Ausgabe 
24.8.1933 Erstes Blatt
 
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Beginn des Reichsiagsbrandstister- prozeffes am 21. September.

Leipzig. 24. Aug. (WTB. Junffprudj.) Der Präsident des vierten Strafsenates hat den Termin zur Hauptverhandlung in der Reichstags­blandsache auf Donnerstag, 2 1. Septem­ber 1 933, vormittags 9 Uhr, anberaumt. Die hauplverhandlung findet in Leipzig statt, die Beweisaufnahme jedoch mit Rücksicht auf die notwendigen Augenscheinnahmen und darauf, datz die meisten Zeugen in Berlin wohnen, i m Reichstagsgebäude.

Hilfswerk Deutscher Techniker.

Der Deutsche Techniker ' Verband im Gesamtverband der Deutschen Angestellten erläßt in seiner VerbandszeitschriftDer Deutsche Techniker" einen Aufruf für dasHilfswerk Deutscher Tech­niker", in dem es u. a. heißt: Der Generalangriff der Reichsregiening auf die Arbeitslosigkeit ist in vollem Gange. Erstmalig zeigt der Arbeitsmarkt auch für die Angestellten eine wesentliche Besserung. Trotzdem ist die Arbeitsmarktlage bei den tech­nischen Angestellten leider noch sehr ungünstig. Bei einem Rückgang der Gesamtzahl der Arbeitslosen um rund 30 o. S). ist bei den tech­nischen Angestellten lediglich ein Rückgang um rund 10 v. h. festzustellen. Der DTV. bemüht sich noch um die Unterbringung von 22 000 stellenlosen Mit­gliedern.

In vielen Betrieben ist wohl die Zahl der Arbei­ter erheblich gestiegen. Eine Einstellung von Technikern erfolgte dagegen nur zögernd. Selbst Firmen, die umfangreiche Aufträge im Rah­men des staatlichen Arbeitsbeschaffungsplanes er­halten haben, mußten auf eine Einstellung von Tech­nikern hingewiesen werden. Zum Teil leisteten die technischen Angestellten trotz Kurzarbeit-Bezahlung Ueberstunden, um das geforderte Arbeitspensum er­ledigen zu können. Stellenweise werden auch Arbei­ten von Kaufleuten und Werkmeistern gemacht, die nur der Techniker sachgemäß verrichten kann. Nach­dem der Deutsche Techniker-Verband mit jetzt 100 000 Mitgliedern fest fundiert ist, verkündet die Verbandsführung dasH i l f s w e r k Deutscher Techniker", mit dessen Aufbau bereits begon­nen worden ist. Es sind u. a. folgende Aufgaben gestellt: 1. Stellenwerbung und Stellenvermittlung, 2. Vergünstigungen für die Stellenlosen, 3. Bil­dungsarbeit.

An erster Stelle steht die Sorge um die Beschaf­fung neuer Arbeitsplätze. Geeignete Techniker müssen für die Arbeitsbeschaffung Straßen- und Kanal­bau, Siedlungswesen an die richtige Stelle ge­bracht werden. Der DTV. liefert seinen arbeitslosen Mitgliedern denStellenanzeiger" kostenlos. Nicht alle Techniker werden sofort wieder in Arbeit kom­men. Deshalb ist es die Aufgabe desHilfswerkes Deutscher Techniker", den Wartenden ihr Los zu er­leichtern: Großzügiger technisch-wissenschaftlicher Wie- derholungs- und Ergänzungskursus, Besichtigung technischer Werke, Filmvorführungen und Theater­besuche fast kostenlos, Sportkurse, kostenlose Liefe­rung von Bleistiften und Papier, kostenlose Bad­benutzung usw.

Kleine politische Nachrichten.

Der preußische Kultusminister hat die Frist für Vorverlegung von Anträgen auf N achv e r s e t - Su n g von Schülern auf den 30. September . 3. begrenzt. Später eingehende Gesuche werden nicht mehr berücksichtigt.

