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25.1.1933 Erstes Blatt
 
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Das internationale Reitturnier in Berlin, i

Am 27. Januar beginnt in der Reichshauptstadt das große internationale Reitturnier, an dem die her­vorragendsten Reiter Deutschlands und feiner Nachbarländer teilnehmen.

Oben links: Reichswehraberleutnant van Mo mm, daneben Oberleutnant Haffe. Unten von links nach rechts: Oberleutnant Sahla, der holländische Rittmeister de Kruiff, sowie der Führer der deutschen Reichswehroffiziere Major Freiherr von Waldenfels im Gespräch mit der hervor­ragenden Turnierreiterin Frau von Opel.

Wirtschaft.

Weitere gute Entlastung derAeichsbank

D e r I i n, 25. Jan. (WTB.-Funkspruch.) Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 2 3. Ja­nuar hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 113,1 Mil­lionen auf 2762,6 Millionen RM. verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Hanbelswech- fein und Schecks um 97,3 Millionen auf 2287,3 Mil­lionen RM., die Bestände an Reichsschatzwechseln um 12,9 Millionen auf 8,6 Millionen RM. und die Lombardbestände um 3,5 Millionen auf 67,9 Mil­lionen Reichsmark abgenommen. Die Effektenbe- ftä"^ dagegen um 0,6 Millionen auf 398,8 Millio- r ommen.

An Reichsbanknoten und Rentenbank, i ,uimnen sind 132,7 Millionen RM. in

die Maifen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 127,1 Millionen aus 3143,8 Millionen RM., derjenige an Rentenbankscheinen um 5,6 Millionen aus 385,7 Millionen RM. verringert. Dem­entsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 41,3 Millionen RM. er­höht. Die fremden Gelder zeigen mit 387,2 Millio­nen RM. eine Zunahme um 33,8 Millionen RM

Die Bestände an Gold und deckungs­fähigen Devisen haben sich um 0,2 Millionen auf 921,1 Millionen RM. erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 5.4 Millionen auf 806,5 Millionen RM zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 5,2 Millionen auf 114,6 Millionen RM abgenommen.

Die Deckung der Noten durch Gold und deckungssähige Devisen betrug am 23. Januar 29,3 v. H. gegen 28,2 o. H am Ende der Dorwoche.

Berlin günstige (hrundstinnnung.

Berlin, 25. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die nach wie vor undurchsichtige innerpolitische Situation wurde an der Börse nicht mehr so wichtig genom­men. Die Geschäftsunlust des Publikums blieb im allgemeinen bestehen, und nur für Spezialwerte be­stand einiges Interesse. Man beurteilte die Arbeits­losenziffern nicht ungünstig, vor allem trug aber der über Erwarten gute Reichsbankausweis für die

dritte Januarwoche zu einer freundlicheren Grund­stimmung bei.

Montane eröffneten bis zu 1>4 v. H. fester, da Nachrichten über angeblich bevorstehende französische Kohlenkäufe aus Stillhaltegeldern, sowie Verlaut­barungen, daß der letzte russische Röhrenauftrag ins­gesamt etwa 60 Millionen Mark ausmache, an­regten. Braunkohlenwerte tendierten uneinheitlich, Ilse fielen durch einen Gewinn von 4 v. H. auf. Kalipapiere, Kabel- und Drahtwerte, Papier- und Zellstoffwerte, sowie Gummi- und Linoleumwerte lagen geschäftslos und ziemlich unverändert, nur dnntigummi waren im Verlaufe mehr als 1 v. S). befestigt. Von chemischen Werten fielen besonders Farben durch lebhafteres Geschäft und festere Hal­tung auf. Gegen 13 Uhr lag dieses Papier V/< v. H. über dem Vortag. Elektrowerte xogen aus den ge­planten Elektroaufträgen des Arbeitsbsschaffungs- Programms, die sich auf 42 Millionen Mark belaufen sollen, Nutzen. Nur Elektrische Werke Schlesien waren auf'kleines Angebot 21/» v. H. gedrückt. Gas­aktien, Metallwerte, Bauwerte und die Banken, mit Ausnahme der 1 v. H. schwächeren BEW., waren etwas freundlicher. Autoaktien, Kunstseide- und Tex- tilroerte, Brauereien und Derkehrswerte tendierten uneinheitlich. Stärker gedrückt waren von diesen Werten Stöhr und Hamburg-Süd, die bis zu 1% v. H. verloren. Unter Wasserwerkanteilen fielen Charlottenburger Wasser durch einen Gewinn von VZi v. H. auf. Im übrigen sind Polyphon, Süd­deutsche Zucker und Tietz mit Iprozentigen Besse­rungen zu erwähnen. Maschinenfabriken eröffneten vorwiegend etwas schwächer, konnten sich dann aber erholen. Uederhaupt ergaben sich im Verlaufe unter Schwankungen meist kleine Besserungen.

