Ausgabe 
27.7.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. »73 Erstes Blatt

183. Jahrgang

Donnerstag, 21. Juli 1933

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Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undfür den An­zeigenteil LV. TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

Deutschlands Bilanz der Weltwirischafiskonferenz.

Reichsbankpräsideni Or. Schacht stellt in seiner heutigen Schlußrede das volle Versagen der Konferenz fest. Deutschland wird auch künftig jede internationale Zusammenarbeit fördern

London, 27. 3ult. (OB 203. Funkspruch.) 3n der heutigen Schlußsitzung der Welt- wirtschastskonferenz hielt Reichsbank- präsidenl Dr. Schacht eine Rede, in der er u. a. sagte:

Als vor einem 3ahre m Lausanne die Ein­berufung dieser Konferenz beschlossen wurde, lag das Programm in den Hauptzügen bereits fest, nämlich die Währungen wieder auf eine ge­sunde Grundlage zu stellen, die Devi­se n - und Transfcrschwierigkeiten zu beseitigen und die Wiederbelebung des internationalen Handels zu för­dern. 3m weiteren Verlause der Vorbereitungen einigte man sich darüber, keine bloße Sachver- stänoiaenkonserenz, sondern eine Zusammenkunft von Regierungsvertretern au berufen, die in der Lage seien, verbindliche Abmachungen zu treffen.

Nach mehr als sechs Wochen anstrengender Arbeit ist leider sestzustellen, daß kein Punkt des Programms zu Abmachungen geführt hat. Die Resolutionen, die schließlich aus den Aus­schüssen hervorgegangen sind, stellen lediglich allgemeine Ansichten und Empfehlungen dar.

Auf dem Gebiete der Bekämpfung des indi­rekten Protektionismus wollte die Kon­ferenz, nach der Auffassung des vorbereitenden Ausschusses,alte zweckmäßig erscheinenden Maß­nahmen ergreifen, damit diese verschiedenen Fragen so schnell wie möglich einer vernünftigen Losung zugesührt würden". Die Konferenz hat eine solche Lösung nicht gefunden. Ebenso­wenig ist cs der Konferenz gelungen, die Emp­fehlungen des Wirtschaftsausschusses des Völ­kerbundes über die Milderung des Markte- rungszwanges in eine bindende internatio­nale Vereinbarung umzuwandeln. Auch auf dem Gebiete der Handelspolitik hat es sich gezeigt, wie groß die Gegensätze sind, die zwischen den Auffassungen der verschiedenen Delegationen klaffen. Es würde abwegig sein, irgendeinem Einzelnen die Schuld hierfür zuzuschreiben.

Der Fehler liegt im System. Der Gedanke, durch generelle Empfehlungen oder Beschlüße gleichzeitig die Lage von 64 völlig verfchieden gearteten Ländern bestimmen zu können, hat sich als undurchführbar erwiesen, wir haben gesehen, daß nicht einmal auf dem Gebiet der Währungsstabilität eine Einheitlichkeit hergestelll werden konnte, seitdem einzelne Län­der die Stabilität ihrer Währungen bewußt auf- gegeben haben und durch Aenderung der Wäh­rungsunterlagen ihre Wirtschaft zu beeinfhiffen suchen.

So sehr man im 3ntercsse des internationalen Güteraustausches eine solche Politik bedauern mag, so wenig kann man einem souveränen Staat das Recht absprechen, alle diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, die er zur W a h r u n g jcincr wirtschaftlichen Lebensrechte für nötig hält. Cs ist deshalb erfreulich, daß in den Resolutionen, die diese Konferenz gefaßt hat, jedes Werturteil über eine solche Politik unterblieben ist. .

Solange die einzelnen Rationen nicht i n s i ch ein gewisses wirtschaftliches Gleichge­wicht wiedergefunden haben, wird der Erfolg einer neuen We l t w i r t s ch a f t s k o n f e r e n z zweifelhaft bleiben. Das ist die große Lehre, die uns diese Konferenz mitgibt. Die bisher leider gebräuchliche ungesunde Methode, durch internationale Kreditinanspruchnahme die Wirt­schaftslage für den Augenblick zu erleichtern, muß dem Willen weichen,

aus eigener Kraft eine gewisse wirtschaftliche Stabilität herzusiellen.

