Ausgabe 
24.6.1933 Erstes Blatt
 
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zeigt, daß er den Kampf gegen den Kommunismus, Den er auf seine Fahne geschrieben hat, bis zur Vernichtung fortzusetzen gewillt ist und auch jeden Versuch der Tarnung durch Einschmuggeln und Verstecken in nationale Verbände rücksichtslos un­terbinden wird. Zum andern ist die Maßnahme ein Beweis, daß der Nationalsozialismus aus den schon im Eingang erläuterten Gründen keine irgendwie gearteten politischen Kampforganisationen dulden wird, die nicht ihm selber restlos zur Verfügung stehen.

Damit in Zusammenhang steht auch die Neu­ordnung beim Stahlhelm. Der Bund der Frontsoldaten, der sich in den vergangenen vierzehn Jahren um die Hochhaltung des alten Soldaten­geistes und der Frontkameradschaft des feldgrauen Volksheeres unvergängliche Verdienste erworben hat, ist erst allmählich in die politische Linie gerückt, in der er neben den Deutschnationalen der Träger des Kampfes gegen den Poungplan und mit ihnen und den Nationalsozialisten zusammen der Partner des Harzburger Bundes wurde. Das Ringen um die Präsidentschaft, dessen tiefe Tragik für den nationalen Gedanken bjird) das Gegeneinanderstehen dreier Männer von stärkster nationaler Bedeutung gekenn­zeichnet war, war Gott fei Dank nur eine Episode in dem großen Kampf um die nationale Wiederge­burt.. Der historische 30. Januar 1933 sah Stahlhelm und nationalsozialistische SA. in kameraoschaftlichem Nebeneinander. Aber im späteren Wettbewerb blie­ben Spannungen nicht aus. Reichsarbeitsminifter Seldte, der Bundesführer des Stahlhelm, suchte ihnen durch seinen Eintritt in die NSDAP, und die Unterstellung unter Adolf Hitler zu begegnen. Den Mitgliedern des Stahlhelm sollte der Eintritt i^die NSDAP, jedoch verwehrt bleiben, um die Forma­tionen getrennt zu halten. Dieses Kompromiß, das in der Folge doch nicht genügte, zog den Rücktritt des zweiten Bundesführers, des um die Entwicklung des Stahlhelm hochverdienten Oberstleutnants Düfterberg nach sich. Der Stahlhelm konnte sich indessen vor dem Vorwurf nicht schützen, daß er in einzelnen Landesteilen durch die Art seiner Massen­aufnahmen seinen alten Charakter als nationalen Frontkämpferbund eingebüßt hatte. Es ergaben sich hier und dort neue Reibungen, die schließlich in die­ser Woche den Bundesführer Seldte zu einer neuen Vereinbarung mit dem Reichskanzler veran­laßt haben. Sie bedeutet praktisch Sie völlige Einglie­derung des Stahlhelms in die Organisation der NSDAP. Sesdte, der sich Adolf Hitler unterstellt hat, behält die Führung des alten, auf feinen alten Cha­rakter als unpolitischer Frontkämpferbund zurück- aeführten Stahlhelm, dessen Angehörige nun auch Mitglieder der NSDAP, werden können. Alle an­deren Formationen gehen in der NSDAP, auf. Damit ist ein wichtiger Schritt vorwärts zur Klärung im Sinne unserer eingangs gemachten Ausführun­gen getan. Der ehrliche Wille Aller zu kameradschaft­licher Zusammenarbeit wird schnell Mißverständisse beseitigen und Ecken und Kanten abschleifen, so daß die grauen Soldaten des Großen Krieges und die braunen Soldaten der deutschen Revolution in.ge­meinsamer Front den Marsch antreten zu neuer Arbeit für Volk und Vaterland.

Hochschule und neue Volks- gemeinschast.

Eine Rede des bayerischen Kultusministers.

