Ur. 122 Krübausgabe
183. Jahrgang
Samstag, 27. Mai 1935
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GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh. Longe; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unbiür denAn- zeigentell i.D.TH.Kümmel sämtlich in (Bienen
vor der Entscheidung.
Don unserem Danziger D. B.-Storrefponbenten.
Danzig, 25. Mai 1933.
Am 28ften des Monats Mai „schreitet", wie es in der schönen Kanzleisprache unserer oerganaenen Zeit hieß, die Danziger Bevölkerung zur Wahl eines neuen Dolkstages, der aus 72 Abgeordneten zufam- nlengefetzt ist; wenn wir diesen Vorgang aber im gegenwärtigen Sinne, politisch ausdrücken, dann bekennt sich Danzig an diesem Tage zu seinem Schicksal als deutsche Stadt. Damit erhält diese Wahl ihre politische Bedeutung. Damit erklärt sich dos auszerordentliche Interesse an diesem Borgang Damit aber sind wir mitten im Zentrum des weltpolitischen Geschehens gelandet, und daher zittert denn auch eine tiefe Erregung durch dies Menschenhäuflein an der Weichselmündung, das auf Vorposten im Osten steht, eine Erregung, die sich ansdrückt in der besten aller deutschen Eigenschaften einer eisernen politischen Disziplin.
Die Wahlentscheidung als solche ist einfach. Die Frage ist, ob es der N a t i o n a I s o z i a I i st i s ch e n Partei gelingen wird, von den 72 Mandaten im Volkstage die Mehrheit zu erhalten oder nicht. Sachverständige Beurteiler der inneren Lage zweifeln nicht an diesem Resultat, und der Chronist wird nur einschränkend an die Zufälligkeiten des Wahl- stiirfs erinnern, nicht aber dieser Prognose wider- prechen. Ein nationalsozialistischer Wahlsieg würde, o rechnet man, automatisch einen Wechselinder Staatsführung hervorbringen, nämlich den Rücktritt des bisherigen Präsidenten Z i e h m und feinen Ersas; durch den nationalsozialistischen Präsident- schaflskandidaten R a u s ch n i n g. Ein solcher Wechsel an der Spitze der Geschäfte hätte fraglos schon weiterreichende Wirkungen und würde, vielleicht, auch IRürfiDirfungen ausüben. Damit wäre aber der Inhalt des Gefchehens auch nicht richtig wiedergegeben.
Dos Wesentliche der gegenwärtigen Entwicklung liegt, rein politisch gesehen, in der Auseinandersetzung zwischen den bisherigen Führern der Danziger Politik und der nationalen Revolution, also zwischen Sozialdemokraten und Nationalsozialisten Zwar war die Sozialdemokratie auch in Danzig schon seit Jahren weder herrschend noch führend, aber auch hier bestand eine unterirdische Wirkung der Sozialdemokratie auf die Pottti', die, ebenso wie im Reiche durch Rücksichten auf die vermutete oder vermeintliche Macht der Gewerkschaften und der Arbeitermasse begründet war. Nun stellt aber die Danziger Sozialdemokratie einen nationalpolitischen Sonderfall dar. Es läßt sich leider nicht leugnen, daß eine nicht einflußlose Gruppe darunter ungefähr die Rolle zu spielen suchte, die sich einstmals der Eidechsenbund der Ritter des Kulmer Landes zur Zeit der Ordensherrschaft zum ewigen Unglück dieses Landes anmaßte Sie paktieren mit den Polen. Sie find bereit zu verzichten und zu konspirieren, aber in mengen Tagen werden die Danziger ..Eidechsen" ihr Geschäft aufgeben müssen.
