Nr. 75 Erstes Blatt
Montag, 27.März 1955
185. Jahrgang
Eriche,nl täglich, außer Sonntags und feiertags
Beilagen: Die Illustrierte (Bienener Familienblätter Heimat mBild Die Scholle
Monat,'Bezugspreis: Mit 4 ‘Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. „ -25
Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, «iernsvrechanschliifle anterSammclnummer2251.
Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: granlfurt am Blain 11686.
GietzenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
vrvck vnd Verlag: vrühl'sche Universitötr-Vuch- und Zleindruckerei R. Lanze in Gießen. §chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnk^tra^e 7.
Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher.
Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 201 , mehr.
Chefredakteur.
Dr. Friedr. Wilh. Gange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein undlürdenAn« zeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in (Biegen.
Paul-Voncom über das Schicksal der Abrüstungskonferenz.
©er Revisionsgedanke immer energischer auf dem Marsche.
Paris, 26. März. (WTB.) Auf dem Bankett des Komitees der Friedensfreunde zu Ehren der internationalen Presse hielt Außenminister Paul-Boncour eine Rede. Er führte u. a. aus. daß die Stunde des Handelns goto m m c n sei. Die gegenwärtigen Schwierigkeiten seien ernst, aber nicht unlösbar.
Ls entscheide sich in diesen Monaten Frieden oder Krieg. Die Abrüstungskonferenz müsse zum Ziele kommen. Ihr Mißerfolg würde den Wiederbeginn des unheilvollen Wettrüsten» bedeuten.
Frankreich habe ein Programm vorgeschlagen, das einen einheitlichen Heerestypus und eine ständige gegenseitige Kontrolle vorsehe, die das einzige Mittel sei, um Geheimrüstungen zu verhindern und die Klarheit wiederherzustellen. die das Vertrauen wieder aufkommen lasse. Frankreich begrüße die englischen Vorschläge, die einen Teil der französischen Grundsätze bestätigen. Auch die Vorschläge anderer Länder seien beachtenswert und verhießen eine mögliche Einigung, wenn man sich klug in einem er st en Abkommen darauf beschränkte, diese Cinigungspunkte zur Kenntnis zu nehmen und es einem ständigen Äon- troll- und Verhandlungsorganismus zu überlassen, mit den Erfahrungen der ,Zw chenzeit eine zweite Etappe vorzubereiten. Schon die Schaffung eines solchen Organismus würde ein wichtiges Ergebnis sein. 3n dieser Hinsicht seien also alle Möglichkeiten weiter vorhanden und Pessimismus scheine verfrüht zu sein, unter der Bedingung, daß man, bevor dieses Problem nicht gelöst sei, kein anderes Problem aufrolle. Auch dürfe keine Aufrüstung die Grundlagen verfälschen, auf der man handele.
Zum Schluß betonte Paul-Voncour die Rot- wendigkeit, internationale Verhandlungen richtig vorzubereiten. Locarno sei ein Erfolg gewesen, well eS diplomatisch richtig vorbereitet worden sei. Ein großer Teil der Schwierigkeiten der Abrüstungskonferenz fei darauf zurückzuführen, daß man lange Monate die Oppositionsströmungen ermutigte.
(Eine engere und beständigere Zusammenarbeit zwischen den vier westlichen Großmächten, die ständige Völkerbundsratsmitglieder find, im Rahmen und im Geist des Völkerbundes in den sie betreffenden Fragen würde zur Regelung vor den regelrechten Völkerbundsorganen erheblich beitragen.
Eine solche Zusammenarbeit würde gegenwärtig auch an sich ein Element der Entspannung fein. Die Mächte würden in der Achtung der Gleichheit aller V ö l k e r b u n d s Mitglieder zusammenarbeiten. Das Völkerbundsstatut in feiner Gesamtheit bleibe die Leitlinie der französischen Politik.
©er Verlauf in Genf.
