Ausgabe 
27.2.1933 Frühausgabe
 
Einzelbild herunterladen

Aus der Provinzialhauptstadt.

Das Notwert der Jugend im Bezirk Hessen.

Don den über 18 000 Jugendlichen, die im Bereich des Lanbesarbeitsamtsbezirks Helsen an den beruf­lichen Hortbildungsmaßnahmen teilnehmen, find bis zum 24. Februar über 17 000 dem Notwerk der Deut- ichen Jugend eingegliedert, durch das sie über die berufliche Fortbildung hinaus zur geistigen und kör­perlichen Ertüchtigung angehallen uno gespeist wer­den. Der Zustrom zum Nolwerk war namentlich in der letzten Zeit sehr stark: Mitte des Monats war der Stand noch 12 80u. Man erkennt daran den un, oändiyen Drang der jugendlichen Erwerbslosen zur beruflichen Fortbildung.

Die Reichsanstalt hat bei der Reichsregieruna be­antragt, die Dauer des Notwerks aus diesem Drin- genden Bedürfnis heraus bis Ende April zu ver­längern. Man rechnet damit, daß bei einer 93er- langerung des Notwerks bis Ende April die Zahl 20 000 erreicht werden dürfte.

Der Bezirk Hessen, obwohl im Reich einer der kleinsten, steht mit dem Erfolg des Notwerks mit in erster Reihe im Reich. Zu danken ist dieser Erfolg mit den Gemeinden, den Derufsverbänden, Arbeit­geberverbänden und Innungen, den konfessionalen Verbänden, den Jugendämtern, Sport- und Frauen­vereinen sowie Berufs- und Handelsschulen.

Wahlversammlung der OVP.

Die Frauengruppe der Deutschen Dolkspartei hielt am Freitagnachmittag im Hotel Hinden­burg eine Wahlversammlung ab. Die Reichs­tagsabgeordnete Frau Oberstudiendirektor Dr. Matz, sprach über daS Thema:Sie Frau und der Staat". Die Frau habe, so führte sie u. a. auS, für die bevorstehende Wahl und die Wochen der kommenden Entscheidungen große Aufgaben vor sich. Die DDP. begrüße das Zustandelommen der derzeitigen nationalen Rcichsregierung. Mit vielen Absichten der neuen Reichsregierung könne man sich identisch erklären. Daß in die Reuord­nung nicht die DDP. einbezogen worden sei, be­deute keinen Grund, beleidigt zu sein. Die DDP. siche unverändert treu zu den Farben Schwarz- Weih-Rot und fühle sich als vol'gültigrs Mitglied der nationalen Konzentration. Die Regierung sehe sich vor großen nationalen Aufgaben. Die 4DDP. werde sie im Dingen der Erfüllung natio­naler Aufgaben stets unterstützen. Die Frage des deutschen Ostens voranzutreiben, die Fesseln von Versailles zu lockern, die Frage der Kolonien zu bereinigen, das seien Aufgaben, für welche die Regierung der Gefolgschaft der DDP. sicher sei. Die Frcmen der DDP. stünden in unverbrüchlicher Treue zv Hindenburg. Die Reichsreg'erung sehe Ziele, aber die Wege zu diesin Zielen sehe man noch nicht klar. Cs werde z. D. schwierig sein, zwischen der Hugenberg-Gruppe und dem natio­nalen Sozialismus eine Lösung zu finden, es könne bestenfalls ein Ausgleich zustande kommen. Die .Autarkie" sei ein ebenso schwieriges Pro­blem. Die DDP. habe von der Kontingentie­rungspolitik bisher immer energisch ab^eraten. Die Hausfrau millse besonders vor Expcr menten war­nen. Protektionismus könne der Landwirtschaft nicht helfen, die Kaufkraft bes ganzen Dolkes I müsse gehoben werden. Reben dem Landwirt und |

dem Arbeiter müsse aber auch der Dürger ge­rechte Wertung erfahren.

