Die italienisch« ^Regierung ljabe nicht di« Absicht, den Präsidenten der Abrüstungskonferenz aus dem Sattel zu heben und wolle auch nicht verhindern, daß die gute Arbeit der Abrüstungskonferenz fortgesetzt werde Aber sie sei der Ansicht, daß jetzt baldmög- lichst einnützlicherWeg gesunden werden fall«, um die Aussichten auf eine dienliche Abmachung zu fördern. In gleicher Weise hab« der Vertreter Frankreichs in GenH davon Abstand genommen, eine starre Haltung einzunehmen. Er lege natürlich Wert auf ein Vorgehen, das die Aussicht auf ein Ergebnis in kürzester Zeit eröffne.
Die Abrüstungskonferenz müsse am Leben erhalten bleiben. Nichts würde verhängnisvoller fein, als wenn man dieses verfahren aufgeben würde, so lange man keine andere bessere Methode an feiner Stelle habe. Das wäre die Lage gewesen, die sich auf der Sitzung am letzten Mittwoch ergeben hätte. Bedauerlicherweise sei die französische Regierung jetzt gestür; t worden. Er habe aber dem Vertreter der französischen Regierung erklärt, er hoffe, sie möge Mittel und TB e g e finden,um mit der deutschen Regierung in Verbindung zu treten. Ein solches Unterfangen würde die volle Sympathie Englands finden. Er habe der deutschen Regierung mitgeteilt, dah die eng- tische Regierung den Erklärungen, die Hitler und andere deutsche Vertreter letzthin abgegeben hätten, die größte Aufmerksamkeit widme.
Nach dem Staatssekretär des Aeuheren sagte der konservative Vizeadmiral Taylor u. a.: Ur- fachen eines etwaigen Krieges feien in Europa tatsächlich vorhanden, und zwar in den ungerechten Friedensoerträgen mit Ungarn, Deutschland und Oesterreich. Wenn nicht von der englischen Regierung und den anderen großen Nationen der Welt etwas getan werde, um diese Beschwerden ju beseitigen, so werd« es niemals Abrüstung geben, und sicher werde die Gefahr des Krieges Heraufziehen. Es würde von der britischen Regierung eine staatsmännische Großtat sein, wenn sie ankündigen würde, daß sie die Revision der Friedensverträge unterstütze und für Gerechtigkeit gegenüber Ungarn, Oesterreich und Deutschland sei.
Oie englische Vermittlung.
Eine Erinnerung trennt Deutschland und Frankreich.
London, 24. Nov. (WTB.) Der englische Außenminister Sir John Simon machte heute abend in einer öffentlichen Rede u. a. folgende Ausführungen:
Den Kernpunkt der Abrüstungsfrage bilden d i e deutsch-französischen Beziehungen. Frankreich ist von tiefem und aufrichtigem Friedenwillen beseelt, aber es hält an der Erinnerung fest, daß sein Gebiet wiederholten Einfällen ausgesetzt gewesen ist. Auf der anderen Seite sind die Deutschen ein großes Volk, das die bittere Erinnerung an eine Niederlage und an die ihm durch Vertrag auferlegte E n t w a f- n u n g nicht verwinden kann. Dieser Vertrag hat die Entwaffnung der übrigen Vertragspartner von der Entwaffnung Deutschlands nicht eigentlich abhängig bemacht, wohl aber enthält er ausdrücklich b i e Absicht der Sieger, bcr Entwaffnung Deutschlands b i e ihre folgen zu lassen. Die neue deutsche Generation hat die Erinnerung, von der ich sprach, geerbt, und i h r Führer verkörpert in seiner Person den Anspruch des deutschen Volkes auf Würde und Gleichberechtigung. Bei beiden Völkern, bei den Franzosen und bei den Deutschen, bildet eine Erinnerung d i e Schranke, die sie trenn* Nur, wenn wir für die Gewalt dieser Erinnerungen Verständnis haben, sind wir innerlich geeignet, bei dem Werke der Versöhnung Frankreichs und Deutfchlands Hilfe zu leisten und das Abrüstungsproblem zu lösen.
