Ausgabe 
25.3.1933 Frühausgabe
 
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Geschichten aus aller Welt

Wirtschaft

dem schönen Jägerliede auch gar nicht la-han-ge, da lief dem Jäger eine fette Wildsau vor die Flinte!

seiner Beute auf den Heimweg.

Aber leider Gottes sollte der Arme mit seiner Sau niemals zu Hause ankommen: den Schluß der traurigen Jagdgeschichte hat uns ein Waldhüter er­zählt. Der war nämlich auf seinem Kontrollgang an einem tiefen Wildbach vorbeigekommen und hatte dort im Wasser ein Wildschwein liegen sehen. Außerdem Blutspuren am Ufer.Aha?" hatte sich da der Waldhüter sofort gesagt:Wieder einmal Wilderer am Werke gewesen! Schwein angeschos­sen! ... Ausgerissen ... An der Tränke verendet und ersoffen ..Vorsichtig war der Waldhüter das steile Ufer herabgeklettert, um das Tier ans Land zu ziehen. Wer beschreibt sein Entsetzen, als er unter der toten Wildsau den ihm wohlbekannten, aber ebenfalls ertrunkenen Prezsmar sand!

Der Rätsels Lösung war einfach: Der Schütze hatte sich das tote, schwere Schwein auf den Rücken geladen gehabt, die Vorderbeine über seine Schul­tern und unter dem Hals zusammengebunden ge­habt, war ausgerutscht, in den Bach gefallen, hatte sich das Bein gebrochen und war von dem toten Schwein regelrecht ersäuft worden!

Wochenbericht

vom Frankfurter Produktenmarkt.

Das Getreidegeschäft ist nach den größeren Bewegungen in den letzten Wochen ruhiger ge­worden. Sn der abgelaufenen Woche war die älmsatztätigkeit am Frankfurter Markt sogar aus­gesprochen gering; es fehlte dem Markte an An­regungen. Auch das Mehlgeschäft bot kaum einen Anreiz für Neuanschaffungen von Brotgetreide. Zwar wurden hier und da kleine Mengen ge­kauft, im ganzen blieb das Geschäft aber klein. Anderseits kam auch nur kleines Angebot an die Märkte. Nennenswerte Pre'.sverschiebungen tra­ten nicht ein.

Der Weizenmarkt hat durch die Hühner- weizenaktion zwar einen gewissen Impuls er­fahren, größere Arnfähe fanden bei kleinen Preis­schwankungen aber nicht statt. Die Notierung stellte sich auf 210 bis 211 (gegen 212,50 bis 210 in der Vorwoche) Mark per Tonne.

Der Roggenmarkt verkehrte in stetiger Tendenz; der Preis blieb mit 174 Mark per Tonne gegen die Vorwoche unverändert.

Am Hafer markt war die Marktlage gut stetig. Das Angebot ist mäßig, die Nachfrage etwa befriedigend. Im Vergleich gegen die Vor­woche stellte sich der Preis mit 145 bis 147,50 Mark per Tonne unverändert.

Gerste verzeichnete nur sehr schleppendes Ge­schäft. Sowohl Vrau- als auch Futterware gaben im Preise leicht nach. Vraugerste notierte mit

180 b's 181 um 1,50 Mark schwächer. Futtergerste war zu 168,50 bis 171,50 Mark per Tonne an- geboten.

Das M e h l g e s ch a f t beschränkte sich nur auf Abrufe für den lausenden Bedarf. Je 100 Kilo­gramm in Mark notierte i: Weizenmehl, südd. und niederrhein. Spez. 0, 30,50 bis 31,50, Rog­genmehl, 60proz. Ausmahlung, 23,75 bis 24,50.

Der Futtermittelabsatz gestaltete sich bei nahezu unveränderten Preisen sehr ruhig. Lediglich sofort lieferbare Ware war etwas ge­fragt, während für die späteren Termine kaum Interesse bestand. Weizenkleie 7,90, Roggenkleie 8,40 biS 8.50, Soyoschrot 10,15 bis 10,75, Palm­kuchen 9,25, Crdnußkuchen 11,80 bis 12, Treber 12,20 Mark je 100 Kilogramm.

Am Kartoffelmarkt neigten die Preise infolge des reichlichen Angebots leicht nach unten. Industriekartoffeln hiesiger Gegend 1,65 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug.