Ihre äußerliche Machtstellung haben sie schon verloren. Das Gewerkschaftshaus ist besetzt worden. Die diplomatische Unterstützung durch ihre polnischen Freunde hat sich als „untunlich" erwiesen. Es ist aus mit der Herrlichkeit und es ist sogar noch mehr aus. Zum ersten Male hat nämlich ein deutscher Staatsmann staatsmännisch von der Dftjrage gesprochen und das war der deutsche Reichskanzler Adolf Hitler in seiner großen Reichstagskund- gebunq. Vielleicht nirgendwo in der Welt ist diese Rede so aufmerksam gehört worden wie gerade hier in der Stadt in der Weichselniederung Die national- sozialistische Formulierung des polnischen Problems entsprach kurz und einfach gesagt der wirklichen Ueberlieferung des Ostens. Zum ersten Male dämmert also eine Lösungsmöglichkeit des Korridorproblems auf, dessen Opfer die Danziger Bevölkerung ist.
Danzig ist das in einem solchen Grade, daß davon gesprochen werden muß. Hier erkennen wir den großen Hintergrund der Wahlhandlung am 28ften Mai. Es ist nämlich keine Uebertreibung, wenn wir zunächst seststellen, daß die rund 400 000 Danziger Deutschen oon der polnischen Politik kaltblütig stranguliert werden. Die Weltöffentlichkeit kennt natürlich den Hasen von Gdingen und seine Zweckbestimmung. Sie weiß, daß er umsatzmäßig Danzig überflügelt hat und in wenigen Jahren nicht nur umsatzmäßig, sondern qualitativ den gewinnbringenden Teil des Danziger Geschäfts an sich gebracht haben wird. Die Welt weiß aber im allge- meinen nicht, daß sich in Danzig selbst in den letzten Jahren eine heimliche polnische Neben- regierung gebildet hat. die unter dem Namen Zollinspektion und Zollinspektoren das gesamte Gewebe. die ganze innere Verflechtung des Danziger Handels zu kontrollieren, zu unterwerfen und schließlich zu vernichten trachtet Hier erleben wir tagtäglich und auf allen Gebieten ein Musterbeispiel dessen, was man mit einem französischen Ausdruck „Penetration pacifique" nennt, was aber e i n Wirtschaftskrieg im Frieden, ein Existenzkampf ohnegleichen ist.
Selbst der Danziger Bürger weiß davon nicht immer alles. Er weiß nur, daß ihm das tägliche beut- sche Leben mit allen Schikanen, die sich nur erdenken lassen, erschwert und unmöqlid) gemacht wird Das trifft nicht nur das Gefchäftsleben, dieses System zerschneidet die Bande des Famittenzusammen- yanges. Wenn das Enkelkind in Deutschland der Großmutter in Danzig eine unbeholfene Stickerei sendet, als Geschenk, bann ist bas zolltechnisch ein „Kunstwerk" unb muß mit bem hunbert- unb tau fenbfachen Betrage verzollt werben Kurz unb gut. das deutsche Erzeugnis ist verdrängt Billigster polnischer Schund wird zwangsmäßig nach
Englands Abrüstungs- und Gicherheitspotiiik.
Gir John (Simon lehnt unter Zustimmung des Unterhauses die Uebernahme weiterer Ver- pstichtungen ohne allgemeine Bindung ab. — Eine Absage an die französischen Gicherheitssorderungen.
London, 2b. Jllai. (XU.) 3m Unterhaus setzte sich Außenminister Simon mit, der Abrüstungspolitik auseinander. Simon unterstrich die Bedeutung der amerikanischen Haltung, die eine wesentliche Abkehr von der historischen Reutrali- tätslehre sei und deshalb besonders hoch gewertet werden müsse. Der Außenminister erwähnte mit ane.kennendcn Worten die gemäßigte und staatsmännische Rede Hitlers vor dem Reichstag, die zur Entspannung der Lage inGens beigetragen habe. Worte seien aber noch keine Taten Um so bemerkenswerter sei es gewesen, daß Radolny die deutschen Abänderungsvorschläge zum englischen Ab- rüstungsplan zurückgezogen habe.
Gegen Schluß der Rede faßte Sir John Simon die englische Abrüstungspolitik wie folgt zusammen;
1. England begrüßt auf das wärmste die Botschaft des amerikanischen Präsidenten. Die Welt wolle praktische Ergebnisse in Gens auf Grund eines gemeinsamen Handelns sehen. Wenn die Staaten sich zusammenfänden, um die Kraft der Offensivangriffe durch qualitative Herabsetzung der Rüstung zu begrenzen, bann wolle England seine Mitarbeit dadurch leisten, daß es auf eine allgemeine Annahme des britischen Abrüstungsplanes drücke.
