Ausgabe 
27.4.1933 Frühausgabe
 
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Nr.98 Kvüvausgabe

185. Jahrgang

Donnerstag, 27.April (935

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GietzeimAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Chefredakteur

Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Tcrantwonlid) für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unb^ürbcn9In» zeigentcil i.D.Th.Kümmel sämtlich tn (Liegen.

Deutschland als Hüter der abendländischen Kultur.

Ein ernster Appell des Vizekanzlers von Papen an das Ausland. Oer Vizekanzler wirbt um ein besseres Verständnis für die nationale Erhebung Deutschlands.

Berlin, 26. April. (WTB.) Der Dizekanz- ler empfing heute das in Deutschland wohlbe­kannte Mitglied des englischen Oberhauses, Lord Newton, mit dem er sich über alle aktuellen politischen Fragen unterhielt.

Wie wir hören, unterstrich der Vizekanzler hier­bei das wiederholte Bekenntnis des Reichskanzlers zum Frieden, das lei­der von einem Teil der englischen Presse der Oessentlichkeit vorenthalten worden sei. Deutschland brauche den Frieden mehr als jede andere Nation der Welt, denn ihm habe der Krieg und die unsinnigen Friedensverträge d i e härtesten Wunden geschlagen. Die Welt fei vermutlich heute zu der Einsicht gelangt, das; das wirtschaftliche Chaos, dem man in vie­len Ländern hilflos gegenüberstehe, nur eine Folge des politischen und wirtschaft- lichern Irrsinns der Nachkriegsrege­lungen sei. Wenn diese Erkenntnis leider auch sehr spät erst Platz gegrisken habe, so fei sie doch noch nicht zu spät gekommen, um die verant­wortlichen Staatsmänner endlich zu der Erkennt­nis auszureisten, das; es ihre P,licht sei, diesen Zusammenhängen Rechnung zu tragen.

Alle Schrille, die dazu dienen können, das zer­rüttete Vertrauen der Welt wieder hcrzustellen, feien zu begrüßen. Aus diesem Grunde habe Deutschland den Vorschlag eines Vier­mächtepaktes in der Fassung Mussolinis aufrichtig begrüßt, und es sei vollkom­men unverständlich, wenn ein europäischer Staatsmann sagen könne, ein solcher Pakt werde nur einen Rückschritt bedeuten. Ls sei im Gegen­teil höchste Zeit, dass die großen europäischen Nationen die Regelung ihrer Fragen initiativ in die Hände nähmen.

Deutschland habe in den kehlen Monaten der Gesamtheit der Welt einen historischen Dienst geleistet, dessen Gröhe erst später begriffen werde. Es habe als das von dem politischen und wirt­schaftlichen Verfall in seinem sozialen Fundament am meisten bedrohte Land seine letzten Energien zusam menge rissen, um dem drohenden Bolschewismus zu entgehen. Alle wirischafll:chen und geistigen Potenzen habe es aufgerufen zum Kamps gegen diese Pestseuche. Damit habe es einen An­steck u n g s h e r d beseitigt, der für alle Nachbarländer die größten Gefahren in sich barg.

Die zeitgeschichtliche Cäsur dieser Tage werde aber im Auslande anscheinend nicht nur nicht begriffen, sondern sie werde zum Anlaß ge­nommen, um eine unerhörte Hetze gegen Deutschland zu infaeniften. Man scheue sich nicht, sogar von der Möglichkeit eines Präventiv­krieges gegen Deutschland zu sprechen, weil man fürchte, daß die innere Wiedergeburt unserer Nation das mitteleuropäische Kraftfeld ver­ändern werde. Das Geraune von einem Präven­tivkrieg fei nicht nur ein verbrechen gegen Deutschland und gegen die europäische Mission, die Deutschland in diesem Augenblick erfülle es jei vielmehr ein unerhörtes verbrechen gegen den Bestand der gesamten abendländischen

Kultur.