Wochenbericht ootn Frankfurter Scblacbtviebmarkt

Am Frankfurter Schlachtviehmarkt war das Geschäft etwas belebter, von einer größeren Ge­schäftstätigkeit kann aber noch nicht gesprochen werden. Preismäßig schloß die abgelausene Woche meist mit Besserungen.

Am Schweine markt waren noch keine An­zeichen einer Besserung zu bemerken, obwohl die Beschickung mit 5025 um 131 Tiere geringer war. Der Handel war ruhig bis schleppend, so daß

Llcberstand verblieb. Die Preise ließen etwa 3 Mk. nach.

Am Rindermarkt zogen die Preise durch­weg um 1 bis 2 Mk. an. Rach ruhigem Handes wurde der Auftrieb von 1428 (gegen 1493) Stück ausverkauft.

Trotz der erhöhten Zufuhr verlief das Geschäft am Kälbermarkt durchaus zufriedenstellend; es machen sich offenbar bereits saisonmäßige Einflüsse bemerkbar. Die Preise lagen um 2 bis 3 Mk. über denen der Vorwoche.

Am S ch a f m a r k t setzte sich die Verringerung der Beschickung fort; die Tiere werden jetzt wieder in verstärktem Maße auf Weidemast gestellt. Der Austrieb betrug 178 (gegen 260) Stück. Roch regem Geschäft ergaben sich Erhöhungen von 2 Mk.; der Markt wurde geräumt.

Frankfurter Abendbörse weitere Abbröckelungen.

Frankfurt a. M., 2j.März. Die Abendbörse verehrte mangels Anregungen in sehr ruhi­ger Haltung. Die Kulisse zeigte Weiler Glatt- stellungsbedürsnis, zumal auch von der Kundschaft kleine Verkäufe vorgenommen wurden. Gegen die z. T. schon lehr schwachen Berliner Schlußkurse be­trugen die Rückgänge durchschnittlich 0,50 bis 0,75 Prozent. IG.-Farben gaben um 1 .Proz. nach. Im Verlaufe bröckelten die Kurse bei anhaltend kleinem Geschäft erneut von 0,25 bis 0,50 Pro­zent ab.

Auch am Rentenmarkt herrschte nahezu Um» sahlosigkeit. Neubcsih eröffneten mit 13,83 etwa behauptet. Altbesitz waren eher etwas erholt, während Schu'zgeb'ete und Reichsschuldbuchforde­rungen im Angebot lagen. Neubesitz 13,83 bis 13 80, AlibeNh 79,C0, Schulg biete 9 27, Rcichsbank 151, Gelsenkirchen 69, Phönir 47, Stahlverein 46,50 bis 46, Betula 118, Scheideanstalt 171, Licht & Kraft 104,50, IG.-Farben 131,25 bis 130 83. Ges- fürel 95, Schuckert 98,50, Hapag 22,25, Norddeut­scher Lloyd 23,63.

Der FaU Neumann.

Darmstadt, 24. März. (WSN.) Der Vor­stand des Hessischen Landesverbandes zur Bekämpfung der Tuberkulose (Heilstättenverein) trat hier zusammen, um über die durch das Äbl.Ven des seitherigen Vor- s'ch:nd n Pr sidrnt Dr. Neumann für den Landesverband entstandene xrage zu beraten. An Hand des bei der Revision durch das Reichst Versicherungsamt aufgenommenen Protokolls wurde festgestellt,

daß Präsident Neumann eine Schuld in Hohe von 28 842,40 Mark bei der Darmstadter Dolksbank aus dem Konto der Landes-

Versicherungsanstalt hat abdecken lassen.

Die von ihm als Gegenwert dem Heilstätten­verein gegebenen Wertpapiere hatten im Augenblick der Transaktion am 24. August 1931 einen Wert von etwa 1 0 0 0 0 Mark. Nach dem Berkaus der Wertpapiere wird der Scha­den des Heilstättenvereins infolge der inzwischen erfolgten Kurssteigerung der Wert­papiere noch ungefähr 1 0 0 0 0 Mark be­tragen. Die Witwe des verstorbettvn Präsidenten Neumann hat diese Schuld schriftlich anerkannt und bereits 4000 Mark davon in bar abgetragen. Weder der stellvertretende Vorsitzende, noch die Vorstandsmitglieder des Heilstättenvereins hatten Kenntnis von diesem geseh- und verfassungs­widrigen Verfahren des Präsidenten Neumann. Der Vorstand des Heilstättenvereins faßte den Beschluß, das von der Landesversicherungsanstalt Hessen gewährte Darlehen in H.'he von 20 000 Mark so schnell wie möglich zurückzuzahlen und ferner durch organisatorische Aenderungen die Wiederholung derartiger Geschehnisse unmöglich zu machen. Zu diesem Zweck soll insbesondere die bisher bestehende Personalunion im Vorsitz der Landesversicherungs­an st a l t und des Heilstättenvereins aufgehoben werden.

