Ausgabe 
24.8.1933 Erstes Blatt
 
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L«Zr N zu Gießen. Gimber werden von ^"^kirchen und vor der Aeichskirche wichtiae 'ausbau unserer Eva^e- den- Dorum hält es der Geme'Mag-. für seine day der Neuaufbau °V dem Reuen Testament -n segensreich sein kan.'. eirchengemeinden im Dor« der Beratenden und Be. m. Deshalb ladt die M dieses Deutschen Svange. u einer am Sonntag, tsindenden Tagung in die iehen ein.

üiischen Theologie an der >essor D. Dr. Cordier Thema .Die Bedeutung irchlichen Neuaufbau" be» Vortrag wird Gelegenheit mutiger Aussprache gege- ung wird am Vormittag lenst eingeleitet: die Fest- tendent der Provinz Ober» .Wagner übernommen. Gottesdienst wird der als Lebensmächte der Inner« ter zu der kirchlichen Ge« christsteller W. Wichel Sie Stunbe bei üottci-

Kirchengcmemden ih«. meindetagen \vttixiL 6o tworten, die der Bedeu« nativnoier, sondern auch ^cheidungsvollen Zeit ent« Teilnehmern wichtige Ein- s kirchlichen Aeuausbaues

erstag, 2^. August.

mcht iPariserBIuchoM) scher Hugenotten. - Baumann in Travemunde 30), - 1924: der Zoolog Mau gestorben (geboren

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Wirkliche Erholung . . .

findet nur der gepflegte Äßrper, wobei Mund und Zähne infolge ihrer täglichen Mitarbeit besonders pflege­bedürftig sind. Zur richtigen Zahn- und Mundpflege gehören unbedingt die Qualitätserzeugnisse Thlorodont« Zahnpaste, -Mundwafler und -Zahnbürste; sie sind in den lleinsien Orten erMUch.

gung der H3.-Oberbannführung falben sich alle ilntergliebcrungen, HI., Jungvolk und DDM. an dieser Sammeltätigkeit zu beteiligen und für die Sammlung eifrige Werbearbeit zu betreiben.

* Gendarmerie-Personalien. Der Gendarmerie-Hauptwachtmeister Fritz aus Hain- stadt (Kreis Erbach) wurde zur Gendarmeriestalion Reiskirchen versetzt. Der Gendarmeriemeister L i tz i u s aus Niederolm (Kreis Mainz) wurde mit der Führung der Geschäfte der Gendarmeriestation Lich beauftragt.

* Dom Hessischen ßanbbunb, Am 15. August ist Herr Z e u l als Geschäftsführer des Hessische Landbundes für die Provinz Oberhessen ernannt worden. Herr Zeul ist aus der ehemaligen Bezirksbauernschaft für Nassau und Kreis Wetzlar heroorgegangen und war zuletzt bei der Kranken­hilfe der Bezirksbauernschaft tätig. Da bis zum kommenden Herbst der Hessische Landbund liqui­dieren soll, um die Eingliederung in den zukünfti­gen Landesbauernstand zu ermöglichen, wird die Hauptaufgabe von Herrn Zeul fein, die Liquida- tionsarbeiten des Hessischen Landbundes durchzu- führen und gleichzeitig den Neuaufbau der Abtei- lung I des Landesbauernstandes (Hessen-Nassauische Bauernschaft) zu leiten.

** Senkung d e r Kurabgabe in Bad Salzhausen. Man schreibt uns: Bad Salzhausen (Oberhessen) senkt seine Kürabgabe ab 1. September um 50 Prozent. Personen, die bereits am 26. August in Bad Salzhausen eintreffen, fallen unter diese Vergünstigung.

** E i n rabiater Bettler fe ft genom­men. Durch die Gendarmerie Gießen wurde dieser Tage in Rödgen ein Bettler festgenommen, der in verschiedenen Fällen sehr rabiat auftrat und des­wegen von der Polizei in Kassel steckbrieflich gesucht wurde. Der Bettler reifte unter einem falschen Na­men. Er wurde dem hiesigen Landgerichtsgefängnis zugeführt.

©fraffommer Gießen.

