Aus der Provinzialhauptstadt.
)abei gleich zwei Fliegen Denn Fritz sagte gestern, üsse jetzt
noch alte Kleidungsstücke für die Winterhilfe zu finden sind? Wir können dabei gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn C „ als er oom Luftschutzkursus kam. man müsse jetzt vom Boden alle feuergefährlichen Dinge nach Möglichkeit entfernen. Da können wir beim Aufräumen
Winterhilfe aus der Bodenkammer.
V. A. »Hör' mal. Mutier, die Leiterin unserer Frauenschaft saote gestern zu uns, daß bei den Sommelstellen für das Winterhilsswerk recht erfreuliche Spenden von Lebensmitteln eingeaangcn sind. Es fehlen aber immer noch warme Sachen. Wir brauchen noch Anzüge, Kleider, Schuhe, war- mes Unterzeug und Wasche. Denn unser Kampf richtet sich jo nicht nur gegen den Hunger, sondern auch gegen die Kälte! Wollen wir nicht mal auf dem Boden nachlehen, ob dort nicht in den Kisten und Kasten, in den Truhen und alten Schränken
gedacht und durch diese gesammelten Spielgewinne eine größere Zahl aesättigt! Jeder Kegelgesellschaft. jedem Skatklub und jeder ähnlichen Spieloereini- gung deshalb die Mahnung: Gehe hin und tue desgleichen!
Wichtig für kopierende Künstler.
Dom Reichskartell der bildenden Künste, Gau Hessen-Mittelrhein, wird uns mitgeteilt:
Dem Reichskartell der bildenden Künste ist eine Fachschaft für kopierende Künstler angegliedert worden. Alle im Gau Hessen-Mittelrhein (Bezirke Frankfurt a. M.. Gießen, Kassel, Mainz-Wiesbaden, Trier, Koblenz, Saarbrücken, Darmstadt und deren Landbezirke) ansässigen kopierenden Künstler werden hiermit aufgefordert, zwecks Aufnahme in das Reichskartell der bildenden Künste ein entsprechendes Gesuch an die Geschäftsstelle des Reichs- kartells der bildenden Künste. Gau Hessen-Mittel- rhein, Darmstadt. Annastraße 23, bis spätestens 31. Oktober zu richten
von Geyer.
ZederdeutscheMann.jededeutscheIrau
muß am 12. Rooembcr, dem läge der geschieht- liehen deutschen Volksabstimmung und der Reuwahl des Deutschen Reichstag», ein entschiedene» Bekenntnis ablegen
fürdiepolitikdesMrersAdolfSitler!
doch gleich mal zusehen, was von den alten Sachen noch für die Winterhilfe zu brauchen ist und was in der Waschküche verbrannt werden kann." — Die Mutter freute sich im Stillen über die Opferbereitschaft ihrer nun schon bald erwachsenen Tochter und Sing gern auf ihre Anregungen ein. Am nächsten Qorgen gab'» ein großes Räumen auf der Bodenkammer.
Ein Aufatmen ging durch das alte Gerümpel — ein leises Raunen wurde hörbar, das sich bald zu einem eifrigen Gerede entwickelte. „Ich habe doch schon immer gesagt", quäkte aus einer Ecke ein dunkler Anzug, „daß ich es noch wert bin, getragen zu werden. Als der Hausherr mich nicht mehr in den Dienst anziehen wollte, hing er mich in den Kleiderschrank und sagte: Den kann ich jetzt zu Haus auftragen. Ader dazu kam es nie. Schließlich wanderte ich auf den Boden, und dabei bin ich docy nur etwas blank und sonst ganz hell."
„Du bist wenigstens noch getragen worden", — ließ sich jetzt ein Paar Schuhe vernehmen, — „ich diente nur ganz kurze Zeit meinem Herrn, bann wurde er zu groß, ich war zu klein und vorbei war's. So schien mein Schicksal besiegelt zu sein. Doch hoffe ich, jetzt bei dem großen Aufräumen wieder heraus geholt zu werden. — „Vielleicht sehe ich dann auch wieder das Tageslicht", rief aus einem dickoerftaudten Kasten ein Kleid, das bei feiner Besitzerin in Ungnade gefallen war. weil es nicht mehr die von der Mode vorgeschriedene Länge besaß.
