Issue 
26/10/1933 Erstes Blatt
 
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

1 J}xbetS SBicölth

K.K.L e'n V»K <*4^

H 3ulube|t

Wöttj.

iw

1 link ÖQ9

? L'fdjmäht 'nhQ9enn5 Kirben °nbe/er W« (Qgen chl°nd geschähe» (Ahr .Las dulden wir nicht!" ?l°lb°Ehr°eiü^ 1 D°n,Men Hatunken «Es ist auch >ker keine Ehre e das deutsche |0 id) trete für die Lhr« ich auch die Ehre der - uns standen, nicht be. rtzrn laste. (Bravo!)

-2=5

TSft* Met mit dem -ns BebtoSm»?JUS ?nb et 8 7'?^ in irWiÄ 5Qn®aH SaJJpft L^ZL lb( ,! oesiinNen und h». '»rsS H er^eint il'bmbj fff"9?'»-

d drüber. Und dann heißt .es militärisch diszipliniert, droht. Bald heißt es: Das on einer-orde von sind wir. (Troße heiter­es: Die Usurpatoren, die den, aber dar Volk ist Benn wir aber nun Gr- i abgeben, dann sagt man jen ift nicht zu trauen, >eife. Wenn wir noch in fagen fie, grant« of)t! (Sui! Sor btm Dir finb bereit, oll die Hand ',nr en. darin Deisatt.)

Tie walten uns von ; nt" (heitnleit.) Sie eue Intrige wird ge- wir denn tun? Ich weiß eintreten und nicht .eichen. «Tosender Sei- soll die 2Lbrü|tungstonfe- wirklichen, aus Grund des- aalen gerüstet bleiben, dar noch weiter abzurüsten ist, bie Loraussetzungen für aisendc wirkliche Abrüstung I werben.

inen Stieben HM

. ehre. (Stürmischer «« Und die Welt wird seh n. nSolls keine schlechte'st- Mo »I - *

al? 4

I Iahten bitte tch , Stimme sur \xt Ehre utiö tten.w*?".® nh für den

'Ter der Saran' 'wird,

oütiich auf

M

' .''run0 gn d«

I,noch känneN' ^rbhof«ögeniy

Eine Negierung, ein Volk, ein Wille!

Oer Führer spricht in Hannover. Oie Volksabstimmung vom 12. November entscheidet über Deutschlands Zukunst.

Hannover, 25. Okt. (TU.) In der überfüllten großen Stadthalle sprach Reichskanzler Adolf Hitler vor einer ihn immer wieder begeistert zu- jubelnden Menge. Der Führer legte einleitend die Gründ- dar, die ihn verpflichteten, neuerdings an das deutsche Volk zu appellieren. Die Welt wolle nicht glauben, daß der Wille zum Kampf für unser Recht, für unsere Ehre, für unsere Freiheit, für den Frieden und damit für das tägliche Brot der Wille des ganzen deutschen Volkes fei. Die Welt, die kaum Verständnis für unsere Arbeit habe, für unseren Friedenswillen, für unsere Be­reitwilligkeit zur Versöhnung, solle sehen, daß wir nur Sprecher der deutschen Nation seien und daß das deutsche Volk in allen diesen Forderungen hinter ihm stehe. Der Führer geißelte in scharfen Worten den Versailler Vertrag mit sei­ner Verewigung von Sieger und Besiegten und zeigte die grauenhaften Wirkungen auf, die diese weltpolitische Einstellung für das deutsche Volk ge­habt hat und die politischen Konsequenzen, zu denen sie letzten Endes hätten führen müssen. Er warf einen Rückblick auf den eigenen heroischen Kampf der letzten 14 Jahre, der vom ersten Tage an f i ch gegen diese verantwortungslose Po­litik aufgelehnt habe und nur dem deutschen Volke geben wolle, was notwendig fei für seine Zukunft. In den letzten 8 Monaten habe die natio­nalsozialistische Regierung unentwegt gekämpft für die Einheit des deutschen Volkes, das nichts als Ruhe wolle, damit es arbeiten könne. Was wir wünschen müßten, ist, daß die Welt sich einmal überlegt, daß nicht nur sie eine Ehre hat, nicht nur England und Frankreich eine Ehre haben, sondern, auch wir. (Stürmischer Beifall.)