Geländespiel derHasska^-Zugend.

<£ Steinbach, 24. März. Am kommenden Sonntag findet südlich von Steinbach in der Gegend zwischen Lich, Eberstadt, Holzheim, Grüningen und Garbenteich ein größeres Geländespiel der H a f s i a" - I ug e n d der Bezirke Gießen, Grün- berg, Alsfeld, Butzbach, Lich und Hungen statt. Hieran werden sich auch Abteilungen der Hitler- Juge.nd, des Stahlhelm und der Reiter­oer e i n e aus Butzbach und Umgebung beteiligen. Man rechnet mit einer Teilnahme von etwa 400 Mann. Führer der roten Partei ist JAF. Glaub- Reiskirchen, Führer der Blauen JAF. Wisbach- Münster. Die Leitung liegt in Händen von Bez.-JF. Oberleutnant a. D. Bon Hard in Gießen. An das Geländespiel schließt sich ein Biwack an, bei dem die Stahlhelmkapelle Steinbach Platzkonzert veranstaltet.

und südländische Baume sollen hier wachsen. Rur ihr Rauschen soll die Stille und den Frieden unter­brechen.

Sogar das uralte Franziskanerkloster wird von der Räumung nicht ausgenommen. Es fügt sich aber so gut in das Landschaftsbild ein, daß man nur das Mädchenpensionat, das sich jetzt in dem Hause be­findet, entfernt und dann das Kloster abriegelt und verfallen läßt.

Die Ehrung Dantes geht über alle anderen natio­nalen Erinnerungen hinweg. Das Denkmal, das man Garibaldi am Piazza Lante errichtete, wird entfernt und irgendwo anders wieder aufgestellt.

Nur der Rizetti-Palast, wo Byron lebte, wird stehen bleiben. Man erwägt sogar, diesen Palast zu restaurieren.

All diese Veränderungen, die Abbrüche, die Neu­bauten, die Entschädigungen bezahlt die italienische Regierung.

Der Tod des Wilderers.

(ht) Bukarest.

Diese Geschichte hätte Herr Johann Peter Hebel erfunden oder Edgar Allan Poe gedichtet haben kön­nen ... die grausig-groteske Geschichte vom toten Wildschwein, die sicherlich auch Gustav Meyrink zu einer Spukgeschichte erster Klasse begeistert haben würde.

In einer Gemeinde mit dem melodischen Namen Gyergyossentmiklos hat sich diese Geschichte zugetra­gen: auch dort haben die Fleischpreise infolge der Wirtschaftskrise besonders stark angezogen, so daß die Wilddieberei in nie geahnter Blüte steht. Zu den Jägern auf eigene Faust und fremde Rechnung gehörte nun auch ein gewisser Prezsmar, der eines Tages die Flinte auf den Rücken nahm undin den Wald spazieren ging ... ja ... ju ... ja ... ju spa- zieeeeren ging", und es dauerte genau wie in

Sieumlegen" und ausweiden war das Werk von | wenigen Augenblicken. Hocherfreut lud sich der j Mann die Sau auf den Rücken und machte sich mit

Williams gehörte, mußte er sich selbst aburteilen. Er tat das auch in sachlichster Form. In Gegenwart zweier Heiliger und des einzigen Zeugen, eröffnete er die Sitzung, stellte seine Personalien fest, ließ den Zeugen den Sachverhalt erzählen und verurteilte sich selbst zu 12 Schilling Geldstrafe, die er sofort ^Älltitia, die Göttin der Gerechtigkeit, soll wäh­rend dieses Vorgangs leise, aber nicht unfreundlich, gelächelt haben ...

Der Asse und der Papagei.