München, 23.3uni. (WTD.) Der N S. - Lehrerbund veranstaltete am Freitag eine Kundgebung der Münchener Hoch­schulprofessoren und Lehrkräfte. Kultusminister S ch e m m sprach dabei über die Erziehungsaufgaben der Hochschulen. Er be­zeichnete es als wesentlich, daß der Hochschul­lehrer und die Hochschule von dem Geist der Zeit, von ihrem Rhythmus und Schwung erfaßt werden. Der Nationalsozialismus halte alle Wissenschaft für falsch und verdammenswert, wenn sie dem Volk, der Nation und ihrer Volkwerdung schade. Der Führergedanke und die Bejahung der Rassen frage müsse dem Hochschullehrer als höchstes Ziel erscheinen. Als drittes komme dann hinzu der Wehrgedanke und als letztes die Religiosität. 3m Zeichen der Volkwerdung stehe die Erziehung zur Volksgemein­schaft, jener Volksgemeinschaft, die uns allein Adolf Hitler ermöglichte. Auf erzieherischem Gebiete verkörpere der Nationalsozialistische Lehrerbund, der keinen älnterschied in der Stel­lung seiner Mitglieder kenne, diese Volksgemein­schaft. So müsse sich auch die Hochschule in die Erziehungsgemeinschaft eingliedern.

äin Siaaiökommistar für sämtliche evangelischen Landeskirchen.

Berlin, 24. Juni. (2BIB. Aunkspruch.) Der preußische Kultusminister Rust hat folgende Ver­fügung erlassen: Die Lage von Staat, Volk und Kirche verlangt Beseitigung der vorhan­denen Verwirrung Ich ernenne deshalb den Leiter der Kirchenabteilung im preußischen Kultus­ministerium Ja eget für den Bereich sämtlicher evangelischer Landeskirchen Preußens ;um Kom­missar mit der Vollmacht, die erforder­lichen Maßnahmen zu treffen.

Meinberg wird Obmann für die bäuerliche Selbstverwaltung.

Berlin. 22. 3uni. (WTD.) Der Reichs- Lauernführer R. Walter Darrö erläßt fol­gende Anordnung:

Um die Dereinhei tlichung in der Füh­rung des landständischen Selb st Ver­waltungskörpers in die Wege zu leiten und ihr auch äußerlich Ausdruck zu geben, wird ein Obmann für die bäuerliche Selbst- verwaltung eingesetzt. Zum Obmann für die bäuerliche Selbstverwaltung ernenne ich Pg. Weinberg. Dem Reichsobmann unterstehen vierHauptabteilungsleiter, welche die verschiedenen Reichsverbände der bäuerlichen und landwirtschaftlichen Selbstverwaltung arbeitsteilig gegeneinander abgrenzen und in sich aufteilen.

lieber die Gründe zur Ernennung Meinbergs zum Reichsobmann erklärte Walter D a r r 6 u. a. fol­gendes: Die Anordnung bezweckt einerseits eine schärfere und bessere Organisation der Einrichtungen

Lustschuh tut not!

Don Generalleutnant a. O. Grimme, Präsidenten des Reichsluffschuhbundes.

Das Bestreben der Reichsregierung nach ein­heitlicher Zusammenfassung aller nationalen Auf­baukräfte hat in der Gründung des Reichsluft­schuhbundes e. V. durch den Reichsminister für Luftfahrt, Göring, eine verdienstvolle Krönung er­fahren. Endlich ist damit die Voraussetzung ge­geben, die Erkenntnis von der Notwendigkeit zi­vilen Luftschutzes und die zweckmäßigen Maßnah­men des passiven Luftschutzes zum Bewußtsein und zur Kenntnis des ganzen Volkes zu bringen. Endlich können nunmehr auch die gesammelte Kraft und der Aufbauwillen aller Einzelkräfte der Na­tion einheitlich auf ein großes Ziel hin in Be­wegung gefetzt werden. Denn Luftschutz ist eine Angelegenheit des ganzen Do l k e s. Deshalb auch ist die Frage eines ausreichenden Luftschutzes mit Halbheiten nicht zu lösen. Die Schaffung des Reichslustschutzbundes als dem alleinigen Träger des zivilen Luftschutzes ist der hoffnungsvolle Beginn einer Arbeit, die dem deutschen Volk durch Luftschutz die Freiheit in der Luft zurückgewinnen soll.

