Ausgabe 
27.7.1933 Erstes Blatt
 
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Es ist daher auch kein Zufall, daß der Viererpakt der Initiative Mussolinis und dem verständnis­vollen Eingehen Hitlers anderseits sein Zu- standekomtnen verdankt, so wenig, wie es Zufall ist, daß andere Staaten Deutschland die Unter­zeichnung dieses Ariedenspaktes nicht leicht machten.

Es heißt, daß Systeme Europa beherrschen. Möge dies auch für das in seinen Grundzügen einheitliche System Geltung haben, nach dem unsere beiden Länder zu ihrem Glück regiert werden und daß gemäß dem Gesagten seinem inne­ren Wesen nach der Beruhigung und dem Frieden geneigt ist. Da dieses System gleich­zeitig das Kraftvollste ist, haben wir die be­gründete Hoffnung, daß es sich, wenn auch in poli­tisch-bedingten Abwandlungen, tatsächlich in der übrigen Welt durchsetzt und somit wesent­lich zur Befriedung der Welt beiträgt. Un­sere beiden Bewegungen haben das Ihrige zur Er­reichung dieses Zieles bereits getan. Der Redner schloß mit der Aufforderung, einzustimmen in den Ruf: Der erfolgreiche Faschismus und fein großer Führer Benito Mussolini heil!

Nach der Rede des Stellvertreters des Führers Rudolf Heß im Braunen Haus hielt

Botschafter Geruffi

folgende Rede:Sehr geehrter Herr Vertreter des Reichskanzlers! 3d) glaube, daß es eine besondere Freude für unsere jungen Fa­schisten ist, heute int Braunen H a u s e zu sein. Sie werden sich in allen kommenden Jahren mit Freude an ihre heutigen Eindrücke erinnern. Sie werden nie vergessen, von welcher Art und von welchen hohen Zielen die nationalsozialtstische Bewegung erfüllt ist.

Deutschland wird in Zukunft wieder zu seiner Gröhe kommen, weil es heule unter einer Füh­rung steht, einer Regierung, die am besten dem Frieden der Völker dient.

3ch glaube, wir werden in gemeinsamer Arbeit, der italienische Faschismus und der deutsche Rationalsozialismus, noch vieles und großes für die Welt lei st en. 3m Sinne dieser gemeinsamen Arbeit ein Heil auf den Reichskanzler und auf das große deutsche Volk. Heil!"

Italienische Pressevertreter als Gäste der bayerischen presse.

M ü n ch e n, 27. Juli. (TU.) Mit den italienischen Jungfaschisten sind am Mittwoch in München e l f Vertreter großer italienischer Blät­ter angekommen. Der Landesverband der Bayerischen Presse nahm daher Veranlas­sung, die italienischen Journalisten im Mittwoch­abend zu einem geselligen Beisammensein einzu- laden, wozu von den italienischen Gasten auch der Botschafter Exzellenz Cerutti, Unterstaatssekre­tär Ricci, Generalleutnant Pittalis und der Pressechef des Münchener italienischen Generalkon­sulates, Guiseppe Bro mb in, erschienen. In Ver­tretung Adolf Hitlers war dessen Beauftragter Dr. Scholz anwesend. Der Referent der Reichs- oressestelle ucr NSDAP., Dr. D r e s I e r, begrüßte die italienischen Gäste und wies in einer herzlichen Begrüßungsansprache darauf hin, wie sehr sich die Münchener Journalisten freuen, ihre Kollegen aus Italien in der bayerischen Landeshauptstadt begrü­ßen zu können. Für die italienischen Pressevertreter antwortete Enrico Santamaria, der versicherte, daß sie in München außerordentlich Schönes gesehen hätten und daß Deutschland jetzt den Weg gehe, den der Faschismus in Italien gegangen sei. Sein hoch aalt dem Reichskanzler Hitler und Musso­lini. Botschafter Cerutti bezeichnete in einer Ansprache den heutigen Tag als ein Symbol der Zusammengehörigkeit der beiden Na­tionen.

