Ausgabe 
25.9.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 224 Erstes Blatt

183. Jahrgang

Montag, 25. September 1933

Der Führer spricht zu den Frontsoldaten

des Ewigen Ehre" erklang, gespielt einigten Stahlhelmkapellen. Mit den

von den oer»

die eigene

Der Slahlhetmappell vor Seldie und Röhm

aus einer die sich nach

Gegners zu schauen, sondern auf Kraft zu oertrauen.

Der Kampf um Deutschland mußte anderen Welt kommen als der,

, . it dem Großen Zap­

fenstreich erhielt der erste Tag der Führertagung seinen Abschluß.

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Srankfun am Main H686. druck und Verlag: vrühl'sche UnlverfitStL-vllch. unö Zteindruckerei K Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schlllstratze 7.

ttonalsozialistische Bewegung und die politischen Kämpfer, Ihnen wurde der Sieg! Ich habe das erkannt und anerkannt, und wir Frontsoldten vom Stahlhelm, die wir 1918 uns selbst das Gesetz ge­geben haben, wir folgen auch heute diesem Gesetz und wir dienen diesem Gesetz. Soldatenlos ist es, befehlen zu muffen und zu können, Soldatenschicksal ist es, gehorsam zu sein.

Und heute gehorchen wir diesem Schicksal, haben wir im Jloocmber 1918 nach dem Führer ausgeschaut, der den Schick- salsbesehl geben könnte, so haben wir in Ihnen. Herr Volkskanzler Adolf Hitler, den Führer erkannt und gefunden, dem Gott die Fähigkeiten verliehen Hal, den Deutschen Beseht seht und für die Zukunft geben zu können. Darum, meine Kameraden vom Stahlhelm, er-

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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dem 9. November 1918 in Deutschland breit machte, und er ist aus der Welt des deutschen Soldatentums gekommen. Und so wissen wir es auch ganz genau, keiner von uns würde in Eurem oder in unserem Kleid sein, wenn nicht hinter uns die große Armee gewesen wäre, der wir alle gedient haben. Jeder von uns weiß, was wir sind, das sind wir nur geworden durch die Schule, die wir da draußen durchgemacht haben. Sie hat uns gelehrt, im Selbstvertrauen uns auf die eigene Kraft zu verlassen. Es war die Gefahr vorhanden, daß viele das Gleiche wollten und sich nicht zu einigen vermochten. Wir dürfen alle dem Schicksal dankbar sein, daß es in uns den großen Einigunasgedanken er­halten hat. Euer Führer hat die Größe der ge­schichtlichen Stunde erkanni und damit eine Eini­gung herbeigeführt. Wir kämpfen damit nun g e memfam für dieses neue Reich. Wenn wir die wenigen Monate, in denen wir diesen Kampf durchgefochten haben, an unseren Augen oorüberziehen laßen, dann dürfen wir mit Stolz bekennen, die Vorsehung hat diesen Kampf gesegnet. Daß wir die marxistische Organisation zertrümmert haben, daß wir ihre Parteien aufgelöst haben, daß wir ihre Häuser gesperrt, ihre Führer fortgejagt haben, das ist alles nicht wichtig.

Aber das eine, daß wir das Volk gewon­nen haben, daß das Volk nun uns gehört, daß