Genf, 25. März. (WTB.) Die allgemeine Aussprache über das britische Abrüstungspro- j e k t, die heute im Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz fortgesetzt wurde, wurde im wesenllichen von den Vertretern kleinerer Möchte geführt. Don den Großmächten äußerte sich heute nur der Vertreter Italiens, der sich vorbehaltlos für den Entwurf Macdonalds aussprach.
Der englische Plan stoße in entscheidender weise in der Richtung der allgemeinen Abrüstung vor. Die italienische Regierung fei mit dem englischen Premierminister der Aussas- sung, daß die Abrüstung nicht einem Selbstzweck diene, sondern zur Befriedung der wett führen solle.
Eine entscheidende These der italienischen Abrüstungspolitik werde in diesem Plan verfolgt, nämlich die Herbeiführung der Sicherheit zur Abrüstung. Ein Erfolg könne nur durch schnelle und positive Arbeit erreicht werden.
Die übrigen Redner erklärten sich im Prinzip mit dem englischen Plan einverstanden, kündigten aber fast alle an, daß sie Abänderungswünsche vorzubringen hätten. Als Vertreter der abgerüfteten Staaten sprachen die Delegierten Oesterreichs und Bulgariens den Wunsch aus, daß die Konferenz zu einer allgemeinen und wesentlichen Herabsetzung der Rüstungen und zur Verwirklichung der Gleichberechtigung führen möge. — Die Aussprache wird am Montag fortgesetzt.
Wie Frankreichs „moralische" Abrüstung aussieht.
Paris, 26.März. ($11.) 3n Gegenwart des Staatspräsidenten, des Ministerpräsidenten und Kriegsministers, zahlreicher bekannter Generale und Admirale fand die Generalversammlung des Rationalverbandes der französ- schen Reserveoffiziere statt. Kriegs- Minister und Ministerpräsident D a l a d i e r versicherte in einer Ansprache die Reserveoffiziere, daß nichts geschehen werde, was die französische Sicherheit in Frage stellen könnte. Frankreich sei friedlich und menschlich, aber entschlossen, sich nie vor gewaltsamen Forderungen zu beugen. Die Regierung sei gewillt, die materiellen und moralifchen Kräfte aufrechtzuerhal
ten, die die Sicherheit des Vaterlandes stets verbürgen würden.
Die Vereinigung der pazifistischen ehemaligen Frontkämpfer von Dijon hat heute eine Versammlung veranstaltet, in der der katholische Vorkämpfer für die deutsch-französische Annäherung Marc ©angnier das Wort ergreifen sollte. Roch Eröffnung der
London, 27. März. (WTB. Funkspruch.) „Times" erörtert in einem Leitartikel die Notwendigkeit einer friedlichen Revision der Frie- densoerträge, vor allem erscheint es dem Blatt ratsam, daß bald eine Erklärung erfolgen füllte des Inhalts, daß keine allgemeine und unterschiedslose Abänderung der Grenzlinien in Europa auch nur im entfernte ff en erwogen werde.
Rach Ansicht des Blattes sollte die genaue Methode der Behandlung des Reoifionsprobtems forg- fältig und in alter Ruhe zwischen den verschiedenen europäischen Kanzleien ausgearbeitet werden, „ver- tragsreoifion“, sagt das Blatt weiter, „ist bei der englisch-italienischen Zusammenkunft in Rom als das größte und dringendste politische Problem des Augenblicks feffgeflellt worden. Ls muß zumindesten zugegegeben werden, daß es nicht Deutschlands Schuld ist, wenn das Problem zu den Zeiten von Dr. 5 t r e f e - mann oder Dr. Brüning nicht freimütig in Angriff genommen worden ist. Die Tatsache, daß diese Staatsmänner für Deutschlands Forderung keine Genugtuung erlangen konnten, hat ihr Ansehen in ihrem eigenen Lande zerstört. Tatsächlich hat der deutsche Reichskanzler in feiner ersten offiziellen außenpolitischen Erklärung
Genf, 25.Mörz. (TU.) Der Ständige Rat der Kleinen Entente, der aus den drei Außenministern besteht, veröfsenllicht eine amtliche Verlautbarung, die sich in ungewöhnlich scharfem Tone gegen jede Revision der Friedensverträge und die Versuche der vier europäischen Großmächte richtet, unter sich eine Einigung über die Reoisionspolitik und die «Abrüstungsfrage zu erzielen.