Deutsche Anleihen gewannen bis zu 20 Pf., variable Industrieobligationen zogen bis Yi v. H. an. Die übrigen Renten, darunter Reichsschuldbuch­forderungen, lagen bei kleinem Geschäft und wenig veränderten Kursen gut stetig. Von Ausländern lagen Bosnier und Tehuantepec, sowie mexikanische Bewässerung bis 40 Pf. schwächer.

Am Geldmarkt machte sich, obwohl die Sätze unverändert blieben, doch angesichts des bevorstehen­den Ultimos eine gewisse Versteifung bemerkbar. Am Privatdiskontmarkt lag kleines Angebot vor, die Nachfrage überwog aber. Reichswechsel per

25. April und Reichsschatzanweilunaen per 17. Juli blieben weiter gefragt.

vronffurt frcunu-»».

Frankfurt, 25. Ian. (WTB. Drahtmeldung.) Im Anschluß an den Abendbörsenverkehr eröffnete auch die heutige Börse in freundlicher Grund st immun g. Das Geschäft war in An­betracht der noch ungeklärten innerpolitischen Lage zwar sehr klein, doch war man etwas opti- mistischer gestimmt, weil man mit einer Ver­tagung des Reichstages zu rechnen scheint, was sich auf die Wirtschaft nur günstig auswirken konnte. Von der Kundschaft lagen kleine Kauforders für einige Spezialwerte vor, die dem Gesamtmarkte einige Anregung boten, ebenso wie die Tatsache der relativ günstigen Entwicklung der Arbeitslosen­ziffern.

Die ersten Notierungen tarnen zwar wiederum nur sehr langsam zustande, doch überwogen Befesti- gungen von 0,50 bis 1 o. H. IG., bei denen man mit einem in den nächsten Tagen wahrscheinlich herauskommenden guten Quartalsbericht rechnet, gewannen 0,50 v. H. Fest lagen auch Scheideanstalt, für die anhaltend gute Käufe den Kurs um 1,50 v. H. fester eröffnen ließen. Rütgerswerke zogen 0,75 v. H. an, Metallgefellfchaft blieben behauptet, wäh­rend Deutsche Erdöl 0,40 v. H. nachgaben. Am Montanmarkt boten die Russenaufträge auf Neben­materialien eine gewisse Anregung, und unter Be­vorzugung von Stahlverein (plus 1 v. H.) lagen die Kurse von 0,25 bis 0,75 v. H. höher. Am Elektro- markt standen AEG. mit plus 2 v. H. im Vorder­grund des Interesses, wobei die Verteilung von 42 Millionen RM. für das Arbeitsdefchaffungspro- gramm an die Elektroindustrie guten Eindruck machte. Lahmeyer gewannen 2 v. H., Siemens auf die bevorstehende Bilanzsitzung, von der man ein relativ günstiges Ergebnis erwartet, 1,50 v. H., De­kalo, Licht und Kraft und Lechwerke lagen 0,25 bis 0,50 o. H. freundlicher. Von Nebenwerten blieben Kunstseibeaktien, Bauunternehmungswerte und Schif- fahrtsaktien behauptet, ebenso Reichsbankanteile und Daimler. Süddeutsche Zucker und Zellstoff Wald­hof waren bis zu 1 o. H. fester.

Deutsche Anleihen lagen sehr ruhig und behauptet. Späte Reichsschuldbuchsorderungen, Reichsbahnvorzugsaktien und Stahlvereinbonds la­gen etwa 0,13 bis 0,25 v. H. hoher. Don fremden Werten eröffneten 4prozentige Einheitsrumänen un­verändert. Der festoerzistsliche Markt lag sehr ruhig, die Kurse waren für Gold- und Liquidationspfand­briefe, sowie für Kommunalobligationen meist un- oeränbert, vereinzelt auch 0,34 o. H. höher taxiert. Stadtanleihen, Industrieobligationen, sowie Reichs- und Länderanleihen lagen meist unverändert.

Im Verlause war die Stimmung freundlich, tfas Geschäft schrumpfte aber stärker zusammen. Nach vorübergehender leichter Erholung bröckelten die Kurse später auf das Anfangsniveau ab. lages­gelb war zu 3,25 v. H. unverändert und leicht.