2. (Er müsse hinzufügen, daß England bereits in ungeheurem Maße Herabsetzungen seiner Rüstungen durchgeführt haben. England könne daher ohne ein allgemeines Abkommen nicht weitergehen. Aber es habe in dem Abrüstungsentwurf, den so viele Staaten jetzt als die Grundlage eines zukünftigen Vertrages angenommen haben, gezeigt, wie erheblich der Schritt für eine weitere Abrüstung ist, bet jetzt als erster Abschnitt getan werden kann, vorausgesetzt, daß die anderen Staaten der weit sich dem Abkommen anschliehen und ihre Versprechen erfüllen
3. Er erachte es für angebracht, zu sagen, daß England die Berechtigung der Sorge um die Zukunft anerkennt, die hinter den Forderungen gewisser Staaten nach S i chcr h e i t liegt. Der Teil I des englischen Planes befasse sich mit dieser Frage unb sei ein Beitrag, ber gerechterweise von der amerikanischen Regierung zusammen mit der Neufassung des Teiles I gemacht worben sei, wozu die entsprechenden technischen Maßnahmen zur Ueberwachung durch eine dauernde Abrüstungs- konferenz hinzutreten. Dieses sollte wesentlich dazu beitragen, die Besorgnisse zu beseitigen
4. England habe seine Bereitwilligkeit zusammen mit den Vereinigten Staaten ausgedrückt, sich mit den anöerenJlationen der Welt zusammenzutun, um die Sicherheit zu fördern. England habe bereits v e r p s l i ch t u n g e naus Grund des Völkerbundsstatuts und des Locarnooertrages angenommen. Die englische Regierung würde alles tun, um diese Verpflichtungen, die England übernommen hat, )u erfüllen. Aber unsere Freunde auf dem Festland mühten ganz klar verstehen, daß England keine weiteren zusätzlichen Verpflichtungen annehmen könne.
5. Wir stimmen darin überein, jo schloß Sir John Simon seine Rede, daß die internationale Abrüstung von der Politik abhängt. Außergewöhnlich hohe Rüstungen sind ein Symptom. Der einzig mögliche Weg, dieses Symptom zu beseitigen, oesicht darin, daß man die Ursache der Krankheit beseitigt. Es sei daher eine notwendige Vorbedingung, daß die Abrüstung wirksam wird, so daß
die Verhältnisse in ber Welt sich verbessern, das Vertrauen wiederhergestellt wird, unb baß bie Zu - fammenarbeit an bie Stelle ber ungeheueren Gegensätze unb bes Mißtrauens tritt.
Oie Meinung der Parteien.
Im Namen ber Opposition erklärte sich L a n s - b u r i) mit ben von Sir John Simon gemachten Vorbehalten in ber Sicherheitspolitik nicht .jufrieben unb verlangten, baß Mittel unb Wege gefun» ben werben müßten, um einen Angreifer genau seststellen zu können. Sobann wies er auf bas Ver- Öen ber Alliierten hin. nach erfolgter Abrüstung chlanbs ebenfalls abrüsten zu wollen. Diese heilige unb feierliche Verpflichtung sei noch im- m e r nicht ausgeführt unb es feien auch noch nicht einmal Anstalten hierzu gern a d) t worben.