Die deutsche Reichsregierung werde jede notwen­dige Maßregel ergreifen, um der Weltöffentlichkeit klar zu machen, woher und aus welchen Motiven solche finsteren Pläne gegen den Welt srieden kämen, und sie würde oon sich aus die rigorosesten Maßnahmen treffen, um jede Mög­lichkeit a u s z u s ch l i e ß c n , die fremden Mäch­ten A n l a ß zur Verwirklichung solcher finsteren Pläne bieten könnte. Die innerstaatliche Neuord­nung Deutschlands sei eine vollkommen interne Angelegenheit, die das durch Verträge und freund­schaftliche Abmachungen feftgelegte Verhältnis zu anderen Ländern nicht berühre. Der Reichs­kanzler habe bei mehreren Gelegenheiten betont, daß für ein großes und selbstbewußtes Volk die W i e - der Herstellung der vollen So^iverä- nität nach innen und außen eine Selbstver­ständlichkeit fei. Das Ziel der deutschen Politik fei die Verwirklichung der vollen Rechts­gleichheit auf friedlichem Wege. Wer der deutschen Reichsregierung andere Tendenzen un­terschiebe, handele also nicht nur gegen den guten Glauben, sondern untergrabe die Aertrauensbasis, auf der allein das neue Europa aufgebaut werden könne.

Ein Aufklärungsvorlrag in London.

London, 26. April. (WTB.) Der Londoner Vertreter desVölkischen Beobachters" Dr. T h o ft hielt im Unterhaus vor einer Anzahl von Parla­mentsmitgliedern aller Parteien sowie Pressever­tretern einen Vortrag überDie wahre Haltung Deutschlands gegenüber der jüdischen Rasse". Er befaßte sich eingangs mit dem großen Z u st r o m von Juden nach Deutschland während desKrieges und nachher und schilderte, wie die Männer, die nach der Auslösung der deutschen Armee nach Hause zurückkehrten, ihre Arbeitsplätze in Händen oon Juden gesunden hätten, die aus

Polen gekommen und nicht in das Heer ein- getreten seien. Nicht nur die Kontrolle der Banken und der Presse, sondern auch der Kinos, Theaters, Literatur und Justiz sei von den Juden ergriffen worden. Was immer man vorn Antisemitismus sagen möge, so könne man nicht die deutsche Re­gierung tadeln, wenn sie in diesen Zeiten der Ar­beitslosigkeit in er st er Linie für das deut­sche Volk und nicht für Fremde sorge. Dr. Thost betonte, daß 400 Nationalsozialisten von Kommu­nisten getötet worden seien und daß die KPD. in Deutschland mit den Verbrechern der Groß-Städte

im Bunde stehe. Sich den Greuelberichten zuwen­dend, bemerkte er, er bezweifele, ob es je in der ganzen Welt eine Revolution gegeben habe, die s o unblutig gewesen sei wie die deutsche. Er habe niemals, weder in Berlin, noch in Ham­burg Grausamkeiten gegen Juden gesehen. Dr. Thost drückte die Hoffnung aus, daß Deutschland bald die Periode der Revolution hin­ter sich haben werde und daß die in England durch die antideutsche Propaganda hervorgerusene Stimmung bald verschwinden werde.

Oie Vorbereitungen zur Maiseier auf Sern Tempeihoser Feld.

Berlin, 26.4 Für den Tag der nationalen Ar­beit hat Berlin auf dem Tempelhofer Feld große Vorbereitungen getroffen. Die 'Bauarbeiten auf dem Tempelhofer Feld sind inzwischen soweit gediehen, daß man bereits einen allgemeinen Ein­druck von dem gewaltigen Rahmen der Veranstal­tung gewinnt, vie rund 1000 Kubikmeter Bauholz für den Bau der Tribünenanlagen sind bereits zum größten Teil verbunden und aufgerich­tet. Täglich sind rund 2 4 0 Zimmerleute beschäftigt, außerdem arbeiten 270 Leute an dem Aufstellen der 200 Beleuchtungsmasten, am Verlegen der Kabel und Freileitungen und den son­stigen technischen Anlagen. Die 32 Meter hohen Gittermaste für die Riesenfahnen hin­ter der Regierungstribüne und dem Fahnenberg werden zur Zeit aufgerichtet. Ein starkes Polizeiauf­gebot bewacht in Zusammenarbeit mit der Hilfs­polizei und der SA. das Feld Tag und Nacht, damit eine vollkommene Betriebssicherheit gewährleistet wird.