Wer leitet den „Petit parisien"?
Herr Eli BoiS ein unlauterer und korrupter Journalist.
B e r li n , 25. Nov. (END.) Die „B ö r s e n z e i - tung" berichtet aus Paris über, bie Persönlichkeit bes Ehesredakteurs des „Petit Parisien":
Es dürfte in Deutschland von nicht geringem Interesse sein, zu erfahren, daß der Chefredakteur des „Petit Parisien", Eli Bois, der für die gemeinen Fälschungen jenes Blattes bie Hauptverantwortung trägt, in eingeweihten Pariser Kreisen schon lange als ein unlauterer unb korrupter Journalist bekannt ist. Bei einer Enquete über verschiebene Korruptionserscheinungen, die der frühere Ministerpräsident Laval anstellte, wurde auch Herr" Eli Bois auf das schwerste belastet. Es wurde ihm nad)gerate- sen, daß er monatlich Bestechungsgelder in höhe von 30 000 Francs angenommen hat. Ein Versuch Lavals, diese Zierde" der französischen Ivurnalistenschaft am weiteren Wirken zu verhindern, mißlang leider, weil der Herr Eli Bois offenbar kongeniale Besitzer des „Petit Parisien" Dupois, obwohl er von der Angelegenheit vollkommen unterrichtet war, an dem schmutzigen Verholten seines Chesredakteurs keinerlei Anstoß nahm und mit dem Schwerbclasteteten weiter zusammenarbeitete, als ob nichts geschehen sei Bei dieser Gelegenheit mag noch festgestellt werden, daß es in Pariser Kreisen fein Geheimnis ist, daß Herr Eli Bois auch dem geflüchteten deutschen Kommunistenführer Willi Münzenberg sehr nahesteht und ihn bei der Herausgabe seiner Hetzschrift „Die Aktion" mit Rat unb Tat unterstützt.
Oer zweite Hetzer entlarvt.
Auch die Publikation der Laturdah Review eine Fälschung.
Berlin, 25. Nov. Nachdem erst vor 24 Stunden oic verwerfliche Brunnenoergistung des „Petit Parisien" in der Orsfentlichkeit einhellig an den l rangcr gestellt wurde, hat sich jetzt ein zweiter ".etzer sv in seine eigenen Lügen verstrickt, dah er lucht mehr weiter kann. In der englischen Wochen- jchrist „saturdav Review" hatte deren her- ausgeber Wentworth Day einen Artikel oeröffent- Iid)t, von dem er behauptete, dieser stamme aus derFederdesReichspropagandamini. st er«- Auf ein Dementi von Dr. Goebbels kam Day mit der 'Behauptung es handele sich um ein Inter- vitro. Auch diese Behauptung war eine Lüge Nun- mehr erklärt das Blatt, das Interview sei angeblich nm 26. '21 u gu ft 1 93 2 e i n e r literarischen
genturzurVerfügunggestellt »orten.
Das Berliner Echo.
Das für einen ^Beitrag" erwartet man in London von Deutschland?
