Ausgabe 
26.9.1933 Frühausgabe
 
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S.J.-fport

Regelung des Handballs im Bezirk Hessen OT. und OSB. Zu einer eingehenden Besprechung hatte der Hand­balleiter des Gaues Nordhessen Denn (Kassel) oer- gangenen Sonntag die maßgebenden Warte aus den alten Gauen des Mittelrheinkreises, die nunmehr zum Gau Nordhessen (Kassel) gehören, eingeladen. Von der DSB. war der Sachbearbeiter Baum- s ch u b (Wetzlar) anwesend. Trotz der mancherlei Schwierigkeiten der praktischen Durchführung der gegebenen Richtlinien ist von den Beteiligten eine Lösung gefunden worden, die allen Vereinen gerecht wird. Bei einer derartigen tiefgreifenden Umgestal- hing, wie der neuen Einteilung in Sportgaue, lassen sich natürlich anfänglich manche Härten nicht ver­meiden, doch bei gutem Willen werben auch diese bald beseitigt sein.

Für die Vereine unserer engeren Heimat ist aus der Sitzung folgendes Wissenswertes mitzuteilen: Wir gehören im Gau Nordhessen zum 2. Bezirk Gie­ßen. Dieser Bezirk umfaßt auch die zweite Staffel der Gauklasse, der acht Mannschaften angehören. Diese sind wieder nach geographischen Oefid)t9punt= ten in zwei Gruppen zusammengefaßt. In der Gruppe Gießen spielen: Spieloereinigung 1900 und Mtv. Gießen, To. 1847 Wetzlar und Hachenburg. Sollte letztere Mannschaft aus wirtschaftlichen Gründen' frei­willig ausscheiden wollen, so springt hierfür Turnv. Wetzlar-Niedergirmes ein. In der Hanauer Gruppe sind: Polizei Hanau, Dörnigheim, Kesselstadt und Nieder-Eschbach. Beide Gruppen beginnen ihre Spiele am 8. Oktober unter Leitung von Gauspiel- wart Denn (Kassel).

In der folgenden Bezirksklasse spielen alle Meister- Mannschaften der alten Turngaue Hessen, Lahn- Dill, Aar, Main-Offenbach-Hanau nebst den gleich spielstarken DSB.-Mannschaften. Leitung und Spiel­beginn wie bei der Gauklasse.

Alle übrigen Mannschaften haben schon ihre Runde in den alten Turngauen begonnen, so daß hier nur noch die DSB.-Mannschaften eingereiht werden müssen. Die Verwaltung dieser Spielreihen geht an die Spielwarte der neuen Turnkreise über. Und zwar ist diese Neueinteilung folgendermaßen im Bezirk Gießen: der Bezirk hat keinen Spielwart und untersteht dem Gau. Der 1. Kreis umfaßt die politischen Kreise Marburg, Biedenkopf und Dillen­burg; der 2. Kreis Gießen, Wetzlar, Alsfeld und Schotten; einen weiteren Kreis bilden die Kreise Friedberg, Büdingen und Usingen. Die übrigen Kreise liegen außerhalb unserer engeren Heimat. Für den Kreis Gießen soll als Spielwart: Turner Albert Luh, Allendorf (Lahn), für den Kreis Friedberg: August Langsdorf, Bad-Nauheim, zur Ernennung voraeschlagen werden.

Dies ist in Kürze das Wichtigste für die Vereine, die damit nun wissen, wo sie spielen. Hoffentlich beginnt nun mit der Einigung ein weiterer Auf- stieg in der Spielbewegung unserer Heimat.

, FE.Teutonia^Wahenborn-Steinberg

Teutonia Watzenborn-Steinberg (Liga) gegen Sportverein 1920 Lollar (Liga) 3:2 (2:2).

Der abwechslungsreiche, mit größter Energie und letztem Einsatz eines jeden einzelnen Spielers aus- getragene Kampf brachten den Teutonen einen weiteren Erfolg. Zwei gleichwertige Mannschaften kämpften um Sieg und Punkte.