Erst kürzlich hat Reichsminister Göring be­tont, daß der Luftschutz zu einer Lebens­frage für das deutsche Volk geworden ist. Denn tausende Kriegsflugzeuge stehen rings um Deutschland einsatzbereit. Deutschland selbst aber ist in der Luft völlig wehrlos. Kein 3agdslugzeug kann zum Schutz gegen die feindlichen Luftgeschwader aufsteigen. Kaum ein Geschützrohr kann sich ihnen entgegen­richten. Es ist die teuflischste Bestimmung des Versailler Diktats, daß neben der Luftwaffe un­serem Heere sogar die aktive Abwehr der feind­lichen Luftwaffe so gut wie verboten ist.

Der bisherige Verlauf der Genfer Abrüstungs­verhandlungen beweist, daß die hochgerüsteten Staaten auf ihr wirksamstes Kampfmittel nicht verzichten werden. Der französische Lustmini- ster Pierre Cot gab dieser Entschließung mit den Worten beredten Ausdruck:Sollte ein Kriegs­fall eintreten, so muß das Flugwesen als eine Ofsensivwasse die erste Rolle spielen." Diese ehrliche Auslassung ist anerkennenswerter als die heuchlerischen Phrasen, mit denen Deutschland auf allen Konferenzen über seine Wehrlosigkeit in der Lust hinweggetröstet wird. Auch dem Glauben, daß ein Kulturvolk gegen ein anderes Kulturvolk nicht mit dem grausamsten Kampfmittel vorgehen würde, das unterschiedslos eine wehrlose Bevölkerung trifft, stehen leider unmißver­ständliche Aeußerungen maßgeblicher Politiker der luftgerüsteten Staaten entgegen. So bekannte der englische Flugsachverständige Oberst Fuller: Erst müssen wir danach trachten, den Krieg mit allen Mitteln zu gewinnen, dann können wir uns über Moral unterhalten." älnd wenn General Foch feststellte, daß esdie Aufgabe jeder krieg­führenden Ration in Zukunft fein muß, die mo­ralische Widerstandskraft mit allen Mitteln zu brechen", so ist damit die Aufgabe des zivilen Luftschutzes treffend gekennzeichnet, nämlich dahin, die moralische Widerstandskraft der Bevölkerung im Falle eines Luftkrieges m i t allen Mitteln z u stärken. Denn Luftan­griffe sind in erster Linie eine Nervenprobe. Nur eine soldatisch disziplinierte Bevölkerung, die die Luftgefahren ebenso wie die möglichen und zweckmäßigen Selbstschutzmatznahmen kennt, wird den Gefahren aus der Luft erfolgreich trotzen und die schwere Nervenprobe bestehen.

Solange also die Tausende feindlichen Flug­zeuge, die startbereit jenseits der deutschen Gren­

zen stehen und in wenigen Stunden über jeder oeutschen Stadt ihre todbringende Bombenlast ab­werfen können, nicht tatsächlich abgewrackt sind, müssen wir auf der Hut sein. Das Brausen der Luftgeschwader und das Krachen der Bomben werden die lieblichen Schalmeienklänge aus Genf übertönen. So sehr wir hoffen und uns ehrlich bemühen, daß die unmittelbare Luftgefahr dem Volke erspart bleiben möge, so wenig dürfen wir uns der harten Tatlache verlchließen, oah sie eines Tages grausame Wirklichkeit sein kann. Solange uns die beste Sicherung gegen Luftangriffe, eine Abwehrrüstung, versagt bleibt, müssen wir den zivilen Schutz organisatorisch und seelisch dop­pelt energisch betreiben. Sollte uns dann einmal ein Luftangriff treffen, wird er sicher nicht ohne Verluste abgehen. Aber er wird das Volk nicht in Panik und moralischen Zusammenbruch führen.

Ein solcher Luftschutz ist im Rahmen der Ver­sailler Vertragsbestimmungen durchaus mög- l i ch. 3hn dem Volke nutzbar zu machen, ist die Aufgabe des Reichsluftschutzbundes. Der Staat muß sich darauf beschränken, öffentliche Maßnah­men großen Stils vorzubereiten. Flugmeldedienst, Warnung, Polizei-, Feuerwehr- und Sanitäts­dienst. Aufräumungs- und Entseuchungsarbeiten, das sind in groben Umrissen die Sachgebiete des staatlichen Luftschutzes. Das wichtigste aber ist der Selb st schütz, wie ihn die Bevölkerung, jedes Haus, jede Familie und jeder einzelne selbst vorbereiten müssen. Träger dieser Schutzmaßnah­men kann niemals der Staat sein. Er kann nur den äußeren Rahmen dazu geben. 3hn mit ech­tem Leben auszufüllen, muß dem Volke Vorbehal­ten bleiben.