Berlin, 25. Nov. (CNB. Funkspruch.) Die gestrige Unterhausrede des englischen Auhen- mimfters enthält eine Fortsetzung der schon von Macdonald aufaenommenen Bemühungen um eine Vermittlung in der Abrüstungsirage Dies« Vermittlung scheint der einzige Beitrag zu fein, den England zur Lösung des Problems leisten will. Simon hat gestern mit keinem Wort davon gesprochen, wie sich England zu den im Vordergründe stehenden Problemen stellt, unb infolgedessen auch nicht angeben können, welche praktischen Folgerungen es für sich selbst daraus ziehen will. Es ist ein negatives Moment: Die Abrüftungs. konferenz soll theoretische aufrecht erhol- t«n bleiben. Das größte Interesse der englischen Regierung an dieser Fiktion wird schon seit längerer Zeit darauf zurückgeführt, daß sie h e n d e r - s o n, dem Präsidenten der Konferenz, nicht die Möglichkeit geben will, endgültig nach London zurückzukehren unb im Unterhaus bie Führung ber Opposition zu übernehmen. Die praktischen Vorschläge Simons beschränken sich auf bie naheltegenbe Einfädelung eines Meinungsaustausches ber Mächte auf biplomatischem Wege. Wie vor einem Jahr kommt es ber englischen Regierung auch jetzt in
Leipzig, 24. Nov. (WTB.) In ber Freitags- oerhanblung bes Reichstagsbranbprozesses werben die Zeugenvernehmungen fortgesetzt. Frau Beyer, bie als Pflegerin bei Barz wohnte, bezeichnete es als ausg eich lossen , bah eine Besprechung, wie sie ber Zeuge Grothe behauptet hatte, in ber Wohnung von Barz ftattgefunben habe. Fräulein Macke, bie Untermieterin bei Barz war, weih ebenfalls von keiner solchen Besprechung
Der Elektromonteur Meyer war kommunistischer Literaturobmann in derselben Organisationszelle rote Grothe. Zu der ihm vorgehaltenen Aussage Grothes, dah Meyer in einem Lokal des Roten Frontkämpferbundes im Februar d. I. sich im Alarmzustand befunden habe, sagt der Zeuge: Wenn Grothe bas gesagt hat, bann hat er bie Unwahrheit gesagt! Don einemAlarm- zustanb bes Rotfrontkämpferbunbes will ber Zeuge nichts gewußt haben. Er habe biesem Bunb auch nicht angehört. Auf eine Frage bes Oberreichs- anroaltes bestätigt der Zeuge, daß ihm die Parole: „Schlagt bie Faschisten, wo ihr sie trefft!" beton n t war.
Wir haben in unserer Zelle darüber diskutiert und haben gesagt, daß diese Parole sehr unglücklich gehalten sei. Der Herausgeber dieser Parole meine bie Bearbeitung ber Nationalsozialisten. Dor- sitzender: Haben Sie sonst im Leben schon einmal gehört, bah man unter „schlagen" ein Bearbeiten durch überzeugende Worte versteht? Der Zeuge schüttelt den Kopf unb der Vorsitzende erklärt: Ich auch nicht!"
Dann wird der Zeuge Weinberger aus der Strafhaft vorgeführt, ber wegen Bestechung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden ist. Der Zeuge hatte seine Zelle in Berlin neben der bes Angeklagten P o p o s s. Popofs habe wiederholt geäußert, dah er mit ber Brandstiftung im Reichstage nichts zu tun habe. Er habe aber die Befürchtung geäußert, daß er wegen Pahoergehens, wegen Devisenoergehens und vielleicht auch wegen Hochverrats bestraft werden könnt«. Poposf habe
Dr. Goebbels hat ober zu jener Zeit ein genaues Tagebuch geführt, aus dem hervorgeht, dah er da- mals kein derartiges Interview gegeben hat. Der „Völkische Beobachter" stellt fest: Day habe also genau wie der „Petit Parisien" ber Oesfentlich- feit eine plumpe unb unverschämte Fälschung vorgesetzt, mit ber klaren Absicht, die Bemühungen um die Sicherung des europäischen Friedens zu sabotieren. Auch das sei ein Fall, der schärfste Anprangerung vor aller Welt notwendig macht.
Schwere Ausschreitungen gegen Oeutsche in Graudenz.
Drei Todesopfer eines polnischen Heber- falls auf eine deutsche Wahlversammlung.
