer Blätter angekommen. Der Landesverband der Bayerischen Presse nahm daher Veranlassung, die italienischen Journalisten im Mittwochabend zu einem geselligen Beisammensein einzu- laden, wozu von den italienischen Gasten auch der Botschafter Exzellenz Cerutti, Unterstaatssekretär Ricci, Generalleutnant Pittalis und der Pressechef des Münchener italienischen Generalkonsulates, Guiseppe Bro mb in, erschienen. In Vertretung Adolf Hitlers war dessen Beauftragter Dr. Scholz anwesend. Der Referent der Reichs- oressestelle ucr NSDAP., Dr. D r e s I e r, begrüßte die italienischen Gäste und wies in einer herzlichen Begrüßungsansprache darauf hin, wie sehr sich die Münchener Journalisten freuen, ihre Kollegen aus Italien in der bayerischen Landeshauptstadt begrüßen zu können. Für die italienischen Pressevertreter antwortete Enrico Santamaria, der versicherte, daß sie in München außerordentlich Schönes gesehen hätten und daß Deutschland jetzt den Weg gehe, den der Faschismus in Italien gegangen sei. Sein hoch aalt dem Reichskanzler Hitler und Mussolini. Botschafter Cerutti bezeichnete in einer Ansprache den heutigen Tag als ein Symbol der Zusammengehörigkeit der beiden Nationen.
WachsendeEinsichtinEngland
London, 27. Juli. (WTB. Funkspruch.) Lord Parmoor, der im A r b e i t e r k a b i u e t t Lordpräsident des Geheimen Staatsrates gewesen ist, weilte auf ärztlichen Rat einen Monat zur Kur in Deutschland. Er äußert sich in einem Brief an die „Times" über die gegenwärtige Lage, wobei er
für die Einlösung des Versailler Abrüstungs- versprechens einlritt.
Lord P a r m o o r bemerkt in dem Briefe, die Stärke der hitlerbewegung in Deutschland beruhe auf dem innigen Wunsch, daß diedeutsche Einheit gefördert werde. Die Bewegung sei zu einem großen Teil zweifellos durch den ungerechten Versailler Vertrag und die Nichterfüllung der bei seiner Unterzeichnung gegebenen feierlichen Versprechungen hervorgerusen. Auch die britische Regierung und das britische Volk feien nicht ohne Schuld an der Mitersüllung der Versprechungen. Nach anerkennender Erwähnung der deutschen Re- aierungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sagt Lord Parmoor, noch wichtiger als das Arbeitslofenproblem sei die Zukunft d^ r A b r ü st u n g s k o n s e r e n z. Die britische Regierung und das britische Volk sollten Henderson ihre volle Unterstützung bei seiner neuen Bemühung gewähren. Lord Parmoor schließt: Es liegen Beweise dafür vor, daß
das deutsche Volk einen auf gerechter Anwendung des Grundsatzes gleicher Rechtsstellung beruhenden Frieden wünscht.
An dem Grundsatz gleicher Rechts st ellung, der die Grundlage der Völkerbundssatzung ist, muß unbedingt se st geh alten werden.
Die Wahrheit über Deutschland seht sich durch
Fühlbares Nachlassen der ausländischen Propaganda gegen das neue Deutschland.
B e r l i n , 26. Juli. (CNB.) Einer Mitteilung des Deutschen Industrie- und Handelstags zufolge liegen jetzt starke Anzeichen dafür vor, daß die a u s l ä n - difchePropagandagegenDeutschland, die in manchen Ländern bis zur Boykottierung deutscher Waren führte, merklich im Ab- flauen begriffen ist und daß die Aufklärung über die wirklichen Verhältnisse in Deutschland wesentliche Fortschritte gemacht hat. An der Aufklärung beteiligt waren sowohl ausländische Persönlichkeiten, die Deutschland besuchten und sich von den hiesigen Verhältnissen überzeugten, wie auch Maßnahmen, die von deutscher Seite sowohl von amtlichen Stellen, wie von Privatpersonen durchgeführt wurden. Die deutschen Exporteure und die deutschen Auslandsreifenden haben die ihnen zur
Verfügung stehenden Verbindungen im Ausland ausgenutzt, um den dort verbreiteten Falschmeldungen zu begegnen. Ein großes Verdienst kommt bei dieser Aufklärungsarbeit den deutschen Industrie- und Handelskammern zu.