1. Paris.

Der Unterstaatssekretär B. im französischen Han­delsministerium ist nicht nur Junggeselle sondern darüber hinaus auch so etwas wie ein Lebemann und außerdem noch Tierfreund. Man wird sehen, was sich aus einer solchen Konstellation entwickeln kann. B. bewohnt eine reizende Junggesellenwoh- nung in der Nähe der Champs Elysees, die ihm von einer Haushälterin in Ordnung gehalten wird. Da die Haushälterin sich nur tagsüber in der Wohnung aufhält, ist der einzige Hausgenosse von B. em Papagei, den er sich vor Jahren aus den Kolonien mitgebracht hatte. Mit der Zeit hat sich zwischen den beiden ein gewisses Freundschaftsverhältnis heraus- gcbildet, das von feiten des Papageis vorwiegend mit den WortenEin scharmanter Abend" bezeugt wurde. Wesentlich mehr vermag der Papagei nicht zu sagen, aber diese Feststellung hat er wohl des öfteren von seinem heimkehrenden Herrn gehört.

Zu seinem Unglück schenkte ein Freund Herrn B. kürzlich einen zweiten Hausgenossen, nämlich einen kleinen Affin. Auch der Affe wurde in einem Käfig untergebracht, und obwohl die beiden Tiere sich von vornherein mißtrauisch beäugten, ahnte, niemand etwas von der bevorstehenden Katastrophe. Desto größer war die Ueberraschung des Unterstaats­sekretärs, als er eines späten Abends heimkehrte und sah, was sich inzwischen ereignet hatte. Der Affe war aus dem Käfig entwichen, hatte die Käfigtür des Papageis geöffnet, und die Folge war eine hef­tige Rauferei zwischen den beiden Tieren gewesen. Der Affe lag erschöpft in einem Sessel, und der Pa­pagei hockte ziemlich gerupft und ängstlich mit den Flügeln schlagend in der äußersten Ecke seines Kä­figs. Und krächzte seinem ebenso überraschten wie erschütterten Herrn die Worte entgegen:Ein schar­manter Abend, ein scharmanter Abend" ...

Schweigen um Tantes Gi ab.

(hk) Mailand.

Dantes Grab kommt nun in jene Zone der Ruhe, des ewigen Friedens, die man in feinsinniger Weise als die wundervollste Ehrung des großen italieni­schen Dichters sich ausgedacht hatte. Mussolini sprach ein letztes Machtwort. Und in Ravenna wird Frie­den sein ...

Kein Verkehrsfahrzeug wird die Ruhe des Gra­bes des großen Dichters stören, die Via Dante und die Via Guida Novalla werden frei fein von allem Tageslärm. Alle Gebäude gegenüber der Piazza Byron werden geräumt und abgebrochen. Blumen

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Erzietzungspro b leme.

rt. Neuyork.

Frau X., die Gattin eines nicht unbekannten Neu- yorker Rechtsanwalts, hält sich für eine hervor­ragende Erzieherin. Allerdings dürfte sie selbst so ziemlich die Einzige sein, die dieser Ansicht ist; sogar ihr eigener Mann ist wesentlich anderer Meinung. Man keimt im Freundeskreise des Ehepaares diese ewige Meinungsverschiedenheit, und es gibt Spötter, die das Gespräch mit Vorliebe auf Erziehungspro­bleme bringen, um eine Auseinandersetzung zwischen den beiden Ehegatten zu provozieren Meist verlau­fen diese Auseinandersetzungen zwar recht liebens­würdig, aber immerhin so, daß die Zuhörer ganz gut auf ihre Kosten kommen. Es gibt schon eine ganze Reihe von Anekdoten, die man sich über das Erziehungsproblem im Hause X. erzählt. Folgende kleine Geschichte soll Herr X. selbst erzählt haben, als seine Frau wieder einmal auf ihr Erziehungs­talent pochte. Eines Abends horte er aus dem Kin­derzimmer ein wildes Gebrüll, das überhaupt kein Ende nehmen wollte. Schließlich ging er bein_(9e- brüll nach und fand seinen kleinen vierjährigen Sohn ununterbrochen schreiend im Bett lugen.Warum brüllst du so?" fragte er das Kind.Damit der Hund kommt", war die Antwort.Was für» ein Hund denn?" fragte der erstaunte Vater weiter.Mutti hat gesagt, wenn ich nicht aufhöre zu schreien, dann käme ein großer schwarzer Hund mit ganz roten Augen zu mir ich schreie schon immerzu, aber der Hund will nicht kommen."

Der wilde Mann.

. Kopenhagen.

