Geschichten aus aller Welt
Wirtschaft
dem schönen Jägerliede — auch gar nicht la-han-ge, da lief dem Jäger eine fette Wildsau vor die Flinte!
seiner Beute auf den Heimweg.
Aber leider Gottes sollte der Arme mit seiner Sau niemals zu Hause ankommen: den Schluß der traurigen Jagdgeschichte hat uns ein Waldhüter erzählt. Der war nämlich auf seinem Kontrollgang an einem tiefen Wildbach vorbeigekommen und hatte dort im Wasser ein Wildschwein liegen sehen. Außerdem Blutspuren am Ufer. „Aha?" hatte sich da der Waldhüter sofort gesagt: „Wieder einmal Wilderer am Werke gewesen! Schwein angeschossen! ... Ausgerissen ... An der Tränke verendet und ersoffen ..Vorsichtig war der Waldhüter das steile Ufer herabgeklettert, um das Tier ans Land zu ziehen. Wer beschreibt sein Entsetzen, als er unter der toten Wildsau den ihm wohlbekannten, aber ebenfalls ertrunkenen Prezsmar sand!
Der Rätsels Lösung war einfach: Der Schütze hatte sich das tote, schwere Schwein auf den Rücken geladen gehabt, die Vorderbeine über seine Schultern und unter dem Hals zusammengebunden gehabt, war ausgerutscht, in den Bach gefallen, hatte sich das Bein gebrochen und war von dem toten Schwein regelrecht ersäuft worden!
Wochenbericht
vom Frankfurter Produktenmarkt.
Das Getreidegeschäft ist nach den größeren Bewegungen in den letzten Wochen ruhiger geworden. Sn der abgelaufenen Woche war die älmsatztätigkeit am Frankfurter Markt sogar ausgesprochen gering; es fehlte dem Markte an Anregungen. Auch das Mehlgeschäft bot kaum einen Anreiz für Neuanschaffungen von Brotgetreide. Zwar wurden hier und da kleine Mengen gekauft, im ganzen blieb das Geschäft aber klein. Anderseits kam auch nur kleines Angebot an die Märkte. Nennenswerte Pre'.sverschiebungen traten nicht ein.
Der Weizenmarkt hat durch die Hühner- weizenaktion zwar einen gewissen Impuls erfahren, größere Arnfähe fanden bei kleinen Preisschwankungen aber nicht statt. Die Notierung stellte sich auf 210 bis 211 (gegen 212,50 bis 210 in der Vorwoche) Mark per Tonne.
Der Roggenmarkt verkehrte in stetiger Tendenz; der Preis blieb mit 174 Mark per Tonne gegen die Vorwoche unverändert.
Am Hafer markt war die Marktlage gut stetig. Das Angebot ist mäßig, die Nachfrage etwa befriedigend. Im Vergleich gegen die Vorwoche stellte sich der Preis mit 145 bis 147,50 Mark per Tonne unverändert.
Gerste verzeichnete nur sehr schleppendes Geschäft. Sowohl Vrau- als auch Futterware gaben im Preise leicht nach. Vraugerste notierte mit
180 b's 181 um 1,50 Mark schwächer. Futtergerste war zu 168,50 bis 171,50 Mark per Tonne an- geboten.
Das M e h l g e s ch a f t beschränkte sich nur auf Abrufe für den lausenden Bedarf. Je 100 Kilogramm in Mark notierte i: Weizenmehl, südd. und niederrhein. Spez. 0, 30,50 bis 31,50, Roggenmehl, 60proz. Ausmahlung, 23,75 bis 24,50.
Der Futtermittelabsatz gestaltete sich bei nahezu unveränderten Preisen sehr ruhig. Lediglich sofort lieferbare Ware war etwas gefragt, während für die späteren Termine kaum Interesse bestand. Weizenkleie 7,90, Roggenkleie 8,40 biS 8.50, Soyoschrot 10,15 bis 10,75, Palmkuchen 9,25, Crdnußkuchen 11,80 bis 12, Treber 12,20 Mark je 100 Kilogramm.
Am Kartoffelmarkt neigten die Preise infolge des reichlichen Angebots leicht nach unten. Industriekartoffeln hiesiger Gegend 1,65 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug.
Wochenbericht ootn Frankfurter Scblacbtviebmarkt
Am Frankfurter Schlachtviehmarkt war das Geschäft etwas belebter, von einer größeren Geschäftstätigkeit kann aber noch nicht gesprochen werden. Preismäßig schloß die abgelausene Woche meist mit Besserungen.
