Ausgabe 
25.7.1933 Frühausgabe
 
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Nr M SeübauSsabe 183. Jahrgang

Dienstag, 25.3ult|953

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Dr. Friedr. Wilh. Lange. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den An­zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biehen.

50. Geburtstag des Reichsstatthalters Sprenger.

Frankfurt a. M., . 24. Juli. (DSR.) Der Reichs ft atihalter in Hessen Gauleiter Sprenger beging heute seinen 50. Geburt»- t a g. Der au» der veamteniausbahn heroargegan- geue Reichsstatthalter trat im Jahre 1922 in die NSDAP, ein und seit dieser Zeit war er bestim­mend für den weltanschaulichen Umbruch im ge­samten Rhein-Main-Gebiet. Daß der Führer die beiden Gaue h e s s e n - N a s s a u - S u d und Hessen-Darm st adt zu einem Grohgau ver­eint in seine Hände legte und kurz darauf der (Bau­leiter zum Reichs st atthalter in Hessen ernannt wurde, zeigt, welch eines vertrau­ens sich der Reichsslatthalter in Berlin und in München erfreuen darf.

Wie die Staatspressestelle mitteilt, hat anlählich des 50. Geburtstages des Reichsstatlhalters die hes­sische Regierung folgendes Glückwunsch- t e l e g r a m m an ihn gerichtet:hessische Regierung bringt zum Geburlstagsseste herzlichste Glückwünsche dar. Dr. Werne r.

3um Tode des Admirals von Schröder.

Berlin, 24.3uli. (TU.) Dem gestorbenen Admiral von Schröder hat der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. Rae - der, folgenden Nachruf gewidmet:

Am 23. Juli 1933 starb im 80. Lebensjahr der Kaiserliche Admiral a la suite des Seeoffi­zierkorps Ludwig von Schröder, zuletzt Kom­mandierender Admiral des Marine­korps, Ritter des Ordens Pour le Merite mit Eichenlaub und anderer hoher Auszeichnungen.

Schmerzerfüllt grüßt die Reichsmarine in ehr­furchtsvoller Trauer zum letzten Male den ge­liebten und hochgeehrten Führer, dessen einzig­artiges Wirken ihr bis zum letzten Schlage seines treuen Herzens gegolten hat.

Rach glanzvoller Laufbahn wurde Admiral von Schröder zu Beginn des Weltkrieges als Kom­mandierender Admiral des Marine­korps in Flandern auf verantwortungs­vollsten Posten berufen. 3n vierjährigem Ringen bot er als Befehlshaber des rechten Flügels der Westfront mit den ihm unterstellten Land- und Seestreitkräften dem vielfältig überlegenen Feinde Trutz. Ein Führer zu Wasser und zu Lande, ein Mann mit heißem Herzen in rauher Schale, dessen aufrechte Wesensart und unbeug­samer Angriffswille ihm die Herzen und das rückhaltlose Vertrauen seiner Untergebenen sicher­ten. AlsLöwe von Flandern" wird er in seinem ruhmreichen Wirken unver­gessen bleiben und in die Geschichte ein­gehen.

Ein Ritter ohne Furcht und Tadel, eine der markantesten Persönlichkeiten des Welt­krieges ist und genommen worden. Die Kraft seines Wollens gehörte bis zum letzten Augen­blick dem deutschen Volke, der deutschen Marine und dem Dingen um Deutschlands Freiheit. 3hm nachzueifern ist das Gelöbnis der Reichsmarine, wenn sie heute von ihm Abschied nimmt.

Gez.: R a e d e r, Admiral, Dr. h. c., Chef der Marineleitung."

Warnung vor Provokateuren.

Eine Bekanntgabe des stellvertretenden Führers der NSDAP.

München, 22. Juli. (WTB.) Der stellvertre­tende Führer der NSDAP. Rudolf Heß erläßt fol­gende Bekanntgabe:

Die jüdisch-liberalistische französische Revo­lution schwamm im Blut der Guillotine. Die jüdisch-bolschewistische russische Revolution hallt wider von millionenfachen Schreien aus tschekistischen Blutkellern. Keine Revolution der Welt verlief so diszipliniert und unblutig wie die nationalsozialistische. Nichts ist den Gegnern ungelegener als diese Tatsache. Der Beweis ist die schleunige Erfindung von Greuel- lügen, da wirkliche Greuel nicht vorhanden sind. Inzwischen verbreiteten unvoreingenommene Aus­länder, die Deutschland bereisten, die Wahrheit: Die Greuelnachrichten wurden alsLügen erkannt und verloren ihre Wirkung.