So und ähnlich ertönte es plötzlich aus allen Ecken. Jeder Gegenstand hielt sich noch für wert und würdig, getragen zu werden. Dort die Wäsche, die nur noch mal gewaschen und gestopft zu werden braucht, und hier eine Truhe mit Mänteln. Alle hofften sie, noch einmal ans Tageslicht befördert zu werden, alle hofften sie, noch einmal Menschen als schützende und wärmende Umhüllung dienen zu können. Und als dann das große Aufräumen beendet war und alles durchgesehen wurde, konnten zwar einige Sachen dem kritischen Auge der Haus- frnu nicht mehr standhalten. Sie verfielen dem Flammentod. Doch vieles wurde für brauchbar befunden, etwas ausgebessert und dann der Winterhilfe zur Verfügung gestellt. — Fritz meldete am nächsten Tage Den Boden des Hauses frei von feuergefährlichen Gegenständen.
Folgt auch Ihr diesem Beispiel! Vielleicht findet Ihr auch noch alte Sachen auf den Bodenkammern, mit denen Ihr deutschen Menschen helfen könnt. Denkt immer an das Wort des Führers: Keiner darf hungern, keiner darf frieren! H. R.
AGOAP.
In der Ortsgruppe Giehen-Süd fallen alle Zellen- und Blockversammlungen in den nächsten Wochen mit Rücksicht auf die Vorbereitung zur Volksabstimmung und die Reichstagswahl aus. Ebenso wird der Luftschutzkursus später fortgesetzt.
Ja der RS. - Frauenschaft Gießen- Nord fällt der heutige Singabend aus. Die Zellen 4, 5, 6 und 7 haben am kommenden Dienstag, 20.30 Uhr. im (Täte Ebel Hellenabend, die Zellen 1. 2 und 3 treffen sich am nächsten Mittwoch. 20.30 Uhr im Eaf6 Ebel zum Zellenabend. Am nächsten Sonntag, 9.30 Uhr. gemeinsamer Kirchgang der Frauenschaft zur Stadtkirche.
Don der Kreisbetriebszellenabteilung Gießen wird darauf hingewiesen, daß alle Betriebszellen mit ihren Fahnen morgen, Freitag, 20.30 Uhr geschlossen an der Versammlung in der Dolkshalle mit Fritz Kern als Redner teilnehmen müssen. Die Fahnenträger versammeln sich um 20 Uhr am rechten Eingang der Dolkshalle zum geschlossenen Einmarsch NSDO. - Mitglieder, die durch den Betrieb nicht schon erfaßt sind, nehmen ebenfalls an der Kundgebung teil.
Kundgebung
der Deutschen Arbeitsfront.
Wir machen unsere Mitglieder hiermit auf die große Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront am Freitag, 27. Oktober, in der Volkshalle, bei welcher dg- Fritz Kern, MdL., sprechen wird, aufmerksam und erwarten restlose Beteiligung bei dieser öffentlichen Kundgebung.
Deutscher Arbeiterverband der öffentlichen Betriebe. Verbandskreisleitung Gießen.
W e h r u m, Berbandskreislelter.
Vorbildlich - nachahmenswert!
Von dem Ortsgruppenwalter der NSV. Gießen- Ost wird uns geschrieben:
Der Kegelklub »Lranz futsch" führte zum Winterhilsswerk an die Ortsgruppe Giehen-Ost 25 Mark ab, die er Mark zu Mark und Pfennig zu Pfennig an den Kegelabenden sammelte, um — wie in früherer Zeit — davon ein (Bans-, Hasen-, Hecht- oder dgl. Esten zu bestreiten. Doch heute lautet die Parole: „Gemeinnutz geht vor (Eigen- I Bub". Deshalb fehl üppiges Mahl mehr für 5 I ober 7 ober 10, bas bie Magen biejer Wenigen strapeziert, fonbem der hungernden Volksgenossen I
Oie Steuergutscheine für Steuerzahlungen.
