Ausgabe 
25.4.1933 Erstes Blatt
 
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Nr. 96 Erstes Blatt

183. Jahrgang

Dienstag. 25.April 1933

GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

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Minister Goebbels in feuer Vaterstadt Rheydt.

Gladbach-Rheydt. 24.April. (WTB.) Bei einem Festakt im Sitzungssaal des Rathauses wurde heute nachmittag Reichsminister Dr. Goebbels die E h re n b ü r g e r u r k u n d e feiner Vater­stadt überreicht. Nach der vom Städtischen Orche­ster oorgetragenen Ouvertüre der Meistersinger überreichte Oberbürgermeister Dr. Handschuh­macher mit einer kurzen Ansprache dem Reichs­minister die künstlerisch ausgesührte Urkunde Dr. Goebbels dankte in bewegten Worten für die ihm zugedachte Ehrung und betonte, daß der groh- artige Empfang, den ihm seine Vaterstadt bereitet habe, ihn mit aufrichtiger Freude erfülle. Die Stadt, in der er seine Fugend verlebte, werde er nie ver­gessen. Gerade in diesen Tagen habe tiefe Wehmut sein Herz ergriffen, als er erlebt habe, dah er das Herz des Volkes seiner Heimat besitze. Er müsse hervorheben, dah er zwar in Rheydt auch Gegner gehabt habe, dah man aber in seiner Vaterstadt den Kampf gegen ihn immer mit sauberen und ehr­lichen Waffen geführt habe Das danke er seiner Vaterstadt, der er immer treu bleiben werde.

Am Abend fand vor dem Rathaus eine öffent­liche Huldigungsfeier der Bevölke­rung für Dr. Gokbbels statt. Die Veranstaltung wurde vom Westdeutschen Rundfunk alsTag der Heimat" übertragen. Der Reichsminister wurde bei seinem Erscheinen auf dem Balkon des Rat­hauses von der nach Tausenden zählenden Menge stürmisch begrüßt.

Sr. Goebbels

erklärte: Sie haben mich am gestrigen und heutigen Tage so mit Ehren und guten Wünschen überhäuft, daß ich das für meine Person allein gar nicht in Anspruch nehmen darf Ich fühle mich noch zu jung dazu, um vorn Volte auf Händen getragen zu wer­den und ich möchte Sie deshalb bitten, mir die Er­laubnis zu geben, die Ehren und Wünsche, die Sie mir haben zuteil werden lassen, nicht auf meine Person zu beziehen, sondern auf die wunder­bare nationalsozialistische Erhebung, die unter Führung Adolf Hitlers das ganze deutsche Volk in allen seinen Ständen, Stämmen, Konfes­sionen und Berufen ergriffen hat. Ich möchte Ihnen sonst das Wort entgegenrufen, das Hans Sachs im dritten Akt der Meistersinger zu den ihn feiern­den Nürnbergern spricht: ..Euch macht ihrs leicht, mir macht ihrs schwer, gebt ihr mir Armen zu viel Ehr'." Ich kann verstehen, daß in der gewaltigen nationalen Erhebung, deren Zeugen und Mitge­stalter wir selbst geworden sind, auch meine alte Vaterstadt nicht abseits stehen will.

Dr. Goebbels ging dann aus die Bedeutung der nationalen Erhebung ein. Unser Leben, so fuhr er dann fort, hat wieder einen neuen I n - halt erhalten. Es zeigt sich jetzt auch die Wahr- heit des Wortes: Die materielle Not läßt sich umso besser überwinden, je größer die Ideale sind, die ein Volk hat. Die materielle Not überwindet ein Volk, das ihr mit Fanatismus und Idealismus ent­gegentritt und das weiß, daß die Not von den Volksgenossen gemeinsam getragen wird und das ferner weiß, daß die Männer, die die Regierung in der Hand haben, dieselben Gor­gen und Nöte haben.

Dr. Goebbels gab bann unter dem stürmischen Jubel der Bevölkerung ein Schreiben des preußi- schen Innenministers bekannt, in dem sestgestellt wird, daß ein Sonderkommissar beauf- tragt sei, die Voraussetzungen zu prüfen für eine Verselbständigung von München- Gladbach und Pheydt. Dr. Goebbels erklärte, er hoffe, daß die Entscheidung zu Gunsten einer Der- selbständigung ausfallen werde. Dies lege er als @egengefd)enr für die ihm erwiesenen Ehrun­gen in die Hände der Bevölkerung feiner Vater­stadt. Mit einem begeistert aufgenommenen drei­fachen Heil auf feine Vaterstadt Rheydt schloß Dr. Goebbels seine Ansprache.