3n solcher Anstrengung liegt die größte Bürg­schaft dafür, daß die Ansprüche der internatio­nalen Kreditgeber im Laufe der Entwickelung ihre Befriedigung finden nach Maßgabe dessen, was wirtschaftlich und moralisch ver­tretbar ist. So wenig nämlich solche leicht­herzige Kreditnahme gebilligt werden kann, so unberechtigt wäre es, diese Kredithingabe von feiten eines Gläubigers als wirtschaftlich und moralisch berechtigt ohne weiteres hinzustellen. Ein erheblicher Teil der in der Vergangenheit gegebenen und zum Teil von politischen Kräften geforderten Kredite ist in sich ungesund gewesen. Die Deutsche Reichs bank hat in der Ver­gangenheit immer wieder auf die Schwierig­keiten hingewiesen, die aus einem Liebermaß von ausländischerKrrditgewährung erwachsen mühten. 3n den Reden, die wir auf dieser Konferenz gehört haben, sind immer wieder zwei Gedankengänge durchgedrungen:

1. daß Schulden nur mit Warenexport und Dienstleistungen bezahlt werden können und 2., daß durch die Ereignisse der letzten Jahre die Schulden ein solches Mißverhältnis zur Zah­lungsfähigkeit angenommen haben, daß eine

Adjustierung notwendig geworden ift

Cs ist selbstverständlich, daß eine solche Adju­stierung nur erfolgen kann unter Wahrung der wirtschaftlichen 3ntereffen der einzelnen Länder, sowie unter größtmög­

lichster Wahrung der 3ntereffen der individuellen Gläubiger. Alle zu treffenden Schuldenregelun­gen müssen unterstützt werden von einer Wirt­schaftspolitik, die die earning Power (die Er» werbskrast) des Schuldnerlandes erhält. Wenn die earning Power des Schuldners intakt bleibt, wird der Gläubiger zu seinem Gelde kommen.

Ls ergibt sich deshalb die Frage, ob wir die Menschheit mit produktiver Tätigkeit beschäftigen wollen, selbst auf die Gefahr hin. daß von dem bisher investierten Kapital einiges verloren geht, oder ob wir tatenlos warten sollen, bis uns die soziale Krisis in das Lhaos stürzt.

Zu den Ausgaben der künftigen internationalen Wirtschaftspolitik wird es gehören müssen, unsere Arbeitskräfte auch dadurch wieder in Gang zu brin­gen, daß mir den Ländern, die bisher einen rück -

Wenn man einmal die Schäden zusammenzäh­len wird, die uns das verflossene Zeitalter der Aufklärung", dieses 3ahrhundert desFort­schritts", hinterlassen hat, dann wird man noch nachträglich einen Schrecken bekommen. Man hat das 3ndividuum befreit, von jeder Vormundschaft der Allgemeinheit losgelöst, und in falsch verstan­denem Humanitätsdusel keinerlei Ausnahmen zu- gelassen. Das Prinzip der Gleichheit war aber in Wahrheit eine Züchtung von Minder­wertigen.

Das neu erlassene Gesetz zur Verhütung von erbkrankem Rachwuchs schlägt eine Bresche in dieses E y st e m. Cs legt die Fundamente zu einem neuen Begriff der Volksgesund­heit. Die Allgemeinheit hat kein 3nteresse an der Erhaltung der Minderwertigen. Es ist genug, wenn ein Einziger mit unheilbarem Leiden behaf­tet ist, es ist sinnlos, ihn zum Stammvater einer ganzen Generation von Siechen oder Geisteskran­ken, von seelischen oder körperlichen Krüppeln zu machen, die alle sein Leiden wiederholen und wei­tervererben.

Das neue Gesetz schreibt in bestimmten, genau festgelegten Fällen die Sterilisierung der so be­lasteten Menschen vor. Die Rotwendigkeit einer solchen Maßnahme ist an sich nichts Reues. Rassenhygieniker und Aerzte haben sie schon seit vielen 3ahren gefordert. Sogar in dem ganz gewiß nichtfortschrittlichen" England wird neuerdings von solchen Dingen gesprochen. Man will auch dort ein ähnliches Gesetz, wie es jetzt bei uns veröffentlicht worden ist, in Angriff neh­men, obwohl gerade in England die Furcht vor einer Beeinträchtigung der natürlichen Lebens­rechte geradezu allbeherrschend ist.