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DerStiftung für Opfer der Arbeit" haben die Beamten, Angestellten und Arbeiter der preußischen Justizbehörden den Betrag von annähernd 80 000 Mark gespendet.

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Wie das Geheime Staatspolizeiamt mitteilt, be­stätigt sich die von einigen Blättern gebrachte Mel­dung, wonach der ehemalige, dem Zentrum angehörende Reichsminister Hermes auf freien Fuß gesetzt worden ist.

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Trotz des Eingreifens der französischen Gendar­merie ist in Andorra noch immer keine Ruhe eingetreten. Der durch Verfügung des französischen Präsidenten und wahrscheinlich auch des Bischofs von Urgel, die sich in die Oberhoheit von Andorra teilen, abgesetzte Generalrat verweigert nach wie vor die Auslieferung der Schlüssel. Ans spanischer Quelle verlautet, daß er ein Protest- telegramm an den Völkerbund und den Präsidenten von Frankreich sowie den Bischof von Urgel gerichtet habe. *

Ghandi ist bedingungslos in Freiheit gesetzt worben.

In Spanisch - Marokko sollen die bedeu­tendsten Cingebovenenstämme geheim an der Vor­bereitung eines allgemeinen panislamischen Aufstandes auch gegen Frankreich arbeiten und alle Derhandlungsvorschläge der spanischen Dehörden abgelehnt haben. Die Unterhändler, die man geschickt hat, sollen gefangen genommen wor­den sein.

Aus aller Welt.

Staatsbegräbnis eines verunglückten hitterjungen.

Der bei dem Orkan in Oberwiesenfeld töd­lich verunglückte Hitlerjunge Walter Bröbstle wurde unter starker Beteiligung in Anterhaching beerdigt. Innenminister Adolf Wagner, der die Beerdigung auf Staatskosten an­geordnet hatte, war zusammen mit dem stellver­tretenden Gauleiter Ä i p p o l d und Gebietsfüh­rer Klein erschienen und richtete eine Ansprache an die Trauerversammlung.

(Bnabenerroeis des preußischen Ministerpräsidenten.

Die vom Schwurgericht in Glah am 8. März 1933 gegen den Stellenbesitzer Max Kühnel wegen Mordes verhängte Todesstrafe hat der preußische Ministerpräsident im Gnadenwege in eine lebenslängliche Zuchthaus st rafe um» gewandelt.

Neuschnee in den Allgäuer Bergen.

Der empfindliche Temperatursturz hat im Allgäu am Djenstag Neuschnee gebracht. Die bekannten Allgäuer Berge Hochvogel und Mädelegabel zeigten Mittwoch früh bis auf 1700 Meter herab weißbedeckte Gipfel und Hänge. In den Dorbergen gingen die Niederschläge nur leicht in Schnee über, der aber nicht liegen blieb.

Amundsens Flugzeug gefunden.

Aftenposten" meldet aus Tromsö: Der Fisch­dampferKvitholm" traf von der Bäreninsel kom­mend hier ein. Der Kapitän und die Mannschaft

b e ft ä t i g t e n die Meldung, daß man auf der letz­ten Fahrt einen großen Gegenstand ins Netz be­kommen, aber ehe man ihn über dem Wasserspiegel gehabt habe, sei er wieder versunken. Der Gegen­stand wog etwa 200 Kilo und war ungefähr zwei Meter lang. Er war von Heller Farbe, teils weiß, teils metallisch. Anfangs nahm man von der Sache keine Notiz. Erst auf dem Heimweg sprach man da­von, daß es vielleicht die R e st e derL a t h a m" gewesen seien, des Flugzeuges, mit dem Amund- s c n verschollen ist.

Graf Zeppelin" nach Rio de Janeiro unterwegs.

Das LuftschiffG r a f Z e p p e l i n" ist am Mitt­wochvormittag in Pernambuco nach Rio de Janeiro gestartet.

Erfolgreiches Fernsehexperiment in London.