Graubenz, 24. Roo. Nachdem erst kürzlich hier eine deutsche Wahlversammlung gesprengt worden war, kam es gestern abend erneut zu schweren Ausschreitungen gegen Deutsche. Al» im Deutschen ftlubljaue eine interne Besprechung über die Sladtverorbnetenwahlen am Sonnlag ftatt- sinden sollte, wurde von polnischer Seite versucht, da«Gebäude zu stürmen. (Ein Teil der Fenster wurde eingeschlagen, verschiedene Personen, die zu der Besprechung gingen, wurden tätlich angegriffen. (Einer der Verletzten, Schmiedemeister Adolf Krumm, muhte im Krankenhaus sofort operiert werden und starb dabei. Außerdem Schmiede- meister Krumm sind auch die deutschen Bürger Rie- boldt und Janz ihren Verletzungen erlegen. Der Geschäftsführer de» deutschen Sejm- Büros In Graudenz Schmidt wurde so schwer verletzt, dah an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die verletzten muhten mehrere Stunden auf ärztliche Hilfe warten, da das Spreng- kommando das Haus blockierte.
Die blutige Ausschreitung in Graudenz hat ber Reichsregierung Veranlassung gegeben, den Generalkonsul in Ihorn mit einer genauen Prüfung der Angelegenheit zu beauftragen, um zunächst einmal den Sachverhalt restlos zu klären. E» wird als in höchstem Grade bedauerlich angesehen, dah die Bestrebungen der deutschen Regierung, In ein möglichst gutes Verhältnis zu dem Nachbarstaat Polen zu kommen, durch solche Zwischenfälle behindert werden.
Ein Büiluna^märdyen.
Berlin, 24. Nov. (WTB.) In letzter Zeit Ht wiederholt in einem Teil der ausländischen Presse darauf hingewiesen worden, dah D e u t f d) l a n b in erhöhtem Mähe Nickel einführe, roel- dies zu Rüstungzwecken verwendet würbe. Diese Gerüchte entbehren, wie festgestellt werden muh, jeder Grundlage. Zwar ist die Nicketeinfuhr gegenüber dem Vorjahre gestiegen Sie dürfte je- doch die Lin fuhr mengen Der Jahre 1928
erster Linie darauf an, Deutschland wieder als Verhandlungspartner zu gewinnen. Mit dieser formalen Ingangsetzung des Meinungsaustausches wird aber nur bann ein wirklicher Fortschritt erzielt sein, wenn nicht zuletzt Sir John Simon seine frühere Haltung durchgreifend revidiert. Nur mit theoretischen Betrachtungen über Völkerbund, Abrüstung und Sicherheit würde ber Ungeist von Gens nur fortgesetzt werden.
Es ist bie Frag« aufgeworfen worden was bie englische Regierung im Sinne hat, wenn sie Deutsch- land nahelegt, seinen „Beitrag" zu liefern, um eine wirkliche Abrüstung in ber Praxis möglich zu machen. Nachfragen bei ben zuständigen Stellen in London haben ergeben, daß offensichtlich bie englische Regierung s i ch noch keine enbgültig« Meinung darüber gebildet hat. welcher Art dieser Beitrag sein solle, nachdem, rote anerkannt wirt, Deutschland seit ber Mai-Rede bes deutschen Reichskanzlers eine Reihe von praktischen Zugeständnissen und praktischen Beweisen für seine Bereitwilligkeit zur friedlichen Regelung der deutsch-polnischen und deutsch-französischen Beziehungen erbracht hat.
noch so etwas von der Roten Hilfe, Rotfrontkämp» ferbund usw. geäußert Die Frage bes Reichsanwaltes Parisius, ob ber Zeuge bie Mitteilung Po- poffs so aufgefaßt habe, bah er tatsächlich in ber Roten Hilfe gewesen sei, wird von dem Zeugen Weinberger bejaht Popoff hab« ihn gebeten, bie Adresse der Frau Sobetzki zu ermitteln, bei ber er gewohnt hab«. Der Zeuge sollte Frau Sobetzki bitten lassen, bie von Popoff in ber Wohnung vorhandenen Aufzeichnungen zu beseitigen. Er habe aber diese Bitte nicht erfüllen können.
P o p o f f erklärt, er habe nichts Aehnliches zu Weinberger gesagt "Er habe bisher immer erklärt, daß er niemals in ber Roten Hilfe gewesen sei unb ausgerechnet solle er nun bem Gefangenen bas erzählt haben.