Am Schweine markt waren noch keine Anzeichen einer Besserung zu bemerken, obwohl die Beschickung mit 5025 um 131 Tiere geringer war. Der Handel war ruhig bis schleppend, so daß
Llcberstand verblieb. Die Preise ließen etwa 3 Mk. nach.
Am Rindermarkt zogen die Preise durchweg um 1 bis 2 Mk. an. Rach ruhigem Handes wurde der Auftrieb von 1428 (gegen 1493) Stück ausverkauft.
Trotz der erhöhten Zufuhr verlief das Geschäft am Kälbermarkt durchaus zufriedenstellend; es machen sich offenbar bereits saisonmäßige Einflüsse bemerkbar. Die Preise lagen um 2 bis 3 Mk. über denen der Vorwoche.
Am S ch a f m a r k t setzte sich die Verringerung der Beschickung fort; die Tiere werden jetzt wieder in verstärktem Maße auf Weidemast gestellt. Der Austrieb betrug 178 (gegen 260) Stück. Roch regem Geschäft ergaben sich Erhöhungen von 2 Mk.; der Markt wurde geräumt.
Frankfurter Abendbörse weitere Abbröckelungen.
Frankfurt a. M., 2j.März. Die Abendbörse verehrte mangels Anregungen in sehr ruhiger Haltung. Die Kulisse zeigte Weiler Glatt- stellungsbedürsnis, zumal auch von der Kundschaft kleine Verkäufe vorgenommen wurden. Gegen die z. T. schon lehr schwachen Berliner Schlußkurse betrugen die Rückgänge durchschnittlich 0,50 bis 0,75 Prozent. IG.-Farben gaben um 1 .Proz. nach. Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei anhaltend kleinem Geschäft erneut von 0,25 bis 0,50 Prozent ab.
Auch am Rentenmarkt herrschte nahezu Um» sahlosigkeit. Neubcsih eröffneten mit 13,83 etwa behauptet. Altbesitz waren eher etwas erholt, während Schu'zgeb'ete und Reichsschuldbuchforderungen im Angebot lagen. Neubesitz 13,83 bis 13 80, AlibeNh 79,C0, Schulg biete 9 27, Rcichsbank 151, Gelsenkirchen 69, Phönir 47, Stahlverein 46,50 bis 46, Betula 118, Scheideanstalt 171, Licht & Kraft 104,50, IG.-Farben 131,25 bis 130 83. Ges- fürel 95, Schuckert 98,50, Hapag 22,25, Norddeutscher Lloyd 23,63.
Der FaU Neumann.
Darmstadt, 24. März. (WSN.) Der Vorstand des Hessischen Landesverbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein) trat hier zusammen, um über die durch das Äbl.Ven des seitherigen Vor- s'ch:nd n Pr sidrnt Dr. Neumann für den Landesverband entstandene xrage zu beraten. An Hand des bei der Revision durch das Reichst Versicherungsamt aufgenommenen Protokolls wurde festgestellt,
daß Präsident Neumann eine Schuld in Hohe von 28 842,40 Mark bei der Darmstadter Dolksbank aus dem Konto der Landes-
Versicherungsanstalt hat abdecken lassen.
Die von ihm als Gegenwert dem Heilstättenverein gegebenen Wertpapiere hatten im Augenblick der Transaktion am 24. August 1931 einen Wert von etwa 1 0 0 0 0 Mark. Nach dem Berkaus der Wertpapiere wird der Schaden des Heilstättenvereins infolge der inzwischen erfolgten Kurssteigerung der Wertpapiere noch ungefähr 1 0 0 0 0 Mark betragen. Die Witwe des verstorbettvn Präsidenten Neumann hat diese Schuld schriftlich anerkannt und bereits 4000 Mark davon in bar abgetragen. Weder der stellvertretende Vorsitzende, noch die Vorstandsmitglieder des Heilstättenvereins hatten Kenntnis von diesem geseh- und verfassungswidrigen Verfahren des Präsidenten Neumann. Der Vorstand des Heilstättenvereins faßte den Beschluß, das von der Landesversicherungsanstalt Hessen gewährte Darlehen in H.'he von 20 000 Mark so schnell wie möglich zurückzuzahlen und ferner durch organisatorische Aenderungen die Wiederholung derartiger Geschehnisse unmöglich zu machen. Zu diesem Zweck soll insbesondere die bisher bestehende Personalunion im Vorsitz der Landesversicherungsan st a l t und des Heilstättenvereins aufgehoben werden.