Die DDP. fei einig mit dem kulturellen Auf­bauprogramm für eine rein deutsche Kultur. Dei alledem wolle man aber keine kulturelle Reaktion. Rach wie vor müsse die Persönlichkeit als solche Anerkennung finden. Das entspreche elemen­tarsten liberalen Grundsätzen, zu denen sich die Partei immer bekenne. Gegen die Frau in den Berufen und im politischen Leben seien in jüng­ster Zeit lebhafte Strömungen wachgeworden, selbst aus Kreisen der jungen Generation. Die 3ugenb sehe die Türen zu den Derufen ver­schlossen und sehne sich in den Frieden der häus­lichen Tätigkeit als Gattin und Mutter. Man dürfe aber die Errungenschaften der Frauenbewe­gung nicht auf geben, da viele Frauen heute Er­nährerinnen von Familien seien. Die Frau müsse teilnehmcn an staatsbürgerlichen Pflichten. Mann und Frau müßten in gegenseitiger Ergänzung arbeiten. Die Frau müsse nicht nur auf kul- turelle und soziale Delange unseres Dolles ach- ten, sondern überhaupt darauf, daß reines Men­schentum nicht unterdrückt werde. Wirtschafts­fragen müßten die Frau ebenfalls interessieren, denn eS bestünden enge Zusammenhänge zwischen Hauswirtschaft und Dosiswirtschaft. Schematisch dürfe man allerdings die Frau nicht in das öffentliche Leben einordnen wollen. Der deutschen Frau fei entgegen der Haltung in anderen Parteien die Möglichkeit gegeben, Im Rah­men der DDP. auf nationaler Grundlage im öffentlichen Leben zu wirken. Die Frau in der DDP. fei getragen von der unerschütterlichen Treue zur Partei und zu Hindenburg, unerschüt­terlich auch im Glauben an das deutsche Dolk, an Deutschlands Wiederaufstieg. (Lebhafter Dei- falll)

Der Dortrag lüste eine Aussprache aus, an der sich neben dem Vorsitzenden der Gießener Ortsgruppe der DDP. Oberreal.ehrer Appel, auch Fräulein Maria D i r n b a u m , Fräulein Kalbfleisch und Landgerichtsdirektor L R. Schudt beteiligten.

Daten für Montag, 27. Februar.

1807: der Dichter Henry Wadsworth Longsellow in Porlland geboren; 1823: der preußische Ge­neral Graf Kleist von Nollendorf in Berlin gestor­ben; 1869: der Kunstschriftsteller Karl Schcsf.er in Hamburg geboren.

Bornotizen.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 20.15 Uhr, außer Abonnement einmalige Wiederholung desGroßen Zirkus-Kaba- retts" mit gleichem Programm wie am Samstag. Kleine Preise; Ende 22.30 Uhr. Morgen zum Faschings-Dienstag zum erstenmal der tolle Schwank Da stimmt was nicht" von Franz Arnold. Spiel­leitung Heinrich Hub. Diese 21. Vorstellung im Dienstag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen. Spieldauer von 20 bis 22.30 Uhr. Mittwoch bleibt das Theater geschlossen.

** Sonntags-Rückfahrkarten. Reu ein- geführt wurden Sonntags-Rückfahrkarten von Grünberg nach Homberg. Fahrpreis 1,20RM.

Das Wersimilichc - hier wirds Ereignis...

Tatsachenberichte aus dem Reich des Okkulten.

Gesammelt und nacherzählt von F X Schlichters.