Die Gegner ruhen nicht. Wie die Reichsleitung erfuhr, sind Spitzel in die Reihen der NSDAP, gesandt worden mit dem Auftrag, SA.- und SS.-Männer zu Mißhandlungen von Gegnern zu verleiten, damit nad)- träglich Unterlagen für eine Glaubhaftmachung der Lügen geschaffen würden. Nationalsozialisten, 621.= und SS.-Männer, seid Euch der Absichten der Geg­ner bewußt, übergebt jeden, der Gefan­gene mißhandeln will oder Euch zu Mißhandlungen zu verleiten sucht, der Polizei des nationalsozialistischen Staates.

Jeder Nationalsozialist, der dem Wirken der Pro­vokateure zum Opfer fallen sollte, wird aus der NSDAP, rücksichtslos und ohne An­sehen der Person ausgeschlossen wegen versuchter Schädigung des Ansehens der NSDAP. Er wird in ein Konzentrationslager gebracht wegen Arbeit zugunsten der Gegner des nationalsozialisti- schen Staates. Jeder soll wissen, daß wir weit da­von entfernt sind, dem Gegner mit Milde zu be­gegnen. Er muß wissen, daß jeder von Kommu-

Sicherung der Grundlagen für die Mischas! im neuen Staat.

Vereinigung von Aufsichtsräten.

Ein weiterer Schritt zur Beruhigung der

Wirtschaft.

Berlin, 24. Juli. (XU.) Das Reichswirt - schaftsrninisterium teilt mit: In einer Reihe von Fällen haben es verschiedene Personen verstan­den, sich Aufsichtsratsposten, die zum Teil mit übertrieben hohen Aufwandsentschädigungen und Tantiemen verbunden sind, bei Banken usw. zu sichern, indem sie sich auf angebliche parteiamtliche Weisungen bezogen haben. Der Herr Reichskanzler hat keinen Zweifel darüber gelassen, daß auf Dem Gebiete der Wirt­schaft nur d i e besten Köpfe ohne Rück­sicht aus Parteizugehörigkeit, falls sie nur charakterlich die Garantie für national* ozialistische Wirtschaftsführung bieten, Berück- ichtigung finden sollen. Das Reichswirt- chaftsministerium hat sich veranlaßt gesehen, ver- chiedenen Herren nahezulegen, ihre Aemter n i e - derzulegen im Aufsichtsrat der Deutschen Sau- und Bodenbank AG., und zwar Herrn Dr. M o ser, Herrn Direktor Schukke, Herrn Oberinge­nieur Teske. Die Bereinigung weiterer ähn­lich gelagerter Fälle in anderen Unterneh­mungen wird nach eingehender Prüfung fortge­setzt. Mit diesen Maßnahmen dürfte ein weiterer Schritt zur Beruhigung der Wirtschaft getan sein.

Es wird ferner darauf hingewiesen, daß die Reichst eitung der NSDAP, wünscht, daß ihre Amtswalter A u f s i ch t s r a t s m a n- date grundsätzlich nicht annehme n.*Nur in besonderen Fällen sollen zur Wahrung volkswirtschaftlicher Belange Ausnahmen ge­macht werden. In solchen Fällen ist es erforderlich, die Genehmigung des Reichswirt- schaftsminifteriums ober des Herrn Beauf­tragten in der Reichskanzlei Keppler zu erhalten. Auch in biefen Ausnahmefällen soll die Ausübung des Mandats grundsätzlich ehrenamtlich oder aber nur unter Gewährung einer angemesse­nen Aufwandsentschädigung geschehen. Soweit angebliche Vertrauensleute der NSDAP. Aufsichtsratsmandate erlangt haben, ist dem Reichswirtschaftsministerium unverzüglich davon K e n n t n i s zu geben. Es soll der Wirtschaft Gelegenheit gegeben werden, im Benehmen mit dem Reichswirtschaftsministerium eine Ausmerzung aller Nicht-Fachleute und nicht ein­wandfreien Persönlichkeiten vorzu­nehmen.

Llebertragung der Restaufgaben der Schlichter auf die Treuhänder der Arbeit.