Die Welt hat kein Verständnis dafür, daß es nicht fair ist. ein Volk, das sich nicht wehren

kann, beschimpfen zu lassen. (Beifall) daß es nicht fair ist, eine Nation zu diskriminieren, bloß deshalb, weil sie einmal im Kampfe unter­legen ist. Bisher glaubte ich immer, daß man den tapferen Soldaten in dem Moment, wo er kapituliert, militärische Ehren erweist. Die Welt hat eine andere Auffassung. Ich habe mich in meinem ganzen Leben in keine illustre Gesellschaft hineingedrängt, von der ich anneh­men konnte, daß ich nicht erwünscht bin und sie mich nicht als gleichberechtigt ansieht und ich möchte nicht, daß das deutsche Volk eine andere Meinung als Ausdruck seine» politischen Cha­

rakter» wählt. (Stürmischer Beifall.)

Der Führer behandelte sodann in eindrucksvoller Weise die Argumente, auf Grund deren man uns sachlich die Gleichberechtigung versagt und uns die Abrüstungsverpflichtungen nicht ein- löst, auf die wir ein Recht haben. Wenn man sage, das deutsche Volk habe nicht den Geist des Friedens, dann rufe er die Welt selbst zum Zeugen auf, ob wir in den acht Monaten der nationalsozialistischen Herrschaft etwas anderes getan hätten, als Frie­den und Verständigung zu predigen. Ich habe der Welt öfter als einmal feierlich ver­sichert, daß wir aufrichtig die Verständigung wün­schen, daß wir aufrichtig mit den anderen Völkern Zusammengehen wollen. An dieser Versicherung wird sich nie etwas ändern, denn ich halte jeden Krieg für Europa für einen Wahnsinn. Er führt zur gegenseitigen Zerflei­schung, ohne daß er Wesentliches mehr ändern kann. Wir ertragen nicht, daß alle von Sicherheit reden und nur ein Volk ohne jede Sicherheit sein soll, nämlich unser Volk. Und wenn die Welt glaubt.

uns das diktieren zu können, dann, meine Herren, aber ohne meine Unterschrift und ohne die Unterschrift des deutschen Volkes. Dann müßt Ihr bekennen, daß Ihr mit Gewalt das Recht gebeugt habt.

Der Führer schloß seine Rede mit dem Bekennt­nis:Ich habe das vertrauen, daß das deutsche Volk in dieser Stunde seine geschichtliche Aufgabe erkennt und daß es sich wie ein Mann zu sich selb st bekennen wird. Zu meinem Schuh und zu meinem Schirm brauche ich keine neue Volksabstimmung. Dies­mal appelliere ich an Sie, daß Sie Ihre Pflicht erfüllen für sich selbst, für Ihre kin- der und damit für die Zukunft, daß Sie den Mut haben, lieber selbst Drangsal auf sich zu nehmen, als unsere gesamte Zukunft freizugeben. Treten Sie ein für unser Volk, treten Sie ein für Deutschland!" (Langanhal­tender stürmischer Beifall.)

Schallplattenwiederholung der 2Rehe des Führers.

Aus dem ganzen Reich treffen bei der Rundfunk­leitung fortgefeht Drahtungen und Fernfprüche ein mit der Bitte, daß die gestrige große Rede des Füh­rers noch ein zweites Mal übertragen werden möge. Um diesem Wunsche zu entsprechen, wird die Rede am Freitag, dem 27. Oktober, von 22.15 bi» etwa 24 Uhr von wachsplatten wiederholt und von der Funkflunde Berlin, dem Bayrischen Rund­funk und der Schiesifchen Funkstunde übertragen.

über die Schuldenregelung für d i e Erbhöfe noch ausstehen. Eine Aufhebung des Dollftreckungsfchutzes würde im gegenwärtigen Zeit­punkt unter diesen Umständen zu einer Unsicherheit über die Rechtslage führen, die im Interesse der Wirtschaft vermieden werden müsse. Es erscheint daher angezeigt, den Vollstreckungsschutz in seinem bisherigen Umfang noch auf eine beschränkte Frist zu verlängern.