WachsendeEinsichtinEngland

London, 27. Juli. (WTB. Funkspruch.) Lord Parmoor, der im A r b e i t e r k a b i u e t t Lordpräsident des Geheimen Staatsrates gewesen ist, weilte auf ärztlichen Rat einen Monat zur Kur in Deutschland. Er äußert sich in einem Brief an dieTimes" über die gegenwärtige Lage, wobei er

für die Einlösung des Versailler Abrüstungs- versprechens einlritt.

Lord P a r m o o r bemerkt in dem Briefe, die Stärke der hitlerbewegung in Deutschland beruhe auf dem innigen Wunsch, daß diedeutsche Einheit gefördert werde. Die Bewegung sei zu einem großen Teil zweifellos durch den ungerechten Versailler Vertrag und die Nichterfüllung der bei seiner Unterzeichnung gegebenen feierlichen Ver­sprechungen hervorgerusen. Auch die britische Re­gierung und das britische Volk feien nicht ohne Schuld an der Mitersüllung der Versprechungen. Nach anerkennender Erwähnung der deutschen Re- aierungsmaßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sagt Lord Parmoor, noch wichtiger als das Arbeitslofenproblem sei die Zukunft d^ r A b r ü st u n g s k o n s e r e n z. Die britische Regierung und das britische Volk sollten Henderson ihre volle Unterstützung bei seiner neuen Bemühung gewähren. Lord Parmoor schließt: Es liegen Beweise dafür vor, daß

das deutsche Volk einen auf gerechter Anwen­dung des Grundsatzes gleicher Rechtsstellung beruhenden Frieden wünscht.

An dem Grundsatz gleicher Rechts st ellung, der die Grundlage der Völkerbundssatzung ist, muß unbedingt se st geh alten werden.

Die Wahrheit über Deutschland seht sich durch

Fühlbares Nachlassen der ausländischen Propaganda gegen das neue Deutschland.

B e r l i n , 26. Juli. (CNB.) Einer Mitteilung des Deutschen Industrie- und Handelstags zufolge liegen jetzt starke Anzeichen dafür vor, daß die a u s l ä n - difchePropagandagegenDeutschland, die in manchen Ländern bis zur Boykottierung deutscher Waren führte, merklich im Ab- flauen begriffen ist und daß die Aufklärung über die wirklichen Verhältnisse in Deutschland wesentliche Fortschritte gemacht hat. An der Auf­klärung beteiligt waren sowohl ausländische Per­sönlichkeiten, die Deutschland besuchten und sich von den hiesigen Verhältnissen überzeugten, wie auch Maßnahmen, die von deutscher Seite sowohl von amtlichen Stellen, wie von Privatpersonen durch­geführt wurden. Die deutschen Exporteure und die deutschen Auslandsreifenden haben die ihnen zur

Verfügung stehenden Verbindungen im Ausland ausgenutzt, um den dort verbreiteten Falschmel­dungen zu begegnen. Ein großes Verdienst kommt bei dieser Aufklärungsarbeit den deutschen Indu­strie- und Handelskammern zu.

Das den Industrie- und Handelskammern von den Exportfirmen ihres Bezirks überwiesene Mate­rial über die ausländische deutschfeindliche Propa­ganda ist an den Deutschen Industrie- und Handels­tag roeiter^eleitet worden, um hier zentral in enger Fühlungnahme mit den zuständigen amtlichen Reichsstellen bearbeitet zu werden. Der Eingang solcher Unterlagen hat seit etwa einem Monat sehr stark nachgelassen. Wie eine Rundfrage des Deut­schen Industrie- und Handelstags bei feinen Mit­gliedern ergab, besteht dort überwiegend der Ein­druck, daß das Nachlassen dieses Materialeingangs darauf zurückzuführen ift, daß in manchen Ländern die allgemeine Propaganda gegen Deutschland st a r k i in Abflauen begrif­fen ist und daß die Einsicht in die wirklichen Ziele der nationalsozialistischen Regierung und die Erkenntnis, daß die Greuelpropaganda eine einzige große Lüge war, wesentliche Fortschritte machte.