Wir bauten ihm dafür von Herzen. Wir wollen mit feiner Genehmigung allen Fahnen des Stahl­helms a-ls Fahnenbänder das Haken­kreuzband geben. Ich gebe diesen Fahnen hier­mit noch einmal die Weihe, gleichzeitig auch den neuen Fahnen, die sich hier mit den alten Fahnen vereinigt haben. Ich gebe ihnen den Fahnenspruch: Einigkeit macht stark! (Die Musik intonierte bann auf Befehl bes Bunbesführers bas Lieb vom Hakenkreuz am Stahlhelm".) Bunbesführer Selbte erinnerte bann an bie Worte bes Führers, baß am Anfang bie lat stehe unb baß alles, was im Staat in Drbnung fein wolle, ein festes Funbament haben müsse. Dieses Funbament sei für freie Männer unb für ben Staat b i e Freiheit. Die Freiheit aber komme aus bem Mut, aus bem Einsatz ber freien unb wehrwilligen Männer. Das fei auch ber Grünbergedanke des Stahlhelms gewesen, der die Wehrhaftmachung freier Männer nicht in dem Schlamm der roten Novemberrevolution verloren gehen lassen wollte. Aber gerade, weil wir frecheitsliebend seien, dürsten wir auch sagen, daß wir friedliebend sind. Unb alle biejenigen, bie glauben, baß bie Auf­märsche ber SA., bes Stahlhelms usw. bas Gegen­teil bewiesen, täuschten sich. Mit allen hier ver­sammelten Führern bes Stahlhelms, so betonte ber Bunbesführer mit Nachbruck, bekennen wir noch- msls den Feiebenswilken bet deutsche«

Erlcheim tägltd), autza Sonntags und Feiertag» Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle monats-Beingsprets:

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üernsprechanschlüsse

ant er S a m m e Inuntmer 225L Anschrift für Drahtnach­richten: Hnjelger Siehe«.

Der Führer leitete seine groß angelegte Rede ein mit dem Hinweis daraus, daß bas Zusum­me n f i n b e n ber Repräsentanten einer neuen Weltanschauung mit ben Trä­gern ber beften alten Irabition einst unb jetzt in ber-deutschen Geschichte als ein glück­licher Tag verzeichnet sein werde. Aus diesem Entschluß werde auf spätere Generationen noch Kraft ausftrömen, er werde für immer ein sicht­bares Zeichen fein, daß das junge Deutschland ent­schlossen fei, ber Sünden der Väter zu entsagen. Das sei unser aller Gelöbnis:Am Anfang unseres Kampfes stand Deutschland, am Ende unseres Kamp­fes wird wiederum Deutschland stehen!" Der Füh- rer warf dann einen Rückblick auf bas gewaltige Ringen unseres Volkes im Weltkriege unb zeigte bie Gesetze auf, aus benen zwangsläufig bie Nieber^ läge kommen mußte. Im Jahre 1918 sei bie innere Organisation bes beutschen Volkes zusammengebro­chen mangels eines tragfähigen weltanschau­lichen punbamentes. Das Dorhanbensein einer in ihren wesentlichen Grunbzügen allgemein anerkannten Weltanschauung sei aber bie Vor­aussetzung für bie Existenz jedes Vol­kes. Die nationalsozialistische Bewegung habe den Gedanken in das deutsche Volk wieder hineinge- pflanzt, daß es etwas gibt, was sich über die individuelle Freiheit erhebt, nämlich das Leben und die Freiheit aller. Diese Auffassung müsse man unter allen Umständen durchsetzen und wenn nötig aufzwingen. Das Volk sei unglücklich, wenn es keine starke Führung findet. Die Führung müsse den Mut besitzen, ein Gesetz aufzustellen, bas nach höchster Einsicht allen zuträglich ist.

Wenn man mir den Vorwurf machte, wie gerade ich dazu komme, eine solche Bewegung zu schaffen, bann antworte ich:Ich glaube, es gab damals nur einen einzigen, der das Recht hatte, das zu tun, und das war der deutsche Frontsoldat? Der Soldat hatte seine haut zu Markte getragen, nicht damit diese oder jene Auffassung siegt. Dafür ist kein einziger Mann gefallen, sondern damit dieses deutsche Volk wieder an seine Zukunft glaubt Ich habe mich damals als nichts anderes ge­fühlt als einer von diesen neun Millionen zurückkehrender Frontsoldaten. Dir Frontsol­daten haben gelernt, nicht nach der Zahl des

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in Treue zu uns selbst zu stehen. Wir denken dabei an diejenigen, die Opfer brachten. Sic sind heute unsere guten Geister. Sie sind die Meister für die Zukunst. Sic marschieren mit in unseren Reihen. Wir alle wissen, daß wir durch sie die Kraft bekommen haben, das Wunder der

deutschen Erhebung zu vollziehen.