Das Aebersinnliche: man darf Wohl mit De- stimmthert behaupten, daß jene Zeiten eines kras­sen Materialismus hinter uns liegen, in denen jedwedes .Unbegriffene, mit unserennormalen" binnen nicht sofort Faßbare und Einzuordnende, nicht nur auf achselzuckende Ablehnung, sondern sogar auf höhnisches Gelächter stieß. Die Kriegs- ?eit mit ihrem unsagbaren Leid und die Rach- riegSzeit mit ihren Katastrophen, Abstürzen, Amschichtungen und ihrer brutalen Aufhebung überlieferter Gebundenheiten, Gewohnheiten, Grundsätze und Lebenswerte hat für zahllose er­schütterte Menschen und Gruppen geradezu ein Muß erzeugt, das bewegt, sich bohrend, forschend, süchtig und gläubig zu jener Seite des Seins hinzuwenden, auf der nicht der nackte Alltag, sondern das Erlösende: das Wunder in seinen tausend Formen wirksam ist. Was also liegt heute näher, als diesen Wundern einmal durch den ganzen Ablauf der Menschheitsgeschichte nachzu- gepen? Dei diesem Beginnen stoßen wir auf eine oüUe von prägnanten Fällen aus dem weiten Gebiet des Uebersinnlichen, die in bestem Glauben an ihre Wirklichkeit der Rachwelt überliefert wurden. Eine Stellungsnahme zu die­senWundern" gibt es für uns nicht sondern gab und gibt es nur für denjenigen, dem das jeweiligeokkulte Phänomen" geschah oder ge­schieht. Wir alle stehen, ob gläubig oder un­gläubig diesem Gebiet gegenüber, lediglich vor der Tatsache, daß der Zwang und der Wille zum Wunder durch die Jahrhunderte hindurch nie abriß. Lassen wir uns tragen von diesem Strom und uns von vielen Einzelnen erzählen, wie sieihr" Wunder sahen und glaubten und einigen wir uns auf den Kant schen Lehrsatz: Man muh nicht alles glauben, was die Leute sagen; man muh aber auch nicht glauben, daß sie es ohne Grund sagen!" und auf ein de­mütiges Besinnen unserer eigenen Unwissenheit: 0. -. vielleicht... vielleicht auch nicht..."

I.

Weissagungen.

Lassen wir, in das Altertum zurückschauenü. die bekanntesten Fälle beiseite: die sich er­füllenden Prophezeiungen beispielsweise, die dem Lyderkönig Krösus und die dem Cäsar vor seiner Ermordung geschahen, und halten wir uns an Berichte, die weniger landläufig, aber in gleichem Matze verblüffend sind. Dergestalt wol­len wir eine Anzahl Weissagungen, im Altertum »eginnenb und in unserer Zeit endend, betrachten.

Cicero war ein höchst nüchterner Herr. Den- lwch vermag auch er verblüfsenderweise einige Beiträge zu dem KapitelWunder" zu liefern.

erzählt er einmal von dem Inder C a l a n u s, ^lnem sogen. Gymnosophisten heut würden >,t. ihn Fakir nennen der im vierten Iahr- yunbed vor Christus lebte und ein Freund ^lefanders des Großen war. Dieser *'Qlanu8 fühlte sich bewogen, einen freiwilligen vpfertod auf dem Scheiterhaufen zu sterben.

Alexander der Große war anwesend, als dies Opfer vollbracht wurde. Calanus stand schon auf dem Scheiterhaufen, da rief ihm Alexander zu: Sag es mir, wenn ich dir noch einen Wunsch erfüllen kann!" Die Flammen loderten schon, und aus den Flammen tönte des Calanus Stimme: Annötig; später; denn in den nächsten Tagen werde ich dich schon Wiedersehen..." Die Flam­men vollendeten ihr Werk. Alexander aber starb wenige Tage darauf zu Babylon...

Eine verblüffend erfüllte Prophezeiung soll einem anderen gekrönten Haupt des Altertums geschehen fein. Der römische Kaiser Diokle­tian wurde in Dalmatien als der Sohn eines Freigelassenen im Jahre 245 v. Ehr. geboren. Er diente sich im Heer hinaus und war noch Offizier niederen Grades, als er einmal mit seiner Hauswirtin in Streit geriet über feine Lebensführung. Die Wirtin schimpfte über feinen Geiz, uno Diokletian antwortete spöttisch:Tja, wenn ich Kaiser wäre, dann könnte ich es mir leisten, freigebig zu fein, aber so ..." Die Wirtin schrie:Spotte nicht, du Anwissender! Du wirst einmal Kaiser fein wenn du nämlich einen Eber erlegt hast!" Diokletian erschauerte, denn er wußte, daß die Frau hellseherische Fähigkeiten hatte. Seit dieser Zeit ging er eifrig auf die Jagd, erlegte manchen Eber. Aber Kaiser wurde er nicht, und Diokletian ließ alle Hoffnung fahren. Da wurde im Jahre 234 der Kaiser Rumerian in seiner Sänfte von dem Arrius Aper erdolcht. Das Dolk schrie Rache, Diokletian stürzte herzu, und es gelang ihm, den Mörder mit einem Dolch­stoß zu töten. Aper hieß der Mörderaper heißt zu deutsch Eber. Jetzt wurde Diokletian vom Heer zum römischen Kaiser ausgerusen er hatte endlich den richtigen Eber gefällt ...