Niobe"-Gedenkfeier in Kiel.

Weihe eines Gedächtnismals.

Kiel, 26. Juli. (WTB.) Auf dem Kieler Garni­sonfriedhof, auf dem seit den Anfängen der deut­schen Marine die toten Helden der See beigefetzt werden, wurde heute am Jahrestag des Untergangs des Segelschulschiffes Niobe" ein Gedächtnismai für die am 26. Juli 1932 im Fehmarnbett ertrunkenen deut­schen Seeleute feierlich einge'weiht. An der Ge* dachtnisstätte waren die Abordnungen aller an­wesenden Schiffe und der Truppenteile des Stand­ortes Kiel, der Schutzpolizei, sowie Fahnenabord- nungen der SA., SS. und des Stahlhelms, der Markne- und Kriegervereine, der NSBO., der Hit­lerjugend und die Studentenkorporationen erschie­nen. Vor der Ehrenstätte hielten zwei Matrosen des S>e g e l s ch u l s ch i f f e sG o r ch F o ck" die Toten- wache.

Mit dem Choralharre meine Seele" wurde die ernste Feier eingeleitet. Zunächst sprach der evan­gelische Marinepfarrer Sonntag zur Trauer- gemeinbe. Nach dem Musikstück:Mitten im Leben sind wir vom Tode umpfangen", folgte die An­sprache des katholischen Stationspfarrers Kräu- t e r. Wieder nach einem Choral hielt der

Stationöches Vizeadmiral Albrecht folgende Ansprache:Kameraden! Es ist für uns Soldaten eine feierliche Stunde, in der wir un­seren gefallenen Kameraden derRiobe" am Jahrestage des Unterganges des Segelschul­schiffes hier auf unserem schönen Ehrenfriedhofe ein Denkmal weihen können. 3m Namen der Reichsmarine danke ich allen, die durch frei­willige Spenden die Schaffung dieser Erinne­rungsstätte ermöglicht haben. 3ch danke ferner allen Arbeitern des Kopfes und der Hand, die dieses würdige Denkmal geschaffen haben. Der Seemann, der in treuer Pflichterfüllung im Kampf mit Sturm und See sein Leben für das Vaterland gibt, stirbt ebenso den Heldentod, wie der Soldat, der, die Waffe in der Faust, int Angriff auf eine feindliche Stellung fällt. So sind auch unsere Kameraden der Niobe", getreu bis in den Tod, für unser Vaterland gefallen. Sie hoben uns erneut gezeigt, daß wir Soldaten der Reichsmarine auch im Frieden jederzeit bereit sein müssen, Leib und Leben in unserem See­mannsberufe etnzusehen. Auch der Opfertod dieser Gefallenen wird ein Samenkorn fein, aus dem in Zukunft Segen und Heil für unser Volk ersprießen wird. Unfete Kame­raden derNiobe" sind nicht vergeblich gefallen. 3hre Erinnerung wird in der Reichsmarine fort­leben, wir werdei; sie niemals vergessen."

Nach Beendigung der Ansprachen verlas Ma­rinepfarrer Sonntag die Namen der 69 Toten, während die Musik unter leisem Trommelwirbel das ßieö vom guten Kameraden spielte. Mit dem Flaggenlied wurde die eindrucksvolle Feier beendet. Unter den von der Marine, den ein­zelnen Schiffsabordnungen, den Behörden, der SA. und einzelner Vereine niedergelegten Kranz­spenden befand sich auch ein Lorbeerkranz, den der Bürgermeister der australischen Stadt Gawler nach Kiel gesandt hatte. Auch der englische KreuzerFrobisher" hatte durch den britischen Vizekonsul in Kiel einen Kranz als Zeichen der englischen Anteilnahme niederlegen lassen.

Oie soziale Botschaft der Deutschen Christen.