Geländespiel der „Hasska^-Zugend.
<£ Steinbach, 24. März. Am kommenden Sonntag findet südlich von Steinbach in der Gegend zwischen Lich, Eberstadt, Holzheim, Grüningen und Garbenteich ein größeres Geländespiel der „H a f s i a" - I ug e n d der Bezirke Gießen, Grün- berg, Alsfeld, Butzbach, Lich und Hungen statt. Hieran werden sich auch Abteilungen der Hitler- Juge.nd, des Stahlhelm und der Reiteroer e i n e aus Butzbach und Umgebung beteiligen. Man rechnet mit einer Teilnahme von etwa 400 Mann. Führer der roten Partei ist JAF. Glaub- Reiskirchen, Führer der Blauen JAF. Wisbach- Münster. Die Leitung liegt in Händen von Bez.-JF. Oberleutnant a. D. Bon Hard in Gießen. An das Geländespiel schließt sich ein Biwack an, bei dem die Stahlhelmkapelle Steinbach Platzkonzert veranstaltet.
und südländische Baume sollen hier wachsen. Rur ihr Rauschen soll die Stille und den Frieden unterbrechen.
Sogar das uralte Franziskanerkloster wird von der Räumung nicht ausgenommen. Es fügt sich aber so gut in das Landschaftsbild ein, daß man nur das Mädchenpensionat, das sich jetzt in dem Hause befindet, entfernt und dann das Kloster abriegelt und verfallen läßt.
Die Ehrung Dantes geht über alle anderen nationalen Erinnerungen hinweg. Das Denkmal, das man Garibaldi am Piazza Lante errichtete, wird entfernt und irgendwo anders wieder aufgestellt.
Nur der Rizetti-Palast, wo Byron lebte, wird stehen bleiben. Man erwägt sogar, diesen Palast zu restaurieren.
All diese Veränderungen, die Abbrüche, die Neubauten, die Entschädigungen bezahlt die italienische Regierung.
Der Tod des Wilderers.
(ht) Bukarest.
Diese Geschichte hätte Herr Johann Peter Hebel erfunden oder Edgar Allan Poe gedichtet haben können ... die grausig-groteske Geschichte vom toten Wildschwein, die sicherlich auch Gustav Meyrink zu einer Spukgeschichte erster Klasse begeistert haben würde.
In einer Gemeinde mit dem melodischen Namen Gyergyossentmiklos hat sich diese Geschichte zugetragen: auch dort haben die Fleischpreise infolge der Wirtschaftskrise besonders stark angezogen, so daß die Wilddieberei in nie geahnter Blüte steht. Zu den Jägern auf eigene Faust und fremde Rechnung gehörte nun auch ein gewisser Prezsmar, der eines Tages die Flinte auf den Rücken nahm und „in den Wald spazieren ging ... ja ... ju ... ja ... ju spa- zieeeeren ging", und es dauerte — genau wie in
Sie „umlegen" und ausweiden war das Werk von | wenigen Augenblicken. Hocherfreut lud sich der j Mann die Sau auf den Rücken und machte sich mit
Williams gehörte, mußte er sich selbst aburteilen. Er tat das auch in sachlichster Form. In Gegenwart zweier Heiliger und des einzigen Zeugen, eröffnete er die Sitzung, stellte seine Personalien fest, ließ den Zeugen den Sachverhalt erzählen und — verurteilte sich selbst zu 12 Schilling Geldstrafe, die er sofort ^Älltitia, die Göttin der Gerechtigkeit, soll während dieses Vorgangs leise, aber nicht unfreundlich, gelächelt haben ...
Der Asse und der Papagei.
1. — Paris.