Herr Birger H., bisher unbescholtener Kopenhage­ner Bürger, erklärte eines Tages der Post seiner Vaterstadt den Krieg. Angefangen hat der Fall vor über einem Jahr mit einer kleinen Meinungsverschie­denheit, die er wegen einer Nachnahmesendung mit feinem zuständigen Postamt hatte. Aus diesem be­scheidenen Anlaß entwickelte sich ein Prozeß, seiner­seits wegen Schadenersatz, auf Seiten der Post we­gen Beamtenbeleidigung. Nötigung und Androhung von Gewalttätigkeiten. Das Kriegsbeil war ausge­graben. Es sollte nicht mehr zur Ruhe kommen.

Herr H. scheute weder Mühe noch Kosten. Er schickt zum Beispiel sich selbst eine aus den Angeln geho­bene Zimmertür als Muster ohne Wert zu (nach den dänischen Postgesetzen ist dies zulässig). Natür­lich verweigert er, wenn der keuchende Bote mit der Riesenfracht an seinem Ziel angelangt ist, die An­nahme. Diese Tür geht also an den Absender zurück an Herrn H. selbst. Der macht zum zweiten Mal einen Heidenspektakel und fragt, wie oft er es denn erklären solle, daß er dieses Ding nicht haben will. Und nun kann die Post graue Haare bekommen, was sie mit der herrenlosen Tür (2,10 Meter hoch, 1,20 Meter breit) anfangen soll.

Zur heißen Sommerszeit schickte er ein postlagern­des Paket mit frischen Seefischen an das feindliche Amt. Nach zwei Tagen erfüllte ein wenig erfreu­licher Geruch das ganze Gebäude. Der Postmeister sah sich gezwungen, das Paket zu öffnen pnd seinen Inhalt zu entfernen. Prompt erschien Herr H. und verlangte Schadenersatz wegen unerlaubter Aneig­nung fremden Gutes. Da er diesen Schadenersatz nicht erhielt, sann er auf Rache.

Seitdem schickt er zahllosen wildfremden Menschen die unerquicklichsten Dinge in geschlossenen Briefen zu, die auf der Rückseite Oie Privatadresse sämtlicher Beamter der fraglichen Poststation tragen. In den Sendungen befinden sich tote Kanarienvögel und lebende Frösche, eng zusammengerollte Stahlstäbe, die beim Deffnen des Briefes auseinanderschnellen in einem Fall sogar sechs Wanzen in Seiden­papier. Anbei liegen Zettel mit den sinnlosesten Be­schimpfungen, mit wüsten Ehrenkränkungen. Unvor­sichtigerweise hatte Herr Birger H. die Mehrzahl von ihnen mit der Hand geschrieben, wodurch die Sache ans Tageslicht kam. Denn die Post, bei der es natür­lich Beschwerden hagelte, war gleich auf den Ver­dacht gekommen, daß ihr alter Freund die Hände im Spiel hatte. Nun wird es zu einem neuerlichen Pro­zeß kommen. Nicht ausgeschlossen, daß eine Reihe der besten dänischen Psychiater dabei ein entscheidendes Wort mitsprechen werden. Vermutlich wird man Herrn H. auf längere Zeit in eine Gummizelle sperren.

Ta lächelt Justitia.

a. London.

Vielleicht hätte sich dieser Vorfall nur in England ereignen fünften. Hier wurde er jedenfalls nicht als Scherz, sondern als ernsthafte Angelegenheit betrach­tet, und alle loben die Gerechtigkeit des Richters Williams in B. über alle Maßen.

Richter Williams ließ eines Abends fein Auto un­erleuchtet auf der Straße stehen. Ein Polizist er­stattet Anzeige gegen den unbekannten Besitzer, und da der Fall zu dem Betätigungsfeld des Richters

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben Die Hohe öet zuletzt beichlossenen Dividende an. Retchsbankdtskont 4 o H Lombardzinsfuß 5 v H.

Hrannun a. JJl

£ernn

Schluß« kurs

Schlup!. Abend­höri

Schluß» lurS

Schluß!. Mittag« . se

'Datum

23-3.

24.3

23.3-

24-3-

6% Deunche tftetchMnieibe v. lü2i

86

86

86

85.25

6% ehern.7% Tt. Weicheanl. ü. 1929

98,5

98,5

98,4

98.5

5V2% Donng-Anleibe von 1930 .

Deutsche Anl.-Ablöl.schuld mit öluslos.-Rechten.....