Das den Industrie- und Handelskammern von den Exportfirmen ihres Bezirks überwiesene Material über die ausländische deutschfeindliche Propaganda ist an den Deutschen Industrie- und Handelstag roeiter^eleitet worden, um hier zentral in enger Fühlungnahme mit den zuständigen amtlichen Reichsstellen bearbeitet zu werden. Der Eingang solcher Unterlagen hat seit etwa einem Monat sehr stark nachgelassen. Wie eine Rundfrage des Deutschen Industrie- und Handelstags bei feinen Mitgliedern ergab, besteht dort überwiegend der Eindruck, daß das Nachlassen dieses Materialeingangs darauf zurückzuführen ift, daß in manchen Ländern die allgemeine Propaganda gegen Deutschland st a r k i in Abflauen begriffen ist und daß die Einsicht in die wirklichen Ziele der nationalsozialistischen Regierung und die Erkenntnis, daß die Greuelpropaganda eine einzige große Lüge war, wesentliche Fortschritte machte.
„Niobe"-Gedenkfeier in Kiel.
Weihe eines Gedächtnismals.
Kiel, 26. Juli. (WTB.) Auf dem Kieler Garnisonfriedhof, auf dem seit den Anfängen der deutschen Marine die toten Helden der See beigefetzt werden, wurde heute am Jahrestag des Untergangs des Segelschulschiffes „Niobe" ein Gedächtnismai für die am 26. Juli 1932 im Fehmarnbett ertrunkenen deutschen Seeleute feierlich einge'weiht. An der Ge* dachtnisstätte waren die Abordnungen aller anwesenden Schiffe und der Truppenteile des Standortes Kiel, der Schutzpolizei, sowie Fahnenabord- nungen der SA., SS. und des Stahlhelms, der Markne- und Kriegervereine, der NSBO., der Hitlerjugend und die Studentenkorporationen erschienen. Vor der Ehrenstätte hielten zwei Matrosen des S>e g e l s ch u l s ch i f f e s „G o r ch F o ck" die Toten- wache.
Mit dem Choral „harre meine Seele" wurde die ernste Feier eingeleitet. Zunächst sprach der evangelische Marinepfarrer Sonntag zur Trauer- gemeinbe. Nach dem Musikstück: „Mitten im Leben sind wir vom Tode umpfangen", folgte die Ansprache des katholischen Stationspfarrers Kräu- t e r. Wieder nach einem Choral hielt der
Stationöches Vizeadmiral Albrecht folgende Ansprache: „Kameraden! Es ist für uns Soldaten eine feierliche Stunde, in der wir unseren gefallenen Kameraden der „Riobe" am Jahrestage des Unterganges des Segelschulschiffes hier auf unserem schönen Ehrenfriedhofe ein Denkmal weihen können. 3m Namen der Reichsmarine danke ich allen, die durch freiwillige Spenden die Schaffung dieser Erinnerungsstätte ermöglicht haben. 3ch danke ferner allen Arbeitern des Kopfes und der Hand, die dieses würdige Denkmal geschaffen haben. Der Seemann, der in treuer Pflichterfüllung im Kampf mit Sturm und See sein Leben für das Vaterland gibt, stirbt ebenso den Heldentod, wie der Soldat, der, die Waffe in der Faust, int Angriff auf eine feindliche Stellung fällt. So sind auch unsere Kameraden der „Niobe", getreu bis in den Tod, für unser Vaterland gefallen. Sie hoben uns erneut gezeigt, daß wir Soldaten der Reichsmarine auch im Frieden jederzeit bereit sein müssen, Leib und Leben in unserem Seemannsberufe etnzusehen. Auch der Opfertod dieser Gefallenen wird ein Samenkorn fein, aus dem in Zukunft Segen und Heil für unser Volk ersprießen wird. Unfete Kameraden der „Niobe" sind nicht vergeblich gefallen. 3hre Erinnerung wird in der Reichsmarine fortleben, wir werdei; sie niemals vergessen."