Das zweite Gesetz zur Aenderungüb erden Pächterschutz setzt an die Stelle der in dem bisherigen Gesetz vorgesehenen Termine den 30. Juni 1934. In dieser Form soll das Gesetz entsprechend auch für die Pachtverhältnisse gelten, die für einen zwischen dem 31. Dezember 1933 und dem 1. Juli 1934 liegenden Zeitpunkt gekündigt sind, oder vor dem 1. Juli 1934 ablaufen. Es erscheint notwendig, das bestehende Pächterschutzgesetz zu verlängern, bis den Pächtern eine Entschuldung in ähnlicher Weise ermöglicht wird, wie den Eigentümern, an­dernfalls würden die Pächter mit der Beendigung ihrer Pachtverträge zu einer Verschleude- rung ihres Inventars gezwungen fein, der eine Vernichtung großer wirtschaftlicher Werte bedeuten würde.

Schließlich genehmigte das Reichskabinett ein Gesetz zur Abänderung des Gesetzes über die Errich­tung der Deutschen Rentenbank-Kreditanstalt. Dieses Gesetz bringt Aenderungen hinsichtlich der Zusam­mensetzung und Berufung der Anstaltsoersammlung und des Verwaltungsrates der Deutschen Renten­bankkreditanstalt.

Oie Feststellung des Wahlergebnisses.

Berlin, 26. Okt. (ERB.) Der Reichsinnenmini' fter hat eine einheitliche Abstimmungsniederschrift für die Reichstagswahl und die Volksabstimmung anfertigen lassen, die hinsichtlich der Feststellung des Abstimmungsergebnisses drei für den Abstimmungs- vorstand wie für den Wähler wichtige Bestimmun­gen enteilt.

Wenn in einem Umschlag nur ein Stimm- zettel enthalten ist, z. B. nur ein Stimmzettel zur Volksabstimmung, so wird die Nichtabgabe einer Stimme zur Reichstagwahl nicht alsungül­tige Stimme" zur Reichstagswahl betrachtet, vielmehr beschränkt sich in einem solchen Falle der Abstimmende auf die Stimmabgabe zur Volksab­stimmung, während er sich zur Reichstagswahl d e r Stimmabgabe enthält. Das gleiche gilt für den umgekehrten Fall.

Auch in den Fällen, in denen etwa ein Umschlag feinen Stimmzettel enthält, gilt die Abgabe des leeren Umschlags als Enthaltung d er Stimmabgabe sowohl zur Reichstagswahl wie zur Volksabstimmung. Somit gilt der völlig leere Umschlag nicht als ungültige Stimme, d. h. er wird weder bei der Reichstagswahl, noch bei der Volks­abstimmung als ungültige Stimme gezählt. Wenn ein Abstimmender auf irgendeine andere Weise als durch ein Kreuz in den Ja- oder in den Neinkreis feinen Willen kundtut, fei es, daß er das WortJa" (Nein") einträgt oder daß er eines der beiden Vierecke bzw. den Kreis durch­streicht oder ankreuzt oder daß er eines der vor- gedruckten WorteJa" (Nein") ausstreicht oder eines dieser beiden Worte anhakt, so ist der Stimm­zettel gültig. Entscheidend ist also, daß der Wille des Stimmberechtigten unzweideutig zum Ausdruck kommt.

Selbstverständlich wird sich die Wahl- und Äb- stimmungshandlung sowie die Festellung des Er­gebnisses wieder in völliger Oesfentlichkeit vollziehen.

Treuekundgebung deutscher Schriftsteller.

B e r I i n , 25. Okt. (TU.) 88 deutsche Schriftsteller haben durch ihre Unterschrift dem Reichskanzler Adolf Hitler das folgende Treuegelöbnis abgelegt: Friede, Arbeit, Ehre und Freiheit find die heilig­sten Güter jeder Nation und die Voraussetzung eines aufrichtigen Zusammenlebens der Völker un­tereinander. Das Bewußtsein der Kraft und der wiedergewonnenen Einigkeit, unserer aufrichtiger Wille, dem inneren und äußeren Frieden oorbehalt- los zu dienen, die tiefe lieber,jeugung von unserer Aufgabe zum Wiederaufbau des Reiches und unsere Entschlossenheit, nichts zu tun, was nicht mit unte­rer und des Vaterlandes Ehre vereinbar ist, ver- anfaffen uns, in dieser ernsten Stunde vor Ihnen, Herr Reichskanzler, das Gelöbnis treuester Gefolgschaft seierlichst abzulegen.