Sir Austen Chamberlain gab seiner vollen Zufriebenheit mit ben Mitteilungen des Außenministers Ausbruck, warnte ihn, sich auf bie Wünsche
Frankreichs unb anberer Staaten nach einer genauen Begriffsbestimmung bes Angreifers einzulassen unb sortierte ihn auf, sich freie Hand zu lassen. Die französischen Wünsche seien praktisch nicht durchführbar unb unklug. Er wandte sich bann Deutschlanb zu unb sagte, daß bie Rebe Hitlers, wenn man ihr Vertrauen schenke, ein gutes Vorzeichen für eine Besserung ber Beziehungen zwischen Deutschlanb unb ber Welt sei. Chamberlain, ber über bie Rebe bes Vizekanzlers von P a - p c n anscheinenb nur auf Grunb ber in ber englischen Presse erschienenen teilweise falschen, teilweise entstellten ober mißverstanbenen Verarbeiten unterrichtet war, brückte bann seine Uederraschung aus, daß niemanb an verantwortlicher Stelle in Deutschlanb von ben Aeußerungcn Papens abgerückt sei. Er hoffe, bie Rebe Hitlers als eine stillschwei- genbe Ablehnung ber Rebe Papens ansehen zu können. Er betonte Dann, man müsse Vorsicht malten lassen, wenn man Deutschlanb abschnitt-' weise die Gleichberechtigung geben wolle.
Hindenburg vereidigt die Aeichsstatthalter.
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Die Statthalter nach der feierlichen Eidesleistung im Hofe der Reichskanzlei. — Von links nach rechts: Mutschmann (Sachsen), Saurfel (Thüringen), Murr (Württemberg), Wagner (Baben), Sprenger (Hessen), ßoeper (Braunschweig und Anhalt) und Meyer (Lippe unb Schaumburg-Lippe).
Berlin, 26. Mai. (WTB.) Reichspräsi - bent v. Hinbenburg empfing heute in Gegenwart bes Reichskanzlers Hitler unb bes Reichsministers bes Innern Dr. Frick bie bisher ernannten Reichsstatthalter v. Epp- Bayern, Mutsch- mann- Sachsen, Murr- Württemberg, Wagner- Baben, oaucfel - Thüringen, Sprenger» Hessen, Kaufmann- Hamburg, Rover- Dlbenburg unb Bremen, ßoeper- Braunschweig unb Anhalt, Dr. Alfreb Meyer- ßippe und Schaumburg-ßippe zur Vereidigung.
Reichspräsident v. Hindenburg begrüßte die Herren in einer kurzen Ansprache, in der er daraus hinwies, daß die Einrichtung ber Reichsstatthalter eine neue Klammer zwischen bem Reich und ben ßänbern bilben solle; sie solle eine einheitliche Reichspolitik ermöglichen unb so bie Einheit bes Reiches stärken, er bitte bie Reichsstatthalter, in biesem Sinne ihr Amt aufzufassen unb zu führen, unb wünschte ihnen für
ihre Arbeit reichen Erfolg zum Besten ihres Vater» lanbes.
Die Reichsstatthalter leisteten hierauf ben im Reichsministergesetz für ben Reichskanzler unb bis Reichsminister vorgeschriebenen, ihnen von bem Herrn Reichspräsibenten vorgesprochenen Gib, ber folgenben Wortlaut hat: „Ich schwöre: Ich werbe meine Kraft für bas Wohl bes beutschen Volkes einsetzen, die Verfassung unb bie Gesetze Des Reiches wahren, bie mir oblieqenben Pflichten ge- wissenhaft erfüllen unb meine Geschäfte unparteiisch unb gerecht gegen jebermann führen. So wahr mir Gott helfe."
Das Mitglieb bes Reichstags Friebrich Hjlbell r a n b t ist heute auf Vorschlag des Reichskanzlers vom Reichspräsibenten zum Reichs st atthal- t e r von Mecklenburg-Schwerin, Werf« lenburg-Strelitz unb ßübed ernannt worben.
Danzig hineingepreßt unb gepumpt. Die Danziger Bevölkerung wirb wirtschaftlich entbeut s ch t unb in bie polnische Orbnung wie in eine Zwangsjacke hineingepaßt. Hier geht es um Sein ober Nichtsein. Ob es sich um ßandwirtschaft ober Inbustrie hanbelt, um Gewerbe ober Handel, allenthalben steht das Danziger Deutschtum vor bem absoluten Nichts.