Inzwischen ist bereits der größte Teil der oerfügbaren Tribünenkarten abge - setzt und der Aufmarsch der Formationen geregelt. Nur das umfangreiche, bis ins kleinste durchdachte Netz der elektrotechnischen Anlagen macht es möglich, die Millionen Massen der Besucher zu unmittel­baren Teilnehmern an der Feierlichkeit zu machen: Etwa 90 Lautsprecher sind aus dem Ge­lände verteilt. Für die Stromversorgung zur Be­leuchtung des Feldes und der Fahnengruppe er­richtet die Bewag zwei Hochspannungs­stationen oon zusammen 1 Million Watt. Von hier aus werden sowohl die 40 0 Beleuchtung s- scheinwerfer auf dem Aufmarschselde, wie auch die 150 Scheinwerfer auf den Tribünen und die Groß-Scheinwerser mit Strom versorgt.

Ein ausgedehnter Sicherheitsdienst wird am Abend des 1. Mai arbeiten. Die Polizei erhält einen besonderen Beobachtungsturm neben der Tri­büne.. Das Rote Kreuz in Zusammenarbeit mit dem Rettungsamt der Stadt Berlin richtet am 1. Mai vier Hauptrettungsstellen und sieben Rettungs- stützpunktc ein. Um auf schnellstem Wege überall Hilfe bringen zu können, unterhält die Rote Kreuz- Mannschaft einen ständigen Patrouillendienst auf dem gesamten Gelände.

Das Feuerwerk am Schluß des Festes wird mit seiner 400 Meter-Frontlänge den gewaltigen Abschluß für den nationalen Feiertag der deutschen Arbeit bilden. Etwa 50 Pyrotechniker, die durch eine eigene Telefonleitung miteinander und mit ihrer Befehlszentrale verbunden sind, bedienen die 20 Fronten. Ueber 600 Abschußmörser für Bomben bis zum Kaliber von 25 Zentimeter werden eingebaut.

Der Aufmarsch zur Kundgebung auf dem Tempelhofer Feld.

Rechtzeitige Anmeldung wichtig!

Berlin, 26. April. (WTB.) Zur Kundgebung auf dem Tcmpelhofer Feld am 1. Mai, dem Tag der nationalen Arbeit, marschieren die Angehö­rigen der NSLO. und Gewerkschaften, der politischen, Wehr- und Sportver­bände, der Innungen, vereine und der­gleichen aus den bereits veröffentlichten Anmarsch­strecken geschlossen ;um Tempelhoser Feld. Die Beteiligung eines jeden ist nationale Pflicht.

Um über den Umfang des Aufmarsches den er­forderlichen Ueberblick zu gewinnen und um die not­wendigen Maßnahmen treffen zu können, ist es er­forderlich, daß jeder Teilnehmer sich bei der untersten Einheit der Organisa­tion feines Wohnbezirks oder seiner Organi­sation überhaupt meldet. Diese Stellen geben die Beteiligungsstärke bis spätestens Freitag, 28. April, 12 Uhr, der nächsten übergeordneten Ein­heit weiter, die wiederum die Tcilnchmerzaht dem Bezirksleiter der NSBO. (Anschristen und Fernsprechanschlüst'e durch presse bereits bekannt- gemacht) bis Freitag, 28. April, 18 Uhr, ju melden haben, verbände, die nicht den Stadt­bezirken entsprechend organisiert sind, melden an den Bezirksleiter des NSBO.-Bezirkes, in dessen Bezirk sie mitantreten wollen.

Neuordnung in der SWHeim-Zundessührung.

Nach Ausscheiden OüsterbergS übernimmt Minister Seldte allein die Führung.

Berlin, 26. April. (TU.) Am Mittwoch gegen 16.30 Uhr erschien im Bundesamt des Stahlhelm der Landesführer Groß-Berlin des Stahlhelm, Major a. D. von Stephani, und übergab dem zweiten Bundessührer, Oberstleut­nant a. D. Düsterberg, im Auftrage des erste n B undesführers folgendes Schreiben:

An die Kameraden! Herrn Oberstleutnant a. D- Düsterberg! Herrn Major v-Stephani!

Ich entbinde den zweiten Bundesführer, Oberstleutnant Düsterberg, von seinen Amts­pflichten und ordne an, daß er sich jeder Tätigkeit im Stahlhelm zu enthalten hat.