Von der Bürgermeisterei Gießen wird uns mit- geteilt:
Bekanntlich sind auf Grund der Steuergutscheinbestimmungen u. a. die auf die gemeindlichen Grund- und Gewerbesteuern rechtzeitig einbezahlten Beträge in Hohe eines auf die Zeit vom 1. Oktober 1932 bis 30. September 1933 entfallenden Iahres- betrags bei der Berechnung der steuergutscheinfähi- gen Beträge zu berücksichtigen. Nach dem geltenden Hessischen Gemeinbesteuerrecht würbe banach auch bie 3. Rate der endgültigen Grund- und Gewerbesteuer einschließlich der für bie beiben ersten Ziele etwa zu leiftenben Nachzahlungen zu berücksichtigen fein.
Da auch in Gießen bie Zustellung ber enbgültigen Steuerbescheibe vor bem 25. September 1933 nicht restlos möglich war, würben wir in biesen Fällen für bie betroffenen Steuerpflichtigen erhebliche Nach- teile eintreten, weil sie nicht in ber Lage waren, rechtzeitig Zahlung leisten zu können. Um bie aus biefem Grunbe für bie betroffenen Steuerpflichtigen unbillig wirkenbe Härte zu oermeiben, hat sich oer Herr Präsident bes Landesfinanzamtes bamit ein- verstauben erklärt, baß auch biejenigen Einzahlungen auf bie 3. Rate ber gemeinblichen Grunb- unb Gewerbesteuern 1933 bei ber Berechnung ber steuergutscheinfähigen Beträge berücksichtigt werden, die wegen verspäteter Zustellung der endgültigen Steuerbescheide für 1933 erst nach dem 30. September 1933, spätestens aber einen Monat nach Erhalt des Bescheides entrichtet worden.
Oie Bezugsscheine für Haushalts- maraarine und Speisefette.
In einer Mitteilung ber neuen Bestimmungen über bie Haushaltsmargarine wirb hervorgehoben, daß in ben Monaten November unb Dezember jeber Berechtigte auf Bezugsscheine, bie auf je ein halbes Psunb lauten, insgefamt*anbert- halb Pfund dieser Margarine in jedem Monat beziehen darf, sofern er rechtzeitig vorher den Stammabschnitt mit dem Bestellschein bei ber Verkaufsstelle vorlegt. Außer den Bezugsscheinen für Haushaltsmargarine bekommen die Berechtigten weiterhin den Reichsverbilligungsschein für Speise- fette, der beim Einkauf von mindestens einem halben Pfund der auf dem Stammabschnitt angegebenen Fettwaren — auch Wurst — mit 25 Pfennig in Zahlung gegeben werden kann. Für die Zeit vom 1.11. bis 31.12.1933 erhält jeder Berechtigte einen solcher Reichsoerbilligungsscheine.
Neuordnung in Nevisoren- und Treuhänderverbänden.
Auf ber Reichstagung bes Amtswalterkorps ber Reichsfachgruppe Wirtschaftsrechtler würbe ber bem BNSDJ. korporativ angeschlossene VDB., Verbanb Deutscher Bücherrevisoren, Wirtschaftsprüfer unb -treuhänder, Sitz Berlin, neben bem Institute ber Wirtschaftsprüfer E. V. als einzige weitere Berufsorganisation bes gesamten deutschen Revisions- unb Treuhanbwesens parteiamtlich anerkannt unb zwar aleichberechtlgt neben bem IbW. Der VDB. hat leinen Führerkreis aufgelöst unb besten Mitglied, ben Wirtschaftsprüfer Pg. Rudolf Liß, Halle (Saale), zum alleinigen Reicbsführcr des Verbandes bestimmt. Der neue Reichsführer bes VDB. forberte bereits sämtliche weiteren Organisationen zum korporativen Anschluß an ben VDB auf unb hat eine Mitgliebersperre ab 1. November 1933 verfügt.