Der Unterstaatssekretär B. im französischen Handelsministerium ist nicht nur Junggeselle sondern darüber hinaus auch so etwas wie ein Lebemann und außerdem noch Tierfreund. Man wird sehen, was sich aus einer solchen Konstellation entwickeln kann. B. bewohnt eine reizende Junggesellenwoh- nung in der Nähe der Champs Elysees, die ihm von einer Haushälterin in Ordnung gehalten wird. Da die Haushälterin sich nur tagsüber in der Wohnung aufhält, ist der einzige Hausgenosse von B. em Papagei, den er sich vor Jahren aus den Kolonien mitgebracht hatte. Mit der Zeit hat sich zwischen den beiden ein gewisses Freundschaftsverhältnis heraus- gcbildet, das von feiten des Papageis vorwiegend mit den Worten „Ein scharmanter Abend" bezeugt wurde. Wesentlich mehr vermag der Papagei nicht zu sagen, aber diese Feststellung hat er wohl des öfteren von seinem heimkehrenden Herrn gehört.
Zu seinem Unglück schenkte ein Freund Herrn B. kürzlich einen zweiten Hausgenossen, nämlich einen kleinen Affin. Auch der Affe wurde in einem Käfig untergebracht, und obwohl die beiden Tiere sich von vornherein mißtrauisch beäugten, ahnte, niemand etwas von der bevorstehenden Katastrophe. Desto größer war die Ueberraschung des Unterstaatssekretärs, als er eines späten Abends heimkehrte und sah, was sich inzwischen ereignet hatte. Der Affe war aus dem Käfig entwichen, hatte die Käfigtür des Papageis geöffnet, und die Folge war eine heftige Rauferei zwischen den beiden Tieren gewesen. Der Affe lag erschöpft in einem Sessel, und der Papagei hockte ziemlich gerupft und ängstlich mit den Flügeln schlagend in der äußersten Ecke seines Käfigs. Und krächzte seinem ebenso überraschten wie erschütterten Herrn die Worte entgegen: „Ein scharmanter Abend, ein scharmanter Abend" ...
Schweigen um Tantes Gi ab.
(hk) Mailand.
Dantes Grab kommt nun in jene Zone der Ruhe, des ewigen Friedens, die man in feinsinniger Weise als die wundervollste Ehrung des großen italienischen Dichters sich ausgedacht hatte. Mussolini sprach ein letztes Machtwort. Und in Ravenna wird Frieden sein ...
Kein Verkehrsfahrzeug wird die Ruhe des Grabes des großen Dichters stören, die Via Dante und die Via Guida Novalla werden frei fein von allem Tageslärm. Alle Gebäude gegenüber der Piazza Byron werden geräumt und abgebrochen. Blumen
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Erzietzungspro b leme.
rt. — Neuyork.
Frau X., die Gattin eines nicht unbekannten Neu- yorker Rechtsanwalts, hält sich für eine hervorragende Erzieherin. Allerdings dürfte sie selbst so ziemlich die Einzige sein, die dieser Ansicht ist; sogar ihr eigener Mann ist wesentlich anderer Meinung. Man keimt im Freundeskreise des Ehepaares diese ewige Meinungsverschiedenheit, und es gibt Spötter, die das Gespräch mit Vorliebe auf Erziehungsprobleme bringen, um eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Ehegatten zu provozieren Meist verlaufen diese Auseinandersetzungen zwar recht liebenswürdig, aber immerhin so, daß die Zuhörer ganz gut auf ihre Kosten kommen. Es gibt schon eine ganze Reihe von Anekdoten, die man sich über das Erziehungsproblem im Hause X. erzählt. Folgende kleine Geschichte soll Herr X. selbst erzählt haben, als seine Frau wieder einmal auf ihr Erziehungstalent pochte. Eines Abends horte er aus dem Kinderzimmer ein wildes Gebrüll, das überhaupt kein Ende nehmen wollte. Schließlich ging er bein_(9e- brüll nach und fand seinen kleinen vierjährigen Sohn ununterbrochen schreiend im Bett lugen. „Warum brüllst du so?" fragte er das Kind. „Damit der Hund kommt", war die Antwort. „Was für» ein Hund denn?" fragte der erstaunte Vater weiter. „Mutti hat gesagt, wenn ich nicht aufhöre zu schreien, dann käme ein großer schwarzer Hund mit ganz roten Augen zu mir — ich schreie schon immerzu, aber der Hund will nicht kommen."
Der wilde Mann.
sö. — Kopenhagen.
Herr Birger H., bisher unbescholtener Kopenhagener Bürger, erklärte eines Tages der Post seiner Vaterstadt den Krieg. Angefangen hat der Fall vor über einem Jahr mit einer kleinen Meinungsverschiedenheit, die er wegen einer Nachnahmesendung mit feinem zuständigen Postamt hatte. Aus diesem bescheidenen Anlaß entwickelte sich ein Prozeß, seinerseits wegen Schadenersatz, auf Seiten der Post wegen Beamtenbeleidigung. Nötigung und Androhung von Gewalttätigkeiten. Das Kriegsbeil war ausgegraben. Es sollte nicht mehr zur Ruhe kommen.