Irn städtischen Stadion hatten mittler- weile bie nationalen Sampfoerbänbe in Stärke von etwa 20 000 Mann Aufstellung ge­nommen. Vom Sockel bes Ehrenmals hielt Dr Goeb­bels bei Eintritt der Dämmerung noch eine begei­sterte Ansprache an bie 5'21. unb SS. Um 21 Uhr setzte sich ein imposanter Fackelzug in Bewegung, der über zwei Stunben bauerte.

Des Reichskanzlers Dank für die Geburtstagsglückwünsche.

Berlin, 24. April. (T5IB.) Dem Herrn Reichs- kanzlcr Adolf Hitler sind aus Anlaß feines Ge- burlslages aus dem In- und Auslande fo überaus zahlreiche Glückwünsche ju- gegangen, daß er sich zu seinem Bedauern außer- stande sieht, sie iUc einzeln zu beantworten. Der Herr Reichskanzler läßt daher aus diesem Wege allen denen, bie an diesem läge in treuer Anhänglichkeit seiner gedacht haben, feinen herzlichen Dank aussprechen.

Ein neues Wirtschastsministerinm in Bayern.

München, 25. April. (WTB. Funkspruch.) Tas bayerische Gesamtministerium hat mit sofor­tiger Wirkung beschlossen, als weiteres Staatsministerium ein Wirtschastsmini- stcrium zu bilden. Zum Minister wurde vom Reichsstatthalter ernannt Eugen Gras von Quadt zu Wykradt und I s n y. Das Mi­nisterium umfaßt drei Abteilungen, an deren Spitze je ein Staatssekretär steht. Zu Staatssekretären wurden ernannt für die 216-

Die Entscheidung zwischen Krieg und Frieden.

DasRiickgratdesWeltreiches

Don unserem Sonderberichterstatter Srcgaffentapifän a A. £)r. Bruno Gönn Hochdruck, auch mit Quellenangabe, verboten f

London, im 2lpril 1933.

England selbst ist eine Insel, sein Weltreich ein überseeisches, über den ganzen Erdball verteilt und durch Meere getrennt. Mil Raturnotwendig- keit ist daher das verbindende Element innerhalb dieses Ricsenkomplees das Schiff und die Grundlage der gesamten Dertcidigung das Kriegsschiff. Seine Entwicklung zur Weltmacht verdankt England dieser Erkenntnis, an der es Jahrhunderte hindurch mit echt angelsächsischer Zähigkeit lestg halten hat. Als eine deutsche Flotte entstand, die ihm unbequem zu werden drohte, hat es mit äußerster Rücksichtslosigkeit alle Fol­gerungen gezogen, die es von seinem Standpunkte aus für erforderlich hielt. Dah die deutsche Flotte nach dem Friedensschluß bis zur Bedeutungslosig­keit verkleinert wurde, ist Englands Werk, und dabei hatte Tirpih den Engländern ein Stärke Verhältnis Englands zu Deutschland von 5:3 angebotenl England aber hatte den Grund­satz verfochten, daß seine Flotte den beiden nächst stärksten zusammengeno mm e n überlegen sein müsse.

Und was ist nun der Erfolg des Welt­krieges gewesen? Der Marinevertrag von Washington Anfang 1922 zeigt den ,ähen Sturz der englischen Seemacht aus stolzer Höhe! Für die fünf Seemächte Britisches Reich, Bereinigte Staaten, Japan, Frankreich und Italien wurde das Stärkeverhältnis an gro­ßen Schiffen wie folgt festgesetzt: fünf: süns: drei: 1,75:1,75. Daran haben auch spätere Berhand- lungen wie die Genfer Dreimächte-Konserenz und die Londoner Flottenkonferenz im Jghre 1930 nichts Wesentliches mehr geändert. Spätestens 1936 wird es zwischen der Größe der britischen und der amerikanischen Kampfflotte keine we­sentlichen Tlnierschiede mehr geban. Bedenkt man, daß die englische Flotte das Rückgrat des Weltreiches ist, dessen einzelne, in wirt­schaftspolitischer Beziehung oft andere Ziele als das Mutterland verfolgenden Bestandteile vor allem durch die gemeinsame Flotte zusammen­gehalten werden, so erkennt man klar das Ziel, das England bei allen Abrüstungsvorschlägen und -Verhandlungen im Auge hat: Seine vom englischen Standpunkte aus fast erschreckende Schwäche zur See irgendwie wieder auszu­gleichen. Kern seiner Seemacht ist nach wie vor das Großkampfschiff von mindestens 25 000 Tonnen. Bon jeher hat es daher die Mine, den Torpedo und schließlich das Unterseeboot ge­fährlicher Gegner des Großkampfschiffcs als unfair" hinzustellen und völlig zu beseiti­gen versucht, allerdings ohne Erfolg.