Das Spiel begann mit stürmischen Angriffen der Platzbesitzer. Der Ball wurde genau und immer flach zugespielt. Es klappte in allen Mannschafts- teilen ganz vorzüglich. In der 7. Minute fiel bereits der Führungstreffer durch den Mittelstürmer der Platzbesitzer. Die Gäste wurden überspielt, wurden nervös. Bei einem neuen Angriff wurde der Links- außen zu Fall gebracht und der verhängte Straf- stoß aus 18 Meter Entfernung von ihm selbst mit unheimlicher Wucht in der 12. Minute zum zweiten Treffer verwandelt. In der 14. Minute folgte ein harter Schluß des Halblinken, der aber von dem Lollarer Torhüter bravourös zur Ecke abgelenkt wurde. Die Teutonen fühlten sich siegessicher, aber mangelhafte Deckungsarbeit der Platzbesitzer begün­stigte die Gäste. In Der 16. Minute holte der Rechts­außen Lollars ein Tor auf und in der 20. Minute erzielten die Gäste den Gleichstand. Die Lollarer

wurden nun recht angriffslustig und Steinbergs Hintermannschaft bekam viel Arbeit. Es wurde weiter hart um die Führung gekämpft. Beiderst s wurden aber sichere Gelegenheiten zum Torschuß "^Dtt""roette ^Halbzeit begann mit begeisterndem Elan. Das Spiel erreichte seinen Höhepunkt. Wer wird am besten durchhalten, war die große Frage. 25 Minuten vor Schluß schied Steinbergs rechter Läufer wegen Verletzung aus, außerdem prallten Lollars linker Läufer und der linke Verteidiger zu­sammen. Der Verteidiger konnte sich daraufhin nicht mehr voll einsetzen. Im Endspurt stand aber Watzenborn-Steinberg besser durch, wurde leicht über­legen. 12 Minuten vor Schluß wurde em gut her- eingegebener Eckball durch Steinbergs Mittelläufer zum Siegestreffer verwandelt. Die Teutonen blieben nach heroischem Kampf, der auf beiden Seiten be- achtliche Leistungen zeigte, glücklicher Sieger Schieds­richter Michel hatte das Spiel stets m der Hand und leitete gut. .

Die zweiten Mannschaften beider Vereine liefer­ten sich vorher einen schönen Kampf, der im Zeichen eines Freundschaftskampfes ausgetragen wurde. Beide Mannschaften zeigten recht anspre­chende Leistungen. Das Spiel wurde in überraschend lebhaftem Tempo geführt. Die Gegner waren sich im Feldspiel ebenbürtig. Lediglich im Sturm waren die Einheimischen etwas schwach und dieser Um- stand brachte sie um den Sieg. Erst zum Schluß gelang es den spielstarken Gästen, zweimal zum Erfolg zu kommen. Die 1. Jugend spielte in Alten- Buseck und landete einen überzeugenden Sieg. Mit 5:2 Toren wurden die Gastgeber geschlagen.

Spielvereinigung 1900 Gießen.

Die erste Geländesportübung am Samstagabend zeitigte eine überraschend gute Beteiligung der Aktiven, denn annähernd 50 Teilnehmer hatten sich dazu eingefunden. Die Ucbung an sich war recht gut aufgezogen. Insbesondere der Marsch durch die Wälder stellte bei der herrschenden Dunkelheit große Anforderungen. Die Teilnehmer waren aber mit Begeisterung bei der Sache.

1900 11 Leihgestern I 4:4 (2:2).

Das Resultat gibt hierbei den Spielverlauf nicht wieder. Zweimal hatten sich die Hiesigen einen Vorsprung von 2 Toren verschafft (2:0 und 4:2), aber jedesmal glich der eifrige Gegner aus. 1900s Angriffsreihe verschenkte den sicheren Sieg. Fischer im Tor ließ manchen haltbaren Ball passieren.

1900 111 Grüningen 1 2:0 (0:0).

Seit ihrem letzten Auftreten in Gießen haben sich die Grüninger spielkulturell sehr verbessert. 1900 hatte eine gute und eifrige Elf gestellt, so daß auch dieses Treffen stets sehr spannend war. Durch Miß­verständnis verschuldeten die Gäste ein Eigentor. Arnold II stellte durch einen weiteren Erfolg den Sieg sicher.

Fußballklub 1926 Großen-Buseck.

Großen-Buseck 1 Daubringen I 6:0 (2:0).