Die Strafkammer fetzte am gestrigen Vormittag die bereits am Dienstaanachmittag begonnene Ver­handlung gegen den Landwirt und ehemaligen Rechner I. Pf. der Spar- und Darlehenskasse Zell im Kreise Alsfeld fort. Die umfangreiche Beweis­aufnahme ergab die Tatsache, daß der Angeklagte trotz mehrfacher Warnungen von feiten der Vor- stands' und der Aufsichtsratsmitglieder in einem bestimmten Falle dem Inhaber eines Basaltwerkes Kredite eingeräumt hatte, die weit über das vom Vorstand genehmigte Maß hinausgingen. Der An­geklagte, der in Den Kreisen der Mitglieder der

-spar- und Darlehenskasse größtes Vertrauen genoß, mißbrauchte das ihm entgegengebrachte Vertrauen in gröblicher Weife, schädigte dadurch die Genossen­schaft in nicht unerheblichem Ausmaß und beein­trächtigte sie außerdem in ihrer Liquidität. Wohl mochte er geglaubt haben, im Interesse der Kasse gehandelt zu haben, wenn er immer neue Kredite für das Unternehmen gab, denn insbesondere gab er sie, um zu verhindern, daß das Unternehmen umfallen" würde, wenn nicht weitere Kredite ge­geben würden und bann das Geld in seiner Gesamt­heit verloren gegangen wäre. Als die Vorhaltungen des Vorstandes immer drängender wurden, über­nahm er einen Teil des kreditierten Betrages auf fein eigenes Konto. Um aus den drängendsten Schwierigkeiten zu kommen, überschrieb er aus eige­ner Machtvollkommenheit ein der Kaffe übergebenes Darlehen in Höhe von etwa 8000 Mk. auf fein Konto und gab in der Folge an die erwähnte Firma wei­tere Kredite Der Angeklagte ließ sich weitere Verfehlung insofern zuschulden kommen, als er eingegangene kleinere Beträge u. a. aber auch einen Betrag von nicht weniger als 4000 Mark nicht un­ter Einnahmen verbuchte und sie mutmaßlich für sich selbst verbrauchte. Dem Angeklagten, dem wäh­rend der Beweisaufnahme immer wieder Vorhal­tungen gemacht wurden und der über verschiedene Buchungsvorgänge Auskunft geben sollte, gab meist nur sehr unzureichende Antworten und wußte sich auf die einzelnen Vorfälle nicht zu besinnen. Der Staatsanwalt, der einerseits in verschiedenen Fällen den Tatbestand genossenschaftlicher Untreue, sowie den Tatbestand der Unterschlagung als gegeben be­trachtete, beantragte eine Gefängnisstrafe von zehn Monaten und eine Geldstrafe von 150 Mark. Der Verteidiger beftriit in seinen Ausführungen, daß der Angeklagte vorsätzlich zum Schaden der Kasse ge­handelt habe, bestritt ferner, daß ihn allein die Schuld treffe, er habe lediglich den Geschäftsbetrieb erweitern wollen, im Interesse der Kasse zu handeln geglaubt, wenn er einem an sich durchaus ausbau­fähigen Unternehmen Kredite gegeben Habs. Den Tatbestand der genossenschaftlichen Untreue wie auch den Tatbestand der Untreue könne er nicht als ge­geben anerkennen.

Das Gericht verurteilte den Angeklagten nach längerer Beratung wegen Vergehen gegen § 146 des Genosfenschaftsgefetzes zu einer Gefängnis­strafe von 5 Monaten und zu einer Geld­strafe von 100 Mark, sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens. Als strafmildernd wurde be­rücksichtigt, daß der Angeklagte den der Kaffe ent­standenen Schaden durch den Verkauf eines Gutes und anderer Liegenschaften allen entstandenen Scha­den mit Zins und Zinseszinsen ersetzt hatte.

Kreisdirektor Dr. I a n n sagte zu, daß eine Be­schaffung von Geldern gemeinsam unter Mitwir­kung des Kreisamts beabsichtigt werden solle. Eine Reihe von gestellten Fragen wurden noch erläutert und geklärt.

Kreisdirektor Dr. Iann betonte im Schlußwort, man hoffe auch im Kreis Schotten, der Arbeitslofig- feit Herr zu werden. Zur Zeit werden noch 103 Ar­beitslose, 218 Krisenempfänger, 45 Wohlfahrtser- wcrbslofe und 416 Nichtunterstützungsempfänger im Kreis Schotten gezählt.

Mit dem Horst-Weffel-Lied wurde die Versamm­lung geschlossen. Eine kleinere Besprechung der Bürgermeister schloß sich an.