Schwememarkt in Gießen

Auf dem heutigen Schweinemarkt standen 6 Fer­kel zum Verkauf. Da infolge der Kälte keine Käufer erschienen waren, mußte der Besitzer der 6 Ferkel die Tiere wieder heimfahren.

frankfurter toetreiöcbörie.

Frankfurt a. M., 25. Ian. (WTB Drahtmel­dung.) Der Frankfurter Getreidemarkt verkehrte auch heute in sehr stiller Haltung, doch waren die Preise meist unverändert, mit Ausnahme von Weizen, bei dem starkes ßanbangebot vorlag, was ben Preis erneut um 1 bis 2 Mark brückte. Auch bie Mehlpreise würben um Vk für Weizenmehl er­mäßigt, Roggenmehl war etwas besser beachtet. Das Kraslfuttergeschäft hat trotz bes anhaltenben Frost­wetters nicht bie erwartete Belebung erfahren, boch blieben bie Kurse bes Marktes gut behauptet.

Es würben notiert: Weizen 198 bis 199; Roggen 162,50; Sommergerste für Brauzwecke 180 bis 182,50; Hafer (inlänbifcher) 130 bis 135; Weizen­mehl (fübbeutsches Spezial 0) 28 bis 28,75; Weizen­mehl (nieberrhein.) 28 bis 28,75; Roggenmehl 22,25 bis 23,25; Weizenkleie 7,50: Roggenkleie 7,85 bis 8. Tenbenz: ruhig.

Hücheriisch.

Max Jungickel: Die Meldung. 64 Seiten. Preis: 1 Mk. R. Voigtländers Verlag, Leipzig, 1933. (449.) Die kleine Erzählung schildert eine Episode aus den letzten Tagen des Weltkrieges: die Vision des Meldegängers, der nicht sterben kann, ehe er seinen Auftrag er­füllte. -

Erwin Liek: K r e b s v e r b r e i t u n g , Krebsbekämpfung, Krebsverhütung. 252 S. Geh. 5 Ml., Leinen 6,50 Mk. I. F. Leh- manns Verlag, München 1932. (436.) Der be­kannte Danziger Arzt Dr. S. Liek faßt in über­sichtlicher und auch für den Laien verständlichen Form den gegenwärtigen Stand der Krebs­forschung und Krebsbekämpfung kritisch zusam-

Ein Goethe-Gchiller-Museum

Das Schlößchen in Leipzig.Gohlis, ein anmutiger Barockbau, soll zu einem Goethe-Schiller Museum umgestaltet werben. Das Schlößchen, bas bisher in Privatbesitz war, steht zur Zeit völlig leer.

men; Sinn und Zweck seines Vuches ist weder für ein neues noch für ein altes Krebsmittel zu werben, sondern auf die bisher vernachlässigten Möglichkeiten einer Krebsverhütung hinzuweisen und zu stärkerer Arbeit in dieser Richtung an­zuregen. Das Buch verdient wegen seiner ein­gehenden Materialsammlung, der Gegenüberstel­lung von Kritik und Antikritik und der An­führung zahlreicher Fälle aus der Praxis das Interesse weiter Kreise. Cs schließt mit den Wor­ten von Prof. August Vier:Ohne Optimismus kann man kein Arzt sein."

Hans Possendorf: Gerbergass« Rr.7. Roman. (Verlag Knorr & Hirth, München.) Lei­nen 3,60 Mk. (531) Das HausGerbergasse Rr. 7" ist ein Spukhaus. Die merkwürdigen Dinge, die sich dort ereignen, sind der Auftakt zu einer Reihe von Ereignissen, welche eine ganze Stadt monatelang in Aufregung versetzen. Die Heldin des Romans ist eine junge Schauspielerin, mit gewissen okkulten Eigenschaften begabt, die der Intendant mit Anträgen verfolgt. In dem von ihr bewohnten Hause Gerbergasfe Rr. 7 beginnt es seit langen Iahrzehnten zum erstenmal wie­der zu spuken. Es kommt zu einer Katastrophe an - einem Theaterabend, an welchem die Schauspie­lerin den Intendanten erschießt. Wie sich die­ser Fall nun aufklärt, ist so spannend erzählt, wie es nur Possendorf kann.