Den Aufruf unterzeichneten u. a. auch: Friedrich Ahrenhövel, Gottfried Benn, Werner Beumelburg, Rudolf G. Binding, Walter Bloem, Hans Fr. Blunck, Arnolt Bronnen, Otto Brües, Marie Diers, Peter Dörfler, Max Dreyer, Richard Euringer, Lud­wig Finkh, Hans Franck, Otto Flake, Heinrich von Gleichen, v. Gleichen-Rußwurm, Gustav Frenffen, Friedrich Griefe, Max Halbe, Agnes Harder, Ru­dolf Herzog, Hans v. Hülfen, Pauloscar Höcker, Rudolf Huch, Hanns Johst, Max Jungnickel, Jo- Hann v. Leers, Heinrich Lilienfein, Heinrich Lerch,

Berlin, 25.Okt. (WTB.) Die heutige Zeugen­vernehmung beginnt mit der Aussage des national­sozialistischen Reichstagsabgeordneten Karwahne, der zusammen mit dem Reichstagsabgeordneten Frey (München) und dem Landesbetriebszellen­obmann Kroyer aus Linz am Nachmittag des Brandtags im Reichstag eine Begegnung mit dem Abgeordneten Torgler hatte, der sich in Begleitung des Angeklagten van der L u b b e befunden habe. Torgier hätte einen völ - lig anderen Eindruck als sonst gemacht. Er sah bleich aus und schreckte auch sofort zusam­men, als er uns sah. Später seien sie Torgier, der mit einer anderen Person auf einer Lederbank vor dem Haushaitsausschußsaai saß, noch einmal be­gegnet. Er und seine Begleiter wären beim Ver­lassen des Reichstags das Gefühl nicht los gewor­den, daß irgendetwas nicht stimmte. Im kommu­nistischen Fraktionszimmer gingen viele Personen umher, die eine gewisse Aufgeregtheit zur Schau trugen. Van der ßubbe habe er nach dem Bild hauptsächlich am Gesicht wiedererkannt; den Typus Lübbes könne er nicht verwechseln, ob er ihn ein­mal oder zehnmal sähe.

Lr habe sofort erklärt: Der hier sitzende Mensch isi der, der mir mit Torgier im Reichstag ent- gegenkam! Der Zeuge erklärt auch heute, daß er mit alter Bestimmtheit Lübbe als denjenigen wledererkenne, den er damals mit Torgier zusammen im Reichstag traf. Ais der Angeklagte Torgler vor den Richtertifch geführt und neben van der Lubbe gestellt wird, erklärt der Zeuge karwahne mit aller Bestimmtheit, an der Richtigkeit feiner Ausfagen bestehe gar kein Zweifel.

Die Frage des Oberreichsanwalts, ob es vielleicht Dr. Neubauer gewesen sei, der bei der zweiten Begegnung mit Torgler auf dem Sofa saß, verneint der Zeuge. Er hätte Dr. Neubauer, der ihm feit Jahren gut bekannt fei, er­nennen müssen.