Man mag über diese Beispiele vielleicht skep­tisch denken, weil sie immerhin nicht genugsam belegt scheinen. Verblüffend ist aber eine Prophe­zeiung des französischen Theologen d ' A i l l h, der in einer 1420 (!) erschienenen SchriftHeber die Hebereinftimmung der Cternentu.iue mit der Theologie" die große französische Revolution des Jahres 1789 voraussagte! Er beschäftigt sich in feiner Schrift u. a. mit der im Jahre 1789 auftretenden Konjunktur des Saturns und schließt daraus:Wenn die Welt dann noch besteht, und das weiß Gott allein, so wird es in diesem Jahre mancherlei schreckliche Derän- berungen und Amwälzungen geben, vor allem bezüglich der Gesetze." Riemand wird leugnen, daß diese Weissagung sich restlos erfüllte worauf seinerzeit vor allem Alexander v. Hum­boldt nachdrücklich hinwies.

Das 16. Jahrhundert ist, von unserem Thema auS betrachtet, das Jahrhundert des großen Magiers und Propheten' Rostradamus. Seine prophetischen Dierzeiler, die auf Jahr­hunderte vorausschauend die Weltgeschichte be­gleiten. sind berühmt. Als Beispiel hier einer dieserQuatrainS" in der Aebersetzung.Man sieht goldfarbene- Feuer vom Himmel bis zur

Erde. Geschlagen vom Hochgeborenen. Wunder­bare- Geschehen. Große- Menschenmorden. Ge­fangen des Großen Reffe. Der Hochmütige ent­geht einem effekthascherischen Tod". Dunkel, wie alle Weissagungen des RostradamuS. Aber men erinnere sich: Am 2. September 1870 geht Sedan in wilden Flammen auf. Rapoleon III., der Resse des großen Korsen, wird geschlagen und gefan­gen genommen von Wilhelm !., dem Ahnenreichen, Hochgeborenen. Eine Riesenarmee gefangen getoib ein wunderbares Geschehen. Die Kämpfe waren außerordentlich blutig großes Men­schenmorden. And Rapoleon hat vergeblich auf bem Schlachtfeld den Tod gesucht, um wenigstens mit einem heldischen Effekt das verfehlte Leben und den verlorenen Krieg zu enden ...

Eine seltsame Prophezeiung beschäftigt sich mit ben beutschen revolutionären Ereignissen der Zähre 1848 49 seltsam vor allem insofern, ols derProphet" feine Weissagung ableugnet und sie gerade dadurch für die Rachwelt ver­blüffend bestätigt 3mIserlohner Öffentlichen Anzeiger" vom 7.3uni 1848 las und lieft man folgenbe Ausforderung:Wie ich vielseitig hörte, berechnet man mich für den Mann, der in jüng- fter Zeit zuerst das Gerücht verbreitet hat, als sollte am Himmelfahrtstage ein gräßliches Blut­vergießen und Morden zu Iserlohn ftattfinöcn. 3ch erkläre hiermit, daß ich solches nie gedacht noch ausgesprochen habe, und verspreche dem­jenigen eine gut? Belohnung, der mir den, welcher dies Gerücht als von mir ausgehend verbreitet hat, so anzeigt, daß ich ihn gerichtlich belangen kann. Llps, Hauderer" And was geschah? 3m 3ahr darauf richteten am Himmelfahrtstag in den Häusern der aufständischen Stadt 3serlohn die e ncücken^e.i Truppen ein furchtbares Blut­bad an; allein am glichen Tage fielen bereits ung?'ä)r fünfjg Menschenleben diesem Blutbad zum Opfer. . .