Am Sonntag löste die 1. Mannschaft des SC. 1921 Daubringen eine Rückspielverpflichtung gegen die 1. Elf des FC. 1926 Großen-Buseck em. Die Gäste, mit nur 10 Mann antretend, konnten in der ersten Halbzeit das Spiel offen halten. Eine 2:0- Führung der Einheimischen bis zur Halbzeit war, obwohl die gegnerische Hintermannschaft sich gut verteidigte, nicht zu vermeiden. Nach Halbzeit sah man nicht mehr das schöne Spiel wie vorher, da die Gäste dem Spieltempo nicht mehr standhielten und in die Abwehr gedrängt wurden. Eine Ver­besserung der Ergebnisse war trotzdem dem ein­heimischen Sturm, der sehr gut zusammenspielte, vorerst nicht möglich. Erst in der letzten Viertel­stunde konnte das Endergebnis von 6:0 hergestellt werden. Der Großen-Busecker Mannschaft gebührt, obwohl sie auch Ersatz in ihren Reihen hatte, für das schöne Spiel ein Gesamtlob. Das Spiel wurde von Roon (Gießen) sicher geleitet.

Vor diesem Spiel standen sich die Schüler beider Vereine gegenüber. Auch hier konnten die Ein­heimischen, nachdem die Gäste bei der Pause 1:0 in Führung lagen, mit 4:1 Sieger bleiben.

Das Programm des Deutschen Skiverbandes.

Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele1936. Besondere Förderung der Jugend.

pflichten, die als Wandertrainer eingesetzt werden sollen und in diesem Winter an den skisport­lichen Brennpunkten Sondierungskurse abhalten Der DSV. hat zwei Fronten Die eine läuft vom Harz über Thüringen, das sächsische Bergland zum Riesen­gebirge. Die andere große Linie reicht entlang der Alpen, vom Feldberg bis nach Berchtesgaden und in den Bayerischen Wald. Auf diesen beiden Fronten werden zwei Norweger eingesetzt, um in Kursen, an bestimmten Plätzen unter Aufsicht der sportlichen Füh­rung des DSV. Auswahl zu halten, mit besonderem Augenmerk auf den Nachwuchs. Als Grundlage für ihre Arbeit hat die sportliche Führung des DSV. die Absicht, den Wettkampf mit Rücksicht auf die Olympischen Winterspiele ausschließlich nach der In­ternationalen Wettlauf-Ordnung durchführen zu lassen. Unsere Läufer müssen sich an diese Bestim­mung gewöhnen. Beispielsweise ist hier im Gegensatz zur alten DSV.-Wettlauf-Ordnung festgeleat, daß Junioren von 18 bis 20 Jahren keinen Langlauf gehen dürfen. Die Jungens müssen springen und immer wieder springen. Hier lag einer der größten Fehler der Vorbereitung unseres Nachwuchses.

3n den letzten Jahren trat immer deutlltcher zutage, daß wir wohl ausgezeichnete Lang­täufer besitzen, vielleicht auch einige Speziat- springer, aber keineswegs Leute, die, mit Ausnahme der alten Kämpen, gut in der Kombination waren. Die Krone des Laufes bleibt nun einmal die Kombination von Lang- und Sprunglauf.

Einen dritten Norweger wollen wir in Garmisch- Partenkirchen, also im Gelände der Olympischen Winterspiele, einsetzen. Hier soll eine Art Wander- lager am Eckbauer, dem Domizil von Altmeister Martin Neuner, eingerichtet werden, wohin die geeignetsten Nachwuchsläufer des DSV. für be­stimmte Zeit geschickt werden. Kein Konzentrations- lager, sondern ein zwangloses Beisammensein, wo die Leute sich kennenlernen sollen und mit dem I Norweger Tag für Tag im Langlaufgelände herum- 1 treiben. Jeder Fleck, jeder Busch, jeder Hang, jede

Der D e u t s ch e S k i - V e r d a n d hat an den Deutschen Olympischen Ausschuß ein in allen Einzel­heiten ausgearbeitetes Programm über die Vorbe­reitungen der deutschen Skiläufer für die Olympi- fchen Winterspiele 1936 in Garmisch-Partenkirchen überreicht, dem wir Folgendes entnehmen:

Der Deutsche Ski-Verband und seine sportliche Führung ist in der Lage, dem Deutschen Olympischen Ausschuß ein klares Programm für die Vorberei­tung der Olympischen Winterspiele zu unterbreiten.

hervorragendes, prächtiges Menfchenmalerial stehl in großer Masse dem Deutschen Sfi- verband zur Verfügung.