87,13

87.5

87.4

86.75

79,5

79,5

78 75

80.13

Desgl. ohne Auslos.-Rechte ....

13,9

13,8

13

14,45

6% ehern. 8% Heil. Bolksstaat 1929 (rückzahlb 102%)

85,5

84,1-

85,25

Cbetfjcflen Provinz-Anleihe mi Auslol.-Rechten

76

76

Deutsche Komin Sammelab I.An leihe Geriet ml, Ausloj.-Rechten

76 25

76

75,5

77

6% ehern. 8% rttanff. Hnv.-Bant Goldpse 15 unfünobar bie 1935

52,25

92

6% ehern. 7% ftranlf Hnp.-Ban!

Goldvse unkündbar bi« 1936

62

y/2% ehern V/2% Frankl Hyp. Bank-Llau. Psonbbriese

1,5

91 5

6Vi% ehern. 4V2% Rheinische Hyp.-Bank-Liau.-Gotbpse.

1,75

91,5

6% ehern. 8% Pr VanoeSpfanb briefanftalt, Pfandbriefe R 19

91,5

91,5

91.5

91.5

6% ehern 7% Pr Landespsand briefanftalt, Pfandbriefe R tf-

91,5

91,5

4% Oefterretchllthe ffiolBrente

1'2,75

13,25

-

4,20% Lesterreichllche Gilbenente 4% Ungarische Goldrente

1,25

.35

4% Uiiflartiche Gtaatorente v. 1910

4yz% vesgl von 1913

*

6% abfleft. Goldmexltaner von 99

6,25

6,4

-

6,4

4% lürfikhe Zollanleihe von 1911

-.35

5 3

5,4

5,35

4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Gerte 1 .........

5,9

6,05

5,9

4% vesgl. Gerte II ...........

6

5,9

6,13

6

6% Rumän. vereint). Rente v. 1903

7

7,4

7,45

7,75

4y, "/oRuman.veretnh.Rentev. 1913

10,65

11

4% Rumänische vereint). Rente

6,15

6,25

6,2

6,25

8%% Anatolier...............

25,25

25,5

25,5

: 25,3

.vianbur. u. mi.

tierun

Schluß­kurs

Ech-ußl. Abend- börfe

Schluß­kurs

Schlußk Mittag- hörte

Datum

23-3.

94.3-

23-3

24.3-

Hamvurg-Amenta-Paket .....

Hamburg-Südam. Dampfschiff

-

23,4

22,25

22,9

22,75

0

45,75

45

Hansa Tamvsschlsf ... .......

0

36,5

38

Norddeutscher Lloyd .........

0

'4^41

23,65

24

23,75

A G. für BetkehrLwesen Akt. ..

0

56

56,5

'4,9

56.75

Berliner Handelsgesellschaft.1..

4

98,5

99,25

98,5

Commerz- und Prtoat-Bank... Deutsche Bank und Dlscont»

0

53.5

3-5

3 75

53,75

Gesellschaft................

0

70,5

70

70,25

70

Dresdner Bank..............

0

61,75

61,75

61,75

61,75

Reichsbank .................

1

153.75

151

152/

151,4

A.E.G.....................

0

38

35

37,25

35,13

Gleftr. Liefeningsgefestschaft ..

6

88

90,5

89

89

Licht und Kraft ...

6

106

104,5

105

105.5

zelten L Guilleaume . ... GeielUchaft für Elektrische Unter-

0

64,5

6h

69,5

65,9

nehmungen ........

4

96

95

95/

95,5

Rheinische Elektrizität ........

5

101

101

101

Gchudert & ISo ...........

v

iOC,65

98,5

100,25

100

Siemens & Halske ...........

f

155

154

155

155

Cahmeuer &tto..............

10

135

137,75

135

135

Buderus ...................

0

62

61,5

60

61,5

Deutsche Erdöl .............

4

104

104

103,75

103,9

Gelsenkirchener .............

v

70,5

69

64,65

69 75

Harvener ...............

(

95

95,5

94,25

94,75

Hoeich EilenKöln-Reuellen..

0

-

70,25

71,13

Ilse Bergbau ..........

167

Iise Bergbau Genüsse........

1

116

119

H6.5

115

Älötfnerröerie ........

(

>4,5

65,5

63,4

64,25

Mannesmann-Röhren........

(

76

75

74.4

75.9

Mansselder Bergbau.........

0

29,75

29,5

30

Cbcrfchlet. Kokswerke.........

c

91,5

82,5

Phönir Bergbau............