Herr H. scheute weder Mühe noch Kosten. Er schickt zum Beispiel sich selbst eine aus den Angeln gehobene Zimmertür als Muster ohne Wert zu (nach den dänischen Postgesetzen ist dies zulässig). Natürlich verweigert er, wenn der keuchende Bote mit der Riesenfracht an seinem Ziel angelangt ist, die Annahme. Diese Tür geht also an den Absender zurück — an Herrn H. selbst. Der macht zum zweiten Mal einen Heidenspektakel und fragt, wie oft er es denn erklären solle, daß er dieses Ding nicht haben will. Und nun kann die Post graue Haare bekommen, was sie mit der herrenlosen Tür (2,10 Meter hoch, 1,20 Meter breit) anfangen soll.
Zur heißen Sommerszeit schickte er ein postlagerndes Paket mit frischen Seefischen an das feindliche Amt. Nach zwei Tagen erfüllte ein wenig erfreulicher Geruch das ganze Gebäude. Der Postmeister sah sich gezwungen, das Paket zu öffnen pnd seinen Inhalt zu entfernen. Prompt erschien Herr H. und verlangte Schadenersatz wegen unerlaubter Aneignung fremden Gutes. Da er diesen Schadenersatz nicht erhielt, sann er auf Rache.
Seitdem schickt er zahllosen wildfremden Menschen die unerquicklichsten Dinge in geschlossenen Briefen zu, die auf der Rückseite Oie Privatadresse sämtlicher Beamter der fraglichen Poststation tragen. In den Sendungen befinden sich tote Kanarienvögel und lebende Frösche, eng zusammengerollte Stahlstäbe, die beim Deffnen des Briefes auseinanderschnellen — in einem Fall sogar sechs Wanzen in Seidenpapier. Anbei liegen Zettel mit den sinnlosesten Beschimpfungen, mit wüsten Ehrenkränkungen. Unvorsichtigerweise hatte Herr Birger H. die Mehrzahl von ihnen mit der Hand geschrieben, wodurch die Sache ans Tageslicht kam. Denn die Post, bei der es natürlich Beschwerden hagelte, war gleich auf den Verdacht gekommen, daß ihr alter Freund die Hände im Spiel hatte. Nun wird es zu einem neuerlichen Prozeß kommen. Nicht ausgeschlossen, daß eine Reihe der besten dänischen Psychiater dabei ein entscheidendes Wort mitsprechen werden. Vermutlich wird man Herrn H. auf längere Zeit in eine Gummizelle sperren.
Ta lächelt Justitia.
a. London.
Vielleicht hätte sich dieser Vorfall nur in England ereignen fünften. Hier wurde er jedenfalls nicht als Scherz, sondern als ernsthafte Angelegenheit betrachtet, und alle loben die Gerechtigkeit des Richters Williams in B. über alle Maßen.
Richter Williams ließ eines Abends fein Auto unerleuchtet auf der Straße stehen. Ein Polizist erstattet Anzeige gegen den unbekannten Besitzer, und da der Fall zu dem Betätigungsfeld des Richters
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe öet zuletzt beichlossenen Dividende an. — Retchsbankdtskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 v H.
Hrannun a. JJl
£ernn
Schluß« kurs
Schlup!. Abendhöri
Schluß» lurS
Schluß!. Mittag« bö. se
'Datum
23-3.
24.3
23.3-
24-3-
6% Deunche tftetchMnieibe v. lü2i
86
86
86
85.25
6% ehern.7% Tt. Weicheanl. ü. 1929
98,5
98,5
98,4
98.5
5V2% Donng-Anleibe von 1930 .
Deutsche Anl.-Ablöl.schuld mit öluslos.-Rechten.....
87,13
87.5
87.4
86.75
79,5
79,5
78 75
80.13
Desgl. ohne Auslos.-Rechte ....