Schöffengericht Gießen.

Gestern vormittag fand im Landgerichtsge­bäude eine Verhandlung des Schöffenge­richts statt, vor dem sich einige junge Leute aus der Umgebung von Gießen wegen Verbrei­tung unwahrer Gerüchte zu verantworten hatten. Es handelte sich durchweg um Vergehen gegen

Oos Los zu einer Mark.

Die Arbeilsbeschaffungs-cotteric kennt keine Nieten, denn selbst wenn du nichts ge­winnst: bann gewinnen doch bestimmt die, die biß jetzt ohne Arbeit waren. Ist das nicht eine Mark wert?

die Verordnung vom 21. März dieses Jahres zum Schutz der Regierung der nationalen Erhebung. 2ln sich ist für derartige Fälle das Sondergericht Darmstadt zuständig. Für die an sich weniger bedeutsamen Vergehen konnte die Zuständigkeit aber auf das Schöffengericht übertragen werden. Einer der Angeklagten konnte freigcsprochen wer­den. die übrigen drei wurden mit Gefängnisstra­fen bis zu vier Monaten belegt. 3m wei­teren Verlauf der Verhandlung wurden für einen Diebstahl und eine Urkundenfälschung eine Frei­heitsstrafe von 6 Wochen und für einen weiteren Diebstahl eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten ausgesprochen.

Auskragung des Skädke-Achkers am 3. September.

Gestern abend fand im Bootshaus der Gießener Rudergesellschaft die Startverlosung zum Städte, achter statt. Zu diesem Rennen haben lediglich die drei Gießener Rudervereine Meldungen abgegeben. Wetzlar beteiligt sich also in diesem Jahre nicht. Das Boot der Gießener Rudergesellschaft startet auf 1, der Achter des Vereins Rudersport 1913 auf Start Nr. 2 und der Achter des RuderklubsHafsia" auf Start Nr. 3. Das große Rennen wird voraussicht­lich im Rahmen einer Werbeveranstaltung für den Wassersport ausgetragen, auf deren Einzelheiten wir noch zurückkommen werden. Das Rennen wird gegen 17 Uhr gestartet.

124 Oeutschlandflieger in Berlin.

Auf dem Flughafen Tempelhof herrschte am gestri­gen Mittwoch lebhafter Betrieb. Daß sich der ge­samte Verkehr mit Einschluß des regelmäßigen Flug­verkehrs reibungslos abwickelt, spricht der Organi­sation bas höchste Lob aus. Die Gesamtsorge ber Organisation liegt auf ben Schultern des Vizepräsi­denten des Deutschen Luftsportoerdandes, von

Hoeppner, seiner technischen Mitarbeiter Lean­der und Schultze-Eckhardt sowie der Leiter der Polizeiflugwache Tempelhof, Oberleutnant Baumert und Packe.

Am Mittwoch abend fand in ben Räumen des alughafens eine Führerbesprechung statt. Bei biefer elegenheit begrüßte ber Präfibent bes Deutschen Luftsportverdanbes, Pour-lc-m6rite-3lieger Haupt­mann a. D. Bruno Loerzer, bie Teilnehmer und gab seiner Freude über die starke Beteiligung Aus­druck. In ber Nacht zum Donnerstag finben roieber Nachllanbungen statt. Bisher sind in Berlin 124 Flieger eingetragen.

Segelflug Wettbewerb in Hirzenhain

Die Landesgruppe Vil Südwcst des DLV. ver­anstaltet vom 10. bis 24. September in Hirzen­hain (Kreis Dillenburg) einen ersten Segelflug- Wettbewerb, der in erster Linie als Ermunte­rungs-Wettbewerb zur Förderung des Segelflug­sports in der Landesgruppe Vh gedacht ist. An Preisen stehen 1500 Mk. zur Verfügung. Aus­künfte erteilt die Landesgruppe Vh Süd west. Frankfurt a. OIL, Flughafen Rebstock.