Nach Beendigung der Ansprachen verlas Marinepfarrer Sonntag die Namen der 69 Toten, während die Musik unter leisem Trommelwirbel das ßieö vom guten Kameraden spielte. Mit dem Flaggenlied wurde die eindrucksvolle Feier beendet. Unter den von der Marine, den einzelnen Schiffsabordnungen, den Behörden, der SA. und einzelner Vereine niedergelegten Kranzspenden befand sich auch ein Lorbeerkranz, den der Bürgermeister der australischen Stadt Gawler nach Kiel gesandt hatte. Auch der englische Kreuzer „Frobisher" hatte durch den britischen Vizekonsul in Kiel einen Kranz als Zeichen der englischen Anteilnahme niederlegen lassen.
Oie soziale Botschaft der Deutschen Christen.
Berlin, 26. Juli. (CNB.) Im Rahmen einer „Stunde der Einkehr" des Deutschlandfenders sprach heute zu dem Thema „Was uns beseelt" der Reichsleiter der Glaubensbewegung der Deutschen Christen Pfarrer hossenfelder über die s o z i a l e ® o i- schaft d e r Deutschen Christen. Die Deut- scheu Christen, führte der Redner u. a. aus, seien öle SA. Jesu Christi im Kampf zur Vernichtung der leiblichen, sozialen und geistlichen Not. Die soziale Arbeit und die innere Mission der Deutschen Christen wollten niujt nur Einzelne retten, sondern ein Volk Gottes bauen. Eine christliche soziale Lehre, die die Neutralität der Kirche lehrt und keine sozialen Entscheidungen wagt, lehnen wir, betonte der Redner, als Irrlehre und 'als Glaubensnot ab. Ehe, Familie, Rasse, Volk, Staat und Obrigkeit sind uns Gottes Ordnungen, die wir heilig hallen.
Visumfreier Verkehr zwischen Oesterreich und Frankreich. Wien, 26. Juli. (WTB.) Der französische Ge- schäftsträger hat heute im Auswärtigen Amt eine Verbalnote übergeben, in der mitgeteilt wurde daß die französische Regierung das Visum für' öle Einreise von Oesterreichern nach Frankreich mit Gültigkeit vorn 1. August aufgehoben hat. Kommentar überflüssig!
Dafür Kampf
gegen den Nationalsozialismus.
Ser Tiroler Landtag beschloß gestern ein besetz, durch das die in die Gemeindevertretungen von Innsbruck, Landeck und Pöttina gewählten nationalsozialistischen Ge- meinderatsmitglieder ihrer Mandate verlustig gehen. Im Landtag selbst waren die Nationalsozialisten nicht vertreten. Die genannten Gemeinden waren die einzigen in Tirol, die nationalsozialistische Gemeinderatsmitglieder hatten.
Aufnahmesperre im Kyffhäuser-Bund.
Köln, 26. 3uli. (CNB.) Die Kysfhäuser- Pressestelle Westdeutschland teilt mit, daß nach einer Bekanntmachung der Bundesführung in den Preußischen Landeskriegerverband in der Zeit vom l.März bis 10.3uli 1933 insgesamt 303 Vereine mit rund 14 000 Mitgliedern neu- bzw. wiederaufgenommen worden sind. Die übrigen Landeskriegerverbände sind ersucht worden, zu melden, wie sich bei ihnen die Mitgliederbewegung im gleichen Zeitraum ausgewirkt hat. Schon heute wird darauf hingewiesen, daß vom 1. Oktober ab im Bereich des gesamten Kysfhäuserbundes eine Sperre auf unbestimmte Zeit für Aufnahme von Vereinen angeordnet wird.
Große französische Lustmanöver beiMeh
Paris, 26. 3uli. (WTB.) Vom 1. bis 14. August wird die Gegend von Metz der Schauplatz von Nachtübungen starker fran- z ö s i sch er Lu stge schwader sein. Bomben- und 3agdstasfeln aus Äanch, Reims, Chartres und Diedenhofen, sowie Luftabwehrabteilungen aus Toul werden unter Leitung des Generals de Goys de Mezeyrac, Mitglied des Obersten Rats für die Luftverteidigung, die Wirkung besonderer, für Nachtangriffe vorgesehener 3agdslugzeuge erproben.