Da sein Schuh einzig und allein auf der Flotte beruht, hat England seine Armee stets nur als eine Angelegenheit zweiter Ordnung be­trachtet: sie hat für das Weltreich in erster Linie als Kolonialtruppe Bedeutung. Als solche würde sie wenigstens nach den letzten eng­lischen und französischen Abrüstungsvorschlägen von der Abrüstung und Kontingentierung über­haupt ausgeschlos'en sein. Hinsichtlich der Luft- st r e i t k r ä f t e hat fich England von Frankreich stark überflügeln lassen, und hier liegt wegen feiner Schwäche zur See ein neuer, höchst- |

bedenklicher Gefahrenpunkt für England. Wenn cs daher in dem Macdonaldschen Abrüstungs- entwurs vorschlägt, dah die Großmächte: Eng­land, Frankreich, Bereinigte Staaten, Japan, Italien und Sowjet-Außland je 50) Militär­flugzeuge behalten dürfen, so tut cs dies in dem Bestreben, feine Schwäche in der Luft einigermaßen wieder auszugleichen.

Alics in allem genommen: Englands mili­tärische Position ist heute verhältnismäßig schwach, was zum Teil auf die militärfeindliche Einstellung der vielfach mahgebend gewesenen Arbeiterpartei, zum anderen Teil auf eine an­gespannte Finanzlage zurückzuführen ist. Dieser

Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Paris, im April 1933.

Der Franzose wünscht ohne Zweifel die Auf­rechterhaltung des Friedens, vom obersten Ge­neral bis zum letzten Arbeiter. Frankreich hat nach dem bekannten Sprichwort den Krieg vor- bereitet, weil es den Frieden wollte. Die H e e r e s r e f o r m ist in den entscheidenden Punkten soweit durchgeführt, dah eine Kürzung der Militärausgaben nach französischen Anga­ben von 13 552 Millionen Franken auf 11894 Millionen Franken möglich wurde. Eine Beein­trächtigung der Schlagkraft der Armee tritt da- durch natürlich nicht ein, da die Militärausgaben auch in diesem Jahre noch eine durch die Geld­entwertung nicht ausgeglichene Erhöhung von 550 Prozent gegenüber dem Jahre 1913 auf- weisen. Das Flottenprogramm wird be­schleunigt durchgeführt: Rach dem 26 000-Tonnen- KreuzerDünkirchen" sind vor wenigen Tagen vier leichte Kreuzer aus Kiel gelegt worden. An der Umgestaltung der Luftstreit- f r ä f t e wird zur Zeit fieberhaft gearbeitet. Ein nach den neuesten Errungenschaften der Technik gebautes Befestigungsneh saht die fran- zösische Ostgrenze von Belgien bis zum Mittel­meer ein. Frankreich ist wie kein anderes Land Europas für einen Krieg gerüstet.

Diese unbestreitbare Tatsache wird die Grundlage der Politik seiner Ba­sa l l e n. Frankreich will keinen Krieg Frankreich ist unangenehm berührt dadurch, dah seine Bun­desgenossen mit dem französischen Säbel rasseln, und trotzdem ist in Frankreich der Krieg Tages­gespräch Zwei Gefahren folgen daraus: Die 21 n g ft vor mangelhafter Sicherheit, die zur Psychose wird und eine sachliche Mitarbeit an dem Ausbau eines wirklichen Friedens er­schwert. Zum zweiten das Spiel mit dem Gedanken eines Präventivkrieges. Man sollte die Möglichkeiten nicht unterschätzen, die sich daraus ergeben, ohne sich den Optimis­mus nehmen zu lassen, dah die Spannung bald abtlingen muh. Eine Verständigung ist aber schwer, so lange Frankreich sich als Anwalt aller Welt gegen Deutschland. Italien. Ungarn, Oester-' reich und Bulgarien fühlt, und seine Handlungs­freiheit auf diplomatischem Gebiet immer mehr in dem Reh seiner Bündnisse und besonderen 2lb- I kommen versteckt. Paris hat Rom stets mit der |