Vorsitzender: Ist es wahr, baß Popoff ihn gebeten hat, seine Papiere unb Notizen vernichten zu lassen?
Popoff: Das ist vollstänbig unwahr.
Weinberger: Das ist ja unerhört, bah Popoff mich jetzt Lsigen straft! Ich weiß es ganz genau, baß er mir bas gesagt hat, unb zwar zwei Tage vor meinem Haftprüfungstermin, bei bem ich meine Frau sehen sollte.
Frau K ü ß n e r hat am 27. Februar abends einem Dortrage im Nationalen Klub gegenüber bem Reichstagsgebäube beigewohnt. Die Zeugin ist gegen 21 Uhr oben im Klub gewesen. Ich »vor ungefähr, so erklärt sie, 50 Meter vom Por - tal 2 entfernt, als ich bemerkte, daß die Tür geöffnet wurde und ein Herr aus bem Reichstage herauskam, sehr schnell die Stuten heruntersprang und in schnellem Tempo noch Rich- tung Krolloper ging. Er ging hastig mit großen Schritten. An bie Figur bes Mannes kann ich mich nicht genau erinnern. Auf Aufforderung des Dor- fitzenden steht der Angeklagte P o p o f f auf, die Zeugin sieht ihn an unb sagt, sie könne nicht unter ihrem Gib sagen, baß der von ihr gesehene Mann bie Figur Popoffs gehabt habe.
Die Derhanblung wirb auf Samstag vertagt.
unb 1 9 2 9 in biesem Jahre n och nicht erreichen. Ein großer Teil ber Mehreinfuhr wird von ber Finanzverwaltung für Münzprägungszwecke benötigt. Im übrigen finbet bie Einfuhrsteigerung ihre natürliche Erklärung in ber durch bie Maßnahmen ber nationalsozialistischen Regierung herbeigeführten Belebung bes Geschäftes der verschiedensten Zweige ber metalloerar- beitenbenänbuftrie, bie Infolge bes von ber Wirtschaftsdepression ber vergangenen Jahre ausgeübten Liguibationsdrucks über normale Cagerbe- ftänbe an Rohmaterialien nicht mehr verfügte.
Drei Grundfähe der Führer der „deutschen Gbnflen*.
Berlin, 25. Nov. (DDZ.) Wie schon gemeldet, sinb gegenwärtig in Weimar bi« Gauführer, der Führerrat unb bie Reichsleitung ber Glaubens- beroegung „Deutsche Eyristen" zu einer Führerbesprechung versammelt. Aus ben Verstand- lungen wirb folgendes CommuniquL durch bie zuständig« Stelle ber ©laubensberoegung übermittelt: „Die in Weimar versammelten Führer der Gloubensbewegung „Deutsche Christen" aus allen deutschen (Bauen haben zu dem von gewissen Kreisen verbreiteten Gerüchten über die Glaubensbewegung und zu den Schmähungen ihres Reichs- teiters Stellung genommen unb folgende grundsätzliche Erklärung abgegeben:
1. Die Gloubensbewegung „Deutsche Christen" steht als eine von alten Vorkämpfern der NSDAP, gegründete Bewegung auf dem Boden des Parteiprogramms. Es können auch Natto- nalsozialisten ausgenommen werden, die noch nicht der Partei mitgliedsmäßigange- hören Sämtliche Mitglieder verpflichten sich zur kraftvollen Förderung der nationalsozialistischen Weltanschauung im Sinne Adolf Hitlers.
2 Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" steht als eine von Christen gegründete Bewegung auf dem Boden des reinen Evangeliums. Die Bewegung steht nach rote vor a u f dem Boden der Bekenntnisse ber Kirche
3. Die Glaubensbewegung „Deutsche Christen" baut sich auf dem Führerprinzip auf und stellt sich geschlossen hinter ihren Reichs- (eiter Bischof Hossenfelder.