Berlin, 26. Juli. (CNB.) Im Rahmen einer Stunde der Einkehr" des Deutschlandfenders sprach heute zu dem ThemaWas uns beseelt" der Reichs­leiter der Glaubensbewegung der Deutschen Christen Pfarrer hossenfelder über die s o z i a l e ® o i- schaft d e r Deutschen Christen. Die Deut- scheu Christen, führte der Redner u. a. aus, seien öle SA. Jesu Christi im Kampf zur Vernichtung der leiblichen, sozialen und geistlichen Not. Die soziale Arbeit und die innere Mission der Deutschen Christen wollten niujt nur Einzelne retten, sondern ein Volk Gottes bauen. Eine christliche soziale Lehre, die die Neutralität der Kirche lehrt und keine sozialen Entscheidungen wagt, lehnen wir, betonte der Redner, als Irrlehre und 'als Glaubens­not ab. Ehe, Familie, Rasse, Volk, Staat und Obrig­keit sind uns Gottes Ordnungen, die wir heilig hallen.

Visumfreier Verkehr zwischen Oesterreich und Frankreich. Wien, 26. Juli. (WTB.) Der französische Ge- schäftsträger hat heute im Auswärtigen Amt eine Verbalnote übergeben, in der mitgeteilt wurde daß die französische Regierung das Visum für' öle Einreise von Oesterreichern nach Frankreich mit Gültigkeit vorn 1. August auf­gehoben hat. Kommentar überflüssig!

Dafür Kampf

gegen den Nationalsozialismus.

Ser Tiroler Landtag beschloß gestern ein besetz, durch das die in die Gemeindevertretungen von Innsbruck, Landeck und Pöttina gewählten nationalsozialistischen Ge- meinderatsmitglieder ihrer Mandate verlustig gehen. Im Landtag selbst waren die Nationalsozialisten nicht vertreten. Die genannten Gemeinden waren die einzigen in Tirol, die natio­nalsozialistische Gemeinderatsmitglieder hatten.

Aufnahmesperre im Kyffhäuser-Bund.

Köln, 26. 3uli. (CNB.) Die Kysfhäuser- Pressestelle Westdeutschland teilt mit, daß nach einer Bekanntmachung der Bundesführung in den Preußischen Landeskriegerverband in der Zeit vom l.März bis 10.3uli 1933 insgesamt 303 Vereine mit rund 14 000 Mitgliedern neu- bzw. wiederaufgenommen worden sind. Die übri­gen Landeskriegerverbände sind ersucht worden, zu melden, wie sich bei ihnen die Mitglieder­bewegung im gleichen Zeitraum ausgewirkt hat. Schon heute wird darauf hingewiesen, daß vom 1. Oktober ab im Bereich des gesamten Kysfhäuserbundes eine Sperre auf unbestimmte Zeit für Aufnahme von Ver­einen angeordnet wird.

Große französische Lustmanöver beiMeh

Paris, 26. 3uli. (WTB.) Vom 1. bis 14. August wird die Gegend von Metz der Schau­platz von Nachtübungen starker fran- z ö s i sch er Lu stge schwader sein. Bomben- und 3agdstasfeln aus Äanch, Reims, Chartres und Diedenhofen, sowie Luftabwehrabteilungen aus Toul werden unter Leitung des Generals de Goys de Mezeyrac, Mitglied des Ober­sten Rats für die Luftverteidigung, die Wir­kung besonderer, für Nachtangriffe vorgesehener 3agdslugzeuge erproben.

Kleine poliiische Nachrichten.

Bekanntlich hat Adolf Hitler die ihm vom Münchener Volksgericht nach dem sog. Hitler- Putsch im November 1923 in München auferlegte Festungshaft in der Gefangenen- und Festungs- Haftanstalt Landsberg am Lech verbüßt. Nun soll die dortige Hitler-Zelle der Oefsentlich- feit zugänglich gemacht werden. Die Zelle wird so ausgestaltet, wie sie während der Festungs­haft des Reichskanzlers war. Zur Einweihung und Uebergabe der Hitler-Zelle an die Allge­meinheit sind nach Mitteilungen der Landsberger Lokalpresse besondere Feierlichkeiten vorgesehen.