In weitem Umfange muß dessen sachgemäße und organische Ausbildung in die Hand genommen wer- den. Mit Freude kann festgestellt werden, daß nach den Besprechungen des Sportwartes nicht nur das Reichsheer, sondern auch die SA ihre Jugend in weitgehendem Maße unseren Zwecken zur Versü- flung stellen will. Das gleiche ist von der Turner- schäft zu erhoffen, die bisher gerade im Skilauf eigene Wege ging, heute jedoch nach einer Rück- spräche mit dem seinerzeitigen ersten Vorsitzenden, Dr. Vteuenborff, das notwendige Verständnis unseren Zielen entgegenzubringen scheint.

Im soliden Aufbau, ruhig und selbstverständlich sollen die Vorbereitungen des Deutschen Ski- Verbandes für die Olympischen Winterspiele 1936 in die Hand genommen werden.

Zunächst sei ein Programm für den Winter 1933/34 aufgestellt. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß uns bis zum Jahre 1936 nur noch zwei Winter zur Verfügung stehen. Es muß also sofort mit aller Energie und mit dem Einsatz aller zur Verfügung stehenden Kräfte an die große Aufgabe herangegan- gen werden.

Zunächst soll davon abgesehen werden, die Ski­läufer in einem Trainingslager zusammenzuziehen. Es gilt heute erst einmal die Spreu vom Weizen zu sondern. m

Es sind bereits Verhandlungen im Gange, nor­me gif c^e Amateurtrainer zu oer.

Sonnen- und Schattenseite muß kennengelernt wer­den und ebenso oft als möglich unter Anleitung des Norwegers auf der Olympiaschanze ihr Sprungver­mögen verbessert werden. Also keineswegs eine Vor­bereitung wie sie im Jahre 1928 für St. Moritz in großem Ausmaß in die Hand genommen war, jedoch später restlos versagte, weil man es nicht verstanden hatte, auf die Eigenart des sportlichen Skiläufers einzu'gehen. Es soll nicht verkannt werden, daß Diszi- plin und straffe Zucht die erste Vorbedingung für die Arbeit des Deutschen Ski-Verbandes sind.

In ähnlicher Form sollen Abfahrt und Slalom durch erprobte Könner (Friedel D ä u b e r usw.) in den Hauptgebieten geübt werden (Beurteilung des Geländes, Slalomroutine nicht durch stures Tainieren auf ein- und derselben Abfahrtsstrecke, sondern durch freizügiges Bewegen im Gelände).

Für die Frauen ist ein zehntägiger Lehrkursus am Kreuzeck vorgesehen, wo ebenfalls einer unserer besten Abfahrtsläufer den Mädels das nötige Können beibringen soll. Zu bemerken ist, daß von jetzt ab Langläufe für Damen oder die sogenannten Geländeläufe im DSV. allge­mein verboten sind. Wie dies auch bereits die rIS bei ihren großen Damen-Veranstaltungen tut, sollen für die Damen nur leichte Abfahrtsläufe und Sla­loms abgehalten werden. Der DSV. hat dies bereits in den Ausschreibungen der Winter-Kampfspiele 1934 angeordnet. Es wird von den Frauen also keine ungeheure Willens- und Energielei­

stung verlangt, wie dies früher, keinesfalls zum Nutzen der Mädels der Fall war.

Nach all diesen Vorbereitungsarbeiten werden die Besten bei den DSV.-Meisterschaften in Berchtes­gaden zu einer geschlossenen Nationalmannschaft zu­sammengestellt.

Kapitäne werden alte erfahrene, aktive Läufer, die für alles verantwortlich gemacht werden, was das richtige Management anbelangt.