13,9
13,8
13
14,45
6% ehern. 8% Heil. Bolksstaat 1929 (rückzahlb 102%)
85,5
84,1-
85,25
Cbetfjcflen Provinz-Anleihe mi Auslol.-Rechten
76
76
Deutsche Komin Sammelab I.An leihe Geriet ml, Ausloj.-Rechten
76 25
76
75,5
77
6% ehern. 8% rttanff. Hnv.-Bant Goldpse 15 unfünobar bie 1935
52,25
92
6% ehern. 7% ftranlf Hnp.-Ban!
Goldvse tß unkündbar bi« 1936
62
—
y/2% ehern V/2% Frankl Hyp. Bank-Llau. Psonbbriese
1,5
91 5
6Vi% ehern. 4V2% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Gotbpse.
1,75
91,5
—
6% ehern. 8% Pr VanoeSpfanb briefanftalt, Pfandbriefe R 19
91,5
91,5
91.5
91.5
6% ehern 7% Pr Landespsand briefanftalt, Pfandbriefe R tf-
91,5
91,5
4% Oefterretchllthe ffiolBrente
1'2,75
13,25
-
—
4,20% Lesterreichllche Gilbenente 4% Ungarische Goldrente
—
1,25
.35
—
—
—
—
4% Uiiflartiche Gtaatorente v. 1910
—
—
—
—
4yz% vesgl von 1913
—
—
*
6% abfleft. Goldmexltaner von 99
6,25
6,4
—-
6,4
4% lürfikhe Zollanleihe von 1911
-.35
5 3
5,4
5,35
4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Gerte 1 .........
—
5,9
6,05
5,9
4% vesgl. Gerte II ...........
6
5,9
6,13
6
6% Rumän. vereint). Rente v. 1903
7
7,4
7,45
7,75
4y, "/oRuman.veretnh.Rentev. 1913
—
—
10,65
11
4% Rumänische vereint). Rente •
6,15
6,25
6,2
6,25
8%% Anatolier...............
25,25
25,5
25,5
: 25,3
.vianbur. u. mi.
tierun
Schlußkurs
Ech-ußl. Abend- börfe
Schlußkurs
Schlußk Mittag- hörte
Datum
23-3.
94.3-
23-3
24.3-
Hamvurg-Amenta-Paket .....
Hamburg-Südam. Dampfschiff
-
23,4
22,25
22,9
22,75
0
—
—
45,75
45
Hansa Tamvsschlsf ... .......
0
—
—
36,5
38
Norddeutscher Lloyd .........
0
'4^41
23,65
24
23,75
A G. für BetkehrLwesen Akt. ..
0
56
56,5
'4,9
56.75
Berliner Handelsgesellschaft.1..
4
98,5
99,25
—
98,5
Commerz- und Prtoat-Bank... Deutsche Bank und Dlscont»
0
53.5
3-5
3 75
53,75
Gesellschaft................
0
70,5
70
70,25
70
Dresdner Bank..............
0
61,75
61,75
61,75
61,75
Reichsbank .................
1
153.75
151
152/
151,4
A.E.G.....................
0
38
35
37,25
35,13
Gleftr. Liefeningsgefestschaft ..
6
88
90,5
89
89
Licht und Kraft ...
6
106
104,5
105
105.5
zelten L Guilleaume . ... GeielUchaft für Elektrische Unter-
0
64,5
6h
69,5
65,9
nehmungen ........
4
96
95
95/
95,5
Rheinische Elektrizität ........
5
101
101
101
—
Gchudert & ISo ...........
v
iOC,65
98,5
100,25
100
Siemens & Halske ...........
f
155
154
155
155
Cahmeuer &tto..............
10
135
137,75
135
135
Buderus ...................
0
62
61,5
60
61,5
Deutsche Erdöl .............
4
104
104
103,75
103,9
Gelsenkirchener .............
v
70,5
69
64,65
69 75
Harvener ...............
(
95
95,5
94,25
94,75
Hoeich Eilen—Köln-Reuellen..
0
—-
—
70,25
71,13
Ilse Bergbau ..........
167
—
Iise Bergbau Genüsse........
1
116
119
H6.5
115
Älötfnerröerie ........
(
>4,5
65,5
63,4
64,25
Mannesmann-Röhren........
(
76
75
74.4
75.9
Mansselder Bergbau.........
0
29,75
29,5
30
Cbcrfchlet. Kokswerke.........
c
—
91,5
82,5
Phönir Bergbau............
0
47
47
16,5
47,5
Rheinische Braunkohlen ......
10
206
206,5
205
207
Rheinstahl..................