Mit der Llebermittlung und Durchführung dieses Befehls beauftrage ich persönlich den Landessührer von Groß-Berlin, den Kameraden von Stevhani.

Front Heil! gez. Franz S e l d t c.

Der zw^le Bundesführer, Oberstleutnannt Dü­sterberg, nahm von dieser Mitteilung Kennt­nis und richtete an den Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, folgenden Abschiedsgruß:

Gezwungen, lege ich um der Zukunft des Stahl­helm, Bund der Frontsoldaten, Willen, dem ich seit November 1919 in Ehren angehört habe, meine sämtlichen Aemter nieder.

Ich ermahne alle Kameraden, die dem Stahlhelm in 14 ernsten Jahren bis zuletzt die Treue hielten, diese vorbildliche Treue auch ferner dem Vaterlande zu halten und sich, wie ich, ohne Vorbehalt der politischen Füh­rung des Reichskanzlers Hitler zu unterstellen.

Wie bisher, lehne ich auch in Zukunft jede Ver­sorgung im Staatsdienst ab.

Das letzte Front-Heil!

Berlin, 26. April 1933. gez. D ü st e r b e r g."

Eine bundesamttiche Erklärung des Stahlhelms. Berlin, 26. April. (WTB.) vom Bundesamt des Stahlhelms wird folgende bundesamtliche Er k l ä r u n g abgegeben:

Um die Einigkeit der Führung und die Geschlossen­heit des Einsatzes des Stahlhelms, Bund der Front- soldaten, für den großen Kampf um die Zukunft, die Freiheit und die Einigkeit des neuen Deutschlands zu sichern, hat sich der Erste Bundesführer des Stahlhelms, Kamerad Reichsminister Fran; S elöte, entschlossen, die Führung des Bundes allein in d i e Hand zu nehmen. Die not­wendigen Regelungen erfolgten durch Stahl- helm-Dien st befehle. Der bisherige zweite Bundesführer des Stahlhelms, Kamerad Oberstleut­nant a. O. D ü st e r b e r g, teilte der presse mit, daß er seine sämtlichen Aemter im Stahl­helm niedergelegt hat.

Oie Gründe für das Ausscheiden Oüsterbergs.

Magdeburg. 26. April. (Sil.) Das Mit­glied des Bundesvorstandes, Rechtsanwalt Dr. Schape - Magdeburg, teilte dem Vertreter der Telegraphen-ilnion auf Grund einer fernmünd­lichen ilnterhaltung mit Reichsminister Seldte auf Befragen mit, bereits seit mehreren Monaten hätten sowohl der Führer Seldte als auch die Landesführer des Stahlhelm die Ansicht ver­treten. daß die Führung des Bundes einheit­lich fern müsse. Düfterberg sollte seinen

Posten als zweiter Bundessührer ausgeben, um wieder Landessührer für Mittel­deutschland zu werden.

Die Gründe hierfür hätten in den Verhand­lungen über die Stellung des Stahlhelms in der nationalen Bewegung gelegen. Bei diesen Ver­handlungen habe die Person D ü fl e r <* bergs naturgemäß Schwierigkeiten ge­boten, auch mit Rücksicht auf den Ariergrundsatz im Gesetz zur Wiederb.r- stellung des Berufsbcamtcntums. Es sei selbst­verständlich. daß ein Bundessührer des Stahl­helm nicht eine Ausnahmestellung sür sich in Anspruch nehmen könne. Alle diele Ge­sichtspunkte habe der 1. Bundessührer seit meh­reren Wochen dem zweiten Bundessührer mehr­fach vorgestellt und Düsterberg sei wiederholt gebeten worden, sein Amt zur Verfügung zu stellen, was er jedoch stets ab gelehnt habe. Er habe auch weiterhin Reden gehalten, die mit der Stellung der Bundesführung des Stahlhelms nicht überein stimmten.

Am Dienstag habe Düsterberg nun an alle Landesführer im Stahlhelm ein Rundschrei­ben gerichtet, in dem er u. a. zum Ausdruck ge­bracht habe, daß der 1. Bundessührer ihn er­neut zur Amtsniederlegung aufgefordert habe und daß Seldte infeinem satzungswidrigen Ver­halten von einigen Landesführern und Bundes­vorstandsmitgliedern aus persönlichen Gründen hierin unterstützt worden" sei. Aus Grund dieses Rundschreibens habe dann der 1. Bundesführer am M.ttwcchnachm.ttag d.e Amtsenthebung vorgenommen.