Der alte Heim. Ein Familienbuch nach Briefen, Tagebuchaufzeichnungen, mündlicher unb schriftlicher Ueberlieferung. Mit guten Vollbilbern. Martin Warneck Verlag, W 9. Leinen 5 Mark. (431.) Der alte Heim, ber bekannteste unb volks­tümlichste Arzt bes alten Berlin, war nicht nur ein Menfchenfreunb voll Derstänbnis unb Hilfsbereit­schaft für jebe leibliche unb seelische Not, seine Briefe unb Tagebuchaufzeichnungen sinb Selbstzeug' nisse voll Originalität unb Humor, voll schlichter Frömmigkeit unb inniger Liebe zu Heimat unb Na­tur. Es gewährt auch heute noch bem Leser Genuß, sich in sie zu vertiefen. Durch seine Behanblungs- methoben, von benen bie heutige Aerztewelt mit Interesse Kenntnis nehmen wirb, burch ein beispiel­loses Glück bei allen seinen Kuren würbe Heim zu seiner Zeit ber gesuchteste Arzt in Berlin.

Die Heimatlehre vom Deutschtum unb feiner Natur. Von Universitätsprofessor Dr. K. Guenther. Mit 15 Abbilbungen. Preis 25 Pf., bei Sammelbezug billiger. R. Votgtlänbers Verlag, Leipzig unb Verlag I. Neumann. Neu- bamm. (448.) Dieses mit schönen Silbern ausgestattete Heft faßt bie Heimatlehre bes weitge- reiften Naturforschers unb bekannten Heimatfchützers kurz, aber vollstänbig zusammen. Es will ben Nach­weis erbringen, baß alles Deutschtum in ber Natur bie tiefste Wurzel hat, unb baß ohne Wiedergewin­nung ber notwenbigen Derbinbung bes Volkes mit seiner Heimatnatur kein Aufstieg möglich ist. Dazu müssen wir roteber verstehen, was Meer, Wiese, Walb, bie Tiere unb Pflanzen uns zu sagen haben unb aus Sage, Märchen unb beutscher Kunst bas Lied ber Natur heraus hören, bie seit alter Zeit bie sicherste Quelle ber schöpferischen Volksseele war.

L.

6 Stück? 0^/12 Stück 40 H rru£ e£klen<3^ltn-3>kato5

Donnerstag, ben 26. Januar 1933, nad> mittags 2 Uhr, versteigere ich imLöwen' Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 56 ID

1 Registrierkasse, 2 Diwans, 1 Klavier, 2 Kühlschränke, 3 Schreibmaschinen, 1 Schlafzimmer, 1 Warenschrank, 1 Fri- seurtoilette, 3 Sofas, 1 Stänberlampe, 3 Gläserschränke, 1 Wirtschaftsbüsett, 1 Babeofen mit Wanne, 2 Schreibtische 3 Kleiberschränke, 2 Wanbbilber, 1 Korn- mobe, 2 Grammophone, 1 Nähmaschine, 1 Rabioanlage, 1 Vertiko, 2 Büfetts, 1 Nähtisch, 1 Bücherschrank, 1 Krebenz, 1 Opel-Personenwagen, 1 Harmonium, 1 Bohrmaschine.

Möll

Gerichtsvollzieher in Gießen

Ludwigstraße 33 Telephon 3239

Holzversteigerung.

Freitag, den 27. Januar 1933, vormit­tags 10 Uhr, werben in ber Wirtschaft des Philipp Arnolb aus ben Distrikten Haug, Horst, Suhl, Schnabel, Rehstanb unb Fin­kenholz nochstehenbe Sortimente oerstei- gert: 556D

5 Eichen-Abschnitte = 3,25 fm, 1 Kiefern- Abschnitt = 0,86 fm, 4 Buchen-Abschnilte = 3,87 fm, 2,8 rm Eichen-Nutzscheit, 30 rm Fichten-Nutzscheit, 500 Fichten-Derbstan- gen, 5000 Buchen-, Eichen- unb Fichten- Wellen, 100 rm Buchen-, Eichen- unb Fich- ten-Scheit, 20 rm Buchen-, Eichen- unb Fichten-Knüppel, 20 rm Stockholz.

Das Nutzholz kommt zuerst zum Aus­gebot.

Leihgestern, ben 24. Januar 1933.

Bürgermeisterei.

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329 rm Eichenscheit

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55 rm Nabelholzknüppel.

Sranbobernborf ben 19. Januar 1933. Der Bürgermeister: Stahl.

Brennholzversteigerung

Freitag, ben 27. Januar 1933, vormit­tags 10 Uhr anfangenb, werben im Gast­hausZum Bahnhof", dahier, folgende

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