In der phrasenreichen amllichen Verlautbarung heißt es u. a.: DaF man über das Eigentum eines anderen weder direkt, noch indirekt verfügen könne, melde die Kleine Entente jetzt bereits einen ausdrücklichen Vorbehalt gegen den Abschluß aller solcher Abkommen an, die ihre Politik oder Rechte berührten. Die Kleine Entente werde sich nicht an irgendwelche Abkommen für gebunden ballen, an denen sie nicht beteiligt fei. Die Kleine Entente bedauere insbesondere, daß in den Verhandlungen der letzten Tage der Gedanke einer Revis ivnspolitik als Grundlage des Erlebens angenommen worden fei. Die Kleine Entente sehe es als ihre unabweisbare Pflicht an, die Aufmerksamkeit auf die Tatsache zu lenken, daß eine Revisionspolitik eine sofortige energische Gegenaktion auslöse.
Kaller Wasserstrahl aus Berlin.
Berlin, 27. Marz. (ERD.-Funkspruch.) Der Ständige Rat der Kleinen Entente, das Organ des neuen südo st-europäischen Etaatenbundes, der gern die internationale Rolle einer Großmacht spielen möchte, hat es für notwendig gehalten, unaufgefordert zu den Verhandlungen über einen Vier- mächtepakt Stellung zu nehmen.
Ls wirkt wie eine Deltironie, wenn gerade die kleine Entente von diesem paktplan sagt, Abkommen dieser Art gehörten der Vergangenheit an und den Zeiten, da der Völkerbund noch nicht bestanden habe.
Das gilt tatsächlich von den Abkommen zur gegenseitigen Garantierung des Status quo, jenen Militärallianzen, die in bestimmten Ländern den gemeinsamen Feind voraussetzen und dementsprechend, ganz wie in der Vorkriegszeit, ihre Ergänzung in sehr konkreten Vereinbarungen der General ft äbe finden. Die italienische Presfe weist denn auch mit Recht darauf hin, daß gerade
dieser Geist der dauernden Feindschaft zwischen zwei Mächtegruppen dringend der Ablösung durch eine Zusammenarbeit, wie sie
der Mussoliniplan vorsieht, bedarf.
Auf der gleichen Linie bewegen sich die sehr sorgfältig abgewogenen, offenbar amtlich insperierten
Versammlung griffen Vertreter der rechts eingestellten Frontkämpferorganisationen die Leiter der Versammlung an. Es kam zu einer Prügelei, während der auch Stinkbomben geworfen wurden. Zwei Personen wurden verletzt. Polizei stellte die Ruhe wieder her.
eine sehr besonnene Sprache geführt. Das Argument, die erste amtliche Erklärung des nationalsozialistischen Führers mache eine freundschaftliche Erörterung zwecklos oder unangebracht, ist also unhaltbar. Uebrigens hat die Presse der Linken in Frankreich, d. h. die presse der jetzigen französischen Regierung, unverzüglich seinen maßvollen Ton anerkannt. Auch der Protest der kleinen Entente, die begreiflicherweise sehr beunruhigt ist, richtet sich nicht so sehr gegen den Revisionsvorfchlag selbst, als vielmehr gegen die A r t und weise, in der der Vorschlag gemacht worden ist und gegen die anscheinend geplante Prozedur. Das Argument der kleinen Entente, daß eine Revisionspolitik das vertrauen unter den Rationen nicht stärken würde, wird beträchtlich geschwächt durch die Tatsache, daß im heutigen Europa von einem Gefühl des vertrauens kaum noch etwas zu entdecken ist. Die Aufrollung der Revisionssrage muß zunächst Besorgnis erregen und Gährung verursachen; der weg zu dauernder Konsolidierung führt aber in der Regel über zeitweilige Unordnung. In Rom ist keine Art vier- mächtediktatur geplant worden. Eine ver- tragsreoision ist natürlich nur mit dem Einverständnis aller Beteiligten möglich.