Oer Stadtkirchenturm

22 Federzeichnungen von Fritz Dunkel.

Das Oberhessische Museum stellt vom 27. August an eine Reihe von Federzeichnungen aus, die fast sämtlich Den Stadtkirchenturm zum Mittel­punkt ober im Hintergrund haben. Interessant ist, zu beobachten, daß alle Bilder von Gießen in alter und neuer Zeit den Turm überragend und die Stabt be­herrschend barftellen; tatsächlich steht er in feiner brei­ten Wuchtigkeit so fest und massig da, baß er, man mag kommen, von roeldjer Seite es auch sei, immer unb zuerst ben Blick auf sich zieht. Man darf ruhig sagen, baß er das Wahrzeichen von Gießen ist. Unb wie dies von ihm im Gesamtbild der Stadt gilt, so steht es mit ihm auch als einem Einzelglied Der Altstadt: überall beherrscht er das Straßenbild, gibt er ihm seine besondere Note.

Aber es ist sonderbar: man ist so an den Turm gewöhnt, daß man ihn gar nicht mehr sieht. Wer achtet denn darauf, daß man vom Kreuzplatz aus auf der Apothekenseite einen wundervollen Blick in bie Mäusburg und auf den Turm hat? Wer hat wohl schon, wenn er vom Lindenplatz am Ende der älteren Marktlaube über das Einhorn zum Stadt- kirchenturm aufblickte, dessen Mächtigkeit auf sich wirken lassen? Das sind nur einige Beispiele dafür, wie eng ber Turm mit dem Straßenbild ber Stabt verwachsen ist: er gehört eben zu Alt-Gießen.

Unter diesem Gesichtspunkt hat Fritz Dunkel für das Oberhessische Museum unb auf dessen Veranlas­sung eine Reihe von Silbern gezeichnet, in benen allen der liebe, alte Kirchenturm das Leitmotiv bildet, Bilder, die die Straßen unb Dächer ber Altstabt mit ihrem Gewoge und Gen»rr roiebergeben; und über ihnen ragt in ruhiger Würde ber Turm. Es steckt in den Federzeichnungen Dunkels viel Schönheit, denn sie sind mit großer Liebe aufgefafjt unb in heißem

Ritz gen geschaffen worben: jebem einzelnen fühlt man bie enge Verbunbenheit seines Schöpfers mit feiner Heimatstabt an; bas Herzblut ist bem Zeichner bei ber Arbeit burch bie Hanb geflossen unb hat ihm den Griffel geführt. Unb babei erkennt man immer roieber, baß Dunkels technische Gewanbtheit stets von I künstlerischem Empfinden geleitet ist: so sind aus seiner Feder Bilder geflossen, in denen sich Natur und Kunst, Technik unb Gefühl in glücklicher Ver­einigung die Hand reichen. Eins steht fest: Auch wer unser altes Gießen gut zu kennen glaubt, wird über­rascht sein von den eigenartigen Motiven, bie der Künstler gefunden und ausgestaltet hat, und wird sich freuen über bie Schönheiten, die unsere Heimatstadt besitzt. Freilich, so ganz leicht war es nicht immer, den Kirchturm für bie Zeichnung einzufangen, unb Fritz Dunkel hat so manches Dach erklettern unb fo manchen Ueberfall in eine stille Wohnung unter­nehmen müssen, um dem alten Gesellen beizukom­men: aber er hat auch von wenigen Ausnahmen abgesehen meist eine offene Tür und freundliche Hilfe gefunden.

So bildet der neue und wertvolle Erwerb, der be­sonders auch bem Entgegenkommen der Stadtver­waltung verdankt wird, eine willkommene Bereiche­rung bes Bilberschatzes bes Museums. Vor allem aber hat er die Gelegenheit geboten, dem Zeichner bie Möglichkeit zu geben, seine Kunst in ben D i e n st der Heimat zu stellen. Ieber Gießener, ber sich in letzter Zeit an ben schönen unb interessanten Auf sätzen von Regierungsbaurat Steinbach unb Pro­fessor Ebel über bas Stabtbilb von Gießen beiftim- menb erfreut hat, wirb ihr unb sein Urteil bestätigt finben, wenn er beim Betrachten der Dunkelschen Federzeichnungen seine Heimatstadt neu erlebt. He.

Koniimmalpolitische Tagung in Schotten.

I Schotten, 22. Aug. Unter Leitung des Kreis- amts Schotten sand heute im Rathaussaal eine Ver­sammlung der Bürgermeister, poli­tischer Leiter, Fachberater und vieler Vertreter aus Industrie und Gewerbe statt. Die Beratungen galten der bedeutsamen Frage, wie der Kamps gegen bie Arbeitslosigkeit im Kreise Schotten energisch burchgeführt werben könne.