Weimar. 24. November 1933.
gcz.: Die gesamten Führer der Glaubensbewegung Deutsch« Christen.
Der Reichsleiter der „Deutschen Christen'. Bischof Hofsenfeider, übergibt bcr Veffentlichkeit weiter folgend« Erklärung:
.Lu den Ereignissen im Sportpalast erkläre ich hiermit zum letzten Male mit allem Nachdruck und aller Eindeutigkeit, daß ich als Reichsleiter der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" als die Örunölgge der Bewegung Bibel unb
Bekenntnis ansehe. Aus Bibel unb Bekenntnis ist bi« Bewegung gegründet worden und den Richt- linien habe ich das Geleitwort vorausgesetzt: „Und ist in keinem anderen Heil, ist auch kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, darin wir sollen selig werden." — Dieser Grund der Becoegung steht unerschütterlich fest und ich werde dafür Sorge tragen, dah es an dieser Linie in unseren Reihen fernen Verräter gibt.
gej.: Hossenfelder, Reichsleiter der Glaubens- beraegung „Deutsche Christen", Bischof von Brandenburg.
Gleichzeitig hat Bischof Hosienfelder den Partei- genoffen Schulrat S i e k m e i e r Gau Düffclöorf in bie Reichsleitung der Glaubensbewegung „Deutsche Christen" berufen. Er steht dem Reichsleiter zur besonderen Verfügung.
Oer Ruf nach dem Führer.
Krankreich verlangt eine autoritäre
Regierung.
24 Nov (TU.) Der Präsident der Repu- blik hat Den ehemaligen Ministerpräsident Herriot empfangen, in bem viele ben zukünftigen Regie- rungsfuhrer sehen wollen. Aus ben Erklärungen ber oerschiebenen Parlamentarier geht hervor, daß bie große Mehrheit ber dauernden Regie- runaswechsel müde ist und endlich ein b e- ftänbiges Kabinett ,ordert Der Präsident des Senats, Jeanneney, betonte, es fei höchste Zeit, bem Gemetzel ber Regierungen ein Ende zu machen. Das Schicksal bes Franken fei wichtiger als die Parteigeplänkel, bie man augenblicklich sehen müsse. Der Vorsitzende de» Finanzausschusses ber Kammer, Molv y, war ber Auffassung, daß man eine Regierung brauche, der । die alleinige Aufgabe zufalle, bas Haushalts- g l e i ch g e w i ch t roieber herzustellen Man wünsche keine langen Regierungserklärungen, sondern einen Führer, ber die nötige Energie besitze, ein Finanzprogramm zur Verabschiedung zu bringen. Der gleichen Auffassung ist auch ber Generalberichterstatter bes Finanzausschusses des Senats. Regnier, bcr beim Verlassen des Llysees erklärte, baß der Senat eine autoritäre Regierung fordere, die ein ernstes Finanzprogramm vorbringe, um es bis zum Schluß durchzukämpfen.
Die „Agence Economiquc et Financierre‘‘ weist darauf hin, daß sich eine neue Mehrheit g e • bildet habe (gemeint ist von Herriot bis Flandin), bie in ber Lage fein könnte, bie Annahme einer Vorlage für bie finanzielle Gesunbung bes Landes sicher- zustellen. Das IBlatt rechnet damit, das der bisherige Innenminister Chautemps oder ber bisherige Finanzminister Bonnet bie Führung dieser Mehrheit übernehmen konnte. Von Rechts (larbieu) wird bie Wieberherstellung ber A u t o r i- t ä t verlangt, ein Zeichen, baß in weiten Kreisen bie Regierungskrise nicht nur als solche, sondern auch als Systemkrise aufgefaßt wirb. Unter ben Namen, bie als Kandidaten für ben künftigen Ministerpräsidenten genannt werden, sei auch der jetzige Kammerpräsident B o u i s s o n erwähnt.
iReicfitfminifter Goebbels über ^Rassensrage und Weitpropaaanba*.