Kleine poliiische Nachrichten.
Bekanntlich hat Adolf Hitler die ihm vom Münchener Volksgericht nach dem sog. Hitler- Putsch im November 1923 in München auferlegte Festungshaft in der Gefangenen- und Festungs- Haftanstalt Landsberg am Lech verbüßt. Nun soll die dortige Hitler-Zelle der Oefsentlich- feit zugänglich gemacht werden. Die Zelle wird so ausgestaltet, wie sie während der Festungshaft des Reichskanzlers war. Zur Einweihung und Uebergabe der Hitler-Zelle an die Allgemeinheit sind nach Mitteilungen der Landsberger Lokalpresse besondere Feierlichkeiten vorgesehen.
Wie der Preußische Pressedienst der NSDAP, erfährt, wird der preußische Ministerpräsident G ö • ring am 18. Auaust in Verona weilen, um den dortigen Sommerfestspielen in der Arena beizuwohnen. An diesem Tage wird die Oper „Troubadour" zur Aufführung gelangen.*
Der Magistrat von Berlin beschloß, für den von roten Mördern erschossenen Sturmführer Horst Wessel am Hause Bülowstrahe 51 in Berlin eine Gedenktafel anzubringen. Die Gedenktafeln für Karl Marx und Ferdinand Lassalle wurden entfernt.
Um die Verbundenheit der Danziaer Beamtenschaft mit der nationalsozialistischen Staatssührung auch nach außen hin in Erscheinung treten zu lassen, hat der Danziger Senat für die Beamtenschaft den deutschen Gruß angeordnet.
*
Der preußische 3ustizminister hat die Strafverfolgungsbehörden ersucht, in allen Fällen, in denen die Strafverfahren gegen Ausländer eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Monaten beantragen, zugleich den Antrag zu stellen, daß die Ausweisung aus dem Reichsgebiet für zulässig erklärt werde.
Randnote.
Das gewaltige nationale Fest der Deutsch e n T u r n e r s ch a f t in der schwäbischen Hauvt- stadt Stuttgart wird in diesen Tagen seinen Höhe- punkt erreichen. Zweihunderttausend deutsche Turner und Turnerinnen, unter ihnen siebzigtaufend aktive Teilnehmer und rund vierhunderttausend Festbesucher, werden ihr Treffen zu einer gewaltigen Kundgebung des wiedererstarkten nationalen Glaubens und her nationalen Hoffnung gestalten. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, daß die Deutsche Turnerschaft von jeher die Pflege nationaler Gesinnung als obersten Grundsatz in ihren Satzungen stehen hat. Sie war von ihren ersten Anfängen an, getreu den Ideen ihres Begründers, des Turnvaters Jahn, ein Hort und eine Quelle des Gedankens der deutschen Einheit, der inneren wie der äußeren. So konnte sie auch alle Zeiten eines Krieges und einer Revolution, der wirtschaftlichen Not und des unseligen Parteihaders erfolgreich überstehen. Sie beherrschte allein der Gedanke und der Geist einer Sehnsucht nach der großen Gemeinschaft des ganzen Volkes. Die Förderung der Turnerei war ihr immer nur Mittel und Zweck zur Festigung und Entwicklung des Gemeinschaftsgedankens und der vaterländischen Gesinnung. So waren auch ihre Turnfeste zu allen Zeiten mehr als sportliche Feste und Veranstaltungen, sie waren reine deutsche Volksfeste als Ausdruck ihres völkischen und nationalen Ziels.