Unb b e n n o d) wirb Danzig am 28sten Mai so wählen, wie es ben Ueberlieferungen biejer Stabt entspricht Denn es kommt am 28ften Mai barauf an, baß bie gesamte Danziger Bevölkerung trotz allen Hinbernisten unb Gefahren, sich mit bem Herzen zum Reich bekennt und gleichschaltet, mag sie politisch und wirtschaftlich auch abgetrennt fein. Hier erhält aber auch die überaltete und reaktionäre Weltvorstellung bes Danziger Marxismus ihren ver- bienten Denkzettel Danzig ist einstmals, unb es ist gar nicht so lange her, bie Köngin ber Hansestäbte gewesen Es gab eine Zeit, ba war Danzig mächtiger als irgenb eine anbere beutsche Stabt. Heute ist Danzig verarmt, heute ist es in ber Wurzel getroffen. Dennoch wirb bie alte Ueberlieferung wieder lebendig. Hier hat wirklich ein Volkstum seine schlechter. Eigenschaften abgelegt. Hier findet sich ber 'Beginn einer neuen Zeit. Es ist kein Kunststürf. im Reiche sich zum nationalen Gebanken zu bekennen. Es ist aller eines, wenn es angesichts einer Gefahr Scschiehl. bie jeben einzelnen unmittelbar llebroht.
nd wenn jemals von der neuen Zett gesprochen
wird, die im deutschen Volke anllricht, bann wirb man bie Danziger alsfbie ersten nennen müssen, wenn sie am 28sten Mai ben Weg zu sich zurückge- funben hallen werben, womit sie gleichzeitig ben Grundstein zu einer größeren Zukunft bes Ostens legen.
Wie Der Zoppoter Hehfilm zustande kam.
Vier polnische Staatsbeamte als Lchau- fpicler bei oer (tzreuelaufnahme.
Danzig, 26. Mai. (SU.) Die von Polen am Samstag gestellte Greuelaufnahme in Z o p p o t, die dank der Umsicht der Danziger Polizeiorgane im letzten Augenblick noch unschädlich gemacht werden konnte, ist Gegenstand eingehender Untersuchungen gewesen. Marian F u k s, der Generaldirektor eines bekannten Warschauer Filmunternehmens, hatte in Danzig seit dem 23. Mai bereits eine große Anzahl Aufnahmen gemacht. Seine Bildreportage war so ziemlich beendet, als ihm im Gebäude des diplomatischen Vertreters der Republik Polen in Danzig am 24. Mai mitgeteilt wurde, daß Dr. Moszinski, der Führer der polnischen Wirtschaftsliste, ihn im Viktoriagarten in Zoppot zu sprechen wünsche. Er begab sich mit einer Kraftdroschke dorthin, wo inzwischen ein fingierter Ueber fall von Rational
sozialisten auf dort vor einem polnischen Wahl- Plakat stehende Juden vorbereitet wurde. Bei seinem Eintreffen in Zoppot wurde dann durch den ihn begleitenden Filmoperateur berileber- fall im Bilde festgehalten, der nach seiner Angabe einen komischen Abschluß finden sollte. Dem schnellen Zugreifen der Polizei gelang es, den Film zu beschlagnahmen, außerdem eine SA.- und eine SS.-Mühe und einen Gummiknüppel. Die Untersuchung hat ergeben, daß Dr. Moszinski der Urheber dieser infamen G r e u e l p r o p a g a n d a ist. Mitgewirkt haben an diesem fingierten Ueberfall vier polnische Staatsbeamte, die bis auf eine Ausnahme im Dienste der polnischen Staatsbahn stehen. Hauptbeteiligter ist der polnische Zollinspektor Peszkowski Weiterhin hat die Untersuchung ergeben, daß d i e SA. - und SS.-Uniformen von einem Schneidermeister in Danzig eigens zu dem Zwecke von Provokationen angefertigt wurden. Zweifellos sollte der Film als Beweismittel für zu erwartende Behauptungen benutzt werden, daß bei den Wahlen Zerr o r - akte vorgekommen seien, die die Ungültigkeitserklärung der Dolkstagswahl zur Folge haben muhten. Fuks ist in Schutzhaft genommen worden. Der Senat der Freien Stadt Danzig hat bei dem diplomattschen Vertreter der Republik Polen wegen des Vorfalles P r o t e st eingelegt-