DaSTreugelöbniS deSStahlhelm

Auf bie Rebe bes Führers antwortete Bunbes- führer Selbte:

Unser Führer Aböls Hitler! Bewegten Herzens haben wir als Frontsoldaten Ihre Worte in uns aufgenommen. Sie haben an ben Sol b a t e n in uns appelliert. An bie besten unb stärksten Eigenschaften bes Solbaten, unb Ihre Worte haben Wieberhall in unseren Herzen gefunben. Darauf kann ich Ihnen im Namen meiner Äameraben nur erroibern: Treue um Treue! Das ist bas Ge­löbnis, bas ich in biefer Stunbe namens ber alten Frontfolbaten unseres Stahlhelms ausspreche, bas Gelöbnis ber Treue. Auf unsere Herzen bürfen Sie sich verlassen, in guten unb in schweren Tagen. (Stürmische Heilrufe.) Sie haben uns erlaubt, Ä)" Hoheitsabzeichen unb Symbole zu tragen. Ich barf jetzt um unsere alte Fahne, bie wir in ben ersten Jahren verborgen burch bie Straßen Magbedurgs in ben Tlagbeburger Dom tragen mußten, bas siegreiche Symbol bes Hakenkreuzes winben. Als Solbal barf ich Ihnen als Erinne­rung an ben heutigen Tag bas Symbol bes Stahlhelms überreichen unb weiter bie Hit» ler-Selbte-Plakette, bie von berselben Eisengießerei hergestellt ist, bie auch seinerzeit bas Eiserne Kreuz geschaffen hat. (Beifall.) Ehe wir biefe Feierstunbe schließen, fingen mir gemeinsam bie erste Strophe bes Deutschlanbliebes unb bes Horst-Wessel-Liebes unb rufen noch einmal unser altes Frontheil unb Siegheil im Gebauten an un­seren Reichspräsibenten unb Heerführer von Hinben« bürg, im Gebanken an unseren Volkskanzler unb an unser liebes beutsches Vaterlanb. (Stürmischer Beifall.)

Als ber Erste Bunbesführer geenbet hatte, brückt« Reichskanzler Hitler ihm herzlich bie Hand und verließ unter ben Klängen bes Babenweiler Mar» sches ben Saal. Im Dorraum ber Stabthalle schüt­telte ber Kanzler einigen braunen unb felbgrauett Kämpfern herzlich bie Hanb. Wieber erschollen braufenbe Heilrufe, als ber Kanzler ins Freie trat Er bestieg barauf ben Kraftwagen unb fuhr in bie Stabt. Vom Stabion zogen bann nach Schluß ber Kunbgebung 6000 Stahlhelmer in zwei großen Marschkolonnen zum neuen Rathaus, um bort mit ihren Fackeln bas Spalier für ben Großen Zapfenstreich am Abenb zu bilben. Die Ehrengäste fanben sich in ben Repräsentations­räumen bes neuen Rathauses ein, wo ein festlicher Empfang burch bie Bunbesführung ftattfanb.

©er große Zapfenstreich.

Im Glanz ber Scheinwerfer ragte ber Kuppelbcnk in ben abendlichen Himmel, vor dem im Viereck die feldgrauen Formationen Aufstellung nahmen. Don ber großen Freitreppe her^b, auf ber bie 2 3 Stanbarten ber Landesverbände Auf­stellung genommen haben, begrüßte ber Bunbesfüh­rer bie Ehrengäste. Er betonte noch einmal bie Ein« glieberung bes Stahlhelms in ben nationalsozialisti­schen Staat unb bat ben Vertreter des Führers, Stabschef Röhm, auch von dieser Stelle aus ein Treuegelöbnis für den Reichskanzler Hitler ent« aegenzunehmen. Stabschef Röhm wies in kurzen Sätzen barauf hin, wie die kämpfende braune und graue Front auf verschiedenen Wegen bas ge« meinfame große Ziel erreicht haben und von nun an gemeinsam marschieren wer­den. Dann traten bie Gäste auf bie große Rathaus­laube, wo sich ihnen ein großartiges Schauspiel bot 16 000 Fackeln erhellten bas weite Runb, und aus taufenden Kehlen erscholl bas Bunbeslieb. Bee­thovens gewaltiger EhoralDie Himmel rühmen