militärischen Schwäche entspricht auch eine po­litische. Jedesmal, wenn Frankreich ausgetrumpft hat, ist England politisch umgefallen. So hat cs noch zuletzt feinen eigenen AbrüstungSvor- schfag auf französischen Druck hin bis zur völligen Unkenntlichkeit entstellt. Die französischen Flug­zeuge sind eine unverkennbare Gefahr für Eng­land. das in der Luft seinen Charakter als Insel, durch den es groß geworden ist, nicht mehr behaupten kann. So sehen wir auch hier nach der negativen Seite die alte Wahrheit bestätigt, daß nur der wirklich Starke eine große, klare, zielbewußte und vorteilhafte Politik machen kann.

Drille Belgrads betrachtet. Die Ergebnisse sind bekannt. Richts desto weniger schickt sich Paris jetzt an, das Europaproblem durch ein Prisma zu sehen, das von der gemeinsamen Werkstätte der Kleinen Entente und Polens geliefert wurde. Es nimmt nicht wunder, daß Frankreich dadurch nicht nur jedes Verständnis für die Bedeutung der deutschen Revolution abgeht, sondern dah eS auch sein eigenes Feingefühl für die Erfordernisse der Gegenwart verliert.

Frankreich steht am Scheidewege mehr als irgendeine der europäischen Mächte- Von Paris hängt es in hohem Maße ab. ob die historische Entwicklung, die kein starres Fest­halten an dem gegenwärtigen Zustand aufhält, sich friedlich oder unter vernichtenden Erschütte­rungen für ganz Europa vollziehen wird- Die Kleine Entente hat Frankreich unumwunden er­klärt, Revision bedeutet Krieg. Große Schlagworte verdecken versteckte Drohungen, und das Problem Krieg und Frieden ist wohl lange nicht mehr mit so großer Leidenschaft in Paris behandelt worden, wie in den letzten Tagen. Die Regierung, die von innen und auch von außen ständig unter Druck gehalten wird, hat Mühe, die erregten Geister zu meistern. Es wird lange dauern, b s eine sachliche Auffassung an Boden gewinnt. Roch wird die öffentliche Mei­nung in der Annahme erhalten, dah sofortige Revision sofortigen Krieg, dah eine Revision auf Sicht den Krieg auf Sicht bedeuten würde. Der Block, den Frankreich in der Rachkriegszeit um sich geschart hat, sieht in jedem Vorschlag zur Beseitigung unhaltbarer Zustände nur eine Be­drohung seiner militärischen Machtstellung, auf die er nicht verzichten will, weil et fürchtet, dann selbst für Frankreich an Interesse zu ver­lieren.

Frankreich hat die Wahl zwischen einet friedlichen Einigung der Grob­mächte, die vielleicht zunächst unbequem, letzten Endes aber unvermeidlich ist, und dem Völkerbund, mit der zweifelhaften Mehrheit von mittleren und kleinen Staaten, die nie eine Verantwortung für Europa empfinden gelernt haben. Soll dort über Krieg und Frieden ent­schieden werden? Wie dem aber auch sei, Frank­reich ist das einzige Land, das augenblicklich Krieg führen kann. Wenn es Ruhe hält, bleiben über­all die Kugeln in den Gewehren.

Gefahren der französischen Kriegsrüstung.

Don unserem Berichterstatter Dr. 7) von Grote

Lleberintt der Braunschweiger Oeutschnationalen zur NSDAP. Oer Braunschweiger Landtag rein nationalsozialistisch.

teilung Handel, Industrie und Gewerbe Stadt­rat Ludwig Stocker, für die Abteilung Land­wirtschaft der bisherige Staatskommissar Georg Suber (M. d. L.) und für die Abteilung Ar­beit und Fürsorge der Landtagsabgeordnete Hans Säufer.

Neuordnung an den preußischen Hochschulen.