Erörterungen der Londoner „Time s" über die Paktfrage. Interessant sind die Andeutungen, daß England den Revisionsgedanken trotz aller Eabotageversuche weiter verfolgt und möglichst bald auf den Weg der praktischen Verwirklichung bringen möchte. Deshalb befürwortet es auch eine
baldige Abgrenzung des Terrains durch Herausstellung der konkreten Revisionsziele, wobei offenbar an die in der ausländischen Presse genannten und überall als brennend empfundenen Probleme des polnischen Korridors und Ungarns gedacht ist.
Italien antwortet deutlich.
Rom, 26. März. (WTB.) Die Erklärung des Ständigen Rates der Kleinen Entente wird von der italienischen Presse mit Entrüstung zurückgewiesen. Die Genfer Korrespondenten verzeichnen den schlechten und kleinlichen Eindruck, den die Erklärung allgemein, besonders aber bei der englischen Delegation hervorgerufen habe, die darin eine beleidigende Antwort auf Macdonalds Rede im Unterhaus sehe. Selbst in den französischen Kreisen Genfs sei diese Erklärung als unglücklich und unangebracht empfunden worden.
Simon habe Benefch klar und deutlich auf die
Verantwortung hingewiesen. die nach den Worten Macdonalds auf jene falle, die die
Vierer-Verständigung unmöglich machen.
Der „(Sortiere della Sera“ nimmt sehr scharf gegen die Erklärungen des Ständigen Rates der Kleinen Entente zum Mussoliniplan Stellung. Diese Erklärungen atmen einen Geist der UnVersöhnlichkeit und der Vorurteile, der im offenen Widerspruch zum Geist des Mussoliniplanes stehe. Tatsache sei, daß die Staaten der Kleinen Entente, die bisher von der Uneinigkeit, die die vier großen Mächte getrennt habe, gezehrt hätten, jetzt fürchteten, ihr Privileg zu verlieren. Grotesk sei es, wenn von der Kleinen Entente der Mussoliniplan als im Widerspruch mit den Satzungen des Völkerbundes stehend bezeichnet würde.
Ob etwa die Militärbündnisse und die Blockpolitik im Einklang mit dem Geist des Völkerbundes stünden?
Mussolinis Plan stimme völlig überein mit den Richtlinien des Völkerbundes. Er wolle den Frieden aufbauen auf dem Grundsatz von Treu und Glauben, gegenseitigen Vertrauens und Ehrenhaftigkeit. Die Kleine Entente aber wolle Unordnung, Chaos und noch Schlimmeres und Katastrophaleres.
Alle warten auf die Zustimmung Frankreichs.
Rom, 27. März. (WTD.-Funkspruch.) Die große Bedeutung der Zustimmung Macdonalds und Hitlers zu dem Vorschlag Mussolinis wird in einem Leitartikel des Direktors der vielgelesenen Turiner „Stampa“ lebhaft unterstrichen.
Die warme Zustimmung des Reichskanzler» fei sehr zur rechten Zeit gekommen, da tendenziöse Gerüchte bereits die Rational- sozialisten als Kriegsanstifter brandmarken wollten, die jeden Augenblick die Grenzen überrennen und Zwischenfälle auf den Rheinbrücken, in Danzig oder in Oberschlesien Hervorrufen würden. „Hitler hat", so führt das Blatt aus, „mit seiner Programmrede einen neuen Beweis seine- klaren politifchen Blickes gegeben. Er ist sich in feinem Innern klar bewußt, daß, wenn die letzten Kennzeichen einer widersinnigen, rechtlichen und moralischen Degradierung
gefallen sind, die Hauptvoraussehung
einer gleichberechtigten Mitsprache Deutschlands bei der Regelung der großen Probleme der Zukunft erfüllt ist. Mit Hitlers Rede ist jede Unsicherheit und llnllarheit über die Haltung Deutschlands ausgeschaltet und ein Vertrauensfaktor gleich dem aus Macdonalds Rede gegeben.