Für die Lang- und Sprungläufer ist Gustl Mül- (e r in Aussicht genommen, für die Abfahrtsläufer Karl Neuner und für die Domen Hadi Pfeif- fer-Lantschner. Der DSV. wird sodann Expe­ditionen zu den fI8-Wettkämpfen, zu. den Meister­schaften der Schweiz, Finnland und Bulgarien, des HDW. und tunlichst auch des Oesterreichischen Ski- Verbandes entsenden, um die Läufer und Springer an fremde Umgebung, unbekanntes Gelände und verschiedenartige Sprungschanzen zu gewöhnen und letzten Endes, um zu zeigen, daß deutsche Skiläufer ihren Mann stehen.

Hand in Hand geht die Vorbereitung der Jugend, vornehmlich der Jugendklasse I (16 bis 18 Jahre), die in sportlicher Hinsicht in die Hände des Sportwartes überzuleiten ist. Diese Buden wer­den zum großen Teil im Jahre 1936 in der Natio­nalmannschaft vertreten sein. Die Besten werden zu einem Sonderkursus in Berchtesgaden während der Meisterschaften zusammengezogen.

Der Tag des deutschen Radfahrers in Berlin.

In Berlin wurde von den Radsportverbänden einTag des deutschen Radfahrers" begangen, der feinen Höhepunkt in einem großen Korso der Fahrer durch Berlins RepräsentationsstraßeUnter den Linden sand.

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DasTrengelöbniSderTurneramAaiionaldenkmal

Zur 50-Jahr-Feier am Niederwald haben die Turner des etwa 200 000 Mitglieder zählenden Mittelrheingaues der DT. fünf große Gedenkftaffeln gelaufen, an denen über 20 000 Turner teilnahrnen. Der Hauptlauf 4, der durch unser Heimatgebiet führte und 200 Kilometer lang war, beanspruchte zur Hauptstaffel und den vier dazu gelaufenen Nebenstaffeln allein 4000 Läufer. Der Lauf begann in Marburg mit einer kleinen, aber würdigen Feierlichkeit, zu der sich auf dem ehrwürdigen Marktplatz außer der Marburger Turnerschaft eine sehr stattliche Zuschauerzahl eingefunden hatte. Nach einigen flotten Märschen des Spielmannszuges er­öffnete der Vorsitzende der Marburger Turnerschaft, Studienrat Dr. Stier, mit Worten herzlicher Be­grüßung, worauf Bezirksoberturnwart R. Paul (Gießen) Sinn und Zweck der Niederwald-Gedenk- läufe treffent) barlegte. In Gießen fand in der Mitternachtsstunde, als dort die von Lauterbach und Friedberg kommenden Nebenläufe eintrafen, ebenfalls eine kleine Feier statt, über die wir schon berichtet haben. Aehnliche Feiern gab es in der Nacht in Limburg (Eintreffen der Nedenstaftel von Hachenburg) und in Freiendiez (Aufnahme der Nebenstaffel von Ems).

Nachfteyend bringen wir die Urkunden des Haupt­laufs 4 und feiner Nebenstaffeln im Wortlaut. Die Urkunden wurden am Niederwald feierlichst Reichs­minister Goebbels als dem Vertreter des Herrn Reichskanzlers überreicht. Zu bemerken ist noch, daß Hauptlauf 4 unter der Oberleitung von Be­zirksoberturnwart Paul (Gießen) einen reibungs­losen Verlauf nahm.

Oie heimischen Urkunden

Haupt staffel 4, von Marburg kommend:

Die Hessenturner entbieten am Tage der Enthül­lung des Nationaldenkmals in 200Kilometer langem Lauf, in Marburg an der Lahn beginnend, dem hochverehrten Kanzler des Reiches treueste Grüße und versichern mit heißem Herzen unbegrenzte Hin­gabe für die Arbeit am Neubau des Reiches. Für Marburgs Turner: Dr. Stier. Für den Bezirk Hessen: R. Paul, Oberturnwart."