Vielgestaltig wie die Luftgefahren sind die Maßnahmen, sie abzuwehren. Dabei ist zu unter­scheiden zwischen den Luftschuhmaßnahmen vor­bereitender Art und den Verhaltungsregeln im Falle eines Luftangriffs. Alle jedoch lassen sich entsprechend der Dreiteilung der Luftwaffe m Bri­sanz-, Brand- und Gasbomben in Schutzmaßnah­men gegen Einsturz undSplitter- Wirkung, gegen Brand und gegen Ver­giftung einteilen.

Mit geringen Kosten sind die vorbeugenden Schutzmaßnahmen möglich. Sie können aber nicht erst im Augenblick höchster Gefahr eingeleitet und durchgeführt werden. Sie müssen vielmehr in Friedenszeiten mit größtmöglicher Sorg­falt getroffen werden, damit sie im Ernstfall un­verzüglich wirksam werden können. Der technische Schuh besteht in erster Linie in der Schaffung von Zufluchtsstätten. 3n allen Gebäuden lassen sich Kellerräume splitter- und gassicher Herstellen. 3n der Nähe verkehrs­reicher Plätze und Straßen sowie in Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr müssen Sammel- schuhräume geschaffen werden, die den im Augenblick des Luftangriffes außerhalb ihres Hausschutzraumes befindlichen Personen Sicherheit gewähren. Eine freiwillige Hausfeuerwehr muh allenthalben vorbereitet fein, die Brandherde im Keime erstickt und vorzeitig die Brandgefahr herabmindert.

Mit diesen Angaben sind die vorbereitenden Luftschuhmaßnahmen lediglich angedeutet. Der Reichsluftschutzbund bedarf der tätigen Mithilfe aller derer, die gegen sich selbst, die Seinen und das Volksganze von verantwortungsfreudigem Abwehrwillen beseelt sind. Luftschutz tut no11

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Unsere Karte zeigt, wie die Aktionsradien der Bombenflugzeuge Frankreichs, Belgiens, Polens und der Tschechoslowakei das gesamte deutsche Gebiet mit Ausnahme eines kleinen Streifens an der dänischen Grenze überdecken. Etwaigen An­griffen der so gefährlichen Bombengeschwader (Frankreich besitzt allein etwa 4000 Kriegsflugzeuge) ist Deutschland nach den Bestimmungen des Ver­

sailler Vertrages völlig wehrlos ausgefetzt. Aber der Einzelne vermag die Gefährlichkeit wenigstens dadurch etwas herabzumindern, indem er lernt, wie er sich während eines Flugzeugangriffs zu verhalten hat. Der so wichtigen Aufklärung dienen die Luft- schutzoeranstaltungen, die jetzt überall durchgeführt werden.

des deutschen Bauerntums und anderseits die'Schaf­fung der Möglichkeit für ein stärkeres Heroortreten der aktiven Bauernpolitik nach außen. Der Reichs­obmann für die bäuerliche Selbstverwaltung hat den Landständischen Verwaltungskörper zu führen. Die bisherigen Hauptabteilungen unterstehen dem Reichs­obmann. Durch diese Neuordnung ist die produktive Arbeit der einzelnen Abteilungen sicheraestellt, da die Aufgabengebiete sauber getrennt wurden.