Kreisbirektor Dr. Iann begrüßte die Erschiene­nen unb wies auf ben Zweck der Besprechung hin. In einem eingehenden Referat sprach bann ber Lei­ter bes Arbeitsamts Gießen Dr. List über eine nachhaltige, wirksame Arbeitslofig- feitsbetämpfung. Kein Rückschlag bürfe jetzt bei der Neubelebung bes Arbeitsmarktes kommen. Dem Doppelverbienertum müsse gesteuert, bie vor- hanbene Arbeit müsse richtig verteilt werben, so daß jedem notleidenden Volksgenossen sein Anteil Arbeit und Verdienst zukomme. Ein Volk ohne Raum sei Deutschland, alles vorhandene Land müsse gewon­nen, unzureichender kleinbäuerlicher Besitz müsse aufgerundet werden. Die Privatwirtschaft müsse un­terstützt und vor Eingriffen geschützt, bie Initiative ber Privatwirtschaft soll gestärkt werden. Eine rich­tige Verteilung ber Aufträge an Lieferung unb Ar­beit müße vorgenommen werden. Näher verbreitete sich ber Redner über das neue Arbeitsbeschaisungs- programm, das Reinhardtprogramm, bas für bie verschiebenen Arbeiten, wie ^Wohnungs-Gcbäude- instandsetzung, Siedlung, Meliorationen, Flußreou- lierungen, Versorgungsanlagen (Wasser usw.), Tief­bauarbeiten öffentliche Mittel zur Verfügung stelle. Er zeigte, wie die ©emeinben an ihrer Stelle mit- belfen könnten, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Besonders wies er auch auf bie Einführung von Notstanbsardeiten hin, bie die ©emeinben vorneh­men sollten. Die Bebingungen, unter benen diese bewilligt würben, seien jetzt für die Gemeinden gün­stiger geworden. Die Ausführungen fanden großes Interesse.

Kreisbirektor Dr. Iann dankte dem Redner unb

wies auf die großen in Aussicht genommenen, für die Landesplanung vorgeschlagenen Projekte hin: die Durchführung des Bahnbaues Schotten Ulrichstein Alsfeld, sowie auf die Ein­leitung der Feldbereinigung im ganzen Niddatal von Unter-Schmitten aufwärts bis SchottenRudingshain.

Bürgermeister M e n g e I, Schotten, führte aus, daß gerade die Gemeinden unter der Arbeitslosig­keit seit Jahren am allermeisten gelitten unb das größte Interesse an einer wirksamen Bekämpfung der Arbeitslosigkeit hätten. Die Bedingungen des Reinhardtprogramms, unter denen die Oeffa (Ge­sellschaft für öffentliche Arbeiten) für alle vorge­schlagenen Arbeiten Mittel zwar zinslos, aber rück­zahlbar gegen Dreimonatsakzepte zur Verfügung stelle, müßten etwas gemildert werden und fetzten gesunde Finanzwirtschaft mit regelrechten Steuer­eingängen voraus. Die Gemeinden müßten daiu in einzelnen wichtigen Dingen, Umschuldung, Abbau der Soziallasten Erleichterung erfahren. Von größter Bedeutung und eine fühlbare Entlastung fei bas großzügige Werk ber Feldbereinigung des Nidda- tales, bie halb durchgeführt werden müßte. Die Ein­führung von Notstandsarbeiten wollten die Gemein­den nachprüfen, seither seien diese eine Mehrbela­stung für die Gemeinden gewesen.

Beigeordneter Stein, Stumpertenrod, wies darauf hin, baß infolge Fehlens von Arbeitskräften bie Felbbereinigung in Stumpertenrod nicht burch­geführt werben können. Für billigen Felbbereini- gungskrebit müsse gesorgt werden.

Bürgermeister Hofmann, Ulfa, regte bie Ab­holzung bes Harbwaldes bei Ulfa und eine Um­wandlung in SieblerfteUen an. Der Harbwald eigne sich besonders als vorzüglicher, ebner Boden für landwirtschaftliche Siedlerstellen, man könne hier ein Dorf von zirka 1000 Einwohnern neu schaffen.

Pfarrer Römer fragte an, ob nicht den ver­schiedenen Kirchengemeiickien, die an ihren Gottes­häusern Reparaturarbeiten vorzunehmen hätten, durch Geldbeschaffung geholfen werden könne.

Reue deutsche Krastsportmeister.