Die Verantwortlichkeiten liegen ganz klar: Alle warten auf die Zustimmung Frankreich». Die Mitglieder der französischen Regierung müssen den Ernst und die Schwere ihrer Entscheidung spüren.
Richt eine Falle ist ihnen gestellt, denn es ist lächerlich, unter Großmächten von Mehrheit und Minderheit zu sprechen, sondern Hände sind ausge st reckt, die aufrichtig die Hand Frankreichs ergreifen wollen. Zu geschicktem Manöver, mit dem man sich in Genf immer noch amüsiert, ist keine Zeit- Vorbehalte, die ausgehandelt werden sollen, würden die psychologische Wirkung der Initiative Mussolinis zunichte machen- Das Dilemma ist unerbittlich: Entweder Anschluß an die großzügigen Gedanken Roms, oder Leidensweg einer ihrer Zukunft unsicheren Menschheit."
Oie Arbeitsbeschaffung durch den Fall
Gereke nicht beeinträchtigt.
Berlin, 25.März. (WTB.) Wie amtlich mitgeteilt wird, erleidet durch die Verhaftung Dr. Gerekes die Fortführung der Geschäfte des Reichskommissariats für Arbeitsbeschaffung keine Beeinträchtigung. Die Reichsregierung hat beschlossen, mit der vorläufigen Wahrnehmung der Geschäfte des Reichskommissars für Arbeitsbeschaffung den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung, Herrn Geheimen Regierungsrat Dr. Shrup, zu betrauen. Dr. Syrup hat die Geschäfte bereits übernommen. Wie jetzt fchon feststeht, ist eine vorschriftswidrige Verwendung irgendwelcher Mittel, die dem Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung zur Verfügung stehen, nicht erfolgt.
Förderung der Forstkultur und Forflwegebauarbeiten.
Berlin, 25. Mär,. (WTB.) Zum Zweck der Förderung der Forstkultur- und Forstwegebauarbeiten hat der Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung ausreichende Kreditmittel zur Verfügung gestellt. Träger der Arbeit können nur sein: Reich, Lä'nder, Gemeinden, Gemeindeverbände, sonstige Körperschaften des öffentlichen Rechts so- to;e gemischtwirtschaftliche Unternehmungen. Kultur- und Wegebauarbeiten in Privatwaldungen können daher nur durch einen der genannten Träger der Arbeit gefördert werden. Sowohl im Interesse der Erhaltung des deutschen Waldes wie im Hinblick auf die Beschäftigung der Waldarbeiter wäre es sehr erwünfcht, wenn der deutsche Waldbesih von der im gebotenen Möglichkeit noch in diesem Frühjahr ausgiebigen Gebrauch machen würde.
Ein bayrischer Erlaß gegen Beschäftigung jüdischer dichter und Staatsanwälte in der Strafrechtspflege.
München, 25. März. (TU. Amtlich.) Der kommissarische Iustizminister Dr. Frank II hat an die Präsidenten der Oberlandesgerichte und an die General st aats- anwälte bei den Oberlandesgerichten folgende Entschließung ergehen lassen: „Die in der politischen Reuordnung zum Ausdruck kommende Dolks- meinung macht es erforderlich, daß Richterjü - discher Abstammung nicht mehr mit der Handhabung der Strafrechtspflege und derDisziplinargerichts- barkeit befaßt werden, und daß Staatsanwälte und Amtsanwälte jüdischer Abstammung nicht mehr als Vertreter der Anklage in Gerichtssitzungen tätig werden. Eine Ausnahme kann für schwebende Verfahren nur mit vorher erteilter Einwilligung des Staatsministeriums der Justiz Platz greifen, wenn ein Wechsel in der Person des bisherigen Bearbeiters eine Beeinträchtigung wichtigster Interessen be; Rechtspflege zur Folge haben müßte.
Verlragörevision das dringendste Gebot.
Ein bedeutsamer Kommentar der „Times".
Oie Kleine Entente als Gturmbock
Oer Ständige CRof widersetzt sich der Vertragsrevision.