0
87,5
86,5
86,5
87
Srattffurt a.M
Berlin
Schlußkurs
Schluß!. Abend- böri-
Sch uß» turS
Schluß!. Mi lag» hör e
Datum
23-3
24-3-
23-3.
24.3.
Bereinigte Stahlwerke........
u
47.25
46
46
46,65
Ltavi Minen ...............
0
18
18,75
17,9
18
Kaliwerke Aschersleben........
6
—
139,75
138
138,5
Kaliwerke Westeregeln.......
6
135
140
138
140
Kaliwerke Salzdetfurth......
6
205,5
204
204,25
205
3 G. Iarben-Jndustrie......
7
133
130,9
132,75
132,25
GcheiCeanftalt..............
10
173
171
—
—
Goldschmidt ..............
0
55
—
55,75
58,25
Rütgerswerke ..............
0
.4,5
54.5
53,4
55,4
Metallgesellschaft............
c
41
40,5
40.75
41
Phlllvv Holzmann..........
0
58
-
58
59
Zementwerk Heidelberg .....
4
72
73
—
——
Zementwerk Karlstadt........
O
—
—
—
Watch & Drehtag ..........
O
>,25
6,3
—
—
Schultheis Payenhofer.......
O
—
_
116,5
116,5
Aku (Allgemeine Kunstseide) ..
O
37.5
39
37
39,5
Bemberg .......
0
48.5
50
48
50.75
Rellftofl Waldhof .........
0
.8,25
7,25
■>7,5
57.75
Zellstoff Afchaffenburg ......
0
28
28
29
Dessauer Gas ...........
7
—
—
H7,75
118,5
Daimler Motoren...........
C
8,75
27,75
28,75
28,75
Deutsche Linoleum ........
C
44,75
43,13
45
Crenftein & fioppel -----
C
—
1,13
52,5
Leonhard Tietz...........
6
32,5
33
32,25
33,75
Sbabe....................
.12
129
127,5
128.5
128
Griyner...................
O
1 ö7
I 36,25
36,9
! _________________
Malnktasiwerke Höchst a.Vi. ..
4
77,5
: 77,1
-
—
Süddeutscher Zucker ........
8
1 162
1 162
1 160
161
Devisenmarkt Berlin -
Frankfurt a 2H.
23- März
24-März
■
Amtliche
Notierung
Amtliche Notierung
Geld
| Brie
Geld
Brie
Helsingtor^..
6,354
6,366
6,344
6,356
Wien......
48.45
48,55
48,45
48,55
Prag.......
—-
—
—
—
Budapest ...
«—
--
—
——
Sofia .....
3,047
3,053
3,047
3,053
Holland ....
169,08
169,42
169,03
169,37
csio ......
73,58
73,72
73,63
73,77
Kopenhagen.
64,04
64,16
64,09
64.21
Stockholm...
76,07
76,23
76,02
76,18
London .....
14,37
14,41
14,38
14.42
Buenos Aires
,318
0,822
0,818
0,822
Neunori ....
4,193
4,201
4,186
4.194
Brüssel ....
58,49
58,61
58,44
58.56
Italien....
21,57
21,61
21 55
21.59
Paris .....
16,47
16,51
16,465
16,505
Schweiz ...
80,92
81,08
80,87
81,03
Spanien...
35,26
35,34
35,26
35,34
Danzig ...
82,02
82,18
82,02
82,18
Japan ....
,89 >
0,901
0,899
0,901
Rio oe Ian.
0,239
0,241
5,355
0,239
0,241
Jugoslawien
5,345
5,2:5
5,305
Lissabon..
13,09
>3,11
13,09
13,11
Banknoten.
Berlin, 24-Mürz
1
(rielb
Brie-
Amerikanische Noten......
4,17
4,19
Belgische Noten ........
58.28
58,52
Dänische Noten .........
63,72
63, 8
Englische Noten .........
14,34
14,40
Iranzöstsche Noten.......
16/25
16,485
Holländische Noten.......
-68.66
69.34
Italienische Noten........
21.53
21.61
Norwegische Noten ......
....
73,45
73,75
Deutsch Oesterreich, b 1OO Schilling
—
——
Rumänische Noten .......
2,46
2,48
Schwedische Noten.......
75,85
76,15
Schweizer Noten.........
80,69
81,01
Spanische Noten.........
35,13
35,27
Ungarische Roten ........
—