Wie ein Buch entsteht. . .
(Eine handwerkliche Ausstellung ber Vuchblnber.
Eine interessante, mit viel Liebe zum Hanbwerk zusammengestellte Schau zeigt bie Gießener Buchbinder-Pflichtinnung unter bem Titel „Der Wcrbcgang des Buches" in der Auslage des Buchbindermeisters und Papierhändlers Heinrich Noll, Mäusburg 7. Um dem Publikum überhaupt zu zeigen, daß das Buchbinderhandwerk in Gießen noch lebt, wurde in dieser Schau versucht, ausgehend vom „kranken" Buche, den Verlauf der einzelnen Buchbinder-Arbeitsgänge (in ihrer Folge durch Zahlen genau kenntlich gemacht) darzustellen, um damit dem Laien zu zeigen, wieviel handwerkliche Fertigkeit dazu gehört, ein gut gebundenes Buch herzustellen. Man sieht zunächst „kranke" Bücher, bie meistens hinter Seibenftoffen im Bücherschrank versteckt werben müssen. Weiter sieht man bie verschiedenen Bearbeitungsoorgänge (Ausreißer,, Heften, Leimen, Rundklvpfen, Abpres- fen), denen das Buch unterworfen werden muß, und schließlich noch die Reihe der Arbeitsvorgänge, bie zur Herstelluny ber äußeren Hülle, der Ein- banddecke, notwendig sind. Bei der Herstellung der Einbanddecke kann der Buchbinder dem Buch das Kleid verleihen, das dem Inhalt völlig entspricht. Die Decke wird vom Buchbinder aus Leinen. Leder, aus selbstgemalten Stoffen hergestellt, der Rücken des Buches kann durch Hand- ober Preßvergolbung einen befonberen Schmuck erhalten, ber bas Hand- merklich gefertigte Buch zur Zierde jedes Bücher- schranke» macht. Die Ausstellung zeigt auch weitere Arbeitsgebiete des Buchbinders, wie z. B. das Aufziehen von Landkarten, bie Schaffung von Noten- elnbänben, bie Herstellung von Rartonagen unb schöner Abresten. Gleichzeitig sinb bie oer- schiebenen Werkzeuge ausgestellt. Die Schau in ihrer Gesamtheit barf als wohlgelungen bezeichnet werden unb oerblent alle Beachtung.
(tii offener Wochen Marktpreise.
Gießen, 26. Okt. Auf bem heutigen Wochen- markt kosteten: ßanbbuUer, da» Pfund 1,30 Mark.
| Kochbutter 1 bis 1,10 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, (Eier (inländische) 13, Wirsing, bas Pfund 7 bis 8 Pf-, ber Zentner 7 Mark, Weißkraut das Pfund 5 bis 7 Ps., der Zentner 3 Mark, Rotkraut, das Pfund 8 bis 10 Pf., der Zentner 7 Mark, Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüden 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 7, Grünkohl 20, Rosenkohl 20 bis 25 Pf., Feldsalat 1 Mark, Tomaten 20 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 50, Schwarz- wurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 8, Kartoffeln, das Pfund 3 bis 3% Pf., der Zentner 2,50 bis 2,80 Mark, Preißelbeeren, das Pfund 35 Pf-, Aepfel 10 bis 18, Birnen 10 bis 15, Zwetfchen 12 bis 15, junge Hahne 70 bis 75, Suppenhühner 60 bis 65, Gänse 60 bis 70, Tauben, das Stück 40 bis 45, Rüste, das Pfund 40, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 8, Endivien 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 25, Sellerie 10 bis 25 Pf.
Vornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag. Dolkshalle: 20.15 Uhr, große Kundgebung: Redner: Reichsstatthalter und Gauleiter von Württemberg und Baden Robert Wagner: Thema: „Die Nation tritt an!" — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr: „Die Freundin eines großen Mannes" (Deutsche Bühne). — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein gewister Herr Gran". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Bankkrach in Amerika".
— Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Heute, 20 Uhr, „Deutsche Bühne", Reihe 1, ungrade Mitgliedsnummern, zweite Vorstellung im Oktober: „Die Freundin eines großen Mannes" von Moller und Loren;. Spielleitung: Wolfgang Kühne; Ende: 22 Uhr. — Freitag, 27. Oktober, vierte Vorstellung im Freitag-Abonnement die Operette: „Wo die Lerche singt" von Franz Lehär. Operetten-Preise. Ende: 22.30 Uhr.
— Kameradschaftliche Vereinigung ehemaliger 118er. Der Vereinsführer gibt im heutigen Anzeigenteil bekannt, daß wegen der !«roßen Kundgebung der NSDAP, in der Volks- «alle am heutigen Abend die von der kamcrad- chastllchen Vereinigung vorgesehene Veranstaltung mit Fahnenweihe verschoben wird. (Siehe Anzeige.)
•
Die Bezeichnung „Gauleiter" und „Gau führ er". Vom Gaupresieamt wird darauf verwiesen, daß die Bezeichnung „Gauleiter" und „Gauführer" ausschließlich Dienststellen der Partei vorbehalten bleibt. Dienststellen anderer Organisationen dürfen diese Bezeichnung nicht führen. Gegen etwaigen weiteren Mißbrauch wird künftig unnach- sichtlich vorgegangen.
** Die 2. Kompanie auf dem Wege nach Berlin. Heute um 8.45 Uhr verließ die 2. Kompanie unter dem Kommando von Haupt- mann Schiel die Kaserne an der Licher Straße, um nach dem Bahnhof zu marschieren. Der Weg führte die Soldaten mit klingendem Spiel durch die Licher Straße, Kaiserallee, Gartenstrahe über den Hindendurgwall, Frankfurter Straße zur Liebig- straße, wo die Mannschaften an der (Eilgüterrampe den Zug bestiegen. Bekanntlich ist die 2. Kompanie zur Wachttruppe in Berlin abkommandiert worden und wird ein Vierteljahr lana in Berlin Dienst tun.
Evangelische Pfarrpersonalien. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Otto Trapp zu Ulrichstein die evangelische Pfarr
stelle an der Petrusgemeinde zu Gießen, Dekanat Gießen, übertragen und der durch Seine (Erlaucht den Fürsten zu Erbach-Schöndcrg erfolgten Prä» fentahon des Pfarrers Adolf Rh e i n f u r t h jU Brauerschwend auf die evangelische Pfarrstelle zu Reichenbach, Dekanat Zwingenberg, die Bestättgung erteilt Die (Ernennung des Pfarrers Fritz Fern» ge s zu Fränkisch-Enimbach zum Pfarrer in Reichenbach wurde jurürfgenommen.
• • Ehrung eines verdien st vollen 6 a» nitätskolonnen-Arztes Anläßlich der 25» Iahrfeier des Landesverbandes der hessischen Frei» willigen Sanitätskolonnen vom Roten Ärcu; wurde Herr Dr. Schaffer (Gießen) als Mitbegründer des Verbandes mit einem Ehrendiplom ausgezeichnet. Herr Dr. Schäffer war u. a von 1908 bis nach dem Kriege xolonnenarjt und 2. Vorsitzender der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen. In den Jahren 1910 und 1911 hat er aus Ersuchen des Landesverbands vom Roten Kreuz auch die Primen des Gymnasiums, des Realgymnasiums und der Oberreallchule in ehrenamtlicher Tätigkeit in der ersten Hilfeleistung unterrichtet. Den Verdiensten des bewahrten Wegbereiters der Sanitätskolonnenarbeit wurde durch die jetzige Ueberreichung des Ehrendiploms die gebührend« Würdigung zuteil.
• • Die Auszahlung ber TOifitäroer» forgungjrgebübrnlfle (Heeresrenten) für den Monat November erfolgt bereits am Samstag, 28. Oktober.