Präsident Meinberg erklärte:

Als wesentlichste Aufgabe sehe ich die Be­seitigung des bisherigen Gegenein- anders und Durcheinanders der verschie­denen Organisationen und Verbände. Bisher über­

schnitten sich die Arbeitsgebiete der eingenlen Orga­nisationssäulen in unerträglichem Maße. Meine Auf­gabe wird es fein, d i e fruchtlose Doppel­arbeit zu verhindern, und die Entwicklung auf einen Einheitsland st and zu lenken. Um diese Aufgabe zu vollenden, ist es eine selbstver­ständliche Voraussetzung, daß die letzten Reste der Reaktion keine Gelegenheit mehr haben, an irgendwelchen amtlichen oder nichtamtlichen Stellen ihre unheilvolle Tätigkeit fortzusetzen. Der Landstand des deutschen Bauern kann nur vom deutschen B a u e r n, der sich seiner hohen sittlichen Pflicht be- wußt ist, und im deutschen Blut und Boden wur- zelt, g e s ch affen und getragen werden.

Volk mit DRmim!

Don Or. Paul Rohrbach.

Nakuru, Kenya-Kolonie, Anfang 3uni 1933.

Die englische Kenya-Kolonie grenzt nördlich an das alte deutsche Ost-Afrika und hat ihren Namen von dem hohen erloschenen Schneevulkan Kenya, der mit seinen 5200 Meter Höhe dem einstmals deutschen Kilimandscharo nicht viel nachsteht. Die Llgandabahn durchzieht dies Stück des englischen Afrika vom Hafen Mombasa bis zum Viktoria- See. An ihr liegen die Hauptstadt Nairobi und die meisten wichtigen Punkte des Landes, auch der Ort, von dem diese Zeilen kommen. Die Luftpost, die in einigen Tagen abgeht und sie mitnimmt, braucht nur fünf bis sechs Tage nach Europa.

Kenya ist ein Hochland. Man bewegt sich hier dauernd zwischen 1400 und 2200 Meter Meereshohe. Sogar die Sohle des großen geolo­gischen Einbruchs, des ostafrikanischen Grabens, liegt hier immer noch gegen 1400 Meter hoch. Die Höhe macht das Klima gesund. Weite Strecken sind eine große Ausnahme für tro­pische Breiten in Afrika auf europäische 01 r t kultivierbar. Nicht nur Mais ge­deiht, sondern auch Weizen und sogar Rog­gen: in den tieferen Lagen Kaffee. Nairobi, etwas über 1600 Meter hoch, ist noch von aus­gedehnten Kaffeepflanzungen umgeben, die eine dem Kilimandscharokafsee ähnliche, sehr hoch­wertige Sorte liefern. Fröste sind unbekannt, lähmende Hitze ist selten. Der senkrechte Sonnen­stand fordert trotzdem, daß womöglich kein Schritt ins Freie ohne Tropenhut gemacht wird. Die Neger sind unempfindlich gegen die äquatoriale Sonnenwirkung auf Haut und Gehirn. Es soll einzelne Weihe geben, die es ihnen gleich tun, aber es bleibt ein Spiel mit Leben und Gesund­heit, den unbedeckten Kopf dieser Sonne aus­zusehen. Wir haben von tragischen Fällen gehört, in denen ein ganzes Leben dadurch zunichte ge­macht wurde. Statt des helmartigen Hutes aus Kork oder zusammengeklebten Paphrusschichten werden vielfach auch zw-i übereinandergezogene Filzhüte getragen.

Wir haben das Drück gehabt, die mit ver­schiedenen Llmwegen und anschließenden Aus­flügen hin und her auf etwa 300 Kilometer aus­gedehnte Fahrt von Nairobi nach Na­kuru unter landeskundigem Geleit im Auto zu machen und wollen sie auf dieselbe Art und über eine ähnliche Strecke bis Eldoret fortsetzen, das gleichfalls an her Tlgandabahn liegt. 3n der Tlmgegend von Eldoret wohnen etwa zwei­hundert deutsche Siedler, die auch eine kleine deutsche Schule Habern Nicht weit, etwa 50 Kilometer davon, liegen die Goldfelder von Kakamega, die seit kurzem aufge­schlossen sind es handelt sich vorläufig um Alluvialgold wo auch Deutsche arbeiten sollen.' Das deutsche Element ist in Kenya erwünscht, wegen seiner Ruhe und Arbeitsamkeit. Auch die englische Verwaltung von Kenya hat die Er­fahrung gemacht, daß einen Deutschen hier irgendwo Hinsehen, in der Regel die sichere Ver­wandlung von Oedland in Kulturland bedeutet.