Die Erwägung, die zum gesetzlichen Eingriff führt, ist folgende: Es ist eine altbekannte Tat­sache, daß die Fruchtbarkeit der minderwertigen Familien weit über jener der gesunden liegt. Schwachsinnige weisen meist eine ungewöhnlich hohe Vermehrung auf. Daraus folgt, daß der Prozentsatz der Minderwertigen innerhalb des deutschen Volkes von 3ahr zu 3ahr ansteigt. 3a, man konnte sogar auf die Vermutung kommen, daß die Zunahme der Kriminalität einfach eine Folge der rassenmäßi­gen Verschlechterung des deutschen Volkes durch die Vermehrung der erblich Belasteten ist. Daß nebenher un­gezählte Millionen für die Fürsorge von lebens­unfähigen Menschen aufgewendet werden müssen, die nur eine Last für ihre Umgebung sind, ver­steht sich von selbst. Gerade aber die Fürsorge hat in keinem Fall eine Besserung der Lage erbracht. 3m Gegenteil, sie hat die Allgemein- heit vermehrten Gefahren ausgeliefert. Es ist erschreckend, wie weltfremd der Staat bisher gewesen ist, der doch im letzten Sinne die Ver­antwortung für die Zukunft der Ration trägt.

Das neue Gesetz bedeutet in diesem Zusammen­hänge einen ganz außerordentlichen Fortschritt. Cs beweist zugleich einen Geist der echten Verantwortlichkeit unserer Führung, wie ihn keine bisherige Regierung auch nur an­nähernd gezeigt hat. Zugleich enthält dieses Ge­setz auch die notwendigen Vorschriften, um irgend- welcher Willkür vorzubeugen, es kann aber im öffentlichen 3nteresse zwangsweise etnge- schritten werden. Auch hier sind Sicherhettsfat- toren eingeschaltet. Cs dürfen nur ganz bestimmte Eingriffe vorgenommen werden, die keine Schädi­gung des zu Sterilisierenden bedeuten. Die Ent­scheidung über den einzelnen Fall wird einem Gericht, nämlich dem Erbgesundheits- g e r i ch t überlassen. Damit ist der Gefahr einer mißbräuchlichen Anwendung dieses neuen Ge­setzes vorgebeugt. . ...

Abgesehen von diesen ganz bestimmten und naher bezeichneten Fällen bleibt eine Sterilisation nach wie vor das, was sie bisher war, nämlich eine schwere Körperverletzung, die strafbar bleibt. Wir stehen somit jetzt, oder genauer genommen oom 1. Januar nächsten Jahres ab, an dem das Gesetz in Kraft tritt, vor einer neuen allgemeinen und persönlichenVerantwortung. Diese

ständigen Lebensstandard gehabt haben, die Möglichkeit geben, diesen Standard auf d i e Höhe der weifercntroirfcIten Länder zu bringen.

Die deutsche Regierung wird auch in Zukunft jede internationale Zusammenarbeit zu fördern bereit sein, wir glauben ober, daß diese Arbeit erst dann Erfolg haben wird, wenn die einzel­nen Länder in ihrer eigenen Wirtschaft und in ihren nachbarlichen Beziehungen einen festen Grund dazu gelegt haben.

Das Ziel freilich wird immer bas gleiche bleiben: die Bereinigung der Welt oon den wirt­schaftlichen und finanziellen Schlacken des Krieges, d. h. einen Start zu gewinnen für eine bessere Zukunft.

trifft insbesondere die deutschen Aerzte. Nicht nur, daß die Aerzte in der Mehrzahl der Fälle das ent­scheidende Wort zu sprechen haben werden, sie stehen in ihrer Gesamtheit vor einer neuen Aufgabe, die ihnen eine ungeheure Möglichkeit eröffnet. In vielen Fällen kann nunmehr eine schwere gesundheitliche Gefahr an der Wurzel getroffen werden.