Deutschlands beste Ringer und Gewichtheber er­mittelten am Sonntag an verschiedenen Plätzen ihre Meister. Dei den drei Veranstaltungen in Berlin, Alsfeld unb Horde gab es durchweg schone Lei­stungen. 3n Berlin holte sich Straßber­ger das Stemmen der Schwergewichtsklasse und im Ringen der Halbschwergewichtsklasse setzte sich überraschend der Berliner Seelenbindcr über den Titelverteidiger Heitmann-Hörde hin­weg. 3n Hörde (Westfalen) wurden H e l b i g- Plauen und Sperling -Sortmunb neue Mei­ster. Der Plauener verteidigte seine Leichtge- wichts-Meisterfchaft im Gewichtheben mit 900 Psd. gegen den Erfurter Thiersch und im Ringen Der gleichen Klasse triumphierte der ausgezeichnete Dortmunder über Schwarzkopf-Koblenz und Wei- kart-Hörde. 3n dem kleinen Städtchen Als­feld (Hessen) gab es im (Stemmen der Halb- schwergewichtsklasse einen scharfen Zweikampf zwi­schen L e o p o l d-Erfurt und Bierwirth-Essen. Der Thüringer siegte schließlich mit 990 Pfund knapp vor Bierwirth mit 980 Pfund. Die Meister­schaft im Mittelgewichts-Ringen holte sich hier Scharfe-Hörde vor Ertl-Rürnberg und Reuh- Essen.

Oie Entscheidungskämpfe in Alsfeld

Der Verein für Körperkultur 09 Alsfeld hatte es übernommen, einen Teil der Deutschen Mei­sterschaften 1933 des Deutschen Athletiksport­verbandes (Ringen Mittelgewicht, Gewichtheben Halbschwergewicht, ferner für die jüngere Alters­klasse Leichtgewicht im Ringen und Gewichtheben) zur Ausrichtung übernommen. Am Samstag ver­einigte ein Propaganda-Umzug durch das Städt­chen die Athleten. 3m GasthausVaterland" wurde ein Kommers veranstaltet, zu dem die Sturmbannkapelle konzertierte. Der 1. Führer des Vereins für Körperkultur Alsfeld 09, Herr Schwalm, begrüßte die Mitglieder und Gäste. Bürgermeister Dr. D ö l s i n g hieß die Sportler im Ramen der Stadt willkommen. Die Vertreter des Saarlandes begrüßte er besonders herzlich. Ferner beglückwünschte er den Verein Körper­kultur 09 dafür, daß er mit der Austragung eines Teiles der Deutschen Kraftsportmeisterschaften be­auftragt worben war. Kreisführer Sauer richtete im Auftrag ber Kreisleitung einige herzliche Worte an bie Versammlung.

Am Sonntag früh würbe ein Gepäckmarsch burch­geführt. Der Feftzug bes Nachmittags, an bem ne­ben ber SA. auch bie Vereine ber Stadt teilnahmen, vereinigte alle, bie sich ber Sache bes beutschen Sportes verbunden fühlen. Auf bem Festplatz an­genommen, nahmen sodann bie Wettkämpfe ihren Anfang. Das Publikum verfolgte mit großem In­teresse bie Kämpfe auf ben beiben Kampfstätten (für Ringen unb Gewichtheben). Die Leistungen lagen naturgemäß weit über bem Durchschnitt. Straft, (Be- wanblheit unb Ausbauer wurden in ben Ringkämp- fen unter Beweis gestellt, hervorragenbe Leistungen gab es auch im Gewichtheben.

Am Abend fand in ber Festhalle bie Preisver­teilung statt, bei ber sich bie Sieger im Scheinwerfer­licht dem Publikum vorstellten unb von braufenbem Beifall überschüttet würben.

Die Ergebnisfe.

Gepäckmarsch: 1. Abteilung: Gruppen- marsch (10 Gruppen): 1. Preis Gruppe 9 (Koch, Ha­fenpflug, Sorg, Stork) 1 Stb. 28 Min. 2. Preis Truppe 8 (Wagner, ©arg, Müller W. II., Birken­stock) 1 otb. 36 Min. 3. Preis Gruppe 2 (Iant- zen, Schierholz, Ufinger, Benber) 1 Std. 37 Min. 4. Preis Gruppe 1 (Malkmus K., Kraftzig, Malk- mus F., Müller W.) 1 Stbt. 43 Minuten.