Allerdings der Deutsche kommt meist mit bescheidenen Mitteln und der Engländer mit großen. Kenya ist ein bevorzugtes Siedlungs­land für jüngere Söhne aus reichen englischen Familien und für pensionierte Offiziere und Beamte, die nach Ablauf der kurzen und hoch­bezahlten afrikanisch-kolonialen Dienstzeit noch in kräftigem Alter stehen und durch ihre Pension einen reichlichen Zuschuß zu den Kosten ihres Wirtschaftsbetriebes erhalten. Wenn man so wie wir auf einer gut gewählten Route mit kundiger Beratung durch das Land' fährt, die vielen schmucken Farmhäuser sieht, manche davon recht üppige Wohnsitze, die großen unter dem Pflug stehenden Flächen, die reichen weiten Besitz­tümer, die selbstbewußten Gestalten der Männer und Frauen, die hier ein afrikanisches England gegründet haben, so erhebt sich doppelter Schmerz über den Verlust unserer eigenen Kolonien. 3n diesem mächtigen, von der Natur gesegneten Stück Afrika spielt es ja gar keine Rolle, wie groß eine Farm oder Pflanzung ist, ob sie nach Hunderten oder nach Tausenden von Hektaren zu bemessen ist, denn im Verhältnis zu der Weite und dem Wert des Bodens sind die Landpreise, die von der Regierung in Nairobi verlangt werden, gering, und Kapital genug bringt der englische Siedler mit. Die Gründung solch eines weiträumigen kolonialen Daseins ist für den Engländer ja eine Selbstverständlichkeit. Seine heimischen Sit­ten, Gewohnheiten und Bedürfnisse bringt er mit und ist in der Lage, sie au befriedigen. Er hat seine Clubs, seine Golfplätze, er läßt Pferde rennen, er wettet, er spielt Polo, Kricket und was ihm sonst behagt, er hat sein Weekend, die Farmnachbarn besuchen sich alle umSundown", d. h. um die Stunde des Sonnenunterganges, mit ihren Autos, sie nehmen ihren Whisky Soda, ihren Cocktail, ihren Gin mit Bitters als eine tägliche Selbstverständlichkeit, wissen auch eine Flasche Bier zu schätzen (ich habe hier auf einem Farmhaus zum Sundown sogar Berliner Pahenhofer getrunken), und nur in diesem 3ahr gibt es Klagen und Sorgen, weil der Regen fehlt. Als eine große Ausnahme, einmal viel­leicht in fünfundzwanzig 3ahren, kommt es vor, daß die sogenannte große Regenzeit, in der wir normalerweise jetzt mitten drin sein sollten, sich verkürzt oder fast ganz ausbleibt. Das Letztere scheint in diesem Jahr der Fall zu sein. Dann aller­dings sind die Baumpflanzungen, z. B. die Gerber­akazien, von denen hier viele Millionen Bäume stehen, in Gefahr, zu vertrocknen, und die gepflügten Felder können nicht bestellt werden. Es wäre zweck­los, eine Saat einzuftreuen, denn vor dem nächsten November ist kein stärkerer Regen mehr zu erwar­ten, wenn die fällige große Regenzeit einmal vor­bei ist.

Der ganze Eindruck, den solch eine Fahrt wie die unserige durch Kenya hervorbringt, läßt sich in die drei Worte zusammenfassen: Volk mit Raum! Gewiß, die Kenya-Kolonie ist eins der besten Stücke vom englischen Afrika, aber es gibt noch Australien und Neu-Seeland, es gibt Kanada, es gibt Rhodesien zu beiden Seiten des Sambesi und es gibt die ganze Südafrikanische Union

XLetztc Erinnerung

Versäumen Sie ja nicht den Termin des großen aber kinderleichten Frigeo-Preisausschreibens. RM 2000,- in bar und tausend Trostpreise warten auf Sie! (Ob Zitrone, Himbeer oder Orange - ein Glas sprudelnder Limonade aus Frigeo- Trinktabletten kostet 5 Pf.) Kennen Sie schon die Bedingungen? Sonst bitten wir um Ihre Adresse. Frigeo-Trinktabietten Robert Friedel G. m. b. H.» Cannstatt»