Nichts ist so hoffnungslos wie eine schwere erb- liche gesundheitliche Belastung. Menschen von dieser Art haben in vielen Fällen auf eine Eheschließung verzichtet, aber der Prozentsatz derer, die im höch­sten Sinne verantwortlich denken, ist doch sehr beschränkt. Oft ist die Krankheit durch ein völ­liges Fehlen jeglichen Berantwortungsbewuhtseins getennzeichnet. Wir brauchen hier nicht in Einzel­heiten zu gehen. Ja, wir können sogar sagen, daß es sich hier um ein Gebiet handelt, das wohl be­kannt, das aber in verantwortlicher Weise noch nicht völlig abgeschlossen durchforscht worden ist. Hier steckt eine zweite große Aufgabe für die deutsche Medizin, und diese Aufgabe kann vielleicht in Zukunft ganz neue ungeahnte Losungen bringen. Es ist ja ein Unterschied, ob man lediglich im Sinne theoretischer Erkenntnisse tätig ist, ober ob man mit einer Arbeit einen höheren, nämlich einen Hand- greislichen Zweck erreichen will.

Für die Öffentlichkeit beginnt aber schon letzt eine Arbeit. Gerade in dem von diesem Gesetz behandelten Zusammenhang ist bisher viel Lln- verantwortliches geschrieben und gesagt worden. Da zeigte sich ein Mangel an wirklichem politischen Gemeinsinn Dieses neue Ge­setz bedeutet einen neuen Abschnitt in unserer Rassengeschichte. Es kann aber keine Erfolge im Sturmschritt erzielen. Wir sind genötigt, hier mit größeren Zeiträumen zu rechnen. Dies ist nämlich ein Gesetz, dessen segensreiche Wirkung vielleicht erst in zwanzig, ja in dreißig 3ahren spürbar sein wird. Dafür ist es aber ein Gesetz, das nur von segensreichen Folgen begleitet sein wird. Wir haben bisher auch auf rassenhygieni»

München, 26. Juli. (TU.) Im Anschluß an den Empfang der i t a l i e n i s ch e n I u n g f a s ch i st e n und ihrer Führer in der Münchener Residenz, fand ein Besuch im Braunen Haus statt.

Im Senalorensaal des Braunen Hauses hielt

der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß

folgende Ansprache:Es ist mir eine besondere Ehre und Freude, den ersten offiziellen Besuch, den der Faschismus der nationalsozialistischen Bewegung abftaitet, begrüßen zu können, und zwar in dem Hause, das bereits historisch geworden ist als Sitz der Reichsleitung der Nationalsozialistischen Bewegung, und der Stadt, von der aus diese Be­wegung ihren Ausgang nahm und die demgemäß für den Nationalsozialismus die gleiche Bedeutung hat, wie Mailand für den Faschismus.

Ich heiße Sie im Namen des Nationalsozialismus auf bas herzlichste willkommen, msbefon- bere ben Beauftragten bes großen Segrünbers und Führers des Faichismus Benito Mussolini. Gleichzeitig darf ich aus diesem Anlaß im Namen der nationalsozialistischen Bewegung auch aufrichti­gen Dank für die selbstlose Gastfreundschaft aus- sprechen, welche Faschismus und Faschistische Re­gierung einer Unzahl unserer Kameraden in für den Nationalsozialismus schweren Zeiten erwiesen, ohne Rücksicht darauf, ob dies anderwärts gern ge­sehen wurde ober nicht. Wir sinb glücklich, baß bie Reise ber Jungfaschisten ber nationalsozialistischen Bewegung Gelegenheit gibt, diese Gastfreundschaft, wenn auch in bescheidenem Maße, zu erwidern und die Dankbarkeit zu dokumentieren.

schein Gebiete Selbstmord getrieben. Es ist gut, daß das Zeitalter der Selb st Vernichtung nun auch in diesem Bezüge ein Ende nimmt.

Um Leben oder Sterben der deutschen Nation".

Berlin, 26. 3uli. (TLI.) Am Mittwochabend sprach Obermedizinalrat Dr. G ü 11 vom Reichs­innenministerium über alle deutschen Sender über Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Rach­wuchses". Lieber das schon Bekannte hinaus führte er im wefentlichen u. a. aus:

Es ist nicht nur der Rückgang in der Volkszahl, der zu den schwersten Bedenken Anlaß gibt, sondern in gleichem Maße die mehr und mehr in Erscheinung tretende Verschlech­terung des Erbgutes unseres Volks. 3n etwa drei Geschlechterfolgen wäre die wert­volle Schicht des Volkes fast völlig verschwunden gewesen. Cs geht also um Leben oder Ster­ben der deutschen Ration!

wenn die wirtschaftliche Seite auch nicht aus­schlaggebend sein darf, so muß doch in diesem Zusammenhang erwähnt werden, daß für Gei­stesschwache, Hilfsschüler, Geisteskranke und Asoziale jährlich Millionenwerte aufgewandt werden müssen, die den gesunden kinder­reichen Familien durch indirekte Steuern entzogen werden. So sind ;. B. nach den Ermittlungen des Statistischen Reichs­amts im Rechnungsjahr 1930/31 allein für Gei­steskranke, Taubstumme und Blinde für etwa 183 785 Personen ungefähr 170 000 000 RM. ausgegeben worden. Dabei find jedoch noch nicht berücksichtigt die kosten, die Krankenkassen und anderen Zahlungspflichtigen zur Last fallen.