Zweite Abteilung: Einzel marsch (11 Bewer­ber). Außer Konkurrenz mit ber besten Zeit (1 Stb. 2454 Min.) Lausch, Poul. 1 Preis Roth Hrch., 1 Stb. 29 Min. 2. Preis Seher, Seibelsdorf, 1 Stb. 32 Min. 3. Preis Scheuer Hch., 1 Stb. 37 Min. 4. Preis Schott Hrch., 1 Stb. 38 Min. 5. Preis Ruckelshaus Ernst, 1 Stb. 39 Min. 6. Preis Wettläufer Herbert, 1 Stb. 40 Minuten.

Gewichtheben (Altersklasse, Leicht- gewicht): 1. Leo Hansmann, Köln (Deutscher

Meister). 2. Eugen Geyger, Osnabrück. Z. Aug. Moots, Marburg. 4. Willy Stephan, Magbe- bürg.

Halbfchwer, Aktiv: 1. Richard Leopold, Erfurt (Deutscher Meister). 2. Karl Bierwirth, Essen. 3. Anton Gietl, München. 4. Stanis­lawski, Essen.

Ringen, Altersklasse, Leichtgewicht: 1. Willy Schneider, Essen (Deutscher Meister). 2. Joh. Sindelar, Kirchlinde. 3. Jakob Hahn, Ser­gen. 4. H. Friedrich, Frankfurt.

R i n g e n , M i 11 c l g e w i ch t: 1. Hans Scharfe, Horde (Deutscher Meister). 2. Fritz Erste, Nürn- berg. 3. Karl Neus, Essen. 4. Fritz Neul>aus, Essen. 5. Herbert Kupralh, Berlin. 6. H. Schedler, Halle. 7. Ehr. Schultheis, Hanau. 8. Gustav Falk, Essen.

Ergebnisse der neuesten deutschen Krastfahrzeugzählung.

Die im Statistischen Reichsamt soeben fertig­gestellte Erhebung über den Kraftfahrzeugbestand hat ergeben, daß die Zahl der Kraftfahrzeuge im Deutschen Reich nach dem Rückgang im ver­gangenen 3ahr wieder zugenommen hat. Am 1.3uli 1933 waren im Verkehr 852 776 Kraft­räder (gegenüber dem Vorjahr + 4,1 Prozent), 522 209 Personenkraftwagen (-s- 5 Prozent), 155 219 Lastkraftwagen ( |- 1,8 Prozent). Die Ge­samtzahl der im Betrieb befindlichen Kraftfahr- zeutze im Deutschen Reich betrug 1 562 823 (+ 4,2 Prozent). Damit ist bei den Personen­kraftwagen und den Krafträdern der Stand des 3ahves 1931 wieder erreicht bzw. überschritten Der Bestand an Lastkraftwagen bleibt allerdings noch hinter seinem Höchststand im Jahre 1931 um 3,6 Prozent zurück.

Wettervoraussage.

Der Kern des Tiefdruckgebietes Hot sich nach Polen verlagert unb dort wesentlich verstärkt. Die kühle Luft feiner Rückseite wirb daher bas Wetter noch wechselhaft gestalten unb neben rasch oorüberziehen- ben Haufenwolken auch weitere Regenschauer brin­gen. Da jeboch mit ber Zufuhr ber Kaltluft von Westen her Druckanstieg verbunden ist, tritt zeitweise Aufheiterung ein. Eine Wetterberuhigung auf län­gere Zeit ist allerdings nicht zu erwarten, da über Arland bereits Anzeichen für das Herannahen einer neuen Störung vorhanden sind.

Aussichten für Freitag: Etwas ruhiger, doch immer noch veränderlich, wechselnde Bewölkung mit zwischenzeitlicher Aufheiterung, vereinzelte schauer, mäßig warm.

Aussichten für Samstag.- Nach vorüber- »ehender Besserung erneute Verschlechterung wahr­scheinlich.

Lufttemperaturen am 23. August: mittags 14,2 Grab Celsius, abends 13,2 Grad,- am 24. August: morgens 12,4 Grad. Marimum 16/3 Grad, Minimum 10,8 Grad. Grdtem­peraturen in 10 cm Tiefe am 28. August: abends 16 Grad,- am 24. August: morgens 13,7 Wraö Celsius. Niederschläge 9,3 mm. Lonnenscheindauer eine Viertelstunde.