Oer Beginn des kirchlichen Nesormwerkes

Ein Aufruf der Äirchenführcr.

Berlin, 26. April. (TU.) Der Präsident des deutschen evangelischen Kirchenausschusies, D. Stap­le r, der lutherische Landesbischof D. M ahra r c n s und der reformierte Studiendirektor Pastor Hesse, die auf Grund weitgehender Vollmachten mit der Durchführung des kirchlichen Reformwerks beauftragt worden find, wenden sich mit folgender Kundgebung an die Öffentlichkeit:

Am heutigen Tage haben wir auf Grund weitgehender Vollmachten des Deut­schen evangelischen Ä i r ch e n a u s s ch n s - ses als der gemeinsamen Vertretung sämtlicher evangelischen .Kirchen Deutschlands die Neugestal­tung des deutschen evangelischen Kirchentums i n Angriff genommen. Mit voller Freudigkeit gehen wir entschlossen ans Werk.

Eine mächtige nationale Bewegung hat unser deutsches Volk ergriffen und emporge­hoben. Eine umfassende Neugestaltung des Reiches in der erwachten deutschen Nation schasst sich Raum. Zu dieser Wende der Geschichte sprechen wir ein dankbares Ja. Gott hat sie uns geschenkt. Ihm sei die Ehre.

In Gottes Wort gebunden, erkennen wir in dem großen Geschehen unserer Tage einen neuen Auftrag unseres Herrn an seine Kirche. Es geht um die Verkündung von dem lebendigen Gott, der uns geschaffen hat und der uns noch erhält und regiert, von dem Herrn und Heiland, Jesus Christus, der für uns gestorben und auferstanden ist, von dem heiligen Geist, der allein wahren Glauben und rechte Erneuerung schafft. Es geht um eine gegenwärtig-leben­dige Bezeugung der reformatorischen Bekenntnisse, es geht um die Neuordnung der Kirche aus den unvergänglichen Kräften dieser auf Gottes Wort gegründeten Bekenntnisse.

Große und schwere Verantwortung liegt auf uns, verpflichtet unserer Kirche, verbun­den unserem Volk rufen wir alle auf, in fester Ge­schlossenheit zu uns zu stehen. Jeder trage unsere Last in Fürbitte und Gebet. Gott ist unsere Zu­versicht und Stärke."

Oie Erneuerung der Rechtsordnung.

Tr. Frank zum Rcichskommissar ernannt.

München, 26. April. (TU.) Wie dieNSK." erfährt, ist die Ernennung des bayerischen Justiz­ministers Dr. Frank zum Reichs komm is- sar für die Gleichschaltung der Justiz in den Ländern und für die Erneuerung der Rechtsordnung vom Neichspräsidenten voll­zogen worden. Minister Dr. Frank hat sich be­reits zur Besprechung nach Berlin begeben.

Damit sind nunmehr, so schreibt dieNSK." weiter, die wesentlichsten Aufgaben der Neugestal­tung des deutschen Rechtslebens einem Manne übergeben worden, der selbst in jahrelanger Arbeit für diesen Neubau sich eingesetzt hat. In diesem Sinne ist die vom Reichsjustizminister vorgeschla- gene Ernennung Dr. Franks auch als eine Aus­zeichnung dieses nationalsozialistischen Kämpfers und feines Wollens zu werten. Dr. Frank werde feine Aufgabe darin sehen, innerhalb der von Adolf Hitler durchgeführten grandiosen Umgestal­tung des gesamten deutschen Lebens auf dem Ge­biete des Rechtes den Willen des Führers und Kanzlers zu vollziehen. Reichskom­missar Dr. Frank wird für die absolute U e b e r - einftimmung der Rechtsentwicklung und der politischen Entwicklung in Deutschland der verantwortliche Mitarbeiter der Reichsregierung fein. Er wird im engsten Einver­nehmen mit den ßänberminlfterien die Gleichschal­tung der Länder auf dem Gebiete der Justiz regeln und dafür sorgen, daß die vom Reichsrecht aufge­worfenen Fragen in ganz Deutschland in einheit­licher Weife geregelt werden. Ein Verhandlungs-