Auf den Weltkrieg bezieht sich eine Weis­sagung deS Hauptmanns v. G i l l h a u f e n. der im 3ahre 1918 als Major den Heldentod starb. 3n seinem Rach fand sich nachfolgende Pro­phezeiung, die, nach einer Randbemerkung, im |

Herbst 1915 vom deutschen Kronprinzen geöffnet, gelesen und dann Dillhaufen wieder zugestellt wurde. Sie lautet im Auszug:

Berlin SO 23. Mariannenplah 20. den 3. Aug 1914. WaS ich am 3. August 1914 gegen 2 Ahr sah: Wie wird der Krieg verlaufen? Richt in kurzer Spanne Zeit. Richt nur gegen einen starken Gegner. 3m Westen taucht neben Belgien und Frankreich England auf ckls unser bedeutend­ster Gegner. 3n Afrika haben wir auch schwer zu kämpfen, doch scheinen es auch Weiße zu sein, die uns dort zu vernichten streben Italien eilt, mit England, Rußland, Frankreich gemeinsame Sache zu machen, wider uns. Auf dem Ballan Serbien und Rumänien. Ich sträube mich gegen Rumänien, aber eS bleibt. Rußland macht unö große Mühe, aber es wird gelingen, trotzdem 3apan ihm hilft, tote Amerika England hilft! Der Krieg ist schauerlich und wird viele Jahre dauern. Immer neue Feinde kommen, ich sehe sie aus allen Ländern der Erde zu England eilen und mit ihm gehen. Gewaltige Entfernungen wird eS geben, auf denen wir kämpfen müssen; und fast alle Dölker der Erde werden hinein­gezogen. Ich sehe den Krieg in Ausführung von Rordamerika bis Australien, von Serbien und Japan bis zum Kap Horn. And überall taucht England auf. Auch in allen Ministerien unserer Feinde sitzt es fest und regiert brutal unb egoistisch, und alle beugen sich. Deutschland kommt in furchtbare Lage, und 1918 wlrd's am schlimmsten. Ich sah den Kaiser, angetan mit Hermelinmantel und die Krone auf dem Haupt, öle Beine feines eigenen umgestürzten Thron- fessels absägen; während dieser Arbeit wurde der Hermelinmantel immer grauer und pulvriger, allmähl ch abfallend, während die Krone immer mehr zusammenschrumpfte und der Kaiser selbst in Richts zerrann. Deutschland geht furchtbar aus dem Krieg hervor, und an die dreißig Jahre braucht's zur Erholung ..."

Man vergiss nicht: diese Weissagung geschah am 3. August 19141 Sie geht allerdings schon über auf das Gebiet des H-llsehenS und Fern- sehens. (Fortsetzung folgt.)

Ergebnisse

Gießener Zußballmannschasten.

Gestern wurden zwei Derbandsspiele der 1. Be- zirksllasse ausgetragen. Die 1. Mannschaft des D f B. siegte im Kampf gegen Wallau in letzten entscheidenden Minuten mit 4:2 (22) Toren. Das Ergebnis entspricht dem Spielverlauf. Haupt lieferte diesmal ein ausgezeichnetes Spiel und brachte allein drei Tore auf fein Konto. Die 1. Jugend des Derelns spielte vorher gegen Wetz­lar 1. Jugend. Der harte Kamps endete mit 4:4 Toren.

Die 1. Elf der Spielvereinigung 19 0 0 trat mit viel Ersatz in Wetzlar an und verlor dort Überraschend hoch mit 5:0 Toren, nachdem die Gastgeber zur Halbzeit nur mit 1:0 führten. Ockershaufen liegt nach dem Ausgang der beiden Spiele der Gießener Mannschaften mit knappem Dorsprung als lachender Dritter an der Spitze der Tabelle der 1. Bezirksklasse. Die 2. Elf ver­lor gegen Watzenborn-Steinberg auf eigenem Platz mit 9:0 Toren. Die 1. Jugend kam kämpf, los zu Punkten. Die 2. Jugend gewann in Lich mit 5:0 und die Schüler gegen Wieseck Schüler mit 4:1.

Fußball in Heffen'Hannover.

Borussia Fulda Meister?