Berlin, 24. Juli. (TU.) Nach dem Gesetz über Treuhänder der Arbeit vom 19. Mai 1933 regeln die Treuhänder der Arbeit die Bedingungen für den Abschluß von A r b e i t s d e r t r ä g e n für die beteiligten Personenkreise. Die bisherige Hauptaufgabe der Schlichter und Schlichtungsaus­schüsse, beim Abschluß von Tarifverträgen Hilfe zu leisten, ist damit wenn auch in anderer Form den Treuhändern der Arbeit über­tragen worden. Den Schlichtungsausschüssen bleibt im wesentlichen noch die endgültige Entschei­dung pon Streitigkeiten über die Gestal­tung von Arbeitsordnungen und die Hilfe­leistung beim Abschluß von Betriebsver- einbarungen. Dieses geschieht in Form von

nisten oder Marxisten an einem Nationalsozialisten verübte Mord von uns zehnfach gegenüber kommu­nistischen oder marxistischen Führern gesühnt werden wird. Er muß wissen, daß jedes Vergehen gegen den nationalsozialistischen Staat die schwer- sten Strafen im Gefolge hat. Jeder Natio­nalsozialist muß sich aber auch bewußt sein, daß Mißhandeln von Gegnern jüdisch-bolsche­wistischer Gesinnung entspricht und des Natio­nalsozialismus unwürdig ist.

Die Beamten werden zur Arbeitsfpende aufgerufen.

Berlin, 22. Juli. (TU.) Der Leiter der Be­amtenabteilung der NSDAP, und Führer des Deut­schen Beamtenbundes, Neef, erläßt einen Aufruf, in dem es heißt: An alle deutschen Beamten! Der Führer des deutschen Volkes, unser Reichs- und Volkskanzler Adolf Hitler, hat alle deutschen Volksgenossen zu einerSpende zur Förde- r u n g der nationalen Arbeit" aufgerufen, um auch auf diesem Wege für unsere arbeitslosen Mitbrüder und Schwestern wieder Arbeit und Brot zu schaffen. Don jeher hat sich die deutsche Be­amtenschaft eingesetzt, wenn es galt, vaterlän dische urfb polkliche Not zu lindern, stellt es auch diesmal wieder unter sichtbaren Beweis, meine Berufskameraden, die ihr die Ehre habt, dem deut­schen Staat und Volk in besonderer Weise dienen zu dürfen, daß ihr mit der Not der arbeit»- losenVolksgenossen empfindet; daß ihr nach bester Kraft bereit seid, sie lindern zu helfen, daß ihr eine treue, einige und geschlossene Gefolg­schaft unseres Führers bildet, der mit ganzer Seele und aus tiefstem Herzen und in vorbilolicher selbst­loser und nie rastender Arbeit sich seinem Werke der äußeren und inneren Befreiung hingibt.

Ich fordere von euch nicht bestimmte Beträge oder feste Prozentsätze eures Gehaltes, rwch ein und dieselbe Dauer der Spendenleistung, denn ich kenne eure wirtschaftliche Lage und weiß, daß sie

Schiedssprüchen, über deren Derbindlichkeits- erllärung der Schlichter zu entscheiden hatte. Da die Schlichterdienststellen mit Ablauf des 30. Juni 1933 a u f g e I ö ft worden sind, weil die wichtigsten Auf­gaben der Schlichter den Treuhändern der Arbeit durch das Gesetz vom 19. Mai 1933 übertragen wor­den sind, lag es nahe, die den Schlichtern verbliebe­nen Restaufgaben ebenfalls den Treuhän­dern der Arbeit zu übertragen. Das ist durch das Gesetz vom 20. Juli 1933 mit Wirkung vom 1. Juli ab geschehen.

Oie Vorbereitungen für den ständischen Aufbau.

Berlin, 24. Juli. (TU.) Das Amt für ständi­schen Aufbau in der obersten Leitung der PO. Max Frauendorfer teilt folgendes mit:

Der Gedanke des ständischen Aufbaues wurde von unberufenen Elementen als Deckmantel benutzt, um durch Bildung von wirtschaftlichen Organisationen Sonderinteressen zu verfolgen. Diese Bestrebungen, die die Wirt- schäft beunruhigten und dadurch das deut­

sche Volk schädigten, wurden durch die Erklärung des Führers, daß der Zeitpunkt der Durchführung des ständischen Aufbaues noch nicht gekom­men fei, unterbunden. Im Einverständnis mit dem Etaatsleiter der PO. der NSDAP., Dr. Ley und Herrn Reichswirtschaftsminister Schmitt weise ich darauf hin, daß für alle Fragen des ständischen Aufbaues nur dasAmt für ständischen Aufbau der NSDAP." die von mir ernann­tenLandesleiter für ständischen Aufbau" und die®aufad)berater für ständischen Auf­bau" zuständig sind.