Berlin, 25. April. (WTB. Funkspruch.) Amt­lich. Kultusminister R u st hat bis zur endgültigen Entscheidung auf Grund des Teamtengesetzes f o l = Sende Professoren beurlaubt: An der nioersität Frankfurt a. M.: Salomon, Men° nicke, M. Wertheimer, Strupp. Weil, Pribram, Rich. Koch, Glotzer, Pleßner, Sommerfeld, Walter Frän­kel, Fritz Mayer, Ernst Kohn, Neumark, Ernst Eohn, Braun, Ludwig Wertheimer und Altschul: an der Universität Marburg a. d. Lahn. Röpke, Iacobsohn: an der Universität Göttingen: Ho­nig, Courant, Born, Emmy Noether, Bernstein, Bondi. Weitere Beurlaubungen werden f o l- ge n. Außer den Beurlaubungen behält sich das Kultusministerium vor, in der nächsten Zeit zur Umgestaltung der Hochschulen und der Wiederher­stellung ihres bodenständigen Charakters vor allem on den Grenzuniversitäten Bres­lau, Kiel, Königsberg eine Reihe von Versetzun­gen vorzunehmen.

Oie Geschästsschließungen am 1. Mai.

Berlin, 25 April. (ERB. Funkspruch.) Do in der Oessentlichkeit verschiedentlich Hnllorhcit darüber herrscht, ob und inwieweit die Ge­schäfte am 1. M a i zu schließen haben, wird von maßgebender Seite noch einmal darauf hingewiesen, dah der 1. M a i ein gesetz­licher Feiertag ist, für den alle Be - ftimmungen eines solchen Geltung haben.

Braunschweig. 24. April. (ERD.) Am Montag haben zwischen Deutschnationa- I e n unb Rationolsozialisten im Lande Braunschweig Besprechungen ftattgefunben, die wie von beteiligter Seite mitgeteilt wird $u dem Ergebnis geführt haben, daß der Lan­desverband der Deut f ch nationalen Dolkspartei geschlossenzurRSDAP. übertritt.

Zu d csem Hebertritt teilt die Bauleitung Eüb-Hannover-Braunschweig der RSDAP. Parte.amtl.ch u. a. mit: Durch den Heber tritt der weitaus überwiegenden Mehr­heit des Vorstandes des Landesverbandes Braunschweig der DRVP. mit seinen Abgeord­neten ist der Landesverband praktisch aufgelöst. Dies wird seine Bestätigung noch dadurch haben, daß im Anschluß an den Schritt der verantwortlichen Führer nunmehr auch die einzelnen Mitglieder ihren Anschluß an d:c große Freiheitsbewegung Deutschlands fin­den werden. Gleichfalls übergetreten ist der Landesjugendführer Aretz. Besonders begrüßenswert ist es auch, dah der Führer des Deutschnationalen Arbeiter­bundes in Braunschweig übergetreten ist. Die deutschnationalen Stadtverordneten der Stadt Braunschweig sind ebenfalls der RSDAP. be.getreten. Rachdem die 2lbgeorbneten des Kampsblocks Schwarz-tve.h-rot dem Einheitswil­len der Braunschweiger Bevölkerung Rechnung getragen haben, wird der Landtag von 33 nationalsozialistischen Land­tagsabgeordneten gebildet. Er ift damit,

die erste deutsche Landesvertretung, in der es nur noch Rationolsozialisten gibt. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dah alle son­stigen Vertreter des Kampfblocks Schwarz-weiß-rot in Stadt-, Kreis- und Gemeindevertretungen dem Beispiel ihrer po­litischen Landesführer folgen und ebenfalls in die ASDAP. eintreten werden, so dah die politische Einigung unter der Führung Adolf H:tlers im Bereiche des Landes Braunschweig als vollzogen angesehen werden kann.

Sine Erklärung der Braunschweiger Deutschnalionalen.

D r a u n s ch w e i g, 24. April. (TU.) Die M i k- 9 lieber des Vorstandes des Landes­verbandes Braunschweig d er DRVP. geben zu ihrem Hebertritt folgende Erklärung ab:

»Die Mitglieder des Landesverbandes Braun­schweig der DRVP. wechseln nicht eine Partei gegen eine andere ein, denn bas Parteiwesen ist tot und soll nach unserem Willen nicht wieder cr- w a ch e n. Deutschlands Schicksal erfordert eine einheitliche Führung. Diesem Gedanken hat auch der Stahlhelm Rechnung getragen mit der Erklärung Scldtes und Düsterbergs, sich Hitlers Führung zu unterstellen. Ein Kon­kurrenzkampf zwischen gleichen Zielen zu­strebenden Organisationen, während die Herzen ihrer Mitglieder von der gleichen nationalen Glut überfüllt sind, ist angesichts der überaus ernsten außenpolitischen Lage Deutschlands für un«