Wie der Preußische Pressedienst der NSDAP, er­fährt, wird der preußische Ministerpräsident G ö ring am 18. Auaust in Verona weilen, um den dortigen Sommerfestspielen in der Arena beizuwoh­nen. An diesem Tage wird die OperTroubadour" zur Aufführung gelangen.*

Der Magistrat von Berlin beschloß, für den von roten Mördern erschossenen Sturmführer Horst Wessel am Hause Bülowstrahe 51 in Berlin eine Gedenktafel anzubringen. Die Ge­denktafeln für Karl Marx und Ferdinand Lassalle wurden entfernt.

Um die Verbundenheit der Danziaer Be­amtenschaft mit der nationalsozialistischen Staatssührung auch nach außen hin in Erschei­nung treten zu lassen, hat der Danziger Senat für die Beamtenschaft den deutschen Gruß angeordnet.

*

Der preußische 3ustizminister hat die Straf­verfolgungsbehörden ersucht, in allen Fällen, in denen die Strafverfahren gegen Ausländer eine Freiheitsstrafe von min­destens drei Monaten beantragen, zugleich den Antrag zu stellen, daß die Ausweisung aus dem Reichsgebiet für zulässig er­klärt werde.

Randnote.

Das gewaltige nationale Fest der Deut­sch e n T u r n e r s ch a f t in der schwäbischen Hauvt- stadt Stuttgart wird in diesen Tagen seinen Höhe- punkt erreichen. Zweihunderttausend deutsche Tur­ner und Turnerinnen, unter ihnen siebzigtaufend aktive Teilnehmer und rund vierhunderttausend Festbesucher, werden ihr Treffen zu einer gewal­tigen Kundgebung des wiedererstark­ten nationalen Glaubens und her na­tionalen Hoffnung gestalten. Es bedarf kei­ner besonderen Erwähnung, daß die Deutsche Tur­nerschaft von jeher die Pflege nationaler Gesin­nung als obersten Grundsatz in ihren Satzungen stehen hat. Sie war von ihren ersten Anfängen an, getreu den Ideen ihres Begründers, des Turnvaters Jahn, ein Hort und eine Quelle des Gedankens der deutschen Einheit, der inneren wie der äußeren. So konnte sie auch alle Zeiten eines Krieges und einer Revolution, der wirtschaftlichen Not und des unseligen Parteihaders erfolgreich überstehen. Sie beherrschte allein der Gedanke und der Geist einer Sehnsucht nach der großen Gemeinschaft des ganzen Volkes. Die Förderung der Turnerei war ihr immer nur Mittel und Zweck zur Festigung und Entwick­lung des Gemeinschaftsgedankens und der vaterlän­dischen Gesinnung. So waren auch ihre Turnfeste zu allen Zeiten mehr als sportliche Feste und Ver­anstaltungen, sie waren reine deutsche Volksfeste als Ausdruck ihres völkischen und nationalen Ziels.

Unter seinen vierzehn Vorgängern ragt im Sinne des Festes unserer Tage besonders das Fest der Deutschen Turnerschaft im 3ahre 1863 hervor. Es waren damals die ersten Anfänge 6er Deutschen Turnerschaft, es waren die Tage der Erinnerung an die 50jährige Wiederkehr der Defreiungsschlackt von Leipzig, es waren die Tage des heißesten Verlangens nach der großen deutschen Einigkeit, von dem gerade die deutschen Turner mit am meisten erfaßt wurden, es waren die Tage der Vorahnung der 1870 gegründeten deutschen Einheit. Und heute? Wieder ist es eine heiße Sehnsucht, die unter deutsches Volk erfaßt hat, die Sehnsucht nach der wahren und innerlich zutiefst gebundenen Volksgemeinschaft, die endlich über alle Gegensätze, über alles Par­tei- und inieressengebundene Denken und Handeln hinweg das ganze Volk zu einer nimmer mehr au lösenden Einheit verschmelzen möge, damit in Dem geeinten Deutschen Deiche endlich auch ein geeintes deutsches Volk wohne!