Um die planmäßige Vorbereitung des ständischen Aufbaues zu gewährleisten, ernenne ich für das Gebiet je eines Landesarbeitsamtes, sowie für die Freie Stadt DanzigL a n d e s l e i > ter für ständischen Aufbau", und zwar für Rhein­land: Pg. Dr. Kr. Georg Schmidt, Köln a. Rh., Hessen: Pg. Eckart, Frankfurt a. M..

. Im Bereiche eines Landesarbeitsamtes ausge­stellte Kaufachberater für ständischen Aufbau haben die Landesleiter zu unterstützen und für die Durchführung der nötigen Maßnahmen im Bereiche ihres Gaues zu forgen.

Der Ausgang der evangelischen Kirchenwahlen.

Oas Gesamtergebnis in Groß-Berlin.

Berlin, 24. Juli. (TU.) Aus den Groß- Berliner Kirchengemeinden liegen jetzt die end­gültigen Ergebnisse der Kirchenwahlen vor. 3n 59 Gemeinden fanden keine Wahlen statt, da hier entweder eine Einheitsliste aufgestellt oder nur eine Liste eingereicht war. 3n diesen Gemeinden beträgt der Anteil der Deut­schen Christen durchschnittlich 80 v. H. der Sitze. Abgesehen von einigen wenigen länd­lichen Vorortgemeinden haben 7 5 Groß- Berlin er Gemeinden gewählt. Es er­hielten die Deutschen Christen 235022 Stimmen, die 3ungresormatorische Liste Evan­gelium und Kirche 107 122 Stimmen. Es bestätigt sich somit, baß die Deutschen Christen in Groß-Berlin eine Zweidrittelmehr­heit erreicht haben, während das andere Drittel der Jungreformatorischen Liste Evangelium und Kirche gehört.

Reue Landessynoden.

Berlin, 24. Juli. (TU.) Von den Kirchenwahlen des Sonntags liegen bis zur Stunde nur wenige Gesamtergebnisse vor. Das liegt an der Schwerfälligkeit des kirchlichen Wahlapparates z. T. auch an der Verschiedenheit der Wahlbestimmungen in den einzelpen Landeskirchen, die durch die Zer­splitterung des deutschen Landeskirchentums bedingt ist. Am übersichtlichsten ist die Gruppierung der kir­chenpolitischen Kräfte dort zu erkennen, wo außer den Gemeindevertretungen auch die Landeskir­chentage und Lanüessynoden gewählt wurden. In weiten Gebieten, besonders im Bereich der Altpreußischen Landeskirchen, wird die Bildung dieser höheren Synoden er st in einigen Wo­chen erfolgen. In einer Reihe von Landeskirchen sind dagegen die Synoden durch die Urwahl des vergangenen Sonntags oder durch vorher einge­

reichte Einheitslisten gebildet worden. Bis zur Stunde liegen die Ergebnisse über die Zusammen- setzung folgender Landessynoden vor:

In Baden ist für die Landessynode eine Ein- heitsliste aufgestellt worden, durch die sich eine eigentliche Wahl erübrigte. Die Deutschen Christen erhielten 32, die kirchlich-positioe Vereinigung 25 Sitze. In Württemberg wurde der Landes­kirchentay ebenfalls ohne Wahl durch eine Ein­heitsliste gebildet. Die Deutschen Christen er­hielten 32, die übrigen kirchlichen Gruppen 29 Sitze. In Frankfurt a. M. wurde die Landeskirchen- Verwaltung durch Einheitsliste gebildet. Sie besteht aus 33 Pfarrern und 33 Laien. Es erhielten die Deutschen Christen 50, die übrigen Gruppen 16 Sitze. In Hessen-Kassel beträgt der Anteil der Deutschen Christen im Landeskirchentag, der ebenfalls ohne Wahl zustande kam, 60 v. H. In Thüringen fand eine Urwahl zum Can- deskirchentag statt. Hier erhielten die Deut­schen Christen 264 926 Stimmen, Christlicher Volks« bund 18 958, Einigungsbund 13 795 Stimmen.

Die Kirchenbevottmächiigten beim Kanzler.

Bayreuth. 24. JuN. (WTB.) heute nachmittag empfing, wie dasBayreuther Tagblatt" meldet, der Reichskanzler die Bevollmächtigten der Evan­gelischen Kirche, Landesbischof D. INarahrens (Hannover), Landesbischof D. 2TT e i | e r (München) und Oberkirchenratspräsident Dr. Tilemann (Ol­denburg), um sich von ihnen über den Abschluß des kirchlichen Derfaffungsroerfs und über die kirchliche Lage berichten zu lassen.