• • Spende für bie Winterhilfe. Der Straßenbahner-Verein Gießen hat für das Winter» Hilfswerk eine Spende von 10 Mark überwiesen
•• Nadel st amm- unb Grubenholz» Verkauf ber Stabt Gießen An ber Straße Gießen — Rödgen finbet ein Abtrieb von 45jährigen Fichten und 55jährigen Kiefern statt Der Anfall ist auf 3000 Festmeter (Gruben- unb Stammholz la und Ib) geschätzt Angebote für bie Gesamtmenge ober für Teilmengen sinb bis Montag, 30. Oktober, 11 Uhr, bei der Bürgermeisterei einzureichen. Auf die gestrige Bekanntmachung sei besonders aufmerksam gemacht.
•• Unterrichtsbeginn an ber Land» Wirtschaftsschule Gießen Am Montag, 6. November, beginnt hier in der Alten Klinik (Liebigstraße 16,1) der Unterricht an der neuem- gerichteten Landwirtschaftlichen Schule zu Gießen. Für den Besuch der Schule kommen nur solch« Bauernsöhne in Bettacht, bie Ostern 1932 oder früher konfirmiert wurden. Das Schulgeld für den Lehrgang beträgt 25 Mark und kann in Raten bezahlt werden. Anmeldungen werden täglich außer Sonntags, von 9 bis 12 Uhr, Liebigstraße 16, l, Zimmer 15, entgegengenommen. Auf die gestrig« Bekanntmachung fei hingewiefen.
•• Die Prüfungskommission für Zahntechniker. Wie aus einer Bekannt- machuna des Hessischen Staatsministeriums, Mini- Jtcrialabteilung I b, Innern (Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege), hervorgeht, besteht mit Wirkung vom 1. Oktober d. I. ab die Prüfungskommission für Zahntechniker bis auf weiteres aus folgenden Herren: 1. Obermedizinalrat Dr. Schmitt (Vorsitzender); 2. Zahnarzt Dr. Stroh (Darmstadt) ; Stellvertreter Zaynarzt Weihenbruch (Darmstadt); 3. Dentist S ch et t e r (Gießen); Stellvertreter: Dentist L i st m a n n (Nidda).
Volksabstimmung am 12. November 1933.
Am heutigen Donnerstagabend hat die Einwohnerschaft unserer Stabt die erste Möglichkeit, ihre G e s o l g s ch a s t » t r e u e für die vorn Führer und Volkskanzler Adolf Hitler beflimmte deutsche Politik öffentlich zu bekunden. Gelegenheit dazu bietet die auf 20.15 Uhr in der Volks- Halle anberaumte große Kundgebung zur v o l k s a b ft i m m u n g am 12. November. Redner des Abends ist der Reichsstatthatter und (Bauleiter von Württemberg und Baden Robert wa gnec Karlsruhe (2TL b. R.), der über das Thema spricht. „Die Ration tritt an!“ Man barf es wohl als eine Selbstverständlichkeit bezeichnen, daß sich diese Kundgebung zu einem überwältigenden Ircubefenntnl» unserer national- gesinnten Bürgerschaftfürden Führer gestaltet und damit tlar und überzeugend zum Ausdruck gebracht wird, daß auch in unserer Stadt bie nationalsozialistische Regierung unb bas deutschbewußte Volk eine unlösbare Einheit bilben.
Die nationalsozialistischen Formationen nehmen an ber fiunbgebung geschlossen teil
Die RSBO. rückt betrieb»weise geschlossen zur Volkshalle.
Die Behörden haben ihren Beamtenkörper ebenfalls zur geschlossenen Teilnahme an ber Kundgebung veranlaßt.
Rad) einer Besprechung mit den Vereinen unb verbänden haben auch diese sich in den Dienst der Wahlpropaganda gestellt und führen ihre Mitglieder geschlossen zur Volkshalle. Die Führer ber Vereine usw. geben zu Beginn der Veranstaltung eine Stärkemeldung entsprechend der getroffenen Vereinbarung vor ber Bühne ab.