Borussia Fulda legte auf dem Wege zur Bezirks- Meisterschaft von Hessen-Hannover am Sonntag eine wichtige Etappe zurück. In einem fesselnden Kampfe schlug sie in Kassel den SC. 03 mit 6:2, nachdem die Kasseler bei der Pause noch mit 2:1 in Führung gelegen batten. Damit dürfte den Fuldaern der Titel wohl endgültig sicher sein, denn in den noch aus» stehenden beiden Spielen gegen die Marburger Mannschaften werden die Fuldaer ihren Vorsprung von drei Punkten kaum einbüßen. Möglich ist sogar, daß man die Borussen schon nach dem ersten Spiel zum Meister erklären wird, da am 12. März bereits die Bezirksrneister fcststehen sollen. In Mar» bürg büßte Hessen Hersfeld gegen die dortige Ger­mania einen Punkt nach einem 4:4 ein. Borussia Fulda liegt nunmehr mit 28:4 Punkten an der Ta­bellenspitze, gefolgt von den Kurhessen Kassel mit 23:7 Punkten. Mit weitem Abstand nimmt ST. 03 Kassel mit 16:14 Punkten den dritten Platz ein.

Oer Wessen

schlägt dieHofen Teufel^ 7:0.

»Les Diables Rouges", eine Vereinigung belgi­scher Internationaler, die als Mannschaft fast der Nationalmannschaft Belgiens gleichzustellen ist, mür­ben am Sonntag im Köln-Müngersdorfer Stadion von der westdeutschen Repräsentatio-Eif ganz über­legen mit 7:0 (1:0) abgefertigt. Vor der Pause konn­ten die 15 000 Zuschauer allerdings noch nicht er­warten, daß der Sieg dermaßen hoch aüsfallen würde. DieRoten Teufel" spielten in dieser Zeit noch sehr aweckmäßia und wenn auch die West­deutschen schon jetzt etwas mehr im Anariff waren, so formte doch die belgische Hintermannschaft dafür, daß die Rheinländer nur zu einem Treffer kommen konnten. Diesen Treffer schoß der Halbrechte Wiegold (Fortuna Düsseldorf) in der 25. Minute. Der west- deutsche Sturm hatte sich noch nicht zurechtgesunden und auch die Läuferreihe lieh sehr zu wünschen Übrig. Der Angriff lief zahllosemale in die geschickt ausgemachte Abseitsfalle der Belgier.

Nach der Pause änderte sich bas Bild gründlich. Die Westdeutschen liefen nun zu ihrer besten Form auf, sie spielten wie aus einem Guß. Nachdem in ber 7. Minute Wiegold auf 2:0 erhöht hatte, war nur noch eine Mannschaft auf bem Felb. Die Bel- gier hatten jetzt nur noch Abwehrarbeit zu leisten, einen Flankenball von Claus lenkte Braet, der Tor- .ter berRoten Teufel" ins eigene Mall Eine Minute später erhöhte Hoffmann auf 4:0 und wiederum später brachte ein Selbsttor des linken belgischen Verteidigers den fünften Treffer ein. Bold darauf sorgte Wiepold für einen sechsten Tref° fer und schließlich fabrizierte der arg in Bedrängnis geratene Torhüter Braet noch ein weiteres Selbst­tor.

Der Sieg der westdeutschen Els, die ein vorzüg­liches Kombinationsspiel zeigte, war in jeder Hin­sicht verdient. Die ganze Mannschaft war nach bem Wechsel sehr ausgeglichen. Dagegen konnte bei ben Belgiern nach gutem Beginn später nur bie Hinter­mannschaft gefallen. Aber sie war bermahen unter Druck gesetzt, bah auch ihr Schnitzer unterliefen. In

Morsels-Holland hatte das Spiel einen korrekten Leiter.

Eintracht führt...

Die süddeutschen Endspiele.

Cs ging zwar diesmal bei den süddeutschen Endspielen in beiden Abteilungen ohne größere Acberraschungen ab, aber die Ergebnisse wirkten sich doch auf die Gestaltung der Tabellen nach­drücklich aus.