Nebenlauf, in Lauterbach beginnend:

Unserem Führer! Aus der Nordostecke des Vo- gelsberges, unweit des Hoherodskopfes, jenes Berges, auf dem wir am Abend des 18. Juni 1932 der unvergeßlichen Bergpredigt unseres Füh- rers lauschen durften, aus dem alten Hefsenstädtchen Lauterbach, der Geburtsstadt Adolf Spieß', des Be­gründers des deutschen Schulturnens, des Wegberei­ters Iahn'schen Gedankengutes, entbieten Turner und Turnerinnen unserem Stangler und Führer an- läßlich der 50-Iahrfeier am Niederwalddenkmal Gruß und Treugelöbnis. Fest steht und treu die Wacht am Rhein, wir alle wollen Hüter sein! Tur­nerschaft Lauterbach, Hessen."

Nebenlauf, in Friedberg beginnend:

Zur 50. Wiederkehr des Tages der Einweihung des Nationaldenkmals als Sinnbild der Deutschen Einheit überbringen die Turner der Wetterau von der alten Reichsstadt Friedberg aus das Gelöbnis | unverbrüchlicher Treue zu Volk und Vaterland und seinen großen Führern. Friedberg in Hessen, 24. Sep- | tember 1933. Kreisführer: Thierolf.

Handball im OSC.

Am Sonntag trug der OSC. sein erstes Hand­ballspiel aus. Mit einer schwachen Mannschaft wurde das Spiel gegen die 1. Mannschaft der hie­sigen 2. Kompanie 16:2 verloren. Die Soldaten traten mit ihrer kompletten Ersten an. Die Läu­serreihe des OSC. war dem schuhgewaltigen Sturm der Soldaten, die mit Schmidt, Hill, Langenohl, Kern, Krämer spietten, nicht immer gewachsen. Das Spiel wurde äußerst hart ausgetragen. Trotz der hohen Niederlage hielten die OSC.er das Spiel offen, wenn auch nicht zu verkennen war, daß die Soldaten hinsichtlich der Technik und Stellungs­spiel vieles voraus hatten.

Hilde Krahwinkel siegt weiter.

Auch das Tennisturnier in Montreux konnte am Montag zu Ende gebracht werden. Hier gab es er­freuliche deutsche Erfolge. Nachdem unsere Spitzen- spielerin Hilde Krahwinkel schon im Einzel siegreich geblieben war, holte sie sich auch noch die Titel im Damen-Doppel mit der Schweizerin Payot zusammen, und mit von Gramm als Partner legte sie auch auf dasMixed" Beschlag. Der deut­sche Meister von Gramm zeigte wieder eine schöne Leistung und überspielte im Einzel den Italiener de Stefani 6:4, 6:3, 0:6, 6:3.

Ionath nicht mehr aktiv?

Der deutsche Meisterläufer Artur I o n a t h (Bochum) wird sich aus beruflichen Gründen nicht mehr aktiv betätigen. Ionath ist dem väterlichen Geschäft eine wertvolle Kraft und wird mit der

ihm übertragenen Arbeit so stark beansprucht, daß er keine Zeit mehr zu einem geregelten Training findet. Ionath hat sich aus diesem- Grunde ent­schlossen, an sportlichen Wettkämpfen nicht mehr zu beteiligen.

Der Rücktritt unseres ausgezeichneten Kurzstrecken­läufers, der in diesem Jahre wegen einer Ver­letzung nicht so stark in Erscheinung trat, kommt trotz der Gerüchte, die schon hier und da herum­schwirrten, dennoch etwas überraschend. Ionath ist erst 24 Jahre alt und tritt damit schon sehr früh­zeitig von der Kampfbahn ab. Seine großen Er­folge, vor allem fein Doppelsieg bei den Deutschen Meisterschaften des Jahres 1932 über 100 und 200 Meter find noch in guter Erinnerung. Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles war Ionath der schnellste weihe und europäische Läufer, lieber 100 Meter holte er für Deutschland hinter den Schwarzen Tolan und Metcalfe die Bronze- Medaille.

Kurze Sportnotizen.

Im Ausscheidungskamp f um die Fuß­ball-Weltmeisterschaft trennten sich die Schweiz und Iugoslaoien in Belgrad vor 20 000 Zuschauern mit einem Unentschieden von 2:2, so daß also erst das Rückspiel auf schweizerischem Boden entscheiden wird, wer an den Schlußspieler» in Italien teil- nehmen wird.

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Gin weiteres Fußball-Länderspiel endete in Oslo mit einem l:0-(l:0-)Sieg der Schwe- den über Norwegen.