Der Sonntagmorgen war fo recht geschaffen für ben gewaltigen Aufmarsch ber Stahlhelmkolonnen zu bem Führerappell, ber sich zu einer ber ein- bruckvollsten Kundgebungen für ben nationalen Zu­sammenschluß gestaltete. Die Zuschauertribünen waren schon frühzeitig bis auf Den letzten Platz gefüllt. Den freubig a«teilnehmenden Zuschauern zeigte sich in ber ganzen Länge bes gelbes ber Stahlhelmaufmarsch, 27 Sanbesoerbänbe in tiefer Staffelung. Vor ber Front erhob sich ein mit der Bundes sahne gefrönter Rednerturm, von dem aus die Führer sprachen.

Brausende Heilrufe ertönten. Unter ben Klängen des Präsentiermarsches betrat ber Bunbes­führer Selbte ben Kommanboturm. Der Vertreter bes Führers, Stabschef Röhm, würbe mit einem breifachenSieg Heil!" begrüßt. Kurz nach 9 Uhr erfolgte der Einmarsch der Fah­ne n a d o r b n u n a e n ber Lanbesverbänbe unter ben Klängen bes alten MarschesPreußens Gloria". Den Zug' eröffneten bie alten Stahlhelm-Tradi­tionsfahnen unb bie Fahnenkompaanie ber Ehren- ftanbarte ber SA., benen 11000 Fahnen folgten.

Bundesführer Seldle

nahm bas Wort. Der Reichskanzler, unser Führer Aböls Hitler, hat uns bas siegreiche Symbol, bas Hakenkreuz und bas Hoheitsabzeichen, verliehst

bas Volk in unserer Bewegung die Führung wirklich sieht und anerkennt, das ist das Ent­scheidende, ist das, was und glücklich macht.

Daß uns das Wunder gelungen ist, daß wir unser Volk der Erneuerung entgegenführen konnten, bas verdanken wir zuletzt ber Tatsache, daß wir unser Volk nicht nur mobilisiert, sondern auch organi­siert hüben, daß wir diesen disziplinierten Kör­per geschaffen haben, den die nationalsozialistische Bewegung heute barstellt. Wir wollen in diesem Augenblick derer gedenken, bie uns bas ermöglicht haben. Wir wollen auch des Mannes ge­denken, der in seinem hohen Alter uns zu dieser Erneuerung die Möglichkeit gab und ber seinen Namen w i e ein Schutzschild über diese Entwicklung gehalten hat. Wir wollen an diesem Tage aber auch besonders unserer Armee gedenken, denn wir alle wissen genau, wenn das Heer nicht in ben Tagen ber Revolution auf unserer Seite gestanden hätte, dann ständen wir heute nicht hier. Wir können versichern, baß wir dies niemals vergessen werben, baß wir in ihnen bie Träger der Tradition unserer ruhmreichen alten Armee sehen und daß wir mit ganzem Herzen und mit allem, was wir vermögen, uns für den Geist dieser Armee einsetzen werden.