Von bem Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda. Dr. Josef Goebbels, erschien in Friedrich Manns „Pädagogischem Magazin" als Heft 1390 unter den „Schriften zur politischen Bildung" eine überaus aufschlußreiche Arbeit unter bem Titel „Rassensrage und Weltpropaganda". Jeder, ber bewußt bie ungeheure Entwicklung mit- erlebt, muß dieses Heft in seiner Bibliothek haben. In den nächsten Tagen wird noch eine eingehende Besprechung durch bie Presse gehen. Das Heft ist für ben Preis von 50 Pf. bei bem Verlag Hermann Beyer & Söhn«, Langensalza, sowie durch alle Buchhandlungen zu beziehen.
Oie in Hessen gewählten Reichstags- abgeordneten.
Berlin, 24. Nov. (TU.) Wie bie NSK mit- teilt, sinb folgende Reichstagsabgeordnete gewählt: Im Wahlkrets 19 Hessen-Nassau (27 Mandate): Wilhelm Becker, Beckerle, Habicht, Kramer, Krawielitzki, Linder, Lommel, Nees, Oberlindober, Fritz Schmidt, Seibler, Sprenger, von Ulrich, Weinrich, Weitzel, Puth, Steuer, Gimdel, Lengemann, Dr. Lüer, Friedrichs, Dr. Braun, Reut- linger, Vetter, Georg Schmibt, Dippel, Freister. — Im Wahlkreis 33 Hessen-Darmstadt (14 Ttanbate): Hauer, Stern, Lenz, Münchmeyer, Rosen- berg, Schneibhuber, Schwinn, Dr. Richard Wagner, Heyfe, Klostermann, Herbert, Gustav Schmidt, Seipel, Ringshausen.
Aeue Mitglieder der Gtrafrechtskommission.
Berlin, 24. Nov. (TU.) In bie beim Reichs- iustizministerium gebilbete Strasrechtskommission, für bie eine Ergänzung, wie seinerzeit mitgeteilt worben ist, noch vorbehalten war, sind als weitere Mitglieber ber Rechtsanwalt unb Preußische Staatsrat Dr. Graf v. d. G o l tz in Stettin unb der Oberstaatsanwalt Reimer von ber Staatsanwaltschaft bei bem Kammergericht berufen worden Als bäuerischer Praktiker hat der Reichsjustteminister auf Vorschlag bes bayerischen Staatsminlfters der Justiz den Landgerichtsdirektor L e i m e r in Nürn- derg-Fürth in bie Kommission berufen. Die Straf- rechtskommission besteht nunmehr einschließlich ihres Vorsitzenden, Reichsjustizminister Dr. Gärtner und seiner beiden Stellvertreter au« 15 Mitgliedern, von denen sieben der Akademie für Deutsches Recht angehören.
Ääter kinderreicher Familien werden bevorzugt eingestellt.
Berlin, 24 Nov. (TU.) Der Reichsausschub für volksgesundheitsdienst hatte sich an ben Reichsstand der Deutschen Industrie, des Deutschen Handwerks und des Deutschen Handels mit der Bitte gewandt, daraufhinzuweisen. bei Neueinstellung von Arbeitskräften Väter kinderreicher Familien zu berücksichtigen. Sowohl der Reichsstand der Deutschen Industrie wie des Deutschen Handwerks und des Deutschen Handels haben diesem Wunsche entsprochen und ihre Mitglieds- verbände daraus aufmerksam gemacht, bei der Arbeitsbeschaffung die berechtigten Wünsche des Reich,, ausschusies für Volksgesundheitsdienst zu deruck- f i d) I i g e n Es ist also zu hoffen, daß möglichst zahlreiche Väter kinderreicher Fami. Ii e n eingestellt werden. Es ist Pflicht st- des einzelnen Unternehmers, ber Arbeitsplätze zu vergeben hat, bei gleicher Leistung ben kinderreichen Familienvater zu bevorzugen.
Der ReichtagsbrandMerprozeß in Leipzig