Unter seinen vierzehn Vorgängern ragt im Sinne des Festes unserer Tage besonders das Fest der Deutschen Turnerschaft im 3ahre 1863 hervor. Es waren damals die ersten Anfänge 6er Deutschen Turnerschaft, es waren die Tage der Erinnerung an die 50jährige Wiederkehr der Defreiungsschlackt von Leipzig, es waren die Tage des heißesten Verlangens nach der großen deutschen Einigkeit, von dem gerade die deutschen Turner mit am meisten erfaßt wurden, es waren die Tage der Vorahnung der 1870 gegründeten deutschen Einheit. Und heute? Wieder ist es eine heiße Sehnsucht, die unter deutsches Volk erfaßt hat, die Sehnsucht nach der wahren und innerlich zutiefst gebundenen Volksgemeinschaft, die endlich über alle Gegensätze, über alles Partei- und inieressengebundene Denken und Handeln hinweg das ganze Volk zu einer nimmer mehr au lösenden Einheit verschmelzen möge, damit in Dem geeinten Deutschen Deiche endlich auch ein geeintes deutsches Volk wohne!
Von der Reichseinheit und der Volksgemeinschaft hin zur Ration — dafür wird das 15. Deutsche Turnfest in Stuttgart im 3ahre 1933 ein machtvolles Bekenntnis fein, ein Wegbereiter mit zu der endlichen Erfüllung deutschen Glaubens, deutschen Wollens und deutscher Kraft. So hat dieses Fest der Deutschen Turnerschaft seine ungeheure und ganz besondere Bedeutung im volkspolitischen und'nationalpolitischen Sinne. 3a, es hat auch heute seine, besondere Mission zu erfüllen inmitten des Aufbaues des neuen Deutschland, wie es uns die nationalsozialistische Revolution gebracht hat. Richt zuletzt aber hat das Turnfest auch die hohe Aufgabe, abseits von aller unzeitgemäßen und auf das 3ndividuum abgestellten Starzüchtung, wie sie uns früher auch im Sport zur Genüge entgegengetreten ist, ein Fest und eine Bewegung der breiten Masse zu fein. So kann und wird es wahrhaft sozial und sozialistisch wirken und eine wichtige Mit- und Vorarbeit zu leisten haben für den Aufbau des neuen Staates, wie ihn die nationalsozialistische Bewegung als die Trägerin des Staates sich heute als Ziel gesetzt hat.
Aus aller Welt.
Horst-Messel-Film wird in Berlin gedreht.
Die Weberstraße im Nordosten Berlins, früher eine kommunistische Hochburg, war dieser Tage zum großen Erstaunen der Bewohner und Passanten mit Sowjetfahnen, kommunistischen. Plakaten und einem Transparent geschmückt, das die Aufschrift trug „Berlin bleibt rot. Die Aufregung legte sich jedoch, als man erfuhr, daß es sich nicht um eine tollkühne Demonstration, sondern um eine Aufnahme für den in Arbeit befindlichen Horst- Wessel'Film handelt. Es wurde eine Szene gedreht, wie ein nationalsozialistischer Sturm unter Führung von Horst Wessel durch die Straßen marschiert und aus einem kommunistischen Verkehrelokal heraus beschossen wird. Im Anschluß daran ent- wickelt sich eine wilde Straßenschlacht: Schüsse knallen, Blumentöpfe und Briketts prasseln aus den Fenstern auf die SA.-Leute nieder, bis das lleber- fallkommando anrütft und der „Schlacht" und damit auch der Filmfzene ein Ende macht. Das Publikum verfolgte mit großem Interesse die Gratisoorstel- lung.
Die Entführung der Gebrüder Rotter vor Gericht.
Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Konstanz fand der Prozeß wegen der v e r« suchten Entführung der Gebrüder Rotter (Schale) in Liechtenstein am 5. April d. 3. statt. Als Täter sind beschuldigt der Krast- wagenführer Max Witt, der Arbeiter 3osef W c e s e r, 3akob Friedrich Lehmann, der Student Theodor G r ö tz und Gotthilf Trom- m e 11 e r. Alle Angeklagten außer Trommetter waren im Sinne der Anklage voll g e st ä n d i g und gaben an, allein die Absicht gehabt zu haben die Gebrüder Schaie der deutschen Gerichtsbarkeit zuzuführen, irgendeinen finanziellen Hintergrund hatte die Tat nicht. Die Angeklagten Witt, Wieser, Lehmann und Grötz wurden dem Antrag des Oberstaatsanwalts entsprechend zur Mindeststrafe von je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Trommetter, gegen den ein Monat Gefängnis beantragt war, wurde freigesprochen.