Und so baut sich denn dieses neue Deutsch­land auf auf einer ganzen Reihe von B e - kenntnissen des vertrauens, unb ich finde, es gibt nichts herrlicheres in ber Ent­wicklungsgeschichte des neuen Deutschlands als die Tatsache, daß in der Zeit seines Werdens wir einander nichts anderes zu geben hatten, als einfach unser gegenseitiges Ge­löbnis der Treue und der Kamerad­schaft und des Willens, zusammenzuarbeiten für unser Volk. Mit innerer Freude und Be­wegung bin ich zu diesem Tage hergekommen, der genau ro i e Nürnberg für mich nichts anderes ist als das feierliche Bekennt- nis zu diesem Gelöbnis und zu dieser Gesinnung. Ich bin hierher ge­kommen, um Ihnen allen zu sagen, daß wir glücklich und entschlossen sind, die große Mission gemeinsam zu erfüllen und

warte ich von Ihnen allen, weiter dem Stahl- helmgeseh zu folgen, und darum habe ich Sie offen und ehrlich. Herr volkskanzler Adolf hitter, gefragt, ob Sie uns, die graue Front, haben wollten, und Sie haben uns gewollt und haben in unsre ausgestreckte Hand eingeschtagen.

Unb nun stehen wir hier in Hannover, wo bas Bündnis ber Treue besiegelt werben soll, und wo wir Ihnen, dem Frontsoldaten und Volkskanzler, die treue Gefolgschaft desStahlhelms geloben. Wir weihen in Hannover unsere Fahnen neu. Wir gründen ben Stahlhelm neu als (Blieb in unserer gemeinschaftlichen großen Bewegung. Wir wechen in biefer Schicksalsstunde unsere Fah­nen unb unsere Herzen. Wir weihen uns selbst als Ihre treuen Mitkämpfer. Wir wechen uns Ihnen, unserem Führer unb bem Führer der beutschen Nation. (Stürmischer Beifall.)

Reichskanzler Adolf Hiller nimmt das Treugelöbnis des Stahlhelms entgegen.

©er Führer spricht zu den Frontsoldaten von der nationalen Kampfgemeinschaft für ein neues Reich.

Hannover, 23. Sept. (WTB.) In endlosen Zügen bewegten sich mittags die grauen Kolonnen des Stahlhelms zum Stadion und zur Stabthalle, in der bie Führertagung ftottfinbet, bie durch Laut­sprecher aus bä5 Stadion übertragen wird. Inzwi­schen war auf dem Flugplatz der Reichskanz- 11 r in Begleitung seines Stabes eingetroffen. Schon lange vorher wartete eine unübersehbare Menschenmenge auf fein Erscheinen. Als um 13.30 Uhr bie beiden Maschinen aus ber Richtung von Frankfurt über bem Flugplatz erschienen, spielte die ausgestellte Abteilung der SA. den Präsentier­marsch, und die begeisterte Menge jubelte dem Führer zu, ber, nachdem er die Front der SA. ab- aeschritten hatte, ohne weiteren Aufenthalt mit bem Kraftwagen in bie Stadthalle fuhr. Gegen 14 Uhr erschien derKronprinz in der Stahlhelmuniform mit der Mütze seiner Danziger Leibhusaren unb begab sich ebenfalls in bas Stadion. Einige Mi- nuten später folgte unter stürmischer Begrüßung der Menge Vizekanzler von Papen. Nicht endenwollenbe Heilrufe kündigte bas Herannahen des Führerautos an. Als ber Wagen, in dem der Führer und der Bunbesführer des Stahlhelm Selbte saßen, in das Stadion einbog, fteiaerte sich die Begeisterung der Menge in das Ungemessene. Nach einer kurzen Ansprache an bie bort versam­melten Stahlhelmer, bie tn ben grauen Kolonnen einen begeisterten Widerhall fand, schritt der Kanz­ler in schlichter brauner Uniform zwischen einem Meer von Fahnen zu der Stadthalle. Unmittelbar hinter ihm folgte ber Bunbesführer des Stahlhelms Selbte, der Kronprinz mit feinen Brüdern Prinz Oskar und Prinz Eitel und feinem ältesten Sohn, Vizekanzler v. Papen, der stellvertretende Führer der NSDAP. H e ß und Stabschef Rohm. Der Kanzler begab sich bann in das Hauptportal, wo ihm eine kleines Mädchen einen Blumenstrauß über­reichte. Inzwischen hatte sich ber Kuppelsaal bis auf ben letzten Platz gefüllt. Bei Erscheinen des Führers intonierte bie Stahlhelmkapelle ben Pro- loa zu ben Meistersingern, während die Anwesenden fia) von ihren Sitzen erhoben.