In der Abteilung I war das Treffen zwi­schen München 1860 und Sp.-Bg. Fürth die be­deutendste Partie. Die 63er konnten die Fürther vor 10 000 Zuschauern nach Kampf mit 3:1 (1:1) schlagen und damit ihre führende Position be- hcrupten. Sehr leichtes Spiel hatte der 1. FC. Rürnbrrg. der zu Hause vor 6300 Zuschauern den FK. Pirmasens glatt mit 5:0 (4:0) Treffern schlug. Auch in Kaiserslautern gab es einen Fa- voritensieg. Die Münchener Bayern führten den 8000 Zuschauern ein gutes Spiel vor, da- sie auch mit 4:1 (2:0) sicher gewinnen konnten. In Mannheim endete das Derby der Rhein-Tertreter mit einem nach hartem Kampf errungenen 4:2- (1:0*)®leg von Waldhof über Phönix Ludwigs* Hafen.

In der Tabelle führt München 1860 sicher mit 12:2 Punkten vor 1. FC. Rürnberg mit 11:5 und ED. Waldhof mit 10:8 Punkten.

3n der Abteilung II hat sich ein Füh­rungswechsel vollzogen. Der vorjährige süddeut­sche Meister Eintracht Frankfurt, der jetzt all­mählich wieder in Schwung kommt, hat sich nach seinem 6:0 (4:0) Cieg über Bückingen wieder an die Spitze gesehll Die Eintracht war in guter Form, besonders bewährte sich die Wiederein' stellung von Ehmcr als Torschütze. Der FSD. Frankfurt fiel durch die 1:3 (1:1) -Riederlage, die er sich vor 8000 Zuschauern in Stuttgart bei den Kickers holte, auf den zweiten Platz zurück, den er nun gemeinsam mit den Kickers hält. Wor- matia Worms blieb zuhause auch im Rückspiel gegen den Karlsruher FD. mit 2:0 (0:0) erfolg- reich. Der vor 3500 Zuschauern erzielte Erfolg der Wormser wurde in erster Linie durch die größere Härte erreicht. Phönix Karlsruhe endlich schlug zuhause vor 3000 Personen Mainz 05 knapp aber verdient mit 4:3 (32).

3n der Tabelle der Abteilung II führt nun die Eintracht mit 11:5 Punkten vor FSD. Frankfurt und Stuttgarter Kickers mit je 10:6. Es folgen Wormatia Worms 8:6, Karlsruher FD. 7:7, Phönix Karlsruhe 6:10, Anion Böckingen und Mainz 05 mit je 4:10 Punkten.

Kurze Sportnotizen.

Der Deutsche Tennismeister Gott­fried von Gramm qualifizierte sich beim len- nis-Turnier in Beaulieu durch einen 6:4-, 6:3-Sieg über DHff für das Endspiel, bei bem er auf ben Austen-Bezwinger Bela von Kehrling trifft.

Deutscher M e i st e r i m Halbschwer­gewichtsboxen würbe ber Berliner Seelig, ber feinen Gegner Hartkopp in Hamburg über zwölf Runben klar nach Punkten schlug uno nun neben feiner Mittelgewichtsmeisterschaft noch einen zweiten Titel inne hat,

»

Westbeutschlanb siegte im Hockey- f a m p f vor 2000 Zuschauern in Düsseldorf über Holland B mit 3:1 (3:0).

Zu den Holmenkoll-Rennen vom 1. bis 5. März entsendet ber Deutsche Skioerbanb ben Baiersbronner Langlaufsieger Leupolb (Breslau), W a r g (Aschberg), Bogner (Traunstein) und Stoll (Berchtesgaden).

Ioan Shiley, bie Dlympiasiegerin im Hoch­sprung, hat ihre sportliche Laufbahn schon als Zwanzigjährige abgeschlossen unb eine Stellung als Sportlehrerin angenommen.

Einen neuen Weltrekord schwamm ber Franzose Jaques Cartonnct. Er verbesserte feine eigene Höchstleistung im lOO-Meter-Brustschwimmen in Paris von 1:13 auf 1:12,4 Minuten.

A m 1 0. M ä r z findet jetzt im Neuyorker Madison Square Garden der Kampf um bie Weltmeisterschaft im Halbschwergewichtsboxen zwischen bem Bonner Heuser unb bem Titelhalter Maxie Rosenbloom statt.