Im Gebäude der Britischen Nundsunkgesellschaft in London wurde ein Experiment mit der Fe r n - seh Übertragung zweier Boxkämpfe er­folgreich durchgeführt. Die Dorführungsfläche war allerdings nur 35x20 Zentimeter groß, so daß die Figuren oer Kämpfer zu Proportionen von Li­liputanern reduziert waren. Da die Lautübertra­gung außerordentlich gut war, wurde der Eindruck erweckt, als ob zwerghafte Kämpfer Niesenschläge austauschten.

Berliner Feuerwehr auf der Schlangeujagd.

Die Berliner Feuerwehr wurde dieser Tage nach dem Stadtteil Wilmersdorf gerufen, wo auf dem Hofe eines Hauses eine zweieinhalb Meter lange Schlange umherkroch. Sie gehört einem Zoologie- studenten, der im 2. Stock des Hauses ein Terrarium unterhält, in dem sich auch Schildkröten, Eidechsen und sogar Krokodile befinden. Die Feuerwehr, die im Sommer fast dauernd aufTierjagd" ausgeht, fing die Schlange ein und brachte sie dem Eigen­tümer zurück. Wie die Schlange aus dem 2. Stock auf den Hof gelangt ist, steht noch nicht fest.

Schwere Unwetter in Oberitalien.

In ganz Oberitalien sind Dienstag nachmittag schwere Unwetter mebergegangen. Insbesondere im Gebiet des Gardasees sind die Schäden, die durch H a g e l s ch l a g von mehr als Taubeneiergröße angerichtet wurden, sehr erheblich Die Eisenbahn- strecke NoveretoRiva ist unterbrächen. Der Pönale bei Riva ergoß sich mit solcher Gewalt über die Ufer, daß er eine Brücke wegriß. Telephonische und elektrische Leitungen zwischen Riva und Brescia sind völlig außer Betrieb.

Schwere Unwetter in USA.

Der mit schweren Wolkenbrüchen verbun­dene Orkan, der die Küste von Virginia und Nordkarolina heimtzesucht hat, wütete auch in Neu- york, wo er eine längere Unterbrechung der Hafen- unb ßuftbienfte verursachte. Ein Schifferboot mit 40 Mann an Bord geriet in Seenot und bat durch Funkspruch um Unterstützung. Ein Funkspruch be­sagt, daß Salisbury, eine Stadt von 10 000 Ein­

wohnern in Maryland, von dem Sturm so gut wie f vernichtet worden sei. Da alle Verbindungen mit Salisbury unterbrochen sind, war eine Bestä­tigung der Nachricht nicht zu erlangen. Weitere Alarmmeldungen kommen aus Ocean-City (Mary­land!, das ebenfalls schwer mitgenommen sein soll. In Washington wurden in der Nähe des Weißen Hauses Bäume entwurzelt und die Straßen über­schwemmt. Der Sachschaden wird auf mehrere Mil­lionen Dollar veranschlagt und beträgt allein am Badestrand von Virginiabeach eine Million Dollar.

Nächtliches Großseucr in Lörrach.

In dem im Mittelpunkt der Stadt Lörrach (Ba­den) gelegenen drei Stock hohen Hansahaus brach nachts ein Grohfeuer aus. Geschäfte, Büros und Privatwohnungen im Hansahaus wurden durch den Brand zerstört oder durch Wasser un­brauchbar gemacht. Die im 3. und 4. Stockwerk Wohnenden mußten in dunkler Nacht aus 15 Me­ter Höhe in das von der Feuerwehr bereitgehal­tene Sprungtuch hinunterspringen, darunter auch vier Kinder im Alter von etwa 2 bis 10 Jahren. Die jüngeren muhten durch die Eltern, von der Dachrinne aus, wo sie durch Feuer und Nauch mit dem Ersticken bedroht, sich hingeflüchtet hat­ten, heruntergestoßen werden. Ein 3jähriger Knabe schlug dabei auf die Drähte der elektrischen Straßenbahn und zog sich einen Oberschenkelbruch zu. Eine Frau schlug so unglückl.ch in das Sprung­tuch auf; daß sie sich die Lippe durchbiß und sich einen Bluterguß und Rückenverlehungen zu­zog. Bewußtlos mußte sie ins Krankenhaus ge­bracht werden. Das Hansahaus ist bis auf die äußeren Mauern ausgebrannt.