Rücktritt zahlreicherMitglieder des Oberkirchenrats in Berlin

Berlin, 25 Juli. (CNB.) DerVölkische Be- obachter" teilt mit: In loyaler Würdigung der ver­änderten Lage sind folgende Mitglieder des Evan-

verschieden ist. Gebt reichlich oder wenig, aber gebt nach euerem Können! Die kleinste Gabe ist wie die große ein Stein an dem gewal­tigen Werk, an dem mitzuschaffen ihr vom Füh­rer des deutschen Volkes berufen werdet.

Gelingt die Riederkämpfung der Arbeitslosig­keit, und die große und stolze Aufgabe wird und muh gelingen, dann ist auch für euch die Dahn zu gebesserten Lebensbedingungen frei. Rur we­nige Beamte und Beamtinnen gibt es, die nicht mittelbar von der harten Geißel der Arbeits­losigkeit betroffen sind, denn fast in jeder De- amtenfamilie finden sich Töchter, Söhne und Ver­wandte, die nicht in Arbeit und Brot stehen und auf euere geldliche Unterstützung aus moralischen oder gesetzlichen Gründen angewiesen sind. So helft ihr in engerem Sinne auch noch euch sel­ber, wenn ihr der Allgemeinheit helft.

Arbeitsbeschaffung für Aitparteigenoffen.

Eine Verfügung des Braunen Hauses.

München, 24. 3uli. (211.) DerVölkische Beobachter" enthält folgende Verfügung des Stellvertreters des Führers, Rudolf Heß: Alle Rationalsozialisten, gleichgültig, ob sie sich in parteiamtlicher oder privater Stellung von ent­sprechendem Einfluß befinden, haben nach bestem Können Sorge zu tragen, daß noch arbeits­lose Mitglieder der RSDAP., deren Cintrittsdatum vor dem 30. Januar 1 931 liegt, bevorzugt in Arbeit kommen. Die Bevorzugung soll ein Ausgleich dafür sein, daß Rationalsozialisten, die sich vor dem 30. Januar 1933 öffentlich zur RSDAP. bekannten, während des Wirkens des alten Systems in vieler Hin­sicht schwere Rachteile erfuhren und teils ihre Arbeitsplätze verloren, teils bei der Ver­gebung von Arbeitsplätzen hintange stellt wurden. Unter denAltparteigenossen" find be­sonders aktive Kämpfer au bevorzu­gen, die fich vor der Öffentlichkeit in hervor­

ragender Weise als Rattonalsozialisten zeigten (SA.- und SS.-Angehörige) und älteste Mitglie­der, welche die letzte Zeit Leiden und Benach­teiligungen auf sich nahmen.

Bei Bewerbern um Arbeit sind bei gleicher Befähigung grundsätzlichAltpar­teigenossen" zu bevorzugen. Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, daß selbst etwas geringere Befähigung bei den Altparteigenossen oft ausgeglichen wird durch erhöhten Arbeits- und Aufbauwillen zugunsten des nationalsozialistischen Staates.Altparteige­nossen" in Handel und Gewerbe sind beim (Sin- faul und bei Vergebung von Auf­trägen stets zu bevorzugen, wiederum als Aus­gleich für Benachteiligungen und Boykottierun­gen unter dem alten System.

Die Beitrittserklärung nach dem 30. Januar 1 933, also zu einer Zeit, da die Mitgliedschaft zur RSDAP. nur Vor­teile in Aussicht stellte, darf grundsätz­lich nicht von ausschlaggebender Be­deutung in der Beurteilung und Verwendung der Beigetretenen sein. Demgemäß kann die neue Mitgliedschaft insbesondere bei (Beam­ten nicht z u einer Bevorzugung in der Beurteilung des Rattonalsozialisten führen. Ausschlaggebend bei Beamten kann nur d i e Tüchtigkeit und die Eignung für ihr A m t fein. Ein Abweichen von dieser Regel ist lediglich die eventuelle Heranziehung der ver­hältnismäßig wenigenAltparteigenossen" unter den Beamten fürbesondereVertrauens- stellungen und die Hintansetzung von Be­amten, welche unter dem alten System sich in der Bekämpfung des Rationalsozialismus hervor­getan haben, lieber allen Einzelinteressen ßeht das Interesse der Gesamtheit. Das Interesse der Gesamtheit erfordert den Ein­satz aller befähigten Kräfte für den Aufbau unseres nattonalsozialistischen Staates. Je schneller dieser Aufbau, desto eher die Rück­wirkungen für den Einzelnen.