Grohfeuer auf einer Hamburger werft.
Auf der Howaldtwerft (früher Vulkan) in Hamburg kam In einem Schuppen, In dem Modelle aus trockenem Erlenholz lagerten, ein Feuer zum Ausbruch, das rasend schnell um sich griff und die angrenzenden Baulichkeiten — eine Tischleret und einen Schlossereibetrieb — stark gefährdete. Die Feuerwehren gaben aus zwölf Rohren Wasser und wurden schließlich des Feuers Herr.
prähistorischer Menfchenfchädel gefunden.
Wie die „Ludwigsburger Zeitung" berichtet, wurde in Steinheim an der Murr (Oberamt Marbach, Württemberg) in einer Kiesgrube ein Mensch e n f ch ä d e l gefunden, der in Anwesenheit von Dr. Bergheimer und Oberpräparator Böckh aus Stuttgart wohlbehalten geborgen wurde. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Fund aus der Diluvialzeit. Der Schädel dürfte noch alter fein als der Neandertalschädel. Die rechte
Hälfte sowie die Schädeldecke sind vollständig unversehrt. Die linke Hälfte ist etwas zerbröckelt, aber auch Teile des linken Oberkiefers sind erhalten. Mit Sicherheit steht fest, daß es sich um den ältesten Menschenschädel handelt, der bis jetzt in Württemberg gefunden wurde.
Drei Personen verbrannt
In einem in der Nähe des Tilsiter Zolldamms an der Memel gelegenen Holzhäuschen, in dem mehrere Familien wohnten, brach ein Feuer aus. Während die im Erdgeschoß wohnenden Leute sich und ihre f)abe noch in Sicherheit bringen konnten, sind die Bewohner des oberen Stockwerks ein Opfer der Flammen geworden. Es handelt sich um eine geschiedene Frau Berg, ihr achtjähriges Söhnchen und einen gewissen Kloneck. Sie wurden als verkohlte Leichen aus den Trümmern geborgen.
Feierlicher (Empfang des wettfliegers Post in Reuyork.
Der Weltflieaer Post wurde nach einer feierlichen Empfangsparade in Begleitung von Polizei und Militärabteilungen durch den Broadway zum Rathaus geführt und dort vom Oberbürgermeister empfangen, der dem Flieger die Tapferkeitsmedaille überreichte. Post dankte in herzlichen Worten für die Ehrung und gab eine Beschreibung seines Weltfluges, rool ei er gleichzeitig für die Bereitstellung von Geldmitteln für weitere Forschungen auf dem Gebiete des Flugzeugwesens warb. Die ursprüngliche Absicht Posts, in feinem Flugzeuge sitzend den Broadway hinaufzufahren, mußte aufgegeben werden, da die Flügelspannung des Flugzeuges sich als zu groß herausstellte.
Mattern fliegt nach Kanada.
Der amerikanische Flieger I. Mattern ist von Juneau (Alaska) nach der Hauptstadt Edmonton des kanadischen Staates Alberta aufgestiegen. Bei der Stadt Terrace in Britisch-Columbien beabsich- tigt er eine Zwischenlandung vorzunehmen, da dort das ihm entgegengesandte Hilfsflugzeug verunglückte.
Heuschreckenplage und Hungersnot In China.
5Bie das chinesische Landwirtschaftsministerium mitteilt, sind weite Gebiete Chinas, vor allem die Landstrecken am Gelben Fluß, die kürzlich von einer Wasserkatastrophe heimaesucht wurden, jetzt das Opfer gewaltiger Heuscyreckenschwärme geworden. Die Felder wurden vernichtet, die Ernte zerstört und 65 Millionen chinesischer Bauern sind ohne Getreide und Lebensrnittel. Die chinesische Regierung hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen zur Abwendung des drohenden Hungertodes der vielen Millionen Bauern getroffen.
Kunst und Wissenschaft.
„Siegfried" in Bayreuth.
Nachdem die szenischen Erneuerungen der „Walküre" in manchen Punkten sich als anfechtbar erwiesen haben, vermittelte die Ausführung von „Siegfried" am Mittwoch freundlichere Ein-