In Frankreich brennen die Wälder, als wenn sie versichert wären!"

Die Wälder brennen in Frankreich, als ob sie versichert wären", sagt ein Pariser Blatt in sei­ner Karikatur zum Tage. In der Tat werden fortwährend neue Waldbrände gemeldet. Wenn man die nach den Zeitungsmeldungen in der letzten Zeit vernichteten Waldbestände zusam­menstellt, ergibt sich eine erschreckende Hektarzahl. Die Bewohner von Colomars bei Nizza mußten nachts die Feuerwehr anfordern, um ihre Wohn­häuser vor den Flammen zu schützen. 70 Hektar Wald sind dort völlig niedergebrannt. Bei Nouret dehnte sich die Feuersbrunst auf mehrere Kilome­ter aus. Im Departement Dar sind 50 Hektar abgebrannt. Bei Aixen-Province ist ein Wald von 200 Hektar Größe vom Feuer bedroht. 500 Mann mußten eingesetzt werden, um die benach­barten Gehöfte zu schützen.

vom hessischen Lanbesthealer.

Walter v.Molos neues DramaFriedrich List, ein deutsches Prophetenleben" wurde soeben von Generalintendant Dr. Rolf P r a s ch für das Hessische Landestheater zur Uraufführung er­worben.

Aus Der Provinzialhauptstadt.

Rohe Aepfel heilen Oarmkatarrh.

Don Dr. med. Otto Bartling.

Chronische Katarrhe des Magens und des Dar­mes sind viel häufiger als man nach den Klagen der Kranken urteilen würde. In den leichten Fäl­len ist das Wohlbesinden der Kranken meist nur wenig oder gar nicht gestört, und lediglich die akuten Verschlimmerungen werden als krankhaft betrachtet. Die meisten haben schon öfters versucht, mit verschiedensten Mitteln undleichter Diät" ihre Beschwerden in Ordnung zu bringen, fast immer ohne radikalen Erfolg; in mehr oder weniger län­geren Zeitabständen traten wieder neue Störungen auf. Der Arzt pflegte in solchen Fällen immer eine sorgfältige Diät vorzuschreiben mit starker Ein­schränkung zuckerhaltiger Nahrungsmittel und strikter Qkrmeibung jeder zellulosehaltigen Nah­rung, aber bei den geringfügigen Beschwerden will sich niemand gern eine lästige und langdau­ernde Diät auferlegen. Andererseits führen kleine Diätfehler, wie sie das alltägliche Leben mit sich bringen, leicht zu einem frischen Aufflackern des chronischen Leidens. Dann folgen immer wieder ein bis zwei Fasttage und der Kreislauf beginnt von neuem.

Seit einiger Zeit ist nun die Behandlung akuter Verdauungsstörungen mit rohen, geschälten bzw. gut gekauten Aepfeln bekannt geworden. Noch vor eini­ger Zeit hätte man Obst als zellulosehaltige Nah­rung mit größter Energie von jedem Speisezettel eines Darmkranken gestrichen. Die Erfolge der Apfelbehandlung haben die Aerzte aber zu einer Wandlung ihrer Auffassung bestimmt. Heute weiß man, daß auch die chronischen Darmkatarrhe vor­züglich aus die Apselbehandlung reagieren. Am besten geht man so vor, daß man dem Kranken in den ersten zwei Behandlungstagen bloß Aepfel in rohem und gebratenem Zustand verabreicht. Dazu können ein paar Tassen Tee mit Zitrone und ein wenig Zucker genossen werden. Die Aepfel müssen nicht geschabt werden, aber die Kranken müssen besonders sorgfältig auf gutes Kauen achten. Nach zwei reinen Aepseltagen kann man den Speisezettel vorsichtig etwas reichhaltiger gestalten und gekochtes oder gebratenes nicht fettes Fleisch, Fleischsuppen, weißes Röstbrot und etwas Butter hinzunehmen. Die Aepfel werden aber weiter gegeben. Auch Ba­nanen können mit Aepfeln zusammen gereicht wer­den. Schließlich kommen leichte Mehlgerichte hinzu (Nudeln, Makkaroni) und erst nach zwölf bis vier­zehn Tagen vorsichtig etwas Gemüse. Kraut und Hülsenfrüchte dürfen aber noch fange Zeit hindurch nicht gegeben werden. Bei den geringsten Anzeichen einer neuen Verschlimmerung durch die großzügigere Diät schiebt man vorsichtshalber wieder einen Apfel- taa ein.