Der Angeklagte Torgler stellt an den Zeugen einige Fragen über etwa sieben Jahre lang zurück­liegende Vorgänge, die nut der früheren Zu­gehörigkeit des Zeugen Karwahne zur Kommunistischen Partei in Zusam­menhang stehen. Der Zeuge erklärt, er denke nicht daran, diese Frage zu beantworten. Auch der Ober- reichsanwalt erklärt die Frage als n ich t zur Sache gehörig. Trotzdem ersucht Rechtsanwalt Dr. Sack um einen Senatsbeschluß, da die Fragen Torglers mit der suggestiven Einstellung des Zeu­gen Zusammenhängen. Der Senat beschloß, die Fragen Torglers z u z u l a s s e n. Der Angeklagte Torgler wiederholt seine Fragen. Karwahne be­stätigt, daß er in Hannover zu der U m g e bung von Katz gehörte; der Zeuge weigert sich aber, die anderen Fragen zu beantworten. Erst als der Vorsitzende diese Fragen aufnimmt, erklärt er: Die politische Auseinandersetzung der Kommu­nistischen Partei um 1925 ging nur darum, ob der deutsche Arbeiter länger in einer Bewegung bleiben solle, die von der Internationale in Moskau be­vormundet wurde. Die Frage des Vorsitzenden, ob die Gruppe Katz besonders radikal ge­meßen sei, verneint der Zeuge. Daß Leute wie Katz an der Spitze der Gruppe standen, erkläre sich daraus, daß Katz als derjenige galt, der seit langem d i e Beeinflussung durch Rußland ab­lehnte. Als sich herausstellte, daß Katz andere Absichten hatte, habe er das Feld räumen müssen. Zum RufLos von Moskau" habe sich als zweiter Ruf gefeilt:Los vom internationalen Juden!"

Auf die Frage Torglers, ob Karwahne 1925 an dem Sturm auf das kommunistische

Oskar Loerke, Gerhard Menzel, Alfred Richard Meyer, Agnes Miegel, Walter von Molo, Borries Freiherr v. Münchhausen, Müller - Partenkirchen, Mühlen-Schulte, Josef Ponten, Rudolf Presber, Heins Schauwecker, Johs. Schlaf, Anton Schnack, Friedrich Schnack, Wilhelm von Scholz, Lothar Schreyer, Gustav Schroer, Ina Seidel, Prof. Hein­rich Sohnrey, Diedrich Speckmann, ßulu v. Strauß und Torney, Eduard Stucken, Will Vesper, Magnus Wehner, ßeo Weißmantel, Heinrich Zerkaulen, Hans Caspar von Zobeltitz.

Parteihaus an führender Stelle beteiligt war, erwiderte Karwahne, er denke nicht daran, diese Frage zu beantworten, denn er wolle nicht deutsche Menschen an die Dritte Internationale ausliefern. Das müßte aber geschehen, wenn er wahrheits­gemäß unter seinem Eid aussagen würde. Karwahne weigert sich ferner, die Frage Torglers zu beant­worten, ob er 1925 nach seinem Ausschluß aus der KPD. Material an bürgerliche Zeitun­gen geliefert habe. Auch nach einem Hinweis des Vorsitzenden auf den Senatsbeschluß bleibt der Zeuge bei seiner Weigerung und protestiert energisch gegen feineVernehmung durch den Angeklagten Torgler". Als ein Bei­sitzer bemerkt, er brauche doch nur Ja ober Nein zu sagen, erklärt Karwahne, er habe niemals für bürgerliche Zeitungen Artikel geschrieben; auch Material habe er nicht geliefert.

Als nächster Zeuge schildert der nationalsozia­listische Reichstagsabgeordnele Frey (Mün­chen) die Begegnung mit Torgler im Reichs­tagsgebäude. Auch ihm fei d i e Verstört­heit Torglers ausgefallen. Seinen ersten Begleiter habe er nicht genau betrachtet, er könne deshalb nicht mit Gewißheit behaup­ten, daß van der Lubbe der Mann war, der mit Torgler vorbeiging. Lr habe aber den Lindruck eines Menschen gemacht, der nicht in den Reichstag hineingehörte. Deshalb fei ihm auch der zweite auf dem Sofa sitzende Begleiter Torglers aufgefallen, der ein blasses Gesicht und einen außerordentlich stechenden Blick gehabt habe. Bei der Gegenüberstellung habe er ihn als Popofs wiedererkannt. Nunmehr wird der Angeklagte Popoff vor den Richtertifch gerufen. Der Zeuge Frey beobachtet ihn scharf und sagt dann:Vas ist der Mann, der neben Torgler gesessen hat!" Eine verwechslungsmöglichkeit hält der Zeuge für ausgeschlofsen, es sei denn, daß Poposf einen Doppelgänger habe.