Eintrittsgeld pro Person 10 Pf. Erwerbslose haben gegen Vorlegung ihres Ausweise» freien (Eintritt
Die geschlossen marschierenden Formationen, Vereine usw. müssen vor 19.45 Uhr (7.45 Uhr abend») an der voIk» ha11e eintreffen.
Um den (Eintritt in die Volkvhalle reibungslos ju ermöglichen, werden beide (Eingänge g e 5 ff- n e t fein.
Die SA -Kapelle wird die Zeil bis zum Beginn ber Kundgebung mit den gewohnten guten musikalischen Darbietungen ausfülkn.
Rach der Ankunft des Redners wird der Einmarsch der Gießener Stürme der Standarte 116 erfolgen.
Der Ordnungsdienst wird von der SS. versehen.
Rach einer Mitteilung der Rationalsvzlalistischen Kriegsopferverforgung, kreis Gießen, sind bei der heutigen Kundgebung die ersten Stuhlreihen für die Schwerkriegsbeschädigten frei- gehalten.
Um den Aufenthalt in der Dolkshalle allen Besuchern angenehm zu machen, ist Vorsorge getroffen, daß Die halle geheizt ist.
Die Vereine usw., die geschlossen anrücken, müssen vor dem geschlossenen (Eintritt in die Halle da» (Eintrittsgeld durch einen Beauftragten an der ft affe bezahlen lassen.
Geschlossene Beteiligung der NLHago.
Sämtliche RS.-hago-Mitglieder haben an der heutigen Kundgebung in der Volkshalle teil- zunehmen.
S o I b a n , Ortsgruppenführer.
Wehrftahlhelm-Kompanie Gießen.
heute, pünktlich 19.30 Uhr, Antreten aal heim zum Marsch nach der Volkshalle. Entschuldigungen werden nicht angenommen.
Schneider, Sturmführer.
Anträge an das Winterhilsswerk in der Stadt Gießen.
Ls wird ausdrücklich daraus hingewiefen, daß in ber Stadt Gießen die Anträge an bas Winterhilsswerk nur in der Alten Klinik, Gießen, Liebigstraße, Erdgeschoß rechts, angenommen werden. Der Besuch der Ortsgruppenleiter der RSDAP. und der Ortsgruppenwalter der RSV. la der Wohnung ist zwecklos, da dieselben tagsüber beruflich tätig sind und nach Geschäftsschluh ihre Zeit für wichtige organisatorische Arbeiten benötigen. E» wird hiermit ausdrücklich verboten, die Ortsgruppen lei ter und Ortsgruppenroalter im Geschäft oder in der Wohnung wegen Unterstützung aus dem Winterhiif»werk aufzusuchen.
Sofern noch Anträge gestellt werden sollen, kann dies noch bi» zum Freitag, 27. Oktober, geschehen. wer infolge körperlichen Gebrechen» ober hohen Alter» wegen nicht in ber Lage ist, sich bei
der Annahmeflelle zu melden, kann unter genauer Angabe der Personalien unb bes Familienstände», sowie des genauen Einkommen» schriftlich bei ber Kreisführung bes Winterhilsswerk», Gießen. Alte Klinik, Antrag stellen.
Klöß, ftreieroaller bet RSV.
Beitritt zur AG-Volkswohlkahrt.
Der NS-Dolkswohlfahrt sind aus bem Fachschaf lsbezirk Reichsbahn Gießen insgesamt 700 Beamte beigetreten.
Wenn auch — so schreibt man uns — bie Reich», bahnbearnten infolge dienstlicher Behinderung oel Aufmärschen ober sonstigen Veranstaltungen nicht immer in großer Zahl vertreten sind, so beweist der Beitritt zur N«.-Volk»wohlfahrt, daß auch bi« Eisenbahnbeamten ben Geist der neuen, großen Zeit erfaßt haben und einheillich Hinte«