Das ist natürlich nur ein Schema. Man sollte in jedem Falle die Einzelheiten der Verordnung dem Aerzte überlassen, vor allem auch die Erkennung der Krankheit. Wer aber, wie so viele, lange Jahre hindurch von immer wiederkehrenden Verdauungs­störungen geplagt wird, dem wird die neue Apfeldiät in den meisten Fällen die ersehnte Befreiung von seinen Beschwerden bringen.

Am besten eignen sich zur Apfeldiät möglichst frische Aepfel. Je länger der Apfel lagert, desto we­niger zuverlässig ist sein Wirken. In Jahreszeiten, in denen es schwer ist, ein einwandfreies geeignetes Apfelmaterial sich zu verschaffen, vor allem in den Sommermonaten, kann man ein Apfelpulver be­nutzen, das neuerdings von einer chemischen Fabrik hergestellt wird. Die meisten Aerzte treten dafür ein, daß man nur reife, geschälte, rohe Aepfel in gerie­bener Form als Brei verwenden soll. Das Hunger- unb Durstgefühl der Kranken wird dabei vollkom­men befriedigt.

Wie man sich bei den ausgezeichneten Erfolgen die Wirkung vorzustellen hat, Darüber ist man vor­

läufig leider nur auf Vermutungen angewiesen. Es fehlen noch genaue Kenntnisse über die Stoffe, denen die Wirkung zpzuschreiben ist, aber auch die Kennt­nisse über den genaueren Vorgang, der zu einer so schnellen Heilung führt. Ein Beweis dafür, daß die Erfahrung in der praktischen Medizin immer noch die ausschlaggebende Rolle spielt.

Krankenkaffen-Beiträge bezahlen!

In der letzten Zeit werden die Beitrags­eingänge bei den gesetzlichen Krankenkassen in Stadt und Kreis Gießen immer geringer. Hierdurch wird die Fortsetzung der im In­teresse der Volksgemeinschaft und gerade der bedürftigsten Volksgenossen dringend not­wendigen Tätigkeit der Kassen ernstlich ge­fährdet. Bei aller Würdigung der wirtschaft­lichen Notlage einzelner Arbeitgeber muß doch festgestellt werden, daß ein nicht geringer Teil von ihnen offensichtlich aus Abneigung gegen die Krankenkassen die Beiträge zurück­hält. Die Beitragspflichtigen können überzeugt feilt, daß unter der heutigen Staatsführung vollste Gewähr für die ordnungsmäßige Ver­wendung sämtlicher Sozialbeiträge gegeben ist.

Wir rufen hiermit die Arbeitgeber auf, sich ihrer sozialen Pflicht bewußt zu sein und durch Pünktliche Zahlung der Beiträge den Krankenkassen die Erfüllung ihrer gesetzlichen Aufgaben im Jnteresfe der Volksgenossen zu ermöglichen.

Die Arbeitgeber handeln hiermit im Sinne der nationalen Regierung, die ihre Sorge für das tägliche Brot und für die Erfüllung der sozialen Pflichten bei Krankheit für eine ihrer obersten Ausgaben erklärt hat.

Wir erwarten von den Arbeitgebern, daß sie sich ihrer gesetzlichen Pflichten bewußt sind und sich auch in ihrem Verhalten gegenüber den Krankenkassen von dem Grundsatz leiten lassen werden:Gemeinnutz geht vor E i g e n n u tz".