Das Gericht beschließt, im Vorraum des Haus­haltssaals einen ßofaltermin zur Rekonstruk­tion der von den Zeugen wiederholt beobachteten Begegnung abzuhatten. Bei dem Lokaltermin hiel­ten sowohl der Zeuge Karwahne wie der Zeuge Frey ihre Aussagen aufrecht. Karwahne bleibt da­bei, daß van der Lubbe derjenige war, der mit Torgler durch den Raum ging; Frey erkennt auch diesmal Popoff wieder und glaubt nicht an die Möglichkeit einer Verwechselung mit Dr. Neubauer.

Meine politische Nachrichten.

Pfarrer Bruno Adler, der Provinzleiter der Glaubensbewegung Deutsche Christen ist zum evan­gelischen Bischof von Münster ernannt worden. Bischof Adler ist 37 Jahre alt. Er ist in Itzehoe geboren und stammt aus einem alten Bauern- und Freischöffengeschlecht. Nach fünfjähri­gem Militärdienst begann er 1919 mit dem Stu­dium der Theologie. Seit 1922 gehört er der NSDAP, an.

Die deutsche Gesandtschaft in Prag hat gegen die Aufführung der tschechischen Revue Der Esel und fein Schatten" Einspruch erhoben. Die Revue enthält Stellen, in denen das Deutsche Reich, feine Regierung und das Haupt der Regie­rung in schwer st er Weise verhöhnt und herabgesetzt werden. Die Revue wird

Dan der Lubbe und popoff werden von Zeugen als Degleiier Torglers wiedererkannl.

in den besuchtesten tschechifchen Revuetheatern auf­geführt.

*

Durch Dorstandsbeschluß wurden aus dem Ver» ein Berliner Presse u. a. ausge­schlossen: Hans Goslar, ehemaliger Pressechef im Staatsministerium, Paul Lobe, ehemaliger Reichstagspräsident, Victor Schiff (früher Redak­teur beim Vorwärts), Karl Spiecker, ehemaliger Reichspressechef im Kabinett Marx.

Bis zum 12. November wird der Großsender Mühlacker von 19 Uhr ab wieder regelmäßig den Betrieb übernehmen und daneben zu gewissen Tageszeiten, die besonders bekanntgemacht werden, senden. Auch der Großsender München bleibt bis zum 12. November täglich ab 19 Uhr in Be­trieb. Für die zeitweiligen Tagessendungen des Großsenders München ist dieselbe Regelung wie für Mühlacker vorgesehen. Vom 13. November ab stellen die Großsender Mühlacker und München ihren Betrieb zur Fortsetzung der Umbauarbeiten ein und werden wie es jetzt schon bei Tage ge­schieht durch die Rundfunksender Stuttgart» Degerloch und München-Stadelheim ersetzt.

Oer hefsischeBundessängeriag in Bürgen.

Aus allen Teilen des Hessenlandes, aus Starken­burg, Oberhessen und Rheinhessen, sind die Anmeldungen zahlreich in Bingen eingelaufen. Das Interesse, das die hessischen Sänger dieser ersten Sängerkundgebung entgegenbringen, ift sehr groß. Selbst aus Oberhessen, das von Bingen am weitesten entferntliegt, haben sich Vereine mit großer Mitgliederzahl angemeldet, um an dieser Kundgebung für den deutschen Männergesang am 28. und 29. Oktober teilzunehmen. Fast jeder Verein wird wenigstens eine Fahnenabordnung nach Bin­gen schicken, so daß der Festzug, der zum Bundes- fängertag, Sonntag, 29. Oktober, sich durch die Straßen der Stadt bewegt, ein farbenprächtiges Bild geben wird, lieber 120 Fahnen werden er­wartet.

Diesem Festzuge voraus gehen Fahnenschwinger. Verschiedene Musikkapellen begleiten den Zug.

Auch das Bundesbanner, das ganz feilen zu Veranstaltungen gezeigt wird, soll im Festzuge mitgeführt werden.

Da es sehr schwer ift und von Fahnenträgern nicht getragen werden kann, wird ein besonderer Wagen für dieses Banner der hessischen Sänger aufgebaut.