Von der Reichseinheit und der Volksgemein­schaft hin zur Ration dafür wird das 15. Deutsche Turnfest in Stuttgart im 3ahre 1933 ein machtvolles Bekenntnis fein, ein Wegbereiter mit zu der endlichen Erfüllung deutschen Glau­bens, deutschen Wollens und deutscher Kraft. So hat dieses Fest der Deutschen Turnerschaft seine ungeheure und ganz besondere Bedeutung im volkspolitischen und'nationalpolitischen Sinne. 3a, es hat auch heute seine, besondere Mission zu erfüllen inmitten des Aufbaues des neuen Deutschland, wie es uns die nationalsozialistische Revolution gebracht hat. Richt zuletzt aber hat das Turnfest auch die hohe Aufgabe, abseits von aller unzeitgemäßen und auf das 3ndividuum abgestellten Starzüchtung, wie sie uns früher auch im Sport zur Genüge entgegengetreten ist, ein Fest und eine Bewegung der breiten Masse zu fein. So kann und wird es wahrhaft sozial und sozialistisch wirken und eine wichtige Mit- und Vorarbeit zu leisten haben für den Aufbau des neuen Staates, wie ihn die nationalsoziali­stische Bewegung als die Trägerin des Staates sich heute als Ziel gesetzt hat.

Aus aller Welt.

Horst-Messel-Film wird in Berlin gedreht.

Die Weberstraße im Nordosten Berlins, früher eine kommunistische Hochburg, war dieser Tage zum großen Erstaunen der Bewohner und Passanten mit Sowjetfahnen, kommunistischen. Plakaten und einem Transparent geschmückt, das die Aufschrift trugBerlin bleibt rot. Die Aufregung legte sich jedoch, als man erfuhr, daß es sich nicht um eine tollkühne Demonstration, sondern um eine Auf­nahme für den in Arbeit befindlichen Horst- Wessel'Film handelt. Es wurde eine Szene gedreht, wie ein nationalsozialistischer Sturm unter Führung von Horst Wessel durch die Straßen mar­schiert und aus einem kommunistischen Verkehrelokal heraus beschossen wird. Im Anschluß daran ent- wickelt sich eine wilde Straßenschlacht: Schüsse knallen, Blumentöpfe und Briketts prasseln aus den Fenstern auf die SA.-Leute nieder, bis das lleber- fallkommando anrütft und derSchlacht" und damit auch der Filmfzene ein Ende macht. Das Publikum verfolgte mit großem Interesse die Gratisoorstel- lung.

Die Entführung der Gebrüder Rotter vor Gericht.

Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Konstanz fand der Prozeß wegen der v e r« suchten Entführung der Gebrüder Rotter (Schale) in Liechtenstein am 5. April d. 3. statt. Als Täter sind beschuldigt der Krast- wagenführer Max Witt, der Arbeiter 3osef W c e s e r, 3akob Friedrich Lehmann, der Student Theodor G r ö tz und Gotthilf Trom- m e 11 e r. Alle Angeklagten außer Trommetter waren im Sinne der Anklage voll g e st ä n d i g und gaben an, allein die Absicht gehabt zu haben die Gebrüder Schaie der deutschen Ge­richtsbarkeit zuzuführen, irgendeinen finanziellen Hintergrund hatte die Tat nicht. Die Ange­klagten Witt, Wieser, Lehmann und Grötz wur­den dem Antrag des Oberstaatsanwalts ent­sprechend zur Mindeststrafe von je drei Mo­naten Gefängnis verurteilt. Der Ange­klagte Trommetter, gegen den ein Monat Ge­fängnis beantragt war, wurde freigesprochen.

Grohfeuer auf einer Hamburger werft.