Kreisleitung der NSDAP.

Gez.: Dr. Harth, M.d.L., Kreisleiter. Der Vorstand der Allgem. Ortskrankenkasse

Gießen-Stadt.

Gez.: Otto Jung, 1.Vorsitzender.

Grundlegende Neugliederung des Kyffhäuserbundes.

Der Kyffhäuserbund ist, wie die Kriegerkamerab- schaft Hassia uns mitzuteilen bittet, durch eine Füh- rcranorbnung seines Bundespräsidenten nunmehr auch in seinem organisatorischen Aufbau völlig neugestaltet worden. An Stelle der bisherigen Landesverbände, die zum größten Teil bisher die Bezeichnungen besonderer Bünde führten, ist unter Neugliederung der Bezirke die einheitliche BezeichnungLandesverband" einge­führt worden. Zum Führer des Landesver­bandes Hessen-Darrn st abt mit dem Sitz in Darmstadt wurde vom Bundespräsidenten General­leutnant a. D. vonOidtman berufen.

Ziehung der HZ-Lotierie.

Am Mittwoch hat in Frankfurt a. M. die Zie­hung der 1. Hitler-Jugend-Lotterie unter Beurkun­dung des Notars Rechtsanwalt Dr. Weber- Frankfurt a. M. ftattgefunben. Bei der Ziehung waren anwesend: Der Abteilungsleiter Der Reichs­jugendführung Obergebietsführer Alfred Loose, sowie die Leiter der Lotteriegeschäftsstelle und Be­auftragte des Polizeipräsidiums Die Lotterie war ein voller Erfolg. Alle 800 000 Lose wurden ver­kauft.

Der 1. Hauptgewinn, eine 8jährige Beisteuer zum Studium in Höhe von 20 000 Mark, die in jähr­lichen Raten von 2500 Mark ausgezahlt wird, fiel auf die Losnummer Serie D 99 432.

Prof. Dr. Ebuard Schwartz, der hervorragende Altertumsforscher in München, erhielt, wie schon ge­meldet, anläßlich seines 75. Geburtstages vom Reichspräsidenten in Anerkennung seiner Verdienste um die Wissenschaft den Adlerschild des Reiches.

Die Prämie, ein Kraftwagen im Werte von 5000 Mark, fiel auf die Nr. Serie D 17 641.

Die nächsten zwei Gewinne, ebenfalls Kraftwagen, fielen auf die ßosnumern Serie D 76 633, Serie B 161 129.

Der Versand der Gewinnlisten erfolgt in zwei Tagen. Die Gewinne müssen drei Monate nach der Ziehung angefordert sein. Die HI. dankt allen Volks­genossen, die sich an dem Verkauf und Kauf der Hitlerjugendlose beteiligt haben.

Kirchengemeindeiag zu Gießen.

EPH. Im Laufe des September werden von den Synoden der einzelnen Landeskirchen und vor allem von der Synode der Reichskirche wichtige Beschlüsse über den Neuaufbau unserer Evange­lischen Kirche gefaßt werden. Darum hält es der Deutsche Evangelische Gemeindetag" für seine Pflicht, darauf hinzuweisen, daß der Neuaufbau der Kirche nur dann gemäß dem Neuen Testament geschehen und nur dann segensreich sein kann, wenn die evangelischen Kirchengemeinden im Vor­dergrund des Blickfeldes der Beratenden und Be­schließenden stehen werden. Deshalb lädt die Hes­sische Landesvereinigung dieses Deutschen Evange­lischen Gemeindetages zu einer am Sonntag, 17. September, stattfindenden Tagung in die Iohanneskirche nach Gießen ein.