©ic Begrüßungsansprache des Bundesführers.

Bundcshauptmann v. Stephani eröffnete die Ta­gung und gab das Wort dem ersten Bunbesführer Selbte, ber ausführte, für biefe Reichsführer­tagung habe er ben Stahlhelm nach Hannover ent­boten, von wo auch.Hinbenburg 1914 zur Tannenbergfchlacht gefahren fei, Hannover, ber Ge- burtsftabt Scharnhorsts, in besten Geist biefe Tagung ftattfinben solle. Das Thema von Hanno- oer solle ber unentwegte Gebanke bes Auf­baues unb bes Kampfes um eine bessere unb ft arte b e u t f d) e Zukunft fein. Heute steht hier, mit 70 000 Führern vertreten, ber beutsche Stahlhelm vor Aböls Hitler. Daß biefer Durchbruchs gelungen ist, bas banken wir Ihnen, unserem Volkskanzler unb Führer Abolf Hitler. Der Durchbruch ist gelungen, bank Ihrer Ibee, bank Ihrer Fähigkeit, bank Ihres Mutes, unb wie ich auch sagen barf, bank Ihres eisernen Fleißes. Sie, meine Äameraben vom Stahlhelm, haben 15 Jahre in Not unb Tob bem Vaterlanbe bie Treue gehalten. Ich sage Euch, meinen Dank für biefe Treue! 15 Jahre marschierten mir burch Deutsch­lands dunkle Straßen im Heldenkampf mit ber Disziplin ber Frontsoldaten. Dieser Front- folbatengeift ist es gewesen, der uns aus der Tiefe unb aus bem Schoße ber Nation heraus nach diesen Kämpfen den Führer bescherte.

Kameraden, wir Frontsoldaten haben in den Rovembertagen 1918, als cs keinen gab, der uns aufrief, als wir uns vergeblich nach dem Führer umschauten, der den Feuerbefehl gegen die rote Meute geben sollte, uns f e l b ft das Gesetz geben müssen, nach dem wir da angetreten sind. Ich selbst habe damals ver­geblich nach einem Stern am Himmel aus- gefchaut, und ich habe damals mich und meine Frontsoldaten auf die eine Sache und auf bie eine Karte gestellt: Auf das nie versiegende deustche Frontsoldatentum, und dann habe ich mir gelobt, diese vereinigten deutschen Fronstoldaten, diesen Stahlhelm, Bund der Fronstoldaten, durch nichts zersetzen ober trennen zu lassen, sondern diese freue Mannschaft, koste es, was es wolle, ge­schlossen zu halten, um sie einmal geschlossen zum Einsatz bringen zu können. Das, meine Kameraden, habe ich erreicht. And heute, meine Kameraden, sehe ich wiederum auf eine Sache, auf eine Karte, auf einen Mann: Ich sehe unsere Sache, die Sache des Stahlhelms, auf Adolf Hitler. (Stürmischer Beifall.)

Der Stahlhelm begann ben Vormarsch zur inneren unb äußeren Befreiung, unb gleichzeitig begannen Sie, Herr Volkskanzler Abolf Hiller, Ihren genialen Vormarsch von ber anberen Seite her. Meine Stahl- helmfameraben, bie alten Frontsoldaten wollten nur Solbaten sein. Sie, Abolf Hitler, schufen die na-

Annahme von Anzeigen für bie Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher.

Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re­klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20V, mehr.

Chefredakteur:

Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Emst Blumschein und für den An- zeigenteil i.V.TH.Kümmel sämtlich in Gießen.

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