Zu betonen ist, daß beim Fortschreiten der wissenschaftlichen Erkenntnisse die Liste der im § 1 erkannten Krankheiten erweitert und ergänzt werden kann. 3m übrigen geht das Gesetz davon aus, daß derjenige, dessen Llnfruchtbarmachung zum Rutzen der Volksgesundheit notwendig ist, in vielen Fällen selbst die nötige Einsicht auf­bringen wird, um die Operation frei­willig zu beantragen. Die Bestimmungen über die Mitwirkung des gesetzlichen Vertreters, des PslegerS und des Dormundschastsgerichts sind den allgemeinen Vorschriften des Dor - mundschastsrechts angepaßt. Das Ge­setz ist also bewußt ein Kann geseh und beruht auf der Grundlage der Freiwilligkeit, um die sittlichen Kräfte des Volkes zur Selbst­reinigung anzuregen! Damit aber die Rechte des Staates gewahrt bleiben und eine dauernde Kontrolle der Regierung möglich ist, macht das Geseh den Amtsarzt und den Anstaltsarzt an­tragsberechtigt.

Zusammenfassend soll also bie Unfruchtbar­machung eine ber Allgemeinheit bienende für­sorgliche Maßnahme nach Art ber Lntmünbl- gung barstellen.

Mit der Ausmerzung und Reinigung des Volkskörpers allein ist es nicht getan, wenn dieser nicht positiv aufbauende be­völkerungspolitische Maßnahmen folgen würden. Infolgedessen hat das Reichs­kabinett unter dem Vorsitz des Reichskanzlers beschlossen, daß positive bevölkerungspolitische Maßnahmen beschleunigt vorzubereiten und in Angriff zu nehmen sind, die die ausreichende Fortpflanzung der erbgesunden deutschen Fa­milien wieder fordern und verbürgen sollen!

Die Freundschaft zwischen Nationalsozialismus und Faschismus ist der beste Beweis für die Richtigkeit der kürzlich von Adolf Hitler in seiner großen Reichstagsrede ausgestellten Behauptung, daß zwischen bewußten Nationalisten relativ am leichtesten eine Verständigung zu erzielen ist.

Abgesehen oon diesen Grundlinien ber Verstän- bigung, ber gegenseitigen Achtung ber nationalen Persönlichkeit unb bes beiderseitigen Verständnisses für bie nationalen Forberungen bes anberen ent­springt bie Freunbschast unserer beiben Bewegun­gen, wie schon öfters betont, nicht Sentimentali­täten, etwa ber Gemeinsamkeit ber großen Grund- ibee, fonbern den gemeinsamenJnteressen ber Völker, welchen unsere beiden Bewegungen dienen, nicht zuletzt den gemeinsamen Inter­essen am Frieden. Denn Völker, welche bie innere Ordnung s i ch e r g e st e 11 t haben, unb bie in großem Stile aufbauen, wünschen vielleicht ben Frieben für weiteren Auf­bau heißer unb ehrlicher als aobere Völker, benen bas Festhalten am liberalistischen System immer neue Krisen bringt, beren Arbeitslosenziffern un­entwegt weitersteigen unb bei denen nach alter Re­gel die Gefahr wächst, baß sie eines Tages von ben inneren Schwierigkeiten abzu- lenken suchen burch außenpolitische Abenteuer. Volker, bie, wie bas beutsche und bas italienische Volk,siegreich Schlachten gegen bie Arbeitslosigkeit" schlagen, haben es nicht nötig, Siege auf bem Schlachtfeld ber Waffen zu suchen.

Gesunde deutsche Zukunft!

Der Zweck des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses.

Oie Freundschaft zwischen Nationalsozialismus und Faschismus.

Eine bedeutsame Rede des Stellvertreters des Führers,