Auf der Howaldtwerft (früher Vulkan) in Ham­burg kam In einem Schuppen, In dem Modelle aus trockenem Erlenholz lagerten, ein Feuer zum Aus­bruch, das rasend schnell um sich griff und die an­grenzenden Baulichkeiten eine Tischleret und einen Schlossereibetrieb stark gefährdete. Die Feuerwehren gaben aus zwölf Rohren Wasser und wurden schließlich des Feuers Herr.

prähistorischer Menfchenfchädel gefunden.

Wie dieLudwigsburger Zeitung" berichtet, wurde in Steinheim an der Murr (Oberamt Mar­bach, Württemberg) in einer Kiesgrube ein Men­sch e n f ch ä d e l gefunden, der in Anwesenheit von Dr. Bergheimer und Oberpräparator Böckh aus Stuttgart wohlbehalten geborgen wurde. Es handelt sich aller Wahrscheinlichkeit nach um einen Fund aus der Diluvialzeit. Der Schädel dürfte noch alter fein als der Neandertalschädel. Die rechte

Hälfte sowie die Schädeldecke sind vollständig unver­sehrt. Die linke Hälfte ist etwas zerbröckelt, aber auch Teile des linken Oberkiefers sind erhalten. Mit Sicherheit steht fest, daß es sich um den ältesten Menschenschädel handelt, der bis jetzt in Württem­berg gefunden wurde.

Drei Personen verbrannt

In einem in der Nähe des Tilsiter Zolldamms an der Memel gelegenen Holzhäuschen, in dem mehrere Familien wohnten, brach ein Feuer aus. Während die im Erdgeschoß wohnenden Leute sich und ihre f)abe noch in Sicherheit bringen konnten, sind die Bewohner des oberen Stockwerks ein Opfer der Flammen geworden. Es handelt sich um eine geschiedene Frau Berg, ihr achtjähri­ges Söhnchen und einen gewissen Kloneck. Sie wurden als verkohlte Leichen aus den Trümmern geborgen.

Feierlicher (Empfang des wettfliegers Post in Reuyork.

Der Weltflieaer Post wurde nach einer feierlichen Empfangsparade in Begleitung von Polizei und Militärabteilungen durch den Broadway zum Rat­haus geführt und dort vom Oberbürger­meister empfangen, der dem Flieger die Tapferkeitsmedaille überreichte. Post dankte in herzlichen Worten für die Ehrung und gab eine Be­schreibung seines Weltfluges, rool ei er gleichzeitig für die Bereitstellung von Geldmitteln für weitere Forschungen auf dem Gebiete des Flugzeugwesens warb. Die ursprüngliche Absicht Posts, in feinem Flugzeuge sitzend den Broadway hinaufzufahren, mußte aufgegeben werden, da die Flügelspannung des Flugzeuges sich als zu groß herausstellte.

Mattern fliegt nach Kanada.

Der amerikanische Flieger I. Mattern ist von Juneau (Alaska) nach der Hauptstadt Edmonton des kanadischen Staates Alberta aufgestiegen. Bei der Stadt Terrace in Britisch-Columbien beabsich- tigt er eine Zwischenlandung vorzunehmen, da dort das ihm entgegengesandte Hilfsflugzeug verunglückte.

Heuschreckenplage und Hungersnot In China.

5Bie das chinesische Landwirtschaftsministerium mitteilt, sind weite Gebiete Chinas, vor allem die Landstrecken am Gelben Fluß, die kürzlich von einer Wasserkatastrophe heimaesucht wurden, jetzt das Opfer gewaltiger Heuscyreckenschwärme ge­worden. Die Felder wurden vernichtet, die Ernte zerstört und 65 Millionen chinesischer Bauern sind ohne Getreide und Lebensrnittel. Die chinesische Re­gierung hat umfangreiche Hilfsmaßnahmen zur Ab­wendung des drohenden Hungertodes der vielen Millionen Bauern getroffen.

Kunst und Wissenschaft.

Siegfried" in Bayreuth.

Nachdem die szenischen Erneuerungen derWal­küre" in manchen Punkten sich als anfechtbar er­wiesen haben, vermittelte die Ausführung von Siegfried" am Mittwoch freundlichere Ein-