Die Sänger marschieren, nach Stimmen einge» teilt, zum Marktplatz und nehmen vor dem Fahnen­wald Ausstellung. Der Massenchordes Gaues Bingen, der aus 2500 Sängern und 200 Kindern besteht, trägt bann bie ChöreAn bas Vaterland" von Kreuzer undAn die deutsche Nation" von Franz Willms vor. Einstimmig begleitet von Blä- fern singt zum Schluß der Kundgebung der Massen- chor den Chor von Musikdirektor Jos. K n e 11 e I (Gauchormeister des Gaues Bingen),Deutschland, heil'ger Name". Dieser gewaltige Chor wird wie ein

Bekenntnis zum neuen Staat erbrausen und den vielen tausend Sängern, die an der Kundgebung teilnehmen, zu Herzen gehen. Der Chor wurde in Düsseldorf und in Bingen aufge­führt und hinterließ stets einen tiefen Eindruck.

Auf dem historischen Marktplatz wird ferner ein bedeutender Führer der Sängerbewegung sprechen. Welcher Führer erscheinen wird, steht noch nicht fest. Zur Sängertagung ist ferner eine wertvo11e Ausstellung in Vorbereitung. Material aus der Gründerzeit der alten rheinhessischen Vereine wird im Binger Heimatmuseum gezeigt. Wertvolle Ur­kunden sind für die Ausstellung vorgesehen. Die Sitzung des erweiterten Bundesvorstandes ist bereits Samstag um 10 Uhr. Um 20 Uhr findet der Deutsche Abend statt, der die hessischen Sänger zu einem fröhlichen Beisammensein vereint.

Da bie Tagung in Bingen für alle Gesangvereine Hessens von großer Bebeutung ift weil hier zum ersten Male bie

Stellung der Gesangvereine im nationalsozia­listischen Staate

einer eingehenden Würdigung unterzogen wirb unb weil bie Richtlinien für bie künftige Weiterarbeit der Vereine bekannt gegeben werden erwartet die Bundesleitung, daß kein Verein fehlen wirb und jeder Dirigent es als feine Ehrenpflicht anfieht, zu dieser großen Heerschau zu erscheinen.

Die weinfrohe Rheinstadt Bingen rüstet zum Empfang. Sie bereitet nicht nur die große Kund­gebung würdig vor, sondern wird auch dafür sor­gen, daß der Binger DreiklangWorscht, Weck und Woi" den Sängern in angenehmer Erinnerung bleiben wird.

Daten für Donnerstag, 26.Oktober.

1757: ber Staatsmann Friedrich Karl Freiherr vom unb zum Stein in Nassau geboren (gestorben 1831); 1800: Graf Helmuth von Mottke in Par­chim geboren (gestorben 1891); 1828: ber Land- mirt Albrecht Thaer in Möglin gestorben (geboren 1752); 1918: Rücktritt Ludendorffs; 1919: Oesterreich ratifiziert den Frieden von Saint-Ger­main.

Wettervoraussage.

An ber Rückseite bes sich norboftroärts verlagern­den Tiefs bringt nunmehr kalte maritime Lust nach Deutschland vor. Unter ihrem Einfluß wird sich der Witterungscharakter veränderlich gestatten. Neben wechselhafter Bewölkung, die ab und zu durch Auf­heiterung unterbrochen wird, treten vereinzelt Re­genschauer auf. Die Temperaturen bleiben dabei verhältnismäßig niedrig und dürften nachts stellen­weise unter den Gefrierpunkt zurückgehen.

Aussichten für Freitag: Wechselnd wol­kig, mit Aufheiterung, kühl, nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt, einzelne Regenschauer.

Aussichten für Samstag: Noch wech­selhaftes Wetter.

Lufttemperaturen am 25. Oktober: mittags 13,6 Grad Celsius, abends 11,1 Grad; am 26. Oktober: morgens 6,3 Grad. Maximum 14,7 Grad, Minimum 6 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. Oktober: abends 10 Grad; am 26. Oktober: mor­gens 8,7 Grad Celsius. Niederschläge 3,5 mm.> Sonnenfcheindauer eine Stunde.