Der Vertreter der praktischen Theologie an der Landesuniversität Professor D. Dr. Cordier wird um 14 Ahr das ThemaDie Bedeutung der Gemeinde für den kirchlichen Neuaufbau" be­handeln. Nach diesem Vortrag wird Gelegenheit zu eingehender und freimütiger Aussprache gege­ben werden. Die Tagung wird am Vormittag durch einen Festgottesdienst eingeleitet; die Fest­predigt hat der Superintendent der Provinz Ober­hessen Oberkirchenrat D. Wagner übernommen. Anmittelbar nach dem Gottesdienst wird der als geistvoller Künder der Lebensmächte der Inner­lichkeit und als Bekenner zu der kirchlichen Ge­meinschaft bekannte Schriftsteller W. Michel einen Vortrag überDie Stunde des Gottes­wortes" halten.

Es ist Sitte, daß die Kirchengemeinden ihre Abgeordneten zu den Gemeindetagen senden. So ist eine Aussprache zu erwarten, die der Bedeu­tung dieser nicht bloß in nationaler, sondern auch in kirchlicher Hinsicht entscheidungsvollen Zeit ent­sprechen und die allen Teilnehmern wichtige Ein­blicke in die Fragen des kirchlichen Neuaufbaues geben wird.

Daten für Donnerstag, 24. August.

1572: Bartholomäusnacht (PariserBluthochzeit) Niedermetzelung zahlreicher Hugenotten. 1919: der Politiker Friedrich Naumann in Travemünde gestorben (geboren 1860). 1924: der Zoolog Franz Doflein in Breslau gestorben (geboren 1873).

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 24. Aug. Auf dem heutigen Wochcnmarkt kosteten: Landbutter, das Pfund 1,25 bis 1,30 Mark, Kochbutter 1, Mark, Eier (inländische), das Stück 9 Pf., Käse 4 bis 10, Matte, das Pfund 20 bis 25, Wirsing (grün) 8, Weißkraut 8, Rotkraut 10 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 10,- mischkohl 5 bis 8, Bohnen (grün) 15 bis 20, Bohnen (gelb) 15 bis 20, Erbsen 20 bis 25, Mischgcmüse 10, Tomaten 15 bis 20, Zwiebeln 10, Kürbis 6, Pilze 25, Kartosfeln 3 Pf., der Zentner 2,30 bis 2,50 Mark, Frühäpfel, das Pfund 15 bis 30, Falläpfel 6 bis 8, Pfirsiche 35 bis 40, Preißelbeeren 30 bis 35, Birnen 15 bis 30, Zwetschen 15 bis 20, Mirabellen 20, Reineklaudcn 15, junge Hähne 80 bis 90, Sup­penhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 40 bis 50, Blumenkohl 5 bis 30, Salat 5 bis 10, Salatgurken 4 bis 40, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 7 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Sellerie 5, Rettich 5 bis 10, Radieschen, das Bund 5 bis 10 Pf.

Bornottzen.

Tageskalender für Donners- t a g: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Es war einmal ein Musikus ..."

Gemeinde feier der Markusge­meinde. Am nächsten Sonntag, 27. August, hält die Markusgemeinde wie alljährlich ihre Gemeinüe- seier zusammen mit den Kindern des Kindergottes­dienstes auf der Hardt ab. Spiele der Kinder und der Jugendgruppen, Musik und Gesänge mancherlei Art sind vorgesehen und versprechen eine schöne Feier, auf die auch hier nochmals hingewiesen sei. (Siehe heutige Anzeige.)

** Keine Störung von Gottes­diensten durch Aufmärsche. Gauleiter Sprenger macht erneut darauf aufmerksam, daß- Gottesdienste nicht durch Aufmärsche oder dergleichen gestört werden dürfen.

** Zum evangelischen Landes­jugendsonntag hat Gauleiter Sprenger angeordnet, daß die evangelischen Jungen, so­weit sie nicht zum Reichsparteitag nach Nürn­berg fahren und mithin an der Dorbesichtigung nicht teilzunehmen haben, sich geschlossen und in Uniform an dem Landesjugendsonntag am 27. August beteiligen. Hierbei kommt sowohl die Teilnahme am Gottesdienst, wie auch an den übrigen Feierlichkeiten in Betracht.

** Eine Sammlung für das deuts che Iugendherbergswesen findet am 10.Sep­tember in Oberhessen statt. Nach einer Verfü-

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