0

47

47

16,5

47,5

Rheinische Braunkohlen ......

10

206

206,5

205

207

Rheinstahl..................

0

87,5

86,5

86,5

87

Srattffurt a.M

Berlin

Schluß­kurs

Schluß!. Abend- böri-

Sch» turS

Schluß!. Mi lag» hör e

Datum

23-3

24-3-

23-3.

24.3.

Bereinigte Stahlwerke........

u

47.25

46

46

46,65

Ltavi Minen ...............

0

18

18,75

17,9

18

Kaliwerke Aschersleben........

6

139,75

138

138,5

Kaliwerke Westeregeln.......

6

135

140

138

140

Kaliwerke Salzdetfurth......

6

205,5

204

204,25

205

3 G. Iarben-Jndustrie......

7

133

130,9

132,75

132,25

GcheiCeanftalt..............

10

173

171

Goldschmidt ..............

0

55

55,75

58,25

Rütgerswerke ..............

0

.4,5

54.5

53,4

55,4

Metallgesellschaft............

c

41

40,5

40.75

41

Phlllvv Holzmann..........

0

58

-

58

59

Zementwerk Heidelberg .....

4

72

73

Zementwerk Karlstadt........

O

Watch & Drehtag ..........

O

>,25

6,3

Schultheis Payenhofer.......

O

_

116,5

116,5

Aku (Allgemeine Kunstseide) ..

O

37.5

39

37

39,5

Bemberg .......

0

48.5

50

48

50.75

Rellftofl Waldhof .........

0

.8,25

7,25

>7,5

57.75

Zellstoff Afchaffenburg ......

0

28

28

29

Dessauer Gas ...........

7

H7,75

118,5

Daimler Motoren...........

C

8,75

27,75

28,75

28,75

Deutsche Linoleum ........

C

44,75

43,13

45

Crenftein & fioppel -----

C

1,13

52,5

Leonhard Tietz...........

6

32,5

33

32,25

33,75

Sbabe....................

.12

129

127,5

128.5

128

Griyner...................

O

1 ö7

I 36,25

36,9

! _________________

Malnktasiwerke Höchst a.Vi. ..

4

77,5

: 77,1

-

Süddeutscher Zucker ........

8

1 162

1 162

1 160

161

Devisenmarkt Berlin -

Frankfurt a 2H.

23- März

24-März

Amtliche

Notierung

Amtliche Notierung

Geld

| Brie

Geld

Brie

Helsingtor^..

6,354

6,366

6,344

6,356

Wien......

48.45

48,55

48,45

48,55

Prag.......

-

Budapest ...

«

--

Sofia .....

3,047

3,053

3,047

3,053

Holland ....

169,08

169,42

169,03

169,37

csio ......

73,58

73,72

73,63

73,77

Kopenhagen.

64,04

64,16

64,09

64.21

Stockholm...

76,07

76,23

76,02

76,18

London .....

14,37

14,41

14,38

14.42

Buenos Aires

,318

0,822

0,818

0,822

Neunori ....

4,193

4,201

4,186

4.194

Brüssel ....

58,49

58,61

58,44

58.56

Italien....

21,57

21,61

21 55

21.59

Paris .....

16,47

16,51

16,465

16,505

Schweiz ...

80,92

81,08

80,87

81,03

Spanien...

35,26

35,34

35,26

35,34

Danzig ...

82,02

82,18

82,02

82,18

Japan ....

,89 >

0,901

0,899

0,901

Rio oe Ian.

0,239

0,241

5,355

0,239

0,241

Jugoslawien

5,345

5,2:5

5,305

Lissabon..

13,09

>3,11

13,09

13,11

Banknoten.

Berlin, 24-Mürz

1

(rielb

Brie-

Amerikanische Noten......

4,17

4,19

Belgische Noten ........

58.28

58,52

Dänische Noten .........

63,72

63, 8

Englische Noten .........

14,34

14,40

Iranzöstsche Noten.......

16/25

16,485

Holländische Noten.......

-68.66

69.34

Italienische Noten........

21.53

21.61

Norwegische Noten ......

....

73,45

73,75

Deutsch Oesterreich, b 1OO Schilling

Rumänische Noten .......

2,46

2,48

Schwedische Noten.......

75,85

76,15

Schweizer Noten.........

80,69

81,01

Spanische Noten.........

35,13

35,27

Ungarische Roten ........